Tied to the Land: Comeback von The Owl Service

Zum zwanzigjährigen Bestehen melden sich The Owl Service mit „Tied to the Land“ zurück, dem ersten Album mit neuem Material seit mehr als zehn Jahren. Die zwölf Stücke verbinden traditionelle britische Folksongs mit dem für die Band charakteristischen, fuzzgetränkten, garagenlastigen Rocksound, erweitern dessen Spektrum jedoch um Einflüsse aus Jazz, Prog und Alter Musik. Dabei greift die Gruppe vielfach auf weniger bekannte Lieder aus den Repertoires von Shirley Collins, Midwinter/Stone Angel, Michael Raven und Joan Mills, Ray Fisher, Joan Baez, Sarah Mackem, Toni Arthur und Brenda Wootton zurück.

Steven Paul Collins’ Arrangements verbinden anrührendes Gitarrenpicking und kraftvoll-leichtfüßige Rhythmen mit ätherischem Gesang, hypnotischen Drones und fein gesetzten Samples und weiteren Klangdetails. Zugleich prägt die Slowcore-Musik der mittleren Neunziger das Album: Die entschleunigten, melancholischen Passagen werden im Begleittext mit Codeine, Low und Bedhead vergleichen – eine Referenz, die sich mit dem Folkcharakter der Songs widerspruchsfrei zu verbinden weiß. Eine wichtige Rolle spielen die beiden neuen Sängerinnen Dorothy Chappell und Rebecca Leivers, deren sehr unterschiedliche Stimmen sich, wie es ferner heißt, zwischen kristallklarer Leichtigkeit und erdiger Ausdruckskraft ergänzen. Mit Julian Overall an Tenor- und Sopransaxofon sowie Joolie Wood an Violine und Blockflöte erhält die Musik weitere Farben, die den traditionellen Ausgangspunkt behutsam in unerwartete Richtungen führen. “Tied To The Land” erscheint bei Hobby Horse als CD und zum Download.