Mit “Kimatika” legt das slowenische Trio Etceteral nach “Rhizome” sein drittes Album vor – erneut eine dichte, rhythmisch getriebene Produktion zwischen futuristischem Jazz, elektronischer Improvisation und scharf konturierten Strukturen. Der Fokus lag dieses Mal, so sagt es der begleitenden Text, weniger auf spontaner Interaktion als auf Komposition: Viele Stücke basieren auf vorproduzierten Sequenzen und programmierten Beats, mit denen die Band arbeitet, sie kommentiert oder bewusst konterkariert.
Das Baritonsaxofon wird dabei oft eher atmosphärisch eingesetzt – laut Boštjan Simon “manchmal neblig, wie ein Gesang auf manchen Shoegaze-Platten”. Klanglich erinnert das Spiel stellenweise an Blasinstrumente aus dem Nahen Osten, ergänzt durch modulare Synthesizer, raue Grooves und eine ausgesprochen lebendige Schlagzeugarbeit. Komplexe Schichtungen und wechselnde Tempi stehen einer klaren, zugänglichen Produktion gegenüber, in der sich Ernsthaftigkeit und augenzwinkernder Witz nicht ausschließen.
Auch wenn das Saxofon nicht mehr so stark im Vordergrund steht wie bei früheren Aufnahmen, bleibt der Sound der Band sofort wiedererkennbar – urban, elektronisch, energetisch, mit viel Gespür für Dynamik und Verspieltheit. “Kimatika” erscheint am 5. September als LP und zum Download bei Glitterbeat.
Foto: DIC
