VILHELM BROMANDER UNFOLDING ORCHESTRA: 7″

Der schwedische Cellist und Bandleader Vilhelm Bromander und sein Unfolding Orchestra sind inzwischen ein gut eingespieltes Kollektiv mit jazzigem Einschlag und einer Reihe an Veröffentlichungen. Besonders in Erinnerung geblieben ist das 2024 und somit noch vor der Namensgebung erschienene Album “In this forever unfolding moment”, doch auch kleinere Veröffentlichungen im Single-Format sind ein integraler Teil der Karriere, die Bromander zusammen mit Katt Hernandez (Violine), Martin Küchen (Altsaxophon), Elin Forkelid (Tenorsaxophon), Alberto Pinton (Baritonsaxophon, Flöte), Christer Bothén (Bassklarinette), Emil Strandberg (Trompete), Mats Äleklint (Posaune), Alex Zethson (Klavier), Mattias Ståhl (Vibraphon), Stina Hellberg Agback (Harfe), Dennis Egberth (Schlagzeug) und Anton Jonsson (Schlagzeug) auf die Beine gebracht hat. Die vorliegende 7″-Single versammelt zwei Stücke, die unterschiedliche Seiten des Orchesters zeigen.

“Svens vaggsång”, übersetzt “Svens Lullaby” und wohl tatsächlich ein spontan entstandenes Lied für Bromanders Sohn, beginnt üppig und streicherdominiert, mit einem klassisch anmutenden Auftakt, der Spannung aufbaut. Nach diesem kurzen Moment der Opulenz folgt ein langes retardierendes Innehalten. Später treten die Saxophone stärker in den Vordergrund und geben dem Stück eine fließende, fast romantische Note. Im Hintergrund entwickelt sich durch Beckenarbeit eine wachsende Dynamik, bevor das Arrangement wieder dichter wird, das Vibrafon setzt markante Farbakzente. Das Stück endet wie ein großes Finale, das gut zu einem glücklichen Abschluss eines längeren Narrativs passt und Bromandes künstlerische Intention – das Wiederspiegeln der Gleichzeitigkeit von Intimität und Größe – bestens ins Werk setzt.

“Speldosa och två halva timmars sömn”, übersetzt “Music Box und zweieinhalb Stunden Schlaf”, schlägt einen anderen Ton an. Der Auftakt wirkt aufgewühlt und orchestral, bevor Saxophone und Rhythmussektion mit Energie nach vorne drängen. Die Musik steuert auf Höhepunkte zu, die eher als dauerhaftes eruptives Plateau erscheinen und sich erst allmählich beruhigen. Es folgt ein deutlicher Bruch, in dem vieles innehält. Kleinteilige Geräusche bleiben präsent, bevor Becken und Bläser erneut einsetzen und das Stück zu einem weiteren furiosen Finale führen.

Label: Thanatosis