
Yvonne Reiners Work 1961-73 erscheint als Faksimile bei Primary Information


Vor zwei Jahren erschien mit “BooCheeMish” das Comeback-Album der berühmten Les Mystères Des Voix Bulgares, die sich nun, nach einer rund zwanzigjährigen Pause The Mystery Of The Bulgarian Voices nannten. Auf dem Album wirkte auch die von Dead Can Dance und einigen Filmscores her bekannte Sängerin Lisa Gerrard mit. Prophecy Productions bringt am 17. April eine Single mit sieben Tracks des Albums (ein Live-Track, ein exklusives Stück und mehrere überarbeitete Songs) heraus, auf denen Gerrard ebenfalls mit den bulgarischen VokalistInnen interagiert. Die Single erscheint als CD und auf verschiedenfarbigem Vinyl.
Ende März erscheint bei Dais Records eine offizielle Neuauflage von Ghédalia Tazartès Debütalbum “Diasporas”. Das 1979 beim französischen Cobald-Verlag erschienene Werk mit den hypnotischen Klagegesängen und den zerfetzten Mallarmé-Zitaten gilt als Meilenstein der französischen Musik-Avantgare im letzten Quartal des 20. Jahrhunderts und war, nach diversen Neuauflagen im letzten Jahrzehnt, erneut vergriffen. 
Für ein Konzert im eher kleinen Rahmen treffen sich Rowan Coupland (Gesang, Gitarre, Harfe) und Eirini Fountedaki (Violine) seit einiger Zeit erstmals wieder zu einem gemeinsamen Set feinsinniger und gleichsam eigenwilliger “Anglo-Greek-Weird-Folk” Songs. Eröffnet wird der Abend im Neuköllner KussKuss von der Sängerin Ruby Bilger, spontane Kollaborationen sind nicht auszuschließen.
Am 1. Mai bringt Diámánda Galás ihr Album “The Litanies of Satan” auf ihrem eigenen Intravenal Sound Operations-Label neu heraus. Das zwei längere Tracks umfassende Werk, das zum Teil auf dem Gedicht “Les Litanies de Satan” aus Charles Baudelaires Les Fleurs du Mal basiert, erschien erstmals 1982 by Y Records und wurde für die neue Auflage neu gemastert. Für Sommer sind außerdem neue Arbeiten angekündigt.
Zum elften Mal findet am 21. März das vom Projekt Phelios veranstaltete Phobos Festival in der Wuppertaler Sphienkirche statt. Der rote Faden der Konzertreihe ist Dark Ambient, wobei von Beginn an kein allzu großes Gewicht auf rigide Genregrenzen gelegt wurde und von Ritual über Gitarrendrone bis zu härteren Spielarten des Industrial so mache Musik integriert wurde, die dem Konzept eine gebührende Vielgestaltigkeit gab. Auch in diesem Jahr gibt es mit Atomine Elektrine, Nam-Khar, Aidan Baker und Ex.Order ein abwechslungsreiches Programm.
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Mit SOUK haben die heute auf den Kanaren ansässigen Discrepant Records vor zwei Jahren ein Sublabel ins Leben gerufen, das ihrem eigensinnigen Mix aus Weltmusik und verspielter Exotik eine rhythmusbetontere Seite engegensetzt. Ende März findet im Neuköllner arkaoda ein Konzertabend mit einigen Acts des Ablegerhauses statt. Zu sehen sind u.a. der aus Ramallah stammende Act Muqata mit seinen Hiphop- und Grime-inspirierten Sounds. Ferner das in San Francisco beheimatete Projekt Only Now mit seiner rhythmschen, oftmals brachialen Elektronik. Headliner ist der Field Recording- und Sound Artist Ross Alexander, der zuletzt seine Aufnahmen aus dem Atlasgebirge und benachbarten Regionen zu einem vielgestaltigen Ambientalbum zusammengesetzt hat und hier mit Band auftreten wird. Labelchef Gonzo rundet den Abend am Plattenteller ab.
Im März erscheint bei Two Acorns ein neues Album von Will Long alias Celer. Die vier Stücke auf “Future Predictions” basieren auf Tape Loops von digitalen und akustischen Instrumenten, Field Recordings und weiteren Sounds. Jedes der instrospektiv ausgerichteten Stücke der CD korrespondiert mit Bildern und Texten, die im umfangreichen Booklet abgedruckt sind. Als Download ist das Album bereits erhältlich.
Am 12. Februar gibt das italienische Solo-Projekt My Dear Killer eines seiner raren Konzerte in Berlin. Seit den 90ern verfeinerte sich der folkige und zugleich mit leichten Shoegazer- und Noise-Elementen angereicherte Songwriterstil, das vor anderthalb Jahren erschienene “The Cold Plan” stellte einen bisherigen Höhepunkt seines Schaffens dar.
Vor zweieinhalb Jahren veröffentlichten Aidan Baker und Leah Buckareff alias Nadja “Stripped”, ein Album mit sechs akustischen Versionen älterer Songs heraus. Die folkig angehauchten Tracks, deren dröhnende Originalfassungen auf Alben wie “Touched”, “Bodycage” oder “Truth Becomes Death” erschieden sind, wurden bereits vor zehn Jahren aufgenommen und kommen nun als limitierte LP beim bandeigenen Broken Spine-Label neu heraus.
Für ihre dritte Folge haben die Betreiber der Berliner Konzertreihe Stille Kammer einmal mehr ein internationales Line-up in die Donaustraße 115 eingeladen. Der aus Libanon stammende Berliner Singer Songwriter Karl Mattar alias Interbellum eröffnet den Abend mit einer Musik zwischen eingängigem Folkpop und verrauschtem, experimentierfreudigem Ambientsound. Die argentinische Saxophonistin Sofia Salvo spielt ein expressives Solo-Set. Die Multi-Instrumentalistin Kei Watanabe mit Wurzeln in Sri Lanka und Japan kombiniert experimentelle, improvisierte Elektronik mit einem Mix aus meist traditionellen Instrumenten.
Im Rahmen des seit 2011 jährlich in Köln stattfindenden Festivals Acht Brücken, das sich verschiedensten Spielarten zeitgenössischer Musik widmet, führt Drew McDowall am 02. Mai 2020 „Time Machines“ auf. Zusammen mit John Balance und Peter Christopherson entstand 1997 das gleichnamige Album, auf dem vier lange, nach verschiedenen Halluzinogenen benannte Tracks unter dem Motto „persistence is all“ zu hören waren und von denen es hieß, sie würden eine Reise durch die Zeit ermöglichen. Die Hörerfahrung wird sicher eine interessante sein, kann man doch im Innern des 1998 veröffentlichten Albums lesen: “artifacts generated by your listening environment are an integral part of the experience”.
DJ and Soundabenteurer Nick Luscombe (Late Junction, Musicity) hat auf “Fieldwave Vol.1″ einen interessanten Überblick über die neueste Welle auf Fielddrecordings basierender Musik zusammengestellt. sound oft naturbelassen. Viele der beitragenden Künstler haben mit ihren Kompositionen bestimmt Orte anhand ihrer typischen Sounds porträtiert, die verwendeten Geräusche stammen von Tieren, den Witterungen und verschiedenen Maschinen, doch auch gesamplete Instrumente sind zu hören, und meist sind die Sounds nur subtil bearbeitet. Die Compilation erscheint bei Nonclassical auf 100 Tapes und im Download.
Die dänische Band Dune Messiah um Sänger Magnus Westergaard hat im letzten Jahr ihr zweites Vollzeitalbum “Moments of Bliss” herausgebracht, und einmal mehr beeindruckt der Reichtum an Referenzen – der an Frank Herbert angelehnte Name, das an Brian Ferry erinnernde Cover mit dem Apfel vom Baum der Erkenntnis, der Stil zwischen Post Punk, Singer Songwriter, Neofolk, Gothic Americana – ebenso sehr wie die emotionale Tiefe der Songs. In den nächsten Monaten touren Dune Messiah durch mehrere Länder Westeuropas und machen am 1. März in Berlin Station.
Zusammen mit dem bislang wenig bekannten Sänger Jack Cruz hat David Lynch für seinen aktuellen Kurzfilm What Did Jack Do den Song “True Love’s Flame” produziert. Sacred Bones bringt diesen und einen weiteren Song auf der 7” “The Flame of Love” heraus. Die Single ist im Frühjahr erhältlich.
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Turntabelist Joke Lanz und der Akkordeonspieler Jonas Kocher bringen bei Corvo Records das Album “Abstract Musette” heraus. Die beiden präsentieren das Werk erstmals am 13. Februar auf einer Release-Party im Berliner West Germany. Alessandra Eramo eröffnet den Abend mit einem Set, das angelehnt an ihr letztjähriges Album “Tracing South” vorwiegend auf experimentellem Stimmeisatz und Field Recordings basiert. 
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Simon Fisher Turner komponierte 2018 eine komplementäre Klangarbeit für eine Architekturinstallation des Künstlers Edmund de Waal. Nachdem die gemeinsame Arbeit unter dem titel “- one way or other – ” im Haus Schindler in Los Angeles gezeigt wurde, entwickelte sich die Musik zu einem eigenständigen Album, das Ende März unter dem Titel “A Quiet Corner In Time” bei Mute/[PIAS] erscheinen wird.
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Muhal Richard Abrams, eine zentrale Figur der Chicagoer Jazz-Szene und Mitbegründer der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) interessierte sich schon in frühen Jahren für elektronische Musik und nahm zahlreiche Stücke mir Synthesizer auf. Im damals weitgehend “akustischen” Jazz war dies eine Ausnahme, zum einen wegen der nur schwer zugänglichen elektronischen Musikstudios, zum anderen auch wegen Vorbehalten der eigenen Community und Fangemeinde.
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Der Komponist Daniel Davies ist eng mit John Carpenter verbunden und assistierte – quasi als zweiter Komponist – auch beim berühmten Helloween-Soundtrack, bei anderen Arbeiten wirkte er im Doppelpack mit seinem Vater, The Kinks-Gitarrist Dave Davies, mit. Auf seinem neuen Album “Signals”, dessen cinematische Klänge ebenfalls einem Filmscore der frühen 80er entsprungen sein könnten, wurden die Rollen vertauscht, denn hier stammt das Gros der Kompositionen von Davies, während Carpenter ein paar einzelne Passagen beigesteuert hat. Das Album erscheint bei Sacred Bones.