Anfang Dezember erscheint die erste Reissue des Ausnahmealbums “Waillee Waillee” der amerikanischen Sängerin und Mehrfachinstrumentalistin Dorothy Carter (1935 – 2003), es erschien ursprünglich 1978 bei Celeste Recordings. Carter spielte v.a. Instrumente wie den hierzulande als Hackbrett bezeichneten Hammered Dulcimer, die Zither, das Psalterium und Drehleier, desweiteren Holzblasinstrumente. Folkmusik der keltischen Tradition und der Apallachenregion zählten zu ihren stärksten Einflüssen. Im Unterschied zu ihrem 1976 erschienenen Studiodebüt “Troubadour” (1976), das all diese Einflüsse in ein am Folksongformat orientiertes Gewand packte, kombinierte die Musikerin all dies auf “Waillee Waillee” mit experimentellen Ideen zu einem Stil, der passagenweise zur
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Archiv der Kategorie: News
Strike Me If I Shriek: Reissue des raren Tapes von L’Ambassadeur des Ombres
Auf Tapetopia erscheint zeitgleich zur Retrospetive des Mahlsdorfer Wohnstuben Orchesters die erste Vinyledition des 1989 aufgenommenen Tapes “Strike Me If I Shriek” der personell verwandten Band L’Ambassadeur des Ombres, deren Name auf den französischen Comic Valérian et Laureline zurückgeht – es handelt sich dabei auch um die erste Veröffentlichung in einem größeren Vertriebsrahmen des seinerzeit nur auf Nachfrage im engeren Umfeld kopierten Tapes. “The Ambassadors of the Shadows combined pop appeal and experimentation as the soundtrack to the zero hour of their generation in the GDR’s waning days”, heißt es im begleitenden Text. “The music was made in a children’s room, but the edifice of ideas was a demolition site”.
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Embrace: Umfangreiche Jubiläums-Box von Polwechsel
Mit einer 4 LPs und mehrere Essays umfassenden Box feiert das aus Werner Dafeldecker, Michael Moser, Burkhard Beins und Martin Brandlmayr bestehende Neue Musik- und Improvisations-Ensemble Polwechsel in den nächsten Wochen sein dreißigjähriges Bestehen. Auf ihrer neuen Veröffentlichung präsentieren die in Berlin und Wien ansässigen Musiker eine Reihe neuer Arbeiten, die in Kollaboration mit ehemaligen Weggefährten und befreundeten Acts – Andrea Neumann, Magda Mayas, John Butcher, Peter Ablinger, Klaus Lang – eingespielt wurden. Sie repräsentieren die große Bandbreite ihrer über die Jahre entwickelten musikalischen Ideen. Die Box enthält Texte von Stuart Broomer, Reinhard Kager und Ulrike Polatschegg und erscheint beim Luxemburger Label Ni Vu Ni Connu.
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Alireza Ostovar, Mira Tulenova, Aigerim Seilova und Cedrik Fermont in Berlin
Am Sonntag, den 29. Oktober findet im Berlin-Treptower Raum für Raum ein Abend für Elektroakustik und Freie Improvisation statt. Den Auftakt macht der Komponist und interdisziplinäre Künstler Alireza Ostovar mit einem Soloset. Es folgt ein gemeinsamer Auftritt der Flötistin Mira Tulenova zusammen mit der
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Debüt von Sacro Bosco Mediazione auf Communion
Am 10. November erscheint auf dem Mailänder Label Communion eine CD der Formation Sacro Bosco Mediazione (niht zu verwechseln mit der Band Bosco Sacro) um die Sängerin und Komponistin Vittoria de Franchis, ebenfalls beteiligt sind die Musiker Can Aksan (Bass, Drum Machine, Synthesizer), Seif Gaber (Keyboard, Synthie, Vocals), Francesca Mariano (Keyboard, Vocals) und Giampaolo Scapigliati (Bass, Synthie). Das selbstbetitelte Album, das für Freunde der Hauntologie und der Italian Occult Psychedelia eine Offenbarung sein könnte, verknüpft in seinen improvisierten Stücken tremolierende dröhnende Psychedelic mit dem Wiederhall elektronischer Avantgarde und folkig eingefärbten, spannungsgeladenen Ritualklängen. Ein bereits im Namen des Ensembles anklingendes Thema ist der als Heiliger Wald (Sacro Bosco) oder Monsterpark (Parco dei Mostri) bekannte Skulpturenpark, der im 16. Jahrhundert von unbekannten Künstlern in der Nähe der mittelitalienischen Stadt Bomarzo errichtet wurde. Seine zum Teil bizarren Statuen, in der Mehrheit inspiriert von den Mythen der Antike, und Bauwerke haben seither die Fantasie vieler Menschen inspiriert, u.a. verarbeitete Salvador dali die Eindrücke des Ortes in einem Gemälde. Die Band verknüpft diese Motive hier allerdings auch mit dem etruskischen Erbe des an der Grenze zur Toskana gelegenen Ortes und zieht Instpirationen aus den Arbeiten des lokalen Historikers Salvatore Fosci. Das Album erscheint mit einem üppigen Booklet mit einem Interview und Fotos sowie Artwork von Nicola Tirabasso. Es ist auch digital erhältlich.
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Sonic Mystics for Poems: Neues Album von Andrea Burelli
Mitte November erscheint das neue Album der in Berlin lebenden italienischen Komponistin und Klangkünstlerin Andrea Burelli unter dem Titel “Sonic Mystics for Poems (of Life and Death of a Phoenix)”. Laut Begleittext “a highly autobiographical work whose sonic and conceptual world, metaphorically rooted in myth”, bietet der Longplayer einen mystischen Blick auf die Welt, “while maintaining strong ties to the tangible fabric of a vulnerable and fragile human existence”. Im Zentrum des Geschehens stehen u.a. die oft bekenntnishaften Texte der Künstlerin, die mit Licht und Schatten, mit den leichten und den schweren Seiten des Lebens auf Tuchfühlung gehen. “Burelli sings of landscapes lost in the sands of time and memory, captivating sunsets, the infinity of the sea, imaginary lands filled with magic, the end of the world, and love”. In musikalischer Hinsicht beeindruckt
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Ab Uno, Isolationsgemeinschaft und (Dolch) im Liestaler A_Way
Am Mittwoch den 25. Oktober findet im A_Way im nahe Basel gelegenen Liestal eine Konzert mit drei recht unterschiedlichen Acts statt. Eröffnet wird der Abend mit einem Auftritt der mit modularen Synthies, Field Recordings und Filmaufnahmen arbeitenden Ambientdröhner Ab Uno. Ebenfalls zu sehen ist die
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Sounds From Iceland: Neue Anthologie auf Cities and Memory
Das in Oxford ansässige kollaborative Klangkunst- und Field Recording-Programm Cities and Memoriy bringt eine neue Compilation mit zehn Tracks meist ambienter Elektronik heraus, die dem Titel “Sounds From Iceland” entsprechend auf Soundmaterial basieren, die auf der nordatlantischen Insel aufgenommen wurden. Ähnlich wie bei früheren Soundporträts bestimmter Orte stammen die Beteiligten Acts – Allis Hamilton, Cristian Estrella, de Velden, Audio Obscura, Serge Bulat, Bill Stevens, der auch als Ümlaut bekannte Jeff Düngfelder, Richard Watts, Arvik Torrensen, Stephanie Merchak – größtenteils aus anderen Teilen der Welt und haben das Land ggf. mit den neugierigen Augen und Ohren des Reisenden kennen gelernt. Die Compilation ist laut Cities and Memories “dedicated to
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Cult of Youth und Kristian Olsson in der Berliner Volksbühne
Am 4. November sind die New Yorker “Pagan Post Punker” Cult of Youth im Roten Salon der Berliner Volksbühne zu sehen. Im Zentrum des Konzerts wird das vor einigen Monaten bei Hospital Productions erschienene Album “With Open Arms” stehen. Cult of Youth begann vor gut anderthalb Jahrzehnten als Projekt des Sängers Sean Rogan und avancierte schnell zu einer der gefragtesten jüngeren Bands aus dem Neofolk-Bereich, in
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Blast of Sirens: Kollaboration zwischen Ah! Kosmos und Hainbach
Ende Oktober bringen FUU Records die gemeinsame LP “Blast of Sirens” Ah! Kosmos und Hainbach heraus – unter den Projektnamen firmieren die beiden Berliner Acts Başak Günak und Stefan Goetsch. “Blast of Sirens” ist eine von Entdeckergeist getriebene Erkundungsreise in die Grenzregionen zwischen Wohlklang und verzerrten Dissonanzen auf der Basis von Tapetechnik und dem Einsatz analoger Synthies.
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Musica Automata: Leonardo Barbadoro mit dem weltgrößten Roboterensemble
Ankündigung: Helical Records bringen Anfang November eine neue LP des auch unter dem Namen Koolmorf Widesen bekannten florentinischen Komponisten Leonardo Barbadoro unter dem Titel “Musica Automata” heraus. Das Album wurde in den Räumen der Ghenter Logos Foundation aufgenommen und basiert auf dem Einsatz des dort ansässigen und bislang weltgrößten Roboter-Orchesters. Dieses Automaten-Ensemble spielt ein vielfältiges Repertoire an Blas- und Perkussionsinstrumenten sowie Orgeln und einiges an unkonventionellen Gerät.
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Offals of Emotions: Weiteres Archivmaterial von Genetic Transmission
Das von Tomek Twardawa betriebene Noise- und Musique Concrète-Projekt Genetic Transmissions öffnet zum elften Mal die Archive undbringt unter dem Titel “Offals of Emotions” eine weitere CD mit vergriffenem Material heraus. Diesmal handelt es sich um ein umfangreiches Album, das 2004 auf CDr erschienen ist und aus der Zeit zwischen den Aufnahmen zu den Alben “Scumerzbruit” und “Music For Vienna Aktionist” stammt. “Offals of Emotions” erscheint wie gewohnt bei Zoharum.
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Understander: Neues Tape von Lee Etherington a.k.a. Tibshelf
Gerade einmal ein halbes Jahr nach dem vorigen Album-Tape “Supreme Flounder” veröffentlicht der nordenglische Musiker und Veranstalter Lee Etherington alias Tibshelf ein weiteres Album auf Cruel Nature, einmal mehr gibt es für 35 hartgesottene Fans zwei Kassettenseiten voll mit obskuren Filmdialogen, groovigen musikalischen Samples, verstörenden
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Tal Label Night: Asmus Tietchens und Stefan Schneider im Berliner KM28
Das Label Tal Music veranstaltet am 17. Oktober ein Doppelkonzert von Asmus Tietchens und Stefan Schneider (Kreidler, To Rococo Rot) im KM28 in Berlin-Neukölln. Im Programmtext heit es: “Seit den frühen 70er Jahren erfährt Asmus Tietchens internationale Verehrung als Pionier der elektronischen Musik und als radikaler Grenzgänger im Umgang mit minimalen Klängen. Seine Tracks tragen Titel wie „Seuchengebiete“, „Schattenmusik“ oder „Daseinsverfehlung“ und lassen sowohl eine gedankliche Nähe zu den Schriften von E.M.Cioran, wie auch einen speziellen nordischen Humor erkennen. In letzten Jahrzehnten hat Asmus Tietchens ein
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M.W.O. 1987-1989: Compilation des Mahlsdorfer Wohnstuben Orchester
Im Rahmen der Tapetopia-Reihe erscheint gerade die erste Retrospektive der ebenso legendären wie obskuren Ostberliner Wave/Post Punk-Combo Mahlsdorfer Wohnstuben Orchester, die in den späten 80ern eine Handvoll Tapes – “Nightfever In Mahlsdorf” (1987), “TOt” (1988), “Abgrund” (1988) und “Window” (1989 – aufnahm und ohne größeren Vertrieb im privaten Umfeld zirkulieren ließ. Die Mitglieder Simone Schirwitz, Taymur Streng, Rene Glofke, Mike Sauer, Jörg Müller. Uwe Geyer und Jan Wanschura, die alle – vermutlich in je nach Session unterschiedlicher Besetzung – Stimme und Kayboard beisteuerten, waren z.T. an anderen Gruppen wie 9 Tage, L’ambassadeur des ombres, Die Vision oder Komakino beteiligt.
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Ab Uno und Days Like Television im Wiener Vekks
Am 21. Oktober tritt das aus Eugenio Petrarca und Roberto Di Ciaccio bestehende und zwischen ethnographischen Soundstudien und archaischer Synthiedröhnung changierende Duo Ab Uno im Wiener Vekks-Venue auf.
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Hopeful Monster: Gemeinsame LP von Eve Egoyan und Mauricio Pauly
Dieser Tage erscheint auf No Hay Discos ein gemeinsamer Longplayer der kanadischen Pianistin Eve Egoyan und dem aus Costa Rica stammenden und heute ebenfalls in Kanada lebenden Producer und Mehrfachinstrumentalisten Mauricio Pauly. Die zehn in gemeinsamen Imptovisationen entstandenen Tracks kombinieren Egoyans – präpariertes und unpräpariertes, direkt eingespieltes und gesampletes – Piano mit den Bearbeitungsschritten und ergänzenden Sounds Paulys zu einem stimmigen elektroakustischen Ganzen. Auf die Stimmigkeit auch im wie beiläufig zustandegekommenen Arbeitsprozess, geht auch
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Geografías Geométricas Vol.2: Fortsetzung der Reihe von Chino Burga
Auf Midira erscheint der zweite Teil der geplanten “Geografías Geométricas”-Trilogie des peruanischen Dronekünstlers Chino Burga als digitales Album. Wie im ersten Teil verarbeitet der Musiker in (diesmal drei) bedächtigen, wellenförmigen Soundscapes von psychedelisch angehauchter Dröhnung seine Wanderungen in den Anden. Vom Label heißt es: “Sharing the same passion for mountain hiking, we can imagine how the experience of hiking through the andean nature inspired Chino Burga to record this album. The tracks sound
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Golden Temple Of The East: Neue CD von Alone In The Hollow Garden
Das rumänische Ritualprojekt Alone In The Hollow Garden bringt gerade ein neues Album unter dem Titel “Golden Temple Of The East” heraus, das an musikalisch und thematisch an frühere Arbeiten anknüpft und das bekannte Spektrum zugleich deutlich erweitert. Bewegen sich die in Titelgebung, Design und subtilen Andeutungen transportierten Stoffe und Motive im Themenbereich von Alchemie (“Nigredo”, “Azoth”), ägyptischer Mythologie (“Hymn to Aker”), europäischem Volksglauben (“Ignis Fatuus”) und Thelema (der Titeltrack, aber auch das Artwork), so verknüpft der Künstler seine rituelle, bisweilen ambiente Elektronik auf dem neuen Album mit Elementen elektronischer Avantgarde der Berliner Schule und Einflüssen asiatischer und vorderasiatischer Traditionen. Neben Stimme, akustischer Gitarre, Bass, Becken und (analogen und modularen) Synthies kommen in diesem Kontext Saz, Sitar, eine selbstgebaute Tanpura, Zither, Gong, Balaphon, schamanische Drums und einiges mehr zum Einsatz.
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