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	<title>African Paper &#187; Alan Trench</title>
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		<title>Temple Music: Zusammenstellung von Samplerbeiträgen auf Sombre Soniks</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 03:41:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem einzigen zusammenhängenden, knapp zweistündigen Track bringen Sombre Soniks dieser Tage eine Sammlung aller Beiträge des Duos Temple Music innerhalb mittlerweile vierzehn Jahren zu den bisherigen &#8220;Dark Ambient&#8221;-Compilations heraus. Das Material wurde zunächst für eine Radioshow kompiliert und ist &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/11/temple-music-zusammenstellung-von-samplerbeitragen-auf-sombre-soniks/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem einzigen zusammenhängenden, knapp zweistündigen Track bringen Sombre Soniks dieser Tage eine Sammlung aller Beiträge des Duos Temple Music innerhalb mittlerweile vierzehn Jahren zu den bisherigen &#8220;Dark Ambient&#8221;-Compilations heraus. Das Material wurde zunächst für eine Radioshow kompiliert und ist nun über Bandcamp digital erhältlich. Temple Music bestehen aus dem heute in Griechenland ansässigen Alan Trench (Orchis, Black Lesbian Fishermen, Howling Mystics u.a.) und Steve Robinson, gelegentliche Gäste erweitern den Sound. Ihre Musik bewegt sich frei zwischen Psychedelic, Drone und folkigen Elementen, verbindet hörspielartige Soundarbeit mit gelegentlichen Ausflügen in raueren Spacerock und ist dabei geprägt von einem vielschichtigen <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/Screenshot-2026-04-10-115231.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-50767" title="Screenshot 2026-04-10 115231" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/Screenshot-2026-04-10-115231.png" alt="" width="862" height="806" /></a><span id="more-50766"></span></p>
<p>thematischen Kosmos: Mystisch-spirituelle Motive, Hermetik und Alchemie, Mythen, Rückgriff auf Momente der Musikgeschichte sowie literarische und poetische Bezüge finden hier ebenso ihren Platz wie kritische Auseinandersetzungen mit Konzepten von Englishness. Dem Begriff Dark Ambient, der den genannten Compilations als Rahmen dient, hat sich das Duo nie strikt untergeordnet. Gleichwohl spielen sowohl dunkle als auch atmosphärische Klangqualitäten in ihrem Schaffen stets eine zentrale Rolle. Dabei entwickeln Temple Music eine eigenständige Herangehensweise, die sich den jeweiligen thematischen Vorgaben der Compilation-Reihe auf kreative und oft überraschende Weise annähert. Zuletzt erschien mit <a title="TEMPLE MUSIC: Man, Creator Of His Own Universe" href="https://africanpaper.com/2026/04/04/temple-music-man-creator-of-his-own-universe/">&#8220;Man, Creator Of His Own Universe&#8221;</a> ein weiteres Album des Duos ebenfalls bei Sombre Soniks.</p>
<p><a href="https://sombresoniks.com/home"><strong>@ Sombre Soniks </strong></a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2224759559/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Man, Creator Of His Own Universe</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 04:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nikolaos Lymperopoulous]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Man, Creator Of His Own Universe&#8221; bringen Alan Trench und Steve Robinson alias Temple Music ein Album heraus, das sich weniger als eine Sammlung von Stücken im klassischen Sinne versteht, denn als ein zusammenhängende inneres Erlebnis, als eine klangliche &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/04/temple-music-man-creator-of-his-own-universe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/templemusicman.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50595" title="templemusicman" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/templemusicman-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit &#8220;Man, Creator Of His Own Universe&#8221; bringen Alan Trench und Steve Robinson alias Temple Music ein Album heraus, das sich weniger als eine Sammlung von Stücken im klassischen Sinne versteht, denn als ein zusammenhängende inneres Erlebnis, als eine klangliche Meditation über Wahrnehmung, Kreation und die porösen Grenzen zwischen Innen und Außen. Entstanden im griechischen Euböa, trägt die <span id="more-50594"></span>Veröffentlichung zudem eine persönliche Widmung: Der titelgebende Gedanke geht auf lange philosophische Gespräche Trenchs mit seinem Freund und gelegentlichen Kollaborateur, dem Autor und Hermetiker Nikolaos Lymperopoulos zurück – eine Spur, die sich durch das gesamte Album zieht.</p>
<p>Der über zwanzigminütige Titeltrack bildet dabei das Herzstück. Ein organisch dröhnendes und durchaus vielschichtiges Setting öffnet sich, getragen von einer geheimnisvollen, beinahe erdenden Melodie, die sich gemächlich entfaltet. Trotz seiner dunklen Grundfärbung besitzt das Stück eine eigentümliche Leichtigkeit. Verfremdete, flächige Gitarrenparts durchziehen das Geschehen, während sich hohe, fast klingelnde Tonlagen immer weiter entrücken, während tieferliegende Schichten den Fluss stabilisieren. Diese hypnotische Qualität wirkt nicht bloß einlullend: Die scheinbare Passivität, in die man hineingleitet, entzieht sich bewusster Kontrolle und eröffnet gerade dadurch einen Raum innerer Bewegung. Zur Mitte hin erfolgt ein Bruch – die Szenerie wird leiser, ritueller, beinahe hörspielartig fragmentiert. Wenn sich der Fluss erneut entfaltet, wirkt das vorangegangene Aufwachen wie ein Perspektivwechsel: Man hört bewusster, reflektierter und vielleicht näher an der Idee, die der Titel formuliert. In der zweiten Hälfte treten zudem klarere, melodische Gitarrenmotive hervor, während ferne, gongartige Resonanzen dem Ganzen eine fast sakrale Tiefe verleihen.</p>
<p>&#8220;Arcadia: A Touch Of Pan&#8221; knüpft daran mit subtiler Verschiebung an. Sanftes Dröhnen und leicht kratzende Geräuschtexturen bilden den Boden für eigentümliche Tierlaute, Vogelstimmen vielleicht, oder etwas nur entfernt Naturhaftes. Eine weibliche Stimme rezitiert ruhig den Text, der, wie man aus den Liner Notes erfährt, vor Jahren im arkadischen Levidi entstand und hier erstmals seine klangliche Form findet. Allmählich verdichtet sich das Stück, gewinnt an Spannung, als würde sich etwas Verborgenes Gehör verschaffen. Mit &#8220;Regina Naturae Intra Me Est&#8221; tritt dann deutlicher ein literarischer Bezug hervor: Der Text stammt von Victor Benjamin Neuburg, einem Dichter mit Nähe zu esoterischen und theosophischen Strömungen und Weggefährten Aleister Crowleys. Entsprechend verschiebt sich die musikalische Sprache in Richtung eines archaisch-folkigen Ausdrucks: Flöten, Handtrommel, glockenspielartige Akzente. Die rezitierende Stimme – tief, beinahe beschwörend – verleiht dem Stück eine Schwere, die sich im Verlauf zunehmend verdichtet, ohne das zugrunde liegende Tempo aufzugeben.</p>
<p>Das abschließende &#8220;If We Could We Would&#8221; arbeitet noch stärker mit Kontrasten. Zunächst scheint ein fast harmonischer, orchestral anmutender Klangraum aufzuziehen, doch bald durchbrechen verzerrte, krächzende Stimmen wie durch eine akustische Membran gedämpft diese Oberfläche. Gerade dieses Spannungsverhältnis zwischen scheinbarer Harmonie und unterschwelliger Bedrohung, zwischen Fließen und Störung trägt das Stück. Im Verlauf verschmelzen die Ebenen zunehmend, durchzogen von metallischen Texturen, die sich weder ganz integrieren noch vollständig herauslösen. Das Ende bleibt entsprechend ambivalent und vielleicht bewusst unentschieden &#8211; so mysteriös und gleichsam ahnungsvoll wie das von Algernon Blackwood entlehnte Motto des Albums: &#8220;In the distance she heard the roaring of the Forest&#8221;. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1984514117/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SELENE HELIOTROPE: Monorama</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2025 03:44:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Lisa]]></category>
		<category><![CDATA[Reverb Worship]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein stets wiederkehrendes, tastendes Umkreisen von Motiven, Gedanken und Zuständen scheint das Prinzip zu sein, das sich nicht nur in der musikalischen Struktur, sondern auch in der inhaltlichen Ausrichtung des Albums &#8220;Monorama&#8221; von Selene Heliotrope spiegelt. Ursprünglich 2011 bei Reverb &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/08/16/selene-heliotrope-monorama/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/07/monorama.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47148" title="monorama" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/07/monorama-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ein stets wiederkehrendes, tastendes Umkreisen von Motiven, Gedanken und Zuständen scheint das Prinzip zu sein, das sich nicht nur in der musikalischen Struktur, sondern auch in der inhaltlichen Ausrichtung des Albums &#8220;Monorama&#8221; von Selene Heliotrope spiegelt. Ursprünglich 2011 bei Reverb Worship erschienen, wird das Werk nun erstmals zum <span id="more-47146"></span>Download erneut zugänglich gemacht – ergänzt um den Bonustrack &#8220;Alexandria&#8221;, der aus der Arbeit an einem bisher unvollendeten Nachfolgealbum stammt.</p>
<p>Selene Heliotrope ist ein Duo-Projekt von Alan Trench und der rätselhaften Lisa, die wohl in der Schweiz ansässig ist und auch am <a title="HAUSFRAUEN EXPERIMENT: The End Of The World" href="https://africanpaper.com/2025/05/10/hausfrauen-experiment-the-end-of-the-world/">kürzlich erschienenen Album von The Hausfrauen Experiment</a> beteiligt ist. Beide bringen ihre jeweiligen Hintergründe und Erfahrungen – Trench unter anderem bekannt durch Temple Music, Howling Larsens, Orchis und die Black Lesbian Fishermen – auf eigensinnige Weise in das Projekt ein. Der Bandname selbst enthält bereits eine deutliche Spannung: Mond und Sonne, Dunkelheit und Licht, das eine umkreist das andere, und beide tauchen in dieser Musik nicht als bloße Symbole, sondern als formgebende Kräfte auf.</p>
<p>&#8220;Monorama&#8221; bestand ursprünglich aus acht Stücken, die lose miteinander verbunden sind, doch dies weniger als Erzählung, sondern eher als gereihte Szenenfolge oder wie Fragmente eines größeren Zusammenhangs, der ungenannt bleibt. Musikalisch bewegt sich das Album zwischen experimenteller Elektronik, Folk-Ansätzen, rituellen Momenten, artifiziellen Klängen, die an manipulierte Spieluhren oder modifizierte Tasteninstrumente erinnern, und oft schwer greifbaren Gesangsspuren. Vieles scheint sich in Zwischenzuständen zu bewegen, fragmentarisch und schattenhaft.</p>
<p>Der Opener &#8220;Sabbat&#8221; beginnt mit einem dröhnenden, vielfarbigen Szenario, das sich bald zu rhythmischen Wellen aufbaut. Gitarren treten auf, erst noisig, dann fast songhaft, während Lisa in ihren Vocals eine Szenerie evoziert, die eher kontemplativ als erzählend wirkt – ein dunkles Tableau um ein seltsames Gewächs und dessen Umgebung, das sich im Kopf entfaltet. Auch später arbeitet das Duo oft mit Brüchen. &#8220;Blood&#8221; wirkt wie ein zersplitterter Apparat, in dem sich verspielte Elektronik und schweres Grollen überlagern. Die Stimme Lisas bleibt ernst, der Text jedoch kaum greifbar. &#8220;Janus&#8221; orientiert sich an der ambivalenten Symbolik des gleichnamigen Gottes. Die musikalische Form folgt dem Prinzip der offenen Frage: Der minimalistische Aufbau tastet sich in scheinbar gewollter Unsicherheit voran, während aus dem Textfragmenten Fragen hervortreten, die unbeantwortet bleiben.</p>
<p>&#8220;Worm&#8221; wiederum changiert zwischen kindlich-verspielter Oberfläche und abgründiger Bedeutung: Glockenspiel, Rascheln, ein fast puppenhaftes Klangbild, das jedoch zunehmend aufgeladen wird: Der Wurm, der sich selbst verschlingt, taucht im Text auf und öffnet mythische Assoziationen zum Leviathan, zu Ouroboros und zur Midgarsdschlange, Wesen, die in Trenchs Werdegang schon anderweitig eine Rolle spielten. In &#8220;Silver&#8221; dominieren wabernde Klangflächen, eventuell Harmonium, durchzogen von flüsternden, schwer zu lokalisierenden Elementen. Die Helligkeit des Titels wird musikalisch eher als Spiegelung eingefangen denn in seiner vollen Leuchtkraft – das Silber bleibt im Hintergrund, verhüllt von warmen Tönen.</p>
<p>Mit &#8220;Esbat&#8221; wird das rituelle Element deutlicher: Wind, monotone Beats, fragile Klangfragmente, die sich allmählich verdichten. Alan Trenchs rezitierende Stimme greift hier das Eröffnungsstück ein weiteres Mal auf. &#8220;Golem&#8221; zählt zu den expressiveren Stücken des Albums. Kratzende, lärmende Oberflächen, hochtönende Verzerrungen und flackernde Stimmen erzeugen ein Gefühl des Aufbaus, der Materialisierung, so als entstünde hier dem Titel entsprechend etwas. &#8220;Curtain&#8221; bildet den ursprünglich letzten Track. Auch hier dominieren verfremdete Stimmen und eine cinematische Tiefe. Lisas Stimme, mehrfach geschichtet, spricht den Hörer direkt an, während orchestrale Flächen eine ungewisse Öffnung andeuten: Es geht um Freiheit, aber ohne Erlösungspathos. Alles bleibt tastend, fragend, wird nie affirmativ.</p>
<p>Der Vorhang bleibt diesmal allerdings noch für ein paar Minuten offen und der nun hinzugefügte Bonustrack &#8220;Alexandria&#8221; nimmt schließlich einen deutlich anderen Ton an, wirkt entrückter, strukturierter, zugleich aufgewühlter. Lisa rezitiert über eine Stadt, in der – einst – hermetische Lehren und gnostische Strömungen aufeinandertrafen, bevor die legendäre Bibliothek in Flammen aufging. Die Musik greift auf Rhythmen zurück, die an alte elektronische Avantgarden erinnern, doch bleibt auch hier eine Spannung erhalten zwischen Textur und Bedeutung, zwischen Klarheit und Verschleierung.</p>
<p>&#8220;Monorama&#8221; ist ein Album, das nicht unmittelbar verstanden werden muss. Es ist durchzogen von Wiederholungen, Überlagerungen und Andeutungen und offenbart eine Musik der Zwischenräume, die sich oft der Eindeutigkeit verweigert. In seiner wiederveröffentlichten Form wirkt es nicht nur wie ein Fundstück aus einer bestimmten Zeit, sondern auch wie eine Öffnung in eine andere: ein Blick auf ein Projekt, das von Anfang an mehr als ein einmaliger Versuch war, und dessen Spuren in anderen Arbeiten der Beteiligten fortwirken.</p>
<p>Und wer weiß, vielleicht erscheint das seit langem geplante &#8220;The Death Album&#8221;, das bislang eher als Ideensteinbruch Verwendung fand und so eine geisterhafte Existenz anzunehmen droht, ja doch noch? Ich wäre jedenfalls gespannt. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2811756643/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>HAUSFRAUEN EXPERIMENT: The End Of The World</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/05/10/hausfrauen-experiment-the-end-of-the-world/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 May 2025 03:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt eine Menge an Alben mit einer apokalyptischen Schlagseite – dramatische, weinerliche, abgeklärte und alles Mögliche und Unmögliche dazwischen. Auf &#8220;The End of the World&#8221;, dem neuen Longplayer der mysteriösen englischen Band Hausfrauen Experiment, endet die Welt, wie wir &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/05/10/hausfrauen-experiment-the-end-of-the-world/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/HausfrauenExperiment_LPCover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46120" title="HausfrauenExperiment_LPCover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/HausfrauenExperiment_LPCover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt eine Menge an Alben mit einer apokalyptischen Schlagseite – dramatische, weinerliche, abgeklärte und alles Mögliche und Unmögliche dazwischen. Auf &#8220;The End of the World&#8221;, dem neuen Longplayer der mysteriösen englischen Band Hausfrauen Experiment, endet die Welt, wie wir sie immer gekannt haben, auch und vor allem für die bisherige Aura von zehn ausgewählten Songs aus der Geschichte der <span id="more-46119"></span>populären, respektive alternativen Musik, denn ihnen wurde hier in bester Laibach- und Leningrad-Cowboys-Manier ein komplett anderes musikalisches Gewand verpasst – schrill, verspielt, ernsthaft und höcht eigenwillig.</p>
<p>Was als ironischer Bandname begann, wurde zur produktiven Klammer für ein Projekt, das vor 15 Jahren, als eine Art Ableger der damals ihre Spärphase erlebenden Folkband Orchis und deren bis heute bestehenden Wechselbalg Temple Music, mit analoger Elektronik bekannte Songs neu einspielte – ganz so, wie man sich ein alternatives Hausfrauenradio vorstellt, das den Staubsaugerbeat direkt ins Herz der Popgeschichte sendet. Es entstanden damals zwei EPs und eine Split-Veröffentlichung, deren Tracks quasi das Fundament des vorliegenden, restaurierten, remastgerten und ergänzten Materials bildeten und seinerzeit schnell vergriffen waren. Alan Trench, zusammen mit Steve Robinson eine der grauen Eminenzen hinter den drei charismatischen Frontfrauen Tracy, Vyolette und Lisa an den Mikros, beschreibt das Projekt in einem Interview als launig-verspielt, aber keineswegs nur schenkelklopfend gemeint. Dahinter steckt, so Trench, echtes musikalisches Herzblut – und eine Affinität zu jenem rezitationsnahen Gesang von Lisa, der zusammen mit den Harmonie-Vocals von Tracy und Vyolette sowie der strikt analogen Instrumentierung das Rückgrat des Sounds bildet.</p>
<p>Schon der Einstieg mit &#8220;A Glass of Champagne&#8221; zeigt, wie ernst es Hausfrauen Experiment mit ihrer Dekonstruktion meinen. Das einstige Glam-Stück von Sailor mutiert musikalisch, falls der Rezensent hier nicht vollends einer Fata Morgana hinterherrennt, zu einer Girliepop-Hommage an die amerikanische Highschool-Romantik der frühen Sechziger, allerdings mit elektrifizierter Spoken-Word-Einleitung, scheppernden Handclaps, rauer Elektronik und einem Hauch ritualistischer Tiefe, die sich kaum fassen lässt. In der deutschen Zwischenruf-Passage „Ich hab das Geld“ blitzt der subtile Spott über Prestige und Oberfläche auf, ohne sich im Sarkasmus oder gar moralisierender Besserwisserei zu verlieren. Offenbart sich die das Lebensgefühl des deutschen Wirtschaftswunders der 50er als heimliche Blaupause aller populären Kulturphänomene der Folgezeiten? Bitte nicht darüber nachdenken, die Antwort kommt irgendwann ganz unverhofft! Der Song jedenfalls pendelt zwischen Leichtigkeit und einer ironisch eingefärbten Melancholie, die sich kaum fassen lässt, als starre man auf eine glitzernde Tanzfläche, unter der der Beton bereits bröckelt.</p>
<p>Richtig laut wird es mit dem folgenden &#8220;Container Drivers&#8221;, einem abgründigen The Fall-Cover mit dem Charme einer ohrenbetäubenden Alarmsirene. Das donnernde Gewitter der Drummachine, durchbrochen von grellem Lärm, erzeugt eine körperlich spürbare Klangwand, der Gesang wirkt atonal und aufscheuchend wie eine gesamplete und draufgeklebte Lautsprecherdurchsage, Punk ist hier nicht Pose, sondern Bedrohung. Das Arrangement greift dabei auch andere Ebenen auf, etwa ein dröhnendes Nebenthema, das sich wie ein querlaufender Subtext durch die Soundfläche zieht. Auch &#8220;Baby&#8217;s On Fire&#8221;, ursprünglich von Brian Eno frühem Solodebüt, wird trotz vergleichsweise werkgetreuer Umsetzung durch den Wechsel der Gesangsperspektive – hier eben durch eine Frau – transformiert. Der Song bleibt ein launiger, leichtfüßiger Rocksong, doch durch die andere Stimme erhält der Blick auf das &#8220;brennende Mädchen&#8221; eine andere Qualität. Die irritierende Gleichzeitigkeit von Gewalt, Voyeurismus und Popästhetik bleibt dabei bestehen.</p>
<p>Besonders originell wirkt &#8220;New Age Dream&#8221;, eine ausnahmsweise recht neu eingespielte Coverversion von Suicides &#8220;Dream Baby Dream&#8221;: Ein stoffeliger Beat, verbunden mit hintergründigem Dröhnen und Kratzen, trifft hier auf affiges Flüstern und E-Piano, das sich zunehmend technoid steigert. Die permanente Wiederholung der Textzeile wirkt hypnotisch und emotional ungemein aufgeladen. &#8220;The Model&#8221;, die wohl bekannteste Vorlage des Albums, wird von Hausfrauen Experiment bis zur Unkenntlichkeit zersetzt und neu zusammengesetzt. Es bleibt zwar erkennbar Kraftwerk, doch das Ergebnis ist nicht nur eine Hommage, sondern gleichsam ein zersetzender Spott in Richtung Medien-, Konsum- und Schönheitsidealen. Samples wie &#8220;Anneliese, ach Anneliese, warum bist du böse auf mich?&#8221; oder &#8220;Wir sind die lustigen Holzhackerbuam&#8221; wirken zunächst absurd, fügen sich aber nahtlos in eine dystopisch-ironische Erzählung ein. Das verstörende Video dazu erinenrt zudem daran, dass Fashion etymologisch nicht nur mit Fasching verwandt ist. Die Stimme von Tracy Dawn Jeffery schwebt dabei zwischen Zartheit und Distanz, fast wie ein Echo auf eine Pop-Vergangenheit, die sich selbst nicht mehr ernst nehmen kann und gerade deshalb heute auch liebenswürdig erscheint.</p>
<p>Das Duran-Duran-Cover &#8220;The Chauffeur&#8221; besticht durch seine entrückte, verträumte Interpretation, das dem surreal aufgeladenen Original mit seinem unterkühlt sinnlichen Musikvideo jede Schwülstigkeit nimmt. Die Stimme Jefferys lässt Erinnerungen an die Paris Sisters aufkommen und verleiht dem Song eine zerbrechliche Intimität, und der Reiz besteht auch hier wieder u.a. darin, dass der bekannte Text eines Sängers von einer Frau interpretiert wird. Mit &#8220;Jawbone And The Air-Rifle&#8221; wird erneut The Fall aufgegriffen, diesmal mit einem Song, der deutlicher im Rock’n’Roll verwurzelt ist. Hausfrauen Experiment verwandeln ihn in ein bissiges, treibendes Stück zwischen cool-brutaler Attitüde und Girliepop-Anmutung. Lala-Gesang trifft auf intelligente Breaks und schaffen ein irritierendes Gleichgewicht zwischen Übermut und Wahnsinn, passend zum Text über Schuld und Isolation.</p>
<p>&#8220;Chick Habit&#8221;, im Original auf Französisch von Serge Gainsbourg und France Gall bereits in den Sixites produziert und Jahrzehnte später von April March auf englisch interpretiert, beginnt bei den Hausfrauen fast pseudoliturgisch mit einer gebrochenen Ambientfläche, über der Spoken-Word-Passagen schweben. Was wie eine sakrale Parodie wirkt, entpuppt sich bald als beschwingter Popsong mit Surf-Rock-Anleihen – doch die latente Schwere des Orgel-Sounds bleibt bestehen. Diese Spannung erinnert tatsächlich an die sakral gebrochene Ain Soph-Version von I Corvis Beatsong &#8220;Ragazzo di Strada&#8221; – auch hier trifft Popästhetik auf einen düsteren Unterton, der die Botschaft des Liedes (&#8220;Du wirst schon sehen, was du davon hast&#8221;) vielleicht umso eindrücklicher macht. &#8220;Solid Baby&#8221; von Marc Bolan/T. Rex war seinerzeit ein augenzwinkernd-verspielter Song, Hausfrauen Experiment machen daraus ein electroclashiges, perkussiv aufgeladenes Stück mit Ye-Ye-Anklängen, rauen Synthies und einer dramatisch-theatralischen Note. Auch hier scheint der Song nicht parodiert, sondern liebevoll übersteigert, ein Spiel mit der Inszenierung des Begehrens, das sich bewusst übercodiert. Der abschließende Titelsong nach Skeeter Davis rundet das Album mit einer seltsam aufgewühlten Morbidität ab – als kaum ruhige, eher trostlose Reverenz an das Ende und als eine letzte Verbeugung vor dem Verlorenen.</p>
<p>Was alle Songs auf &#8220;The End of the World&#8221; eint, ist der doppelte Boden: Hausfrauen Experiment kopieren nicht, sie transformieren. Die Auswahl wirkt wie eine selbstbewusste Aneignung männlich konnotierter Songs, deren Inhalte nun von weiblichen Stimmen neu gefärbt werden. Der Einsatz analoger Instrumente verleiht der Musik eine eigentümlich zeitlose Textur, denn sie klingt letztlich trotz des z.T. nostalgischen Equipments weder retro noch futuristisch, sondern wie aus einer Parallelwelt, in der die Popgeschichte anders verlaufen ist.</p>
<p>Diese beiden Aspekte wären für sich betrachtet großartig und doch nichts, das man an keiner anderen Stelle finden könnte. Was den Ansatz von Hausfrauen Experiment wirklich auszeichnet, ist ihre konsequenter Ersetzung der in der populären Musik bis heute immer wieder inszenierte Perspektive des Außergewöhnlichen, &#8220;Popstarhaften&#8221; durch den Blickwinkel derer, die vom Außergewöhnlichen allenfalls träumen. Dass sie in dieser Pose den Glamour erfolgreich aufspüren, ist ihre eigentliche Transformationsleistung. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.morningbrake.com/post/the-hausfrauen-experimented-hard-at-the-lp-launch-party">Bracken Records</a></strong></p>
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		<title>BLACK LESBIAN FISHERMEN: The Twelve Kalikantzari of Yule</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Feb 2025 04:06:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Album &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; der Black Lesbian Fishermen ist eine beeindruckende Hommage an die mystische Folklore Südosteuropas. Dieses Projekt, das während der Julzeit auf der griechischen Insel Euböa entstand, stellt zwölf dämonische Wesen, die sogenannten Kalikantzari, in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/02/15/black-lesbian-fishermen-the-twelve-kalikantzari-of-yule/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/blf.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44414" title="blf" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/blf-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Album &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; der Black Lesbian Fishermen ist eine beeindruckende Hommage an die mystische Folklore Südosteuropas. Dieses Projekt, das während der Julzeit auf der griechischen Insel Euböa entstand, stellt zwölf dämonische Wesen, die sogenannten Kalikantzari, in den Mittelpunkt. Inspiriert von Athanasios Veloudios’ seltenem Werk über Kobolde und Luft-Elfen, widmet sich das Projekt diesen schelmischen Dämonen, die zwischen Weihnachten und Epiphanias aus der <span id="more-44412"></span>Unterwelt auftauchen, um Chaos zu verbreiten. Jede der zwölf Kompositionen ist einer dieser Wesenheiten gewidmet, die mit fesselnden Klangbildern und begleitenden Kunstwerken porträtiert werden. Die stets zwischen Psychedelic, Folk und Ritualismus changierende Band, im Kern bestehend aus R. Loftiss, Alan Trench, Nikos Fokas und Stelios Romuliadis und hier unterstützt von einer Vielzahl von Gastkünstlern, schafft es, jeder der zwölf rauen Nächte eine eigene klangliche und erzählerische Identität zu verleihen.</p>
<p>Die Gruppe, die das Album aufgrund seiner stilistischen Einzigartigkeit und auch aufgrund der vielen Gäste genau genommen nur &#8220;präsentiert&#8221;, hat sich nicht nur audiovisuell, sondern auch kuratorisch hervorgetan, indem sie während dieser Zeit täglich ein Stück über Bandcamp veröffentlichte, begleitet von launigen Beschreibungen der jeweiligen Figur. Diese einzigartige Herangehensweise unterstreicht die liebevolle Detailarbeit und die Freude am Geschichtenerzählen, die das Projekt auszeichnet. Gleich der Eröffnungstitel, der Madrakoukos &#8211; einem ziegenfüßigen dämonischen Frauenjäger &#8211; gewidmet ist, setzt den Ton. Feierliche Orgelklänge werden ergänzt durch griechische Rezitation und einen dynamischen Wechsel zu Gesang und rhythmischen Gitarren. Die rustikale Authentizität von Giorgos Kariotis’ Stimme hebt diesen Einstieg besonders hervor. Rasseln und Flöten durchziehen die Komposition, während man das Gefühl hat, mitten in einer märchenhaftenen Geschichte voll von anarchisch-zotigem Humor zu stehen. Mit &#8220;H Horevtra&#8221;, die der Tänzerin und Femme Fatale des Kalikantzari-Mythos gewidmet ist, wird die Atmosphäre düsterer und intensiver. Hier treffen dämonische Schreie auf treibende Rhythmen und orientalisch anmutende Melodien, die eine entfesselte Energie verbreiten. Die klangliche Palette wirkt fast wie ein Ausbruch des Chaos – passend zu der gefährlichen, verführerischen Natur der Horevtra.</p>
<p>Ein Höhepunkt des Albums ist sicher &#8220;O Lykokantzaros&#8221;, ein Stück, das die feine Balance zwischen archaischer Stimmung und emotionaler Tiefe findet. Evelyna Trenchs junge, klare Stimme, begleitet von dem gezupften Klang eines Psalteriums und einer melancholischen Melodie, verleiht dieser Komposition eine entrückte Schönheit. Doch das Album kennt auch seine ungestümen und chaotischen Momente. In &#8220;O Gourlos&#8221;, dem Zyklopen gewidmet, der alles zerbricht, führen die Black Lesbian Fishermen in eine Welt voller rumpelnder Geräusche und krächzender Stimmen. Das nächtliche, wilde Treiben wird hier fast körperlich spürbar. Ebenso faszinierend ist &#8220;O Triklopodis&#8221;, wo ein wilder, neofolkiger Klang auf teuflisches Geschrei trifft, das wie ein Echo aus der Ferne die Szenerie aufmischt. Die meist griechischen, bisweilen auch englischen Texte, oft rezitiert oder in Sprechgesang verpackt, erzählen mit derbem Humor und einer Spur von Schrecken von den Eigenheiten der jeweiligen Kalikantzari. So wirkt der Fäden schneidende Stravolaimis, dargestellt von Alan Trench, nicht nur bedrohlich, sondern auch wie ein subtiler Hinweis auf die Macht des Abschieds und Neubeginns.</p>
<p>Jeder Titel wird begleitet von einem Kunstwerk der auch als Illustratorin aktiven Musikerin R. Loftiss, die durch ihre charakteristischen Linolschnitte im Folk Art-Stil, die immer wieder an Illustrationen aus der Zeit zwischen Art Nouveau und Expressionismus erinnern ohne in eine dieser Schubladen wirklich zu passen, den schelmischen und geheimnisvollen Charakter der Kalikantzari visuell einfängt. Diese Drucke, teils nummeriert und signiert, ergänzen das Gesamtwerk und machen das Album auch zu einem visuellen Erlebnis, und gerade (aber nicht nur) die visuelle Präsentation des froschartigen Vatrakoukos weckt Erinnerungen an die visuelle Seite ihres eigenen Projektes The Grey Field Recordings. Musikalisch beeindruckt die Band durch die Verschmelzung von traditionellen Elementen und solchen einer elektrifizierten modernen Populärmusik meist psychedelischer Prägung. Die Instrumentierung reicht von archaischen Zupfinstrumenten wie dem Psalterium bis hin zu elektrischen Gitarren und Synthesizern. Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie den Rezitatoren Giorgos Kariotis und Nikolaos Lymperopoulos bereichert das Projekt zusätzlich, wobei die individuelle Handschrift jedes Mitwirkenden spürbar bleibt.</p>
<p>Am Ende bleibt ein Gefühl der Faszination für die dunkle Folklore und den spielerischen Geist der Kalikantzari, denn die Black Lesbian Fishermen schaffen es, den Spuk dieser dämonischen Wesen nicht nur musikalisch, sondern auch emotional erfahrbar zu machen. Mit &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; haben sie ein Werk geschaffen, das gleichermaßen unterhält und inspiriert und das man kaum erwarten kann, in der nächsten Julzeit wiederzuentdecken. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1825314088/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Sucking up the English</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jan 2025 02:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Sombre Soniks]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Duo Temple Music, bestehend aus Alan Trench und Steve Robinson, bleibt auch mit ihrem neuesten Album „Sucking up the English“ seinem Ruf treu, ein kaum einzuordnendes, aber stets markantes Klanguniversum zu schaffen. Nach dem eher opulenten Kosmos von „Worthless &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/01/11/temple-music-sucking-up-the-english/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/sute.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44174" title="sute" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/sute-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Duo Temple Music, bestehend aus Alan Trench und Steve Robinson, bleibt auch mit ihrem neuesten Album „Sucking up the English“ seinem Ruf treu, ein kaum einzuordnendes, aber stets markantes Klanguniversum zu schaffen. Nach dem eher opulenten Kosmos von <a title="TEMPLE MUSIC / GIORGOS KARIOTIS: Worthless Treasures" href="http://africanpaper.com/2024/03/02/temple-music-giorgos-kariotis-worthless-treasures/">„Worthless Treasures“, das zusammen mit dem griechischen Dichter Giorgos Kariotis entstanden ist</a>,  kehren die beiden Musiker auf diesem Longplayer zu einer dröhnend-minimalistischen Ästhetik zurück, wie man sie <span id="more-44173"></span>beispielsweise von dem <a title="TEMPLE MUSIC: Εποχές (Vol. lI)" href="http://africanpaper.com/2019/02/02/temple-music-%ce%b5%cf%80%ce%bf%cf%87%ce%ad%cf%82-vol-li/">zweiteiligen &#8220;Epoxes&#8221;</a> oder &#8211; wenngleich in variantenreicherer Form &#8211; von <a title="TEMPLE MUSIC: Summer Trees Dissolve" href="http://africanpaper.com/2021/02/13/temple-music-summer-trees-dissolve/">&#8220;Summer Trees Dissolve&#8221;</a> her kennt. Die Veröffentlichung, wie immer in den ergangenen Jahren auf dem Label Sombre Soniks erschienen, ist in zwei rund zwanzigminütige Tracks unterteilt, die jeweils tief in unterschiedliche emotionale und akustische Bereiche eintauchen.</p>
<p>Motivisch kreist das Album um einen interessanten Themenkomplex, den beide Akteure vermutlich auf sehr unterschiedliche Weise erfahren, nämlich die Englishness, die für den in Lincolnshire lebenden Robinson wohl zur täglichen Umgebung zählt, die vielleicht zu einem täglichen Kampf gegen Betriebsblindheit herausfordert, während der auf der griechischen Insel Euböa lebende Auswanderer Trench ihr immer wieder in den englischen Expat-Communities begegnet, die niemals bereit sind, aus ihrer vertrauten Bubble herauszutreten, und sei es auch nur um die Landessprache zu lernen. Die in der Ferne noch stärker empfundene Englishness saugen solche Seelen voneinander wie ein Lebenselexier, worauf der Albumtitel letztlich verweist. Ähnlich nun wie gute Dekadenzdichtung die Dekadenz ihrer Zeit beschreibt, karikiert und kritisiert und dieser zugleich eine andere, ästhetisch kostbarere Form der Dekadenz entgegensetzt, feiern Temple Music hier auch so etwas wie eine veraltete und idealisierte Form der Englishness, die ihnen aus Filmen, Büchern und Musik vertraut ist und vor dem Hintergrund der Realität wie ein Märchen vorkommt. Temple Music lassen diese Themen ohne explizite Wertungen in den beiden Stücken aufscheinen und verbinden ihre Reflexionen mit einer mystischen, oft hypnotischen Klangsprache.</p>
<p>Der erste Teil eröffnet diese vielgestaltige Welt mit rauen, wundgescheuerten Feedbackschleifen und tiefem Dröhnen. Nach und nach schält sich eine erkennbare Gitarrenlinie aus dem klanglichen Nebel, die den Track in eine Richtung lenkt, die paradoxerweise sowohl beruhigend als auch unbehaglich wirkt. Eine flüsternde Stimme &#8211; es ist eine Aufnahme von Sir John Betjeman, der sein Gedicht &#8220;A Subaltern’s Love Song“ liest &#8211; und gelegentliche Klänge wie trunkene Schreie sorgen für eine gespenstische Atmosphäre. Das Stück bleibt über weite Strecken in einer verschleierten, träumerischen Sphäre, in der sich &#8211; wie vermutlich in der Wahrnehmung vieler Expats, die in ihrer neuen Heimat die alte innerlich nie zurückgelassen haben &#8211; Schönheit und Bedrohlichkeit unentwegt durchdringen und die das Thema eines verzweifelten Festhaltens an einer Identitätsvorstellung ebenso auszudrücken vermag wie eine weniger banale Nostalgie, die ihre Brücken bis zum Folk Horror schlägt. Die harmonischen Elemente, die immer wieder kurz aufblitzen, wirken dabei wie ein Verweis auf etwas Geheimnisvolles, das sich dem direkten Verständnis entzieht. Dabei bleibt die Stimmung ambivalent: beruhigend und doch niederdrückend, eindringlich und doch sanft gleitend.</p>
<p>Der zweite Teil hebt die Energie deutlich an, repetitive, glockenartig bimmelnde Klänge werden von einem basslastigen Brummen unterlegt, während eine geloopte Frauenstimme die Szene aufwühlt und zugleich eine nostalgische Aura verbreit. Es handelt sich um die im zweiten Weltkrieg und danach in Soldatenkreisen beliebte Sängerin Vera Lynn, die ihren Schlager &#8220;There’ll Always Be An England“ singt, doch anfangs sind nur gesprochene Passagen zu hören. Die Dynamik des Stücks entwickelt sich langsam, aber unaufhaltsam, mit subtilen Steigerungen in Intensität und Dichte. Im Verlauf des Tracks tritt eine kraftvolle Perkussion in den Vordergrund und verzerrte, kratzige Klangflächen machen sich bemerkbar, was dem Ganzen eine im Vergleich zum eher etherischen ersten Teil raue, körperliche Präsenz verleiht. Besonders beeindruckend ist die kunstvolle Transformation der gesampleten Lynn-Aufnahme in einen gesanglichen Ausdruck, der sich organisch in die treibenden Rhythmen einfügt. Und nicht trotz, sondern gerade aufgrund seiner repetitiven Struktur(en) im Zusammenhang mit den kleinen, kontinuierlichen Veränderungen bleibt das Stück ungemein fesselnd.</p>
<p>&#8220;Sucking up the English&#8221; ist ein Album, das sowohl für beiläufiges Hören, bei dem vermutlich schon unbewusst viel passiert, als auch für tiefere, konzentrierte Auseinandersetzung funktioniert. Die beiden Tracks entfalten ihre Wirkung in unterschiedlichen Stimmungen von dunkel-mysteriös bis hypnotisch-treibend. Temple Music zeigen einmal mehr ihre Fähigkeit, Hörer in eine introspektive wie intensive Welt zu ziehen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3780303752/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>The Twelve Kalikantzare of Yule: Musikalischer Julkalender der Black Lesbian Fishermen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Dec 2024 05:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Jahreswechsel, der Julzeit, melden sich die auf der griechischen Insel Euböa und Umgebung lebenden Black Lesbian Fishermen mit einer wunderbaren Überraschung zurück. Ihr neuestes Projekt, &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221;, widmet sich den zwölf rätselhaft-schelmischen Wesen der südosteuropäischen Folklore, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/12/19/the-twelve-kalikantzare-of-yule-musikalischer-julkalender-der-black-lesbian-fishermen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Jahreswechsel, der Julzeit, melden sich die auf der griechischen Insel Euböa und Umgebung lebenden <a href="http://africanpaper.com/2019/11/23/black-lesbian-fishermen-the-metaphysics-of-natron/">Black Lesbian Fishermen</a> mit einer wunderbaren Überraschung zurück. Ihr neuestes Projekt, &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221;, widmet sich den zwölf rätselhaft-schelmischen Wesen der südosteuropäischen Folklore, die während der zwölf Tage zwischen Weihnachten und Epiphanie aus der Unterwelt aufsteigen, um Unruhe zu stiften. Inspiriert von Athanasios Veloudios’ seltenem Buch <em>Αερικά-Ξωτικά και Καλλικάντζαροι</em> (<em>Luft-Elfen und Kobolde</em>), haben die Künstler für jeden dieser Tage ein Stück Musik und ein visuelles Kunstwerk geschaffen. Jeder Track wird genau an einem Tag über die Bandcampseite des hauseigenen Crypthantus-Labels veröffentlicht, beginnend mit dem 26. Dezember, und steht dann für 24 Stunden kostenlos auf Bandcamp zum Download bereit. Die Black Lesbian Fishermen, die sich hier primär als Kuratierende sehen, begleiten die Veröffentlichung täglich mit neuen Links und einer detaillierten Beschreibung der Kalikantzari, die durch ihre Musik verkörpert, oder, wenn man so will, evoziert werden.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/Kallikantzaroi-pic.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44132" title="Kallikantzaroi pic" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/Kallikantzaroi-pic.jpg" alt="" width="1142" height="1139" /></a><span id="more-44131"></span></p>
<p>Die Kalikantzari, so erzählt es die griechische Tradition, verbringen den größten Teil des Jahres damit, den Weltenbaum zu beschädigen. Doch während der zwölf dunkelsten Tage des Winters steigen sie an die Oberfläche, um Schabernack zu verbreiten, bevor sie am 6. Januar wieder in die Tiefe zurückkehren. Jeder der zwölf Kalikantzari ist in der Erscheinung und dem Gebaren einzigartig: Madrakoukos, der Anführer mit der weichen Nase und den Ziegenfüßen, verbreitet Angst, während Horevtra, die Tänzerin und Femme Fatale, ihre Opfer in einen ausgelassenen Tanz reißt. Es folgen Gestalten wie Stravolaimis, der Fadenschneider, Kolovelonis, der Lügner, oder Gourlos, der zerstörerische Zyklop. Jede Beschreibung wird mit einer Mischung aus Humor und der Aura dunkler Geheimnisse erzählt und natürlich mit der passenden klanglichen Untermalung versehen. In den Worten der Black Lesbian Fishermen: &#8220;Unlike the 12 days of Christmas when your true love gave to you all sorts of nice things, here we have presented all sorts of little nasty things. But don&#8217;t despair. The 12 days of the kalikantzari’s chaotic and mischievous reign is over. The light is returning.&#8221; Die Künstler ermutigen dazu, sich der Chaos bringenden Energie dieser kleinen Dämonen zu stellen, sei es durch den humorvollen Schutz eines Siebs über der Haustür oder das bewusste Einlassen auf die eigene innere Unruhe.<br />
<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/462582540_575264168572135_8756922281752145165_n.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44133" title="462582540_575264168572135_8756922281752145165_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/462582540_575264168572135_8756922281752145165_n.jpg" alt="" width="1191" height="1792" /></a><br />
Musikalisch ist das Projekt, an dem neben <a href="http://africanpaper.com/2020/02/29/basically-i-make-music-that-i-like-to-listen-to-interview-mit-alan-trench/">Alan Trench</a>, <a title="If you’re writing music, you write what’s inside of you. Interview mit der Musikerin und Kuratorin R. Loftiss" href="http://africanpaper.com/2016/03/12/if-you%e2%80%99re-writing-music-you-write-what%e2%80%99s-inside-of-you-interview-mit-der-musikerin-und-kuratorin-r-loftiss/">R.Loftiss</a>, Nikos Fokas und Stelios Romaliadis aus dem Inner Circle der Band noch der Dichter und Okkultforscher <a title="HOWLING LARSENS / NICK LYMPEROPOULOS: Poemandres" href="http://africanpaper.com/2021/02/27/howling-larsens-nick-lymperopoulos-poemandres/">Nikolaos Lymperopoulos</a>, der Lyriker <a title="TEMPLE MUSIC / GIORGOS KARIOTIS: Worthless Treasures" href="http://africanpaper.com/2024/03/02/temple-music-giorgos-kariotis-worthless-treasures/">Giorgos Kariotis</a> sowie Petros Lamprides und Dimitris Chiotis mitwirken, ebenso faszinierend wie thematisch: Archaische, ritualhafte Rasselen, kraftvolle, schrammelnde Akustikgitarren und ein ebenso kraftvoller Gesang verschmelzen mit feierlichen Orgelklängen &#8211; zumindest in dem Stück, das der Verfasser dieser Zeilen schon hören durfte, viele der anderen Tracks existieren bis dato als Entwürfe und werden noch &#8211; quasi in Echtzeit &#8211; vollendet werden. Was immmer dabei herauskommen wird, das Projekt fängt die ungezähmte Energie der Kalikantzari ein und bietet zugleich einen tiefen Einblick in eine oft vergessene, doch lebendige Folklore.</p>
<p><a href="https://cryptanthus.bandcamp.com/"><strong>@ Bandcamp</strong> </a></p>
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		<title>TWELVE THOUSAND DAYS: They Have All Gone Into The World Of Light</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Sep 2024 04:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Final Muzik]]></category>
		<category><![CDATA[Henry Vaughan]]></category>
		<category><![CDATA[Martyn Bates]]></category>
		<category><![CDATA[Twelve Thousand Days]]></category>

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		<description><![CDATA[Die englische Dark Folk-Band Twelve Thousand Days – unsere Leser wissen längst, dass sich dahinter die Musiker Alan Trench und Martyn Bates verstecken – ist ein scheinbar nie versiegender Quell an neuen musikalischen Ideen, und Gerüchten zufolge soll es stets &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/09/07/twelve-thousand-days-they-have-all-gone-into-the-world-of-light/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/theyhaveall.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42292" title="theyhaveall" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/theyhaveall-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die englische Dark Folk-Band Twelve Thousand Days – unsere Leser wissen längst, dass sich dahinter die Musiker Alan Trench und Martyn Bates verstecken – ist ein scheinbar nie versiegender Quell an neuen musikalischen Ideen, und Gerüchten zufolge soll es stets einen beachtlichen Fundus an schon angefangenen und zum Teil noch fragmentarisch gebliebenen Songs geben, die darauf warten irgendwann – wenn sich beispielsweise wie von <span id="more-42289"></span>Zauberhand ein leitmotivisches musikalisches oder lyrisches Thema abzuzeichnen beginnt – Teil eines kohärenten Albums zu werden.</p>
<p>Genauso lief es auch beim aktuellen Album &#8220;They Have All Gone Into This World Of Light&#8221; ab: Im Laufe der Zeit sammelten sich immer mehr Songs an, teils aus eigener Feder, aber auch neu arrangierte Songs anderer oder Traditionals, die um Themen von Tod und Vergänglichkeit kreisten und einen gewissen Memento Mori-Charakter aufwiesen. Als die beiden dann noch auf das Werk des aus Wales stammenden Metaphysical Poet Henry Vaughan stießen, dem dann auch der Albumtitel entlehnt wurde, zeichnete sich immer mehr die Struktur des nun vorliegenden Albums ab.</p>
<p>Eine nocturnale Dunkelheit, irgendwo im weitläufig labyrinthischen Grenzbereich psychedelischen Ambients und apokalyptisch eingefärbter Folkmusik, zeichnet sich gleich im ersten Stück &#8220;The Werwolf&#8221; ab, einem viel zu unbekannten Folksong der frühen 70er aus der Feder des amerikanischen Sängers Michael Hurley und zugleich der einzige Song, bei dem Alan Trenchs ungehobelte Stimme im Zentrum steht. Im Vergleich zum fast anheimelnden Original, einem dunkelbesinnlichen Walzer mit Gitarren und Violine, tendiert die 12000 Days-Version in eine nur leicht aber dennoch merklich abstrahiertere Richtung. Die Gitarren, deren metallischer Klang stellenweise fast an den Banjo erinnert, lässt Reminiszenzen an spanische und nordafrikanische Gitarren anklingen, wie man sie z.B. von Richard Bishop her kennt, und verselbstständigen sich immer wieder zu schwungvollen melodischen Ornamenten, während im Hintergrund die Violine zusammen mit einem kratzigen Sturm ein spannungsvolles Sirren erklingen lässt. &#8220;The Bitter Withy&#8221;, ein gnostisch angehauchtes englisches Traditional vermutlich aus dem 15 Jahrhundert, erzählt eine dramatische Geschichte aus dem Leben des kindlichen Jesus, wie sie im Kindheitsevangelium des Thomas überliefert ist, von dem auch der berühmte &#8220;Cherry Tree Carol&#8221; inspiriert war. Bates charakteristische Stimme, die weit ausladende Figuren auf die imaginäre Leinwand zeichnet, tritt zusammen mit einer traumverlorenen Querflöte in einen markanten Kontrast mit dem fast trocken klingenden, krautigen Klang eines Hackbretts.</p>
<p>Dieses spröde Moment, das normalerweise eher ein Markenzeichen von Trenchs anderem, vielleicht spontanerem Projekt Tempel Music ist, findet sich hier in einigen der Stücke wieder, so in &#8220;I&#8217;m not the stranger&#8221;, das – nicht primär wegen des Zusammenspiels von elektrischen und  akustischen Gitarren – viel von einem aufs Wesentliche reduzierten Rocksong hat mit einem bluesig angehauchten Takt, der mit Bates&#8217; impressionistischer Stimmarbeit wunderbare Kontraste eingeht. Auch genannt werden kann hier &#8220;My golden bird the sun&#8221;, dessen akustisches Fingerspiel auch ein bisschen spröde wirkt, und gerade von dem fast schon noisig elektrifizierten Auftakt, der als stabile Grundlage während des Stücks bestehen bleibt, noch unterstützt wird. Vor diesem Hintergrund und der kratzigen E-Gitarre, die sich gelegentlich zu Wort meldet, wirkt Bates sanfte Stimme hier fast etwas aufgescheucht.</p>
<p>Ganz anders, viel offener emotional, gestalten sich Songs wie das sanfte T.Rex-Cover &#8220;Evenings of Damask&#8221;, aus dessen Sixtiessound ein a capella eingeleitetes, bimmelnd rituelles Interludium wird, oder das auf die Sagenwelt Lincolnshires verweisende &#8220;Five and six and seven&#8221;, zu dessen Folksound mit Gitarre und Akkordeon noch eine erdende Orgel hinzukommt. Ein Höhepunkt an melancholischer Wehmut ist der auf den besagten Dichter zurückgehende Titeltrack, der sich aus einem gebündelten Ambientstrahl erhebt, in dessen himmelhohe Töne bald Dunkles hineinbricht.</p>
<p>In den finalen Minuten des Albums, in der wieder rockig angehauchten Grummeligkeit von &#8220;Your beauty&#8221; und mehr noch in dem heiteren &#8220;The Green Wood&#8221;, kommt wieder mehr Bewegung ins Bild. Das Album endet mit griechischen Instrumenten und einer rasseligen Feier der Welt des Pan, wie um zu demonstrieren, dass das Sterben nicht das einzige ist, auf das man vorbereitet sein sollte. Übrigens haben die Spatzen von den Dächern gepfiffen, dass &#8220;They Have All Gone Into This World Of Light&#8221; bereits den Embryo eines neuen Temple Music-Albums oder zumindest eines Teils davon enthält. Mehr dazu natürlich, wenn alles spruchreif ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_240825_181433_224.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3475248584/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>THE GRAY FIELD RECORDINGS: The 9 of Knifes</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/07/13/the-gray-field-recordings-the-9-of-knifes/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Jul 2024 02:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmische Boy]]></category>
		<category><![CDATA[Nikos Fokas]]></category>
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		<category><![CDATA[Temple Music]]></category>
		<category><![CDATA[The Gray Field Recordings]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor gut einem Jahr erweckte die in Griechenland lebende Folk- und Experimentalmusikerin R.Loftiss, die sich in den vergangenen Jahren an zahlreichen, zum Teil selbst mitgegründete Projekten wie Howling Larsens und den Black Lesbian Fishermen beteiligte, ihr in den Nullerjahren ausgesprochen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/07/13/the-gray-field-recordings-the-9-of-knifes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-41399" title="cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor gut einem Jahr erweckte die in Griechenland lebende Folk- und Experimentalmusikerin R.Loftiss, die sich in den vergangenen Jahren an zahlreichen, zum Teil selbst mitgegründete Projekten wie <a title="HOWLING LARSENS / NICK LYMPEROPOULOS: Poemandres" href="http://africanpaper.com/2021/02/27/howling-larsens-nick-lymperopoulos-poemandres/">Howling Larsens</a> und den <a title="BLACK LESBIAN FISHERMEN: The Metaphysics of Natron" href="http://africanpaper.com/2019/11/23/black-lesbian-fishermen-the-metaphysics-of-natron/">Black Lesbian Fishermen</a> beteiligte, ihr in den Nullerjahren ausgesprochen aktives Projekt The Gray Field Recordings aus einem elfährigen Dornröschenschlaf. &#8220;She Sleeps to the Sound of Knifes&#8221;, das in seinem hörspielartigen, experimentierfreudigen Folksound so sehr an die früheren Werke anknüpfte, dass man ihm die lange <span id="more-41397"></span>Pause nicht allzu deutlich anmerkte, klang streckenweise genauso furchteinflößend wie es der Albumtitel suggerierte. &#8220;Was sich wie ein roter Faden durch das Album zieht, ist ein bisweilen apokalyptisch anmutender Zug, dessen Pessimismus aber doch eher aufrüttelnd als resigniert wirkt&#8221;, hieß es in <a title="THE GRAY FIELD RECORDINGS: She Sleeps to the Sound of Knifes" href="http://africanpaper.com/2023/06/17/the-gray-field-recordings-she-sleeps-to-the-sound-of-knifes/">der Besprechung auf unseren Seiten</a>.</p>
<p>Mit &#8220;The 9 of Knifes&#8221; ist gerade so etwas wie ein Remix-Album erschienen, auf dem eine Handvoll Musiker aus dem persönlichen Umfeld des Projektes ausgewählte Stücke des Albums durch ihren ganz persönlichen Fleischwolf drehen und die klangliche und stilistische Gestalt das Albums &#8211; je nach Rezipienten-Gusto &#8211; zur Unkenntlichkeit oder zur Kenntlichkeit entstellen.</p>
<p>Der griechische Musiker und Soundartist Nikos Fokas, Bandkollege aus den Black Lesbian Fishermen, eröffnet das Projekt mit einem relativ nah am Original gehaltenen Mix des schon auf einem früheren Album vorliegenden &#8220;Nancy&#8217;s Song to Charly&#8221;, bei den die schlichte Melodie der Violine besonders nah am Ohr wirkt, ähnlich wie die Stimme von Loftiss&#8217; Tochter Evia, die einen Text von Doris Lessing vorträgt. Vielleicht kommt das bedrohliche Szenario, bei dem ein weibliches Subjekt sich in einem beklemmenden Albtraum wiederfindet, in der eher dezenten Klanggestaltung besonders deutlich zum Vorschein. Etwas unmittelbarer und direkter treten diese bedrohlichen Aspekte in einem weiteren Mix des ebenfalls griechischen Klangkünstlers Rendeece auf den Plan, der mit dunklen, verrauschten Sounds, etwas wie dem Bellen eines furchteinflößenden Tieres und allerhand Verfremdungseffekten aufwartet.</p>
<p>Während Fokas die schönen geistigen Momente, die dem der Feder von Partner Alan Trench entstammenden Song &#8220;Sarah Bishop&#8221;, der von einer Einsiedlerin aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges handelt, eine gewisse Märchenhaftigkeit und damit einen subtilen doppelten Boden geben reduziert, und durch eine eher raue, verfremdete Dröhnung ersetzt, setzt er beim Titelsong des Originals wieder mehr auf Reduktion. Zumindest wirken die alptraumhaften Tierstimmen, die dem <a title="ANDREW LILES: Animal Magick" href="http://africanpaper.com/2016/02/13/andrew-liles-animal-magick/">Bestiarium Andrew Liles</a>&#8216; entstammen könnten, hier etwas gebändigt und in ein trockeneres Soundgewand gepackt. Die harsche Ambientkulisse in &#8220;Sunlight is the Colour&#8221;, welches das ursprüngliche Album wie einen unguten Traum eröffnete, ersetzt er durch verspieltere hintergründige Sounds, die fast einen gewissen Acidcharakter haben, dessen blubbernde Texturen etwas stärker mit Loftiss&#8217; Textrezitation zu einer Art Einheit verschmelzen. Ähnliches kann man von &#8220;Verdant Green&#8221; sagen, dessen Kopfschmerzen induzierende donnernde Metallperkussion seinerzeit mit den fast poppigen Vocals interessante Kontraste entstehen ließen– all dies kommt hier etwas weniger demonstrativ zum tragen, ist beiläufiger, baut mehr auf Understatement. Der tanzbare zweite Teil des Stücks stellt dagegen eine wirkliche Überraschung da.</p>
<p>Das experimentellere &#8220;Sex Flowers&#8221;, dass im Original trunken dröhnt und tremoliert und so nach und nach die eindringliche Rezitation einhüllt, ist hier im Remix von Alan Trenchs Temple Music-Duo beinahe doppelt so lang und lässt mit seinen hektischen Metallsounds und seinen überraschenden Wendungen ein alarmierendes Gefühl entstehen. Der Producer mit dem Namen Kosmischeboy nimmt sich des epischen &#8220;Wilderness takes over&#8221; an, dessen &#8220;anthropofugale&#8221; Schilderung einer menschenleeren Flora und Fauna das Album abschloss. Auch im Remix behält dieser Song seine episches Atmosphäre, wirkt aber um Längen eingängiger und könnte mit den hellen Drums ein ruhiges Moment in einem Rockalbum bilden.</p>
<p>Den Schlussteil nimmt eine wieder von Rendeece vorgenommene Bearbeitung der hörspielhafen Hawthorne-Adaption &#8220;Rappacini&#8217;s Daughter&#8221; ein, über die ich beim Original schrieb: &#8220;Der thematische Rahmen ist eher durch die vielfache Anspielung auf die gleichnamige Novelle von Nathaniel Hawthorne gegeben: in der Geschichte geht es um einen berühmten Arzt, der so sehr an der Nähe seiner Tochter hängt dass er sie sukzessive mit dem Gift verschiedener Pflanzenarten infiltriert, um die dadurch immunisierte selbst zu einem tödlichen Gift zu machen für alle, die mit ihr in Berührung kommen. In dem Stück liegt, das ein faszinierendes urzeitlich-sumpfiges Szenario mit Insektenzirpen und Froschquaken entwirft, liegt zumindest scheinbar der Fokus auf den verwendeten Pflanzen, doch wer die Geschichte kennt weiß, dass es die – hier nicht ganz unpassend durch einen Mann der Renaissance verkörperte – Wissenschaft ist, die die Natur missbraucht und der Tochter und ihrem Liebhaber ein eigenes Leben verwehrt&#8221;. Die aktuelle Version ist definitiv dumpfer, schwüler, schmerzhafter, ätzender  und scheint vor allem die Vergiftungserfahrung in Musik zu übersetzen: Alles scheint sich unter einem zentimeterdicken Film abzuspielen und die Stimme wirkt bereits so erschöpft, dass man sie bereits in einem leblosen Zwischenzustand wähnt.</p>
<p>So schließt das Album wesentlich falistischer als es mit &#8220;Wilderness takes over&#8221; gewesen wäre. Nachdem das Stück gegen Ende noch einmal an Aggressivität zulegt, endet &#8220;The 9 of Knifes&#8221; im Flüsterton und mit einigen großen Fragezeichen. Und so kann man durch die neuen Versionen das Album und seine ursprüngliche Atmosphäre wie durch eine unebene Fensterscheibe mit einigen Rissen betrachten: mit etwas Fantasie und einem guten Gespür für die dahinterliegende Szenerie kann man sich auch hier ein gutes Bild von der ursprünglichen Musik machen. Ob es bei überarbeiteten Versionen immer darum gehen muss, ist eine andere Frage. Beide Versionen sollten für sich stehen.</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.reverbworship.com/">Reverb Worship</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2565866830/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC / GIORGOS KARIOTIS: Worthless Treasures</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2024 06:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Giorgos Kariotis]]></category>
		<category><![CDATA[Sean McCarron]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Robinson]]></category>
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		<description><![CDATA[Vielleicht betone ich zu häufig, dass die von Alan Trench und Steve Robinson ins Leben gerufene Band Temple Music eines der enigmatischsten Musikprojekte unserer Zeit ist, doch es fällt bei jedem ihrer musikalischen Lebenszeichen erneut auf. Nicht so sehr, weil &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/03/02/temple-music-giorgos-kariotis-worthless-treasures/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/worthlesstreasures.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-39620" title="worthlesstreasures" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/worthlesstreasures-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vielleicht betone ich zu häufig, dass die von Alan Trench und Steve Robinson ins Leben gerufene Band Temple Music eines der enigmatischsten Musikprojekte unserer Zeit ist, doch es fällt bei jedem ihrer musikalischen Lebenszeichen erneut auf. Nicht so sehr, weil die Musik mal üppig und mal im reduzierten Klangbild daherkommt, mal rau lärmend und mal in angenehmer Zugänglichkeit, weil sie ebenso Songs wie Klangwelten von großer <span id="more-39618"></span>Abstraktion hervorbringt und kein Genre für bare Münze nimmt. Vielmehr, weil sich der rote Faden, das Temple Music-Minimum, keineswegs in bestimmten Gitarrenfiguren, in einer Affinität zu esoterisch angehauchter Psychedelik erschöpft, sondern immer wieder in kleinen atmosphärischen Details spürbar wird, die ungreifbar bleiben.</p>
<p>Auch &#8220;Worthless Treasures&#8221;, eine in Kollaboration mit dem griechischen Beat Poet Giorgos Kariotis entstandene Sammlung von meist kurzen Kantaten, Sonaten und daran angelehnter Liedformen, betritt wieder stilistisches Neuland und ist u.a. das erste Temple Music-Album mit ausschließlich griechischen Texten, die der Dichter selbst aus seinen jüngeren Gedichtsammlungen (eine weitere heißt wohl &#8220;Valuable Trash&#8221;, was lautliche Aspekte des hier vorliegenden Titels wiederholt und seinen Inhalt ins genaue Gegenteil kehrt) ausgewählt und leicht umgeändert hat und hier mit unprätentiöser und doch subtil berührender Stimme vorträgt. Die Musik dazu, an der als weiterer Gast noch der irische Tenorsaxofonist Sean McCarron mitwirkt, will sich zu Beginn kaum festlegen und lässt erst mit der Zeit eine deutlichere Kohärenz durchscheinen.</p>
<p>Mit heiterer Wehmut eröffent ein von besagtem Saxofon geprägtes Instrumental &#8211; das einzige &#8211; den Reigen, lässt die Fata Morgana einer bekannten Melodie entstehen und macht bald Raum für einen poetologischen Diskurs Kariotis&#8217; über die Erschaffung der Musik &#8211; zumindest vermute ich das anhand der englischen Untertitels &#8220;The Creation of Music&#8221; und einiger Wörter, die auch außerhalb des Griechischen bekannt sind, und wer weiß, vielleicht ergibt sich darin auch eine augenzwinkernde Engführung zwischen Dichtung und Musik, wie sie in Karotis&#8217; Zitat in den Liner Notes anklingt: &#8220;The lyre of Orpheus is trying to bring us to reason -sometimes successfully. So do the sparse scattered words of Sappho’s poems or the seductive Pan’s syrinx&#8221;. Für eine Weile wechselt sich die Rezization mit den hellen Ornamenten des Blasinstrumentes ab, doch die heitere Wehmut des Instrumentalspiels scheint sich immer mehr zu vervielfältigen, bekommt den Hauch einer leichten Psychedelik und kulminiert in einem schwebenden Ambientsound, der den Vortrag durch den Raum trägt.</p>
<p>Ein Klavierstück mit Reminiszenzen an Barmusik zur Zeit eines Erik Satie sorgt für einen Szenenwechsel, zusammen mit Orgelklängen &#8211; vielleicht Karotis selbst, der in einigen Stücken auch Keyboard spielt &#8211; und etwas, das an Klarinetten erinnert, sorgen für eine leicht trunkene Jahrmarktsstimmung. In &#8220;Jack of Spades&#8221; (ich halte mich an die englischen Untertitel, da sie in unserem Sprachraum gängiger sind) schiebt sich erstmals die schöne Melodie einer elektrifizierten Gitarre hinter den Vortrag, ihre tremolierende Beschaffenheit lässt erstmals ein deutlicheres Temple Music-Gefühl aufkommen, doch das mollastige Piano und die bimmelnden Glöckchen im zauberhaften Sway des &#8220;Maritime Intermezzo&#8221; schlagen erneut eine ganz andere Richtung ein, bevor sich &#8220;Cardial Arrhythmias&#8221; mit seinen Bossanova-Samples von alten Schellackscheiben (?) und den schallgedämpften Trompeten, die durch das Gewebe des Textvortrags dringen, vielleicht am weitesten wegführt von dem, was man von einer Temple Music-Platte erwarten mag.</p>
<p>Im abschließenden Drittel fällt eine Steigerung der Dramatik auf, der Vortrag wird drängender, ungehaltener im aus dunklen Soundscapes, die streckenweise von O Paradis sein könnten, gebauten &#8220;A whaler harpooned by love&#8221;, das die typischen Trenchgitarren enthält. Mehr noch im etwas längeren &#8220;Io, a fairytale&#8221;, das eine von mehreren Stimmen und glühendem Dröhnen flankierte Fahrt in die infernalische Tiefen entweder einer Höhle oder einer Unterwasserwelt anstimmt.</p>
<p>Nach einem vordergründig erholsamen &#8220;Night Flight&#8221; &#8211; bei dem wohl die Berührung durch die schwingen einer Eule, einem Symbol für die Weisheisgöttin Athene, beschrieben wird, kommt es nochmal zu intensiven Momenten, in denen auch das Piano wiederkehrt, aber wie umhüllt von einer sirupartigen Schicht scheint, die nach und nach auch die Stimme des Dichters mehr und mehr absorbiert. Immer mehr fühlt man sich wie in tiefen Katakomben, in denen es dunkel und geheimnisvoll dröhnt, in denen aber die Bläsertöne gleichzeitig wieder einen Weg ins Offene weisen, wo eine Klaviersonate die Reise &#8211; die mit der Kosmogonie und der Erschaffung der Musik zu beginnen scheint und ein ganzes Leben umfasst &#8211; beinahe feierlich abschließt. (U.S.)<br />
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