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	<title>African Paper &#187; Fovea Hex</title>
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		<title>FOVEA HEX: The Salt Garden (Landscaped)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2021 05:22:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Clodagh Simonds&#8217; Projekt Fovea Hex ist auf diesen Seiten immer wieder Thema gewesen. Bei der Besprechung ihres Albums „Home Is Where We Used To Sing“ hieß es hier: „Clodagh Simonds, in den 60ern Vokalistin bei Mellow Candle und später kurzzeitig &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/05/08/fovea-hex-the-salt-garden-landscaped/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/a3650561893_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-25354" title="a3650561893_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/a3650561893_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Clodagh Simonds&#8217; Projekt<a href="http://africanpaper.com/tag/fovea-hex/"> Fovea Hex</a> ist auf diesen Seiten immer wieder Thema gewesen. Bei der Besprechung ihres Albums „Home Is Where We Used To Sing“<a href="http://africanpaper.com/2011/09/03/fovea-hex-%e2%80%93-here-is-where-we-used-to-sing/"> hieß</a> es hier: „Clodagh Simonds, in den 60ern Vokalistin bei Mellow Candle und später kurzzeitig Gastsängerin bei u.a. Thin Lizzy und Mike Oldfield, spielte mit Hilfe einer Reihe von Musikern [...], deren größter gemeinsamer Nenner die Lust am Experiment, am (Durch-)Brechen von Konventionen war<span id="more-25352"></span> [...] Musik ein, die [...] an der Schnittstelle von Ambient und Folk residierte, wobei diese Beschreibung aber letztlich zu kurz [greift], da FOVEA HEX einen ganz eigenen, von ihnen selbst erschaffenen Kosmos bevölkern.Rückblickend war es vielleicht keine so große Überraschung, dass David Lynch Fovea Hex einlud, in Paris anlässlich einer großen Retrospektive seines Werks aufzutreten, denn schließlich haftete der Musik Fovea Hex’ auch immer etwas Somnambules an, ließ sich ihre Musik in einer seltsamen Zwischenwelt verorten, in der die Ratio nur eine untergeordnete Rolle spielte.“</p>
<p>Den limitierten Versionen der „Neither Speak Nor Remain Silent“ und „The Salt Garden“-Trilogien (jeweils drei EPs) und des Albums „Home Is Where We Used To Sing“ wurden CDs beigelegt, auf der Gäste die Ursprungs-Veröffentlichungen neu mischten, zusammenstellten, einer Metamorphose unterzogen, in andere Klanglandschaften, um den Titel dieser LP aufzugreifen, verwandelten. Auf „The Salt Garden (Landscaped)“ finden sich zwei (respektive drei) dieser Bearbeitungen: Die erste Seite des Albums füllt unter dem Titel „Is Lanza Light Given“ Steve Wilsons Remix <a href="http://africanpaper.com/2019/12/14/fovea-hex-the-salt-garden-iii/">der dritten EP.</a> Die Stücke der Urspungs-EP verschmelzen miteinander, man hört Klaviertupfer, Streicher, anschwellende dunkle Drones, entrücke Stimmen und dann Simmonds&#8217; Stimme, die einsetzt: „the gaze goes to that window again/as if it were true/though the view is bleaching away/ for the given heat/ that lies in wait at any moment poured in/flowed in, filled in, coloured in/ carrying it all away“. Wilsons Interpretation <a href="http://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/">der ersten EP </a>unter dem Titel „Solace“ füllt die zweite Seite des Albums: beginnend mit warmen Streicherdrones, die an- und abschwellen, verhallen. Auf der beiliegenden CD finden sich neben diesen beiden Stücken noch zwei weitere: Abul Mogards „We Dream All The Dark Away“ ist seine 20-minütige Interpretation von „All Those Sings“ vom<a href="http://africanpaper.com/2017/07/01/fovea-hex-the-salt-garden-ii/"> Mittelteil der Trilogie</a>, es beginnt mit warmen modularen Synthesizerpassagen, nach zehn Minuten setzt ein Cello ein und es entsteht eine fast schon sakrale Kammermusik, die am Ende in melodielosem Rauschen endet. Abgeschlossen wird die CD mit „By The Glacial Lake“, urspünglich eine Single, Peter Chilvers&#8217; Mix rückt im Gegensatz zum Original das Klavier ins Zentrum.</p>
<p>Wenn am Anfang dieser Besprechung darauf hingewiesen wurde, dass eine einfache Kategorisierung der Musik nicht möglich ist, so hat auch Simonds&#8217; Stimme etwas, das kaum fassbar ist: Steven Wilson spricht in den Linernotes zutreffenderweise davon, dass sie „too steely to be deigned ethereal“ sei und gleichzeitig „too otherworldly“, um zu konventionellen Singer-Songwriterinnen zu passen. Im Inlay gibt es eine Biographie Fovea Hex&#8217;, Statements von Brian Eno und Steven Wilson sowie ein ausführliches Interview mit Simonds.</p>
<p>In seinen Überlegungen <a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/ueber-das-poetische.html">„Über das Poetische“</a> attestiert Hartmut Lange der Musik, Schopenhauer folgend, „die metaphysischste aller Künste“ zu sein: „Hier majorisiert das Gefühl die Begrifflichkeit.“ Viel treffendere Worte zur Beschreibung dessen, was man auf diesem Album hört, dürften sich kaum finden lassen. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://www.lesdisquesducrepuscule.com/index.php">Les Disques Du Crepuscule</a></p>
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		<title>FOVEA HEX: The Salt Garden III</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/12/14/fovea-hex-the-salt-garden-iii/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Dec 2019 05:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[2019 findet die “The Salt Garden”-Trilogie mehr als zwei Jahre nach Veröffentlichung des zweiten Teils ihren Abschluss. Das Projekt von Clodagh Simonds &#8211; die (u.a. mit Mellow Candle) schon in den 60er Jahren Musik machte &#8211; kehrt mit „The Salt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/12/14/fovea-hex-the-salt-garden-iii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/12/FHa3641490102_103.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-19721" title="FHa3641490102_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/12/FHa3641490102_103-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>2019 findet die “The Salt Garden”-Trilogie mehr als zwei Jahre nach Veröffentlichung des zweiten Teils ihren Abschluss. Das Projekt von Clodagh Simonds &#8211; die (u.a. mit Mellow Candle) schon in den 60er Jahren Musik machte &#8211; kehrt mit „The Salt Garden“ wieder zur kleine(re)n Form der EPs zurück, mit der Fovea Hex in der zweiten Hälfte der 00er Jahre debütierte. Erneut beeindruckend ist die Konsistenz und Kohärenz dieser drei EPs. <span id="more-19708"></span></p>
<p>Anlässlich des ersten Teils der Trilogie wurde Fovea Hex <a href="http://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/">hier attestiert</a>: &#8220;[Die] Musik, die Begriffe wie Ambient, Folk oder experimentelle Musik überflüssig erscheinen lässt, ist erdverhaftet und zugleich entrückt, ist ebenso traumwandlerisch wie meditativ. Die meisten der getragenen Stücke haben starke Songqualitäten und sind doch von der verschwimmenden Struktur abstrakter Kompositionen. Und was in dieser Musik emotional passiert, lässt sich besser empfinden als rational erfassen.&#8221; Über das 2011 erschienene Langzeitdebüt &#8220;Here Is Where We Used To Sing&#8221; <a href="http://africanpaper.com/2011/09/03/fovea-hex-%e2%80%93-here-is-where-we-used-to-sing/">schrieben wir</a>: „[T]rotz aller hypnagogischen, traumhaften Momente [...] verlier[t] sich [Simonds] nie im Unterholz und inmitten aller getragenen Momente gibt es auch immer die Gewissheit des Gelingens&#8221; und diese zumindest vom Rezensenten so wahrgenommene „Gewissheit des Gelingens“ trifft die auf dem dritten Teil von &#8220;The Salt Garden&#8221; evozierte Stimmung gut. Denn obwohl die Musik wieder getragen und elegisch ist, sollte man die vier Stücke nicht als Soundtrack zu einer Reise in den Untergang verstehen. Sucht man nach (eigentlich unnötigen) Vergleichen, so kommen einem manche Soundtrackarbeiten Hilmar Örn Hilmarssons oder aber (geographisch vielleicht etwas naheliegender) Richard Skeltons immer wieder von Orten und Plätzen geprägten Streicherdrones in den Sinn.</p>
<p>Eröffnet wird die EP von „The Land’s Alight“, einem von Keyboarddrones geprägtem Stück, auf dem Simonds singt: “I dreamed I flew, the whole night long&#8230;./Ah but the light is on the land/and the hand upon the heart/and the open road is a real thing”. Diese Haltung erinnert an Coils “Bee Stings”, auf dem es heißt: &#8220;Don&#8217;t believe A.E./See for yourself the summer fields”. Wenn Simonds dann intoniert, “The land&#8217;s alight/And this vital eye/and the view&#8230;”, dann bekommt ihr Gesang etwas Hymnenhaftes. “Trisamma” ist ein instrumentales Stück, auf dem dezente Klavierpassagen mit Streichern kombiniert werden. „A Million Fires“ ist das vielleicht beeindruckendste Stück: Simonds&#8217; Gesang wird von Harmoniumdrones und den Stimmen des<em> The Date Moss Choir</em> untermalt. Wenn sie singt “glory be upon the hapless writer/ glory be upon the spotless page/to call the woman with the fire inside her/to bring the luminous from age to age”, dann kann man das fast schon programmatisch lesen. Beendet wird diese Veröffentlichung und damit die Trilogie mit “The Given Heat”, auf der traurige Streicher zu hören sind, wobei es am Ende heißt: &#8220;suddenly there it is –/ the molten gold on the city street&#8221;.</p>
<p>Wie auch schon bei allen anderen EPs liegt einer limitierte Version eine Remix-CD bei. Steven Wilson hat unter dem Titel &#8220;Is Lanza Light &amp; Given&#8221; die vier Stücke zu einem Track verschmelzen lassen und gerade zu Anfang gibt seine Neuinterpretation den Stücken einen leicht entrückteren Charakter. (MG)</p>
<p>Label:<a href="http://diestadtmusik.de/"> Die Stadt</a>, <a href="http://headphonedust.com/?v=79cba1185463">Headphone Music</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>FOVEA HEX: The Salt Garden I</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2016 05:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Brian Eno, der an verschiedenen Aufnahmen von Fovea Hex mitwirkte, die Songs der irischen Band als die außergewöhnlichsten bezeichnete, die er seit Jahren zu hören bekam, sollte das vielleicht nicht nur ein Lob der Qualität dieser Musik sein, denn &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/foveahexthesaltgarden.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12546" title="foveahexthesaltgarden" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/foveahexthesaltgarden-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Brian Eno, der an verschiedenen Aufnahmen von Fovea Hex mitwirkte, die Songs der irischen Band als die außergewöhnlichsten bezeichnete, die er seit Jahren zu hören bekam, sollte das vielleicht nicht nur ein Lob der Qualität dieser Musik sein, denn diese ist in mehrerer Hinsicht untypisch und lässt sich kaum in ein beschreibendes Korsett zwängen. Fovea Hex ist wie eine kleine Enzyklpädie. Ihre Musik, die Begriffe wie<span id="more-12545"></span> Ambient, Folk oder experimentelle Musik überflüssig erscheinen lässt, ist erdverhaftet und zugleich entrückt, ist ebenso traumwandlerisch wie meditativ. Die meisten der getragenen Stücke haben starke Songqualitäten und sind doch von der verschwimmenden Struktur abstrakter Kompositionen. Und was in dieser Musik emotional passiert, lässt sich besser empfinden als rational erfassen.</p>
<p>Clodagh Simmonds, die die Band vor gut zehn Jahren ins Leben rief, hat immer wieder unterschiedliche Musik gespielt und auch längere kreative Pausen eingelegt, so dass man bei den ersten Erzeugnissen, den drei EPs der „Neither Speak Nor Remain Silent“-Reihe, nicht einmal einschätzen konnte, ob das Projekt nun als feste Band Bestand haben sollte. Genau das passierte aber, und seitdem sind Musiker wie Laura Sheeran, Michael Begg, Cora Venus Lunny, Colin Potter und Kate Ellis immer mehr zu einer festen Formation zusammengewachsen.</p>
<p>Unter dem Titel „The Salt Garden“ erscheint nun eine weitere Trilogie an kleinen Veröffentlichungen, und schon der erste Teil ist ungemein dicht und gehaltvoll. Mit ihrer kraftvollen Stimme, bei der man vielleicht an Shirley Collins denken mag, lässt Simmonds in „The Golden Sun Rises Upon The World Again“ ein tatsächlich diesem Titel entsprechendes Gefühl zum Leben erwachen, kleine Effekte auf Stimme und Instrumentalspuren tragen dazu bei, v.a. aber ein Sinn für triumphale Steigerung und eindringliche Verse, die das Auf- und Ausbrechen aus vertrauten Strukturen feiern &#8211; Drone wäre ein zu ordinäres Wort für solche Musik und ungefähr so angebracht wie gelegentliche Nico-Vergleiche, die der verhaltenen Euphorie dieser Musik kaum gerecht werden. Das dunklere und spannungsgeladenere „No Bright Avenue“ führt das Motiv des Aufbrechens weiter. In dramatischen Bildern und von Sheeran am Mikro begleitet singt Simmonds von Wegen, die man gehen muss, um das Leben, aber auch seinen Herkunftsort überhaupt kennen zu können: „Go blazing &#8211; go flaming!“ Und dennoch mutet das ganze zugleich gefasst und wundersam eingehegt an.</p>
<p>„The Undone Mother“, das eine vage Bilder einer verdrängten, wiedergängerischen Figur zeichnet, hält die musikalisch reduziertesten Momente bereit, doch hier Simmonds und Begg, die den Song allein bestreiten, geben sich Fovea Hex hier weitaus verspielter und elektronischer. Satte Streicher sind dann wieder im rein instrumentalen „Solance“ zu hören. Bei dem Oliver Sacks gewidmeten Stück wirkt Eno wieder mit, und das wellenförmige Auf- und Ab und Sheerans tieftraurige Singende Säge gegen der EP einen berührenden Abschluss.</p>
<p>Die EP erscheint als 10&#8221; und CD und wie schon bei der ersten Reihe gibt es auch hier wieder eine Bonus-Scheibe mit einer ausladenden Remixversion eines ausgewählten Tracks, im vorliegenden Fall vergreift sich Steve Wilson (Bass Communion, Porcupine Tree) gut zwanzig Minuten lang an „Solace“.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.diestadtmusik.de/">Die Stadt</a> / <a href="http://stevenwilsonhq.com/sw/headphonedust/">Headphone Dust</a></strong></p>
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		<title>Geräuschwelten Festival 2016 in Münster mit Fovea Hex, BJNilsen, Lucretia Dalt, Simon Wetham u.a.</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2016 05:27:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 7. und 8. Mai findet in der Münsteraner Location Black Box/cuba-cultur zum dritten mal das vom Label aufabwegen kuratierte Geräuschwelten Festival statt. Zu den Acts zählen u.a. Fovea Hex, diesmal bestehend aus Clodagh Simonds und Michael Begg mit Colin &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/09/gerauschwelten-festival-2016-in-munster-mit-fovea-hex-bjnilsen-lucretia-dalt-simon-wetham-u-a/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. und 8. Mai findet in der Münsteraner Location Black Box/cuba-cultur zum dritten mal das vom Label aufabwegen kuratierte Geräuschwelten Festival statt. Zu den Acts zählen u.a. Fovea Hex, diesmal bestehend aus Clodagh Simonds und Michael Begg mit Colin Potter am Mischpult. Im Foyet kann man Simon Wethams Klanginstallation &#8220;sweep&#8221; hören und sehen, Wetham wird das festival zudem am 06.05. mit einem Konzert eröffnen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/geräuschwelten.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11978" title="geräuschwelten" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/geräuschwelten.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-11977"></span></p>
<p>07.05.2015, ab 20.00h<br />
Konzerte von:<br />
Fovea Hex (IRE/UK)<br />
Lucrecia Dalt (CO)<br />
Hitoshi Kojo (JP)</p>
<p>08.05.2016, ab 18.00h (!)<br />
Konzerte von:<br />
TAGC (The Anti Group) (UK)<br />
BJNilsen (S)<br />
Roel Meelkop (NL)<br />
Kallabris (D)</p>
<p>Eintritt für die Konzertabende: pro Abend 15,00 EUR, oder 2-Tages-Ticket:<br />
25,00 EUR</p>
<p>Alle Konzerte finden statt in der:<br />
Black Box/cuba-cultur, Achtermannstr. 12, 48143 Münster</p>
<p>Tickets an der Abendkasse oder im Vorverkauf unter www.aufabwegen.de</p>
<p>Klanginstallation „sweep“ von Simon Whetham (UK) Cuba-Cultur-Foyer,<br />
Achtermannstr. 12, 48143 Münster Eröffnung mit Konzert von Simon Whetham:<br />
06.05.2016, 19 Uhr<br />
Öffnungszeiten: 07.-29.05.2016, 10-21 Uhr</p>
<p>INFORMATIONEN:<br />
Zum dritten Mal findet das Festival „Geräuschwelten“ in Münster statt. Das<br />
Festival widmet sich den verschiedensten Spielarten der experimentellen<br />
elektronischen Musik, wobei das Element des Geräuschhaften im Mittelpunkt<br />
steht. Die Künstlerinnen und Künstler verstehen sich als Soundmanipulateure,<br />
die gefundene Alltagsklänge in ihre Stücke integrieren – egal, ob sie<br />
songhafte Stücke, freie Geräuschimprovisationen oder beatlastige Tracks<br />
produzoeren. „Geräuschwelten“ wirft ein Schlaglicht auf eine internationale<br />
Szene, die sich irgendwo zwischen musique concrete, Brian Eno und Industrial<br />
Music. Die auftretenden internationalen Musikerinnen und Musiker<br />
emanzipieren das Geräusch von Zweckzusammenhängen und präsentieren eine<br />
eigene Geräuschästhetik. Zudem gibt es im Cuba-Cultur-Foyer eine<br />
geräuschhaften Klanginstallation zu erfahren.</p>
<p>Das „Geräuschwelten“ Festival wird vom Kölner Label aufabwegen veranstaltet<br />
und in Kooperation mit dem cuba cultur und dem Kulturradio WDR 3 produziert.<br />
Der Westdeutsche Rundfunk schneidet alle Konzerte live mit und sendet<br />
Ausschnitte und Künstlerinterviews in einer zweistündigen Sendung auf WDR3<br />
am 24.09.2016 von 22.00h bis 24.00h.</p>
<p>Weitere Informationen/Tickets/Infoline &amp; Bildmaterial aufabwegen/Till Kniola<br />
Tel.: 0221-2720055, Mobil: 0177-8251684<br />
E-Mail: zipo@aufabwegen.com<br />
www.aufabwegen.de</p>
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		<title>&#8220;For some reason I just really love that dark side of things&#8221; &#8211; Interview mit Laura Sheeran</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/16/for-some-reason-i-just-really-love-that-dark-side-of-things-interview-mit-laura-sheeran/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 19:18:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die meisten werden die junge Irin Laura Sheeran erstmals als zweite Stimme auf Fovea Hex&#8217; „Neither Speak Nor Remain Silent&#8230;“-Trilogie wahrgenommen haben. Kürzlich veröffentlichte sie ihr Debüt „Lust of Pig &#38; The Fresh Blood“: ein im besten Wortsinne schwer kategorisierbares &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/16/for-some-reason-i-just-really-love-that-dark-side-of-things-interview-mit-laura-sheeran/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/sheerantop.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2677" title="sheerantop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/sheerantop.jpg" alt="" width="153" height="150" /></a>Die meisten werden die junge Irin Laura Sheeran erstmals als zweite Stimme auf Fovea Hex&#8217; „Neither Speak Nor Remain Silent&#8230;“-Trilogie wahrgenommen haben. Kürzlich veröffentlichte sie ihr Debüt „Lust of Pig &amp; The Fresh Blood“: ein im besten Wortsinne schwer kategorisierbares Werk – im folgenden Interview gibt sie zu, selbst noch keine Genrebezeichnung für ihre Arbeit gefunden zu haben -, auf dem sich Elemente aus Folk, Klassik und experimenteller Musik um ihre Stimme paaren, die immer im Zentrum der Songs steht. <span id="more-2652"></span>Die durch Musik und Texte erzeugte Stimmung ist getragen, mal (er)tönen Klagelieder, dann untermalen Streicher surreale Bilder; allen 14 Stücken ist fast immer ein Moment der Irritation inhärent (das Zitat, das das Interview einleitet, ist nicht zufällig gewählt), Verstörung wechselt mit Sinnlichkeit. Dabei ist Laura Sheerans Interesse &#8211; wie weiter unten deutlich werden wird &#8211; weder auf ein Genre noch auf ein Medium beschränkt, arbeitet sie doch seit einiger Zeit mit der Performancegruppe PaperDolls zusammen, deren Mischung aus Akrobatik, Kostümierung und Musik den Zuschauer schwindeln lässt.</strong></p>
<p><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong><a title="Interview with Laura Sheeran" href="http://africanpaper.com/2011/09/11/interview-with-laura-sheeran/">Read the English Version</a></strong></p>
<p><em><strong>Lass uns zunächst über das neue Album sprechen. Es wurde über ein Pfandsystem finanziert. Würdest du sagen, dass dies Künstlern eine Möglichkeit bietet, auch in einer Zeit der Downloads und des rückläufigen Interesses junger Leute an Musik, ihre Aufnahmen zu veröffentlichen? Wie waren deine Erfahrungen bis jetzt? </strong></em></p>
<p>Meine Erfahrungen sind bislang weitgehend positiv gewesen; es gibt ein paar Sachen, die ich anders machen würde, wenn ich es nochmal zu tun hätte, aber ich denke, das kann man nicht andes erwarten, wenn man etwas Neues ausprobiert. Ich denke, mit der Zeit wird das öfter gemacht werden und sich auch weiterentwickeln. Wir haben ziemliches Glück, dass wir in Irland jetzt fundit.ie haben, das ist von unschätzbarem Wert für die irische Kultur. Fund it ist auf alle Arten von Projekten ausgerichtet: Theater, Wissenschaft, Bücher, Filme und natürlich Musik. Als ich meine Kampagne startete musste ich erst einmal im Ausland nach einer Crowd Fundig-Basis suchen, aber seit dem Start von fundit.ie gab es auf einmal eine RIESIGE Menge an irischen Acts, die ihre Alben (erfolgreich) durch Crowd Funding finanzierten. Es funktioniert wirklich sehr gut! Wege zu schaffen, die Fans direkt in die Produktion deiner Musik einzubinden, und die Bande zwischen Künstler und Hörer zu verstärken, führt gewissermaßen wieder dazu, dass Musik einen Wert hat und unterstützt werden muss, um weiter geschaffen zu werden, vor allem auf einem Independent-Level.</p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran12.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2722" title="laurasheeran1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran12.jpg" alt="" width="315" height="420" /></a><em>Es waren eine ganze Menge an Musikern beteiligt, und die Aufnahmen zogen sich über einige Jahre hin. Was kannst du uns über den Aufnahmeprozess erzählen? </em></strong></p>
<p>Die ganzen Leute, die auf den Album spielen, sind Freunde, und das meiste was sie machen entstand mehr oder weniger spontan. Ich erinnere mich, als wir das Cello mit Kate aufnahmen, das mussten wir in der Küche machen, weil das der einzige Raum im Haus war, bei dem sich die Nachbarn nicht beschwerten. Sie hatten die Polizei gerufen, als wir etwas früher in der Woche die Harfe für &#8220;The Fresh Blood&#8221; aufnahmen. Sie waren die Nachbarn aus der Hölle, die ständig die Polizei riefen wegen mir. Wie auch immer, wir hatten auch keinen Ständer für das Mikro, so hielt ich es immer fest und versuchte es still zu halten nach einer nicht unerheblichen Menge an Wein. Es sind rückblickend alles ziemlich witzige Erinnerungen. Einige Vocals, die Drums, das Rhodes Piano und die Chorpassagen namen wir im Studio während der Mix Sessions auf, alles andere jedoch wurde unter genau diesen provisorischen Umständen aufgenommen!</p>
<p><em><strong>Wenn man an  “Blut“ und “Lust“ denkt, dann kommen einem Eros und Thanatos in den Sinn. An welchem Punkt des Aufnahmeprozesses wurde dir klar, dass du das Material auf zwei CDs aufteilen wolltest? War es eine bewusste und spontane Entscheidung, oder entwickelten sich diese Ideen nach und nach?</strong></em></p>
<p>Ursprünglich sollte das Album &#8216;The Fresh Blood&#8217; heißen, ich meinte das aber nicht wörtlich, wie bei rotem Blut, das aus dem Inneren eines Tieres heraustropft.. Ich bezog das auf eine neue Welle an Menschen, meine Generation vermutlich, und welche Veränderungen sie in die Welt bringen. Über den Zeitraum eines Jahres versuchte ich zu organisieren, wie sich das Album in seinen letzten Stadien finanzieren lässt, verliebte mich, und plötzlich schrieb ich eine große Menge an neuem Material. DAHER stammt die &#8220;Lust of Pig&#8221;-Seite! Ich wusste, dass ich potentiell ein weiteres Album fertig hatte, hielt aber nichts von der Idee, noch einmal zwei Jahre oder länger zu warten, um es heraus zu bringen. Also fasste ich den kühnen Entschluss, die beiden Sachen zu kombinieren und als Doppelalbum zu veröffentlichen. Es wäre sicher eine preiswertere Option gewesen, sie beide auf eine CD zu packen, aber sie waren zwei separate Arbeiten, und ich fand das wichtig, dies zu respektieren, und nicht alles auf eine CD zu zwängen aus rein finanziellen Gründen.</p>
<p><em><strong>Kannst du ein paar Worte zum Kompositionsprozess sagen? Beginnst du mit Worten oder mit Musik?</strong></em></p>
<p>Ich beginne immer mit der Musik, ich denke nie wirklich viel darüber nach und ich habe auch keine Regeln oder ähnliches, es scheint einfach immer auf diese Art zu passieren! Ich improvisiere, wenn ich schreibe, so ist es auf diese Art immer ein sehr organischer Prozess. Ich denke nicht viel nach und mache mir keinen Plan, für welchen Typ Song ich an diesem Tag etwas schreibe&#8230; ich spiele einfach und experimentiere und schaue, was dabei heraus kommt. Wenn ich ein neues Stück begonnen habe, fällt es mir oft schwer, mich genau daran zu erinnern, wie es entstanden ist. Es kann ein kleiner Fehler sein, der sich als zauberhaft herausstellt oder ich wache auf und habe etwas im Kopf und ich nehme es sofort auf meinem Laptop auf, bevor ich aufstehe und es vergessen habe! A WAKE, meine neue Single, wurde so geschrieben. Ich wachte auf und hatte die Melodie im Kopf. Wenn ich erst einmal eine Basis oder eine Art von Fundament habe, dann höre ich Ideen, merke, wie es sich entwickeln sollte, ich habe Ideen für die Gesangsmelodie etc. Ich muss allerdings dafür allein sein.</p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran21.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2723" title="laurasheeran2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran21.jpg" alt="" width="308" height="427" /></a><em>Ich (und ich denke, ich bin da nicht allein) habe den Eindruck, dass dein Debüt ein ziemlich reifes Album ist. In welchem Maß dienten die vorausgegangenen limitierten Veröffentlichungen als Vorbereitung? </em></strong></p>
<p>Die vorausgegangenen limitierten EPs sind alle nach dem Material des Albums geschrieben worden, so dienten sie dann weniger als Vorbereitung, sondern mehr als ein Experimentieren mit der Frage, in welche Richtung ich mich mit meiner Musik nach dem Album bewegen könnte. Letztlich veröffentlichte ich sie wegen vieler verschiedener Dinge noch vor dem Album. Zunächst mal dauerte das mit dem Album so verdammt lange, und ich wollte dass die Leute wussten, dass ich nicht einfach verschwunden war &#8211; ich musste den Fluss in Bewegung halten &#8211; und außerdem kostet eine digitale Veröffentlichung nichts und man muss nicht auf vorrätige CDs warten und sich um den Online-Shop kümmern. Für mich war das der perfekte Weg, den Leuten einen Vorgeschmack auf meine Musik zu geben, ohne das Material vom Album zu enthüllen. Das Album wuchs über einen langen Zeitraum, bevor es wirklich fertig war, und in der Hinsicht ist es &#8220;reif&#8221;, aber was mein Schreiben, Spielen und Singen angeht ist es überhaupt nicht reif! Das komplette Gegenteil ist der Fall. Es ist, als wäre es so etwas wie ein Hochschulabschluss. Verbringe 4 oder 5 Jahre mit Studieren und am Ende hast du einen Abschluss, ich hatte ein Album!</p>
<p><em><strong>Es gibt das Klischee, dass Menschen kreativer sind, wenn sie traurig sind. Wenn man sich einige deiner Songthemen und die Gesamtstimmung des Albums anschaut, scheint das auch bei dir so zu sein. Hältst du diese Überlegung für zutreffend?</strong></em></p>
<p>Ich denke, dass das definitiv auf einige Leute zutrifft, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das auch bei mir so ist. Es scheint so, als schriebe ich auch dann solche Songs, wenn ich in richtig guter Verfassung bin und mich rundum wohl fühle. Ich denke in meinem Fall ist das mehr noch eine Frage des Stils, als dass meine Emotionen mir sagen würden, wie meine Musik klingen soll. Oft kann ich, wenn ich im realen Leben verärgert bin, gar keine dunkle, melancholische Musik schreiben, da es viel zu unangenehm für mich wäre, mir das dann auch noch anzuhören. Es kann manchmal dazu führen, dass ich mich noch schlechter fühle!</p>
<p><em><strong>Es scheint da so ein wiederkehrendes Motiv des Wandels und der Transformation in deinen Songs zu geben. Siehst du das auch so? </strong></em></p>
<p>Die meisten der Songs des Albums wurden zu einer Zeit geschrieben, als ich gerade dabei war, als junge Frau Fuß zu fassen. Es kommt zu einer großen Verwandlung des Selbst, wenn man das Zuhause verlässt und als unabhängige Person zu leben beginnt, und ich denke dass sehr viel davon auch in der Musik zu finden ist, die gerade in der Zeit entstand. Wir verbringen unser ganzes Leben im Wandel, wir sind in einem andauernden Zustand der Transformation. Es ist etwas, womit sich jeder identifizieren kann und ich denke, dass die Leute das sehr leicht in den Songs lesen können. Die Texte überlassen der Vorstellungskraft des Hörers aber sehr viel.</p>
<p><em><strong>Deine Lyrics scheinen oft auf unheimliche Dinge hinzudeuten und die dünne Fassade des Rationalen zu durchbrechen. “The fresh blood“ beinhaltet verstörende und vielleicht auch surreale Elemente. Mit Fovea Hex bist du auch bei der David Lynch-Retrospective in Paris aufgetreten. Fühlst du eine Nähe zu seinen Arbeiten? </strong></em></p>
<p>Auf eine gewisse Weise ist das wohl so. Zugegebenermaßen kenne ich nicht so vieI von seinen Arbeiten, aber das, was ich gesehen habe, hat mir wirklich gut gefallen, und mir gefällt auch die Idee, dass er es dem Werk überlässt, sich selbst zu schreiben. Auch wenn er es selbst manchmal gar nicht so richtig versteht, hat es am Ende doch auf eine merkwürdige Art Sinn. Er kann zurücktreten und das Ergebnis betrachten. Ich habe es immer geliebt, so zu arbeiten, nicht alles muss Sinn haben! Es ist sehr einfach, beim Songwriting die Texte in eine erzählerische oder beschreibende Richtung zu drängen, aber ich denke oft, dass du einen viel größeren narrativen Raum eröffnen kannst als den der Worte selbst, wenn du nicht alles ausformulierst. Die Leute sind gezwungen, dem Songs mit Fragen zu begegnen, und werden finden, was immer SIE darin sehen, nicht was ich sie darin finden lassen will. Ich denke als Menschen sind wir immer versucht, Dinge zu verstehen, es ist so etwas wie ein Urinstinkt. Es ist sehr leicht zu vergessen, dass das Leben in seiner Essenz ein großes Rätsel ist und das ist ok..</p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran31.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2724" title="laurasheeran3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran31.jpg" alt="" width="305" height="457" /></a><em>Eine Sache interessiert mich. Während der Finanzierungskampagne konnte man ein privates Konzert buchen. Wieviele leute haben eins gebucht? </em></strong></p>
<p>Eine Person! Meine Tante, die in West-Cork lebt, wollte einen Gig für ihre Nachbarn. Einige Teile von West-Cork sind ziemlich abgeschieden und es gibt nicht viele Möglichkeiten auszugehen und auf Konzerte zu gehen ohne eine ziemlich Entfernung zurückzulegen. Deswegen gibt es manchmal Hauskonzerte und ich denke, dass das eine tolle Idee ist! Jeder bringt eine Flasche Wein und sie wechseln sich damit ab, in welchem Haus die Party stattfindet, deswegen wird es nie langweilig. Wir hatten das Glück (über Pledge) gebucht zu werden um bei einem dieser Hauskonzerte aufzutreten; wir hatten eine fantastische Zeit!</p>
<p><em><strong>Du bist nicht nur Musikerin, sondern machst hin und wieder auch Ausflüge in die Bereiche Film und Theater. Was kannst du uns über deine anderen Aktivitäten sagen? </strong></em></p>
<p>Als ich 17 war, fragte mich ein ganz alter Freund von meiner Mutter (und mir), ob ich daran interessiert sei, für seine neue Einmann-Show Musik zu schreiben. Ich war daran interessiert und begann, Musik für noch eine ganze Reihe von weiteren seiner Shows zu schreiben und aufzuführen. Manchmal hatte ich auch eine Rolle und das hat Spaß gemacht, und ich habe da vieles über Bühnenpräsenz und wie ich meine Stimme zur Geltung bringe etc. gelehrt. Es war auch eine gute Übung für all das Multitasking, dass ich schließlich bei meinen Soloauftritten machen sollte. Als ich in Galway wohnte, machten viele meiner Freunde gerade ihre Filmabschlüsse und deswegen gab es immer Soundtrack-Projekte, bei denen ich mitmachen konnte. Ich habe ein paar Soundtracks für Kurzfilme gemacht und begann, mich mehr und mehr für&#8217;s Filmen zu interessieren und selbst Videos zu drehen. Die waren hauptsächlich für meine eigene Musik, aber ich habe auch eine Reihe Musikvideos für andere gemacht. Ich finde es großartig, Videos zu machen.</p>
<p><em><strong>Wäre es bei deinem Interesse an verschiedenen Medien ideal für dich, Musik, Film und Schauspielerei noch mehr in einem Werk zu vereinen? </strong></em></p>
<p>Ich würde in jedem Fall gerne mehr theatralische Elemente in meine Live-Performances integireren, und auch würde ich gerne noch öfter atmosphärische Musik schreiben. PaperDolls waren tatsächlich eine großartige Gelegenheit, meine Fähigkeiten beim Schreiben von Musik für Theater, Film und Tanz zusammen zu trainieren! Was meine eigenen Shows betrifft, so hoffe ich mir eines Tages einen Lichttechniker leisten zu können, so dass wir ein Lichtkonzept für jeden Song auf die Beine stellen können. Das würde wirklich helfen, die richtige Live-Atmosphäre zu erschaffen, denn es ist immer frustrierend, wenn man auftritt und nicht die richtigen Lichtverhältnisse hat. Unglücklicherweise habe ich noch nicht das Budget für so etwas. Ich würde auch gerne noch etwas mehr Tanz in meine Musik integrieren.</p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran41.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2725" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/laurasheeran41.jpg" alt="" width="360" height="360" /></a><em>Du erwähnst gerade die Performancegruppe PaperDolls. Wie begann deine Zusammenarbeit mit ihnen? </em></strong></p>
<p>PaperDolls haben Anfang des Jahres begonnen, als vier schöne junge Frauen zusammenkamen um endlich ihren Traum davon zu verwirklichen, eine spektakuläre, multidisziplinäre Trapezshow zu machen! Sie haben ihr Bestes gegeben, als es darum ging, jedes nur mögliche Element zu inegrieren: ein ausgearbeitetes bildhauerisches Setdesign eines Papierlabyrinths, auf das beeindruckende Bilder und Lichter projeziert werden um eine traumgleiche Welt zu erschaffen, in der sich das Publikum verlieren kann. Wenn das Publikum erst einmal im Zentrum des Irrgartens sitzt, kann es eine auf alle Sinne bezogene Überlastung von ambisonischen [Aufnahme- und Wiedergabetechnik, bei der Mulikanalmischtechnik verwendet wird] Soundscapes, beeindruckenden sich entfaltenden Kostümen und wundervollem Lufttanz und Akrobatik mit Reifen, Seilen, Seide und einem rotierenden Mast erleben. Es ist wirklich aufregend, wenn man gefragt wird, einen Soundtrack (in Dolby Surround!) für diese Show zu machen. Ich habe bislang ziemlich hart daran gearbeitet! Das ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, aber ich denke, es wird ziemlich erfolgreich. Wir hatten für die Show kein Budget und die PaperDolls haben eine erfolgreiche Kampagne mit unseren Freuden von Fund It gemacht um bei den Kosten für die Show zu helfen &#8211; ein weiterer Beleg dafür, wie sinnvoll Crowd-Funding sein kann!</p>
<p><em><strong>Du hast ein Blog namens “Music for the deep woods“, den du auch deinen &#8220;Horror-Blog&#8221; nennst. Betrachtest du es als notwendig, das man sich auch dem Dunkel stellt und sich das Damoklesschwert bewusst macht, das über unseren Köpfen hängt? </strong></em></p>
<p>Aus irgendeinem Grund mag ich einfach die dunkle Seite der Dinge. Mir gefällt es darüber nachzudenken, dass ich eines Tages sterben werde, mir vorzustellen, wie schrecklich es wäre, wenn jemand in mein Haus einbrechen würde und versuchen würde mich umzubringen oder so etwas &#8211; wahrscheinlich klingt es verrückt, aber das stelle ich mir vor! Ich lebe mein Leben nicht so, dass ich immer Angst habe, ich betrachte diese Sachen ab und an und mich erdet das ziemlich. Es hilft mir, für den Augenblick zu leben und es wertzuschätzen, wenn Dinge funktionieren! Ich bin so dankbar, dass ich einen Körper habe, der zum Beispiel noch alle Gliedmaßen hat, aber mir wurde erst klar, wie glücklich ich mich schätzen kann, als ich von einer Frau las, die entführt wurde und deren Arme und Beine abgetrennt wurden, die aber überlebte! Die Menschen erleben die ungewöhnlichsten Sachen in ihrem Lebem und die wirklich seltsamen Dinge, die passieren, sind so viel interessanter und faszinierender! Ich hoffe jedoch, dass mir so etwas nicht widerfahren wird&#8230;</p>
<p><em><strong>Wenn man deine Musik hört, gibt es einen Wiederhall von Kammermusik, Folk, experimenteller Musik. Gibt es da Begriffe, mit denen du nicht so gut klar kommst? </strong></em></p>
<p>Äh, mir ist es eigentlich egal, welche Begriffe Leute benutzen, um die Musik zu beschreiben, das ist ihre Sache! Ich muss mich noch auf eine &#8220;Genre&#8221;-Bezeichnung festlegen, bei der ich mich unwohl fühle, da es &#8211; wie du schon sagst &#8211; so viele verschiedene Elemente in der Musik gibt&#8230; Es ist schwierig, sich insgesamt auf einen Sound festzulegen. Meine Lieblingsbeschreibung kam letzten Monat von jemandem, der schrieb: &#8220;Gespenstisch und wunderschön. Das ist die Musik, die die Hoffnung vergessen hat!&#8221; Ich musste darüber lachen. Im Großen und Ganzen habe ich aber festgestellt, dass der am meisten gebrauchte Begriff für viele Sängerinnen, die ihre eigenen Sachen produzieren &#8220;wie Björk&#8221; ist und ich denke, das ist nicht gearde originell für einen Musikjournalisten. Versteh mich nicht falsch, es ist natürlich eine Ehre, mit ihr verglichen zu werden. Ich bin ein Fan von ihr seit ich 1993 ihr Debüt im Alter von sechs gehört habe! Aber es scheint so, dass man einfach mit ihr verglichen wird, wenn man elektronische Musik mit klassischen Instrumenten kombiniert (und weiblich ist). Sie ist so einzigartig und anders, dass es NIEMALS jemanden wie sie geben kann. Wenn jemand schreibt, dass ich wie Björk klinge, denke ich automatisch: &#8220;Oh nein. Die Leser werden ganz schön enttäuscht sein, wenn sie meine Musik hören&#8230;!&#8221; Gibt es wirklich so wenige Frauen in der Musik, zu denen man Vergleiche ziehen kann? Sicher nicht!</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><a href="http://www.laurasheeran.com">laurasheeran.com</a></p>
<p><a href="http://laurasheeran.bandcamp.com">laurasheeran.bandcamp.com</a></p>
<p><a href="http://www.flamingjunerecords.com">flamingjunerecords.com</a></p>
<p><a href="http://PaperDollsPerformance.com">paperdollsperformance.com</a></p>
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		<title>FOVEA HEX: Here Is Where We Used To Sing</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 09:11:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Down down to the valley to dream of the faraway“ Als zwischen 2005 und 2007 die drei Mini-Alben „Bloom“, „Huge“ und „Allure“ veröffentlicht wurden, die die „Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie konstituierten und später in einer Box zusammengefasst wurden, ging &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/03/fovea-hex-%e2%80%93-here-is-where-we-used-to-sing/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Foveahereis.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-412" title="Foveahereis" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Foveahereis.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Down down to the valley to dream of the faraway“</p>
<p>Als zwischen 2005 und 2007 die drei Mini-Alben „Bloom“, „Huge“ und „Allure“ veröffentlicht wurden, die die „Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie konstituierten und später in einer Box zusammengefasst wurden, ging ein Rauschen durch den Blätterwald: Clodagh Simonds, in den 60ern Vokalistin bei MELLOW CANDLE und später kurzzeitig Gastsängerin bei u.a. THIN LIZZY und Mike Oldfield<span id="more-411"></span>, spielte mit Hilfe einer Reihe von Musikern (u.a. Brian Eno, Andrew McKenzie, Roger Doyle, Colin Potter, Robert Fripp), deren größter gemeinsamer Nenner die Lust am Experiment, am (Durch-)Brechen von Konventionen war und mit der jungen Laura Sheeran – die jüngst ihr herausragendes Solodebüt veröffentlichte – als zweiter Sängerin, Musik ein, die –wie ich damals in einer Rezension schrieb – an der Schnittstelle von Ambient und Folk residierte, wobei diese Beschreibung aber letztlich zu kurz griff, da FOVEA HEX einen ganz eigenen, von ihnen selbst erschaffenen Kosmos bevölkern.</p>
<p>Rückblickend war es vielleicht keine so große Überraschung, dass David Lynch FOVEA HEX einlud, in Paris anlässlich einer großen Retrospektive seines Werks aufzutreten, denn schließlich haftete der Musik FOVEA HEX’ auch immer etwas Somnambules an, ließ sich ihre Musik in einer seltsamen Zwischenwelt verorten, in der die Ratio nur eine untergeordnete Rolle spielte.</p>
<p>Nach den drei EPs erschien noch eine 7″ zusammen mit Andrew Liles (von der „Every Evening“ in überarbeiteter Form auf „Here is…“ zu finden ist) sowie vor einigen Monaten unter dem Titel “Hail Hope” zwei Tracks zum Download, „Home is Where We Used to Sing“ ist also – betrachtet man die drei EPs als Teil eines Ganzen – erst der zweite Longplayer. Dabei fällt auf, wie sehr „This is Where We Used to Sing“ von Simonds’ Klavier(spiel) bestimmt wird. Das macht schon der erste Song „Far From Here“ deutlich. Ihre Stimme steht im Zentrum, begleitet von dezentem Pianospiel und etwas Keyboard. Dem Stück „Play Another“ geben die Streicher (Cello und Geige) etwas Getragenes, machen es zu Trauermusik („Oh the winter’s here again, it’s here again“). Auf „Falling Things (Where Does a Girl Begin?)“ übernimmt Laura Sheeran die Leadvocals. Auch kommt immer wieder (wie bei „Every Evening“) ein Harmonium zum Einsatz. Auf „Hymn to Sulphur“ vereinen sich Simonds’und Sheerans Stimmen und von Streichern begleitet singen sie: „I was born red gold to this glaze of flame – we burn and we burn all day“. Simonds’ Stimme kann  auch nur von einem Cello begleitet bestehen, wie bei „Jewelled Eyes“. Es gibt aber auch immer wieder Instrumentalstücke, wie zum Beispiel „Brisance, My Baby“, auf dem Simonds in den Credits neben dem Klavier mit „Ghosts of Things“ aufgeführt ist und das passt zu diesen sphärischen, irgendwo in einer Nebelwelt angesiedelten Klängen. Auch „Love For Uncertain“ und „Celandine“ sind geisterhaft-fragile, von Klavier durchzogene Klangflächen: Landschaften aus Feuer und Eis. Auch wenn manches aus dem Äther zu dringen scheint, so würde man es nicht schaffen, FOVEA HEX in eine Reihe mit den jüngst so abwertend bezeichneten „Folkelfen“ zu stellen, denn sowohl Simonds als auch Sheeran besitzen trotz aller hypnagogischen, traumhaften Momente eine Selbstbewusstheit, verlieren sich nie im Unterholz und inmitten aller getragenen Momente gibt es auch immer die Gewissheit des Gelingens: „For when I call for somebody, somebody brings me my cup of joy“ heißt es auf der Hymne an den Schwefel.</p>
<p>Mixte Andrew McKenzie bei der Ursprungstrilogie die Tracks auf einer jeweils beiliegenden Bonus-CD zu faszinierenden Klanglandschaften, so erschaffen hier Michael Begg, Colin Potter und William Basinski aus verschiedenen Sequenzen des Ausgangsmaterials Neues, dabei sind die drei keine Demiurgen, sondern echte Schöpfer: Michael Beggs „Fall Calling“ erzeugt aus Streichersequenzen Drones und kreiert echte Herbstmusik. Colin Potters „Cup of Joy“ rückt vielleicht etwas überraschend die Stimmen ins Zentrum, macht noch einmal die enorme gesangliche Leistung deutlich, während Willima Basinksis passend „Glaze“ betitelte Stück den Hörer in eine Ballardsche Kristallwelt versetzt. Das hat nichts mit den reduziert-kristalinen Klängen der Menschenferne zu tun, die das Spätwerk von Asmus Tietchens ausmachen, vielmehr meint man, jemand spiele in einem Schneesturm eine Orgel. Das ist – ebenso wie das eigentliche Album – metaphysische Musik im Sinne eines Nicht(be)greifenkönnens.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.janetrecords.com/">Janet Records</a></strong></p>
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		<title>FOVEA HEX &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/fovea-hex-interview/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Eno]]></category>
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		<description><![CDATA[FOVEA HEX ist das Projekt von Clodagh Simmonds, die in den 60ern bei der Folkband MELLOW CANDLE spielte und auch schon für Mike Oldfield gesungen hat. Auf den bisherigen Veröffentlichungen – drei EPs, die zusammen die “Neither Speak Nor Remain &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/fovea-hex-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Fovea-Hex-Interview.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1125" title="Fovea-Hex-Interview" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Fovea-Hex-Interview.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>FOVEA HEX ist das Projekt von Clodagh Simmonds, die in den 60ern bei der Folkband MELLOW CANDLE spielte und auch schon für Mike Oldfield gesungen hat. Auf den bisherigen Veröffentlichungen – drei EPs, die zusammen die “Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie bilden – wurde sie u. a. von Andrew McKenzie (THE HAFLER TRIO), Colin Potter (u.a. NURSE WITH WOUND), Brian Eno und Robert Fripp unterstützt – um nur ein paar der Beteiligten zu nennen. <span id="more-1106"></span>Die Songs, in deren Zentrum die Stimme Clodagh Simmonds’ steht, lassen sich als eine (im positiven Sinn) eigenwillige und sehr originelle Mischung aus Folk und Ambient bezeichnen ­– wobei das letztlich zu kurz greift.  Die neun Songs lassen Gefühle wie Sehnsucht, Geborgenheit, Verlust entstehen, stürzen den Zuhörer in ein Wechselbad und sind dabei mit die spannendste Musik, die in der letzten Zeit veröffentlicht wurde. </strong></p>
<p><em><strong>Würdst du sagen, dass trotz der großen zeitlichen Lücke zwischen MELLOW CANDLE und FOVEA HEX es eine Art von Kontinuität gibt; dass das, was du machst, auf die eine oder andere Weise mit Folk zu tun hat? </strong></em></p>
<p>Ich habe mich nie als Folksängerin betrachtet, obwohl ich manche Folkmusik mag. Ich denke, es ist die Art, wie ich singe, die die Leute an Folk denken lässt. Ich habe es schon immer gemocht, einfach zu singen, und mir hat so besonders glatter oder stilisierter Gesang nie gefallen. Vielleicht klingt das, was ich7 mache, dadurch nicht so zeitgenössisch. MELLOW CANDLE ist sehr lange her – 35 Jahre – und zu verschiedenen Zeitpunkten während dieser Spanne habe ich Musik fürs Theater geschrieben, liturgische Musik, Lieder für Kinder, Klavierstücke, Cellostücke und ich habe weiterhin Songs geschrieben. Ich nehme an, es gibt eine Art von Kontinuität, wenn man sich ansieht, wie ich einige der MELLOW CANDLE-Songs und einige dieser anderen Sachen geschrieben habe – aber ich denke, dass es schwierig wäre, das alles als Folk zu beschreiben.</p>
<p><em><strong>Wann hast du zuerst eine Idee bezüglich FOVEA HEX gehabt und war es von Anfang an klar, dass die erste Veröffentlichung eine Trilogie sein würde? </strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexartwork1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1234" title="foveahexartwork1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexartwork1.jpg" alt="" width="488" height="303" /></a>Ursprünglich war FOVEA HEX nur ein Name, der mir sehr gefiel. Ich habe vielleicht ein Jahr, bevor das Projekt begonnen hat, daran gedacht. Ich war mir nicht sicher, wie ich den Namen benutzen würde – vielleicht würde es der Name eins Stücks oder der Name eines Albums – ; ich habe ihn einfach behalten ohne zu wissen, wofür er später einmal verwendet werden würde. Als dieses spezielle Projekt begann und ich spürte, dass dieser Name dazu gehören sollte, habe ich nie gedacht: “Oh, ich glaube, ich mache diese Art von Song und verwende diese Art von Klängen und ich schaue mal, dass ich mit dieser oder jener Person arbeite…“ Als wir zuerst damit anfingen, wusste ich nicht, in welche Richtung es gehen würde – das einzige, das mir klar war, war, in welche Richtung es NICHT gehen sollte. Es hat sich dann aus eigener Kraft weiterentwickelt. Um den zweiten Teil deiner Frage zu beantworten: Ja, als wir erst einmal angefangen hatten, war es klar, dass es eine Trilogie werden würde.</p>
<p><em><strong>War es wichtig, bezüglich der “Neither Speak Nor Remain Silent”-Trilogie eine Art Ähnlichkeit, eine Art Symmetrie zu haben (bezogen auf das Artwork und die Anzahl der Lieder)?</strong></em></p>
<p>Ich denke, es liegt in der Natur einer Trilogie, dass die drei Teile sich entsprechen, also ja.</p>
<p><em><strong>An der Trilogie haben Künstler wie Colin Potter, Brian Eno, Roger Doyle und Andrew McKenzie (neben anderen) mitgemacht. Warum war es für dich wichtig, diese Leute dabeizuhaben? </strong></em></p>
<p>Na ja, ich habe ja schon gesagt, dass nicht vorher geplant war, was wichtig wäre und was nicht und mit wem ich zusammenarbeiten würde. Ich hatte keinen festen Plan und es gab kein “Konzept” – so arbeite ich nicht. Es begann damit, dass ich ein Interview mit Andrew las, in dem er sagte, dass er sehr krank sei und dringend irgendeine Art bezahlter Arbeit benötige, damit er die Arztrechnungen bezahlen könne. Ich war gerade mitten in anderen Aufnahmen und ursprünglich schlug ich ihm vor, dass er dazu etwas beisteuern könne und ich ihn für eine Session bezahlen würde. Ich wusste nicht, wer er war und hatte noch nie seine Arbeiten gehört – es hörte sich einfach so an, als ob er in einer schlimmen Lage sei und er fast um Hilfe bettelte und ich versuchte, einen Weg zu finden, um ihm ein bisschen zu helfen. Aber als er mir ein paar Beispiele seiner Arbeit schickte, war ich höchst beeindruckt! Daraus hat es sich also entwickelt – ihm gefielen meine Songs ebenfalls sehr und wir beschlossen drei EPs zu machen. Sowohl Colin als auch Roger fingen an, mitzumachen, als Andrew vorschlug, ich solle mit jemand anderem weitermachen, nachdem wir die erste EP beendet hatten. Wir hatten ziemlich ernste Probleme dadurch, dass sein und mein Computer nicht kompatibel waren und es wurde dadurch unmöglich so zu arbeiten, wie wir ursprünglich gedacht hatten. Außerdem war er ziemlich krank und verschwand dadurch für einige Tage immer wieder von der Bildfläche. Als er vorschlug, ich solle jemand anderen finden, war ich mit meinem Latein etwas am Ende – aber David Tibet (denn ich kennen gelernt hatte, als ich mich wegen Andrews Verschwinden etwas sorgte) wie auch Jochen Schwarz schlugen Colin Potter vor und sobald ich anfing, mit ihm zu arbeiten, wurde mir klar, dass er die richtige Person war, um das Projekt  fertig  zu stellen. Roger Doyle und ich waren uns vor vielen Jahren in der Dubliner Musikszene über den Weg gelaufen; wir hatten zwar dann den Kontakt verloren, aber er war gerne dazu bereit, auszuhelfen und es ist so, dass Die Stadt bald eines seiner neueren Werke veröffentlicht – diese Begegnung war also für uns beide hilfreich! Die Art und Weise, wie sich das Projekt entwickelte, führte dazu, dass am Ende ein ziemlich bunter Haufen Leute dabei war, die meisten von ihnen alte Freunde. Ich bin allen enorm dankbar – jeder leistet einen einzigartigen Beitrag und es gibt ein Moment des Unvorhersehbaren, wenn man andere dazu auffordert, etwas beizusteuern und das fügt meines Erachtens dem Ganzen etwas Besonderes hinzu. Die Trilogie als Ganzes ist üppiger und variantenreicher ausgefallen, als alles, was ich hätte schaffen können, wenn ich allein gearbeitet hätte.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexbyolivergarcia.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1236" title="foveahexbyolivergarcia" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexbyolivergarcia.jpg" alt="" width="488" height="323" /></a>Die Frage hängt mit der letzten zusammen. Handelt es sich bei FOVEA HEX immer um dich mit anderen und sind die Aufnahmen, die du allein machst, etwas völlig anderes (wie “The Glacial Lake“ auf der “Not Alone“-Compilation, das unter deinem eigenen Namen veröffentlicht wurde)? </strong></em></p>
<p>Für diesen Track – ein Song, den ich vor 14 Jahren geschrieben habe – entscheid ich mich für meinen eigenen Namen, aber ich werde das vielleicht nicht immer so machen – künftig werde ich vielleicht auch Soloaufnahmen unter FOVEA HEX veröffentlichen – ich bin mir noch nicht so sicher. Im Augenblick besteht das Rückgrat von FOVEA HEX aus mir, Laura Sheeran, Cora Venus Lunny, Michael Begg und Colin Potter – aber es ist ein ziemlich flexibles Rückgrat! Und mir gefällt die Vorstellung mit verschiedenen Gästen zu arbeiten…</p>
<p><em><strong>Welche Rolle spielen die CDs mit den Tracks von Andrew McKenzie, die einem Teil der Auflagen beiliegen? Würdest du sagen, dass sich die “normalen“ CDs auf den Song konzentrieren, während bei den Mixen von Andrew McKenzie der Schwerpunkt auf dem Klang liegt? </strong></em></p>
<p>Abgesehen davon, dass ich ihm das Ausgangsklangmaterial geliefert habe – als Basis für seine Bearbeitungen –, hatte ich nichts mit den Bonus-CDs zu tun. Andrew hatte sozusagen eine Blankovollmacht. Normalerweise arbeitet er in seinem Tempo, in seiner eigenen Zeit, in seinem eigenen Stil, nach seinen eigenen Wünschen und die  Bonus-CDs waren zum Teil dafür da, um ihm den Freiraum zu geben, was auch immer mit dem Material zu machen und nicht so zusammenzuarbeiten, wie auf der eigentlichen EP – die CDs waren dafür da, ihn auf seine Weise arbeiten zu lassen und dass er seinen eigenen Kommentar abgibt.</p>
<p><em><strong>Während es oftmals so ist, dass Musiker ihre Texte als etwas Zweitrangiges betrachten, hat man den Eindruck, dass für dich die Worte ebenso wichtig sind. Betrachtest du deine Texte als eine Art von Poesie? </strong></em></p>
<p>In den meisten Fällen entsteht die Musik vor den Worten, deshalb ist es nicht das gleiche, als ob man ein Gedicht vertont, wo man die Musik den Worten anpassen muss. Bei mir ist es normalerweise genau andersherum – die Form des Ausdrucks steckt schon in der Musik, deshalb müssen die Worte zu dieser Form passen. Es ist aber unterschiedlich – manchmal gibt es eine Zeile Wörter und ich weiß, dass es die richtige Zeile ist und vielleicht ändere ich die Musik etwas, damit es passt. Aber meistens ist die Musik zuerst da. Auf gewisse Weise hat man eine größere Freiheit, wenn man ein Gedicht schreibt, das gelesen oder gesprochen werden soll – man muss nicht so sehr übers Atmen nachdenken, man muss nicht überlegen, welche Vokale funktionieren werden und welche nicht, je nachdem in welcher Tonlage sie sind. Man kann einfach das auswählen, was einem vom Klang gefällt. Wenn man Wörter schreibt, die gesungen werden sollen, ist man viel weniger frei. Ich habe so mit etwa sieben oder acht Jahren damit angefangen, Gedichte zu schreiben – bevor ich Musik komponiert habe – und das liegt bei uns in der Familie, obwohl ich das erst vor ca. 10 Jahren herausgefunden habe. Ich habe erfahren, dass meine Großmutter väterlicherseits direkt von den O’Dalaighs abstammt, die vor einer langen Zeit über viele Generationen hinweg Dichter waren. Einige Gedichte meines Vaters wurden gedruckt und meine 16-jährige Nichte Molly schreibt inzwischen seit einigen Jahren Gedichte, ganz spontan. Es liegt uns also im Blut. Ich glaube, dass ich mir schon immer bei den Texten viel Mühe gegeben habe, denn Worte haben solch eine Macht und es ist eine Schande, wenn man damit faul oder nachlässig umgeht. Wenn die Leute nett genug sind zuzuhören, dann schuldet man ihnen, dass man sich Mühe mit dem gibt, was in ihren Ohren landet.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexartwork2.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1238" title="foveahexartwork2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexartwork2.jpg" alt="" width="277" height="261" /></a>Du nennst W. B. Yeats und Samuel Beckett als Einflüsse. Hat dabei irgendeine Rolle gespielt, dass beide Künstler Iren waren? </strong></em></p>
<p>Gar keine. Es gibt viele andere irische Dichter und Schreiber, die mich nicht besonders berühren. Gleichzeitig liebe ich Rumi und ich bin keine Türkin. Ich schätze georgische Musik sehr und ich bin keine Georgierin. Wer weiß schon, warum einen manche Dinge ergreifen und andere nicht?</p>
<p><em><strong>Du hast einmal erwähnt, dass du die Vorstellung von Wandelbarkeit magst, was Auftritte anbelangt. Auf dem Donaufestival musstet ihr ohne einige technische Gerätschaften auskommen (und wart dennoch sehr erfolgreich). Was kannst du von eurem Auftritt in Frankreich für die Cartier Foundation [wo kürzlich eine umfangreiche David Lynch-Ausstellung namens “The Air is on Fire“ zu sehen war] berichten? </strong></em></p>
<p>Das wichtigste war, dass es draußen stattgefunden hat – da gibt es eine Fläche hinter der Foundation, die etwas von einem kleinen Amphitheater hat. Es gab zwei zentrale Dinge, die wir nicht vorhergesehen hatten – zum einen hatten wir das Licht falsch eingeschätzt, deshalb konnten wir nicht die wundervolle Hintergrundprojektion nutzen, die Christina Vantzou (von THE DEAD TEXAN) für uns vorbereitet hatte. Und zum anderen gab es ziemlich viel Wind, und dadurch gab es eine Menge unerwarteter Geräusche: Der Wind blies durch die Klanglöcher des Cellos und in die Mikrophone. Das passierte auch während des letzten Liedes – das war ein neues Stück, in der eine Zeile, die “even the wind in the trees sings for everyone“ lautet, wiederholt wird. Das war fantastisch; es war so, als ob der Wind Backingvocals für uns gesungen hätte! Es schien während des Songs wirklich so viel lauter zu werden. Wir alle haben diese Wogen wahrgenommen! Einige im Publikum haben es auch bemerkt. Und während wir ”While You’re Away“ sangen, bei dem es Vögel im Mittelteil gibt, konnte man echte Vögel während der leisen Stellen hören und das hat uns auch sehr gefallen! Der Auftritt hat wirklich ziemlich gut geklappt – ich glaube, etwa dreiviertel des Publikums haben eine oder alle CDs hinterher gekauft – es gab nur einen, der verkauft hat und er wurde von dem Ansturm fast überrollt. Wir haben uns das von einem Penthouse des Gebäudes aus angesehen (das während Auftritten als Garderobe verwendet wird). Es war ein seltsamer Anblick und ein seltsames Gefühl zu sehen, wie viele warteten um eine CD zu kaufen. David Lynch selbst haben wir nicht getroffen, weil er den nächsten Tag bei einer Meditationskonferenz in den USA sein musste und er deshalb schon gegangen war. Ich denke, dass er gerade versucht, Meditation ins Schulcurriculum zu bekommen, ist ziemlich bewundernswert, das war also ein Trost!</p>
<p><em><strong>Denkst du, eine Ähnlichkeit zwischen deiner Arbeit und der von David Lynch ist, dass ihr beide dem Zuschauer/Zuhörer genug Raum lasst, in dem sich die Imagination entfalten kann und dass ihr nicht einfach/einfache Antworten gebt? </strong></em></p>
<p>Es war für mich interessant in seinem Buch ”Catching the Big Fish“  zu lesen, dass wir tatsächlich auf sehr ähnliche Weise arbeiten. Er beginnt mit einem fragmentarischen Bild oder mehreren Bildern, die sich ihm zeigen – er beginnt nicht mit einem Konzept oder Entwurf, das oder den er vorher fertig gestellt hat. Anfangs hat er keine Ahnung, wie das Ende aussehen wird. Er arbeitet im Dunkeln und die Arbeit nimmt ein eigenes Leben an. Es war faszinierend, das zu lesen, weil ich immer gedacht hatte, dass er auf sehr präzise Weise arbeitet, viel kalkulierter als so. Aber nein – es ist etwas willkürlich, unsicher, eher so, als ob man den Bildern dient, ihnen folgt als dass man versucht, sie in der Form, die man haben will, an eine Tafel zu heften. Wie ich spürt er, dass man oftmals dem Unterbewussten vertrauen kann, dass es etwas viel Dynamischweres und Großartigeres bereitstellt als das, was man mit einem so genannten “bewussten“ Ziel erreichen kann um etwas Spezielles wiederzugeben. Wenn man nur aus dem schöpft, was man schon kennt, was man schon gelernt und verstanden hat (oder von dem man das annimmt!), scheint es mir so zu sein, dass alles etwas trocken ist – man holt Dinge aus den gleichen alten Schränken, in denen man seine Ideen und Konzepte verstaut hat. Letztlich sind die Zutaten aber abgestanden. Um auf andere Weise zu arbeiten, muss man vielleicht etwas Klarheit, einige bequeme Enden und einige simple Schlüsse opfern und der Hauch der Gefahr ist immer gegenwärtig, weil man keine Ahnung hat, was als nächstes passieren wird – aber der Geschmack ist um so vieles stärker! Es ist einfach ein Üben von Vertrauen.</p>
<p><em><strong>In einem Interview hast du erwähnt, dass heutzutage das Bezahlen nicht mehr so wichtig ist (wegen (illegalen) Downloads etc.). Ist die Art und Weise der Verpackung der Trilogie eine Reaktion auf die oftmals gesichtslosen MP3s?</strong></em></p>
<p>Ja. Jüngere Leute kommen damit vielleicht besser klar, aber für mich ist es schwer nachzuvollziehen, wie man mit der Klangqualität von MP3s zufrieden sein kann und es macht mich traurig, zu wissen, dass es da draußen eine ganze Generation von Leuten gibt, die nicht wissen, dass es da eine Alternative gibt oder dass es eine andere Klangqualität gibt. Ich denke, dass das Fehlen des Artworks ebenfalls ein echter Verlust ist. Mir fehlt total etwas, wenn ich kein Cover oder kein Booklet habe. Aber vielleicht bin ich eine Bilderstürmerin! Was ich wirklich schwer verstehen kann, ist, wie die Leute mit dem illegalen Downloaden so leichtfertig umgehen können. Die Ironie dabei ist, dass sich diese Leute als “Musikliebhaber“ bezeichnen. Vielleicht glauben sie, dass es fünf Minuten dauert einen Song zu schreiben, eine weitere Stunde ihn aufzunehmen und es deswegen einfach ist, Musik in seiner “Freizeit“ einfach so rauszuhauen, während man 45 Stunden im Supermarkt arbeitet, um sich ab und an das neueste Upgrade für sein Laptop zuzulegen. Die Tatsache, dass “Musikliebhaber“ sich selbst bedienen können ohne etwas dafür zu zahlen und ohne eine Spur von Schuldgefühl zu haben, zeugt für mich von einem massiven Mangel an Vorstellungskraft, der große Teile unserer Kultur ganz allgemein durchzieht: Eine Unfähigkeit – oder vielleicht schlimmer: eine Weigerung – das Gesamtbild zu betrachten. Diese Leute haben ganz wörtlich genommen “keine Ahnung“. Aber die Frage der Bezahlung geht weiter als nur bis dorthin. Das illegale Downloaden ist nur ein kleines Beispiel eines viel größeren Problems, das man in vielen weiteren Bereichen sehen kann. Bezahlung und ein Opfer zu bringen werden als lästige Pflichten gesehen, die man unbedingt vermeiden muss und nicht als notwendige Gesten um die Balance aufrechtzuerhalten. Bedürfnisse und Genuss können nicht unendlich befriedigt werden ohne die entsprechenden Gesten. Wir fangen gerade an, das zu sehen und ich denke, künftig werden wir das noch viel mehr spüren.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexartwork3.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1239" title="foveahexartwork3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/foveahexartwork3.jpg" alt="" width="264" height="242" /></a>Wie bist du mit Jochen Schwarz in Kontakt gekommen und warum hast du als Veröffentlichungsort Die Stadt gewählt? </strong></em></p>
<p>Ich habe Jochen über Andrew McKenzie kennen gelernt, der ihn mir wärmstens empfohlen hat. Er ist großartig und ich hoffe, dass wir weiterhin zusammen arbeiten werden!</p>
<p><em><strong>Brian Eno hat über deine Musik gesagt, dass es “einige der außergewöhnlichsten Lieder sind, die ich in den letzten Jahren gehört habe“. Wie fühlt man sich, wenn man solch ein Lob vom “godfather of ambient“ bekommt? </strong></em></p>
<p>So etwas von ihm zu hören, ist wirklich ein hohes Lob! Er war über die Jahre hinweg eine Quelle der Hilfe und Ermutigung – oftmals denke ich, dass er mehr Vertrauen in mich setzt, als ich es selbst tue!</p>
<p><em><strong>Man hat den Eindruck, dass es nicht so viele Frauen gibt, die Musik jenseits des Mainstreams machen (z. B. im Bereich Soundscapes etc.). Eine ähnliche Beobachtung zeigt sich, wenn man auf Konzerte geht oder mit Leuten spricht, die einen Mailorder haben (auch als Hörer scheinen Frauen in der Minderheit zu sein). Hast du dafür eine Erklärung? </strong></em></p>
<p>Ich weiß nicht wirklich genug über die aktuelle Szene um das sinnvoll zu beurteilen. Alles was ich sagen kann, ist, dass sich Frauen ganz allgemein (und natürlich gibt es da Ausnahmen!) nicht so leicht von Geräten und Technologien verführen oder faszinieren lassen wie Männer – es ist wie eine Sprache, die uns nicht so sehr anspricht. Deshalb arbeiten nicht so viele im Bereich Electronica. Aber ich finde es nie bemerkenswert oder seltsam, dass Männer und Frauen nicht gleich sind und nicht die gleichen Vorleiben teilen. Warum sollte das so sein?</p>
<p><em><strong>Du hast von einigen neuen Songs gesprochen, die gerade “ausgebrütet“ werden. Werden die in eine ähnliche Richtung gehen, wie die  “Neither Speak Nor Remain Silent”-Trilogie? </strong></em></p>
<p>Ich weiß noch nicht. Wenn der Prozess beginnt und sich die Ideen bewegen, scheint es so zu sein, dass alles ein eigenes Leben entwickelt. Ganz allgemein ist es eher ein Balanceakt als eine Ausübung von Kontrolle. Ich denke, dass es so wichtig ist, dass man sensibel ist bezüglich der Veränderungen, die passieren, sensibel bezüglich der Zusammenstöße  deiner Ideen und was passiert, wenn sie die “Realität“ treffen und man muss das Bild anpassen und sich nicht strikt an einen vorgefassten Plan halten und versuchen diese unvermeidlichen Zusammenstöße zu vermeiden. Bewegung ist Bewegung – man muss einen starken Gleichgewichtssinn haben, sodass man den Unterschied zwischen einer relativ kleinen Abweichung und einem totalen Entgleisen erkennen kann. Und das Gefühl für die Absicht und den Zweck muss stark genug sein um ein gewisses Maß der Abweichung zu überleben. Sich immer vor dem Unerwarteten zu schützen, ist nicht nur sinnlos – es ist eine riesige Energieverschwendung und in vielerlei Hinsicht ist es eine Art Tod, eine Ablehnung des Lebens. Es ist viel aufregender zu akzeptieren, dass man sich bewegt, als dass man darauf besteht, alles in eine vorherbestimmte Form zu zwingen, die abstrakt da war, bevor die Bewegung begonnen hat. Ich erinnere mich an ein lustiges Gespräch, das ich vor Jahren mit Brian Eno führte – wir unterhielten uns darüber, dass man Texte schon mal falsch versteht. Er hatte eine alte Aufnahme eines Gospelsongs gehört und der Refrain war “Surrender to the Will“ – das wurde mehrfach wiederholt, mit viel Bewegung und Händeklatschen. Aber er verstand “Surrender to the Wheel“ – wir fanden das beide toll! Man kann vielleicht sagen, dass beide Formulierungen das gleiche ausdrückten, aber wir kamen darin überein, dass die zweite, die imaginierte, eigentlich viel eloquenter war.</p>
<p>(M.G., D.L., S.L.)</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
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