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	<title>African Paper &#187; Gruselthon</title>
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		<title>DONKMEISTER: To Go</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Dec 2024 05:50:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hinter dem Namen Donkmeister verbirgt sich eine Künstlerpersönlichkeit, die in der Vergangenheit bereits in verschiedenen musikalischen Gefilden gewirkt hat. Unter seinem Familiennamen Verhülsdonk bezauberte er mit Beiträgen zu den Gruselthon-Compilations &#8220;Empire of the Four Moons&#8221; und &#8220;My Universal Hammer&#8221;. Dort &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/12/14/donkmeister-to-go/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/togo.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44027" title="togo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/togo-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hinter dem Namen Donkmeister verbirgt sich eine Künstlerpersönlichkeit, die in der Vergangenheit bereits in verschiedenen musikalischen Gefilden gewirkt hat. Unter seinem Familiennamen Verhülsdonk bezauberte er mit Beiträgen zu den Gruselthon-Compilations <a title="V.A.: Enko Landmann’s Empire of the Four Moons" href="http://africanpaper.com/2022/11/05/v-a-enko-landmanns-empire-of-the-four-moons/">&#8220;Empire of the Four Moons&#8221;</a> und <a title="V.A.: My Universal Hammer – Enko Landmann’s Scary Songbook Of Horrors" href="http://africanpaper.com/2021/04/17/v-a-my-universal-hammer-enko-landmanns-scary-songbook-of-horrors/">&#8220;My Universal Hammer&#8221;</a>. Dort entfaltete er in Tracks wie „Moonphasing or The Negative Albedo Prank“ eine düster-melodische Ambient-Landschaft und ließ mit <span id="more-44025"></span>„La Casa Abbandonata“ einen loopgetriebenen elektronischen Score erklingen, der zumindest den Verfasser dieser Zeilen an frühe John Carpenter-Werke erinnerte. Doch Donkmeisters Wurzeln reichen noch weiter zurück: Bereits in den achtziger und neunziger Jahren schuf er als Teil von Projekten wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=AH1Hb-rl7mM">Der Große Zerstörer</a>, den <a href="https://www.youtube.com/watch?v=PpGr56xb5o4">Lawyers of Death</a> oder <a href="https://www.youtube.com/watch?v=rp-uGJGNrNU">Reverend Parsley’s Bible Society</a> eigenwillige Musik im weiten Feld zwischen Synthwave, Postpunk, Outsiderfolk und anarchischer Experimentierwut. Der Fama zufolge soll er schon in seiner Jugend mit Klängen sein Unwesen getrieben haben.</p>
<p>Mit seinem lange überfälligen ersten Longplayer &#8220;To Go&#8221;, gerade erschienen beim bereits genannten Qualitätslabel, legt Donkmeister ein monumentales Werk vor, das, auch was die enigmatischen Referenzen der Tracktitel angeht, seine unverkennbare Handschrift trägt. Zwischen den Türmen analoger Synthies und historischen Klangerzeugern entstand ein Album, das nicht nur von technischer Opulenz, sondern auch von kreativer Kühnheit geprägt ist. Die sechs Stücke führen durch barock anmutende und gleichsam futuristische Parallelwelten, durch Spiegelkabinette voll hypnotischer Klangschleifen und dekonstruktive Soundlabore.</p>
<p>Der Opener „Isolationsfehler“, der die Atmosphäre der mittleren 80er atmet, beginnt mit einem einfachen Takt, zu dem sich rumorende Synthies gesellen. Die zunächst semi-minimalistische Bewegung wächst zu einem eleganten Tanz, der sich auf einem imaginären Laufsteg durch eine dunkle Halle bewegt. Raue, brattelnde Synth-Riffs schrecken für Momente aus der hypnotischen Verzückung, bevor sich die zombiehaft tänzelnde Dynamik fortsetzt. Mit „Samadhi Tank Rafting“ betritt Donkmeister episches Terrain. Das über zwanzigminütige Stück dreht sich um ein rasendes Cembalo-Motiv, dessen tranceinduzierender Wirkung man sich kaum zu entziehen vermag. Obwohl der Titel meditative Stille suggeriert, entfaltet der Track eine fiebrige Intensität, die immer wieder durch schillernde, obertönige Klangillusionen gekrönt wird. Fremdartige Sounds, entrückte Synthie-Melodien aus der Asservatenkammer klassischer Horrorfilme und mysteriöse, fast geisterhaft versteckte Vocals (ein aus fernen Dimensionen herbeigewehter Frauenchor, ein krächzender, grummeliger Geselle?) sorgen für eine surreale Cinematik, die sich perfekt als Score für einen Sci-Fi-Film mit subtilen Gothic-Anklängen eignen würde. Irgendwann scheint sich wie Rauchwolken eine gewisse Zerfleddertheit über die Musik zu legen, die davon immer mehr geschluckt wird, während sarkastische Fanfaren das ganze begleiten.</p>
<p>„Doubtmills“ spielt mit verspielt-trunkener Leichtigkeit. Es klappert, fiept und brummt wie in einem nostalgischen Computerspiel-Soundtrack, bevor barock anmutende Hochtöner gegen Ende die Szenerie immer mehr beherrschen &#8211; ein faszinierender Kontrast zur hymnischen Kürze von „Fanfare For The Corona Mn“, das sich mit entrücktem Synth-Pathos aufbaut, nur um in seiner Mitte bereits leise zu verblassen: Hier bekommt der Antiklimax seine ganz eigene Hymne. Das darauf folgende großartige Vanitasstück, dessen Titel so lange wie das Vaterunser ist, fasziniert durch sein düsteres Brummen, das von einer fast jauchzenden Orgel durchbrochen wird. Die psychedelischen Effekte, die versteckten rhythmischen Ansätze und hohen Synthie-Fanfaren, die sich irgendwann zu tremolierenden Ornamenten steigern, schaffen eine ständige Spannung zwischen Aufbruch und Zurückhaltung. Immer wieder scheint es, als würde das Stück lospreschen, doch die Orgel hält es in der Struktur einer Ouvertüre gefangen.</p>
<p>Das Finale „Hopelucination“, dessen Titel eine mehrkwürdig zirkuläre Brücke zum Opener schlägt und die versteckte Melancholie des Albums für den Augenblick eines Augenblicks deutlich aufblitzen lässt, führt in ruhigere Gefilde, zumindest auf den ersten Eindruck. Verrauscht und verträumt entfaltet es sich subtil, zieht bei genauerem Hinhören aber noch einmal alle Register, lässt Fanfaren trällern, hohe Synthie-Ornamente erzittern und Orgelsounds brummen. So fährt das Stück, das immer wieder für Momente an das Titelthema eines ungekannten Thrillers erinnert, noch einmal hoch, bevor es dann endgültig zerfällt, flankiert von einem stilvollen Huster.</p>
<p>Dass &#8220;To Go&#8221; formell gesehen ein Debüt ist, glaubt man kaum, denn seine zum Teil monumentale Opulenz, hinter der man eine feinsinnige Ironie vermuten darf, und mehr noch sein Ideenreichtum lassen schon auf den ersten Eindruck auf den Erfahrungsschatz eines vermutlich schon immer kompromisslos Verspielten schließen, der schlicht wenig Drang verspürt, die Aufmerksamkeit eines größeren Publikums zu suchen und selbst zu diesem ersten Soloalbum wahrscheinlich noch genötigt werden musste. Dass dieses dem Titel entsprechend auch en passant goutiert werden kann, ist dank seiner Eingängigkeit durchaus richtig, doch verpasst man dabei manch tiefere Ebene, die sich einem erst vollends erschließt, wenn man die vielen falschen Fährten, die Stockungen, Richtungswechsel und ungeahten Brücke angemessen wahrnimmt, die im markanten Pathos von &#8220;To Go&#8221; versteckt sind. Und genau deshalb empfehle ich die CD Gelegenheitshörern und deep Listeners zugleich als Score für die anstehende kalte Zeit. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Gruselthon</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=435859931/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>V.A.: I Think Of Demons &#8211; A Tribute to Roky Erickson Vol. 1</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Aug 2024 00:33:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal kommt zusammen was zusammenkommen muss. Das von dem Oberhausener Enko Landmann betriebene Label Gruselthon feierte seit Beginn seiner Aktivitäten nicht nur die unterschiedlichsten Spielarten abwegiger Musik, sondern auch allerhand finstere Gestalten, die unsere fantastischen Tag- und Albträume heimsuchen und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/08/24/v-a-i-think-of-demons-a-tribute-to-roky-erickson-vol-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/itod.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42041" title="itod" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/itod-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Manchmal kommt zusammen was zusammenkommen muss. Das von dem Oberhausener Enko Landmann betriebene Label Gruselthon feierte seit Beginn seiner Aktivitäten nicht nur die unterschiedlichsten Spielarten abwegiger Musik, sondern auch allerhand finstere Gestalten, die unsere fantastischen Tag- und Albträume heimsuchen und den kreativeren Teil der Menschheit bereits zu unzähligen Romanen, Filmen, Comics und Platten inspirierten. <span id="more-42039"></span>Keinesweg wunderte es mich dann vor einigen Monaten zu erfahren, dass der Kurator auch ein glühender Fan des legendären texanischen Sängers, Gitarristen und Songschreibers Roky Erickson ist, der bereits in den 60ern mit seiner Band 13th Floor Elevators Musikgeschichte schrieb und nach deren Auflösung solo und in verschiedenen Konstellationen weiterhin großartige Alben aufnahm.</p>
<p>Erickson zählte mit besagter Combo zu den maßgeblichen Begründern dessen, was als Psychedelic Rock in die Annalen der Musikgeschichte eingehen sollte. Viele der auf den drei regulären Alben, v.a. aber auf dem bahnbrechenden Debüt &#8220;The Psychedelic Sounds Of The 13th Floor Elevators&#8221; vertretenen Songs muten für ein paar Sekunden wie angenehm hörbare, mit viel Rhythm &amp; Blues-eingefärbte Beatmusik an, bis die kleinen Störfaktoren, für die der eine oder andere schon das passende Ohr haben mag, die bei vielen aber noch für einige Momente der Verdrängung anheimfallen, immer deutlicher werden und bald unüberhörbar an die Oberfläche dringen. Garagige Omen eines schnoddrigen Protopunk, zerfletterte Kompositionsstrukturen, trippiges Tremolo allenthalben, schwindelerregende dionysische Dröhnung, die u.a. dem basswummernden Einsatz eines elektrifizierten Jug zu verdanken war, und vor allem die Signatur eines Getriebenen in den intensiven, wandlungsvollen Vocals des Frontmannes erhoben die 13th Floor Elevators von Beginn an über die Doors und Jefferson Airplanes dieser Welt und machten ihren Konsum für viele zu einer reizvoll riskanten Angelegenheit.</p>
<p>Auch wenn neunmalkluge Berufsdenker den Autor an sich seit Jahrzehnten bereits für tot zu erklären versuchen, kann man die Abgründigkeit der musikalischen Trips dieser Band nicht ohne die Persönlichkeit ihres Sängers und Chefideologen betrachten. Erickson war wahrscheinlich das, was man heute eine hochsensible Persönlichkeit nennen würde, und sein schonungsloser Umgang mit den Potenzialen seines Geistes und recht bald auch mit Substanzen aller Art brachten ihn über kurz oder lang an die Grenze zur Psychose und zeitweise wohl ein paar Schritte darüber hinaus. So verbrachte er dann auch immer wieder gewisse Zeiten in Kliniken und Besserungsanstalten und vor allem auch für Jahre in relativer Zurückgezogenheit, in der nur seine fürsorgliche Mutter und einige wenige Freunde persönlichen Zugang zu ihm hatten.</p>
<p>Für seine Musik hatten diese Persönlichkeitszüge gute und schlechte Auswirkungen, die zu beurteilen auch immer von den Geschmacksfragen des jeweiligen Publikums abhängen. Oft kam es mit seinen Kollegen zu getrennten Wegen und gerade in Zeiten nach den Elevators gab es zahlreiche stilistische Brüche. In weniger erschöpften Zuständen hätte es vielleicht noch mehr Musik gegeben, doch die Abgründigkeit und fantasievolle Natur seiner Musik profitierten in jedem Fall von den Richtungen, die sein Leben nahm (während ein anderer Bandkollege musikalisch verstummte und später Karriere bei Scientology machte, doch das ist freilich eine andere Story). Die unberechenbaren Stimmen und Nachtgesichte in seinem Kopf flossen in reichhaltigen Bildern in die Texte gerade seines Solowerks, dabei bediente er sich eines Arsenals an Figuren, die er Filmen und Büchern entlehnte: Vampire, Dämonen, Geister, Teufel, Aliens, hybride Kreaturen und Mutanten, und dann der immer wieder gefühlt im Minutentakt zwischen Himmel und Hölle hin und her springende Hop Scotch des vielleicht mysteriösesten aller Bewusstseinszustände, nämlich der Liebe, die oft fälschlicherweise als Gefühl bezeichnet wird.</p>
<p>Mit dem Tribute &#8220;I Think of Demons&#8221;, das den hoffnungsfroh stimmenden Zusatz &#8220;Vol. 1&#8243; trägt, setzt Gruselton dem Genie dieses Musikers ein kreatives Denkmal, welches darüber hinaus auch einige der wichtigsten musikalischen Acts aus dem Umfeld des Labels zusammenbringt – plus einige Künstler, deren Werk Landmann bisher aus der Ferne bewunderte. Das Resultat ist beachtlich, und eine der Qualitäten, die gleich in den ersten Minuten des ersten Hördurchgangs auffallen, ist die Bandbreite hinsichtlich der Entscheidungen, wie nah bzw. fern sich die beteiligten Acts an dem Originalmaterial bewegen wollten. Die folgende, gezielt auf Abwechslung setzende Anordnung der einzelnen Beiträge leistet diesem Eindruck freilich Vorschub.</p>
<p>Das mir bislang unbekannte Projekt BAR eröffnet die Sammlung gleich mit einem Gassenhauer, nämlich dem Titeltrack des Mitte der 80er erschienenen Soloalbums &#8220;Clear Night for Love&#8221;, und schaltet bei dem sehr eingängigen beschwingten Stück mit seinen vulnerablen Untertönen ein oder zwei Gänge herunter – der Song könnte in der Version wunderbar den Abspann eines Films untermalen. Eher auf Transformation setzen die vielen unserer Leser wohl bekannten Bostoner Violet Nox: Wie interessanterweise die meisten Beteiligten wählten die futuristischen Psych-Elektroniker mit &#8220;Stand for the Fire Demon&#8221; einen Song des ebenfalls aus den 80ern stammenden Roky Erickson and the Aliens-Albums &#8220;The Evil One&#8221;, dessen von Ericksons gepresster Stimme und einem zünftigen Hardrocksound geprägten Stil sie in eine ergreifend sehnsuchtsvolle Synthienummer verwandeln, die wie aus einem verhallten,  nebelverhangenen Club herübergeweht scheint und dabei das Nokturnale unangetastet lässt. Würde man das Original nicht kennen, könnte man den Song glatt für einen ihrer eigenen halten, und sollte jemals jemand die Zeitmaschine erfinden, so sollte man die Version wie sie ist in die besten Clubs der 80er verpflanzen, sie wäre ein Höhepunkt in jeder dunklen Tanzveranstaltung.</p>
<p>Während sich Los Buerlecitiños wieder recht nah am Original bewegen, und einem der bekanntesten Klassiker der Elevators, dem ratternden, wusseligen und von Verzweiflung getriebenen Abgesang auf eine unbalancierte Liebe &#8220;You&#8217;re gonna miss me&#8221; ein Denkmal setzen, überführt Allysen Callery das in seinem akustischen Strumming und der endlos anmutenden Repetition des Titels beschwöhrend anmutende 86er Solostück &#8220;I am&#8221; in das Dämmerlicht eines spukhaften Neuengland, wo der Teufel sich zwischen dem sanften Finger Style und dem traumwandlerischen Gesang gerade so gut zu verstecken weiß wie er will. Birds That Change Colour nehmen sich mit &#8220;Don&#8217;t Fall Down&#8221; einen Elevatorsklassiker vor und heben dessen exzentrische Details noch deutlicher hervor, Fenton Weills dagegen spielen das unglaublich aufwühlende &#8220;Roller Coaster&#8221; vom Debüt etwas dumpfer, kauziger und zugleich introvertierter, besonders stark wirkt hier der Kontrast zwischen federleichten Takten und kernigem Saitenspiel. Die Nürnberger Garage Psych-Rocker Shiney Gnomes wissen besonders die Melancholie aus dem 69er &#8220;May the Circle Remain Unbroken&#8221; mit seinem sensiblen Gesang vor zerfleddderter Klangkulisse herauszukitzeln.</p>
<p>Weiter geht&#8217;s mit zwei weiteren Stücken vom &#8220;The Evil One&#8221;-Album. Mit berührenden Streichern, ätzenden Saiten, einem aufgeweckt klingelnden Banjo und vor allem dem feierlichen Pathos eines stark in den Vordergrund gemischten Gesangs demonstrieren die Hamburger Newcomer Giant Crow, wie viel Drama in dem Song &#8220;If you have Ghosts&#8221; mit seinen im Original kraftvollen Rockriffs steckt, einem eindringlichen Stück über den Reichtum der Besessenheit &#8211; kein schlechtes Thema für all jene, die sich wie der Verfasser dieser Zeilen für eine hanseatische Antwort auf den sogenannten Denver Sound begeistern können. Die Cosmic Kangaroos, bei denen ein Frosch, eine bewaffnete Gangsterbraut und einer der Marx Brothers am Werk sind, haben sich &#8220;Creature with the Atom Brain&#8221; vorgenommen, im Original ein Paradebeispiel für den abgründigen nächtlichen Bikerrock des Erickson der 80er. Ohne sich allzu stark von diesem zu entfernen, schlagen die Kängurus in ihrer Interpretation die Brücke zum klassischen Elevators-Feeling, in dem sie den Song besonders psychedelisch kratzen, piepen, orgeln, jaulen und klingeln lassen.</p>
<p>Im finalen Drittel der Sammlung dominieren &#8211; abgesehen von Aeon Crypt mit ihrer staubig schleppenden und dennoch die klanglichen Kontraste stark konturierenden Doom-Stoner-Hardrock-Version von &#8220;Two Headed Dog&#8221;– die filigraneren Töne und lassen wahrscheinlich viele Leser unseres Magazins besonders auf ihre Kosten kommen. Da wäre zum einen die originelle Interpretation des (ebenfalls wieder vom besagten 80er Album stammenden) &#8220;Night of the Vampire&#8221; von keinen Geringeren als Walker Philips und Caira Paraval, die privat ein Paar sind und neben ihren Soloarbeiten noch zusammen in der Band Tabernacle spielen. Im Gegensatz zu ihrem ansonsten eher akustisch dominierten Acid Folk gehen die beiden hier mit nostalgischen Synthies zu Werke. Griffige kreisende Klangflächen, unterschwellige Dröhnung, Eispickelbeats, männlich-weiblicher Gesang und markerschütternde Schreie, die direkt aus einem Film von Mario Bava gefallen sein könnten, machen hier aus der energischen Rocknummer ein ganz anderes Stück. Ein weiteres besonderes Highlight ist Kristine Jungs originelle Interpretation des kraftvollen Nachtstücks &#8220;Cold Night For Alligators&#8221;, dem sie mit fragilem Gesang, Kinderstimmen, einer versteckten instrumentellen Opulenz und v.a. einer leisen, unprätentiösen Beiläufigkeit gerade eine besondere Intensität verleiht.</p>
<p>Den Abspann bestreitet dann Adam Geoffrey Cole alias Trappist Afterland, dessen neues Album bald in den Startlöchern stehen wird. Und da sich für ein gutes Finale kaum etwas besser eignet als ein Song, der mit wenigen Mitteln ganz großes sagt, hat er &#8220;Mighty is our Love&#8221; vom den 87er &#8220;Holiday Inn&#8221;-Tapes. Dem fisselig-improvisiert wirkenden Strumming aus locker gespannten Saiten und dem berührenden Text stellt er zusätzlich auch durch seinen sensibel tremolierenden Stimmeinsatz eine versöhnende Note zur Seite, die niemanden kalt lassen sollte. Mein Fazit ist kurz und besagt, dass diese gelungene Anthologie &#8211; mit Vorfreude auf Teil 2 &#8211; ein wunderbarer Anlass ist, den Ericksonkosmos kennen zu lernen und obendrein mehr als zwei Handvoll Acts, deren Oeuvres einen mehr als soliden Kern einer &#8220;neopsychedelischen&#8221; Plattensammlung bilden können. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Gruselthon</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=555982252/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Mich interessiert das Spannungsfeld von Schönheit und Vergänglichkeit. Ein Interview mit Kristina Jung</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2024 06:03:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als vor rund zehn Jahren die Sängerin Kristina Jung wie aus dem Nichts mit einem beeindruckenden Debüt auftauchte, war ich v.a. von der Subtilität angezogen, hinter der man, wie ich damals schrieb, &#8220;die Tiefe und die zum Teil abgründige Schwermut &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/04/06/mich-interessiert-das-spannungsfeld-von-schonheit-und-verganglichkeit-ein-interview-mit-kristina-jung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale_too.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-40493" title="kristina_jung_by_frank_bale_too" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale_too-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als vor rund zehn Jahren die Sängerin Kristina Jung wie aus dem Nichts mit <a title="KRISTINA JUNG: Into the Light that I have Known EP" href="http://africanpaper.com/2014/10/11/kristina-jung-into-the-light-that-i-have-known-ep/">einem beeindruckenden Debüt</a> auftauchte, war ich v.a. von der Subtilität angezogen, hinter der man, wie ich damals schrieb, &#8220;die Tiefe und die zum Teil abgründige Schwermut der fünf Tracks glatt überhören könnte&#8221;. Etwas Heimelig-Unheimliches umgab die Songs, in deren verhuschten Folk-Anklängen eine versteckte Dramatik durchschimmerte, die gerade deshalb so wirkungsvoll war, weil sie <span id="more-40341"></span>nicht mit dem Zaunpfahl winken musste. Seit diesen Tagen hat die nach verschiedenen Stationen heute in Freiburg im Breisgau lebende Sängerin und Musikerin eine große Wegstrecke zurückgelegt, neben ihrer Arbeit (u.a. im akademischen Bereich) und dem ebenfalls sehr arbeits- und planungsintensiven Familienleben ist die Musik nur ein Bereich, dem sie immer wieder mit einer beachtlichen Intensität nachgeangen ist. Dass sie, wie sie im folgenden Interview sagen wird, nur maximalistisch kann, ist in jeder Sekunde auf ihrem vor knapp zwei Jahren erschienenen <a title="KRISTINA JUNG: Care &amp; Explosion" href="http://africanpaper.com/2022/12/03/kristina-jung-care-explosion/">Album &#8220;Care &amp; Explosion&#8221;</a> zu hören, einem vielgestaltigen Werk voll emotionaler Grenzgänge und doch bar jeder Sentimentalität, in dem man wie in einer abgedunkelten Wunderkammer oder in den abseitigeren Sammlungen eines Naturkundemuseums auf Entdeckungsreise gehen kann und geradezu hofft, sich zu verlieren. Das sie eine solche Atmosphäre ohne plakative Kontraste mit einer einnehmenden Schönheit zu verbinden weiß, ist eines der vielen Themen, um die es in unserem Interview geht.</strong></p>
<p><strong><a title="I’m interested in the tension between beauty and transience. An Interview with Kristina Jung" href="http://africanpaper.com/2024/04/06/im-interested-in-the-tension-between-beauty-and-transience-an-interview-with-kristina-jung/">English Version</a></strong></p>
<p><em><strong>Dein erster Longplayer “Care &amp; Explosion” erschien vor etwas über einem Jahr und wurde – nicht nur bei uns – mit einiger Begeisterung aufgenommen. Wie stehst du heute zu der Platte? Hat sich dein Blick auf die Musik nach einiger Zeit etwas verändert? </strong></em></p>
<p>Ich höre das Album recht selten. Eigentlich nur, wenn mein Mann es Gästen zeigt. Und dann freue ich mich einfach, dass ich das gemacht und geschafft habe, so ein lebendiges Album, mit all seinen Stärken und Schwächen zu schreiben und aufzunehmen.</p>
<p><em><strong>Könntest du dir vorstellen, dass du die Platte irgendwann mal wie das Werk einer anderen Person hören könntest, schlicht weil sich mit der Zeit so viel verändert hat? Ich komme darauf, weil es mir selbst manchmal mit meinen älteren Texten so geht…</strong></em></p>
<p>Schwer zu sagen, aber an der Platte hängen so viele Erinnerungen, Freud und Leid, kleine Siege und harte Kämpfe, da muss noch eine Menge Wasser den Bach runter, bis ich einen solchen Abstand habe.</p>
<p><em><strong>Du hast, soweit ich weiß, eine klassische Gesangsausbildung absolviert. Wie würdest du deine Entwicklung als Sängerin beschreiben? Gab es besondere Ideen, Paradigmen und vielleicht auch Aktivitäten, bevor deine heutige Karriere als Sängerin und Songwriterin geboren wurde?</strong></em></p>
<p>Ich hatte als Schülerin und zu Beginn meines Studiums tatsächlich viel klassischen Gesangsunterricht, aber ich habe, und das ist ein entscheidender Unterschied, nicht Gesang studiert. Opernsängerin war jedoch, als ich jünger war, ganz klar, mein Traumberuf. Doch je mehr Einblicke ich in die Opernwelt bekommen habe, desto bewusster wurde mir auch, dass ich mich immer wie ein Fremdkörper fühlen würde. Das hat sich zunächst angefühlt wie ein Scheitern, aber heute bin ich froh.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2440407283/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Wie kam es zu deiner Entscheidung, als Kristina Jung Musik aufzunehmen und aufzuführen?</strong></em></p>
<p>Das war weniger eine Entscheidung als ein organischer Prozess. Jung ist der Mädchenname meiner Großmutter, unter dem Namen habe ich meine ersten Konzerte gespielt und dann blieb er einfach. Und von den ersten eigenen Liedern und Konzerten bis hin zu den ersten Aufnahmen war es dann nur ein kleiner Schritt. Letztlich hat mein Gitarrenlehrer in den USA irgendwann während der Stunde gesagt „that sounds lovely, let me grab a mic“ und dann ging’s los.</p>
<p><em><strong>Es hieß mal, du hast dir das Studiohandwerk quasi autodidaktisch beigebracht. Stimmt das, und wenn ja, war das ein spielerischer Akt und wo lagen die größten Herausforderungen?</strong></em></p>
<p>Ja, auch das war das Ergebnis eines Scheiterns. Ich habe 2016 meine Dissertation abgebrochen und hing dann erstmal ziemlich in der Luft. Also habe ich mir Software, ein Handbuch und günstige Mikrophone besorgt und losgelegt. Das war auf jeden Fall naiv und spielerisch und das habe ich nach all den Jahren akademischen Ernstes und Leistungsdruck auch gebraucht. Ich liebe es, aufzunehmen. Nirgendwo sonst im Leben habe ich mehr Gestaltungsfreiheit. Ich habe eigentlich nur schöne Studioerfahrungen gemacht, aber trotzdem wollte ich nicht immer auf irgendwelche Männer warten, die dann eine Vision von meiner Musik entwickeln. Ich wollte die Vision selbst umsetzen können.</p>
<p><em><strong>Gibt es eine besondere Art, wie du gemeinhin an neue Herausforderungen herangehst?</strong></em></p>
<p>Voller Angstlust.</p>
<p><em><strong>Zwischen deinr Debüt-EP “Into the Light that I have Known” und der Veröffentlichung des ersten Albums lagen mehrere Jahre, in denen du außerdem eine Familie gegründet und, wenn ich da richtig informiert bin, im akademischen Bereich gearbeitet hast. Hast du dir auch wegen der anderen Prioritäten mit der Musik Zeit gelassen, oder bist du auch einfach sehr gründlich und lässt den Ideen ihre Zeit, um heranzureifen? </strong></em></p>
<p>Also, ich habe während der Arbeit am Album zwei Kinder bekommen, dreimal den Wohnort gewechselt und dreimal den Beruf, ein Weiterbildung gemacht, wissenschaftlich veröffentlicht, ein Haus gebaut und, wie wir alle, eine Pandemie überstanden. Da ist einfach eine Menge Leben dazwischen. Aber ich habe eben auch gelernt, wie man ein Album macht, während ich es gemacht habe. Da brauchte es schon viel Zeit für Fehler. Außerdem habe ich Gitarre und Gesang gleichzeitig aufgenommen und ohne Click. Wenn ich es also am Ende eines tollen Takes vergurkt habe, dann konnte ich nicht einfach schneiden, sondern musste von vorne anfangen.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/lNBstAyJZX0?si=o3YXXMuog5qAjqae" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>In einigen deiner Songs steht der Körper in seiner Ausgesetztheit, Bedrohtheit und manchmal auch Versehrtheit, mit anderen Worten als unsicherer Ort einer immer überschreitbaren Grenze, im Zentrum. Wie kam das Thema zu dir? Möchtest du mit dieser Motivwahl auch ein Zeichen gegen die immer noch starke Tendenz idealisierter Körperbilder in populärer Ästhetik setzen?</strong></em></p>
<p>Ich glaube, das Thema war schon immer da. Das Leben ist so kostbar und wir sind so stark und so fragil zugleich, wie könnte ich da nicht drüber nachdenken? Ich glaube aber auch, dass ich keine Frau kenne, die sich ihrer Verwundbarkeit nicht voll bewusst wäre. Wir haben im Patriarchat nicht das Privileg, uns unbesiegbar zu fühlen.</p>
<p><em><strong>Abgründiges kommt in deinen Songs oft zusammen mit einer halbverdunkelten Lieblichkeit vor. Was macht für dich den Reiz einer solchen Atmosphäre aus und gibt es da eventuell Vorbilder in anderen Medien?</strong></em></p>
<p>Ich glaube, mich interessiert das Spannungsfeld von Schönheit und Vergänglichkeit. Vorbilder gibt es da überall, David Lynch fällt mir sofort ein, Francis Bacon, Nan Goldin, Gregory Crewdson, Hieronymus Bosch, Christian Petzold, Sofia Coppola, Marcel Proust, Robert Musil. Ich sage manchmal in meinen Konzerten, dass es mein Ziel ist, alle heulend nach Hause zu schicken. Das ist natürlich ein Witz, aber andererseits glaube ich schon, dass etwas Kathartisches in einer Trauer steckt, die ein Kunstwerk in uns ausgelöst hat.</p>
<p><em><strong>Deine Musik ist voller Details, die man als versteckte Stör- oder zumindest heterogene Elemente begreifen könnte, und die den Songs einen besonderen Reiz geben (Beispiele wären das spukhafte Flüstern und andere Sounds in “Infant Thoughts”, eine hypnotische Spannung, die den von Schmerzlust erzählenden Text in “Domestic Bliss” begleitet, die Samples im Kontrast zur verwunschenen Melodie in “Ada”, aber oft auch die in einer subtilen Schwebe gehaltene Stimmung in vielen der Songs). Suchst du bewusst nach solchen Dingen, oder ergeben sie sich eher automatisch?</strong></em></p>
<p>Also, wenn mir ein Lied oder eine Aufnahme zu nett geraten sind, verspüre ich schon ganz klar den Drang, dem etwas entgegen zu setzen. Mir ist Komplexität lieber als Kohärenz und da ist eben die Produktion eines Stückes der ganz entscheidende Hebel, da kann man dann eben nochmal etwas in den Hintergrund basteln, das dem Stück etwas Unheilvolles verleiht.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-40495" title="kristina_jung_by_frank_bale" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale.jpg" alt="" width="1715" height="1286" /></a></p>
<p><em><strong>Als ein mit schwarzer Romantik aufgewachsener Nachtschwärmer habe ich mich vor allem in den Song “The North Water” verguckt, es ist eines meiner Favoriten auf dem Album. Was ist das für eine Geschichte, die du da erzählst?</strong></em></p>
<p>Ja, North Water ist definitiv auch einer meiner Lieblinge. Das ist das erste Stück, das ich für das Album aufgenommen habe. Das Groninger Museum, ein Kunstmuseum in Groningen, hat mich gebeten, für eines ihrer Exponate ein Stück zu schreiben, das die Besucher*innen dann im Audioguide hören können. Sie haben mir eine Datenbank aus Exponaten geschickt und ich habe mich für einen alten, niederländischen Schinken entschieden, Segelschiffe im Sturm, der Himmel reißt auf, die Sonne kommt durch, sowas. Es geht ums Abschiednehmen und ums Zurückbleiben, um Wut und Trauer und um den Schmutz und Charme einer Hafenstadt.</p>
<p><em><strong>Zu deiner Musik wurde u.a. gesagt, dass sie Folkeinflüsse ohne romantisches Idyll umsetzt. Ich würde das auch sagen, aber in meiner Wahrnehmung gab es auch in der Vergangenheit immer desillusionierende Brüche in derartiger Musik, und Folktraditionen entwickelten sich ja selten ohne andere musikalische Einflüsse. Gibt es Musik mit derartiger Ambiguität, die deine Hörgewohnheiten und deine eigene Kreativität besonders geprägt hat? </strong></em></p>
<p>Ja, na klar, das habe ich nicht erfunden, das gibt’s immer schon und überall. Bei Schubert und Schuman, Chopin, Mahler, da findet man diese Diskrepanz zwischen schöner Oberfläche und Abgrund ja auch. Während ich das Album aufgenommen habe, habe ich eine Menge Sorten Musik gehört. Viel Alt-J, Beyoncé, Ghostpoet, Madrugada, Massive Attack, Radiohead, Sevdaliza, und Marika Hackman. Alles sehr unterschiedlich Musiken mit der Gemeinsamkeit, dass sie schöne Melodien haben. Das ist mir wichtig.</p>
<p><em><strong>Das Album wurde zum Teil während deiner Schwangerschaft geschrieben. Würdest du sagen, dass es – auf wie auch immer verquere Weise – ein mütterliches Album geworden ist? </strong></em></p>
<p>Geschrieben war es eigentlich schon davor, aber aufgenommen habe ich es unter anderem auch während der Schwangerschaften oder mit Baby auf dem Rücken. Aber da ich mich vor den Kindern bereits ganz ausführlich mit Mutterschaft auseinandergesetzt habe und das auch in den Liedern thematisiere, ist es auf eine Art, wie du sagst, „verquer mütterlich“.</p>
<p><em><strong>Ich hatte “Care &amp; Explosion” in meiner Besprechung als “großes” Album bezeichnet und wollte damit – neben der musikalischen Qualität – auf die Fülle an Ideen, Themen und musikalischen Motiven hinweisen, vielleicht auch auf die große Bereitschaft zu einem so umfassenden Ausdruck. Würdest du bei einem kommenden Album wieder etwas reduktiver zu Werke gehen oder wäre das zu sehr geplant?</strong></em></p>
<p>Ich befürchte, ich kann nur maximalistisch. Sonst würde es schneller gehen.</p>
<p><em><strong>Sind dir die Stücke auf „Into the Light that I have Known“ immer noch nah, oder ist es für dich eher eine Platte aus der Vergangenheit? Wir finden, es hat großartige Momente…</strong></em></p>
<p>Danke! Ich höre wie gesagt nie rein, in beide Veröffentlichungen nicht. Mir geht’s ums Machen, was danach kommt, ist mir nicht so wichtig.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3259430425/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Worin unterscheiden sich die beiden Releases deiner Meinung nach besonders, auch hinsichtlich der Entstehungsprozesse?</strong></em></p>
<p>Bei „Into the light that I have known” wollte ich alles richtig machen. Bei „Care and Explosion“ nicht.</p>
<p><em><strong>Wie wir gehört haben, nimmst du bald an einer Tribute-Compilation zum Werk Roky Ericksons und der 13th Floor Elevators teil. Was für einen Song hast du ausgewählt und was können wir da erwarten?</strong></em></p>
<p>Ich habe mich für „Cold Night for Alligators“ entschieden. Mein Mann hat mal eine Compilation für Autofahrten gemacht, die so hieß, und auf der der Song auch drauf ist. Daher liegt er mir am Herzen. Außerdem lässt er sich gut singen und „Night of the Vampire“ war schon vergeben. Ich habe das Lied sehr verlangsamt und versucht, eher eine Hommage an Rokys besondere innere Verfassung zu machen als ein Cover. Das Stück ist also voller Perspektivwechsel und Brüche, ich habe eher filmisch gedacht als musikalisch. Aber am Ende ist es natürlich Musik.</p>
<p><em><strong>Gibt es weitere Pläne, mit denen du in den Startlöchern stehst? Natürlich sind wir gespannt, wann es wieder Zeit für ein neues Album ist?</strong></em></p>
<p>Das wäre schön. Aber de facto ist es in Deutschland praktisch unmöglich, Eltern zu sein, zu arbeiten und gleichzeitig noch künstlerische Ambitionen zu hegen, ich zumindest kenne kaum Eltern kleiner Kinder, die das unter einen Hut kriegen. Die Öffnungszeiten unserer Kita decken nicht mal unsere Arbeitszeiten ab, also ist schon der Arbeitsalltag eine absurde Jonglage zwischen Kita, uns als Paar und den Großeltern. Das Roky Erickson Cover konnte ich nur machen, weil ich so viele Überstunden angesammelt hatte, dass ich mehrere Wochen freinehmen konnte. Dieses Interview kann ich nur beantworten, weil ich krank daheim liege. Und mir fehlt etwas ganz Entscheidendes im Leben, und das ist Langeweile und Alleinsein. Das heißt nicht, dass ich aufgebe. Aber schon das letzte Album war ein unglaublicher Kraftakt für alle Beteiligten, meinen Mann, meine Eltern, meine beste Freundin und nicht zuletzt unsere Tochter, die eben viel auf mich und uns verzichten musste. Und auch ich musste im Anschluss erstmal sehr lange Pause machen.</p>
<p>Ich schätze, es ist überflüssig zu betonen, dass das Problem vor allem die Mütter betrifft. Während die meisten Väter auch nach Geburt der Kinder Hobbys behalten, beginnen die Mütter ihre Freizeit um die Familie herum zu organisieren. Freizeit ist dann, einen Osterstrauch zu basteln, Kleidung für die Kinder zu nähen, all sowas. Ich mache das so gut es geht nicht, zu dem Preis, dass es halt keine Osterdeko gibt und die Kinder nicht daheim Eier bemalen. Aber der Gewinn ist eben, dass ich einem recht ambitionierten Beruf nachgehen kann und es gelegentlich auch noch ans Klavier schaffe. Die Lösung ist politisch und sozial: Ohne mehr und bessere Betreuungsplätze und ohne eine gesellschaftliche Neubewertung von Mutterschaft und Vaterschaft werden wir immer an den Punkt kommen, an dem Frauen ab dem ersten Kind zunehmend unsichtbar werden in allem, außer eben der Tatsache, dass sie Mutter sind.</p>
<p>Interview: U.S. und A. Kaudaht</p>
<p>Fotos © Frank Bale</p>
<p><strong>Kristina Jung @ <a href="https://kristinajung.bandcamp.com/track/the-north-water">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/kristina-jung">Soundcloud</a> | <a href="https://www.facebook.com/kristinajungmusic/">Facebook</a> </strong></p>
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		<title>I&#8217;m interested in the tension between beauty and transience. An Interview with Kristina Jung</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2024 06:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Cosirecords]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselthon]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Woodland Recordings]]></category>

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		<description><![CDATA[When singer Kristina Jung appeared out of nowhere with an impressive debut around ten years ago, I was particularly attracted by the subtlety behind which, as I wrote at the time, &#8220;you could easily ignore the depth and sometimes profound &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/04/06/im-interested-in-the-tension-between-beauty-and-transience-an-interview-with-kristina-jung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale_too.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-40493" title="kristina_jung_by_frank_bale_too" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale_too-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>When singer Kristina Jung appeared out of nowhere with an impressive debut around ten years ago, I was particularly attracted by the subtlety behind which, as I wrote at the time, &#8220;you could easily ignore the depth and sometimes profound melancholy of the five tracks&#8221;. There was something homely and at the same time eerie about the songs, in whose faint folk echoes a hidden drama shone through, which was so effective precisely because it <span id="more-40339"></span>didn&#8217;t have to wave with the fence post. Since those days, the singer and musician, who now lives in Freiburg im Breisgau, has come a long way. In addition to her (partly academic) work and her family life, which also keeps her more than busy all the time, music is just one area that she pursues with considerable intensity. The fact that, as she will say in the following interview, she can only be maximalist, can be heard in every second of her album &#8220;Care &amp; Explosion&#8221;, which was released almost two years ago. It&#8217;s a diverse work full of emotional intensity and yet devoid of any sentimentality, in which one can go on a journey of discovery in a darkened cabinet of curiosities or in the weirder collections of a natural history museum and almost hope to lose oneself. The fact that she knows how to combine such an atmosphere with an engaging beauty without striking contrasts is one of the many topics that our interview is about.</strong></p>
<p><strong><a title="Mich interessiert das Spannungsfeld von Schönheit und Vergänglichkeit. Ein Interview mit Kristina Jung" href="http://africanpaper.com/2024/04/06/mich-interessiert-das-spannungsfeld-von-schonheit-und-verganglichkeit-ein-interview-mit-kristina-jung/">German Version</a></strong></p>
<p><em><strong><span><span>Your first long player “Care &amp; Explosion” was released a little over a year ago and was received with quite some enthusiasm – not just by us. </span><span>How do you feel about the record today? </span><span>Has your view of it&#8217;s music changed a bit after some time?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>I rarely listen to the album. </span><span>Actually only when my husband shows it to guests. </span><span>And then I&#8217;m just happy that I did that and managed to write and record such a lively album, with all its strengths and weaknesses.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>Could you imagine that at some point you could hear the record as if it was someone else&#8217;s work, simply because so much has changed over time? </span><span>I come to this because I sometimes feel that way myself with my older texts&#8230;</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>It&#8217;s hard to say, but there are so many memories attached to the record, joys and sorrows, small victories and hard battles, there&#8217;s still a lot of water that has to go down the drain before I can get that distance.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>As far as I know, you took classical singing lessons. </span><span>How would you describe your development as a singer? </span><span>Were there any particular ideas, paradigms and perhaps activities before your current career as a singer and songwriter was born?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>I actually had a lot of classical singing lessons as a student and at the beginning of my studies, but &#8211; and this is a crucial difference &#8211; I didn&#8217;t study singing. </span><span>However, when I was younger, being an opera singer was clearly my dream job. </span><span>But the more insights I got into the opera world, the more I became aware that I would always feel like a foreign body. </span><span>At first it felt like a failure, but today I&#8217;m happy.</span></span></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2440407283/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong><span><span>How did you decide to record and perform music as Kristina Jung?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>This was less of a decision and more of an organic process. </span><span>Jung is my grandmother&#8217;s maiden name, I played my first concerts under that name and then it just stayed. </span><span>And from the first songs and concerts to the first recordings it was only a small step. </span><span>Ultimately, at some point during the lesson, my guitar teacher in the USA said “that sounds lovely, let me grab a mic” and then we started.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>It was once said that you basically taught yourself the studio work. </span><span>Is that true, and if so, was it a playful act and what were the biggest challenges?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>Yes, that too was the result of failure. </span><span>I stopped my dissertation in 2016 and was left in limbo for the time being. </span><span>So I got some software, a manual and cheap microphones and got started. </span><span>That was definitely naive and playful and that&#8217;s what I needed after all these years of academic seriousness and pressure to perform. </span><span>I love recording. </span><span>Nowhere else in life do I have more creative freedom. </span><span>I actually only had nice studio experiences, but I still didn&#8217;t want to always wait for men to develop a vision for my music. </span><span>I wanted to be able to implement the vision myself.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>Is there a particular way you generally approach new challenges?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>Full of fearlust.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>There were several years between your debut EP “Into the Light that I have Known” and the release of your first album, during which you also started a family and, if I understand correctly, worked in academia. </span><span>Did you take your time with the music because of your other priorities, or are you just very thorough and give the ideas time to mature?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>So, while working on the album, I had two children, changed residence three times, changed careers three times, completed further training, published academically, built a house and, like all of us, survived a pandemic. </span><span>There&#8217;s just a lot of life in between. </span><span>But I also learned how to make an album while I was making it. </span><span>It took a lot of time for mistakes. </span><span>I also recorded guitar and vocals at the same time and without clicking. </span><span>So if I messed it up at the end of a great take, I couldn&#8217;t just cut it, I had to start over.</span></span></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/lNBstAyJZX0?si=o3YXXMuog5qAjqae" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong><span><span>In some of your songs, the focus is on the body in its exposed, threatened and sometimes damaged state, in other words as an unsafe place with a limit that can always be crossed. </span><span>How did the topic come to you? </span><span>Would you like to use this choice of motif to make a statement against the still strong tendency towards idealized body images in popular aesthetics?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>I think the theme has always been there. </span><span>Life is so precious and we are so strong and so fragile at the same time, how could I not think about it? </span><span>But I also think that I don&#8217;t know any woman who isn&#8217;t fully aware of her vulnerability. </span><span>We do not have the privilege of feeling invincible in patriarchy.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>In your songs, something mysterious often appears together with a half-darkened sweetness. </span><span>What makes such an atmosphere so appealing to you and are there any role models in other media?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>I think I&#8217;m interested in the tension between beauty and transience. </span><span>There are role models everywhere, David Lynch immediately comes to mind, Francis Bacon, Nan Goldin, Gregory Crewdson, Hieronymus Bosch, Christian Petzold, Sofia Coppola, Marcel Proust, Robert Musil. </span><span>I sometimes say in my concerts that my goal is to send everyone home crying. </span><span>This is of course a joke, but on the other hand I do believe that there is something cathartic in the sadness that a work of art has triggered in us.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>Your music is full of sometimes hidden details that could be understood as disturbing or at least heterogeneous elements, and which give the songs a special charm (examples would be the spooky whispers and other sounds in “Infant Thoughts”, a hypnotic tension that resembles the desire for pain in the lyrics of “Domestic Bliss”, the samples in contrast to the enchanted melody in “Ada”, but often also the subtly suspended mood in many of the songs). </span><span>Do you consciously look for things like this, or do they come about automatically?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>So when a song or a recording seems too nice for me, I definitely feel the urge to do something about it. </span><span>I prefer complexity to coherence and the production of a piece is the crucial lever; you can then create something in the background that gives the piece something ominous.</span></span></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-40495" title="kristina_jung_by_frank_bale" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/kristina_jung_by_frank_bale.jpg" alt="" width="1715" height="1286" /></a></p>
<p><em><strong><span><span>As a night owl raised on dark romance, I particularly fell in love with the song “The North Water”, it is one of my favorites on the album. </span><span>What kind of story are you telling?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>Yes, North Water is definitely one of my favorites too. </span><span>This is the first piece I recorded for the album. </span><span>The Groninger Museum, an art museum in Groningen, asked me to write a piece for one of their exhibits, which visitors can then hear in the audio guide. </span><span>They sent me a database of exhibits and I chose an old Dutch painting, sailing ships in a storm, the sky opens up, the sun comes through, something like that. </span><span>It&#8217;s about saying goodbye and staying behind, about anger and sadness and about the dirt and charm of a port city.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>One thing that has been said about your music is that it incorporates folk influences without a romantic idyll. </span><span>I would say that too, but in my opinion there have always been disillusioning breaks in such music in the past, and folk traditions rarely developed without other musical influences. </span><span>Is there music with such ambiguity that has particularly influenced your listening habits and your own creativity?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>Yes, of course, I didn&#8217;t invent that, it&#8217;s always been around and everywhere. </span><span>With Schubert and Schuman, Chopin, Mahler, you also find this discrepancy between the beautiful surface and the abyss. </span><span>While I was recording the album I listened to a lot of different types of music. </span><span>Lots of Alt-J, Beyoncé, Ghostpoet, Madrugada, Massive Attack, Radiohead, Sevdaliza, and Marika Hackman. </span><span>All very different music with the commonality that they have beautiful melodies. </span><span>That&#8217;s important to me.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>The album was partly written during your pregnancy. </span><span>Would you say that it was – in whatever twisted way – a maternal album?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>It was actually written before that, but I also recorded it while I was pregnant or with a baby on my back. </span><span>But since I had already dealt with motherhood in great detail before I had children and also discussed it in the songs, it is, as you say, “strangely maternal” in a way.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>In my review, I described “Care &amp; Explosion” as a “big” album and wanted to point out – in addition to the musical quality – the plethora of ideas, themes and musical motifs, and perhaps also the great willingness for such a comprehensive expression. </span><span>Would you go a little more reductive on an upcoming album or would that be too much planned?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>I&#8217;m afraid I can only be maximalist. </span><span>Otherwise it would go faster.</span></span></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3259430425/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong><span><span>Are the songs on “Into the Light that I have Known” still close to you, or is it more of a record from the past for you? </span><span>We think it has great moments&#8230;</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>Thanks! </span><span>As I said, I never listen to either release. </span><span>For me it&#8217;s about doing what comes next, so it isn&#8217;t that important to me.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>What do you think are the main differences between the two releases, including in terms of the creation processes?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>With “Into the light that I have known” I wanted to do everything right. </span><span>Not with “Care and Explosion”.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>We&#8217;ve heard that you&#8217;re soon taking part in a tribute compilation to the work of Roky Erickson and the 13th Floor Elevators. </span><span>What song did you choose and what can we expect from it?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>I chose “Cold Night for Alligators.” </span><span>My husband once made a compilation for car rides with this title and it also has the song on it. </span><span>That&#8217;s why it&#8217;s close to my heart. </span><span>He also sings great, and “Night of the Vampire” was already taken. </span><span>I slowed the song down a lot and tried to make it more of a homage to Roky&#8217;s particular inner state than a cover. </span><span>The piece is full of changes in perspective and breaks; I thought more in terms of film than music. </span><span>But in the end, of course, it&#8217;s music.</span></span></p>
<p><em><strong><span><span>Are there any other plans you have in the starting blocks? </span><span>Of course we are curious when it will be time for a new album?</span></span></strong></em></p>
<p><span><span>That would be nice. </span><span>But in fact, in Germany it is practically impossible to be a parent, to work and to have artistic ambitions at the same time. At least I hardly know any parents of small children who can manage that. </span><span>The opening times of our daycare center don&#8217;t even cover our working hours, so everyday work is an absurd juggling act between the daycare center, us as a couple and the grandparents. </span><span>I was only able to do the Roky Erickson cover because I had accumulated so much overtime that I was able to take several weeks off. </span><span>I can only answer this interview because I am sick at home. </span><span>And I&#8217;m missing something crucial in life, and that&#8217;s boredom and being alone. </span><span>That doesn&#8217;t mean I&#8217;m giving up. </span><span>But the last album was already an incredible feat of strength for everyone involved, my husband, my parents, my best friend and, last but not least, our daughter, who had to do without a lot of me and us. </span><span>And I also had to take a very long break afterwards.</span></span></p>
<p><span><span>I guess it&#8217;s needless to emphasize that the problem mainly affects mothers. </span><span>While most fathers keep hobbies even after the children are born, mothers begin to organize their free time around the family. </span><span>Free time is then making an Easter bush, sewing clothes for the children, all that sort of thing. </span><span>I don&#8217;t do it as best as I can, at the price that there are no Easter decorations and the children don&#8217;t paint eggs at home. </span><span>But the advantage is that I can pursue a fairly ambitious job and occasionally even manage to play the piano. </span><span>The solution is political and social: Without more and better childcare places and without a social reassessment of motherhood and fatherhood, we will always reach the point where women, from the moment they have their first child, become increasingly invisible in everything except the fact that they are mothers.</span></span></p>
<p>Interview: U.S. und A. Kaudaht</p>
<p>Fotos © Frank Bale</p>
<p><strong>Kristina Jung @ <a href="https://kristinajung.bandcamp.com/track/the-north-water">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/kristina-jung">Soundcloud</a> | <a href="https://www.facebook.com/kristinajungmusic/">Facebook</a> </strong></p>
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		<title>Ich bin, was ich erschaffe. Ein Interview mit Allysen Callery</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Aug 2023 05:46:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der weiten Welt alternative Folkklänge, die nach dem kurzlebigen Hype der Nullerjahre erst ihr wirkliches Potenzial jenseite nostalgischer Retrospektiven offenbaren konnte, ist die aus Neuengland stammende Allysen Callery kaum mehr wegzudenken, immerhin hat sie seit ihrem Debüt 2007 mehr &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/19/ich-bin-was-ich-erschaffe-ein-interview-mit-allysen-callery/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36870" title="allysencallery2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In der weiten Welt alternative Folkklänge, die nach dem kurzlebigen Hype der Nullerjahre erst ihr wirkliches Potenzial jenseite nostalgischer Retrospektiven offenbaren konnte, ist die aus Neuengland stammende Allysen Callery kaum mehr wegzudenken, immerhin hat sie seit ihrem Debüt 2007 mehr als eine Handvoll Studioalbun geschaffen, kleinere Releases, Kollaborationen, Anthologien und Konzertaufnahmen kommen hinzu &#8211; auf all diesen lässt sie eine ganz eigene Handschrift erkennen, welche die Einflüsse des britischen <span id="more-36861"></span>Folk Revival, die sie ihrer elterlichen Plattensammlung verdankt, mit einem ganz eigenen Faible für verhuschte, geisterhafte Stimmungen zusammenbringt. Gerade letzteres, das sie neben der Anziehungskraft ihrer Musik für eines ihrer Stammlabel Gruselthon prädestiniert, ist das Substrat, auf dem ihre jüngste Zusammenarbeit gedeihen konnte: Auf <a title="ALLYSEN CALLERY / MOTHER BEAR: Witch’s Hand" href="http://africanpaper.com/2023/08/05/allysen-callery-mother-bear-witchs-hand/">&#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221;</a> lässt sie zusammen mit der Dortmunder Doom Stoner-Band Mother Bear eine ganze Reihe an untoten Gestalten aus ihren verwunschenen Gräbern kriechen und ganz nebenbei einen der besten Stilhybriden aus Folk und Metal entstehen. Über all diese Dinge sprachen wir im folgenden Interview.<br />
</strong></p>
<p><strong><a title="I am what I create. An interview with Allysen Callery" href="http://africanpaper.com/2023/08/19/i-am-what-i-create-an-interview-with-allysen-callery/">English Version</a></strong></p>
<p><em><strong>Du hast gerade ein fantastisches neues Album in Zusammenarbeit mit dem deutschen Doom-Stoner-Trio Mother Bear veröffentlicht, das wie du an der <a href="https://gruselthon.bandcamp.com/album/my-universal-hammer">&#8220;Universal Hammer&#8221;-Compilation</a> beteiligt war. Die Musik ist ziemlich unkonventionell im Vergleich zu dem, was ihr beide bisher gemacht habt. Wie ist die Idee zu diesem Album entstanden?</strong></em></p>
<p>Von Mother Bear stammt tatsächlich mein Lieblingssong auf der &#8220;Universal Hammer&#8221;-Compilation, und ich habe Black Sabbath schon immer sehr geliebt, eine meiner Lieblingsbands bis zum heutigen Tag. Ich habe mir einen Dokumentarfilm angesehen, in dem sie darüber sprachen, wie sie von Horrorfilmmusik inspiriert wurden, und da wurde mir klar, warum ich ihre Musik so sehr liebe. Der Gründer von Gruselthon ist auch ein Fan von Horrorfilmen, und wir tauschen ständig Empfehlungen aus.</p>
<p><em><strong>Habt ihr neben dem gemeinsamen Interesse daran auch einen gemeinsamen musikalischen Code bemerkt, der unabhängig von Genres und Stilen war?</strong></em></p>
<p>Occult-, Stoner- und Psychedelic-Musik sind alle in meiner Musiksammlung enthalten, und Hexenhorror hat einfach etwas, das Spaß macht, wenn man auf so etwas steht!!</p>
<p><em><strong>Du intersesierst dich also schon länger für Metal und Stoner Rock&#8230;</strong></em></p>
<p>Ja, als ich anfing, Auto zu fahren, gab mir ein Freund eine Kassette mit dem Album &#8220;Paranoid&#8221; von Black Sabbath, und es bringt mich immer wieder dazu, diese Songs zu hören. Vor kurzem habe ich sogar eine Coverversion von &#8220;Planet Caravan&#8221; aufgenommen, die auf meiner SoundCloud zu hören ist.</p>
<p><em><strong>Was den lyrischen Inhalt angeht, der sowohl von dir als auch von der Band stammt, scheint das Album ziemlich einheitlich zu sein. Wie habt ihr euch auf die Themen und die Atmosphäre der erzählten Geschichten geeinigt? Ich kann mir gut vorstellen, dass vieles ganz spontan aus gemeinsamen Interessen heraus entstanden ist&#8230;</strong></em></p>
<p>Wir haben uns einfach darauf geeinigt, dass wir an einem Horror-Album zusammenarbeiten. Es war für mich erstaunlich, wie leicht die Songs aus meiner Feder flossen&#8230; Es muss ein Ghostwriter gewesen sein, haha. Ich mag Mother Bears Interpretation meines Songs &#8220;Beautiful Teeth&#8221; sehr.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4081815934/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Die Geschichten, die in den Texten erzählt werden, haben etwas von einem Panorama klassischer Gruselgeschichten und der dazugehörigen Figuren. Hast du schon immer gerne solchen Geschichten zugehört und vielleicht auch erfunden?</strong></em></p>
<p>Ich liebe Horror, mein Mann und ich sehen uns fast jeden Abend Horrorfilme an. Schon als Kind habe ich in der Bücherei immer nach den Horrorgeschichten gegriffen. Ich habe noch nie versucht, eine Horrorgeschichte zu schreiben? Abgesehen von meinen kleinen Liedern&#8230; Aber ich denke, mein Traum wäre, dass jemand diese Lieder nimmt und aus den Geschichten, die sie erzählen, einen Horrorfilm macht.</p>
<p><em><strong>&#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221; hat bei mir auch einige Assoziationen zum klassischen Horrorkino geweckt. Gibt es eine Ära von unheimlichen Filmen, mit der du besonders viel anfangen kannst?</strong></em></p>
<p>Am meisten liebe ich Folk-Horror-Filme, <em>Wicker Man</em>, <em>The Company of Wolves</em>, <em>The Witch</em>, <em>November</em> usw. Nicht unbedingt eine bestimmte Epoche, aber ein bestimmter Stil. Übernatürlicher, okkulter Horror ist meine bevorzugte Art von Horror.</p>
<p><em><strong>Du kommst aus Rhode Island, Neuengland, nicht weit von der Gegend, in der die Hexenprozesse von Salem stattfanden, und als Heimat von Autoren wie Hawthorne und Lovecraft wird die Region auch mit düsteren Stimmungen assoziiert. Wie viel von deiner Heimat findet sich deiner Meinung nach in deiner Musik wieder? Glaubst du, dass Neuengland sich wirklich für eine gruselige Atmosphäre eignet, oder denkst du, dass es eher ein Klischee ist?</strong></em></p>
<p>Nun, ich wohne gegenüber von Wäldern, die als Land der Ureinwohner geschützt sind. Mein Mann und ich gehen dort auf Pilzsuche, und unser Haus ist mit den vielen Schädeln von Rehen und anderen Tieren geschmückt, die wir auf unseren Spaziergängen in der Natur gefunden haben. Wir verbringen viel Zeit draußen, und ich glaube, dass sich die Natur in meine Art zu schreiben und in die Art und Weise, wie ich meine menschlichen Erfahrungen erzähle, einschleicht.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery3.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-36869" title="allysencallery3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery3-168x300.jpg" alt="" width="168" height="300" /></a>Der Begriff &#8220;Ghost Folk&#8221; &#8211; der sich auf den Titel eines deiner Alben bezieht &#8211; wurde zur Beschreibung deiner Musik verwendet, und Begriffe wie &#8220;Folk Horror&#8221; waren in den letzten Jahren häufig zu hören. Was ist deiner Meinung nach der Grund dafür, dass Folkmusik gerne mit dem Unheimlichen und Übernatürlichen in Verbindung gebracht wird?</strong></em></p>
<p>Die Welt ist ein interessanter und verwirrender Ort. Jedenfalls denke ich, dass das Heidentum uns irgendwie mit der Erde und mit unseren Vorfahren verbindet. Ich bin keine wirklich praktizierende Hexe, aber ich mag es, eine Menge hexenartiger Dinge zu tun. Brotbacken, Handnähen, Kerzen anzünden, meine schwarzen Katzen streicheln und vieles mehr bringt mir den Frieden, den ich dann teilen kann.</p>
<p><em><strong>Wann hast du Americana und andere traditionelle Musikgenres entdeckt? Warst du zu diesem Zeitpunkt bereits eine aktive Musikerin?</strong></em></p>
<p>Ich schmachtete in meiner früheren Ehe vor mich hin, meine Gitarre lag unter dem Bett und ich hatte keine Unterstützung oder Ermutigung. Ich hörte zufällig, wie Gillian Welch &#8220;Dear Someone&#8221; im Fernsehen sang. Das war für mich noch vor dem Internet. Ich holte meine Gitarre unter dem Bett hervor und war sofort inspiriert, <a href="https://allysencallery.bandcamp.com/album/hopey">meine erste Platte zu schreiben, die &#8220;Hopey&#8221; hieß</a>. Ich sehe mich selbst nicht als Americana-Künstlerin, obwohl Gillian Welch mich damals inspiriert hat. Die meiste Inspiration habe ich von britischen Künstlern wie Steeleye Span, Fairport Convention und natürlich The Incredible String Band, die Musik aus der Plattensammlung meiner Eltern, mit der ich aufgewachsen bin.</p>
<p><em><strong>Gab es bestimmte Alben, die dich besonders inspiriert haben?</strong></em></p>
<p>&#8220;The Hangman&#8217;s Beautiful Daughter&#8221;, &#8220;A Parcel of Rogues&#8221;, und &#8220;Leige &amp; Leaf&#8221; sind einige meiner Favoriten. Auch Joni Mitchells &#8220;Blue&#8221; und &#8220;Ladies of the Canyon&#8221;.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=354924081/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2508373382/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Für mich ist &#8220;Ghost Folk&#8221; eines der faszinierendsten Dark-Folk-Alben der letzten Jahre, und eine seiner Hauptqualitäten ist die subtile Ruhe in der Atmosphäre der Songs. Hattest du beim Schreiben der Songs eine solche Absicht?</strong></em></p>
<p>Ich bin, was ich erschaffe. Ich würde sagen, ich bin von Natur aus ziemlich subtil, dunkel und ruhig. Ich liebe es, dass sich die Menschen durch meine Musik mit mir verbinden können, und ich liebe es, dass sie für ausgewählte Menschen ist.</p>
<p><em><strong>&#8220;Lost Children&#8221;, eine Zusammenstellung von teilweise fragmentarischen Homerecordings, vermittelt mir den Eindruck, dass du viel improvisierst und aufnimmst, wenn Ideen kommen. Gibt es bestimmte Umstände und Situationen, in denen du besonders empfänglich bist für die Musen?</strong></em></p>
<p>Ich hatte einige Probleme mit Verlusten zu verarbeiten, und das ist ein roter Faden, der sich in meiner Musik widerspiegelt. Ich bin eine emsige Schreiberin und ich habe den Luxus, viel Zeit für mich zu haben, um zumindest kleine Dinge zu Hause aufzunehmen, wenn sie mir einfallen.</p>
<p><em><strong>Was waren die Hauptgründe dafür, dass diese Stücke nicht auf eines deiner regulären Alben gepasst haben?</strong></em></p>
<p>Einige der Songs, die ich auf &#8220;Lost Children&#8221; veröffentlicht habe, habe ich nur einmal geschrieben und gespielt, als ich sie aufnahm. Aber ich habe mir schon immer gerne Skizzenbücher von Künstlern angesehen, und ich dachte, es wäre etwas Besonderes, das ich mit meinen treuen Hörern teilen könnte. Es ist nur auf Bandcamp erhältlich und kann nirgendwo anders gestreamt werden, also müsst ihr wirklich suchen.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-36868" title="allysencallery1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery1-712x1024.jpg" alt="" width="584" height="839" /></a></strong></em></p>
<p><em><strong>Hast du immer noch vor, zusammen mit Myles Baer Musik mit einem eher bandorientierten Sound aufzunehmen? Ich erinnere mich, dass du diese Idee in <a href="https://www.gaesteliste.de/texte/show.html?_nr=1918">einem anderen Interview</a> erwähnt und dabei euer früheres Land of Nod-Projekt erwähnt hast&#8230;</strong></em></p>
<p>Ich liebe Lo-Fi und Homerecordings sehr, aber ich liebe es auch, wenn Myles sich bei der Produktion völlig austobt. Ich träume irgendwie davon, eine kleine Band mit ihm, meiner Tochter Ava Callery und Karen Zanes auf die Beine zu bringen. Wir werden sehen?!</p>
<p><em><strong>Hast du und Mother Bear schon darüber nachgedacht, gemeinsam auf Tour zu gehen und &#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221; live zu präsentieren? Ich bin sicher, dass es dafür ein Publikum gibt&#8230;</strong></em></p>
<p>Wow, nein, darüber haben wir noch nicht gesprochen, aber wenn ich in einer Rauchwolke auf die Bühne treten könnte, um mit ihnen auf einem Festival zu singen, wäre das ein wahr gewordener Traum!<br />
Sie sind eine fantastische Band und ich bin mir sicher, dass sie in Zukunft noch viele Auftritte haben werden.</p>
<p><em><strong>Was steht bei dir für die nächste Zeit auf dem Plan?</strong></em></p>
<p>Ich habe eine EP für das britische Label Future Grave aufgenommen, an der mein Produzent gerade arbeitet. Darauf freue ich mich schon sehr. Außerdem würde ich gerne eine Sammlung von Covers von den Britischen Inseln machen, da sie für mich als Kind so unglaublich wichtig waren.</p>
<p>Interview: U.S., Fotos: Ted Hayes</p>
<p><strong>Allysen Callery @ <a href="https://allysencallery.bandcamp.com/">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/allysencallery">Soundcloud</a> | <a href="https://www.instagram.com/allysencallery/">Instagram</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1516329426/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2793268877/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/1180824526&amp;color=%23ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="166"></iframe></p>
<div style="font-size: 10px; color: #cccccc; line-break: anywhere; word-break: normal; overflow: hidden; white-space: nowrap; text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif; font-weight: 100;"><a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="Allysen Callery" href="https://soundcloud.com/allysencallery" target="_blank">Allysen Callery</a> · <a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="Planet Caravan -Black Sabbath cover" href="https://soundcloud.com/allysencallery/planet-caravan-black-sabbath" target="_blank">Planet Caravan -Black Sabbath cover</a></div>
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		<title>I am what I create. An interview with Allysen Callery</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Aug 2023 05:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In the wide world of alternative folk sounds, which after the short-lived hype of the noughties was only able to reveal its real potential beyond nostalgic retrospectives, New England native Allysen Callery has become an integral part, after all she &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/19/i-am-what-i-create-an-interview-with-allysen-callery/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36870" title="allysencallery2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In the wide world of alternative folk sounds, which after the short-lived hype of the noughties was only able to reveal its real potential beyond nostalgic retrospectives, New England native Allysen Callery has become an integral part, after all she has created more than a handful of studio albums since her debut in 2007, smaller releases, collaborations, anthologies and concert recordings are added &#8211; on all of these she reveals her very own signature, which combines the influences of the <span id="more-36859"></span>British folk revival, which she owes her parents&#8217; record collection, with her very own penchant for subtle, ghostly moods. Especially the latter, which, in addition to the appeal of her music, predestines her for one of her regular labels, Gruselthon, is the substrate on which her most recent collaboration was able to thrive: On &#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221;, together with the Dortmund doom stoner band Mother Bear, she lets a whole gang of undead creatures crawl out of their enchanted graves and along the way create one of the best style hybrids of folk and metal. We talked about all these things in the following interview.</strong></p>
<p><strong><a title="Ich bin, was ich erschaffe. Ein Interview mit Allysen Callery" href="http://africanpaper.com/2023/08/19/ich-bin-was-ich-erschaffe-ein-interview-mit-allysen-callery/">German Version</a><br />
</strong></p>
<p><em><strong>You&#8217;ve just released a fantastic new album in collaboration with German doom stoner trio Mother Bear, who like you participated in the <a href="https://gruselthon.bandcamp.com/album/my-universal-hammer">&#8220;Universal Hammer&#8221; compilation</a>. It&#8217;s music is quite unconventional in comparison with both your more typical styles. How did the idea of the album came up?</strong></em></p>
<p>Mother Bear actually had my favorite track on the Universal Hammer compilation, and I&#8217;ve always had a great love for Black Sabbath, one of my favorite bands to this day. I was watching a documentary and they were talking about how horror music inspired them, and it all made perfect sense to me as to why I love their music so much. The founder of Gruselthon is also a fan of horror movies, and we&#8217;re always trading recommendations.</p>
<p><em><strong>Did you, apart from a shared interest in certain horror motifs, both notice a common music code, which was independent from genres and styles?</strong></em></p>
<p>Occult , stoner,  psych music all join hands in my music collection, and there&#8217;s just something about witchy horror that&#8217;s really fun , if you&#8217;re into that sort of thing!</p>
<p><em><strong>Is metal and stoner rock something you&#8217;ve enjoyed before?</strong></em></p>
<p>Yes, when I first started driving my friend gave me a cassette of Black Sabbath&#8217;s Paranoid album, it always brings me back listening to those songs.<br />
I even recently recorded a cover of Planet Caravan which is on my SoundCloud.</p>
<p><em><strong>In terms of lyrical content, which comes from both you and the band, the album seems pretty consistent. How did you agree on the subjects and the atmosphere of the stories told? I can only imagine that a lot of things resulted quite spontaneously out of common interests&#8230;</strong></em></p>
<p>We just sort of agreed that we would collaborate on a horror record, it was astounding to me how easily the songs flowed from my pen… Must&#8217;ve been a ghost writer haha<br />
I really love Mother Bear&#8217;s take on my song &#8220;Beautiful Teeth&#8221;.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4081815934/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>The stories told in the lyrics have something of a panorama of classic horror stories and their corresponding characters. Have you always liked to listen to and probably also to invent such stories?</strong></em></p>
<p>I love horror, my husband &amp; I watch horror movies almost every night. Even when I was a kid going to the library, I always reached for the Horror stories. I&#8217;ve never tried writing a horror story? Other than my little songs… But I guess my dream might be that somebody takes those songs and makes a horror movie from the stories they tell.</p>
<p><em><strong>&#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221; also gave me quite some associations to classical horror cinema. Is there an era of uncanny movies that you&#8217;re particularly fond of?</strong></em></p>
<p>I love Folk Horror movies the most , Wicker Man, The Company of Wolves, The Witch , November, etc. Not necessarily a time period , but a certain style. Supernatural, occult horror is my favorite kind of horror.</p>
<p><em><strong>You&#8217;re from Rhode Island, New England, not that far from the area where the Salem witch trials took place, and also being home to authors like Hawthorne and Lovecraft, the region is associated with dark atmospheres. How much from your home area do you think you can find in your music? Do you think New England really lends itself to a spooky atmosphere, or do you think it&#8217;s more of a cliche thing?</strong></em></p>
<p>Well, I  live across the street from woods that are protected Native American land.<br />
My husband &amp; I go mushroom hunting in there, &amp; our house is decorated with the many skulls we have found from deer &amp; other creatures we&#8217;ve found on our nature walks.<br />
We spend a lot of time outside, and I think nature creeps in in the way that I write, and the way that I relate my human experience.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery31.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-36871" title="allysencallery3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery31-168x300.jpg" alt="" width="168" height="300" /></a>The term ghost folk &#8211; referring to your seminal album title &#8211; has come to describe your music, and terms like folk horror have been heard a lot in recent years. What do you think is the reason that folk music likes to connect with the uncanny and the supernatural?</strong></em></p>
<p>The world is an interesting and confusing place. Anyway I think paganism kind of connects us with the Earth, and our ancestors. I&#8217;m not a real practicing witch , but I like to do a lot of witchy stuff.<br />
Baking bread, hand sewing , lighting candles , petting my black cats, among other things , brings me peace which I then can share.</p>
<p><em><strong>When did you discover Americana and other traditional music genres? Were you already an active musician at the time?</strong></em></p>
<p>I was kind of languishing in my previous marriage, my guitar was under the bed and I didn&#8217;t have any support or encouragement. I heard by chance Gillian Welch singing &#8220;Dear Someone &#8221; on TV. This was before the Internet for me. I pulled my guitar out from under the bed and was inspired to write my first record which was <a href="https://allysencallery.bandcamp.com/album/hopey">&#8220;Hopey&#8221;</a>.<br />
I don&#8217;t think of myself as an Americana artist, although Gillian Welch did inspire me at that time, most of my inspiration comes from British isles artists such as Steeleye span, Fairport convention and of course The Incredible String Band which was the music from my parent&#8217;s record collection I&#8217;d grown up listening to.</p>
<p><em><strong>Were there certain classic folk albums that were particularly inspirational to you?</strong></em></p>
<p>The Hangman&#8217;s Beautiful Daughter , A Parcel of Rogues, &amp; Leige &amp; Leaf are some of my favorites.<br />
Joni Mitchell&#8217;s Blue &amp; Ladies of the Canyon as well.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=354924081/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2508373382/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>For me, &#8220;Ghost Folk&#8221; is one of the most intriguing dark folk albums of recent years, and one of its main qualities in the subtle quietness of the songs&#8217; atmosphere. Did you intend something like this while writing the songs?</strong></em></p>
<p>I am what I create . I&#8217;d say by nature I&#8217;m pretty subtle, dark &amp; quiet .<br />
I love that people can connect with me through my music, and I love that it&#8217;s for select people.</p>
<p><em><strong>&#8220;Lost Children&#8221;, a compilation of partly fragmentary home recordings, lead me to the impression that you improvise and record a lot, when ideas come to you. Are there certain circumstances and situations when you&#8217;re especially receptive for the muses&#8217; input?</strong></em></p>
<p>I&#8217;ve  had some issues with loss to process, and that&#8217;s a common chord that shows up in my music for sure. I am a prolific writer, and I do have the luxury of a lot of alone time to be able to at least record little things at home as they come to me.</p>
<p><em><strong>What were the main reasons that these pieces didn&#8217;t fit on one of your more regular albums?</strong></em></p>
<p>Some of the songs I put on Lost Children were written &amp; played only once as I recorded. But I&#8217;ve always enjoyed looking at artist&#8217;s  sketchbooks, &amp; I thought it would be something special to share with my true listeners.<br />
It&#8217;s only out on bandcamp , &amp; not streaming anywhere else so you really have to look.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-36868" title="allysencallery1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/allysencallery1-712x1024.jpg" alt="" width="584" height="839" /></a></strong></em></p>
<p><em><strong>Do you still plan to record music with a more band oriented sound together with Myles Baer? I remember you mentioned this idea in another interview and referred to your former Land of Nod project&#8230;</strong></em></p>
<p>I have a deep love for lo fi, home recordings, but I love when Myles goes totally wild with production too. I kind of dream about having a little band with him, my daughter Ava Callery and Karen Zanes. We&#8217;ll see?!<em><strong></strong></em></p>
<p><em><strong>Did you and Mother Bear already think about touring together to present &#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221; live? I&#8217;m sure there&#8217;ll be an audience for it..</strong></em></p>
<p>Wow, no we haven&#8217;t discussed that but if I can step onstage in a cloud of smoke to sing with them at a festival that would be a dream come true!<br />
They are a fantastic band &amp; I am sure they will be playing many in the future.</p>
<p><em><strong>What&#8217;s on your schedule for the nearer future?</strong></em></p>
<p>I&#8217;ve recorded an EP for UK label Future Grave, which my producer is working on.<br />
I&#8217;m excited for that one, and I&#8217;d also really like to do a collection of British Isles covers as they were so incredibly meaningful to me growing up.</p>
<p>Interview: U.S., Ted Hayes</p>
<p><strong>Allysen Callery @ <a href="https://allysencallery.bandcamp.com/">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/allysencallery">Soundcloud</a> | <a href="https://www.instagram.com/allysencallery/">Instagram</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1516329426/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2793268877/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/1180824526&amp;color=%23ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="166"></iframe></p>
<div style="font-size: 10px; color: #cccccc; line-break: anywhere; word-break: normal; overflow: hidden; white-space: nowrap; text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif; font-weight: 100;"><a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="Allysen Callery" href="https://soundcloud.com/allysencallery" target="_blank">Allysen Callery</a> · <a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="Planet Caravan -Black Sabbath cover" href="https://soundcloud.com/allysencallery/planet-caravan-black-sabbath" target="_blank">Planet Caravan -Black Sabbath cover</a></div>
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		<title>ALLYSEN CALLERY / MOTHER BEAR: Witch&#8217;s Hand</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Aug 2023 05:45:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Allysen Callery]]></category>
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		<category><![CDATA[Mother Bear]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist immer wieder interessant zu beobachten, was dabei herauskommt, wenn Musiker aus ganz unterschiedlichen Sparten und mit ganz unterschiedlichen Sozialisierungsgeschichten ihre Kreativität gemeinsam in einen Topf werfen und einen Hybriden zur Welt bringen. In manchen Fällen sind die so &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/05/allysen-callery-mother-bear-witchs-hand/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/witchshand.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36445" title="witchshand" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/witchshand-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist immer wieder interessant zu beobachten, was dabei herauskommt, wenn Musiker aus ganz unterschiedlichen Sparten und mit ganz unterschiedlichen Sozialisierungsgeschichten ihre Kreativität gemeinsam in einen Topf werfen und einen Hybriden zur Welt bringen. In manchen Fällen sind die so entstehenden Resultate vor allem aufgrund schriller Kontraste interessant. Manchmal allerdings scheinen zwei vordergründig sehr unterschiedlich anmutende Handschriften auch wie <span id="more-36432"></span>füreinander gemacht, und das musikalische Ergebnis wirkt am Ende wie das Werk einer schon lange bestehenden Band.</p>
<p>So ein Fall ist auch &#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221;, das erste gemeinsame Album (laut Eigenangabe eine EP, aber da sind die Grenzen ja fließend) der aus Dortmund stammenden Doom Stoner-Band Mother Bear und der amerikanischen Ghost Folk-Sängerin Allysen Callery. Ganz grundsätzlich kann dies vielleicht schon daran liegen, das Folk und Metal in ihren jeweils unterschiedlichen Ausprägungen, auch wenn man das auf den ersten Eindruck nicht gleich hören mag, verwandte Seelen haben, was sich u.a. immer wieder in den Folkprojekten verschiedener Metalmusiker zeigt. Worin diese Verwandtschaft liegt, ist gar nicht so leicht festzustellen, und wenn man es versucht, landet man schnell bei vermeintlichen Klischees, in denen es z.B. um eine ungekünstelte, erdig-bodenständige Naturverbundenheit geht, die sich in beiden Musikwelten finden kann und dort aber sehr unterschiedliche Gestalt annimmt. Wahrscheinlich ist da einiges dran.</p>
<p>In beiden Bereichen gibt es zudem zahlreiche Vertreter, deren Musik und Texte eine mystische Seite haben und ein starkes Interesse am Unheimlichen und Übernatürlichen offenbaren. An der Stelle sind wir dann bei Allysen Callery und Mother Bear angekommen, die sich zumindest virtuell erstmals auf dem von Gruselthon herausgegebenen &#8220;My Universal Hammer&#8221; begegnet sind, zu dem erstere eine poetische Akustikballade über die Dunkelheit beisteuerte, während das westfälische Trio einen schicksalsschweren und gleichsam rauschhaften Track zu Ehren Elisabeth Báthorys zum besten gab. Kurator Enko Landmann, der das Interesse der beiden Acts an schaurigen Geschichten, v.a. aber auch ihre Kunst, diese im eigenen Medium zu entwerfen kannte, glaubte wohl als erster an das Potential eines gemeinsamen Projektes und schlug es vor. Beide waren begeistert und mit &#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221; ist dieses nun wahr geworden.</p>
<p>&#8220;Witch&#8217;s Hand&#8221; enthält sowohl separat eingespielte als auch gemeinsame Tracks und wirkt doch wie aus einem Guss. Den Auftakt macht ein verhuschtes, mit sanftem Gitarrenpicking beginnendes Solostück Callerys. In diesem Titelstück, in dem ein sanfter Regen fällt, geht es gleich um die Hexenhand, die aber die sanftesten Berührungen beherrscht und erst mit der Zeit offenbart, dass sie den Hörer mit einem subtilen Fluch belegt und mit ihm ein Katz und Maus-Spiel spielt, aus dem es kein Entkommen gibt. Auf gewisse Weise entwirft das folgende &#8220;Beautiful Teeth&#8221; ein ähnliches Szenario, gleichwohl Mother Bear hier zunächst im Alleingang mit kernigen Gitarrenriffs und rauen Bässen eine fatalistische Stimmung entstehen lassen, die durch den deprimierend nach hinten gemischten Gesang nur noch untermauert wird. Doch auch hier bekommt das Bild durch schöne Melodien und verspielte Becken eine trügerische Leichtigkeit, die der Schönheit der besungenen Fangzähne, die sich bei Vollmond einer weißen Kehle nähern, nur zuträglich ist.</p>
<p>Nach der Hexe kommt also der Werwolf, und auch in den folgenden Stücken kommt eine mehr oder weniger deutlich erkennbare Gestalt zu Wort. &#8220;I&#8217;m Not Scared Of The Dark&#8221;, das zunächst wieder von Allysen allein eingespielt wurde, ist die Stunde der Untoten, des Nachtgespenstes, das zu lieblichen Akkorden und schlafwandlerischem Gesang durch ein Schattenreich geistert und in der evokativen Repetition genau die Verführung hervorbringt, die im Text besungen wird &#8211; ein großartiges, ätherisches Stück Atticcore. Bei &#8220;Death Skull&#8221; und &#8220;Consuming Rite&#8221; kommt es dann endlich zur Vermählung beider Stile. Ersteres legt einiges an falschen Fährten, beginnt mit Allysens Stimmtupfern wie eine Rockballade, die bald einsetzende Gitattendröhnung ist aber zunächst nur eine Vorschau auf die dynamische Höllenfaht, auf die das lyrische Ich sich mit dem wandelnden Skelett begibt. Kein Song des Albums ist so sehr Rock&#8217;n'Roll. Räudig und schleppend dagegen gibt sich &#8220;Consuming Rite&#8221;, bei dem die Dortmunder im Zentrum des Geschehens stehen und eine merkwürdige Opferzeremonie entstehen lassen. In einem beängstigenden Monolog wird dem Opfer Unsterblichkeit im Tausch für sein Blut versprochen, und das fatale Brodeln und das wilde Freakout mit jaulenden Soli lässt einen unguten Ausgang vermuten.</p>
<p>Die finale Szene, in der wieder Allysen allein zu hören ist, ist kurz und unseren Freunden, den Ratten überlassen, die das Feld übernehmen, wenn alles Menschliche verfällt. Man meint ihr Trippeln im perkussiven Spiel der Akustikgitarre zu hören, und irgendwie im zerfledderten Klang ihrer locker gespannten Saiten auch das Auseinanderfallen. Weil alles gesagt ist, endet das Stück und die Platte auch ganz lakonisch und ohne jedes Pathos.</p>
<p><strong>Label: Gruselthon</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230713_092319_987.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4081815934/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>V.A.: Enko Landmann&#8217;s Empire of the Four Moons</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2022 01:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Enko Landmann]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselthon]]></category>
		<category><![CDATA[Heron & Crane]]></category>
		<category><![CDATA[Verhülsdonk]]></category>
		<category><![CDATA[Violet Nox]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man liest, ist Empire of the Four Moons eine mehrere Bände umfassende Science Fiction-Saga aus der Feder des in Oberhausen lebenden Autors Enko Landmann, die von Kennern mal als obskurste aller Pulpnovels, mal als ein geheimer Klassiker der utopischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/11/05/v-a-enko-landmanns-empire-of-the-four-moons/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/empireofthe4moons.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-31971" title="empireofthe4moons" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/empireofthe4moons-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie man liest, ist <em>Empire of the Four Moons</em> eine mehrere Bände umfassende Science Fiction-Saga aus der Feder des in Oberhausen lebenden Autors Enko Landmann, die von Kennern mal als obskurste aller Pulpnovels, mal als ein geheimer Klassiker der utopischen Literatur bezeichnet wird. Dem Verfasser dieser Rezension ist der Romanzyklus bislang nicht untergekommen, aber das muss nichts heißen. Auf dem <span id="more-31963"></span>vorliegenden Sampler jedenfalls zollen eine Handvoll musikalische Acts aus dem Umfeld des Schriftstellers diesem Werk ihren Tribut und erschaffen gleichsam einen die Lektüre begleitenden Score.</p>
<p>Der erste Teil der Compilation ist dem amerikanischen Duo Dave Gibson und Travis Kokas alias Heron &amp; Crane vorbehalten, das nach eigener Angabe &#8220;library music by and for librarians&#8221; spielt und hier mit vier instrumentalen Stücken, die sich peu a peu von schwermütig-verbummeltem Dark Folk zu Mid 80s-Plastikpop der zerfledderten Art entwickelt, einen guten Einstieg in den Stoff gewährt. Lässig gestrummte Gitarren und so etwas wie ein Jazzbesen erzeugen eine verregnete Genügsamkeit, die perfekt zu einem Filmvorspann passen würde, nach dem noch fast alles möglich ist. Jedes der vier Stücke mutet etwas futuristischer als sein Vorgänger an, und zwischendrin meint man fast, einen ordentlich hallunterlegten Link Wray auf Benzos zu hören. Spätestens hier ist klar, dass es sich bei dem Sampler um eine unterhaltsame Angelegenheit handelt.</p>
<p>Die finalen Synthies und die Drummachine bilden den perfekten Übergang zu dem herrlich düsteren Ambient von Verhülsdonks &#8220;Moonphasing or The Negative Albedo Prank&#8221;, in welchem eine gute Viertelstunde lang so einiges unter dem melodischen Hauptstrom der Musik glüht und klingelt und tönt. Die kleinen Schübe an Disharmonie zwischendurch könnten eine Projektion des Hörers sein, die ungewöhnliche Taktung, die das Stück als eine (Weltraum-)Fahrt ins Ungewisse enden lässt, definitiv nicht.</p>
<p>Irgendwo im weiten Feld zwischen spaciger Psychedelic und Techno für den großräumigen Club lassen sich Violet Nox verorten, eine Band aus Boston, in deren erweitertem Lineup auch die Folksängerin Karen Zanes schon mal einen Auftritt hatte. Was recht entspannt-einlullend mit einer organischen, eventuell orgeligen Dröhnung beginnt, wandelt sich schrittweise, nachdem alle Ohren hypnotisch eingelullt sind, zu einer monumentalen Synthieorgie, bei der die elektronischen Beats nur noch Formsache sind. Es ist durchaus eine Kunst für sich, derart stampfender Elektronik immer noch die Aura der endlosen Weite des Alls zu geben, und ich favorisiere in der Hinsicht das schrägere &#8220;Senzor&#8221;, den zweiten Beitrag der Band.</p>
<p>Für&#8217;s gelungene Outro mit den diffusen Stimmen seltsamer Tiere der Nacht sorgen die mir nicht näher bekannten Dispens, doch bevor es in &#8220;Shrine of Xkheli&#8221; soweit ist, wird in zwei weiteren Stücken einiges geboten: gemütliches Knistern, ambiente Synthieflächen, 80slastiges Handclap-Geklapper, frickelige Spannung und einiges mehr, das das kulturelle Gedächtnis irgendwann vom Abstellgleis des vermeintlich Abgeschmackten ins Schaufenster des für immer Coolen umplaziert hat.</p>
<p>Was soll man sagen? Ist die Musik auch ohne das literarische Referenzwerk interessant, unterhaltsam und von hohem ästhetischen Wert? Diese Frage ist, so denke ich, schon in den Beschreibungen zu genüge beantwortet. Und wer aus irgendwelchen Gründen den heute schwer erhältlichen Romanzyklus nicht in den Finger kriegt, darf gerne während des Hörens bei einem Glas Wein die eigene Fantasie spielen lassen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Gruselthon</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_221028_094301_642.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1065989777/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>V.A.: My Universal Hammer &#8211; Enko Landmann&#8217;s Scary Songbook Of Horrors</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/04/17/v-a-my-universal-hammer-enko-landmanns-scary-songbook-of-horrors/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Apr 2021 03:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Enko Landmann]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselthon]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt wenige Sparten, in denen der 1962 in Rumänien geborene Enko Landmann nicht wenigstens einmal unterwegs war, und so hat der Autor, Universalgelehrte und Grand Seigneur des anspruchsvollen Heftromans (O-Ton Label) auch schon als Filmemacher und Aktionskünstler von sich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/04/17/v-a-my-universal-hammer-enko-landmanns-scary-songbook-of-horrors/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/myuniversalhammer.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-24987" title="myuniversalhammer" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/myuniversalhammer-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt wenige Sparten, in denen der 1962 in Rumänien geborene Enko Landmann nicht wenigstens einmal unterwegs war, und so hat der Autor, Universalgelehrte und Grand Seigneur des anspruchsvollen Heftromans (O-Ton Label) auch schon als Filmemacher und Aktionskünstler von sich reden gemacht. Zwei Leitmotive, die sich wie blutrote Fäden durch sein Werk ziehen, sind sein Faible für klassische Grusel- und Horrorgeschichten und sein Hang, alle dies mit dem gebotenen Schalk anzugehen. Auch in der<span id="more-24986"></span> Musik ist Landmann bestens bewandert, v.a. als Connoisseur, und als er sich entschloss, seine Lieblingsmusiker auf beiden Seiten des Atlantiks für eine Compilation zusammenzutrommeln, war es keine große Überraschung, dass sich auch hier alles um den wohligen Schauer drehen sollte. Das Ergebnis ist mehr als üppig und trägt den unbescheidenen Titel &#8220;My Universal Hammer&#8221;.</p>
<p>Zum Auftakt grüßt der Meister kurz und bündig, und schon das von Gewitter begleitete Teufelslachen im Hintergrund führt direkt in eine schwarzbunte Welt aus unwegsamen Wäldern und verwunschenen Häusern, in denen es vor Monstern, lichtbringenden Teufeln und Frauen, die sich in Wölfe verwandeln, nur so wimmelt.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=328193252/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=4261208647/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Die musikalische Bandbreite des Samplers ist groß und doch alles andere als Kraut und Rüben, auch wenn der knarzige Punkrock-Song der Soul Invaders heraussticht und eine falsche Fährte legt. Einige Beiträge sind im vielfältigen Grenzland zwischen schwülheißem Rock&#8217;n'Roll und sumpfigen Americana zuhause und katapultieren die Hörerschaft direkt in das Southern Gothic-Szenario eines alternativen Amerika. Braindance Kid mit der cartoonigen Geschichte über eine Wolfsfrau gehört ebenso in diese Riege wie Limos nostalgischer Ohrwurm, der einem im nächtlichen Südkalifornien spielenden 70er Jahre-Film entsprungen sein könnte, oder Mother Bears düstere Stonerballade, die mit der Zeit immer mehr in doomige Gefilde vorstößt. Deutlicher Rock&#8217;n'Roll mit Schlagseite in Richtung Cramps und Raymen bieten die mit räudigem Gesang und noch räudigeren Twangs groovenden Los Buerlecitiños &#8211; bei dem Namen garantiert Deutsche, aber der nächtliche Roadmovie &#8220;Witch&#8217;s Stew&#8221; durch eine verhexte Kakteenlandschaft lässt keine Zweifel am Schauplatz aufkommen. In eine ähnliche Richtung gehen Fisch &amp; Oldrik, die in ihrem Song gleich die ganze westdeutsche Kleinstadtjugend der Generation Golf zum blanken Horror erklären.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=328193252/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3320548954/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Seit Jahren ist Folk Horror &#8211; laut Stephen Thrower &#8220;anything with a tree in it&#8221; &#8211; in aller Munde, und auch hier fehlen anheimelnde Akustiksongs mit der Aura klassischer Geisterballaden nicht. Karen Zanes und Alysen Callery zeichnen mit simplen Gitarren und Rasseln folkige Nachtstücke der Verlorenheit, Kristina Jungs Vision über Godzilla geht in eine ähnliche Richtung und hat die Klarheit eines luziden Traums. &#8220;Swamp Thing&#8217;s Lament&#8221; von Blind Joe Black And The Black Lungs klingt mit seinem galoppierenden Banjo um einiges amerikanischer, und ich würde mich nicht wundern, wenn die Musiker die eine oder andere Platte von Stone Breath oder Crow Tongue im Regal stehen hätten. RichLand klingt mit seinem stimmungsvollen Fingerstyle, der Mundharmonika und dem schaurigen Text über die schreiende Banshee wie der perfekte Missing Link zwischen Appalachian Folk und Denver Sound a la Jay Munly. Skalar lassen im Spukhaus eine heimelige Walzermelodie erklingen, doch wer sich auf Gemütlichkeit eingestellt hat, hat sich zu früh gefreut, denn die messerwetzenden Geister knirschen schon mit den nichtvorhandenen Zähnen.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=328193252/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3246620905/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Marcus Verhülsdonk sticht mit seinem &#8220;La Casa Abbandonata&#8221; nur formal aus dem Reigen heraus, denn sein looplastig-elektronischer Score, der aus einem frühen Carpenter-Film stammen und Spettro Family gefallen könnte, ist so mystisch wie der Rest, und die orchestrale Wucht gegen Ende unterstreichtdas einmal mehr. Der Abspann steht wieder ganz im Zeichen handgemachter, folkloristischer Klänge, und Ryan Lee Crosbys &#8220;Weary From This World&#8221; ist mit seinen an John Fahey erinnernden Gitarren-Ornamenten ein besonderes Juwel &#8211; ein besinnlicher Ausklang, der der trügerischen Harmonie am Ende einer Geistergeschichte, bei der das &#8220;Böse&#8221; vielleicht doch nicht vollends besiegt ist, gut zu Gesicht steht. Kurzes Fazit: genial! Und wer einen musikalischen Themenabend veranstalten will, der hätte mit &#8220;My Universal Hammer&#8221; und <a title="Compilation auf Sombre Soniks zum klassischen Horrorfilm" href="http://africanpaper.com/2021/03/22/compilation-auf-sombre-soniks-zum-klassischen-horrorfilm/">dieser Compilation</a> schon mal eine Menge Material zur Verfügung.  (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Gruselthon / Cosirecords</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=328193252/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2899697769/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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