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	<title>African Paper &#187; Michael Begg</title>
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		<title>FOVEA HEX: The Salt Garden III</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Dec 2019 05:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[2019 findet die “The Salt Garden”-Trilogie mehr als zwei Jahre nach Veröffentlichung des zweiten Teils ihren Abschluss. Das Projekt von Clodagh Simonds &#8211; die (u.a. mit Mellow Candle) schon in den 60er Jahren Musik machte &#8211; kehrt mit „The Salt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/12/14/fovea-hex-the-salt-garden-iii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/12/FHa3641490102_103.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-19721" title="FHa3641490102_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/12/FHa3641490102_103-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>2019 findet die “The Salt Garden”-Trilogie mehr als zwei Jahre nach Veröffentlichung des zweiten Teils ihren Abschluss. Das Projekt von Clodagh Simonds &#8211; die (u.a. mit Mellow Candle) schon in den 60er Jahren Musik machte &#8211; kehrt mit „The Salt Garden“ wieder zur kleine(re)n Form der EPs zurück, mit der Fovea Hex in der zweiten Hälfte der 00er Jahre debütierte. Erneut beeindruckend ist die Konsistenz und Kohärenz dieser drei EPs. <span id="more-19708"></span></p>
<p>Anlässlich des ersten Teils der Trilogie wurde Fovea Hex <a href="http://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/">hier attestiert</a>: &#8220;[Die] Musik, die Begriffe wie Ambient, Folk oder experimentelle Musik überflüssig erscheinen lässt, ist erdverhaftet und zugleich entrückt, ist ebenso traumwandlerisch wie meditativ. Die meisten der getragenen Stücke haben starke Songqualitäten und sind doch von der verschwimmenden Struktur abstrakter Kompositionen. Und was in dieser Musik emotional passiert, lässt sich besser empfinden als rational erfassen.&#8221; Über das 2011 erschienene Langzeitdebüt &#8220;Here Is Where We Used To Sing&#8221; <a href="http://africanpaper.com/2011/09/03/fovea-hex-%e2%80%93-here-is-where-we-used-to-sing/">schrieben wir</a>: „[T]rotz aller hypnagogischen, traumhaften Momente [...] verlier[t] sich [Simonds] nie im Unterholz und inmitten aller getragenen Momente gibt es auch immer die Gewissheit des Gelingens&#8221; und diese zumindest vom Rezensenten so wahrgenommene „Gewissheit des Gelingens“ trifft die auf dem dritten Teil von &#8220;The Salt Garden&#8221; evozierte Stimmung gut. Denn obwohl die Musik wieder getragen und elegisch ist, sollte man die vier Stücke nicht als Soundtrack zu einer Reise in den Untergang verstehen. Sucht man nach (eigentlich unnötigen) Vergleichen, so kommen einem manche Soundtrackarbeiten Hilmar Örn Hilmarssons oder aber (geographisch vielleicht etwas naheliegender) Richard Skeltons immer wieder von Orten und Plätzen geprägten Streicherdrones in den Sinn.</p>
<p>Eröffnet wird die EP von „The Land’s Alight“, einem von Keyboarddrones geprägtem Stück, auf dem Simonds singt: “I dreamed I flew, the whole night long&#8230;./Ah but the light is on the land/and the hand upon the heart/and the open road is a real thing”. Diese Haltung erinnert an Coils “Bee Stings”, auf dem es heißt: &#8220;Don&#8217;t believe A.E./See for yourself the summer fields”. Wenn Simonds dann intoniert, “The land&#8217;s alight/And this vital eye/and the view&#8230;”, dann bekommt ihr Gesang etwas Hymnenhaftes. “Trisamma” ist ein instrumentales Stück, auf dem dezente Klavierpassagen mit Streichern kombiniert werden. „A Million Fires“ ist das vielleicht beeindruckendste Stück: Simonds&#8217; Gesang wird von Harmoniumdrones und den Stimmen des<em> The Date Moss Choir</em> untermalt. Wenn sie singt “glory be upon the hapless writer/ glory be upon the spotless page/to call the woman with the fire inside her/to bring the luminous from age to age”, dann kann man das fast schon programmatisch lesen. Beendet wird diese Veröffentlichung und damit die Trilogie mit “The Given Heat”, auf der traurige Streicher zu hören sind, wobei es am Ende heißt: &#8220;suddenly there it is –/ the molten gold on the city street&#8221;.</p>
<p>Wie auch schon bei allen anderen EPs liegt einer limitierte Version eine Remix-CD bei. Steven Wilson hat unter dem Titel &#8220;Is Lanza Light &amp; Given&#8221; die vier Stücke zu einem Track verschmelzen lassen und gerade zu Anfang gibt seine Neuinterpretation den Stücken einen leicht entrückteren Charakter. (MG)</p>
<p>Label:<a href="http://diestadtmusik.de/"> Die Stadt</a>, <a href="http://headphonedust.com/?v=79cba1185463">Headphone Music</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>FOVEA HEX: The Salt Garden II</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/07/01/fovea-hex-the-salt-garden-ii/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Jul 2017 06:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als vor einigen Jahren Suhrkamp die deutsche Version von A.S.Byatts Angels and Insects herausbrachte, wurden die beiden im Original zusammengefassten und lose miteinander verbundenen Novellen einzeln und mit der Gattungsbezeichnung Roman versehen veröffentlicht, was sicher damit zu tun hatte, dass &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/07/01/fovea-hex-the-salt-garden-ii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/06/FoveaHexSG21.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14004" title="FoveaHexSG2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/06/FoveaHexSG21-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als vor einigen Jahren Suhrkamp die deutsche Version von A.S.Byatts <em>Angels and Insects</em> herausbrachte, wurden die beiden im Original zusammengefassten und lose miteinander verbundenen Novellen einzeln und mit der Gattungsbezeichnung Roman versehen veröffentlicht, was sicher damit zu tun hatte, dass -zumindest im deutschsprachigen Raum- dem Roman ein höherer Stellenwert eingeräumt als der Kurzform.<span id="more-13999"></span> Das <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/fovea-hex-interview">Projekt um Clodagh Simmonds</a>, deren Kariere in den 60ern bei Mellow Candle begann, hat eine Vorliebe für kleine (zusammenhängende) Formate, das zeigten schon die zwischen 2005 und 2007 veröffentlichten EPs der „Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie. Nach dem Longplayer <a href="http://africanpaper.com/2011/09/03/fovea-hex-–-here-is-where-we-used-to-sing/">„Home Is Where We Used To Sing“</a> veröffentlichen sie mit “The Salt Garden” nun das zweite Triptychon.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Fovea Hex ist immer wieder auf die große Anzahl von prominenten Mitstreitern und Bewunderern hingewiesen worden, u.a. David Lynch, Robert Fripp, Drew Daniel, Colin Potter oder Brian Eno. Letzterer attestierte Fovea Hex, sie spielten „some of the most extraordinary songs I’ve heard in years“. Letztlich ist solch ein Namedropping aber gar nicht nötig, denn Fovea Hex existieren in einem ganz eigenen Universum, in dem sich Folk und Ambient einander (an)nähern, wobei aber eine Musik entsteht, die völlig autark ist. Bezogen auf den ersten Teil von „The Salt Garden“ <a href="http://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/">hieß es dann auch auf diesen Seiten</a>: „Ihre Musik, die Begriffe wie Ambient, Folk oder experimentelle Musik überflüssig erscheinen lässt, ist erdverhaftet und zugleich entrückt, ist ebenso traumwandlerisch wie meditativ. Die meisten der getragenen Stücke haben starke Songqualitäten und sind doch von der verschwimmenden Struktur abstrakter Kompositionen. Und was in dieser Musik emotional passiert, lässt sich besser empfinden als rational erfassen.“ Diese Nichtkategorisierbarkeit ist es, die fasziniert, und die selbst dann noch da ist, wenn sich Fovea Hex einmal an<a href="https://foveahex.bandcamp.com/album/the-slow-slow-air"> traditionellen Formen versuchen</a>. Zudem gelingt es Fovea Hex immer wieder aufs Neue, den Hörenden tief anzurühren.</p>
<p>Das beginnt schon mit „You Were There“, bei dem Simonds‘ Stimme von getragenen Cellos und pochenden Klängen untermalt wird. Ihr Gesang klingt oftmals im positivsten Sinne wie aus der Zeit gefallen. Der scheinbar simple Text enthält ein Moment der Abgundhaftigkeit: “I called you/I never heard a single word/and I never recalled you”. Die auf „Chained“ erzählte Geschichte scheint durchzogen von einer latenten Gewalt. Wenn am Ende bei &#8220;All Those Signs&#8221; der Chor (Laura Sheeran und Brian Eno) und Streicher einsetzen, bekommt das Stück fast etwas Hymnisches. Wie schon beim Vorgänger wird das Album mit einem Instrumental beendet: Auf „Piano Fields 1“ spielt Simmonds eine einfache Klaviermelodie. Dabei klingt die Aufnahme so verrauscht, als ob die Klänge gleich im Äther verschwänden. Auf „All Those Signs“ heißt es: „We dream our paradise/we dream all the dark away/and the bright lights on the playing field/can keep us warm tonight/and all those signs and all those fears can melt like that ice.“ Eine schöne Zusammenfassung dessen, was diese EP vermag. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://headphonedust.com/?v=7516fd43adaa">Headphone Dust</a> / <a href="http://diestadtmusik.de">Die Stadt</a></strong></p>
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		<title>THE HARE AND THE MOON: Wood Witch</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jun 2017 05:04:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/thehareandthemoonwoodwitch.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13831" title="thehareandthemoonwoodwitch" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/thehareandthemoonwoodwitch-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„To fuck up tradition“ &#8211; mit diesem Schlagwort hat Alan Trench wiederholt die Notwendigkeit bezeichnet, traditionelle Stoffe, Motive und Spielweisen im Folk eben nicht nur wiederzukäuen oder platt in Rock- und Popstrukturen zu übersetzen, sondern ihnen durch kreatives Gegen den Strich-Bürsten eine neue Vitalität einzuhauchen. In unserem von einigen Jahren geführten Interview nannte er in dem Zusammenhang auch das englische Duo The Hare And The Moon als gelungenes Beispiel. Diese Band verfolgt seit<span id="more-13830"></span> Jahren ihre ganz eigene Vision und Version der englischen Balladenkunst mit ihren dunklen, oft brutalen und gespenstischen Geschichten.</p>
<p>The Hare and the Moon sind in vielerlei Hinsicht eine eigenwillige und mysteriöse Formation. Beide, der Multiinstrumentalist und die Sängerin, bleiben konsequent anonym, geben keine Konzerte und veröffentlichen keine Bilder von sich im unmaskierten Zustand. Dass über die Identität dieser Residents des Dark Folk schnell Spekulationen die Runde machten, versteht sich von selbst.</p>
<p>Musikalisch sind sie ein interessantes hybrides Gewächs. Im Unterschied zu unzähligen Klampfbarden bauen sie ihre Traditionals meist auf Piano, auf vielschichtige halborganische Drones, ab und an auch auf raue E-Gitarren und nicht zuletzt auf einen etherischen Gesang ohne glatte Manierismen, der ganz in der Tradition des Sängerinnen des englischen Folkrevivals steht. In den 90ern hätte ihnen mit der Mixtur ein ganz eigenes Feld irgendwo zwischen Orchis, Sol Invictus und Andrew King zugestanden, und mit ihren perkussiveren Stücken, deren Pauken und Rasseln immer einen starken Ritualtouch haben, hätten sie sicher auch die Tänzer in den Goth Clubs auf ihrer Seite. „Wood Witch“, ihr zweiter Longplayer und mit seinen knapp 80 Minuten Spieldauer eigentlich ein Doppelalbum, ist das Werk, um The Hare and the Moon kennen zu lernen, denn mehr noch als das Debüt demonstriert es die große Bandbreite an Ideen, mit denen sie alten Traditionals und vertonten Gedichten, deren Inhalte um verwunschene Orte, dämonische Liebhaber, Magie und Gewalt kreisen, neues Leben einhauchen.</p>
<p>Ein nächtliches Vogelkonzert eröffnet das auf einem John Masefield-Gedicht basierende „Midnight Folk“, die schwungvoll angeschlagene Harfe verbreitet eine Aufbruchstimmung, die auch im Text besungen wird: Um Mitternacht werden die Pferde gesattelt, doch sind es geisterhafte Rappen ohne Fleich und Blut, und das dunkle Klagen einer Klarinette lässt einen gespenstischen Schauplatz lebendig werden. Das Mitternachtsvolk, die quirligen, verhuschten und keinesfalls immer harmlosen Elfen und ihre Sippschaft begegnen einem noch mehrmals auf „Wood Witch“, in den Irrlichtern, die in „The Bard of Eve“ zu rituellem Tamtam und filmreifem Chorgesang tanzen, in der kindlichen Beschwörungsformel in „Come Unto the Corn“ und natürlich in der hastigen Erzählung vom „Erl-King“.</p>
<p>Im weiteren Verlauf des Albums tauchen aber auch vermehrt menschliche Charaktere auf, deren allzumenschliches Verhalten um einiges tragischer, aber auch schwächlicher erscheint als das frivole Treiben der Geistert: Obsessive Begierde, ein Ringen um Macht, Besitz und Vergeltung treiben sie an, Kummer, Lebensüberdruss und andere Anhaftungen geben „Cruel Henry“, „The Wife of Usher&#8217;s Well“, The Cruel Mother“ und „The Willow Tree“ (mit großartig abgeklärten Gastvocals von Tony Wakeford) ihre Stoffe, aus denen man in besseren Zeiten großartige Filme hätte machen können.</p>
<p>Ohne ihren Fokus auf dunklen, entrückten Ambientfolk aus den Augen zu verlieren, entfalten The Hare and the Moon im Laufe des Albums eine beachtliche Bandbreite an Stilelementen: entrückter, hallunterlegter A Capella-Gesang mit betörenden Melodien, schwere Orgelparts, melodramatische Streicher, Rasseln und Tamburin, ein leichter Hauch von Dream Pop in der William Blake-Vertonung „The Dream“, dunkle, zwiespältige Schlaflieder, reißerische Pauken und Filmsamples, vermutlich aus der Hammer-Ära. Nicht zuletzt der etwas an Jay Munly erinnernde Gesang eines gewissen God&#8217;s Little Eskimo, hinter dem sich laut Gerüchten die männliche Hälfte des Duos verstecken soll.</p>
<p>Die englische Folktradition ist voll an tragischen und spukhaften Geschichten und immer direkt oder indirekt an die alte, heidnische Mythenwelt gekoppelt – fast ist es etwas verwunderlich, dass all dies, also eine speziell englische Färbung dieser Überlieferungen, nicht viel breiter in der Dark Folk-Tradition der letzten Dekaden aufgegriffen wurde. Klar finden sich Spuren davon in Current 93s „Thunder Perfekt Mind“ oder bei Sol Invictus, auch bei Fire and Ice, die aber viel allgemeiner „nordisch“ orientiert sind, mehr noch in den Arbeiten von Sharron Kraus, die all dem aber mit einem gewissen Forscherinteresse nachgeht. Abgesehen von Orchis sind es v.a. The Hare and the Moon, die sich diesen genuin britischen Themenkreisen intensiver widmen. Dies und die überzeugende Qualität von Platten wie „Wood Witch“ macht sie zu würdigen Nachkommen von Shirley Collins. Jüngst erschien das Werk noch einmal auf 77 Tapes bei Brave Mysteries. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Brave Mysteries</strong></p>
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		<title>FOVEA HEX: The Salt Garden I</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2016 05:43:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als Brian Eno, der an verschiedenen Aufnahmen von Fovea Hex mitwirkte, die Songs der irischen Band als die außergewöhnlichsten bezeichnete, die er seit Jahren zu hören bekam, sollte das vielleicht nicht nur ein Lob der Qualität dieser Musik sein, denn &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/foveahexthesaltgarden.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12546" title="foveahexthesaltgarden" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/foveahexthesaltgarden-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Brian Eno, der an verschiedenen Aufnahmen von Fovea Hex mitwirkte, die Songs der irischen Band als die außergewöhnlichsten bezeichnete, die er seit Jahren zu hören bekam, sollte das vielleicht nicht nur ein Lob der Qualität dieser Musik sein, denn diese ist in mehrerer Hinsicht untypisch und lässt sich kaum in ein beschreibendes Korsett zwängen. Fovea Hex ist wie eine kleine Enzyklpädie. Ihre Musik, die Begriffe wie<span id="more-12545"></span> Ambient, Folk oder experimentelle Musik überflüssig erscheinen lässt, ist erdverhaftet und zugleich entrückt, ist ebenso traumwandlerisch wie meditativ. Die meisten der getragenen Stücke haben starke Songqualitäten und sind doch von der verschwimmenden Struktur abstrakter Kompositionen. Und was in dieser Musik emotional passiert, lässt sich besser empfinden als rational erfassen.</p>
<p>Clodagh Simmonds, die die Band vor gut zehn Jahren ins Leben rief, hat immer wieder unterschiedliche Musik gespielt und auch längere kreative Pausen eingelegt, so dass man bei den ersten Erzeugnissen, den drei EPs der „Neither Speak Nor Remain Silent“-Reihe, nicht einmal einschätzen konnte, ob das Projekt nun als feste Band Bestand haben sollte. Genau das passierte aber, und seitdem sind Musiker wie Laura Sheeran, Michael Begg, Cora Venus Lunny, Colin Potter und Kate Ellis immer mehr zu einer festen Formation zusammengewachsen.</p>
<p>Unter dem Titel „The Salt Garden“ erscheint nun eine weitere Trilogie an kleinen Veröffentlichungen, und schon der erste Teil ist ungemein dicht und gehaltvoll. Mit ihrer kraftvollen Stimme, bei der man vielleicht an Shirley Collins denken mag, lässt Simmonds in „The Golden Sun Rises Upon The World Again“ ein tatsächlich diesem Titel entsprechendes Gefühl zum Leben erwachen, kleine Effekte auf Stimme und Instrumentalspuren tragen dazu bei, v.a. aber ein Sinn für triumphale Steigerung und eindringliche Verse, die das Auf- und Ausbrechen aus vertrauten Strukturen feiern &#8211; Drone wäre ein zu ordinäres Wort für solche Musik und ungefähr so angebracht wie gelegentliche Nico-Vergleiche, die der verhaltenen Euphorie dieser Musik kaum gerecht werden. Das dunklere und spannungsgeladenere „No Bright Avenue“ führt das Motiv des Aufbrechens weiter. In dramatischen Bildern und von Sheeran am Mikro begleitet singt Simmonds von Wegen, die man gehen muss, um das Leben, aber auch seinen Herkunftsort überhaupt kennen zu können: „Go blazing &#8211; go flaming!“ Und dennoch mutet das ganze zugleich gefasst und wundersam eingehegt an.</p>
<p>„The Undone Mother“, das eine vage Bilder einer verdrängten, wiedergängerischen Figur zeichnet, hält die musikalisch reduziertesten Momente bereit, doch hier Simmonds und Begg, die den Song allein bestreiten, geben sich Fovea Hex hier weitaus verspielter und elektronischer. Satte Streicher sind dann wieder im rein instrumentalen „Solance“ zu hören. Bei dem Oliver Sacks gewidmeten Stück wirkt Eno wieder mit, und das wellenförmige Auf- und Ab und Sheerans tieftraurige Singende Säge gegen der EP einen berührenden Abschluss.</p>
<p>Die EP erscheint als 10&#8221; und CD und wie schon bei der ersten Reihe gibt es auch hier wieder eine Bonus-Scheibe mit einer ausladenden Remixversion eines ausgewählten Tracks, im vorliegenden Fall vergreift sich Steve Wilson (Bass Communion, Porcupine Tree) gut zwanzig Minuten lang an „Solace“.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.diestadtmusik.de/">Die Stadt</a> / <a href="http://stevenwilsonhq.com/sw/headphonedust/">Headphone Dust</a></strong></p>
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		<title>Geräuschwelten Festival 2016 in Münster mit Fovea Hex, BJNilsen, Lucretia Dalt, Simon Wetham u.a.</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2016 05:27:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 7. und 8. Mai findet in der Münsteraner Location Black Box/cuba-cultur zum dritten mal das vom Label aufabwegen kuratierte Geräuschwelten Festival statt. Zu den Acts zählen u.a. Fovea Hex, diesmal bestehend aus Clodagh Simonds und Michael Begg mit Colin &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/09/gerauschwelten-festival-2016-in-munster-mit-fovea-hex-bjnilsen-lucretia-dalt-simon-wetham-u-a/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. und 8. Mai findet in der Münsteraner Location Black Box/cuba-cultur zum dritten mal das vom Label aufabwegen kuratierte Geräuschwelten Festival statt. Zu den Acts zählen u.a. Fovea Hex, diesmal bestehend aus Clodagh Simonds und Michael Begg mit Colin Potter am Mischpult. Im Foyet kann man Simon Wethams Klanginstallation &#8220;sweep&#8221; hören und sehen, Wetham wird das festival zudem am 06.05. mit einem Konzert eröffnen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/geräuschwelten.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11978" title="geräuschwelten" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/geräuschwelten.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-11977"></span></p>
<p>07.05.2015, ab 20.00h<br />
Konzerte von:<br />
Fovea Hex (IRE/UK)<br />
Lucrecia Dalt (CO)<br />
Hitoshi Kojo (JP)</p>
<p>08.05.2016, ab 18.00h (!)<br />
Konzerte von:<br />
TAGC (The Anti Group) (UK)<br />
BJNilsen (S)<br />
Roel Meelkop (NL)<br />
Kallabris (D)</p>
<p>Eintritt für die Konzertabende: pro Abend 15,00 EUR, oder 2-Tages-Ticket:<br />
25,00 EUR</p>
<p>Alle Konzerte finden statt in der:<br />
Black Box/cuba-cultur, Achtermannstr. 12, 48143 Münster</p>
<p>Tickets an der Abendkasse oder im Vorverkauf unter www.aufabwegen.de</p>
<p>Klanginstallation „sweep“ von Simon Whetham (UK) Cuba-Cultur-Foyer,<br />
Achtermannstr. 12, 48143 Münster Eröffnung mit Konzert von Simon Whetham:<br />
06.05.2016, 19 Uhr<br />
Öffnungszeiten: 07.-29.05.2016, 10-21 Uhr</p>
<p>INFORMATIONEN:<br />
Zum dritten Mal findet das Festival „Geräuschwelten“ in Münster statt. Das<br />
Festival widmet sich den verschiedensten Spielarten der experimentellen<br />
elektronischen Musik, wobei das Element des Geräuschhaften im Mittelpunkt<br />
steht. Die Künstlerinnen und Künstler verstehen sich als Soundmanipulateure,<br />
die gefundene Alltagsklänge in ihre Stücke integrieren – egal, ob sie<br />
songhafte Stücke, freie Geräuschimprovisationen oder beatlastige Tracks<br />
produzoeren. „Geräuschwelten“ wirft ein Schlaglicht auf eine internationale<br />
Szene, die sich irgendwo zwischen musique concrete, Brian Eno und Industrial<br />
Music. Die auftretenden internationalen Musikerinnen und Musiker<br />
emanzipieren das Geräusch von Zweckzusammenhängen und präsentieren eine<br />
eigene Geräuschästhetik. Zudem gibt es im Cuba-Cultur-Foyer eine<br />
geräuschhaften Klanginstallation zu erfahren.</p>
<p>Das „Geräuschwelten“ Festival wird vom Kölner Label aufabwegen veranstaltet<br />
und in Kooperation mit dem cuba cultur und dem Kulturradio WDR 3 produziert.<br />
Der Westdeutsche Rundfunk schneidet alle Konzerte live mit und sendet<br />
Ausschnitte und Künstlerinterviews in einer zweistündigen Sendung auf WDR3<br />
am 24.09.2016 von 22.00h bis 24.00h.</p>
<p>Weitere Informationen/Tickets/Infoline &amp; Bildmaterial aufabwegen/Till Kniola<br />
Tel.: 0221-2720055, Mobil: 0177-8251684<br />
E-Mail: zipo@aufabwegen.com<br />
www.aufabwegen.de</p>
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		<title>FOVEA HEX: Here Is Where We Used To Sing</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 09:11:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew McKenzie]]></category>
		<category><![CDATA[Clodagh Simonds]]></category>
		<category><![CDATA[Colin Potter]]></category>
		<category><![CDATA[Fovea Hex]]></category>
		<category><![CDATA[Laura Sheeran]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Begg]]></category>
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		<description><![CDATA[„Down down to the valley to dream of the faraway“ Als zwischen 2005 und 2007 die drei Mini-Alben „Bloom“, „Huge“ und „Allure“ veröffentlicht wurden, die die „Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie konstituierten und später in einer Box zusammengefasst wurden, ging &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/03/fovea-hex-%e2%80%93-here-is-where-we-used-to-sing/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Foveahereis.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-412" title="Foveahereis" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Foveahereis.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Down down to the valley to dream of the faraway“</p>
<p>Als zwischen 2005 und 2007 die drei Mini-Alben „Bloom“, „Huge“ und „Allure“ veröffentlicht wurden, die die „Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie konstituierten und später in einer Box zusammengefasst wurden, ging ein Rauschen durch den Blätterwald: Clodagh Simonds, in den 60ern Vokalistin bei MELLOW CANDLE und später kurzzeitig Gastsängerin bei u.a. THIN LIZZY und Mike Oldfield<span id="more-411"></span>, spielte mit Hilfe einer Reihe von Musikern (u.a. Brian Eno, Andrew McKenzie, Roger Doyle, Colin Potter, Robert Fripp), deren größter gemeinsamer Nenner die Lust am Experiment, am (Durch-)Brechen von Konventionen war und mit der jungen Laura Sheeran – die jüngst ihr herausragendes Solodebüt veröffentlichte – als zweiter Sängerin, Musik ein, die –wie ich damals in einer Rezension schrieb – an der Schnittstelle von Ambient und Folk residierte, wobei diese Beschreibung aber letztlich zu kurz griff, da FOVEA HEX einen ganz eigenen, von ihnen selbst erschaffenen Kosmos bevölkern.</p>
<p>Rückblickend war es vielleicht keine so große Überraschung, dass David Lynch FOVEA HEX einlud, in Paris anlässlich einer großen Retrospektive seines Werks aufzutreten, denn schließlich haftete der Musik FOVEA HEX’ auch immer etwas Somnambules an, ließ sich ihre Musik in einer seltsamen Zwischenwelt verorten, in der die Ratio nur eine untergeordnete Rolle spielte.</p>
<p>Nach den drei EPs erschien noch eine 7″ zusammen mit Andrew Liles (von der „Every Evening“ in überarbeiteter Form auf „Here is…“ zu finden ist) sowie vor einigen Monaten unter dem Titel “Hail Hope” zwei Tracks zum Download, „Home is Where We Used to Sing“ ist also – betrachtet man die drei EPs als Teil eines Ganzen – erst der zweite Longplayer. Dabei fällt auf, wie sehr „This is Where We Used to Sing“ von Simonds’ Klavier(spiel) bestimmt wird. Das macht schon der erste Song „Far From Here“ deutlich. Ihre Stimme steht im Zentrum, begleitet von dezentem Pianospiel und etwas Keyboard. Dem Stück „Play Another“ geben die Streicher (Cello und Geige) etwas Getragenes, machen es zu Trauermusik („Oh the winter’s here again, it’s here again“). Auf „Falling Things (Where Does a Girl Begin?)“ übernimmt Laura Sheeran die Leadvocals. Auch kommt immer wieder (wie bei „Every Evening“) ein Harmonium zum Einsatz. Auf „Hymn to Sulphur“ vereinen sich Simonds’und Sheerans Stimmen und von Streichern begleitet singen sie: „I was born red gold to this glaze of flame – we burn and we burn all day“. Simonds’ Stimme kann  auch nur von einem Cello begleitet bestehen, wie bei „Jewelled Eyes“. Es gibt aber auch immer wieder Instrumentalstücke, wie zum Beispiel „Brisance, My Baby“, auf dem Simonds in den Credits neben dem Klavier mit „Ghosts of Things“ aufgeführt ist und das passt zu diesen sphärischen, irgendwo in einer Nebelwelt angesiedelten Klängen. Auch „Love For Uncertain“ und „Celandine“ sind geisterhaft-fragile, von Klavier durchzogene Klangflächen: Landschaften aus Feuer und Eis. Auch wenn manches aus dem Äther zu dringen scheint, so würde man es nicht schaffen, FOVEA HEX in eine Reihe mit den jüngst so abwertend bezeichneten „Folkelfen“ zu stellen, denn sowohl Simonds als auch Sheeran besitzen trotz aller hypnagogischen, traumhaften Momente eine Selbstbewusstheit, verlieren sich nie im Unterholz und inmitten aller getragenen Momente gibt es auch immer die Gewissheit des Gelingens: „For when I call for somebody, somebody brings me my cup of joy“ heißt es auf der Hymne an den Schwefel.</p>
<p>Mixte Andrew McKenzie bei der Ursprungstrilogie die Tracks auf einer jeweils beiliegenden Bonus-CD zu faszinierenden Klanglandschaften, so erschaffen hier Michael Begg, Colin Potter und William Basinski aus verschiedenen Sequenzen des Ausgangsmaterials Neues, dabei sind die drei keine Demiurgen, sondern echte Schöpfer: Michael Beggs „Fall Calling“ erzeugt aus Streichersequenzen Drones und kreiert echte Herbstmusik. Colin Potters „Cup of Joy“ rückt vielleicht etwas überraschend die Stimmen ins Zentrum, macht noch einmal die enorme gesangliche Leistung deutlich, während Willima Basinksis passend „Glaze“ betitelte Stück den Hörer in eine Ballardsche Kristallwelt versetzt. Das hat nichts mit den reduziert-kristalinen Klängen der Menschenferne zu tun, die das Spätwerk von Asmus Tietchens ausmachen, vielmehr meint man, jemand spiele in einem Schneesturm eine Orgel. Das ist – ebenso wie das eigentliche Album – metaphysische Musik im Sinne eines Nicht(be)greifenkönnens.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.janetrecords.com/">Janet Records</a></strong></p>
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