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	<title>African Paper &#187; Sanam</title>
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		<title>Ghadr und Gleo in Berlin</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 05:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das libanesische Trio Ghadr gastiert am Donnerstag, dem 2. Juli, im Berliner 90mil am Bahnhof Jannowitzbrücke. Die unseren Leserinnen und Lesern wahrscheinlich bestens bekannten Mitglieder Sandy Chamoun, Anthony Sahyoun und Jad Atoui verbinden experimentellen arabischen Gesang, Gitarren, modulare Synthesizer und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/06/27/ghadr-und-gleo-in-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das libanesische Trio Ghadr gastiert am Donnerstag, dem 2. Juli, im Berliner 90mil am Bahnhof Jannowitzbrücke. Die unseren Leserinnen und Lesern wahrscheinlich bestens bekannten Mitglieder Sandy Chamoun, Anthony Sahyoun und Jad Atoui verbinden experimentellen arabischen Gesang, Gitarren, modulare Synthesizer und improvisierte Klangkunst zu einer intensiven, zwischen Tradition und radikaler Gegenwart oszillierenden Musik, die gleichermaßen von Drone, Noise und ritueller Atmosphäre geprägt ist.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/06/ghadr.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-51606" title="ghadr" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/06/ghadr.png" alt="" width="663" height="889" /></a><span id="more-51605"></span></p>
<p>Den Abend eröffnet das Berliner Ambient-Duo gleo, das sich die Bühe bereits mit Sanam, die sich mit Ghadr überschneiden, geteilt hatte &#8211; vermutlich wieder mit einem live improvisierten Set aus manipulierten Samples, Field Recordings und Tape-Loops, das bei früheren Auftritten gekonnt zwischen Intimität und unterschwelliger Unruhe changierte. Ergänzt wird das Programm durch ein DJ-Set von Aalia Iraki sowie levantinisch-ägyptisch inspirierte Speisen von Begzo.</p>
<p>Donnerstag, 02.07.2026<br />
Beginn 19 Uhr<br />
90mil<br />
Holzmarktstraße 19–23<br />
10243 Berlin</p>
<p><a href="https://www.90mil.berlin"><strong>@ 90mil </strong></a></p>
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		<title>SANDY CHAMOUN: Sawt El Doumouh</title>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2026 04:27:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die libanesische Sängerin und Schauspielerin Sandy Chamoun gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Szene, in der eine hybride, experimentierfreudige Musikalität, politische Erfahrung und performative Ausdrucksformen miteinander verschmelzen. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Konzert, Leinwand, Psych Rock und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/05/23/sandy-chamoun-sawt-el-doumouh/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/sandychamounsed.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50925" title="sandychamounsed" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/sandychamounsed-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die libanesische Sängerin und Schauspielerin Sandy Chamoun gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Szene, in der eine hybride, experimentierfreudige Musikalität, politische Erfahrung und performative Ausdrucksformen miteinander verschmelzen. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Konzert, Leinwand, Psych Rock und Klangkunst, wobei die Stimme stets als zentrales Medium fungiert – als Trägermedium von Erinnerungen, als Werkzeug der <span id="more-50924"></span>Aneignung vielfältiger Stile und nicht zuletzt als Sprachrohr und Resonanzraum für verschiedene kritische Positionen.</p>
<p>Bereits <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="https://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">ihr Solodebüt &#8220;Fata17</a>&#8221; griff diese Dimension in zugespitzter Form auf. Die Veröffentlichung stand im Kontext der Proteste im Libanon ab Oktober 2019 und verband Field Recordings, drastische Geräuschkulissen und Gesang zu dichten, teils harschen Klangbildern, die zwischen dokumentarischer Unmittelbarkeit und lärmender Poesie mit dem Gesang als verbindendes Element oszillierten. Parallel dazu hat Chamoun in verschiedenen Konstellationen ihre musikalische Sprache erweitert. Mit ihrer Band <a title="SANAM: Sametou Sawtan" href="https://africanpaper.com/2025/09/27/sanam-sametou-sawtan/">SANAM </a>entwickelte sie einen hybriden Sound zwischen Psychedelic, Improvisation und regionalen Traditionen, der Verlusterfahrungen, das Gefühl von Entfremdung und die Suche nach Orientierung thematisiert. Auch <a title="SANDY CHAMOUN / ANTHONY SAHYOUN / JAD ATOUI: Ghadr" href="https://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/">das Trio mit Anthony Sahyoun und Jad Atoui </a>bewegte sich in einem Spannungsfeld aus Fragment, Improvisation, überlieferten Formen und stilistischer Offenheit.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund erscheint &#8220;Sawt El Doumouh&#8221; (dt. &#8220;Der Klang der Tränen&#8221;) als konsequente Weiterentwicklung und zugleich als Einschnitt. Das Album greift Einflüsse aus der arabischen Tarab-Tradition ebenso auf wie mehrstimmige Gesangsformen und verbindet sie mit elektronischen Texturen, Synthies und zurückhaltender, oft präzise gesetzter Perkussion. Ursprünglich als eine Art klangliche Kartografie des Libanon geplant, wurde das Projekt jedoch von den politischen und militärischen Entwicklungen der letzten Jahre grundlegend verändert. Die Texte entstanden unter dem Eindruck von Krieg und Gewalt, der Titel verweist auf eine Erfahrung des lautlosen Weinens, die Chamoun als symptomatisch für eine Situation beschreibt, in der Leiden oft ohne Stimme bleibt.</p>
<p>Musikalisch entfaltet sich das Album in einer Reihe sorgfältig ausgearbeiteter Szenen. Bereits der Auftakt &#8220;Khafiy&#8221; zieht mit seiner ruhigen, sich langsam öffnenden Szenerie in einen von dröhnenden Flächen, weit gesetzten stoischen Taktschlägen und einer zunächst wie aus der Ferne hervortretenden Stimme geprägten Klangraum hinein, dessen Eindringlichkeit man sich kaum entziehen kann. Die vokale Linie wirkt dabei zugleich präsent und entrückt, als würde sie sich aus dem Material selbst herauslösen und es gleichsam ordnen. Im folgenden &#8220;Wa&#8221; verdichten sich Stimme und Perkussion zu einem stetig anwachsenden Spannungsbogen: Metallisch anmutende Schläge und langgezogene, ornamental geführte Gesangslinien greifen ineinander, während eine leichte elektronische Verfremdung der Stimme, wie man sie auch von Momenten bei SANAM kennt, deren Ausdruck zuspitzt. Auch wenn sich die instrumentale Umgebung zunehmend verdichtet und in eine windartige Dröhnung übergeht, bleibt der Gesang bemerkenswert unbeirrt und behauptet seine eigene Bewegung.</p>
<p>&#8220;Shahed&#8221;, inspiriert von der Vorstellung eines Kindes in Gaza zwischen Bedrohung und imaginierter Zuflucht arbeitet mit schärfer konturierten, teils gegeneinander gesetzten rhythmischen Ebenen, die sich aus perkussiven Mustern und hölzern wirkenden Klangkörpern zusammensetzen. Darüber legt sich die Stimme wie eine bewegte, aber stabile Schicht, die sich den rhythmischen Verschiebungen nicht unterordnet, sondern ihnen eine eigene Richtung entgegensetzt. Gegen Ende scheint sich das Geschehen in ein kollektives Klatschen aufzulösen, während andere klangliche Spuren verwehen oder in ferne, beinahe filmische Assoziationen übergehen. Wie man aus den Liner Notes erfährt, ist diese Dualität von Wüste und Wasser, Bedrohung und Imagination bewusst angelegt. Der Titeltrack reduziert das Geschehen zunächst auf verfremdeten A-cappella-Gesang, der in seiner getragenen Wiederholung eine fast rituelle Qualität annimmt, bevor sich nach und nach eine vielschichtige, zurückhaltende Perkussion darunter legt und dem Stück ein loses zeitliches Gerüst verleiht. In &#8220;Ward W Shok&#8221; verschieben sich die Gewichte zugunsten eines deutlicher konturierten Zusammenspiels von Rhythmus und Melodie: Ein gleichmäßig schreitender Puls trägt eine dunkle, beinahe hymnische Linie, während sich im Hintergrund bassnahe Schichten und klare, teils scharf gezeichnete Instrumentalfiguren aufbauen. Der Gesang bewegt sich darin mit einer eindringlichen Ruhe und verleiht dem Stück eine besondere Sogkraft.</p>
<p>&#8220;Ataba&#8221; dagegen beginnt mit tastenden, schwer einzuordnenden Klanggesten, die an eine filmische Spannung erinnern, bevor sich nach und nach eine dichtere, stärker an vorderasiatische Klangtraditionen erinnernde Textur herausbildet. Saitenklänge und perkussive Impulse geraten in Bewegung, steigern sich stellenweise, ohne jedoch je in offene Dramatik umzuschlagen – auch hier bleibt die Stimme ein stabiler Bezugspunkt, der sich von den Verschiebungen der Umgebung kaum aus der Bahn bringen lässt. Den Abschluss bildet &#8220;Latife&#8221;, dessen brüchiger, nahezu dokumentarischer Gesang – hier von einer anderen Frauenstimme getragen – den emotionalen Kern des Albums noch einmal freilegt. Die Reduktion auf diese fragile, unmittelbare Ausdrucksform wirkt wie ein Nachhall des zuvor Gehörten und führt die verschiedenen Spannungen des Albums in eine leise, aber nwirkungsvolle Schlussgeste über.</p>
<p>Die Liner Notes beschreiben Chamouns Musik als ebenso schön wie widerständig. Die Entscheidung, inmitten von Gewalt und Zerstörung Lieder zu schreiben, erscheint hier nicht als Eskapismus, sondern als Versuch, an Möglichkeiten festzuhalten, die über das Gegebene hinausweisen. Indem Chamoun ihre Texte singt, öffnet sie Räume, in denen sich Trauer und Hoffnung nicht ausschließen, sondern gegenseitig durchdringen und Kraft geben. Selbst im Ausdruck von Schmerz bleibt eine leise Zuversicht hörbar, dass etwas jenseits davon existiert. &#8220;Sawt El Doumouh&#8221; ist damit kein leicht zugängliches Album, aber ein umso eindringlicheres. Es verzichtet auf plakative Gesten und entfaltet seine Wirkung vielmehr über Zeit, Wiederholung und Nuancierung.</p>
<p>Chamouns Stimme steht dabei im Zentrum – nicht als dominierende Instanz, sondern als empfindsames Instrument, das Brüche ebenso zulässt wie Momente der Klarheit. So wird das Album zu einem vielschichtigen Dokument seiner Entstehungsbedingungen und zugleich zu einer eigenständigen künstlerischen Aussage, die weit über diese hinausweist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=502374409/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Sanam und Gleo im Berliner Silent Green</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 03:33:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für spontan Entschlossene empfehlen wir noch last minute den heute stattfindenden Konzertabend mit Sanam und gleo im Berliner Silent Green Kulturquartier. Das libanesische Sextett Sanam bringt dabei seinen vielschichtigen, zwischen Psychedelic, Krautrock, Jazz, Elektronik und einigen anderen Einflüssen changierenden Sound &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/28/sanam-und-gleo-im-berliner-silent-green/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für spontan Entschlossene empfehlen wir noch last minute den heute stattfindenden Konzertabend mit Sanam und gleo im Berliner Silent Green Kulturquartier. Das libanesische Sextett Sanam bringt dabei seinen vielschichtigen, zwischen Psychedelic, Krautrock, Jazz, Elektronik und einigen anderen Einflüssen changierenden Sound auf die Bühne. Gegründet 2021 nach einer Supergroup-Performance beim Irtijal Festival, vereint die Band Mitglieder aus Projekten wie Kinematik, Postcards und Al Rahel al Kabir und verbindet experimentellen Rock mit traditioneller Musik und moderner arabischer Poesie.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/sanam.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-51014" title="sanam" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/sanam.png" alt="" width="996" height="934" /></a><span id="more-51013"></span></p>
<p>Im Zentrum steht ihr zweites Album &#8220;Sametou Sawtan&#8221; (Constellation Records 2025), dessen Titel (Ich hörte eine Stimme) bereits die offene, ambivalente Grundstimmung andeutet: Themen wie Verlust, Migration und Entfremdung treffen hier auf eine Musik, die gleichermaßen verwurzelt und suchend wirkt. Sängerin Sandy Chamoun prägt das Klangbild gemeinsam mit Antonio Hajj (Bass), Farah Kaddour (Buzuq), Anthony Sahyoun (Gitarre, Synthesizer), Pascal Semerdjian (Schlagzeug) und Marwan Tohme (Gitarre). Zwischen eruptiven Passagen, hypnotischen Grooves und ruhigen, fast liturgischen Momenten entfaltet sich eine dichte, oft kontrastreiche Dramaturgie, in der traditionelle Motive, freie Improvisation und elektronische Texturen ineinandergreifen. Ein Soloalbum der Sängerin erscheint übrigens in einigen Wochen bei Ruptured Records. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/gleo.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-51015" title="gleo" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/gleo.png" alt="" width="905" height="972" /></a><br />
Als Support ist das Berliner Ambient-Duo gleo [glō] dabei, bestehend aus Cathal Berkeley und Ben Higgins. Mit manipulierten Samples, Field Recordings und Tape-Loops entwickeln sie laut Programmtext live improvisierte Sets, die zwischen Intimität und unterschwelliger Unruhe oszillieren.</p>
<p>Dienstag, 28.04.2026<br />
Einlass: 19:00 Uhr<br />
Silent Green<br />
Betonhalle<br />
Gerichtstraße 35<br />
13347 Berlin</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/events/2942791895928684"><strong>@ Facebook mit Ticketlink</strong></a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=834090066/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/soundcloud%253Atracks%253A1778756634&amp;color=%23ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="166"></iframe></p>
<div style="font-size: 10px; color: #cccccc; line-break: anywhere; word-break: normal; overflow: hidden; white-space: nowrap; text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif; font-weight: 100;"><a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="gleo" href="https://soundcloud.com/gleo-ceol" target="_blank">gleo</a> · <a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="One" href="https://soundcloud.com/gleo-ceol/one" target="_blank">One</a></div>
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		<title>Land: Zweiter und dritter Teil der libanesischen Charity-Compilation</title>
		<link>https://africanpaper.com/2026/03/24/land-zweiter-und-dritter-teil-der-libanesischen-charity-compilation/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 05:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die auch als Label fungierenden Tunefork Studios in Beirut haben gerade zusammen mit dem Beirut Synthesizer Center einen zweiten und dritten Teil der Charity-Compilation &#8220;Land&#8221; herausgebracht, deren Erlös der Versorgung der Menschen zugute kommt, die in Folge des aktuellen Krieges &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/03/24/land-zweiter-und-dritter-teil-der-libanesischen-charity-compilation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die auch als Label fungierenden Tunefork Studios in Beirut haben gerade zusammen mit dem Beirut Synthesizer Center einen zweiten und dritten Teil der Charity-Compilation &#8220;Land&#8221; herausgebracht, deren Erlös der Versorgung der Menschen zugute kommt, die in Folge des aktuellen Krieges heimatlos geworden sind &#8211; enthalten sind Beiträge von insgesamt achtundfünfzig Acts, die größtenteils aus den vielgestaltigen experimentellen, elektronischen, improvlastigen oder klangkünstlwerischen Musikszenen Libanons stammen. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-50554" title="land2" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land2.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-50553"></span></p>
<p>Mit Yara Asmar, Nour Sokhon, Sanam, Charbel Haber, Julia Sabra, Elyse Tabet, Postcards, Jad Atoui, Anthony Sahyoun, Snakeskin, Fadi Tabbal, Interbellum, Mayssa Jallad, Abed Kobeissy, Sary Moussa, Interbellum, The Incompetents, Yasmine Hamdan, Zeid Hamdan, Youmna Saba und Maud Zeinoun sind eine ganze Reihe an Künstlerinnen und Künstlern vertreten, die auch auf unseren Seiten schon eine Rolle gespielt haben. Internationale Acts wie Julia Holter und Mary Lattimore sind ebenfalls vertreten. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-50555" title="land3" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land3.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a>Die Doppel-Compilation ist mit Artwork by Carla Aouad und Design von Josette &#8216;Zooz&#8217; Khalil über Bandcamp erhältlich. Der erste Teil der Reihe erschien vor anderthalb Jahren.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3603396290/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1299316612/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Sanam: Europatour im April und Mai</title>
		<link>https://africanpaper.com/2026/02/09/sanam-europatour-im-april-und-mai/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 05:53:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die libanesische Band Sanam wird im Frühjahr auf Europatour gehen. Die Konzerte sind eine weitere Gelegenheit, das zweite Album &#8220;Sametou Sawtan&#8221;, das im vergangenen Jahr bei Constellation Records erschienen ist, kennenzulernen. Nach ihrem Debütalbum &#8220;Aykathani Malakon&#8221; zeigt sich das Sextett &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/02/09/sanam-europatour-im-april-und-mai/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die libanesische Band Sanam wird im Frühjahr auf Europatour gehen. Die Konzerte sind eine weitere Gelegenheit, das zweite Album<a title="SANAM: Sametou Sawtan" href="https://africanpaper.com/2025/09/27/sanam-sametou-sawtan/"> &#8220;Sametou Sawtan&#8221;</a>, das im vergangenen Jahr bei Constellation Records erschienen ist, kennenzulernen.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/02/fotor_1770522804994.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49934" title="fotor_1770522804994" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/02/fotor_1770522804994.jpg" alt="" width="618" height="795" /></a><span id="more-49933"></span></p>
<p>Nach ihrem <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/"><strong>Debütalbum &#8220;Aykathani Malakon&#8221;</strong> </a>zeigt sich das Sextett in den neuen Aufnahmen noch konsequenter in seiner musikalischen Hybridität. Elemente aus Psychedelic und Krautrock, Jazz und freier Improvisation, arabischer und persischer Dichtung sowie elektronische Texturen verweben sich zu ganz eigenen furiosen Songgebilden. Über die kraftvolle Ausprägung, die die Stücke der Combo auf der Bühne bekommen können, kann man sich u.a. in der unten verlinkten Konzertaufnahme &#8220;Live at Café OTO&#8221; einen Eindruck verschaffen. Neben Sängerin Sandy Chamoun, von der gerade ein weiteres Soloalbum im Entstehen ist, umfasst die Band außerdem Antonio Hajj (Bass), Farah Kaddour (Buzuq), Anthony Sahyoun (Gitarre, Synthesizer), Pascal Semerdjian (Schlagzeug) und Marwan Tohme (Gitarre). Sanam wird auf mehreren Festivals auftreten, darunter Rewire, Roadburn, Intonal und das Donau-Festival im österreichischen Krems. Darüber hinaus sind weitere Stationen im deutschsprachigen Raum geplant, unter anderem das Berliner Silent Green, der Münchener Import Export und die Zürcher Rote Fabrik.<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_260208_045643_513.sdocx--></p>
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<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=28722548/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=459721513/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SANAM: Sametou Sawtan</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/09/27/sanam-sametou-sawtan/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Sep 2025 03:08:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verlust, Entfremdung und die Suche nach Verankerung prägen die Texte wie auch den Klang auf &#8220;Sametou Sawtan&#8221;, dem zweiten Longplayer des furiosen libanesischen Sextetts SANAM. Der arabische Titel bedeutet im Deutschen &#8220;Ich hörte eine Stimme&#8221; – eine Formulierung, die offenlässt, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/09/27/sanam-sametou-sawtan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/sametousawtan.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47741" title="sametousawtan" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/sametousawtan-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Verlust, Entfremdung und die Suche nach Verankerung prägen die Texte wie auch den Klang auf &#8220;Sametou Sawtan&#8221;, dem zweiten Longplayer des furiosen libanesischen Sextetts SANAM. Der arabische Titel bedeutet im Deutschen &#8220;Ich hörte eine Stimme&#8221; – eine Formulierung, die offenlässt, ob sie etwas Vertrautes oder etwas Unheimliches bezeichnet, und ob die Vergangenheitsform vielleicht mit einer gewissen Wehmut auf einen zurückliegenden Endpunkt verweist. <span id="more-47739"></span>Diese Spannung zieht sich durch das ganze Album, das zugleich fest im östlichen Mittelmeerraum verwurzelt und offen für überregionale Avantgarde-Formen ist. Nach ihrem <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">Debüt &#8220;Aykathani Malakon&#8221;</a> zeigen sich SANAM hier noch konsequenter in ihrer Hybridität: Psychedelic, Krautrock, Improvisation, Jazz, arabische und persische Dichtung und elektronische Texturen verbinden sich mit traditionellen Liedern zu einer Musik, die gleichermaßen historisch reflektiert und gegenwärtig klingt.</p>
<p>Sängerin Sandy Chamoun, die gemeinsam mit Antonio Hajj (Bass), Farah Kaddour (Buzuq), Anthony Sahyoun (Gitarre, Synthesizer), Pascal Semerdjian (Schlagzeug) und Marwan Tohme (Gitarre) das Album prägt, erklärt die Verankerung der Musik und der Texte besonders im Gefühl des Verlusts in einer Zeit zunehmender Migration aus dem Libanon: &#8220;Seit etwa fünf Jahren fühlt es sich an, als würde jeder den Libanon verlassen. Das Album handelt nicht buchstäblich davon, dass alle gehen – aber von der Vorstellung, dass etwas dich verlässt&#8221;. In diesm Zusammenhang verarbeitet die Band ein Lebensgefühl, das von Verwurzelung ebenso wie von Entfremdung geprägt ist.</p>
<p>Vielleicht kann man dieses ambivalente Lebensgefühl auch mit der ambitionierten Suche nach den unterschiedlichsten musikalischen Ausdrucksformen verbinden, die man hier fast wie in Echtzeit zu verfolgen meint &#8211; mehr noch allerdings in dem stets gleichzeitigen Vorhandensein von Sensibilität und Energie, von Souveränität und Verwundbarkeit. Schon das eröffnende &#8220;Harik&#8221; verdeutlicht diese doppelte Intensität: ein Stück voller eruptiver Drums und verzerrter Elektronik, in das Chamouns Stimme zwischen atemloser Dringlichkeit und kraftvoller, fast liturgischer Ruhe eingreift. Sie beschreibt den Text als ein Feuer, das ohne Treibstoff brennt. Hier treten erstmals die Kontraste hervor, die sich durch das ganze Album ziehen: Kontrollierte Wucht und offene Form, ritualhaftes Kreisen und eruptive Ausbrüche. Ganz anders beginnt &#8220;Goblin&#8221;: ruhiger, gesetzter, nocturnal, melancholisch. Chamouns hallunterlegte Stimme trägt eine hymnische Weise, während Kanun, Buzuq und zischelnde Becken nach und nach eine spannungsvolle, fast cinematische Atmosphäre entstehen lassen. Der Song ist einer der Höhepunkte des Albums.</p>
<p>&#8220;Habibon&#8221; beginnt mit glissandierenden Hochtönern, über denen Jazzbesen und tiefes Saitenspiel einen lockeren Groove entstehen lassen. Gitarreneinsätze und ornamentaler Gesang &#8211; feinsinnig und oich zu kraftvoll, um im engeren Sinne sanft zu sein - lassen das Bild einer nächtlichen Fahrt in einem wehmütig abgeklärten Roadmovie entstehen. Hochtönende Tupfer und augenzwinkernd aus der popkulturellen Traditionskiste gezogene Gitarrentwangs kommentieren den Song wie der Chor den Dialog in einem griechischen Drama, bis Chamoun den Titel plötzlich hinausschreit und dem bislang etwas schlafwandlerischen Stück eine ganz neue Dringlichkeit gibt. Der Song ist übrigens aus der Feder eines Imam Ali &#8211; ob damit der historische Träger dieses Namens und Begründer der schiitischen Glaubensrichtung gemeint ist, entzieht sich meiner Kenntnis. In &#8220;Hadikat Al Ams&#8221;, das auf einen Text des Dichters Paul Shaoul zurückgreift, steigert sich die Band, ausgehend von a capella vorgetragenem Gesang, in ein intensives, hämmerndes, kratzendes Geflecht aus psychedelisch eingefärbten Noiserock und No-Wave, das von Chamouns stets unbeirrter Stimme zusammengehalten wird.</p>
<p>&#8220;Hamam&#8221; greift ein traditionelles ägyptisches Lied auf und entfaltet es über fast zehn Minuten zu einem hypnotischen Stück, dessen lange Aufbauphase immer wieder durch eruptive Ausbrüche kontrastiert wird. Die Instrumente verschränken sich hier in einem oszillierenden Strom, über dem die Stimme noch deutlicher zwischen zartem Ornament und kraftvoller Wucht changiert. Noch deutlicher wird die Verbindung von Tradition und Gegenwart in &#8220;Sayl Damei&#8221; und dem kurzen abschließenden Titelsong &#8220;Sametou Sawtan&#8221;, die wohl beide auf Gedichte des persischen Mathematikers und Dichters Omar Khayyam zurückgreifen. &#8220;Wenn man Omar liest, fühlt man eine Verbindung zum Jetzt&#8221;, sagt Chamoun, &#8220;das Gefühl, dass es keinen klaren Weg gibt&#8221;. „Tatayoum“, ein weiteres kurzes Stück mit schnell gespielter Buzuq wirkt dagegen wie eine obsessive Schleife volelr Dröhnung und kleinen sperrigen Details, eine Verdichtung von Energie in direkter, körpernaher Form, bei der die Stimme ganz nah am Ohr zu erklingen scheint.</p>
<p>So entsteht ein Album, das die Live-Intensität von SANAM mit einer enormen klanglichen Bandbreite verbindet. &#8220;Sametou Sawtan&#8221; lässt sich nicht auf eine eindeutige Richtung festlegen: Es oszilliert zwischen sperrig und hymnisch, zwischen frei mäandernd und streng rhythmisch, zwischen historischen Quellen und einer Gegenwart, die keinen sicheren Boden bietet und gerade dadurch eine große Unmittelbarkeit entfaltet.</p>
<p><strong>Label: Constellation</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=834090066/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>FARAH KADDOUR / MARWAN TOHME: Ghazel</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jul 2025 05:22:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Farah Kaddour]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Mattar]]></category>
		<category><![CDATA[Marwan Tohme]]></category>
		<category><![CDATA[Ruptured]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal entsteht musikalische Nähe nicht durch das Verfolgen eines Konzepts, sondern durch Zuhören – ein vorsichtiges Sich-Antasten verschiedener Instrumente, die einander Raum geben. So beginnt auch das erste als Duo aufgenommene Album &#8220;Ghazel&#8221; von Farah Kaddour (Buzuq) und Marwan Tohme &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/07/05/farah-kaddour-marwan-tohme-ghazel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/ghazel.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46477" title="ghazel" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/ghazel-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Manchmal entsteht musikalische Nähe nicht durch das Verfolgen eines Konzepts, sondern durch Zuhören – ein vorsichtiges Sich-Antasten verschiedener Instrumente, die einander Raum geben. So beginnt auch das erste als Duo aufgenommene Album &#8220;Ghazel&#8221; von Farah Kaddour (Buzuq) und Marwan Tohme (Gitarre, Elektronik), beide neben anderen Aktivitäten auch Mitglieder der experimentellen <span id="more-46476"></span>Psych Rock-Formation Sanam, das aus improvisierten Begegnungen in der libanesischen Hauptstadt Beirut und einem Dorf in den Bergen des Landes hervorging und sich dabei ein unverwechselbares Eigenleben bewahrt hat.</p>
<p>Der Auftakt &#8220;Kayfa Taltaqi al-Qulub&#8221; (&#8220;Wie sich Herzen begegnen&#8221;) gibt eine Art Grundstimmung vor. Die melodischen Motive auf der Buzuq entfalten sich zurückhaltend, aber bestimmt, begleitet von elektronisch erzeugten Klangschleiern, die im Hintergrund aufscheinen und für eine elektrisierend dichte Atmosphäre sorgen. Hier wird bereits spürbar, wie sich das Album auf das Zusammenspiel zwischen Intuition und Form in fein austarierten Verhältnissen konzentriert. &#8220;Tajmid Ejbari&#8221; entwickelt mehr Bewegung, eine fast tanzhafte Dynamik. Doch auch hier bleibt der Aufbau offen für Brüche: Aus dem Hintergrund drängen raue Geräusche nach vorn – Grollen, Poltern, etwas wie herabfallender Schutt –, die kurzzeitig alles dominieren. Das Saitenspiel aber bleibt unbeirrt, verliert nicht die Orientierung. In &#8220;Naghmat Al-Ra&#8217;i&#8221; wird der Rhythmus wieder ruhiger. Ein feines Rauschen legt sich über das Stück, das in seiner harmonischen Ambivalenz fast cinematisch wirkt, ein Spannungsmoment, das in einem entrückten Nachspiel leise abgleitet.</p>
<p>Zwei Stücke greifen explizit auf bestehende musikalische Formen zurück. Der bereits genannte Opener interpretiert eine traditionelle Doulab Nahawand-Melodie neu, während &#8220;Nawal&#8221; auf der Komposition &#8220;Longa Jaharkah&#8221; von Mohamad Abdelkarim basiert. Doch beide Stücke werden durch die Interpretation von Kaddour und Tohme so stark transformiert, dass sie eher als Bezugspunkte denn als Wiederholungen erscheinen. In &#8220;Nawal&#8221; etwa, das von einer deutlich melancholischeren Grundstimmung getragen wird, schwingt ihre Stimme wie ein liturgischer Gesang über das Motiv, während die Buzuq teils ekstatische Figuren entfaltet.</p>
<p>Der Titeltrack – benannt nach dem arabischen Wort für Garn oder Faden – bringt beide Instrumente in besonders enger Verzahnung zusammen. Buzuq und Gitarre scheinen ein gemeinsames Gewebe zu knüpfen, wobei die Herkunft der Melodie kaum zu bestimmen ist: mediterran, vielleicht levantinisch, möglicherweise sogar mit entfernten Bezügen zum Balkan, aber vielleicht laufen diese Überlegungen eines viel nördlicher sozialisierten rezensenten auch insw Leere. &#8220;Bissi&#8221; dagegen flirtet stärker mit monotonen, fast psychedelisch wirkenden Strukturen, über denen sich hochtönende Elemente entfalten, die an Filmscores aus den 70ern erinnern. Auch hier bleibt das Spiel auf der Buzuq klar im Zentrum, aber das Geräuschhafte im Hintergrund entwickelt eine eigene Kraft. Den Abschluss bildet &#8220;Wulidna Fil-Barzakh&#8221; (&#8220;Wir wurden im Fegefeuer geboren&#8221;), das das Instrumentarium fast ins Abstrakte kippt: Die Buzuq klingt wie ein flimmerndes orchestrales Echo, lose verbunden mit dramatischen Spannungen, die an klassische Filmszenen erinnern könnten. Der Sound bleibt dabei in der Lautstärke zurückhaltend, in der Wirkung aber umso eindringlicher, wie ein Schluss, der nicht alles abschließt.</p>
<p>&#8220;Es liegt etwas zutiefst Lebendiges in diesen Aufnahmen&#8221;, heißt es in den Linernotes von Karl Mattar, &#8220;vielleicht wenig überraschend bei einem Projekt, das aus Live-Performances hervorgegangen ist und sich seinen improvisierten Impuls bewahrt hat. Es ist spontan und lebendig – ein eingefangener Atemzug&#8221;. Dem kann man nur zustimmen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1879590471/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Sametou Sawtan: Album und Tour von Sanam</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/06/02/sametou-sawtan-album-und-tour-von-sanam/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jun 2025 04:22:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio El Hajj Moussa]]></category>
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		<category><![CDATA[Pascal Semerdjian]]></category>
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		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

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		<description><![CDATA[Die libanesische Band Sanam kündigt für den 19. September ihr zweites Album mit dem Titel &#8220;Sametou Sawtan&#8221; an, das bei Constellation erscheinen wird. Der Albumtitel bedeutet „Ich hörte eine Stimme“ – eine Formulierung, die offenlässt, ob man es mit etwas &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/02/sametou-sawtan-album-und-tour-von-sanam/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die libanesische Band Sanam kündigt für den 19. September ihr zweites Album mit dem Titel &#8220;Sametou Sawtan&#8221; an, das bei Constellation erscheinen wird. Der Albumtitel bedeutet „Ich hörte eine Stimme“ – eine Formulierung, die offenlässt, ob man es mit etwas Unheimlichem oder Erleuchtendem zu tun hat. Diese Spannung durchzieht laut abel auch das neue Werk der sechsköpfigen Combo aus Beirut, das sich mit Fragen von Distanz, Verlust und Erinnerung auseinandersetzt. In einer Zeit zunehmender Migration aus dem Libanon verarbeitet die Band ein Lebensgefühl, das zugleich von Verankerung und Entfremdung geprägt ist. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_single.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46381" title="images.disco_single" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_single.jpg" alt="" width="1100" height="1100" /></a><span id="more-46380"></span></p>
<p>Wie Sängerin Sandy Chamoun sagt: &#8220;Das Album ist nicht buchstäblich davon inspiriert, dass alle gehen – aber von der Vorstellung, dass etwas dich verlässt&#8221;. Nach ihrem vielbeachteten Debüt <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="http://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">&#8220;Aykathani Malakon&#8221; (2023)</a> zeigt sich Sanam auf &#8220;Sametou Sawtan&#8221; noch konsequenter in ihrer stilistischen Hybridität. Elemente aus Psychedelic, Krautrock, freier Improvisation, Jazz, arabischer Dichtung und elektronischer Musik werden mit traditionellen Liedformen aus Ägypten und dem weiteren Nahen Osten verflochten zu einer Musik, die gleichsam geschichtsbewusst und gegenwärtig wirkt. Die Aufnahmen entstanden zwischen Paris und dem libanenischen Byblos, produziert von Radwan Ghazi Moumneh.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46382" title="images.disco" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_.jpg" alt="" width="1100" height="734" /></a></p>
<p>Mit der Vorabsingle &#8220;Harik&#8221; gibt die Band nun einen ersten Einblick. Das Stück basiert auf einem Text Chamouns und bildet den Ausgangspunkt für das Album. Der Song beginnt mit eruptiven Drums, verzerrter Elektronik und einer Stimme, die atemlos durch das Klangbild schneidet und abwechselnd dazu einen geerdeten, kraftvollen Gesang fast liturgisch anmutender Prägung beisteurt. Chamoun, die <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">solo bereits ein Noisealbum </a>veröffentlicht und im vergangenen Jahr <a title="SANDY CHAMOUN / ANTHONY SAHYOUN / JAD ATOUI: Ghadr" href="http://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/">eine opulente Trio-Veröffentlichung </a>mit dem weiteren Sanam-Mitglied Anthony Sahyoun sowie Jad Atoui produziert hat, beschreibt den Text als ein Feuer, das ohne Treibstoff brennt – eine Empfindung, die sich durch viele Stücke des Albums zieht, auch wenn sie nie eindeutig negativ konnotiert ist. &#8220;Es ist eine Falle, aber sie kann auch magisch sein&#8221;, sagt Chamoun. Diese doppelbödige Intensität steht laut Constellation exemplarisch für den Gesamtcharakter von &#8220;Sametou Sawtan&#8221; <span style="font-weight: 300;">Thematisch greift das Album auf Texte aus verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten zurück: So findet sich auf dem Album ein Gedicht des libanesischen Autors Paul Shaoul, während andere Texte auf den persischen Mathematiker und Dichter Omar Khayyam zurückgehen. Chamoun betont den gegenwärtigen Bezug solcher Quellen: &#8220;Wenn man Omar liest, fühlt man eine Verbindung zum Jetzt. Das Gefühl, dass es keinen klaren Weg gibt&#8221;. Eigene Texte bilden eine weitere Säule des Albums. </span><span style="font-weight: 300;">Vorgestellt werden soll das Album bei einer ausgedehnten Konzerttour im Juni und Juli durch Kanada und insgesamt sieben europäische Länder mit Stationen u.a. beim Roskilde Festival, Musica Mondo, Rudolstadt, Everyseeker oder Suoni Per Il Popolo. Zwei besondere Konzerte finden zudem im Hotel2Tango-Studio in Montréal statt, dem Sitz ihres neuen Labels.</span></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_tour.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46385" title="images.disco_tour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_tour.jpg" alt="" width="1100" height="1376" /></a></p>
<p>Konzertdaten:</p>
<p>14.06 Halifax (CA) Everyseeker<br />
18.06 Calgary (CA) Sled Island<br />
21.06 Montréal (CA) Suoni Per Il Popolo<br />
23.06 Montréal (CA) Hotel2Tango<br />
24.06 Montréal (CA) Hotel2Tango<br />
27.06 Amersfoort (NL) Musica Mundo Festival<br />
28.06 Roveredo (CH) Grin Festival<br />
30.06 Ljubliana (SL) Channel Zero<br />
01.07 Zagreb (HR) Mochvara<br />
02.07 Hamburg (DE) MS Stubnitz<br />
03.07 Roskilde (DK) Roskilde Festival<br />
04.07 Rudolstadt (DE) Rudolstadt Festival<br />
05.07 Rudolstadt (DE) Rudolstadt Festival<br />
07.07 Prag (CZ) Vila Štvanice (via Heartnoize)<br />
09.07 Biel (CH) Pod’Ring Festival</p>
<p>Bandportrait: Mohamad Abdouni</p>
<p><a href="https://lnk.to/cst18"><strong>Alle Links zur Single hier</strong> </a></p>
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		<title>SANDY CHAMOUN / ANTHONY SAHYOUN / JAD ATOUI: Ghadr</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Dec 2024 07:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Jad Atoui]]></category>
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		<category><![CDATA[Ruptured]]></category>
		<category><![CDATA[Ruptured Records]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen einem rein musealen Rückgriff auf etablierte musikalische Strukturen und dem oft zwanghaft wirkenden Bedürfnis nach Neuem, nach ästhetischem Tabula Rasa, gibt es die verschiedensten Wege, und die interessantesten darunter sind wahrscheinlich diejenigen, die die Würdigung tradierter &#8211; auch moderner &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/11/Ghadr_Cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-43417" title="Ghadr_Cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/11/Ghadr_Cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zwischen einem rein musealen Rückgriff auf etablierte musikalische Strukturen und dem oft zwanghaft wirkenden Bedürfnis nach Neuem, nach ästhetischem Tabula Rasa, gibt es die verschiedensten Wege, und die interessantesten darunter sind wahrscheinlich diejenigen, die die Würdigung tradierter &#8211; auch moderner tradierter &#8211; Formen mit Innovation verknüpfen. Eine solche &#8211; zugegeben allgemeine &#8211; Vorstellung scheint auch dem <span id="more-43416"></span>Album &#8220;Ghadr &#8211; غدر&#8221; und seinem Entstehungsprozess zugrunde zu liegen, mit dem die libanesischen Musikerinnen und Musiker Sandy Chamoun, Anthony Sahyoun und Jad Atoui, die alle in der einen oder anderen Form bereits Thema auf unseren Seiten waren, mit Gitarren, modularen Synthies, klassisch grundiertem, experimentell gebrochenem arabischen Gesang und viel Improvisationsgeist im Gepäck einen in all seiner Heterogenität äußerst stimmigen Hybriden geschaffen haben. Das Spiel mit dem Fragmentierten und dem Chaos wäre ein Motto, das man dem in der Schweiz aufgenommenen und in Beirut vollendeten Werk aufkleben könnte, doch damit würde man letztlich eine Menge an weiteren Inhalten und Referenzen verschweigen.</p>
<p>Das Album beginnt mit &#8220;Tahal Layl&#8221;, einer freien Interpretation eines traditionellen tunesischen Beduinenliedes, das mit den kreisenden Bewegungen eines tanpuraartigen Drones beginnt und Chamouns Stimme als im Wind verwehte, durchdringende Kraft ins Zentrum rückt. Während der Sound sich mit schwirrender Dröhnung und einem regenartigen Rauschen bis zu einer intensiven Noisewand mit lautem Feedback entfaltet, bricht die Komposition mit ihren Zeitstrukturen aus ihren Bahnen und schüttelt alle Erwartungen heftig durcheinander. Ein Gefühl des Zusammenbruchs ist allgegenwärtig, und dennoch bleibt Chamouns Gesang wie eine unumstößliche Botschaft, eine Allegorie der Stetigkeit inmitten des Zerfalls, bestehen. Man mag sich an ihr noisiges <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">Soloalbum</a> erinnern, mehr noch vielleicht als an das <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="http://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">Debüt der Band Sanam</a>, an der auch Sahyoun beteiligt ist. &#8220;Bihali&#8221;, basierend auf der mehr als tausend Jahre alten Poesie von Abou Firas Al-Hamdani, startet mit zarten elektronischen Geräuschen, um dann, aus dem Substrat einer ambienten Dröhnung, sanfte, weltentrückte Synthie-Melodien zu entfalten. Hier klingt Chamouns ornamentaler Gesang beschwörend und scheint immer mehr mit den synkopierten Strukturen zu verschmelzen – fast rauschhaft, und auch dann noch in der Wiederholung des Titels bestehen bleibend, wenn die Komposition sich im Flimmern und Rauschen auflöst. Ein Höhepunkt der Spannung erreicht &#8220;Ghadr&#8221; auf &#8220;Al Moulatham&#8221;, einem zitternd startenden, später scharfkantiger konturierten und gegen Ende erschüttert-verzerrten Track, dessen Text direkt einer persönlichen Nachricht aus dem Krieg in Gaza entnommen wurde. Hier scheint die Produktion an der Grenze des Möglichen zu operieren, fast wie ein akustisches Szenario des Ex- und Implodierens. Chamouns Gesang, diesmal melancholisch, fast elegisch, schwebt unheilvoll über dieser Ruinenlandschaft, die immer lauter und beunruhigender wird, als ob die Musik selbst das Trauma auslotet und aufzeichnet.</p>
<p>&#8220;Hayawanon Ghader&#8221;, das Chamouns eigene Lyrik enthält und &#8211; so mag man zumindest zu Beginn denken &#8211; vielleicht sogar a capella funktioniert hätte, entfaltet sich wie ein stürmischer Protestsong mit stoischer Intensität und einer Dringlichkeit, die rhythmisch und tonal den Füßen den Boden entzieht. Die harschen rhythmischen Schläge, begleitet von seltsamem Bimmeln, unterstreichen den Klang wie martialische Detonationen, und der Track erreicht eine rohe Dringlichkeit, die Chamouns langgezogene Stimmbeiträge auf kontrastierende Weise umrahmt. Der finale Track &#8220;Al Samaa wal Nabaat wal Ghaabaat wal Zaytoun wal Laymoun wal Lawz wal Tin&#8221; führt das Werk, fast schon überraschend, in eine introspektive und doch strahlende Abschlussvision: Dröhnend, in seiner scheinbaren Statik fast liturgisch und von organisch anmutender Materialität, kontrastiert die Soundkulisse diesmal mit einem auffallend schnellen rezitativen Gesang, der eine rituelle Hypnotik versprüht. Diese Komposition, basierend auf der Lyrik des zeitgenössischen Dichters Paul Chaoul, webt einen hypnotischen Abschluss und bestätigt &#8220;Ghadr&#8221;, dessen Titel im Deutschen so etwas wie &#8220;Verrat&#8221; bedeutet, als eine musikalische Reflexion über zahlreiche, mir aufgrund der Sprachbarriere weitgehend verschlossenen Themen der Verzweiflung und Hoffnung in einer zerstückelten Welt.</p>
<p>Mehr als eine Fußnote ist, dass alle drei Beteiligten unabhängig voneinander an der <a title="Land 01: Charity-Compilation mit zahlreichen libanesischen Musikern" href="http://africanpaper.com/2024/12/05/land-01-charity-compilation-mit-zahlreichen-libanesischen-musikern/">Compilation &#8220;Land 01&#8243; </a>mitgewirkt haben, deren Erlös der Versorgung derer zukommt, die im Zuge des jüngsten Krieges ihr Zuhause verloren haben. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
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		<title>SANAM: Aykathani Malakon</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Aug 2023 05:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
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		<description><![CDATA[Zu den reichhaltigsten Platten, die in diesem Jahr das Licht der Welt erblicht haben, zählt fraglos &#8220;Aykathani Malakon&#8221; der libanesischen Band Sanam, die so etwas wie eine Supergroup ist, da ihre Mitglieder alle in anderen Bands oder solo aktiv sind &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/sanam.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36388" title="sanam" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/sanam-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zu den reichhaltigsten Platten, die in diesem Jahr das Licht der Welt erblicht haben, zählt fraglos &#8220;Aykathani Malakon&#8221; der libanesischen Band Sanam, die so etwas wie eine Supergroup ist, da ihre Mitglieder alle in anderen Bands oder solo aktiv sind und in ihrem Land keineswegs unbekannt. Mindestens im Falle der Sängerin <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">Sandy Chamoun</a>, des Drummer <a title="ELYSE TABET / PASCAL SEMERDJIAN / YARA ASMAR: Low Toms Bright Bells and Darkest Spells" href="http://africanpaper.com/2023/01/07/elyse-tabet-pascal-semerdjian-yara-asmar-low-toms-bright-bells-and-darkest-spells/">Pascal Semerdjian</a> und des primär für die Elektronik zuständigen <a href="http://africanpaper.com/tag/anthony-sahyoun/">Anthony Sahyoun</a> sollte das auch bei unseren Lesern gelten, und auch die <span id="more-36386"></span>Namen Antonio El Hajj Moussa (Bass, Elektronik), Farah Kaddour (Buzuq) und Marwan Tohme (Guitars, Elektronik) sowie der des Studiomannes <a href="http://africanpaper.com/tag/jerusalem-in-my-heart/">Radwan Ghazi Moumneh</a> sind hier schon vereizelt gefallen.</p>
<p>Die Idee zu ihrer furiosen Mixtur aus improvisiert anmutendem und immer mal noisigen Rock, arabischsprachiger Poesie und Ansätzen regionaler Populärmusik ging auf einen Aufenthalt des Norddeutschen Hans-Joachim Irmler (Faust) zurück, der für das Irtijal Festival vor zwei Jahren nach Beirut reiste und eine Band für einen Workshop und Auftritt zusammentrommelte. Die Vorbereitungen dazu waren auch die Geburtsstunde des vorliegenden Debütalbums, das einige Monate später in einem abgelegenen Ort in den libanesischen Bergen live in einem kleinen Studio aufgenommen wurde. Dass man unter Umständen &#8211; soviel sei gleich zu Beginn vorweg genommen &#8211; ohne die entsprechenden Sprachkenntnisse die Texte nur in ihrer sinnlich-atmosphärischen Dimension wahrnimmt, tut dem ästhetischen Wert des Albums keinen Abbruch.</p>
<p>Der Titel &#8220;Aykathani Malakon (An Angel Woke Me)&#8221;, der in arabischen Lettern &#8220;ص​ن​م &#8211; أ​ي​ق​ظ​ن​ي م​ل​ا​ك&#8221; lautet, entstammt einem Gedicht des libanesischen Lyrikers Bassem Hajjar, welches gleich im Opener vertont wird. Dieser startet mit einer aufgeweckten Saitenmelodie, die gut zum Titel passen will, doch schon bald bringen die restlichen Instrumente eine Zerfleddertheit ins Bild, die an eine apokalyptisch tobende Karusellfahrt erinnert und vor deren Kulisse Chamouns Gesang, der recht bald auftaktlos einsetzt und in seinem leicht erschöpften Tonfall an ihr ungleich noisigeres Soloprojekt anknüpft, ungemein stoisch wirkt. Auch im weiteren Verlauf entpuppt sich der theatralische Kontrast zwischen Understatement und musikalischer Eruptivität als ein starkes Stilmittel, und auf gewisse Weise findet sich dies auch im Zusammenspiel von aufgeweckt tanzbaren Rhythmen und einem desolat detonierenden Glockenloop im folgenden &#8220;Bell&#8221;. Was hier anfangs wie eine straighte Fahrt durch eine instrumentale Klanglandschaft anmutet, offenbart mit der Zeit immer neue Ideen: Geheimnissvolle Ornamente auf der Bouzouk, kratzige E-Gitarren, die an diverse Schnittstellen von Krautrok und Wave erinnern und letztlich wieder Chamouns Gesang, der irgendwann einsetzt. Das Video mit dem Tänzer Eid Hemaoui einer in Tripoli ansässigen Sufi-Gruppe gibt all dem eine weitere Note.</p>
<p>&#8220;Ayouha Al-Taiin Fi Al-Mawt (He Who Stabs Death)&#8221; ist ganz um einen von der Sängerin diesmal nur rezitierten Text des Dichters Paul Chaoul herum gebaut: Schon im noch ganz ohne Instrumente beginnenden Auftakt klingt ihre Stimme entschlossen und kämpferisch, was durch einen leicht nervösen Unterton noch untermauert wird. Setzen die Instrumente &#8211; zischelnde Becken, Gitarren und einiges mehr &#8211; ein, bleibt diese Haltung noch lange bestehen, erst mit der Zeit, wenn sich auch die musikalische Kulisse immer mehr in Tempo und Fülle steigert, überschlagen sich auch die stimmlichen Ereignisse, eine spannungsvolle Aufgeregtheit verbreitet sich und man wartet nur noch auf den erlösenden Ausbruch, der sich dann recht subtil ereignet, bevor das Stück wieder in reine, wenngleich nun atemlose Rezitation mündet. Das auf einer Arbeit des ägyptischen Komponisten Sayyid Darwish basierende &#8220;Ya Nass (O People)&#8221;, in dessen vergleichsweise ambienter Struktur die Bouzouk besonders zur Geltung kommt, wirkt trotz rauer Momente vergleichweise kontemplativ.</p>
<p>Man könnte zu jedem Song viel schreiben, denn in jedem der Stücke offenbart das Album weitere Charakterzüge ihrer Mixtur aus Tradition und Innovation, aus Reginalem und Globalem &#8211; Züge, die sich oft interessanten (und niemals banal-plakativen) Kontrasten verdanken, durch die die durchaus auch im herkömmlichen Sinne reizvollen Melodien und Harmonien stets vor der Falle des nur-Schönen bewahrt werden. Im weniger textlastigen, aber keineswegs gesangsfreien &#8220;Shajar Al-Touti (The Mulberry Trees)&#8221; entfaltet sich ein von der Klangquelle her schwer ortbarer Goldregen vor einem rauen Hintergrund, in &#8220;Oulo La Emmo (Tell His Mother)&#8221; mit seinen kämferischen Trommelwirlbeln hält sich über drei Minuten das Gefühl einer (Un-)Ruhe vor dem (eigentlichen) Sturm, der rockige Takt, der sich die ganze Zeit über herauszukristallisieren scheint, bleibt aber im Hintergrund, entfaltet sich erst im schwindelerregenden Instrumentalstück &#8220;94&#8243;.</p>
<p>In den abschließenden Minuten macht sich mehr als zuvor eine angenehme Sanftheit bemerkbar, die atmosphärisch eher an Akzeptanz als an so etwas wie ein glückliches Emde erinnern mag. An ein solches mag man auch bei einem Titel wie &#8220;Mouathibatti (My Torturer)&#8221; nicht als erstes denken. In diesem Stück entfalten Stimme, bedächtige Drums und Saiten mit ihren fantasievollen Glissandi eine (trügerische?) Smoothness, die von einem Lachen quittiert wird, bevor der ganze Reigen im ambienten &#8220;Rings&#8221; seinen Schluss findet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Mais Um Discos</strong></p>
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