<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Sandy Chamoun</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/sandy-chamoun/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Apr 2026 05:43:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>Sanam: Europatour im April und Mai</title>
		<link>https://africanpaper.com/2026/02/09/sanam-europatour-im-april-und-mai/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2026/02/09/sanam-europatour-im-april-und-mai/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 05:53:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio Hajj]]></category>
		<category><![CDATA[Donaufestival]]></category>
		<category><![CDATA[Farah Kaddour]]></category>
		<category><![CDATA[Marwan Tohme]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Semerdjian]]></category>
		<category><![CDATA[Roadburn Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>
		<category><![CDATA[Silent Green]]></category>

		<guid isPermaLink="false">https://africanpaper.com/?p=49933</guid>
		<description><![CDATA[Die libanesische Band Sanam wird im Frühjahr auf Europatour gehen. Die Konzerte sind eine weitere Gelegenheit, das zweite Album &#8220;Sametou Sawtan&#8221;, das im vergangenen Jahr bei Constellation Records erschienen ist, kennenzulernen. Nach ihrem Debütalbum &#8220;Aykathani Malakon&#8221; zeigt sich das Sextett &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/02/09/sanam-europatour-im-april-und-mai/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die libanesische Band Sanam wird im Frühjahr auf Europatour gehen. Die Konzerte sind eine weitere Gelegenheit, das zweite Album<a title="SANAM: Sametou Sawtan" href="https://africanpaper.com/2025/09/27/sanam-sametou-sawtan/"> &#8220;Sametou Sawtan&#8221;</a>, das im vergangenen Jahr bei Constellation Records erschienen ist, kennenzulernen.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/02/fotor_1770522804994.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49934" title="fotor_1770522804994" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/02/fotor_1770522804994.jpg" alt="" width="618" height="795" /></a><span id="more-49933"></span></p>
<p>Nach ihrem <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/"><strong>Debütalbum &#8220;Aykathani Malakon&#8221;</strong> </a>zeigt sich das Sextett in den neuen Aufnahmen noch konsequenter in seiner musikalischen Hybridität. Elemente aus Psychedelic und Krautrock, Jazz und freier Improvisation, arabischer und persischer Dichtung sowie elektronische Texturen verweben sich zu ganz eigenen furiosen Songgebilden. Über die kraftvolle Ausprägung, die die Stücke der Combo auf der Bühne bekommen können, kann man sich u.a. in der unten verlinkten Konzertaufnahme &#8220;Live at Café OTO&#8221; einen Eindruck verschaffen. Neben Sängerin Sandy Chamoun, von der gerade ein weiteres Soloalbum im Entstehen ist, umfasst die Band außerdem Antonio Hajj (Bass), Farah Kaddour (Buzuq), Anthony Sahyoun (Gitarre, Synthesizer), Pascal Semerdjian (Schlagzeug) und Marwan Tohme (Gitarre). Sanam wird auf mehreren Festivals auftreten, darunter Rewire, Roadburn, Intonal und das Donau-Festival im österreichischen Krems. Darüber hinaus sind weitere Stationen im deutschsprachigen Raum geplant, unter anderem das Berliner Silent Green, der Münchener Import Export und die Zürcher Rote Fabrik.<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_260208_045643_513.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=834090066/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=28722548/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=459721513/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2026/02/09/sanam-europatour-im-april-und-mai/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>V.A.: The Dome Sessions</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/09/13/v-a-the-dome-sessions/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2025/09/13/v-a-the-dome-sessions/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Sep 2025 05:43:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Abdo Sawma]]></category>
		<category><![CDATA[Abed Kobeissy]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Tawil]]></category>
		<category><![CDATA[Charbel Haber]]></category>
		<category><![CDATA[Fadi Tabbal]]></category>
		<category><![CDATA[Farah Kaddour]]></category>
		<category><![CDATA[Fayha Choir]]></category>
		<category><![CDATA[Ghassan Sahhab]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Sabra]]></category>
		<category><![CDATA[Makram Aboul Hosn]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Ernest]]></category>
		<category><![CDATA[Marwan Tohme]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar Niemeyer]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Semerdjian]]></category>
		<category><![CDATA[Ruptured]]></category>
		<category><![CDATA[Ruptured Records]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>
		<category><![CDATA[Wassim Tanios]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=46533</guid>
		<description><![CDATA[In Tripoli, im Norden des Libanon, liegt ein Ort, der zugleich Symbol für Fortschrittsutopien und für das Verharren in einem Zustand des Nichterfüllten geworden ist: der unweit des Meeres und der historischen Altstadt gelegene unvollendete Kuppelbau des Rachid Karami International &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/09/13/v-a-the-dome-sessions/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/thedomesessions.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46534" title="thedomesessions" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/thedomesessions-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In Tripoli, im Norden des Libanon, liegt ein Ort, der zugleich Symbol für Fortschrittsutopien und für das Verharren in einem Zustand des Nichterfüllten geworden ist: der unweit des Meeres und der historischen Altstadt gelegene unvollendete Kuppelbau des Rachid Karami International Fair. Entworfen 1962 von dem hierzulande durch das Berliner Hansaviertel, v.a. aber durch die repräsentativen Bauten der brasilianischen Hauptstand bekannten Oscar Niemeyer als Teil eines <span id="more-46533"></span>weitreichenden Plans zur wirtschaftlichen Dezentralisierung des Landes, blieb die imposante Halbkugel nach Beginn des Bürgerkriegs ein Torso: baulich nie vollendet, akustisch unbehandelt, funktional ungenutzt. Gerade diese Unabgeschlossenheit aber macht den &#8220;Dome&#8221; zu einem Raum, in dem das Potenzial des Ungesagten, des Zwischenraums, erfahrbar werden kann. Seine Architektur erzeugt eine unverwechselbare Akustik, in der sich Schall nicht nur ausbreitet, sondern verflüchtigt, bricht, zurückkommt.</p>
<p>&#8220;The Dome Sessions&#8221;, die neue Compilation des libanesischen Labels Ruptured Records, reagiert nicht nur auf diesen Raum, sondern setzt sich, wie auch in den Liner Notes von Wassila Abboud erörtert, mit ihm in Beziehung. Die elf Sessions, die im April 2023 vor Ort aufgenommen und später in den Tunefork Studios in Beirut abgemischt wurden, lassen sich als akustisches Protokoll einer künstlerischen Aneignung verstehen. Das kollektive Moment ist dabei zentral: Musikerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Kontexten und Generationen begegnen sich in diesen Aufnahmen auf Augenhöhe, reagieren aufeinander, auf die Architektur, auf das Vergangene, das Gegenwärtige, das geisterhaft Verborgene. Auch auf das, was in Worten unbeschrieben bleiben muss.</p>
<p>Die erste Session – ein Stück des Trios Sandy Chamoun, Abed Kobeissy und Pascal Semerdjian – beginnt mit Vogelstimmen, wie sie immer wieder leitmotivisch durch das Album ziehen. Eine Art perkussiver Donner kündigt sich an, rätselhafte akustische Miniaturen – Rasseln, Hupen, Triller –, dann setzt Chamouns unverwechselbarer Gesang auf Arabisch ein. Die Instrumentierung ist minimalistisch, doch der Ausdruck ist enorm. Die Dramaturgie des Stücks lebt von ihrer inneren Bewegung: mit wenigen Mitteln entstehen immer neue Motive, zum Ende hin steigert sich das Stück kraftvoll, beinahe eruptiv, ohne dabei die unaufgeregte, klare Stimme Chamouns auch nur ansatzweise zu tangieren. Makram Aboul Hosn präsentiert zwei solistische Kontrabass-Stücke. Der erste Teil ist geprägt von einer durchlässigen, atmenden Dynamik, das Tempo verändert sich scheinbar mühelos, der warme, holzige Klang des Instruments bleibt stets präsent. Im zweiten Teil dann ein energischeres, beinahe rabiates Spiel mit dem Bogen, ein starker Kontrast zum ersten Teil, der schließlich wieder zurückgeführt wird: ein kreisförmiger Aufbau, ein hörbarer Kraftakt.</p>
<p>Abdo Sawma und Anthony Tawil schaffen in ihrer Session eine verdichtete Atmosphäre, die sich von leiser Perkussion zu einer hallgeladenen, beinahe monumentalen Klangfülle steigert. Es ist ein Stück, das sich Zeit nimmt und zugleich große Intensität entwickelt. Ghassan Sahhab nutzt die Qanun – eine arabische Zither – für ein Stück, das archaische Melodik mit flirrender Leichtigkeit verbindet. Die Komposition wirkt nicht wie ein statisches Gebilde, sondern wie ein Gespräch: suchend, fragend, dabei aber stets getragen von innerer Kraft. Der Wechsel zwischen tastender Offenheit und kraftvoller Harmonie verleiht dem Stück eine besondere Tiefe.</p>
<p>Wassim Tanios – möglicherweise identisch mit dem gleichnamigen Regisseur – kombiniert eine dröhnende Grundstimmung mit subtilen Holzbläser- und Elektronikklängen. Die hier wohl verwendete Nej, ein traditionelles Doppelblattinstrument, verleiht dem Stück eine melancholisch-transparente Qualität. Es ist eines der emotional eindringlichsten Stücke der Compilation. Julia Sabras Beitrag ist eines der wenigen textbasierten Stücke. Ihre klare, folkige Stimme steht zunächst allein im Raum, bevor sie vom Strumming einer schlichten, aber feierlichen Akustikgitarre begleitet wird. Die Lyrics sprechen von der Unsicherheit der Zeitlichkeit und von einer drohenden Verlorenheit – und tun dies mit einer Sanftheit, die umso eindrucksvoller ist. &#8220;Girls and boys dancing around a corpse&#8221;, heißt es an einer Stelle – eine Zeile, die hängen bleibt.</p>
<p>Farah Kaddour greift mit ihrer Buzuq auf Mittel zurück, die schon ihr vor kurzem erschienenes Album &#8220;Ghazel&#8221; mit Marwan Tohme prägten. Doch hier wirken die Sounds noch entschiedener auf den Raum bezogen: Windgeräusche, das gelegentliche Aufbrausen des Instruments, das irrlichternde Spiel mit Tonhöhen und Rhythmen erzeugen ein Stück, das nie berechenbar ist, dabei aber stets kohärent bleibt. Der klangliche Zugriff erinnert an Roland Barthes’ Idee einer Schrift ohne festes Alphabet – ein auditives Reich der Zeichen. Marc Ernest beginnt mit vertrauten Vogelstimmen, bevor eine tubaartige Klangfigur einsetzt. Die Musik changiert zwischen Struktur und Offenheit, die Melodik ist ornamentiert, ohne überladen zu wirken. Das Stück bleibt schwer zu fassen, was Teil seiner Qualität ist. Der Fayha Choir, dessen Beitrag über zwölf Minuten geht, bringt mit &#8220;Zahrat al-Mada’en&#8221; ein ursprünglich für Fairuz geschriebenes Stück in den Kuppelraum. Die liturgisch anmutende Wucht dieses Chors, verbunden mit den akustischen Eigenheiten des Ortes, macht dieses Stück zu einem der ergreifendsten des Albums.</p>
<p>Den Abschluss bilden Charbel Haber, Anthony Sahyoun, Fadi Tabbal und Marwan Tohme. Ihr Stück wirkt wie ein epilogartiges Resümee: Geräusche, Stimmen, Saitenklänge, Dröhnen und Rasseln überlagern sich, ohne je in bloße Klangfläche zu kippen. Der Sound bleibt greifbar, vielschichtig, melancholisch – bis am Ende eine versteckte Sirene erklingt, fast unmerklich, wie ein Echo auf die vielen unvollendeten Kapitel dieses Ortes.</p>
<p>&#8220;The Dome Sessions&#8221; ist ein gemeinschaftliches Projekt, das klanglich z.T. weit auseinanderliegende Positionen miteinander in Beziehung setzt, ohne sie zu glätten. Jedes der Stücke würde auch isoliert bestehen, doch im Kontext des Niemeyer-Domes, dessen sinnlicher Erfahrung sie hier einige neue Perspektiven gegeben haben, gewinnen sie zusätzliche Dimensionen. Die Compilation ist kein museales Dokument, sondern ein lebendiger Kommentar zu einem Ort, dessen Bedeutung sich weniger aus dem ergibt, was er ist, als aus dem, was aus ihm gemacht wird.</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2025/09/13/v-a-the-dome-sessions/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sametou Sawtan: Album und Tour von Sanam</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/06/02/sametou-sawtan-album-und-tour-von-sanam/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2025/06/02/sametou-sawtan-album-und-tour-von-sanam/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2025 04:22:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio El Hajj Moussa]]></category>
		<category><![CDATA[Constellation]]></category>
		<category><![CDATA[Constellation Records]]></category>
		<category><![CDATA[Fadi Tabbal]]></category>
		<category><![CDATA[Marwan Tohme]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Semerdjian]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=46380</guid>
		<description><![CDATA[Die libanesische Band Sanam kündigt für den 19. September ihr zweites Album mit dem Titel &#8220;Sametou Sawtan&#8221; an, das bei Constellation erscheinen wird. Der Albumtitel bedeutet „Ich hörte eine Stimme“ – eine Formulierung, die offenlässt, ob man es mit etwas &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/02/sametou-sawtan-album-und-tour-von-sanam/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die libanesische Band Sanam kündigt für den 19. September ihr zweites Album mit dem Titel &#8220;Sametou Sawtan&#8221; an, das bei Constellation erscheinen wird. Der Albumtitel bedeutet „Ich hörte eine Stimme“ – eine Formulierung, die offenlässt, ob man es mit etwas Unheimlichem oder Erleuchtendem zu tun hat. Diese Spannung durchzieht laut abel auch das neue Werk der sechsköpfigen Combo aus Beirut, das sich mit Fragen von Distanz, Verlust und Erinnerung auseinandersetzt. In einer Zeit zunehmender Migration aus dem Libanon verarbeitet die Band ein Lebensgefühl, das zugleich von Verankerung und Entfremdung geprägt ist. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_single.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46381" title="images.disco_single" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_single.jpg" alt="" width="1100" height="1100" /></a><span id="more-46380"></span></p>
<p>Wie Sängerin Sandy Chamoun sagt: &#8220;Das Album ist nicht buchstäblich davon inspiriert, dass alle gehen – aber von der Vorstellung, dass etwas dich verlässt&#8221;. Nach ihrem vielbeachteten Debüt <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="http://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">&#8220;Aykathani Malakon&#8221; (2023)</a> zeigt sich Sanam auf &#8220;Sametou Sawtan&#8221; noch konsequenter in ihrer stilistischen Hybridität. Elemente aus Psychedelic, Krautrock, freier Improvisation, Jazz, arabischer Dichtung und elektronischer Musik werden mit traditionellen Liedformen aus Ägypten und dem weiteren Nahen Osten verflochten zu einer Musik, die gleichsam geschichtsbewusst und gegenwärtig wirkt. Die Aufnahmen entstanden zwischen Paris und dem libanenischen Byblos, produziert von Radwan Ghazi Moumneh.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46382" title="images.disco" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_.jpg" alt="" width="1100" height="734" /></a></p>
<p>Mit der Vorabsingle &#8220;Harik&#8221; gibt die Band nun einen ersten Einblick. Das Stück basiert auf einem Text Chamouns und bildet den Ausgangspunkt für das Album. Der Song beginnt mit eruptiven Drums, verzerrter Elektronik und einer Stimme, die atemlos durch das Klangbild schneidet und abwechselnd dazu einen geerdeten, kraftvollen Gesang fast liturgisch anmutender Prägung beisteurt. Chamoun, die <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">solo bereits ein Noisealbum </a>veröffentlicht und im vergangenen Jahr <a title="SANDY CHAMOUN / ANTHONY SAHYOUN / JAD ATOUI: Ghadr" href="http://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/">eine opulente Trio-Veröffentlichung </a>mit dem weiteren Sanam-Mitglied Anthony Sahyoun sowie Jad Atoui produziert hat, beschreibt den Text als ein Feuer, das ohne Treibstoff brennt – eine Empfindung, die sich durch viele Stücke des Albums zieht, auch wenn sie nie eindeutig negativ konnotiert ist. &#8220;Es ist eine Falle, aber sie kann auch magisch sein&#8221;, sagt Chamoun. Diese doppelbödige Intensität steht laut Constellation exemplarisch für den Gesamtcharakter von &#8220;Sametou Sawtan&#8221; <span style="font-weight: 300;">Thematisch greift das Album auf Texte aus verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten zurück: So findet sich auf dem Album ein Gedicht des libanesischen Autors Paul Shaoul, während andere Texte auf den persischen Mathematiker und Dichter Omar Khayyam zurückgehen. Chamoun betont den gegenwärtigen Bezug solcher Quellen: &#8220;Wenn man Omar liest, fühlt man eine Verbindung zum Jetzt. Das Gefühl, dass es keinen klaren Weg gibt&#8221;. Eigene Texte bilden eine weitere Säule des Albums. </span><span style="font-weight: 300;">Vorgestellt werden soll das Album bei einer ausgedehnten Konzerttour im Juni und Juli durch Kanada und insgesamt sieben europäische Länder mit Stationen u.a. beim Roskilde Festival, Musica Mondo, Rudolstadt, Everyseeker oder Suoni Per Il Popolo. Zwei besondere Konzerte finden zudem im Hotel2Tango-Studio in Montréal statt, dem Sitz ihres neuen Labels.</span></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_tour.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46385" title="images.disco_tour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_tour.jpg" alt="" width="1100" height="1376" /></a></p>
<p>Konzertdaten:</p>
<p>14.06 Halifax (CA) Everyseeker<br />
18.06 Calgary (CA) Sled Island<br />
21.06 Montréal (CA) Suoni Per Il Popolo<br />
23.06 Montréal (CA) Hotel2Tango<br />
24.06 Montréal (CA) Hotel2Tango<br />
27.06 Amersfoort (NL) Musica Mundo Festival<br />
28.06 Roveredo (CH) Grin Festival<br />
30.06 Ljubliana (SL) Channel Zero<br />
01.07 Zagreb (HR) Mochvara<br />
02.07 Hamburg (DE) MS Stubnitz<br />
03.07 Roskilde (DK) Roskilde Festival<br />
04.07 Rudolstadt (DE) Rudolstadt Festival<br />
05.07 Rudolstadt (DE) Rudolstadt Festival<br />
07.07 Prag (CZ) Vila Štvanice (via Heartnoize)<br />
09.07 Biel (CH) Pod’Ring Festival</p>
<p>Bandportrait: Mohamad Abdouni</p>
<p><a href="https://lnk.to/cst18"><strong>Alle Links zur Single hier</strong> </a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2025/06/02/sametou-sawtan-album-und-tour-von-sanam/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SANDY CHAMOUN / ANTHONY SAHYOUN / JAD ATOUI: Ghadr</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Dec 2024 07:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Jad Atoui]]></category>
		<category><![CDATA[NP]]></category>
		<category><![CDATA[Ruptured]]></category>
		<category><![CDATA[Ruptured Records]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=43416</guid>
		<description><![CDATA[Zwischen einem rein musealen Rückgriff auf etablierte musikalische Strukturen und dem oft zwanghaft wirkenden Bedürfnis nach Neuem, nach ästhetischem Tabula Rasa, gibt es die verschiedensten Wege, und die interessantesten darunter sind wahrscheinlich diejenigen, die die Würdigung tradierter &#8211; auch moderner &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/11/Ghadr_Cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-43417" title="Ghadr_Cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/11/Ghadr_Cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zwischen einem rein musealen Rückgriff auf etablierte musikalische Strukturen und dem oft zwanghaft wirkenden Bedürfnis nach Neuem, nach ästhetischem Tabula Rasa, gibt es die verschiedensten Wege, und die interessantesten darunter sind wahrscheinlich diejenigen, die die Würdigung tradierter &#8211; auch moderner tradierter &#8211; Formen mit Innovation verknüpfen. Eine solche &#8211; zugegeben allgemeine &#8211; Vorstellung scheint auch dem <span id="more-43416"></span>Album &#8220;Ghadr &#8211; غدر&#8221; und seinem Entstehungsprozess zugrunde zu liegen, mit dem die libanesischen Musikerinnen und Musiker Sandy Chamoun, Anthony Sahyoun und Jad Atoui, die alle in der einen oder anderen Form bereits Thema auf unseren Seiten waren, mit Gitarren, modularen Synthies, klassisch grundiertem, experimentell gebrochenem arabischen Gesang und viel Improvisationsgeist im Gepäck einen in all seiner Heterogenität äußerst stimmigen Hybriden geschaffen haben. Das Spiel mit dem Fragmentierten und dem Chaos wäre ein Motto, das man dem in der Schweiz aufgenommenen und in Beirut vollendeten Werk aufkleben könnte, doch damit würde man letztlich eine Menge an weiteren Inhalten und Referenzen verschweigen.</p>
<p>Das Album beginnt mit &#8220;Tahal Layl&#8221;, einer freien Interpretation eines traditionellen tunesischen Beduinenliedes, das mit den kreisenden Bewegungen eines tanpuraartigen Drones beginnt und Chamouns Stimme als im Wind verwehte, durchdringende Kraft ins Zentrum rückt. Während der Sound sich mit schwirrender Dröhnung und einem regenartigen Rauschen bis zu einer intensiven Noisewand mit lautem Feedback entfaltet, bricht die Komposition mit ihren Zeitstrukturen aus ihren Bahnen und schüttelt alle Erwartungen heftig durcheinander. Ein Gefühl des Zusammenbruchs ist allgegenwärtig, und dennoch bleibt Chamouns Gesang wie eine unumstößliche Botschaft, eine Allegorie der Stetigkeit inmitten des Zerfalls, bestehen. Man mag sich an ihr noisiges <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">Soloalbum</a> erinnern, mehr noch vielleicht als an das <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="http://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">Debüt der Band Sanam</a>, an der auch Sahyoun beteiligt ist. &#8220;Bihali&#8221;, basierend auf der mehr als tausend Jahre alten Poesie von Abou Firas Al-Hamdani, startet mit zarten elektronischen Geräuschen, um dann, aus dem Substrat einer ambienten Dröhnung, sanfte, weltentrückte Synthie-Melodien zu entfalten. Hier klingt Chamouns ornamentaler Gesang beschwörend und scheint immer mehr mit den synkopierten Strukturen zu verschmelzen – fast rauschhaft, und auch dann noch in der Wiederholung des Titels bestehen bleibend, wenn die Komposition sich im Flimmern und Rauschen auflöst. Ein Höhepunkt der Spannung erreicht &#8220;Ghadr&#8221; auf &#8220;Al Moulatham&#8221;, einem zitternd startenden, später scharfkantiger konturierten und gegen Ende erschüttert-verzerrten Track, dessen Text direkt einer persönlichen Nachricht aus dem Krieg in Gaza entnommen wurde. Hier scheint die Produktion an der Grenze des Möglichen zu operieren, fast wie ein akustisches Szenario des Ex- und Implodierens. Chamouns Gesang, diesmal melancholisch, fast elegisch, schwebt unheilvoll über dieser Ruinenlandschaft, die immer lauter und beunruhigender wird, als ob die Musik selbst das Trauma auslotet und aufzeichnet.</p>
<p>&#8220;Hayawanon Ghader&#8221;, das Chamouns eigene Lyrik enthält und &#8211; so mag man zumindest zu Beginn denken &#8211; vielleicht sogar a capella funktioniert hätte, entfaltet sich wie ein stürmischer Protestsong mit stoischer Intensität und einer Dringlichkeit, die rhythmisch und tonal den Füßen den Boden entzieht. Die harschen rhythmischen Schläge, begleitet von seltsamem Bimmeln, unterstreichen den Klang wie martialische Detonationen, und der Track erreicht eine rohe Dringlichkeit, die Chamouns langgezogene Stimmbeiträge auf kontrastierende Weise umrahmt. Der finale Track &#8220;Al Samaa wal Nabaat wal Ghaabaat wal Zaytoun wal Laymoun wal Lawz wal Tin&#8221; führt das Werk, fast schon überraschend, in eine introspektive und doch strahlende Abschlussvision: Dröhnend, in seiner scheinbaren Statik fast liturgisch und von organisch anmutender Materialität, kontrastiert die Soundkulisse diesmal mit einem auffallend schnellen rezitativen Gesang, der eine rituelle Hypnotik versprüht. Diese Komposition, basierend auf der Lyrik des zeitgenössischen Dichters Paul Chaoul, webt einen hypnotischen Abschluss und bestätigt &#8220;Ghadr&#8221;, dessen Titel im Deutschen so etwas wie &#8220;Verrat&#8221; bedeutet, als eine musikalische Reflexion über zahlreiche, mir aufgrund der Sprachbarriere weitgehend verschlossenen Themen der Verzweiflung und Hoffnung in einer zerstückelten Welt.</p>
<p>Mehr als eine Fußnote ist, dass alle drei Beteiligten unabhängig voneinander an der <a title="Land 01: Charity-Compilation mit zahlreichen libanesischen Musikern" href="http://africanpaper.com/2024/12/05/land-01-charity-compilation-mit-zahlreichen-libanesischen-musikern/">Compilation &#8220;Land 01&#8243; </a>mitgewirkt haben, deren Erlös der Versorgung derer zukommt, die im Zuge des jüngsten Krieges ihr Zuhause verloren haben. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SANAM: Aykathani Malakon</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Aug 2023 05:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio El Hajj Moussa]]></category>
		<category><![CDATA[Beirut]]></category>
		<category><![CDATA[Fadi Tabbal]]></category>
		<category><![CDATA[Farah Kaddour]]></category>
		<category><![CDATA[Libanon]]></category>
		<category><![CDATA[Mais Um Discos]]></category>
		<category><![CDATA[Marwan Tohme]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Semerdjian]]></category>
		<category><![CDATA[Radwan Ghazi Moumneh]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=36386</guid>
		<description><![CDATA[Zu den reichhaltigsten Platten, die in diesem Jahr das Licht der Welt erblicht haben, zählt fraglos &#8220;Aykathani Malakon&#8221; der libanesischen Band Sanam, die so etwas wie eine Supergroup ist, da ihre Mitglieder alle in anderen Bands oder solo aktiv sind &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/sanam.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36388" title="sanam" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/sanam-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zu den reichhaltigsten Platten, die in diesem Jahr das Licht der Welt erblicht haben, zählt fraglos &#8220;Aykathani Malakon&#8221; der libanesischen Band Sanam, die so etwas wie eine Supergroup ist, da ihre Mitglieder alle in anderen Bands oder solo aktiv sind und in ihrem Land keineswegs unbekannt. Mindestens im Falle der Sängerin <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">Sandy Chamoun</a>, des Drummer <a title="ELYSE TABET / PASCAL SEMERDJIAN / YARA ASMAR: Low Toms Bright Bells and Darkest Spells" href="http://africanpaper.com/2023/01/07/elyse-tabet-pascal-semerdjian-yara-asmar-low-toms-bright-bells-and-darkest-spells/">Pascal Semerdjian</a> und des primär für die Elektronik zuständigen <a href="http://africanpaper.com/tag/anthony-sahyoun/">Anthony Sahyoun</a> sollte das auch bei unseren Lesern gelten, und auch die <span id="more-36386"></span>Namen Antonio El Hajj Moussa (Bass, Elektronik), Farah Kaddour (Buzuq) und Marwan Tohme (Guitars, Elektronik) sowie der des Studiomannes <a href="http://africanpaper.com/tag/jerusalem-in-my-heart/">Radwan Ghazi Moumneh</a> sind hier schon vereizelt gefallen.</p>
<p>Die Idee zu ihrer furiosen Mixtur aus improvisiert anmutendem und immer mal noisigen Rock, arabischsprachiger Poesie und Ansätzen regionaler Populärmusik ging auf einen Aufenthalt des Norddeutschen Hans-Joachim Irmler (Faust) zurück, der für das Irtijal Festival vor zwei Jahren nach Beirut reiste und eine Band für einen Workshop und Auftritt zusammentrommelte. Die Vorbereitungen dazu waren auch die Geburtsstunde des vorliegenden Debütalbums, das einige Monate später in einem abgelegenen Ort in den libanesischen Bergen live in einem kleinen Studio aufgenommen wurde. Dass man unter Umständen &#8211; soviel sei gleich zu Beginn vorweg genommen &#8211; ohne die entsprechenden Sprachkenntnisse die Texte nur in ihrer sinnlich-atmosphärischen Dimension wahrnimmt, tut dem ästhetischen Wert des Albums keinen Abbruch.</p>
<p>Der Titel &#8220;Aykathani Malakon (An Angel Woke Me)&#8221;, der in arabischen Lettern &#8220;ص​ن​م &#8211; أ​ي​ق​ظ​ن​ي م​ل​ا​ك&#8221; lautet, entstammt einem Gedicht des libanesischen Lyrikers Bassem Hajjar, welches gleich im Opener vertont wird. Dieser startet mit einer aufgeweckten Saitenmelodie, die gut zum Titel passen will, doch schon bald bringen die restlichen Instrumente eine Zerfleddertheit ins Bild, die an eine apokalyptisch tobende Karusellfahrt erinnert und vor deren Kulisse Chamouns Gesang, der recht bald auftaktlos einsetzt und in seinem leicht erschöpften Tonfall an ihr ungleich noisigeres Soloprojekt anknüpft, ungemein stoisch wirkt. Auch im weiteren Verlauf entpuppt sich der theatralische Kontrast zwischen Understatement und musikalischer Eruptivität als ein starkes Stilmittel, und auf gewisse Weise findet sich dies auch im Zusammenspiel von aufgeweckt tanzbaren Rhythmen und einem desolat detonierenden Glockenloop im folgenden &#8220;Bell&#8221;. Was hier anfangs wie eine straighte Fahrt durch eine instrumentale Klanglandschaft anmutet, offenbart mit der Zeit immer neue Ideen: Geheimnissvolle Ornamente auf der Bouzouk, kratzige E-Gitarren, die an diverse Schnittstellen von Krautrok und Wave erinnern und letztlich wieder Chamouns Gesang, der irgendwann einsetzt. Das Video mit dem Tänzer Eid Hemaoui einer in Tripoli ansässigen Sufi-Gruppe gibt all dem eine weitere Note.</p>
<p>&#8220;Ayouha Al-Taiin Fi Al-Mawt (He Who Stabs Death)&#8221; ist ganz um einen von der Sängerin diesmal nur rezitierten Text des Dichters Paul Chaoul herum gebaut: Schon im noch ganz ohne Instrumente beginnenden Auftakt klingt ihre Stimme entschlossen und kämpferisch, was durch einen leicht nervösen Unterton noch untermauert wird. Setzen die Instrumente &#8211; zischelnde Becken, Gitarren und einiges mehr &#8211; ein, bleibt diese Haltung noch lange bestehen, erst mit der Zeit, wenn sich auch die musikalische Kulisse immer mehr in Tempo und Fülle steigert, überschlagen sich auch die stimmlichen Ereignisse, eine spannungsvolle Aufgeregtheit verbreitet sich und man wartet nur noch auf den erlösenden Ausbruch, der sich dann recht subtil ereignet, bevor das Stück wieder in reine, wenngleich nun atemlose Rezitation mündet. Das auf einer Arbeit des ägyptischen Komponisten Sayyid Darwish basierende &#8220;Ya Nass (O People)&#8221;, in dessen vergleichsweise ambienter Struktur die Bouzouk besonders zur Geltung kommt, wirkt trotz rauer Momente vergleichweise kontemplativ.</p>
<p>Man könnte zu jedem Song viel schreiben, denn in jedem der Stücke offenbart das Album weitere Charakterzüge ihrer Mixtur aus Tradition und Innovation, aus Reginalem und Globalem &#8211; Züge, die sich oft interessanten (und niemals banal-plakativen) Kontrasten verdanken, durch die die durchaus auch im herkömmlichen Sinne reizvollen Melodien und Harmonien stets vor der Falle des nur-Schönen bewahrt werden. Im weniger textlastigen, aber keineswegs gesangsfreien &#8220;Shajar Al-Touti (The Mulberry Trees)&#8221; entfaltet sich ein von der Klangquelle her schwer ortbarer Goldregen vor einem rauen Hintergrund, in &#8220;Oulo La Emmo (Tell His Mother)&#8221; mit seinen kämferischen Trommelwirlbeln hält sich über drei Minuten das Gefühl einer (Un-)Ruhe vor dem (eigentlichen) Sturm, der rockige Takt, der sich die ganze Zeit über herauszukristallisieren scheint, bleibt aber im Hintergrund, entfaltet sich erst im schwindelerregenden Instrumentalstück &#8220;94&#8243;.</p>
<p>In den abschließenden Minuten macht sich mehr als zuvor eine angenehme Sanftheit bemerkbar, die atmosphärisch eher an Akzeptanz als an so etwas wie ein glückliches Emde erinnern mag. An ein solches mag man auch bei einem Titel wie &#8220;Mouathibatti (My Torturer)&#8221; nicht als erstes denken. In diesem Stück entfalten Stimme, bedächtige Drums und Saiten mit ihren fantasievollen Glissandi eine (trügerische?) Smoothness, die von einem Lachen quittiert wird, bevor der ganze Reigen im ambienten &#8220;Rings&#8221; seinen Schluss findet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Mais Um Discos</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=28722548/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/HgI9aMvM12U" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/lCJ2gER2wyQ" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/kcYguVXVE9A" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SANDY CHAMOUN: Fata17</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Jan 2023 06:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Beirut]]></category>
		<category><![CDATA[Libanon]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=33045</guid>
		<description><![CDATA[Der 17. Oktober ist seit drei Jahren ein im Libanon jedem bekanntes Datum, denn an diesem Tag 2019 brachen in vielen Orten des Landes, v.a. aber in der Hauptstadt Beirut Proteste gegen die politische und ökonomische &#8220;Elite&#8221; des Landes aus. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672146757881.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33046" title="fotor_1672146757881" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672146757881-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der 17. Oktober ist seit drei Jahren ein im Libanon jedem bekanntes Datum, denn an diesem Tag 2019 brachen in vielen Orten des Landes, v.a. aber in der Hauptstadt Beirut Proteste gegen die politische und ökonomische &#8220;Elite&#8221; des Landes aus. Ging es zunächst um horrende Steuererhöhungen, denen nichts, wie man unbedarft vermuten könnte, sozialstaatliches anhaftete, so kamen mit der Zeit immer mehr Themen zur Sprache, die lange <span id="more-33045"></span>unter der Oberfläche brodelten: Korruption, ein immer kostspieligerer öffentlicher Aparat, Klientelpolitik und am Ende auch Dinge, die die Rechte von Frauen und Minderheiten betrafen.</p>
<p>Für einen Auswärtigen wie den Verfasser dieses Textes wäre es anmaßend, über den möglichen Verlauf der Proteste und der damit verbundenen Aufbruchstimmung zu spekulieren, zu mutmaßen, ob all dies in dem Land eine wünschenswertere Entwicklung genommen hätte als frühere Revolten in anderen arabischen Staaten &#8211; zu hoffen wäre es freilich, zumal hier keiner stereotypen Wahrnehmung von Staaten in dieser Region das Wort geredet werden soll. Mit seinen vielen gesellschaftlichen Gruppen ist der Libanon ein ganz eigener kultureller Kosmos, und das Engagement einiger opossitioneller Gruppen sollte auch ein Grund für Hoffnung sein. Vorerst bereitete die kurz darauf beginnende Pandemie vielen Ambitionen ein vorläufiges Ende, hinzu kam die verheerende Explosion im Beiruter Hafen vor knapp zwei Jahren.</p>
<p>In meiner <a title="V.A.: Beirut Adrift" href="http://africanpaper.com/2022/11/12/v-a-beirut-adrift/">Rezension zur Compilation &#8220;Beirut Adrift&#8221;</a> stellte ich bereits fest, dass all diese widrigen Umstände schon lange ein großes Echo unter den Kreativen des Landes hervorgerufen hatten. Auch in den <a href="http://africanpaper.com/?s=libanon&amp;submit=Suchen">nicht gerade kleinen Communities experimenteller Musik</a> erhoben viele ihre Stimmen, und sei es auch nur in Form eines Widerhalls der bedrückenden Stimmung im Land. Es gab aber auch von Beginn an echte Protestsongs, die die Kundgebungen begleiteten. Hervorgetan hat sich unter anderem die Musikerin Sandy Chamoun, die mit drei Soundscapes nicht nur den betroffenen Akteuren eine Stimme gegeben, sondern auch das Lebensgefühl dieser Zeit hervorragend dokumentiert und kommentiert hat. Als Material verwendete sie zum Teil eigene, aber auch gefundene Aufnahmen von den Protesten, aber auch von zeitgleich in anderen Teilen der Welt (u.a. Irak, Chile) stattgefundenen Kundgebungen. Natürlich ist ein Begriff wie Protestsong fragwürdig gewählt bei dem sound- und lärmorientiertem musikalischen Ansatz der Künstlerin, das soll hier aber egal sein. Vor einigen Wochen erschienen die drei Stücke zusammen auf einem Album bzw einer digitalen EP unter dem schlichten Titel &#8220;Fata17&#8243;.</p>
<p>Auch wenn vom Winde verwehter Krach, jaulendes Feedback und apokalyptisch anmutende Pauken eine unruhige Stimmung evozieren, ist in den drei Tracks genügend Schönheit und Wärme zu finden, um nicht nur ein Abgesang, sondern auch ein Zeugnis von Mut und Ambition zu sein. &#8220;Ahlam al khayal احلام الخيال&#8221;, auf deutsch &#8220;Träume der Vorstellungskraft&#8221;, heißt bezeichnenderweise auch das erste Stück. Vor der Kulisse eines stürmenden Lärmereignisses ertönt der arabische Gesang der Musikerin, dessen kraftvolle Schönheit zwischen Melancholie, Abgeklärtheit und kleinen Hoffnungsschimmern wechselt. Inmitten des gefahrvollen Geschehens kommt es zu Brüchen und Tempowechseln und ein stark verfremdetes Blasinstrument kommt wie ein Kommentar hinzu. Doch der Gesang bildet stets so etwas wie einen roten Faden. Dieser zieht einen immer mehr in die Mitte des Geschehens, wo einem nichts erspart bleibt: Hektische Stimmen, Sirenen und etwas, dass wir Schusssalven klingt, prägen das Bild, doch von all dem lässt sich der Gesang nicht aus der Ruhe bringen: Die Träume aus der Vorstellungskraft sind nicht tot zu kriegen.</p>
<p>Im darauf folgenden &#8220;Nas al Wahel ناس الوحل&#8221;, das &#8220;Menschen des Schlamms&#8221; bedeutet, weht der Gesang wie ein Wind durch noch beunruhigendere, beklemmendere Welten, in denen irgendwo unter dem rauschenden Rauch noch der Klang einer Bouzouk zu hören ist. Wie hinter einer Maske ertönt die bebende Stimme, die sich in einigen Minuten zu einem unbarmherzigen und von lärmenden Takten begleiteten Sturm steigert. Die Sanftheit des mit einem Saxophon verwobenen Gesangs und der verspielte trippelnde Beat des dritten Stücks &#8220;Soukoun Mouwhesh سكون موحش&#8221; darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser, zumindest in Chamouns seinen Worten, das vorläufige Ende, die Rezession der wichtigen Proteste besingt &#8211; ein verhaltener, resignativ wirkender Schuss, der allerdings der momentanen Situation ungeschminkt Rechnung trägt, aber auch ein Zwischenresümee, bei dem man sich nicht nur aus Begeisterung für die Musik eine Fortsetzung wünscht! (U.S.)<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_221227_141014_402.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2421498256/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>V.A.: Beirut Adrift</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/11/12/v-a-beirut-adrift/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2022/11/12/v-a-beirut-adrift/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2022 06:46:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Beirut]]></category>
		<category><![CDATA[Elyse Tabet]]></category>
		<category><![CDATA[Fadi Tabbal]]></category>
		<category><![CDATA[Firas Hallak]]></category>
		<category><![CDATA[Jad Atoui]]></category>
		<category><![CDATA[Jawad Nawfal]]></category>
		<category><![CDATA[Khaled Allaf]]></category>
		<category><![CDATA[Khodor Ellaik]]></category>
		<category><![CDATA[Libanon]]></category>
		<category><![CDATA[Mayssa Jallad]]></category>
		<category><![CDATA[Norient City Sounds]]></category>
		<category><![CDATA[Rayya Badran]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>
		<category><![CDATA[Sary Moussa]]></category>
		<category><![CDATA[Two or the Dragon]]></category>
		<category><![CDATA[Yara Asmar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=32045</guid>
		<description><![CDATA[Rayya Badran ist eine international tätige Autorin, Übersetzerin und Kunsttheoretiketin mit Homebase in der libanesischen Hauptstadt Beirut, wo sie außerdem beim Radio sowie als Lehrerin und Hochschuldozentin arbeitet. Zusammen mit der von der Schweiz aus arbeitenden Organisation Norient City Sounds, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/11/12/v-a-beirut-adrift/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/NT020_art.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-32047" title="NT020_art" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/NT020_art-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Rayya Badran ist eine international tätige Autorin, Übersetzerin und Kunsttheoretiketin mit Homebase in der libanesischen Hauptstadt Beirut, wo sie außerdem beim Radio sowie als Lehrerin und Hochschuldozentin arbeitet. Zusammen mit der von der Schweiz aus arbeitenden Organisation Norient City Sounds, die die typischen musikalischen wie nicht im herkömmlichen Sinne als musikalisch gelesenen Klänge von Städten erforscht und in einer virtuellen <span id="more-32045"></span>audiovisuellen Galerie dokumentiert, hat die ambitionierte Kulturarbeiterin ein Kapitel zu ihrer eigenen Stadt kuratiert. Die vorliegende Compilation ist ein wesentlicher Teil des Resultats.</p>
<p>Da das ganze Projekt einen besonderen Fokus auf ortsspezifische Sounds legt, nimmt es nicht Wunder, das stark am Soundmaterial orientierte &#8211; vulgo &#8220;experimentelle&#8221; &#8211; Klangkunst, für die Beirut ohnehin seit Jahren zu einer vielversprechenden Hochburg geworden ist, einen großen Raum einnimmt. Dennoch ist auf &#8220;Beirut Adrift&#8221; eine große Bandbreite an Stilen und Stimmungen zu hören. Die in vielerlei Hinsicht desolate Situation des Landes am östlichen Mittelmeer, in dem die Pandemie der letzten Jahre und die verheerende Explosion von 2021 im Hafen der Stadt die (nicht immer nur) schwelenden sozialen und ökonomischen Krisen verstärkt haben, ist hier nicht nur als Hintergrund präsent: Auch ist sie ein wichtiger Trigger für den starken Widerstandsgeist, der die verschiedenen Künstler motiviert. So sind auch all diese Krisen auf gewisse Weise Teil der musikalischen Signatur.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/Yara-Asmar-©-Myriam-Boulos.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-32049" title="Yara Asmar © Myriam Boulos" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/Yara-Asmar-©-Myriam-Boulos-235x300.jpg" alt="" width="235" height="300" /></a>Aufgrund der heterogenen Ansätze lohnt es sich, auf die einzelnen Beiträge einzugehen. Die Sammlung startet mit einer verspielt-melancholischen Klangkollage, bei der ein (vielleicht im Klang verfremdetes) Akkordeon gemächlich auf- und abebbende Dröhnwellen erzeugt, deren verträumtes Lebensgefühl nur gelegentlich unterbrochen wird durch leichtes Hantieren mit schepperndem Gerät. Der Track stammt von der jungen Künstlerin Yara Asmar, die gerade ihr <a title="Home Recordings: Tape-Debüt von Yara Asmar" href="http://africanpaper.com/2022/10/28/home-recordings-tape-debut-von-yara-asmar/">Tape-Debüt bei Hive Mind</a> herausgebracht hat. Dass die intermediale Künstlerin wohl auch mit Marionetten arbeitet, glaubt man aufgrund der Puppenhausästhetik sofort. Ziemlich kontrastreich dazu wirkt der als elektroakustische Rezitation der dunklen Art beginnende, spannungsgeladene Score von Anthony Sahyoun, in welchem Gastvokalist Firas Hallak vor leise kreischenden Kulissen den Fokus derer, die das Arabische beherrschen, auf die Metropole als Locus Horribilis lenkt.</p>
<p>Nach diesem unmissverständlich beängstigenden Szenario laden der Klangkünstler Jad Atoui und der hier Saxophon spielende Multiinstrumentalist Khodor Ellaik (Kid Fourteen), die bereits ein gemeinsames Album produziert haben, auf das zumindest dem Anschein nach sicherere Terrain gut skulpturierter, plastischer Sounds, bei denen Tupfer modularer Synthies die Basis kratziger Striche abgeben, die sich erst mit der Zeit als Saxophonklänge herausstellen. Der Song hätte auch als Klavierballade funktioniert, und selbst dann wäre die subtile Spannung daraus nicht gewichen. Das folgende &#8220;Coast III&#8221; stammt von <a href="http://africanpaper.com/tag/elyse-tabet/">Elyse Tabet (ehemals Litter)</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/jawad-nawfal/">Jawad Nawfal (aka Munma)</a>, die seit beinahe zehn Jahren im künstlerischen Austausch stehen. In dem kleinteilig rasselnden Soundgebilde tauchen verschiedene Rhythmen auf, die sich auf reizvolle Weise nie ganz einig werden, wovon eine unterliegende, beinahe hypnotische Harmonie jedoch nicht angetastet wird.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/Sandy-Chamoun-©-Bassem-Saad.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-32050" title="Sandy Chamoun © Bassem Saad" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/Sandy-Chamoun-©-Bassem-Saad.jpg" alt="" width="468" height="312" /></a>Der verwehte Gesang, der in <a href="http://africanpaper.com/2021/01/28/erster-teil-einer-songtrilogie-von-sandy-chamoun/">Sandy Chamoun</a>s großartigem Protestsong &#8220;Nas el Wahel&#8221; rauschend und tremolierend durch den Raum weht, steigert sich in einigen Minuten zu einem Sturm, der unbarmherzig und von lärmenden Takten begleitet über eine postapokalyptische Landschaft fegt. Der Titel bedeutet &#8220;Menschen des Schlamms&#8221; und referieret auf die Proteste, die 2019 das Land erschütterten. Um die Verwundbarkeit der Stadt und seiner Menschen geht es auch in dem Beitrag von Mayssa Jallad und Khaled Allaf, auch wenn die poppige Produktion, die Eingängigkeit der verspielten Melodien und der klare Gesang nicht unterschiedlicher sein könnten. Bei dem an teilweise Massive Attack erinnernden Arrangement denken einige vielleicht noch an Libanons eigene Triphop-Tradition und eine Band wie Soap Kills.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/Mayssa-Jallad-Khaled-Allaf-©-Tamara-Saade.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-32051" title="Mayssa Jallad &amp; Khaled Allaf © Tamara Saade" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/Mayssa-Jallad-Khaled-Allaf-©-Tamara-Saade.jpg" alt="" width="468" height="312" /></a>Das Duo Two or the Dragon trägt mit dem zweiten Teil des &#8220;Prelude for the Triumphant Man&#8221;-Zyklus einen der noiserockigsten Tracks bei und huldigen den Maschinenklängen der Stadt. Zunächst ahnt man kaum, dass die aggressive Szenerie primär auf Instrumenten wie Duhulla und Bouzuk basiert, die traditionellen Ursprungs sind. Sary Moussas &#8220;Tides&#8221; leitet in knapp zwei Minuten in den Schlussteil über und verbreitet in hellen, hypnotischen Klangwellen eine Spannung, die eine im Hintergrund schwelende Desolatheit ahnen lässt. Der Ausklang obliegt Tunefork-Impressario Fadi Tabbal mit seinem monumentalen Dronestück &#8220;Ceremony by the Sea&#8221;. Bevor dieses in fast rührendem Wohlklang endet, muss noch ein Weg durch verrauschtes Land zurückgelegt werden, auf dem einem gigantische Gerätschaften begegnen und die Sprache verschlagen.</p>
<p>Compilations, die Musiker aus bestimmten Orten, gerne jenseits der westlichen Kernländer, präsentieren, sind in den letzten Jahren auch in weniger populären Bereichen sehr beliebt geworden und wurden auch auf unseren Seiten immer gerne &#8211; so wie <a href="http://africanpaper.com/2018/10/20/v-a-anthology-of-electroacoustic-lebanese-music/">dieser ebenfalls Beirut thematisierene Sampler</a> &#8211; besprochen. Ein kleiner Rest Zwiespältigkeit bleibt jedoch immer bestehen: Auf der einen Seite gibt man interessanten Künstlern so eine weitere Plattform, ihre Musik überregional bekannt zu machen und stiftet im besten Fall neue Verbindungen; auf der anderen Seite kann man jedoch nie ganz verhindern, dass auf diesem Weg auf Rezipientenseite ein kleiner Rest Exotismus bedient wird, sei dieser auch noch so experimentell, problembewusst und kritisch-distanziert eingefärbt.</p>
<p>Vielleicht ist dies aber gerade ein Problem, dass auf Seiten westlicher Hörer behoben werden muss, die sich ein unbefangeneres Bild von den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der eigenen und anderen Lebenswirklichkeiten aneignen sollten. &#8220;Beirut Adrift&#8221; jedenfalls stellt die Stadt durch ihre Musikauswahl und die zugrundeliegenden Themen als einen Ort vor, mit dem es sich zu befassen lohnt, der zwar &#8220;spannend und pulsierend&#8221; sein mag und einen zum Schwärmen bringen kann, die aber ebenso sehr eine ernsthafte und unverblendete Auseinandersetzung fordert. Ein mehr als gelungenes Projekt! (U.S.)</p>
<p><a href="https://norient.com/"><strong>@ Norient</strong></a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4286099587/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/z8SV5Gx4E08" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/HyleYuh0miw" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2022/11/12/v-a-beirut-adrift/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erster Teil einer Songtrilogie von Sandy Chamoun</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/01/28/erster-teil-einer-songtrilogie-von-sandy-chamoun/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2021/01/28/erster-teil-einer-songtrilogie-von-sandy-chamoun/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2021 06:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=23934</guid>
		<description><![CDATA[Die in Beirut lebende Sängerin und Musikerin Sandy Chamoun bringt eine Song-Trilogie heraus, die sich mit den Protesten gegen Korruption und einer ausbeuterischen Finanzpolitik auseinandersetzt, dich seit dem 17. Oktober im Libanon stattfanden. Lärmende Detonationen, poetische Texte in kraftvollen Klagegesängen, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/01/28/erster-teil-einer-songtrilogie-von-sandy-chamoun/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die in Beirut lebende Sängerin und Musikerin Sandy Chamoun bringt eine Song-Trilogie heraus, die sich mit den Protesten gegen Korruption und einer ausbeuterischen Finanzpolitik auseinandersetzt, dich seit dem 17. Oktober im Libanon stattfanden. Lärmende Detonationen, poetische Texte in kraftvollen Klagegesängen, traditionelle Instrumente und Soundmitschnitte der Proteste prägen die Musik, deren Mix Khyam Allami besorgte. Der erste Teil der digital erhältlichen Reihe, &#8220;Dreams of the Imagination&#8221; (arabisch: أحلام الخيال ) ist nun über Chamouns Bandcamp und andere Plattformen erhältlich, das Artwork stammt von Bassem Saad.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/sandychamounsingle.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23935" title="sandychamounsingle" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/sandychamounsingle.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-23934"></span></p>
<p>&#8220;About the night of October 17, the night when the impossible came true / My consciousness left, scattered in the protesting crowd, and I went swimming in/between fantasy and agony / All the feelings I had in a dream coming true before my eyes / I evoke images, sounds, smells, and sensations from a night / I remember nothing of, but fire, smiles, and blood, furious voices, the sound of blazes, and the noise of the crowd / The feeling of constant thirst dominated me as I walked through the streets / I don&#8217;t want to reach a specific place; I cannot stand in / One place. I have to see everything, retain all the scenes / So that I never forget it / The impossible has finally come true &#8221; (Sandy Chamoun)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/track=1474710887/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2021/01/28/erster-teil-einer-songtrilogie-von-sandy-chamoun/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
