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	<title>African Paper &#187; Steve Robinson</title>
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		<title>Temple Music: Zusammenstellung von Samplerbeiträgen auf Sombre Soniks</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 03:41:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem einzigen zusammenhängenden, knapp zweistündigen Track bringen Sombre Soniks dieser Tage eine Sammlung aller Beiträge des Duos Temple Music innerhalb mittlerweile vierzehn Jahren zu den bisherigen &#8220;Dark Ambient&#8221;-Compilations heraus. Das Material wurde zunächst für eine Radioshow kompiliert und ist &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/11/temple-music-zusammenstellung-von-samplerbeitragen-auf-sombre-soniks/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem einzigen zusammenhängenden, knapp zweistündigen Track bringen Sombre Soniks dieser Tage eine Sammlung aller Beiträge des Duos Temple Music innerhalb mittlerweile vierzehn Jahren zu den bisherigen &#8220;Dark Ambient&#8221;-Compilations heraus. Das Material wurde zunächst für eine Radioshow kompiliert und ist nun über Bandcamp digital erhältlich. Temple Music bestehen aus dem heute in Griechenland ansässigen Alan Trench (Orchis, Black Lesbian Fishermen, Howling Mystics u.a.) und Steve Robinson, gelegentliche Gäste erweitern den Sound. Ihre Musik bewegt sich frei zwischen Psychedelic, Drone und folkigen Elementen, verbindet hörspielartige Soundarbeit mit gelegentlichen Ausflügen in raueren Spacerock und ist dabei geprägt von einem vielschichtigen <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/Screenshot-2026-04-10-115231.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-50767" title="Screenshot 2026-04-10 115231" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/Screenshot-2026-04-10-115231.png" alt="" width="862" height="806" /></a><span id="more-50766"></span></p>
<p>thematischen Kosmos: Mystisch-spirituelle Motive, Hermetik und Alchemie, Mythen, Rückgriff auf Momente der Musikgeschichte sowie literarische und poetische Bezüge finden hier ebenso ihren Platz wie kritische Auseinandersetzungen mit Konzepten von Englishness. Dem Begriff Dark Ambient, der den genannten Compilations als Rahmen dient, hat sich das Duo nie strikt untergeordnet. Gleichwohl spielen sowohl dunkle als auch atmosphärische Klangqualitäten in ihrem Schaffen stets eine zentrale Rolle. Dabei entwickeln Temple Music eine eigenständige Herangehensweise, die sich den jeweiligen thematischen Vorgaben der Compilation-Reihe auf kreative und oft überraschende Weise annähert. Zuletzt erschien mit <a title="TEMPLE MUSIC: Man, Creator Of His Own Universe" href="https://africanpaper.com/2026/04/04/temple-music-man-creator-of-his-own-universe/">&#8220;Man, Creator Of His Own Universe&#8221;</a> ein weiteres Album des Duos ebenfalls bei Sombre Soniks.</p>
<p><a href="https://sombresoniks.com/home"><strong>@ Sombre Soniks </strong></a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2224759559/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Man, Creator Of His Own Universe</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 04:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nikolaos Lymperopoulous]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Man, Creator Of His Own Universe&#8221; bringen Alan Trench und Steve Robinson alias Temple Music ein Album heraus, das sich weniger als eine Sammlung von Stücken im klassischen Sinne versteht, denn als ein zusammenhängende inneres Erlebnis, als eine klangliche &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/04/temple-music-man-creator-of-his-own-universe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/templemusicman.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50595" title="templemusicman" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/templemusicman-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit &#8220;Man, Creator Of His Own Universe&#8221; bringen Alan Trench und Steve Robinson alias Temple Music ein Album heraus, das sich weniger als eine Sammlung von Stücken im klassischen Sinne versteht, denn als ein zusammenhängende inneres Erlebnis, als eine klangliche Meditation über Wahrnehmung, Kreation und die porösen Grenzen zwischen Innen und Außen. Entstanden im griechischen Euböa, trägt die <span id="more-50594"></span>Veröffentlichung zudem eine persönliche Widmung: Der titelgebende Gedanke geht auf lange philosophische Gespräche Trenchs mit seinem Freund und gelegentlichen Kollaborateur, dem Autor und Hermetiker Nikolaos Lymperopoulos zurück – eine Spur, die sich durch das gesamte Album zieht.</p>
<p>Der über zwanzigminütige Titeltrack bildet dabei das Herzstück. Ein organisch dröhnendes und durchaus vielschichtiges Setting öffnet sich, getragen von einer geheimnisvollen, beinahe erdenden Melodie, die sich gemächlich entfaltet. Trotz seiner dunklen Grundfärbung besitzt das Stück eine eigentümliche Leichtigkeit. Verfremdete, flächige Gitarrenparts durchziehen das Geschehen, während sich hohe, fast klingelnde Tonlagen immer weiter entrücken, während tieferliegende Schichten den Fluss stabilisieren. Diese hypnotische Qualität wirkt nicht bloß einlullend: Die scheinbare Passivität, in die man hineingleitet, entzieht sich bewusster Kontrolle und eröffnet gerade dadurch einen Raum innerer Bewegung. Zur Mitte hin erfolgt ein Bruch – die Szenerie wird leiser, ritueller, beinahe hörspielartig fragmentiert. Wenn sich der Fluss erneut entfaltet, wirkt das vorangegangene Aufwachen wie ein Perspektivwechsel: Man hört bewusster, reflektierter und vielleicht näher an der Idee, die der Titel formuliert. In der zweiten Hälfte treten zudem klarere, melodische Gitarrenmotive hervor, während ferne, gongartige Resonanzen dem Ganzen eine fast sakrale Tiefe verleihen.</p>
<p>&#8220;Arcadia: A Touch Of Pan&#8221; knüpft daran mit subtiler Verschiebung an. Sanftes Dröhnen und leicht kratzende Geräuschtexturen bilden den Boden für eigentümliche Tierlaute, Vogelstimmen vielleicht, oder etwas nur entfernt Naturhaftes. Eine weibliche Stimme rezitiert ruhig den Text, der, wie man aus den Liner Notes erfährt, vor Jahren im arkadischen Levidi entstand und hier erstmals seine klangliche Form findet. Allmählich verdichtet sich das Stück, gewinnt an Spannung, als würde sich etwas Verborgenes Gehör verschaffen. Mit &#8220;Regina Naturae Intra Me Est&#8221; tritt dann deutlicher ein literarischer Bezug hervor: Der Text stammt von Victor Benjamin Neuburg, einem Dichter mit Nähe zu esoterischen und theosophischen Strömungen und Weggefährten Aleister Crowleys. Entsprechend verschiebt sich die musikalische Sprache in Richtung eines archaisch-folkigen Ausdrucks: Flöten, Handtrommel, glockenspielartige Akzente. Die rezitierende Stimme – tief, beinahe beschwörend – verleiht dem Stück eine Schwere, die sich im Verlauf zunehmend verdichtet, ohne das zugrunde liegende Tempo aufzugeben.</p>
<p>Das abschließende &#8220;If We Could We Would&#8221; arbeitet noch stärker mit Kontrasten. Zunächst scheint ein fast harmonischer, orchestral anmutender Klangraum aufzuziehen, doch bald durchbrechen verzerrte, krächzende Stimmen wie durch eine akustische Membran gedämpft diese Oberfläche. Gerade dieses Spannungsverhältnis zwischen scheinbarer Harmonie und unterschwelliger Bedrohung, zwischen Fließen und Störung trägt das Stück. Im Verlauf verschmelzen die Ebenen zunehmend, durchzogen von metallischen Texturen, die sich weder ganz integrieren noch vollständig herauslösen. Das Ende bleibt entsprechend ambivalent und vielleicht bewusst unentschieden &#8211; so mysteriös und gleichsam ahnungsvoll wie das von Algernon Blackwood entlehnte Motto des Albums: &#8220;In the distance she heard the roaring of the Forest&#8221;. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1984514117/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>HAUSFRAUEN EXPERIMENT: The End Of The World</title>
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		<pubDate>Sat, 10 May 2025 03:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
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		<category><![CDATA[Tracy Jeffery]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt eine Menge an Alben mit einer apokalyptischen Schlagseite – dramatische, weinerliche, abgeklärte und alles Mögliche und Unmögliche dazwischen. Auf &#8220;The End of the World&#8221;, dem neuen Longplayer der mysteriösen englischen Band Hausfrauen Experiment, endet die Welt, wie wir &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/05/10/hausfrauen-experiment-the-end-of-the-world/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/HausfrauenExperiment_LPCover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46120" title="HausfrauenExperiment_LPCover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/HausfrauenExperiment_LPCover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt eine Menge an Alben mit einer apokalyptischen Schlagseite – dramatische, weinerliche, abgeklärte und alles Mögliche und Unmögliche dazwischen. Auf &#8220;The End of the World&#8221;, dem neuen Longplayer der mysteriösen englischen Band Hausfrauen Experiment, endet die Welt, wie wir sie immer gekannt haben, auch und vor allem für die bisherige Aura von zehn ausgewählten Songs aus der Geschichte der <span id="more-46119"></span>populären, respektive alternativen Musik, denn ihnen wurde hier in bester Laibach- und Leningrad-Cowboys-Manier ein komplett anderes musikalisches Gewand verpasst – schrill, verspielt, ernsthaft und höcht eigenwillig.</p>
<p>Was als ironischer Bandname begann, wurde zur produktiven Klammer für ein Projekt, das vor 15 Jahren, als eine Art Ableger der damals ihre Spärphase erlebenden Folkband Orchis und deren bis heute bestehenden Wechselbalg Temple Music, mit analoger Elektronik bekannte Songs neu einspielte – ganz so, wie man sich ein alternatives Hausfrauenradio vorstellt, das den Staubsaugerbeat direkt ins Herz der Popgeschichte sendet. Es entstanden damals zwei EPs und eine Split-Veröffentlichung, deren Tracks quasi das Fundament des vorliegenden, restaurierten, remastgerten und ergänzten Materials bildeten und seinerzeit schnell vergriffen waren. Alan Trench, zusammen mit Steve Robinson eine der grauen Eminenzen hinter den drei charismatischen Frontfrauen Tracy, Vyolette und Lisa an den Mikros, beschreibt das Projekt in einem Interview als launig-verspielt, aber keineswegs nur schenkelklopfend gemeint. Dahinter steckt, so Trench, echtes musikalisches Herzblut – und eine Affinität zu jenem rezitationsnahen Gesang von Lisa, der zusammen mit den Harmonie-Vocals von Tracy und Vyolette sowie der strikt analogen Instrumentierung das Rückgrat des Sounds bildet.</p>
<p>Schon der Einstieg mit &#8220;A Glass of Champagne&#8221; zeigt, wie ernst es Hausfrauen Experiment mit ihrer Dekonstruktion meinen. Das einstige Glam-Stück von Sailor mutiert musikalisch, falls der Rezensent hier nicht vollends einer Fata Morgana hinterherrennt, zu einer Girliepop-Hommage an die amerikanische Highschool-Romantik der frühen Sechziger, allerdings mit elektrifizierter Spoken-Word-Einleitung, scheppernden Handclaps, rauer Elektronik und einem Hauch ritualistischer Tiefe, die sich kaum fassen lässt. In der deutschen Zwischenruf-Passage „Ich hab das Geld“ blitzt der subtile Spott über Prestige und Oberfläche auf, ohne sich im Sarkasmus oder gar moralisierender Besserwisserei zu verlieren. Offenbart sich die das Lebensgefühl des deutschen Wirtschaftswunders der 50er als heimliche Blaupause aller populären Kulturphänomene der Folgezeiten? Bitte nicht darüber nachdenken, die Antwort kommt irgendwann ganz unverhofft! Der Song jedenfalls pendelt zwischen Leichtigkeit und einer ironisch eingefärbten Melancholie, die sich kaum fassen lässt, als starre man auf eine glitzernde Tanzfläche, unter der der Beton bereits bröckelt.</p>
<p>Richtig laut wird es mit dem folgenden &#8220;Container Drivers&#8221;, einem abgründigen The Fall-Cover mit dem Charme einer ohrenbetäubenden Alarmsirene. Das donnernde Gewitter der Drummachine, durchbrochen von grellem Lärm, erzeugt eine körperlich spürbare Klangwand, der Gesang wirkt atonal und aufscheuchend wie eine gesamplete und draufgeklebte Lautsprecherdurchsage, Punk ist hier nicht Pose, sondern Bedrohung. Das Arrangement greift dabei auch andere Ebenen auf, etwa ein dröhnendes Nebenthema, das sich wie ein querlaufender Subtext durch die Soundfläche zieht. Auch &#8220;Baby&#8217;s On Fire&#8221;, ursprünglich von Brian Eno frühem Solodebüt, wird trotz vergleichsweise werkgetreuer Umsetzung durch den Wechsel der Gesangsperspektive – hier eben durch eine Frau – transformiert. Der Song bleibt ein launiger, leichtfüßiger Rocksong, doch durch die andere Stimme erhält der Blick auf das &#8220;brennende Mädchen&#8221; eine andere Qualität. Die irritierende Gleichzeitigkeit von Gewalt, Voyeurismus und Popästhetik bleibt dabei bestehen.</p>
<p>Besonders originell wirkt &#8220;New Age Dream&#8221;, eine ausnahmsweise recht neu eingespielte Coverversion von Suicides &#8220;Dream Baby Dream&#8221;: Ein stoffeliger Beat, verbunden mit hintergründigem Dröhnen und Kratzen, trifft hier auf affiges Flüstern und E-Piano, das sich zunehmend technoid steigert. Die permanente Wiederholung der Textzeile wirkt hypnotisch und emotional ungemein aufgeladen. &#8220;The Model&#8221;, die wohl bekannteste Vorlage des Albums, wird von Hausfrauen Experiment bis zur Unkenntlichkeit zersetzt und neu zusammengesetzt. Es bleibt zwar erkennbar Kraftwerk, doch das Ergebnis ist nicht nur eine Hommage, sondern gleichsam ein zersetzender Spott in Richtung Medien-, Konsum- und Schönheitsidealen. Samples wie &#8220;Anneliese, ach Anneliese, warum bist du böse auf mich?&#8221; oder &#8220;Wir sind die lustigen Holzhackerbuam&#8221; wirken zunächst absurd, fügen sich aber nahtlos in eine dystopisch-ironische Erzählung ein. Das verstörende Video dazu erinenrt zudem daran, dass Fashion etymologisch nicht nur mit Fasching verwandt ist. Die Stimme von Tracy Dawn Jeffery schwebt dabei zwischen Zartheit und Distanz, fast wie ein Echo auf eine Pop-Vergangenheit, die sich selbst nicht mehr ernst nehmen kann und gerade deshalb heute auch liebenswürdig erscheint.</p>
<p>Das Duran-Duran-Cover &#8220;The Chauffeur&#8221; besticht durch seine entrückte, verträumte Interpretation, das dem surreal aufgeladenen Original mit seinem unterkühlt sinnlichen Musikvideo jede Schwülstigkeit nimmt. Die Stimme Jefferys lässt Erinnerungen an die Paris Sisters aufkommen und verleiht dem Song eine zerbrechliche Intimität, und der Reiz besteht auch hier wieder u.a. darin, dass der bekannte Text eines Sängers von einer Frau interpretiert wird. Mit &#8220;Jawbone And The Air-Rifle&#8221; wird erneut The Fall aufgegriffen, diesmal mit einem Song, der deutlicher im Rock’n’Roll verwurzelt ist. Hausfrauen Experiment verwandeln ihn in ein bissiges, treibendes Stück zwischen cool-brutaler Attitüde und Girliepop-Anmutung. Lala-Gesang trifft auf intelligente Breaks und schaffen ein irritierendes Gleichgewicht zwischen Übermut und Wahnsinn, passend zum Text über Schuld und Isolation.</p>
<p>&#8220;Chick Habit&#8221;, im Original auf Französisch von Serge Gainsbourg und France Gall bereits in den Sixites produziert und Jahrzehnte später von April March auf englisch interpretiert, beginnt bei den Hausfrauen fast pseudoliturgisch mit einer gebrochenen Ambientfläche, über der Spoken-Word-Passagen schweben. Was wie eine sakrale Parodie wirkt, entpuppt sich bald als beschwingter Popsong mit Surf-Rock-Anleihen – doch die latente Schwere des Orgel-Sounds bleibt bestehen. Diese Spannung erinnert tatsächlich an die sakral gebrochene Ain Soph-Version von I Corvis Beatsong &#8220;Ragazzo di Strada&#8221; – auch hier trifft Popästhetik auf einen düsteren Unterton, der die Botschaft des Liedes (&#8220;Du wirst schon sehen, was du davon hast&#8221;) vielleicht umso eindrücklicher macht. &#8220;Solid Baby&#8221; von Marc Bolan/T. Rex war seinerzeit ein augenzwinkernd-verspielter Song, Hausfrauen Experiment machen daraus ein electroclashiges, perkussiv aufgeladenes Stück mit Ye-Ye-Anklängen, rauen Synthies und einer dramatisch-theatralischen Note. Auch hier scheint der Song nicht parodiert, sondern liebevoll übersteigert, ein Spiel mit der Inszenierung des Begehrens, das sich bewusst übercodiert. Der abschließende Titelsong nach Skeeter Davis rundet das Album mit einer seltsam aufgewühlten Morbidität ab – als kaum ruhige, eher trostlose Reverenz an das Ende und als eine letzte Verbeugung vor dem Verlorenen.</p>
<p>Was alle Songs auf &#8220;The End of the World&#8221; eint, ist der doppelte Boden: Hausfrauen Experiment kopieren nicht, sie transformieren. Die Auswahl wirkt wie eine selbstbewusste Aneignung männlich konnotierter Songs, deren Inhalte nun von weiblichen Stimmen neu gefärbt werden. Der Einsatz analoger Instrumente verleiht der Musik eine eigentümlich zeitlose Textur, denn sie klingt letztlich trotz des z.T. nostalgischen Equipments weder retro noch futuristisch, sondern wie aus einer Parallelwelt, in der die Popgeschichte anders verlaufen ist.</p>
<p>Diese beiden Aspekte wären für sich betrachtet großartig und doch nichts, das man an keiner anderen Stelle finden könnte. Was den Ansatz von Hausfrauen Experiment wirklich auszeichnet, ist ihre konsequenter Ersetzung der in der populären Musik bis heute immer wieder inszenierte Perspektive des Außergewöhnlichen, &#8220;Popstarhaften&#8221; durch den Blickwinkel derer, die vom Außergewöhnlichen allenfalls träumen. Dass sie in dieser Pose den Glamour erfolgreich aufspüren, ist ihre eigentliche Transformationsleistung. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.morningbrake.com/post/the-hausfrauen-experimented-hard-at-the-lp-launch-party">Bracken Records</a></strong></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Sucking up the English</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/01/11/temple-music-sucking-up-the-english/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Jan 2025 02:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
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		<category><![CDATA[Temple Music]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Duo Temple Music, bestehend aus Alan Trench und Steve Robinson, bleibt auch mit ihrem neuesten Album „Sucking up the English“ seinem Ruf treu, ein kaum einzuordnendes, aber stets markantes Klanguniversum zu schaffen. Nach dem eher opulenten Kosmos von „Worthless &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/01/11/temple-music-sucking-up-the-english/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/sute.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44174" title="sute" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/sute-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Duo Temple Music, bestehend aus Alan Trench und Steve Robinson, bleibt auch mit ihrem neuesten Album „Sucking up the English“ seinem Ruf treu, ein kaum einzuordnendes, aber stets markantes Klanguniversum zu schaffen. Nach dem eher opulenten Kosmos von <a title="TEMPLE MUSIC / GIORGOS KARIOTIS: Worthless Treasures" href="http://africanpaper.com/2024/03/02/temple-music-giorgos-kariotis-worthless-treasures/">„Worthless Treasures“, das zusammen mit dem griechischen Dichter Giorgos Kariotis entstanden ist</a>,  kehren die beiden Musiker auf diesem Longplayer zu einer dröhnend-minimalistischen Ästhetik zurück, wie man sie <span id="more-44173"></span>beispielsweise von dem <a title="TEMPLE MUSIC: Εποχές (Vol. lI)" href="http://africanpaper.com/2019/02/02/temple-music-%ce%b5%cf%80%ce%bf%cf%87%ce%ad%cf%82-vol-li/">zweiteiligen &#8220;Epoxes&#8221;</a> oder &#8211; wenngleich in variantenreicherer Form &#8211; von <a title="TEMPLE MUSIC: Summer Trees Dissolve" href="http://africanpaper.com/2021/02/13/temple-music-summer-trees-dissolve/">&#8220;Summer Trees Dissolve&#8221;</a> her kennt. Die Veröffentlichung, wie immer in den ergangenen Jahren auf dem Label Sombre Soniks erschienen, ist in zwei rund zwanzigminütige Tracks unterteilt, die jeweils tief in unterschiedliche emotionale und akustische Bereiche eintauchen.</p>
<p>Motivisch kreist das Album um einen interessanten Themenkomplex, den beide Akteure vermutlich auf sehr unterschiedliche Weise erfahren, nämlich die Englishness, die für den in Lincolnshire lebenden Robinson wohl zur täglichen Umgebung zählt, die vielleicht zu einem täglichen Kampf gegen Betriebsblindheit herausfordert, während der auf der griechischen Insel Euböa lebende Auswanderer Trench ihr immer wieder in den englischen Expat-Communities begegnet, die niemals bereit sind, aus ihrer vertrauten Bubble herauszutreten, und sei es auch nur um die Landessprache zu lernen. Die in der Ferne noch stärker empfundene Englishness saugen solche Seelen voneinander wie ein Lebenselexier, worauf der Albumtitel letztlich verweist. Ähnlich nun wie gute Dekadenzdichtung die Dekadenz ihrer Zeit beschreibt, karikiert und kritisiert und dieser zugleich eine andere, ästhetisch kostbarere Form der Dekadenz entgegensetzt, feiern Temple Music hier auch so etwas wie eine veraltete und idealisierte Form der Englishness, die ihnen aus Filmen, Büchern und Musik vertraut ist und vor dem Hintergrund der Realität wie ein Märchen vorkommt. Temple Music lassen diese Themen ohne explizite Wertungen in den beiden Stücken aufscheinen und verbinden ihre Reflexionen mit einer mystischen, oft hypnotischen Klangsprache.</p>
<p>Der erste Teil eröffnet diese vielgestaltige Welt mit rauen, wundgescheuerten Feedbackschleifen und tiefem Dröhnen. Nach und nach schält sich eine erkennbare Gitarrenlinie aus dem klanglichen Nebel, die den Track in eine Richtung lenkt, die paradoxerweise sowohl beruhigend als auch unbehaglich wirkt. Eine flüsternde Stimme &#8211; es ist eine Aufnahme von Sir John Betjeman, der sein Gedicht &#8220;A Subaltern’s Love Song“ liest &#8211; und gelegentliche Klänge wie trunkene Schreie sorgen für eine gespenstische Atmosphäre. Das Stück bleibt über weite Strecken in einer verschleierten, träumerischen Sphäre, in der sich &#8211; wie vermutlich in der Wahrnehmung vieler Expats, die in ihrer neuen Heimat die alte innerlich nie zurückgelassen haben &#8211; Schönheit und Bedrohlichkeit unentwegt durchdringen und die das Thema eines verzweifelten Festhaltens an einer Identitätsvorstellung ebenso auszudrücken vermag wie eine weniger banale Nostalgie, die ihre Brücken bis zum Folk Horror schlägt. Die harmonischen Elemente, die immer wieder kurz aufblitzen, wirken dabei wie ein Verweis auf etwas Geheimnisvolles, das sich dem direkten Verständnis entzieht. Dabei bleibt die Stimmung ambivalent: beruhigend und doch niederdrückend, eindringlich und doch sanft gleitend.</p>
<p>Der zweite Teil hebt die Energie deutlich an, repetitive, glockenartig bimmelnde Klänge werden von einem basslastigen Brummen unterlegt, während eine geloopte Frauenstimme die Szene aufwühlt und zugleich eine nostalgische Aura verbreit. Es handelt sich um die im zweiten Weltkrieg und danach in Soldatenkreisen beliebte Sängerin Vera Lynn, die ihren Schlager &#8220;There’ll Always Be An England“ singt, doch anfangs sind nur gesprochene Passagen zu hören. Die Dynamik des Stücks entwickelt sich langsam, aber unaufhaltsam, mit subtilen Steigerungen in Intensität und Dichte. Im Verlauf des Tracks tritt eine kraftvolle Perkussion in den Vordergrund und verzerrte, kratzige Klangflächen machen sich bemerkbar, was dem Ganzen eine im Vergleich zum eher etherischen ersten Teil raue, körperliche Präsenz verleiht. Besonders beeindruckend ist die kunstvolle Transformation der gesampleten Lynn-Aufnahme in einen gesanglichen Ausdruck, der sich organisch in die treibenden Rhythmen einfügt. Und nicht trotz, sondern gerade aufgrund seiner repetitiven Struktur(en) im Zusammenhang mit den kleinen, kontinuierlichen Veränderungen bleibt das Stück ungemein fesselnd.</p>
<p>&#8220;Sucking up the English&#8221; ist ein Album, das sowohl für beiläufiges Hören, bei dem vermutlich schon unbewusst viel passiert, als auch für tiefere, konzentrierte Auseinandersetzung funktioniert. Die beiden Tracks entfalten ihre Wirkung in unterschiedlichen Stimmungen von dunkel-mysteriös bis hypnotisch-treibend. Temple Music zeigen einmal mehr ihre Fähigkeit, Hörer in eine introspektive wie intensive Welt zu ziehen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3780303752/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC / GIORGOS KARIOTIS: Worthless Treasures</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2024 06:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
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		<description><![CDATA[Vielleicht betone ich zu häufig, dass die von Alan Trench und Steve Robinson ins Leben gerufene Band Temple Music eines der enigmatischsten Musikprojekte unserer Zeit ist, doch es fällt bei jedem ihrer musikalischen Lebenszeichen erneut auf. Nicht so sehr, weil &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/03/02/temple-music-giorgos-kariotis-worthless-treasures/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/worthlesstreasures.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-39620" title="worthlesstreasures" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/worthlesstreasures-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vielleicht betone ich zu häufig, dass die von Alan Trench und Steve Robinson ins Leben gerufene Band Temple Music eines der enigmatischsten Musikprojekte unserer Zeit ist, doch es fällt bei jedem ihrer musikalischen Lebenszeichen erneut auf. Nicht so sehr, weil die Musik mal üppig und mal im reduzierten Klangbild daherkommt, mal rau lärmend und mal in angenehmer Zugänglichkeit, weil sie ebenso Songs wie Klangwelten von großer <span id="more-39618"></span>Abstraktion hervorbringt und kein Genre für bare Münze nimmt. Vielmehr, weil sich der rote Faden, das Temple Music-Minimum, keineswegs in bestimmten Gitarrenfiguren, in einer Affinität zu esoterisch angehauchter Psychedelik erschöpft, sondern immer wieder in kleinen atmosphärischen Details spürbar wird, die ungreifbar bleiben.</p>
<p>Auch &#8220;Worthless Treasures&#8221;, eine in Kollaboration mit dem griechischen Beat Poet Giorgos Kariotis entstandene Sammlung von meist kurzen Kantaten, Sonaten und daran angelehnter Liedformen, betritt wieder stilistisches Neuland und ist u.a. das erste Temple Music-Album mit ausschließlich griechischen Texten, die der Dichter selbst aus seinen jüngeren Gedichtsammlungen (eine weitere heißt wohl &#8220;Valuable Trash&#8221;, was lautliche Aspekte des hier vorliegenden Titels wiederholt und seinen Inhalt ins genaue Gegenteil kehrt) ausgewählt und leicht umgeändert hat und hier mit unprätentiöser und doch subtil berührender Stimme vorträgt. Die Musik dazu, an der als weiterer Gast noch der irische Tenorsaxofonist Sean McCarron mitwirkt, will sich zu Beginn kaum festlegen und lässt erst mit der Zeit eine deutlichere Kohärenz durchscheinen.</p>
<p>Mit heiterer Wehmut eröffent ein von besagtem Saxofon geprägtes Instrumental &#8211; das einzige &#8211; den Reigen, lässt die Fata Morgana einer bekannten Melodie entstehen und macht bald Raum für einen poetologischen Diskurs Kariotis&#8217; über die Erschaffung der Musik &#8211; zumindest vermute ich das anhand der englischen Untertitels &#8220;The Creation of Music&#8221; und einiger Wörter, die auch außerhalb des Griechischen bekannt sind, und wer weiß, vielleicht ergibt sich darin auch eine augenzwinkernde Engführung zwischen Dichtung und Musik, wie sie in Karotis&#8217; Zitat in den Liner Notes anklingt: &#8220;The lyre of Orpheus is trying to bring us to reason -sometimes successfully. So do the sparse scattered words of Sappho’s poems or the seductive Pan’s syrinx&#8221;. Für eine Weile wechselt sich die Rezization mit den hellen Ornamenten des Blasinstrumentes ab, doch die heitere Wehmut des Instrumentalspiels scheint sich immer mehr zu vervielfältigen, bekommt den Hauch einer leichten Psychedelik und kulminiert in einem schwebenden Ambientsound, der den Vortrag durch den Raum trägt.</p>
<p>Ein Klavierstück mit Reminiszenzen an Barmusik zur Zeit eines Erik Satie sorgt für einen Szenenwechsel, zusammen mit Orgelklängen &#8211; vielleicht Karotis selbst, der in einigen Stücken auch Keyboard spielt &#8211; und etwas, das an Klarinetten erinnert, sorgen für eine leicht trunkene Jahrmarktsstimmung. In &#8220;Jack of Spades&#8221; (ich halte mich an die englischen Untertitel, da sie in unserem Sprachraum gängiger sind) schiebt sich erstmals die schöne Melodie einer elektrifizierten Gitarre hinter den Vortrag, ihre tremolierende Beschaffenheit lässt erstmals ein deutlicheres Temple Music-Gefühl aufkommen, doch das mollastige Piano und die bimmelnden Glöckchen im zauberhaften Sway des &#8220;Maritime Intermezzo&#8221; schlagen erneut eine ganz andere Richtung ein, bevor sich &#8220;Cardial Arrhythmias&#8221; mit seinen Bossanova-Samples von alten Schellackscheiben (?) und den schallgedämpften Trompeten, die durch das Gewebe des Textvortrags dringen, vielleicht am weitesten wegführt von dem, was man von einer Temple Music-Platte erwarten mag.</p>
<p>Im abschließenden Drittel fällt eine Steigerung der Dramatik auf, der Vortrag wird drängender, ungehaltener im aus dunklen Soundscapes, die streckenweise von O Paradis sein könnten, gebauten &#8220;A whaler harpooned by love&#8221;, das die typischen Trenchgitarren enthält. Mehr noch im etwas längeren &#8220;Io, a fairytale&#8221;, das eine von mehreren Stimmen und glühendem Dröhnen flankierte Fahrt in die infernalische Tiefen entweder einer Höhle oder einer Unterwasserwelt anstimmt.</p>
<p>Nach einem vordergründig erholsamen &#8220;Night Flight&#8221; &#8211; bei dem wohl die Berührung durch die schwingen einer Eule, einem Symbol für die Weisheisgöttin Athene, beschrieben wird, kommt es nochmal zu intensiven Momenten, in denen auch das Piano wiederkehrt, aber wie umhüllt von einer sirupartigen Schicht scheint, die nach und nach auch die Stimme des Dichters mehr und mehr absorbiert. Immer mehr fühlt man sich wie in tiefen Katakomben, in denen es dunkel und geheimnisvoll dröhnt, in denen aber die Bläsertöne gleichzeitig wieder einen Weg ins Offene weisen, wo eine Klaviersonate die Reise &#8211; die mit der Kosmogonie und der Erschaffung der Musik zu beginnen scheint und ein ganzes Leben umfasst &#8211; beinahe feierlich abschließt. (U.S.)<br />
<iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1815980736/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Sunbarred &#8211; A Summer Suite</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Nov 2023 03:47:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Sunbarred&#8221;, der jüngste Longplayer der aus Alan Trench und Steve Robinson bestehenden Temple Music, will sich kaum mit der aktuellen Jahreszeit arrangieren, und tatsächlich erschien er auch bereits im August. Konzipiert als psychogeographische Reise durch eine in der Erinnerung wachgerufene &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/11/25/temple-music-sunbarred-a-summer-suite/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a3707498029_65.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38252" title="a3707498029_65" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a3707498029_65-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>&#8220;Sunbarred&#8221;, der jüngste Longplayer der aus Alan Trench und Steve Robinson bestehenden Temple Music, will sich kaum mit der aktuellen Jahreszeit arrangieren, und tatsächlich erschien er auch bereits im August. Konzipiert als psychogeographische Reise durch eine in der Erinnerung wachgerufene südenglischen Landschaft und inspiriert von Syd Barretts Song &#8220;Dominoes&#8221;, führt die in dreizehn ineinander übergehende Abschnitte unterteilte Reise durch verschwommene, sonnengeblendete Szenen, deren <span id="more-38251"></span>Score mittels Gitarren, Bass, Theremin, Percussion und elektronischer Geräte für eine entspannte, bisweilen ambiente Psychedelik sorgt, durch die nicht selten die Bauformen versteckter Rocksongs an die Oberfläche dringen.</p>
<p>Aufgrund seiner vage bleibenden Natur ist &#8220;Sunbarred&#8221; ein Album, bei dem vieles möglich ist und sich zugleich in geheimnisvollen Andeutungen genügt. Schon das Brodeln und Knarren zum Auftakt könnte in alle möglichen Richtungen führen, die gemächliche Perkussion und die entspannten Gitarren und Orgelsounds, die folgen, sind nur eine der Möglichkeiten. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Stücken sind oft nicht ganz klar, was aber auch daran liegen kann, dass die Art der Musik, auch dann, wenn sich einzelne Paukenschläge dem Abdriften entgegenstellen, nicht unbedingt zum Konzentrieren einlädt. Ansätze von etwas, das an Americana oder australischen Bluespunk erinnert, tremolierende Twangs und hauchiger Gesang, geben manchen Stücken eine besondere cinematische Atmosphäre, versiegen dann aber im gemächlichen Dröhnen oder lassen sich von grummeligem Grollen verschlucken.</p>
<p>Die entspannten Takte lockerer Handdrums und die darunter liegende kreisende Dröhnung ambienter Gitarren geben einem Song wie &#8220;Chalk Underfoot&#8221; eine gelöste Melancholie. Zwischen dem Rasseln und Klingeln welcher Instrumente auch immer taucht an einer Stelle der Gitarrenpart an die Oberfläche und versinkt irgendwann wieder in verbummelten Klangwellen. Dann bröckeln zwischendrin immer mal ein paar lärmige Details vom Fundament und ein Gitarrensolo taucht auf und verwandelt das Stück für Momente in einen klassischen Rocksong.</p>
<p>&#8220;The Gentleman in Red&#8221; ist für mich die zweite Wegmarke auf &#8220;Sunbarred&#8221;. Hier bringt ein wunderbar eierndes Theremin etwas unheimliches ins Bild, steigert sich in seiner Intensität, als suche es den Gipfel einer Erhöhung, doch das – sprachlose – lyrische Ich scheint davon ganz ungekümmert, als wisse es bereits, dass all dies &#8211; ganz ähnlich den imaginierten Bildern vor dem geistigen Auge des Rezipienten &#8211; sich in wenigen Minuten im gleißenden Sonnenlicht auflösen wird. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1457696335/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Primitive Mercenaries</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/12/17/temple-music-primitive-mercenaries-2/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2022 00:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wahrscheinlich sind die beiden Betreiber von Temple Music so weit von jeder Diskussion über wiedererkennbare Stile oder gar Genrezugehörigkeiten entfernt, dass sie über jegliche Verwunderung über ihre stilistische Wechselhaftigkeit nur ebenfalls mit Verwunderung reagieren würden. In der Vergangenheit haben Alan &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/12/17/temple-music-primitive-mercenaries-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/tmpm.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-32754" title="tmpm" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/tmpm-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wahrscheinlich sind die beiden Betreiber von Temple Music so weit von jeder Diskussion über wiedererkennbare Stile oder gar Genrezugehörigkeiten entfernt, dass sie über jegliche Verwunderung über ihre stilistische Wechselhaftigkeit nur ebenfalls mit Verwunderung reagieren würden. <span id="more-32750"></span></p>
<p>In der Vergangenheit haben Alan Trench und Steve Robinson immer wieder spontane Wandlungen vollzogen, brachten <a href="http://africanpaper.com/2018/02/17/temple-music-further-faster-closer-slower/">deftige Space Rock-Alben</a> heraus, <a href="http://africanpaper.com/2011/12/24/temple-music-soon-you-will-all-die-and-your-lives-will-have-been-as-nothing/">Werke von beinahe hörspielartiger Abstraktion</a>, <a href="http://africanpaper.com/2019/02/02/temple-music-%ce%b5%cf%80%ce%bf%cf%87%ce%ad%cf%82-vol-li/">rituelle Dröhnung</a>, <a href="http://africanpaper.com/2012/05/05/temple-music-children-of-the-sun/">rumpeligen Postpunk</a> und verdrehte <a href="http://africanpaper.com/2022/02/26/temple-music-the-cockatrice-and-the-storm-cock/">Psychedelic-Alben</a>, die vielleicht am ehesten zwischen all diesen Extremen verortbar sind. Dass einem mit der Zeit auch Verbindendes auffällt, seien es ein immer wieder rituell-esoterischer Schwerpunkt, eine mal deutlichere, mal weniger manifeste folkige Schlagseite oder letztlich Alans unverkennbare, auch von <a href="http://africanpaper.com/tag/orchis/">Orchis</a> und anderen Projekten her bekannte elektrifizierte Gitarrensounds, steht freilich auf einem anderen Blatt.</p>
<p>All diese Wechselseitigkeit verdankt sich sicher auch den vielfachen Interessen der beiden, was man besonders an den Hintergründen des bereits vor einigen Monaten herausgekommen und nach wie vor aktuellen Albums &#8220;Primitive Mercenaries&#8221; sehen kann. Hier waren laut eigener Angabe weibliche Rembetika-Sängerinnen aus Alans griechischer Wahlheimat, die Ideen des Vortizismus und ein Gemälde des diesem einmal nachegestandenden Duncan Grant sowie Robinsons ebenfalls vortizistisch inspirierter Lieblingsplatte &#8220;Hex Enduction Hour&#8221; von The Fall einflussgebend &#8211; ein für Uneingeweihte wahrscheinlich eher diffuser Mix, der aber zumindest durch eine kämpferische Protesthaltung verbunden ist.</p>
<p>Recht diffus und offen wirkt auch der Auftakt des Openers &#8220;Politissa&#8221;, in dessen dumpf-verrauschter Textur Gitarren und eine säuselnde Frauenstimme zu hören sind. Bei dieser handelt es sich vermutlich um ein Sample der <a href="https://www.youtube.com/channel/UC_fsZHh3QaUaRYWcs4NL3Vg">titelgebenden Sängerin</a>, die im Athen der zwanziger und dreißiger Jahre als Protestsängerin berühmt war und bürgerlich Marika Frantzeskopoulou hieß. In diesem Track passiert einiges, das man zunächst nur verschwommen wahrnimmt, doch irgendwann scheint sich eine Tür zu einem Raum zu öffnen, in dem man klarer sieht: Lautes, beschwörendes Geflüster erscheint auf der Bildfläche und eine ekstatische Perkussion. Der Track gibt sich mehr und mehr kraftvoll und tageslichttauglich, und bleibt doch so unkalkulierbar wie zu Beginn.</p>
<p>Im Verlauf des Albums setzt sich eine mitunter einfach gestrickte akustische &#8220;Folk&#8221;-Struktur durch. In &#8220;Yellow Eye&#8221; interagiert eine sanfte Akustikgitarre mit einem strömenden Harmonium, einer trillenden Flöte und der typisch langgezogenen E-Gitarre Alan Trenchs. Die Entrücktheit, die hier entsteht, lässt immer auch Raum für Chaos und Entgrenzung. Alans kräftiger Gesang, der in vielen seiner Releases eher im Hintergrund bleibt, verwandelt das anfangs eher rituelle und leicht asiatisch angehauchte &#8220;Bitter Bud&#8221; mit seinen filigranen Metallsounds in eine Art soliden Neofolksong – das wäre ähnlich wie der ausladende Titelsong eine Art proglastiger Dark Folk mit verrauschten Sounds, der in den späten 80ern vielleicht ein paar räudigere Pfade eingeschlagen und somit eine etwas sprödere, unverkitschtere Richtung durchgesetzt hätte.</p>
<p>Natürlich ist die Musik viel zu unberechenbar für solche klaren stilistischen Strukturen, und der Song &#8220;Nets&#8221; bringt all diese Überlegungen endgültig an ihre Grenzen &#8211; mit rauen Noiserockgitarren, die sich über das freundliche Picking layern und hektischen Beats aus der Asservatenkammer eines hybriden Crossovers. Alans vom Wind herangewehter Gesang bleibt in seiner melancholisch eingefärbten Space Rock-Attitüde von all dem unberührt. Noch mehr aufgelöst in Winden hoch am Firmament ist das abschließende &#8220;Dialogue in a Harem&#8221;, das all die melodischen und rhythmischen Strukturen des Albums, seine revoltierenden Stimmungen und seinen Hauch von Mystizismus in ein großes, mehrfarbiges Dröhnen auflöst, in welchem auch die Stimme einer weiteren klassischen Rembetissa - Kyria Koula &#8211; zu hören ist.</p>
<p>&#8220;Primitive Mercenaries&#8221; ist ein Album, das auf verschiedenen Ebenen rezipiert werden kann. Es ist reich an historischen Bezügen, die weit über das rein Musikalische hinausgehen. Dass die meisten dieser Referenzen aber eher andeutungshaft in der Luft hängen und für viele wahrscheinlich nur vage erkennbar sind, tut dem ganzen keinen Abbruch, denn die Songs funktionieren alle auch aufgrund ihrer unmittelbaren Attraktivität. Zudem zeigt &#8220;Primitive Mercenaries&#8221; erneut, dass man bei Temple Music immer wieder auf Überraschungen gespannt sein darf. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4134965055/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: The Cockatrice And The Storm-Cock</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/02/26/temple-music-the-cockatrice-and-the-storm-cock/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Feb 2022 06:27:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Neben vielen anderen Dingen finden Alan Trench und Steve Robinson immer noch Zeit für ihr gemeinsames Projekt Temple Music, dass sie seit Jahren in gewissen Abständen von ihren beiden Inseln aus – Trench auf Euböa unweit von Athen und Robinson &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/02/26/temple-music-the-cockatrice-and-the-storm-cock/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/02/thecockatriceandthestormcock.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28653" title="thecockatriceandthestormcock" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/02/thecockatriceandthestormcock-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Neben vielen anderen Dingen finden Alan Trench und Steve Robinson immer noch Zeit für ihr gemeinsames Projekt Temple Music, dass sie seit Jahren in gewissen Abständen von ihren beiden Inseln aus – Trench auf Euböa unweit von Athen und Robinson in England – betreiben. Seit einiger Zeit scheint Trench die treibende Kraft zu sein, doch anders als auf &#8220;The Unquiet Mind&#8221; hat sein Freund und Kollege beim aktuellen Longplayer &#8220;The Cockatrice And The Storm-Cock&#8221; wieder maßgeblich mitgewirkt.<span id="more-28650"></span></p>
<p>Der Ausgangspunkt war aber auch hier wieder Euböa, wo Trench irgendwann den Plan fasste, ein Genius Loci-Stück zu Ehren der Schutzgöttin der Insel aufzunehmen, welche keine Geringere als die stolze Hera ist. Der Track sollte auf der Basis einer Orphischen Hymne und dem Einsatz von Numerologie entstehen, doch das Resultat war wohl anfangs nicht wirklich zufriedenstellend. Die urbane Legende, die sich bereits um das Werk gesponnen hat, besagt, dass Trench eigens ein Orakel aufsuchte, und dort in Richtung einer eher alchemistischen, also tranformativ ausgerichteten Herangehensweise verwiesen wurde. An diesem Punkt kam wohl auch Robinson – remote &#8211; ins Spiel, der das bisherige Material mit bearbeitete. In weiteren Arbeitsprozessen entstanden vier einzelne Tracks, die für den jeweiligen Stand des Prozesses stehen sollten. Der Basilisk und die Misteldrossel, die dem Album seinen Titel geben, fungieren als Symbol für diese Transformation &#8211; und für die Hindernisse, die sich ihr in den Weg stellen können.</p>
<p>Ganz diesen Hürden scheint der Opener &#8220;The Wrong Kind of Logic&#8221; gewidmet, dessen dunkel brodelnder Sound einer gewissen Unsicherheit verpflichtet scheint, während die bedächtige Perkussion Spannung ausstrahlt und der zitathaft eingewebte Dialog, in der die Welt als Scheibe vorkommt, dem ganzen doch einen gewissen ironischen Touch verleiht. Irgendwann kommt aufgewühlte Bewegung in die Szenerie, die Drums werden snariger, die Vocals wandeln sich zu Gesang, zugleich aber scheint alles zu verschwimmen und sich aufzulösen – ein schönes Ende für einen Song, der einem Fehler gewidmet ist.</p>
<p>Wesentlich psychedelischer zeigt sich das schwindelerregend kreisende &#8220;The Cockatrice&#8221;, dessen knackende Takte vor einem tremolierenden Hintergrund eine sturmumtoste Szenerie entstehen lassen – ein Track, zu dem man tanzen könnte, oder besser noch über Stock und Stein kraxeln, und der einen im Verlauf sogar mit einem in Trenchs Projekten immer mal vorkommenden Sound belohnt, die an Froschquaken erinnert. Schon ein retardierendes Moment, aber auch überraschend ambient und getragen kommt das auf tollem Gitarrenspiel basierende &#8220;The Storm-Cock&#8221; daher. Wie jedes wirklich gute Finale gebärdet sich &#8220;Observations on the Queen of Heaven&#8221; letztlich ohne überflüssiges Pathos und Tamtam, und doch hat man bei den kreisenden Bewegungen, dem unterschwelligen Glühen und den tribalen Rasseln das Gefühl, dass sich etwas zuspitzt, und am Ende lullt die entspannte Ekstatik des Tracks derart ein, dass sie endlos soweitergehen dürfte.</p>
<p>In seiner finalen Gestalt ist &#8220;The Cockatrice And The Storm-Cock&#8221; nicht nur eine Hommage an die Schutzpatronin des Entstehungsortes, sondern ebenso sehr ein freimütiges Dokument der Herausforderungen, die ein solcher Preisgesang mit sich bringt. Natürlich würde das Werk auch ohne den thematischen Überbau funktionieren und dann wahrscheinlich wie eine kleine Reise von der Holprigkeit zu einer betörenden Harmonie (oder auch von Ironie zu ernsthafter Gelöstheit) anmuten. einmal mehr mit Artwork von Damaris Fae würde es sich auch vorzüglich auf Vinyl machen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=253474851/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Further, Faster, Closer, Slower</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/02/17/temple-music-further-faster-closer-slower/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Feb 2018 07:46:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Temple Music entstand 1995 als eine Art Pendant der Folkband Orchis, kurze Zeit später stieg Steve Robinson mit ein und bildete fortan zusammen mit Alan Trench den Kern der Band. Was von Journalisten, auch hier, gern als leicht abstrahierte Psychedelia &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/02/17/temple-music-further-faster-closer-slower/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/tmfurther.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14978" title="tmfurther" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/tmfurther-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Temple Music entstand 1995 als eine Art Pendant der Folkband Orchis, kurze Zeit später stieg Steve Robinson mit ein und bildete fortan zusammen mit Alan Trench den Kern der Band. Was von Journalisten, auch hier, gern als leicht abstrahierte Psychedelia mit zerfleddertem Folktouch und einem stets magischen Unterton beschrieben wird, entpuppt sich auf den einzelnen Veröffentlichungen, unter denen die Konzertmitschnitte keineswegs eine Nebenrolle spielen, als ein sehr wandlungsfähiges Gebräu. Man<span id="more-14977"></span> vergleiche nur den morbiden Score von &#8220;Soon you Will all Die..&#8221; mit den verrauschten Post Punk-Anleihen auf &#8220;Children of the Sun&#8221; oder der brodelnden Gitarrendröhnung auf &#8220;Epoxes&#8221;.</p>
<p>Dem Grundcharakter der Band, der bei allen Wandlungen deutlich spürbar, aber schwer zu orten ist, könnte man sich vielleicht bei dem gerade erschienenen Album &#8220;Further, Faster, Closer, Slower&#8221; annähern, denn dieses ist die wohl abwechslungsreichste Veröffentlichung von Temple Music seit der Gründung und scheint beinahe all ihre Facetten gleichermaßen zu offenbaren. Das Wort &#8220;neu&#8221; muss man hier allerdings relativieren, denn &#8220;Further, Faster, Closer, Slower&#8221; entstand bereits vor knapp drei Jahren, fiel kurz drauf einem Festplattenunfall zum Opfer und wurde kürzlich, nachdem einigen Daten doch noch gerettet werden konnten, aus seinen Einzelteilen neu zusammengesetzt. Wie dem sei, nun ist es da, wenn auch leider bislang nur als Download, und es schillert grandios.</p>
<p>Das getragen stimmungsvolle Fingerspiel, die kopfhängerische Pastoralität der Gitarrenfiguren, erinnern zu Beginn noch an die Folkwurzeln der mittlerweile in Griechenland ansässigen Band, doch all das entfaltet sich unter einem dichten, verrauschten Film, in dem verfremdete Stimmen und bedrohliches Tierfauchen ineinanderfließen. „Further“, wie der irritierende Opener betitelt ist, bildet einen widersprüchlichen Auftakt, wenn schleppende &#8220;funky&#8221; Perkussion und verdrehte Riffs mit trunkenen Imperativen wie „faster to the end, to the end!“ kontrastiert werden – man denkt da eher an den Vater mit seinem Kind, der den Hof noch mit Mühe erreicht, doch all das hat seinen Reiz, weil es hinter all dem dennoch eine kräftige, wenn auch subtile Vorwärtsbewegung gibt. Fatal oder vital, die Frage bleibt obsolet.</p>
<p>Auch in den folgenden Stücken scheint es immer um eine Art Reise, eine Hin- oder Fortbewegung zu gehen, in „Within“ erscheint diese aber als verzweifelte Flucht ins Innere, wo alles, auch die Richtung der rückwärtsgespielten Passagen, das alptraumhafte Hecheln und der infernalische Engelschor auf links gedreht erscheint. Der deutlichste Szenenwechsel erfolgt mit „Pretty“, in dem ein vergnügtes Kind zu spanisch anmutenden Gitarrenklängen planscht und lacht. Die Schwalbenschar, die in „Swallowing Air“ Propellergeräusche übertönet, scheint sich ebenfalls zu einer Reise nach Süden zu formieren, ihr Aufruhr ist ekstatisch und laut und fügt sich doch wie von Zauberhand in die Urwaldrhythmen und die typischen Trench-Gitarren, die man schon von Orchis her kennt. An diese erinnert unweigerlich auch das schlaftrunkene „The Maid in the Moor“, mit seiner getragenen Zwölfsaitigen der einzige „Folksong“ des Albums. „Nova, Nova, Nova“, ein Battle zwischen drei „Novation“ Bass-Stationen ist dagegen ein Kontrastprogramm mit aufgetürmtem Feedbacklärm.</p>
<p>Zu den Grundintentionen des Albums scheint ein kosmischer Spacerock-Vibe zu zählen, doch Temple Music scheinen ebenso gegen alle Genre-Sklaverei zu rebellieren und die Standards zu brechen, wo sie nur können. Nachdem ihnen dies auf eine runde halbe Stunde gelungen ist, zeigen sie in den letzten zwei Stücken noch mal, was sie nach Old School-Manier können. „Intrastate“, bei dem man nicht mit einem Hawkwind-Vegleich kommen muss, aber kann, ist ein Uptempo-Monster von einer Verfolgungsjagd, „Spacedrive“, das im Stream nicht erhältlich ist und als eine Art DL-Bonus fungiert, übertrifft dies noch an trunkenem Groove. Das erschöpfende Ende, das in „Further“ angekündigt wurde, ist hiermit erreicht, und der Hörer um ein sattes kosmisches Erlebnis reicher. „Further, Faster, Closer, Slower“ sollte jedem Fan der etwas experimentierfreundigeren Psych Rock-Aberteuer, denen DIY noch etwas bedeutet, ein Fest sein. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://cryptanthus.bandcamp.com/">Crypthantus</a></strong></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Εποχές (Vol. l)</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Mar 2017 08:11:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
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		<description><![CDATA[Temple Music, die rituell arbeitenden Psychedeliker aus der Nachbarschaft von Orchis, Howling Larsens und den Black Lesbian Fishermen, geben nicht einfach Konzerte an beliebigen Orten mit der Auswahl ihrer besten Stücke, sondern lassen den Ort und den Zeitpunkt selbst in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/03/04/temple-music-%ce%b5%cf%80%ce%bf%cf%87%ce%ad%cf%82-vol-l/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/templemusic.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13403" title="templemusic" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/templemusic-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Temple Music, die rituell arbeitenden Psychedeliker aus der Nachbarschaft von Orchis, Howling Larsens und den Black Lesbian Fishermen, geben nicht einfach Konzerte an beliebigen Orten mit der Auswahl ihrer besten Stücke, sondern lassen den Ort und den Zeitpunkt selbst in die Rolle des Dirigenten schlüpfen, der den Musikern – in Form seiner Symbolik und seiner atmosphärischen Wirkung – die finale Struktur ihrer vorbereiteten Motive vorgibt. Der Ansatz, den Alan Trench, Steven Robinson und ihre jeweiligen Kollaborateure verfolgen, ist pragmatisch und<span id="more-13402"></span> zugleich magisch: Der Sound und die Resonanzen des Ortes bestimmen den Modus ihrer Darbietung, doch dies entspricht stets der Absicht des Einklangs mit dem genus loci. Eine Vielzahl empathischer Divinationsmethoden von Numerologie über Tarot und Runen bis zu den verschiedenen Kalendern des Christentums werden beansprucht, um auch dem kalendarischen Zeitpunkt zu entsprechen.</p>
<p>Was den Musikern dabei als selbsterarbeiteter Pool an variierbaren Sounds und musikalischen Motiven zugrunde liegt, ist meist skizzenhaft, vergleichbar den Standards beim Jazz. Die auf „Εποχές“ enthaltenen Stücke sind in eine narrative Struktur gebrachte Rekreationen dieses Materials, bzw. eine Auswahl dessen, was in vier den Jahreszeiten entsprechenden Aufführungen eingeflossen ist. Vier lange Tracks um die fünfundzwanzig Minuten kamen dabei heraus, die lediglich vom Nukleus der Band gespielt wurden und quasi dem Rumpf der jeweiligen Konzerte entsprechen. Die beiden ersten liegen nun vor.</p>
<p>„The Winter Queen…“, an dessen Umsetzung noch zwei weitere Musiker beteiligt waren, wurde im Dezember 2010 zusammen mit Eyeless in Gaza in Coventry aufgeführt, und wenn man sich die kreisenden Drones und die vielen unberechenbaren Details in angemessener Location vorstellt, entsteht zumindest die Ahnung der rituellen Atmosphäre, die an dem Abend kreiert worden sein muss. Auf der rekonstruierten Urfassung dominiert anfangs ein entspanntes, nicht zu engmaschiges Gitarrengewebe und verhalltes, ambientes Gleiten, das immer wieder von coolen Twangs aufgebrochen wird und mit der Zeit rauer und gröber wird. Man hat es hier mit einer Musik zu tun, von der man sich bei leichtem Phlegmatismus perfekt einlullen lassen kann, die aber bei entsprechender Aufmerksamkeit viele, oft nicht einmal nur unterschwellige Veränderungen zeitigt: Mal hat ein sanfter Gitarrenteppich die oberste Schicht für sich, dann wieder gibt sie Raum für allerhand Subkutanes, das sich wie Froschquaken oder wie perkussives Hantieren mit undefinierbarem Material anhört. Mal glaubt man, den Auftakt eines herkömmlichen Songs zu hören, doch dann übernehmen vorübergehend noisiges Feedbackrauschen und seltsam kratzige Schleifgeräusche das Feld.</p>
<p>Dass dies alles so wunderbar harmonisiert klingt und von der Sequenz her wie „natürlich“ gewachsen anmutet, gibt dem Track seine relaxte Stimmung, und es ist zugleich eine der Gemeinsamkeiten zum zweiten Stück, das am 15. Januar der Folgejahres in Gent den Frühling beschwor. „&#8230;and the Prince of Spring“ beginnt frickeliger und ergeht sich eine ganze Zeitlang in atmosphärischen Sounds, macht das Schmelzen von Eis hörbar, anheimelnd durchbrochen durch etwas, das an Vogeltrillern erinnert. Bei der ambienten Dröhnfläche, die sich bald abzeichnet, und erst recht bei der pastoralen Melodie, die nach Piano klingt, mag man das Stück als homogener empfinden, doch der unberechenbare Einsatz von Natursounds, Songfragmenten und Momenten der Dröhnung sind mit der Zeit immer mehr dagegen.</p>
<p>Doch so viel sich in den insgesamt fünfzig Minuten auch ereignet, bleibt doch alles zurückgenommen und subtil, und ich bin sicher, dass die kraftvolle, erdende Wirkung dieser Musik auch bei unachtsamem Hören nicht vollends ausbleibt. Auf den zweiten Teil bin ich gespannt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.sombresoniks.com/sombre-soniks">Sombre Soniks</a></strong></p>
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