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	<title>African Paper &#187; The Invisible Hands</title>
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		<title>THE DWARFS OF EAST AGOUZA: Bes</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Apr 2016 05:33:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Band, die aus Sam Shalabi, Alan Bishop und Maurice Louca besteht, nennt sich natürlich nur höchst ironisch Dwarfs, denn musikalisch sind die drei, die sich vor einigen Jahren eine Wohnung im Kairoer Bezirk Agouza teilten, alles andere als Zwerge. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/23/the-dwarfs-of-east-angouza-bes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/THEDWARFSOFEASTANGOUZA.jpe"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12017" title="THEDWARFSOFEASTANGOUZA" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/THEDWARFSOFEASTANGOUZA-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine Band, die aus Sam Shalabi, Alan Bishop und Maurice Louca besteht, nennt sich natürlich nur höchst ironisch Dwarfs, denn musikalisch sind die drei, die sich vor einigen Jahren eine Wohnung im Kairoer Bezirk Agouza teilten, alles andere als Zwerge. Eigentlich gab es in der Zeit gerade genug zu tun. Bishop hatte mit den<a href="http://africanpaper.com/tag/the-invisible-hands/"> Invisible Hands</a> gerade einen würdigen Nachfolger für die <a href="http://africanpaper.com/tag/sun-city-girls/">Sun City Girls</a> ins Leben gerufen, Shalabi arbeitete emsig mit dem <a href="http://africanpaper.com/2013/11/30/land-of-kush-the-big-mango/">Land of Kush</a>-Kollektiv und Louca, der wahrscheinlich schon Ideen zu seiner künftigen Band <a href="http://africanpaper.com/2015/09/05/alif-aynama-rtama/">Alif</a> ausbrütete, hatte gerade sein Solodebüt in den Regalen stehen.<span id="more-12016"></span></p>
<p>Da man sich aber ohnehin bei all diesen und weiteren Unternehmungen unter die Arme griff, bleib immer wieder Zeit zum ungezwungenen Jammen, und so waren irgendwann die Dwarfs of East Agouza geboren, eine Supergroup, in der das kreative Input aller drei gleichermaßen einfließen sollte.</p>
<p>Ein grooviger Bass, ein zeterndes Tenorsaxophon, eine von allerhand trikontinentalen Einflüssen geprägte Jazzgitarre und nordafrikanische Perkussion in allen möglichen und unmöglichen Variationen – wer bei diesen instrumentellen Zutaten funkige Psychedelic mit west- und nordafrikanischem Einschlag erwartet, liegt ganz richtig, doch die Musik verströmt auch den Geist leichtfüßiger Easy Listening-Musik, wie sie Mondo- und sonstige Genrefilmer in den 70ern liebten. Irgendwie passt das auch perfekt zu der titelgebenden altägyptischen Gottheit Bes, die nicht nur Beschützer der Menschen war, sondern auch ein sehr unterhaltsamer Gott mit einem Faible  – siehe Artwork – für&#8217;s Tanzen, einem Hang zur Groteske und zur Dreibeinigkeit.</p>
<p>Man kann „Baka of the Future“ gar nicht goutieren, ohne zumindest mit dem Fuß zu wippen, denn der repetitive Groove und die stylischen Handdrums sind so tanzbar wie <a href="http://africanpaper.com/2014/11/15/maurice-louca-benhayyi-al-baghbaghan-salute-the-parrot/">das letzte Solowerk Loucas</a>, der hier sämtliche Register seines Metiers zwischen traditionellen Rhythmen und vom <a href="https://www.youtube.com/watch?v=wGbYG41-6wU">Mahraganat</a> beeinflusster Elektronik zieht. Coole Gitarrenparts und eine filmreife Mundharmonika sorgen für Kolorit, was die Musik allerdings am ehesten von jedem Easy Listening unterscheidet, ist ihre manchmal ins sperrige kippende Eindringlichkeit, wegen der man sie kaum ohne volle Aufmerksamkeit nebenbei rezipieren kann.</p>
<p>Bei jedem Stück und auch innerhalb jedes Stücks brechen sich neue &#8211; instrumentelle, melodische, rhythmische, harmonische &#8211; Ideen Bahn und oft leiten recht spontane Brüche neue Episoden ein. Manchmal gebärdet sich das Gitarrenspiel etwas kniedelig, just weil man es kann, dann jaulen die Saiten bluesig, weil es verdammt gut passt, dann sind arabische Einflüsse unüberhörbar, und ähnlich wie bei Shalabis Hauptband Land of Kush findet man sich in einem Kairoer Szenario wieder, das im besten Sinne einen Begriff wie polykulturell verdient. Subtile Synthietupfer und perkussive Ekstatik gehören da ebenso mit ins Bild.</p>
<p>Dann die zweite Scheibe: nach dem soliden Auftakt „Resinance“ das monumentale halbstündige „Museum of Stranglers“, das mit seinen Twangs und den klagenden und summenden Drones und mitreißenden Gitarrenparts so etwas wie ein Album im Album darstellt – unglaublich, denn „Bes“ wäre auch ohne dieses Finale furios gewesen. Just bei Nawa erschienen als Doppel-CD, Doppel-LP und dem obligatorischen Download. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.nawarecordings.com/">Nawa Recordings</a></strong></p>
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		<title>THE INVISIBLE HANDS: Teslam</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2014 00:25:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/theinvisiblehandsteslam.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9642" title="theinvisiblehandsteslam" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/theinvisiblehandsteslam-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit den Sun City Girls brachte Alan Bishop Punkattitüde mit Improvisationsgeist und der Lust an echter und gefaketer Archaik aus vielen Teilen der Welt unter einen Hut, wobei neben amerikanischen und arabischen Einflüssen (die Gebrüder Bishop sind Amerikaner mit libanesischen Roots) vor allem afrikanische und ostasiatische Traditionen von Interesse waren. Bei der Vielzahl der auch nach dem Tod des Drummers und dem Ende der Band immer noch regelmäßig erscheinenden Releases wurde nicht nur mit dem Vorurteil gebrochen, dass Quantität<span id="more-9641"></span> für Qualität hinderlich sei. Auch wurde deutlich, dass verquere Bricolagenklänge von dadaistischer Dunkelheit nicht immer schwer verdaulich klingen müssen.</p>
<p>Vor kurzem legte Bishop mit seiner aktuellen Band The Invisible Hands sein bis dato vielleicht eingängigstes Werk vor. „Teslam“ wurde wie schon das Banddebüt in Bishops Wahlheimat Kairo eingespielt, zusammen mit lokalen Musikern, deren harter Kern längst mit dem Frontmann zu einer festen Gruppe verwachsen ist. Wer beim Lineup (und auch angesichts der auf <a href="http://www.discogs.com/label/52340-Sublime-Frequencies">Sublime Frequencies</a> dokumentierten Passion Bishops sowohl für „seriöse“ traditionelle Musik als auch für schräge Exotica) Orientalisches erwartet, könnte nun einmal mehr überrascht sein über den regionenübergreifenden Sound der Platte. Zwar sind regionale Instrumente zu hören, doch diese sind recht sparsam in ein Klangbild integriert, das eine große Leidenschaft für Rock, Beat und einen Songwriter-Machismo der alten Schule offenbart.</p>
<p>„Slaughterhouse“, das mit einem vuvuzelaartigen Dröhnen beginnt und in einen kernigen Midtemporocksong mündet, klingt sehr amerikanisch und channelt einen Sound, für den man Bands wie The Red Krayola liebt. Wie in dem satten Hardrock von „Weasel Down“, der Schweineorgel in „Places“ und dem schrammeligen Rock&#8217;n'Roll vieler Stücke zeigt Bishop hier, dass er eine Qualität aus Sun City Girls-Zeiten bis heute bewart hat, nämlich den Mut zum gewagten Aneignen von Stilzitaten und eine dreiste Unerschrockenheit gegenüber abgenudelten musikalischen Schablonen, die stets mit Witz angegangen werden und von der Überzeugung künden, dass vieles eben tatsächlich früher besser war, und daran ändern auch keine noch so banalen Revivals etwas, und der Zahn der Zeit schon gar nicht. In dem Sinne sind die unsichtbaren Hände allenfalls Meta-Retro, und nirgendwo zeigt sich das so gut wie in Bishops stimmungsvollen Duettpasagen mit der Sängerin Aya Hemeda, bei denen man um keine Gainsbourg/Birkin-Vergleiche herumkommt.</p>
<p>Während Oud-Klänge und nordafrikanische Rhythmen zwischen all den Gitarrentwangs, den progressiven Orgelteppichen und dem Popappeal von Bishops Gesang eher gut dosiert zum Zuge kommen, ist das Kairo der letzten Jahre in den Texten allgegenwärtig. Jeder der Songs verströmt den Geist einer Metropole, die in der jüngeren Vergangenheit zwei politische Paradigmenwechsel durchlebt hat und letztlich in einer vielleicht noch Jahre andauernden Schwellensituation vor sich hinbrodeln wird, die man als Auswärtiger nur schwer einzuschätzen vermag. Die Invisible Hands vertonen aber viel mehr die kleinen alltäglichen slices of life, die zwischen den epochalen Ereignissen stattfinden, und gehen diese mit einer Menge an skurrilem Humor und slapstickhafter Ironie an. Der rebellische Geist, der darin spürbar ist, schlägt dann auch die Brücke zum Bandnamen, der nicht auf die ökonomische Heilslehre eines Adam Smith, sondern auf obskure Kairoer Street Artists verweist, die durch kryptische Symbole das Tagesgeschehen kommentieren und dabei nicht ganz einflusslos sind.</p>
<p>Ob es diese Stehaufmentalität ist, die zusammen mit der Frische der unverquasten Musik den Titel „Teslam“ passend erscheinen ließ? Das arabische Wort bedeutet Segen, allerdings im weniger mystischen Sinne wie das ähnlich übersetztbare Wort „Baraka“, es deutet darauf hin, das etwas unter einem guten Stern steht. So jedenfalls klingt die Musik, und das ist in jedem Fall eine gute Voraussetzung für die sich immer fester formierende Band.</p>
<p><strong>Label: Abduction</strong></p>
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		<title>MAURICE LOUCA: Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute The Parrot)</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2014 07:37:36 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/mloucaparrot.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9559" title="mloucaparrot" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/mloucaparrot-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In seiner Geburtsstadt Kairo ist Maurice Louca eine der umtriebigsten Figuren der lokalen Musikszene, die so vielfältig in Erscheinung tritt, dass man kaum noch von Underground reden kann. Mit einheimischen Musikern gründete er Bands wie Alif, Bikya und die Dwarves of East Agouza, dazu kommen zahlreiche internationale Kollborationen und Arbeiten für Film und Theater. Unter dem Titel &#8220;Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute The Parrot)&#8221; erscheint gerade sein zweites &#8220;Solo&#8221;-Werk, das natürlich alles andere als solo eingespielt wurde. Vielmehr versuchte er in einer zweijährigen Arbeitsphase, seine wichtigsten<span id="more-9557"></span>Einflüsse und Erfahrungen in ein zusammenhängendes Konzept zu bringen und ließ darin auch einer ganzen Reihe an alten und neuen musikalischen Mitstreitern zu Wort kommen.</p>
<p>Wer eine Ahnung von Loucas musikalischen Interessen hat und seine Bandbreite von Psychedelik über experimentell-elektronisches bis zu traditionell nordafrikanischen Musikarten kennt, rechnet bei dem Vorhaben mit der Quadratur des Kreises, und mag sich beim ersten Hörversuch sogar bestätigt fühlen: Wie eine von Detonationen durcheinandergeschüttelte Wunderkammer an diversen Klangzitaten scheint die Mixtur, die man hier recht verschwommen durch trunkene Augen erblickt. Die perkussive Grundierung aller acht Tracks stiftet am ehesten Kohärenz und bewahrt die Musik davor, nach allen möglichen und unmöglichen Richtungen auseinander zu driften. Eine perfekte Symbiose aus orientalischen Rhythmen und Zitaten aus dem Warenhaus elektronischer Beats, die ein Kollege treffend mit maschineller Straßenmusik assoziierte, zieht sich durch das Album, stets begleitet von groovigen Basslinien, für die gleich drei Virtuosen ins Boot geholt wurden. Der Gruß an den Papagei ist eine ausgesprochen tanzbare Sache, die mal grindigen, mal forsch-aufgeweckten Vocals des Kairoer MC Alaa 50 wirken dem keineswegs entgegen. Wenn Gastmusiker Alan Bishop (<a title="SUN CITY GIRLS: Eye Mohini (Sun City Girls Singles Volume 3)" href="http://africanpaper.com/2013/07/13/sun-city-girls-eye-mohini-sun-city-girls-singles-volume-3/">Sun City Girls</a>, <a title="THE INVISIBLE HANDS: s/t" href="http://africanpaper.com/2013/05/25/the-invisible-hands-st/">Invisible Hands</a> &#8211; zusammen mit <a title="LAND OF KUSH: The Big Mango" href="http://africanpaper.com/2013/11/30/land-of-kush-the-big-mango/">Sam Shalabi aus dem Land of Kush</a> wohl der auch im Westen bekannteste Beitragende) sein Saxophon verschwommen über die unruhige Szenerie streichen lässt, entsteht v.a. urbanes Kolorit. Nur ein Trottel stellt die CD ins Weltmusik-Regal, denn sie hat soviel mit Orientalismus ungefähr so viel zu tun wie Krautrock mit deutscher Folklore.</p>
<p>Trotz bauchtanzkompatiblen Rhythmen, trotz alter Streich- und Blasinstrumenten, trotz des fantasievollen Farbenrausches im Artwork von Maha Maamoun ist &#8220;Benhayyi Al-Baghbaghan&#8221; eher Mahlstrom als Idyll, dafür sorgen nicht nur schräge Computersounds und gelegentliches Feedbackgetöse, sondern ebenso die zahlreichen Brüche und Wendungen, die weder Hörer noch Tänzer zur Ruhe kommen lassen. So klingt er wohl noch am ehesten, der Big Mango am Nil, falls man ihn denn überhaupt in ein musikalisches Konzept pressen kann. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.nawarecordings.com/">Nawa Recordings</a></strong></p>
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		<title>SUN CITY GIRLS: Eye Mohini (Sun City Girls Singles Volume 3)</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jul 2013 01:01:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Für einige ihrer Song- und Albumtitel hätten die Sun City Girls ein paar kleine Literaturpreise verdient, so z.B. für das schlichte Statement „You&#8217;re Never Alone With A Cigarette“ (denn Schnorrer sind sofort zur Stelle), das vor fünf Jahren den Auftakt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/07/13/sun-city-girls-eye-mohini-sun-city-girls-singles-volume-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/suncitygirlseyemohini.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7349" title="suncitygirlseyemohini" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/suncitygirlseyemohini-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für einige ihrer Song- und Albumtitel hätten die Sun City Girls ein paar kleine Literaturpreise verdient, so z.B. für das schlichte Statement „You&#8217;re Never Alone With A Cigarette“ (denn Schnorrer sind sofort zur Stelle), das vor fünf Jahren den Auftakt einer Compilation-Reihe betitelte, in der die Singles der Band dokumentiert werden. Zusammenstellungen von Live-Tracks, Outtakes und besonderen Wegmarken waren bereits während der aktiven Bandkarriere ein wichtiges Standbein des Trios und bildeten<span id="more-7348"></span> seit dem Tod von Drummer Charlie Gocher einen großen Teil des posthumen Nachlebens der Gruppe, die kaum auf ein Genre reduziert werden kann und im Wire bereits als &#8220;ethnomusicologist&#8217;s worst nightmare&#8221; geadelt wurde.</p>
<p>Wer mit der enormen Diskografie des Trios vertraut ist, hat wohl ohnehin nicht geglaubt, dass die Reihe im vorigen Jahr mit „Napoleon &amp; Josephine“ abgeschlossen sei, und in der Tat gaben die Archive Stoff für einen weiteren Teil. „Eye Mohani“ deckt primär den Zeitraum der Jahre um 1990 ab, als die Band bereits über die Anfangsphase hinaus war, der Sound jedoch so rau wie eh und je und vor allem Alan Bishops Reisen im afrikanischen und asiatischen Raum der Musik den Stempel des „Ethnischen“ einbrachten. Was mit einer halbminütigen Jazzcore-Kakophonie beginnt, entpuppt sich ein weiteres Mal als vielfältiges Mosaik an Assoziationen, die einem wie Sand durch die Finger gleiten, sobald man sie festzuhalten und zu definieren versucht: Weird Folk, aber von der Art, die niemals zu einem Pop-Phänomen hätte werden können. Nurse With Wound, doch ohne jeglichen Bezug zur Industrial Culture. Texmex als kleine Referenz an die Heimat der Band in Arizona. Jede Menge Fake-Orientalismus und -Afrikanismus, der weder die Originale zu kopieren, noch der Exotismusfalle durch allzu platte Ironie und allzu bemühte Verfremdung zu entfliehen versucht und dabei überraschend ehrlich wirkt.</p>
<p>Obwohl all dies quer durch die ganze Sammlung versteut ist, offenbaren sich in jedem Song andere Schwerpunkte. Die eigenwillige Country- und Latino-Mixtur gerät in „Smile“, dessen Lyrics anscheinend im Turm zu Babel geschrieben wurden, zu dezentem Rock, verwandeln sich in „Rose Room“ in einen tanzbaren Ragtime. Immer wieder kristallisieren sich tolle Melodien aus den improvisierten Strukturen heraus, beim hispanisch anmutenden Ohrwurm „Borungku si Derita“ ist aus all dem Schöngeistigen doch stets Dada und Surrealismus herauszuhören, andere Stücke wie der Titelsong steigern sich zum Ekstatischen und schlagen die Brücke zu punkigen Traditionals, bei denen der Gitarrist wie ein Maghreb-Hendrix klingt, oder zum atonalen Freejazz-Abgrund von „Abydos“. Tanzbare Nummern fernab weltmusikalischer Klischees bilden das Raga „Lemur&#8217;s Urin“ oder „Carousel Tapsel“ mit seinem beschwörenden Flamenco-Rhythmus.</p>
<p>Dass die Bishop-Brüder das Vermächtnis ihrer Band hegen und pflegen ist schon insofern ehrenhaft, da sie sich keineswegs auf alten Meriten ausruhen – Sir Richard betreibt mit Ben Chasny das Duo Rangda, Alan ist mit seiner Kairoer Band The Invisible Hands vielbeschäftigt, auch ist seine Arbeit als Protegee obskurer Geheimtipps nie auf das Niveau einer schalen Routine herabgekommen. Ehrenwert ist die retrospektive Arbeit aber auch deshalb, weil sie kaum redundant ist, auch wenn einige der Songs schon auf früheren (heute vergriffenen) Samplern vertreten waren. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Abduction</strong></p>
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