Der gebürtige Italiener und nun in Toronto ansässige Daniel Colussi nimmt seit einigen Jahren unter dem Namen Fortunato Durutti Marienetti auf und hat gerade sein viertes Album veröffentlicht. Man kann ihn irgendwo in einem Spannungsfeld von Rock und Jazz verorten. Im Zentrum ist sicher seine Stimme, der es mühelos gelingt, zwischen Lakonie, Wärme und gezügeltem Pathos zu changieren.
War 2023 ebenso bei Quindi Records der Vorgänger „Eight Waves In Search Of An Ocean“ erschienen, folgt nun ein mit „Bitter Sweet, Sweet Bitter“ der mit insgesamt 14 Personen eingespielte Nachfolger.
Eröffnet wird das Album von „Full Of Fire“, das mit den lapidar gesprochenen Zeilen „You were full of fire/I was in need“ beginnt, bevor dann Piano, Streicher und Saxophon eins durchaus beschwingte Atmosphäre erzeugen. „Beware“ hat mit dem Zusammenspiel von Klavier, getragenen Streichern und dezenter Perkussion funkige Momente: „beware of the water, beware of the air“, kann man da hören. Auf „Do You Ever Think?“ mit wunderschön traurigen Streichern wird die Frage gestellt: „What’s the weight of ash?“ Colussis Stimme nähert sich oftmals einem sprechgesangartigen Vortrag (an) und auf „Call Me the Author“ meint man dann in Passagen, einen Lou Reed-Wiedergänger zu hören. Das instrumentale „Theme 1“ ist mit dem Zusammenspiel von Piano und akustischem Bass entspannte Barmusik, während „Theme 2“ opulenter und etwas rockiger instrumentiert ist. Schließlich findet das Album mit dem großartigen „My Funeral“, auf dem das eigene Begräbnis imaginiert wird, ein Ende. Eine traurige Trompete tönt und Colussi singt: „remember my failures“ und „remember me drowning“. Er selbst spricht bezogen auf das Album von „Maximally Graceful Funky Eloquence“, was vielleicht auch nicht die schlechteste Beschreibung für „Bitter Sweet, Sweet Bitter“ ist, dessen insgesamt neun Stücke durchgängig begeistern. (MG)
Label: Quindi Records