TE/DIS: Impending Divulgence

Das Einmannprojekt Te/DIS debüttierte 2013 mit der “Black Swan”-7” auf Galakthorrö, das Debütalbum „Comatic Drift“ erschien ein Jahr später, zwei weitere Vollzeitveröffentlichungen folgten – nun liegt mit „Impending Divulgence“ der vierte Longplayer vor, der den bisherigen musikalisch-konzeptionellen Weg fortsetzt: Te/DIS passte von der analogen musikalischen Ausrichtung und der Fokussierung auf die weniger erquicklichen Seiten menschlicher Existenz von Anfang an gut zu anderen Künstlern auf Galakthorrö, worin Te/DIS sich am ehesten absetzte, war der Gesang, der eine musikalisch-ästhetische Sozialisation im Gothic vermuten ließ.

Prinzipiell fällt auf, dass Te/DIS auf „Impending Divulgence“ wieder eher auf Minimalismus, Reduktion und Fokus statt auf Maximalismus setzt. „The Horror You Invite“ erzeugt gleich zu Beginn des Albums passend zum Titel mit orgelartigen Passagen und einem pochenden Drumcomputer eine Atmosphäre des Unheimlichen, des Unheils. Im dazugehörigen Video ist der Mensch weitestgehend abwesend. Im von dezenten puckernden Beats durchzogenden „Your Truth My Lie“ findet sich die Zeile „I will carry you on wings“, was dann aber im Kontext dieses Albums nur konsequent auf „wings of ruin“ geschehen kann.  Die in „A Hell Of A Trap“ enthaltene Zeile „lurk around a heap of scrap“ könnte man auch fast schon als Programmatik bzgl. des Albums respektive des Gesamtwerks lesen. Auf dem getragenen und schleppenden „Death Rays“ mit sirrender Elektronik führen Emotionen zu einer Metamorphose der Natur: „your grief has frozen the ground“ – und die Stimme verschwindet fast im zähflüssigen Klangsud. Vielleicht spielt Te/DIS mit dem Titel „Blot Our Your Life“ auf ein Stück des Debütalbums Haus Arafnas an. Das minimalistische „Blanket Of Ice“ mit traurigen Melodiepassagen lässt den Sänger „scarred“. Auch das reduzierte „Under The Ban“ präsentiert ein ähnliches Szenario „in bleak december“/feel the cut“. Das instrumentale „Suspicion“ mit analogem Brummen und traurigen melodischen Flächen kommt vor dem Abschluss mit dem, schleppenden „Last Rites“, das dieses oft mehr als dunkle Album angemessen beendet: Die letzten Worte lauten dann konsequenterweise „decaying echoes of the past“. (MG)

Label: Galakthorrö