ORGANUM ELECTRONICS: Fiire / DAVID JACKMAN: Das Kreuz

Im April 2025 erschienen mit „Steadfast“ und „Scilence“ zwei CDs, mit denen die umfangreiche David Jackman / Organum Electronics-Reihe nach sieben Alben, davon zwei Doppel-CDs, auf Die Stadt beendet wurde, nun kommen zwei musikalisch verwandte auf je 150 Exemplare limitierte 7”s heraus, die außerdem noch in einer auf 100 Exemplare begrenzten Version im Klappcover und farbigem Vinyl die beiden 7” zusammenführt.

In den letzten Jahren präsentierten die unter eigenem Namen veröffentlichten Aufnahmen Jackmans flirrende Drones, das Krähen von Raben, Glocken und Gongs in Variationen und Permutationen, die als Organum Electronics gemachten harschen „elektronischen“ Aufnahmen knüpften dagegen partiell an das krachige Frühwerk Organums an. War bei den letzten beiden Alben diese strikte Trennung aufgehoben worden – „Steadfast“ ließ eher an Organum Electronics-Aufnahmen denken –, ist auf den jetzt erschienenen zwei Singles die musikalische Ausrichtung wieder wie sonst: „Fiire“ setzt die Reihe von Veröffentlichungen in eigenwilliger Orthographie fort und sobald die Nadel auf das Vinyl trifft, ist da sofort der so typische Klang, der alle Organum Electronics-Veröffentlichungen der letzten Jahre charakterisierte, sprich: Es gibt einen metallisch klingenden, verdichteten, fast schon statischen Wall, dem aber immer auch eine gewisse Unruhe innewohnt, nur hier eben kondensiert und reduziert auf je wenige Minuten, die abrupt enden.

„Das Kreuz“ dagegen ist eine besonders reduzierte Version des oben beschriebenen Klangbilds: Vögel zwitschern, man hört Krähen, eine Glocke schlägt, ganz im Hintergrund erklingt eine sich wiederholende Pianomelodie. Insgesamt klingen diese beiden Stücke fast schon wie eine Feldaufnahme, ganz so, als stehe man in einem einsamen Dorf und höre jemanden in der Ferne Klavier spielen.

Das Mysterium der Jackmanschen Veröffentlichungen wird (erwartungsgemäß) auch nicht durch diese vier Stücke erhellt, was ganz sicher nicht negativ ist. Man kann sich jetzt nur noch fragen, was danach kommen wird. (MG)

Label: Die Stadt