L’oreille Voleuse: Neue Arbeit von Brunhild Ferrari

Mit “L’oreille Voleuse” legt Brunhild Ferrari eine Arbeit vor, die Erinnerung, das Prinzip des Zufalls und verschiedene Seiten akustischer Wahrnehmung und deren Verknüpfung ins Zentrum stellt. Das Album enthält die Originalfassung der Arbeit sowie eine zweite Version, interpretiert von Eiko Ishibashi und Jim O’Rourke, und entfaltet sich als offenes Gefüge aus aufgezeichneten Klangfragmenten und nachträglicher musikalischer Intervention.

Ausgangspunkt ist laut Begleittext ein über Jahre gewachsenes Archiv flüchtiger Höreindrücke. Ferrari beschreibt diesen Ansatz in den Liner Notes als ein Hören, bei dem “the ear captures noises here and there and unexpected sounds without choice, but remains attentive to the messages of each one picked up over the years”. Die so gesammelten Eindrücke werden nicht systematisch geordnet, sondern laut Ferrari in einem simplen Mix zusammengebracht, wodurch eine lose und gleichsam dichte Struktur entsteht. Die Zusammenarbeit mit Ishibashi und O’Rourke setzt genau an diesem Material an und führt es weiter, ohne dessen Offenheit zu schließen. Ferrari betont den Fortsetzungscharakter der zweiten Version und betrachtet diese mehr in Kontinuität des Ausgangsmaterials statt als dessen Interpretation. “L’oreille Voleuse” erscheint am 22. Mai bei Persistence of Sound.