Micromorphosis: Fünfter Teil der Reihe von Ali Balighi

Der iranischstämmige Komponist und Klangkünstler Ali Balighi setzt seine Reihe “Micromorphosis” Anfang Juli mit einem neuen Album auf Post Orientalism Music fort. “Micromorphosis No. 5: Algorithmic Explorations of Microtonality” widmet sich erneut Balighis langjähriger Beschäftigung mit mikrotonalen Tonsystemen, allerdings weniger als feststehenden Skalen denn als sich ständig wandelnden Zuständen zwischen unterschiedlichen harmonischen Ordnungen.

Ausgangspunkt des rund um die Uhr ablaufenden Werks sind Aufnahmen einer Violine, die, wie man im Begleittext erfährt, nicht als traditionelles Instrument eingesetzt wird, sondern als Rohmaterial für algorithmische Prozesse dient. In Echtzeit werden die Samples umgeformt, neu gestimmt und in wechselnde klangliche Zusammenhänge eingebettet. Dabei durchläuft das Stück verschiedene mikrotonale Teilungen der Oktave, deren Übergänge mal abrupt und klar, mal fließend und schwebend erfolgen. Gerade diese Zwischenräume, in denen sich eine harmonische Struktur auflöst und eine andere erst allmählich Gestalt annimmt, bilden den eigentlichen Fokus der Komposition. Auch die räumliche Dimension spielt, wie es ferner heißt, eine zentrale Rolle. Die einzelnen Klangquellen bewegen sich unterschiedlich durch das Stereofeld, verändern ihre Position und erscheinen je nach Distanz heller oder dunkler gefärbt. Wie bereits in früheren Arbeiten entwickelt Balighi nicht nur die Komposition selbst, sondern auch die dafür benötigten Instrumente und Programmstrukturen. “Micromorphosis No. 5: Algorithmic Explorations of Microtonality” erscheint am 1. Juli digital und ist über die Plattformen von Post Orientalism Music erhältlich.