Mit “QuarkTonal Composition System” veröffentlicht der iranische Komponist und Musiktheoretiker Ehsan Saboohi Anfang August eine neue digitale Arbeit auf Post Orientalism Music. Das Album bündelt zwölf Kompositionen, die auf einem von ihm entwickelten System basieren, das Mikrotonalität, eigenständige Zeitstrukturen und algorithmisch erzeugten Kontrapunkt miteinander verbindet.
Anstelle herkömmlicher Tonskalen arbeitet Saboohi, wie es in den Liner Notes heißt, mit einer präzisen Unterteilung der Oktave in kleinste Einheiten. Ebenso ungewöhnlich ist sein Umgang mit Rhythmus: Die einzelnen Stimmen folgen eigenen zeitlichen Verläufen, ohne sich dauerhaft einem gemeinsamen Puls unterzuordnen. Daraus entstehen vielschichtige, ständig in Bewegung befindliche Klanggebilde, deren innere Logik sich erst nach und nach erschließt. Klanglich setzt das Album bewusst auf die unverfälschten Grundformen elektronischer Klangerzeugung. Aus einfachen Wellen entwickelt Saboohi eine Art imaginäres Streichquartett, dessen Stimmen unabhängig voneinander agieren und dennoch ein komplexes Ganzes bilden. Wie bereits frühere Veröffentlichungen des Komponisten verbindet auch QuarkTonal Composition System theoretische Forschung mit praktischer Anwendung. Die Stücke verstehen sich dabei nicht als akademische Demonstration, sondern als Versuch, neue Möglichkeiten von Harmonie, Form und Mehrstimmigkeit hörbar zu machen.