Das Cover dieses Albums sieht aus, als habe Botanist (den toten, aber träumenden) Cthulhu als Alraune auf(er)stehen lassen. „Plantae Arcanvs“, dessen Titel allesamt auf allerlei pharmakologisch verwendbare Pflanzen verweisen, ist eine Zusammenarbeit zwischen Demonologists aus Indiana, die auf einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen „blackened horror electronix“ gespielt haben, und dem australischen Saxophonisten Vainoras, der seine Musik selbst als „Doom ridden jazz music“ bezeichnet und auch schon einmal ein Album mit dem sprechenden Titel „Perpetual Midnight“ veröffentlicht hat, auf dem er partiell an Bohren & der Club of Gore erinnert.
Dass Noise und Saxophon gut zusammenpassen können, haben Wolf Eyes auf ihren Zusammenarbeiten mit Anthony Braxton (etwa hier) gezeigt.
Das Album beginnt mit „Ephedra Foeminea“: Ein Saxophon spielt, Schläge setzen ein, dann Stampfen, eine keifende Stimme verkündet Unverständliches, Geschirr scheint zerschlagen zu werden. Auf „Atroppa Belladonna“ werden Perkussion und Schläge mit einem nokturnen Saxophonspiel kombiniert. „Brvgmansia Genvs“ ist geprägt von wuchtig-dissonanten Passagen. „Hyoseyamvs Niger“ führt Pianomomente mit Stimmen, die klingen, als erbreche sich jemand, zusammen. Verglichen damit klingen die Vocals auf „Cicvta Virosa“ mit Klavierpassagen und einem in der Ferne tönenden Saxophon erstaunlicherweise sehr melodisch. Auf „Mandragora Officinarvm“ hat der Gesang fast schon einen sakralen Charakter und lässt entfernt an Dead Can Dance denken, während das Saxophon an der Grenze des Atonalen dröhnt. “Verbana Officinalis“ beginnt als Jazz Noir denken, dann brechen nach zwei Minuten eine markerschütternde Stimme und Perkussion ein. “CSL” ist dagegen vergleichsweise harmonisch.
Dieses nachtschattige Album überzeugt durchgängig – auch ohne letale Intoxikation mit Tollkirsche. (MG)
Label: Aesthetic Death