Zuletzt hatte uns der Hamburger Asmus Tietchens mit der jünsgten Veröffentlichung seines anagrammatischen Projekts Statische Musen begeistert und wir attestierten, er erschaffe „Musik, der man durchaus das Attribut wunderschön verleihen kann.“
Im Laufe seiner langen Karriere hat Tietchens neben seinen zahlreichen Soloalben auch immer wieder mit anderen zusammengearbeitet, deren Klangmaterial er be- und verarbeitete.
Er selbst sagte in der vor Jahren ebenfalls bei Auf Abwegen erschienenen „Monographie“ zum Thema Kollaborationen: „Zumeist bekomme ich Material angeliefert. […] Da es […], wenn ich mit jemandem zusammenarbeite, eigentlich immer um das Verändern von Sounds geht, muß es nolens volens so aussehen, daß ich Material angeliefert bekomme und es dann bearbeite.“ Hier ist das Ausgangsmaterial modulare Aufnahmen Thorsten Soltaus. Seine auf Drone veröffentlichte CD „Gewächse im Zwielicht“ hatten wir hier besprochen.
Auf “Lichthöfe” geht es konzeptionell um “the spaciality of sound and the stereo field, while still maintaining an improvisational character.“ Dabei sind die insgesamt 13 lapidar schlicht durchnummerierten Tracks durchaus heterogen: Da ist etwa der flirrende, hektische Opener. Es gibt kristallines Knrischen und Kratzen (“Lichthof 3″). Mein Favorit ist vielleicht “Lichthof 5″, ein transparentes, fragil-tastendes Stück, bei dem man an den Klang von Wasser erinnert wird. Bei dem leicht bedrohlichen “Lichthof 7″ meint man, seltsame Vögel wären zu hören, während “Lichthof 8″ metallischer klingt. Das unruhige “Lichthof 9″ schabt an der Grenze zur Dissonanz, auf dem verspielten “Lichthof 10″ klingt die Elektronik wie Vogelzwistschen; der teils hektische Track endet schließlich in Brummen. “Lichthof 12″, das mit gut sieben Minuten längste Stück, beginnt kaum hörbar, entwickelt sich bis hin zu fast unanagenehmen Hochtönen und schrillen, kritallinen Sounds. Das das Album abschließende kurze, verspielte “Lichthof 13″ lässt an einen Spielzeugroboter denken. (MG)
Label: Auf Abwegen