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	<title>African Paper &#187; Danny Hyde</title>
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		<title>COIL: Black Antlers</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jul 2025 05:22:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man wieder in einem Anflug des Bedauerns die Liste der nicht realisierten Coil-Projekte betrachtet, dann wird wieder klar, dass Coil Meister des Ankündigens von Projekt(nam)en waren. Beim Durchschauen der hervorragend kuratierten und gestalteten bei Timeless erschienenen Bücher „The Cupboard &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/07/05/coil-black-antlers/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/07/a0575392834_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46974" title="a0575392834_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/07/a0575392834_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn man wieder in einem Anflug des Bedauerns die<a href="https://brainwashed.com/coil/music_unr.php"> Liste der nicht realisierten Coil-Projekte</a> betrachtet, dann wird wieder klar, dass <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coil </a>Meister des Ankündigens von Projekt(nam)en waren. Beim Durchschauen der hervorragend kuratierten und gestalteten bei Timeless erschienenen Bücher <a href="http://africanpaper.com/2023/12/05/the-cupboard-under-the-stars-a-peek-into-the-john-balance-notebooks/">„The Cupboard Under The Stairs“ </a>und <a href="https://www.timeless-shop.com/product/the-universe-is-a-haunted-house-coil-through-their-art-archives/?v=5f02f0889301">„The Universe Is A Haunted House</a>“ (letzteres leider nicht mehr lieferbar) kann man sehen, wie Textzeilen, Titel, Ideen teils nach Jahren (wieder) aufgegriffen wurden.<span id="more-46973"></span></p>
<p>All dies spiegelt sich auch in der Coil&#8217;schen Discography wider, die ein manchmal schwer durchschaubares rhizomatisches Geflecht ist. „Coil historiography can often be complex and impenetrable, a confusing warren of CDRs, alternate versions, live recordings and so on“, hieß es jüngst noch in einer<a href="https://thequietus.com/quietus-reviews/reissue-of-the-week/coil-black-antlers-reissue-review-dais-records/"> Rezension</a> von „Black Antlers“. Man kann sich etwa fragen, was man zu den „regulären“, „offiziellen“ Alben zählt, gehören dazu (auch) die, die in den 90ern unter<a href="http://africanpaper.com/2017/09/16/time-machines-time-machines/"> verschiedenen Projektnamen</a> erschienen, was ist mit „Queens Of The Circulating Library“, das einzige ohne Sleazy entstandene Album?  Und was hat das alles mit „Black Antlers“ zu tun?</p>
<p>Nachdem sich Coil mit Hilfe Thighpaulsandras als Liveband neu (er-)fanden, hatte jede Tour eine andere Setlist, eine andere musikalische Ausrichtung: &#8220;From 1999 to 2003, Coil was &#8216;like a snake shedding its skin,&#8217; transforming every six months into something &#8216;completely different.&#8217;&#8221;, <a href="https://coilofficial.bandcamp.com/album/black-antlers">heißt </a>es von Labelseite. Auf diesen Touren verkauften Coil CD-Rs mit neuem Material, &#8220;The Remote Viewer&#8221; oder eben &#8220;Black Antlers&#8221;, das 2004 während der sogenannten „Even An Evil Fatigue“-Tour, die durch sechs Städte führte, erhältlich war. Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich noch, wie er im (ursprünglichen) Londoner Rough Trade-Shop am Nachmittag vor dem Auftritt Coils im Ocean Club, ein Exemplar des Albums fand und mit einem Freund das bis dahin unbekannte Material, das die Basis des Auftritts bilden sollte, hörte.</p>
<p>„Black Antlers“ ist verglichen mit Alben wie<a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/"> „Musick To Play In The Dark“</a> wesentlich weniger glatt produziert und dem Material haftet durchaus ein Moment des Unfertigen an. Jonathan Dean stellte damals auf<a href="https://brainwashed.com/common/htdocs/discog/coilcdr4.php?site=coil08"> Brainwashed</a> fest: „In fact, the barebones packaging and low-fidelity recording of Black Antlers leads me to suspect that it is nothing but a glorified concert rehearsal captured on record. According to various sources, Coil have plans to re-record and re-mix this material, and will eventually give it an official release. Therefore, I should probably withhold final judgment on these songs. However, it&#8217;s hard not to notice the under-produced, impromptu nature of the music and vocals.“  Auch nach der neu abgemischten und leicht veränderten Wiederveröffentlichung als reguläre (Doppel-)CD im Jahr 2006 betonte ein Rezensent den <a href="https://www.compulsiononline.com/coil_black_antlers.htm">„low key status“</a>.</p>
<p>Das Album beginnt mit „The Gimp (Sometimes)“, das eine Überarbeitung eines <a href="https://www.youtube.com/watch?v=icXhcrzmLdg&amp;ab_channel=JohnFare">Stücks </a>ist, das Coil ursprünglich zu einem<a href="https://www.discogs.com/release/224453-People-Like-Us-Hate-People-Like-Us?srsltid=AfmBOopKEBeXOEmH_Y4P9zrbpaPvggkry3-zwIFYEHlCoY2RZGCHupae"> People Like Us-</a>Album beigesteuert hatten. Zu an- und abschwellenden minimalistischen elektronischen Passagen spricht Balance Zeilen wie „Sometimes I hurt myself/Sometimes I hate myself“, die schon damals in all ihrer Offenheit beklemmend waren. Am Ende des Stücks hört man ihn eine leicht dissonante Melodie auf einem Eierschäler spielen. Überhaupt gelang es Coil in den letzten Jahren ihrer Existenz fast mühelos Elektronik und akustische Elemente zu verschmelzen. Das zentrale Stück des Albums ist sicherlich „Sex With Sun Ra (Part One-Saturnalia)“, eine Beschreibung einer (fiktiven) Begegnung mit dem großen Exzentriker: „Sun Ra was here in his element/He invited me back for a ride/I smiled, agreed, and we left for the place/That is full of the reasons for time and for space/He said he was leaving last tide“. Zu den reduzierten elektronischen Passagen kommt die von Tom Edwards gespielte Marimba hinzu. Die prophetische oder einfach nur sachlich korrekte Aussage „Most accidents occur at home“ lässt einen natürlich erschauern. Das an den <a href="https://www.youtube.com/watch?v=WWOGgiszelM">alten Freund Marc Almond anspielende</a>„Wraiths And Strays“ hieß ursprünglich „Radio Weston“ (wie auf der Ansage auf dem „Live In Porto“-Bootleg zu hören ist), weil Sleazy damals viele Sachen aus dem Radio aufnahm und verwendete. &#8220;Wraiths And Strays&#8221; basiert dann auch auf einem  Sample von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=63W2Hq4ivxw&amp;ab_channel=RileyELFuk">King Of Woolworths</a>. Dem weitgehend instrumentalen Stück, live in Paris aufgenommen (die CD-R enthielt eine Version aus Montreal), haftet etwas Mysteriöses, Unheimliches an und ist das vielleicht atmosphärischste Stück des Albums. Coils nur aus Gesang, Marimba und etwas dissonanter Elektronik am Ende bestehende Interpretation von „All The Pretty Little Horses“ ist verglichen mit<a href="http://africanpaper.com/tag/current-93/"> Current 93s</a> Version skelettierter und reduzierter. Die neue Version von „Teenage Lightning&#8221; setzt im Gegensatz zu der Ursprungsversion auf <a href="http://africanpaper.com/2021/11/27/coil-loves-secret-domain/">&#8220;Love&#8217;s Secret Domain&#8221;</a> weniger auf Rhythmus und hat fast schon einen Folkcharakter. Etwas aus dem Rahmen fällt das treibende Titelstück, eine Coverversion <a href="https://www.discogs.com/master/164267-Bam-Bam-Wheres-Your-Child">eines Stücks von Bam Bam</a>. Die drei Bonusstücke sind Remixe, Collagen, die Sleazy mit Danny Hyde abgemischt hat.</p>
<p>Trotz den angesprochenen Momenten des Unfertigen kann man vielleicht &#8220;Sex With Sun Ra&#8221; zitierend sagen: &#8220;I dream of colour music/And the intricacies of the machines that make it possible&#8221;. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://www.daisrecords.com/">Dais Records</a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=353774843/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>COIL: Love&#8217;s Secret Domain</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2021 03:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor fast genau einem Jahr schrieb ich anlässlich der längst überfällgen Wiederveröffentlichung von Coils  meisterhaftem Spätwerk „Musick to Play In The Dark“, wie wichtig es sei, inmitten der ganzen semi- bis gar nicht offiziellen Sekundär- bis Tertiärveröffentlichungen die eigentlich wichtigen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/11/27/coil-loves-secret-domain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/a1120858132_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27894" title="a1120858132_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/a1120858132_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor fast genau einem Jahr<a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/"> schrieb ich</a> anlässlich der längst überfällgen Wiederveröffentlichung von <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coils  </a>meisterhaftem Spätwerk „Musick to Play In The Dark“, wie wichtig es sei, inmitten der ganzen semi- bis gar nicht offiziellen Sekundär- bis Tertiärveröffentlichungen die eigentlich wichtigen Alben Coils wieder verfügbar zu machen. Dass es von dem ursprünglich 1991 veröffentlichten dritten Album „Love&#8217;s Secret Domain“ nun verschiedene Versionen von zwei Labeln gibt<span id="more-27892"></span> (eine über Danny Hyde auf Infinite Fog, die andere unter Mitarbeit von Stephen Thrower auf dem reaktivierten Wax Trax), zeigt die noch immer problematische Rechtesituation – aber zumindest ist mit „Love&#8217;s Secret Domain“ nun ein Album wieder zugänglich, das nicht unerheblich zu Coils (Kult-)Status beigetragen hat.</p>
<p>Die Genese von „Love&#8217;s Secret Domain“ ist eine für Coil typische voller (Ver-)Änderungen, Abzweigungen und Modifikationen. Ursprünglich sollte der Nachfolger des 1987 erschienenen „Horse Rotorvator“ ein Album namens „The Dark Age Of Love“ werden: Auf dem danach veröffentlichten „Gold Is The Metal“, einer Sammlung mit Outtakes, Unveröffentlichtem und Alternativversionen, hieß es, das Album sei „the space between two twins“. Der dunkle(re) Zwilling des auch schon von Tod geprägtem „Horse Rotorvator“ sollte stark beeinflusst sein von den zahlreichen Toten, die die AIDS-Pandemie forderte und die auch in Coils Freundeskreis riesige Lücken gerissen hatte, blieb aber eine Totgeburt. Wie so oft bei Coil änderten sich die Pläne, u.a. kam die aufkommene Technobewegung mit ihrer <em>drug of choice</em> MDMA dazwischen. Aus weiteren Arbeitstiteln wie „120 Dalmations In Sodom“, „To Eat His Own“ oder „The Side Effects Of Life“ wurde schließlich „Love&#8217;s Secret Domain“, ein Album geprägt von Drogenexzessen (Rose McDowall wurde in Ecstasy bezahlt). Stephen Thrower <a href="https://thequietus.com/articles/30197-coil-loves-secret-domain-reissue">meinte </a>kürzlich noch angesichts der Wiederveröffentlichung bzgl. seines Verlassens der Band und der Rolle, die Substanzabusus dabei spielte: „I can&#8217;t really see how it could have been avoided, because the hedonism, and the experimentation, and the deliberate cultivation of delirium was all part of Coil&#8217;s raison d&#8217;etre. You couldn&#8217;t strip it away at that time and still have Coil, so it was inevitable really that we were going to crash and burn.“</p>
<p>Bezeichnenerweise wurden die beiden Stücke als Singles ausgekoppelt, die mit am stärksten von der Tanzmusik der Zeit beeinflusst waren: „Windowpane“ (zu dem Sleazy ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GRYMbIuil8c&amp;ab_channel=ElectroPagan">Video</a> drehte, das Balance tanzend inmitten des Mekongs zeigte) und das weitgehend instrumentale „The Snow“. In<a href="http://strangeattractor.co.uk/shoppe/englands-hidden-reverse/"> <em>England&#8217;s Hidden Reverse</em></a> meint Stephen Thrower zu letzterem: „I loathed [it] from day one“. Aus der Distanz <a href="https://thequietus.com/articles/30197-coil-loves-secret-domain-reissue">betrachtet</a> sieht seine Einschätzung ein klein wenig anders aus: „I can now listen to ‘The Snow’ on LSD from a detached perspective and quite enjoy it, in a toe-tapping sort of way. But at the time I just thought it sounded too much like a wholesale influence imported almost intact from another musical field instead of being perverted, twisted and spun in interesting ways. “ Tatsächlich ist &#8220;The Snow&#8221; vielleicht das am wenigsten gut gelalterte Stück und eigentlich primär Musik für die „Knechte des Metronoms“ (Tietchens), aber wenn man bedenkt, dass Coil auf all ihren Veröffentlichungen oftmals ein weites Netz unterschiedlichster Referenzen erschufen &#8211; in der Wax Trax-Edition spricht Drew Daniel in seinem umfangreichen Essay zu Recht  von dem Album als „a delirious array of references“ &#8211; , dann lohnt sich auch hier ein näherer Blick: Da taucht gegen Ende des Stücks die Stimme Frater Perdurabos (vulgo: The Great Beast) auf und samplen Coil einen Melodieschnipsel des Traditionals „The Oak And The Ash“ in der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MhYFzaWlQz8&amp;ab_channel=oiznas">Interpretation</a> von The King&#8217;s Singers, ganz so, als wollten Sleazy, Balance und Thrower eine, ihre ganz eigene alternative englische (Folk-)Tradition (er)schaffen – tatsächlich England&#8217;s Hidden Reverse. Auf den Remixen des Stücks, die sich auf der Singleveröffentlichung finden, erweitert sich der Refrenzrahmen, exemplarisch im bezeichnenderweise „Answers Come In Dreams“ betitelten Remix von Jack Dangers, in dem Coil die gleiche Stelle aus Peter Brooks Version von Peter Weiss&#8217; &#8220;Marat/Sade&#8221; samplen wie Current 93 einige Jahre zuvor auf ihrem Album „Christ And The Pale Queens“. Letztlich ist jedes Stück von Coil ein eigenes Universum (und wir wissen schließlich:<a href="https://www.timeless-shop.com/product/the-universe-is-a-haunted-house-coil-through-their-art-archives/#:~:text=THE%20UNIVERSE%20IS%20A%20HAUNTED%20HOUSE%20%3A%20COIL,%2035%20%C3%97%2025%20%C3%97%208%20cm%20"> „The Universe Is </a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=kOlxEezOYlA&amp;ab_channel=KostasCoil888">A Haunted House</a>“.).<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/X5a7df6O5PE" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Coil konnten sich &#8211; dank Sleazys Arbeit als Regisseur zahlreicher Musikvideos &#8211; in verschiedenen Studios State of the Art-Technik leisten und nutzten ausgiebig Sampling, wie z.B. auf dem Opener „Disco Hospital“, auf dem Worte zerhäkselt und in Fragmente aufgelöst werden. Das irritiert, verstört, so wie es im fast schon oxymoronischen Titel anklingt. Ein Höhepunkt des gesamten Albums ist „Chaostrophy“, auf dem man meint, es werde im Radio nach Sendern gesucht, Streicher- und Oboepassagen lassen sich in einem Sturm aus Statik erahnen, verschwinden, um dann am Ende kurzzeitig aufzutauchen. Wie hier scheinbar Harmonisches und Dissonantes kontrastiert und dann letztlich synthetisiert wird, ist beeindruckend. Annie Anxiety tritt auf dem schleppenden „Things Happen“ in der Persona einer Prostituierten in El Salvador auf, um einen Stream of Consciousness-Monolog vorzutragen (nachdem sie, wie man bei Drew Daniel erfährt, mit John Balance auf dem Weg von der U-Bahnstation zum Studio ausgiebig dem Whisky zugesprochen hatte). Auf den zwei Teilen von „Teenage Lightning“ (die auf „Lorca Not Orca“ als Wiedergänger im Flamencogewand auftauchen) ist Balances Stimme verfremdet: &#8220;Don&#8217;t be alarmed/It will not harm you/It&#8217;s only lightning&#8221;. „Where Even The Darkness Is Something To See“ ist von Didgeredoo durchzogen. „Further Back And Faster“ verweist auf Charles Laughtons einzige Regiearbeit, den somnambulen „The Night of the Hunter“, mit Robert Mitchum als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jcTv-BEwabk&amp;ab_channel=Movieclips">bizarrer Prediger</a>: &#8220;See his hands/Tattooed fingers/Tattooed fingers HATE&#8221;. Neben eher rhythmischen Stücken gibt es das wunderschöne Instrumental „Dark River“ (Jahre später sollten Coil „London&#8217;s Lost Rivers“ beschwören) oder das von Marc Almond gesungene &#8220;Titan Arch&#8221;, auf dem unterirdische Monarchen auftauchen, die auf Kenneth Grant/H.P. Lovecraft verweisen („They walk serene/In spaces between“). Im Titelstück, mit den schleppend-wuchtigen Drums von Charles Hayward von This Heat, wird an Hoffmanns „Sorgenkind“ erinnert, an Blakes „The Sicke Rose“, wortspielend an Aleister Crowley (&#8220;the vision and the void&#8221;), an Roy Orbinsons &#8220;In Dreams&#8221; und damit unweigerlich auf dessen Rolle in David Lynchs „Blue Velvet“. In der Tat muss man dann konstatieren: „innocence is dripping red“.</p>
<p>Das Artwork von Steven Stapleton passt zu diesem schier unerschöpflichen Album.  Im Infinite Fog-Booklet spricht Stapleton über die Entstehungsgeschichte und den Schaffensprozess.</p>
<p>Die Wax Trax- und Infinite Fog-Versionen unterscheiden sich von der Herangehensweise: Beide inkludieren auch auf Vinyl die Tracks, die damals nur auf CD zu finden waren. Die Infinite Fog-Version hat Bonusmaterial (Alternativversionen, die von Balance gesungene Version von „The Dark Age of Love“) und Linernotes von Stapleton und Danny Hyde, die Wax Trax-Version den bereits zitierten Essay von Drew Daniel, in dem dieser auch damalige Mitstreiter (Little Annie, Marc Almond, Rose McDowall etc.) interviewt. Ansonsten konzentriert man sich auf dieser von<a href="http://www.bonatimastering.com/"> Josh Bonati</a> neu gemasterten Version auf das Ursprungsalbum.</p>
<p>Rückblickend lässt sich vielleicht auch nooch deutlicher verstehen, warum Coil Schwierigkeiten hatten, den geplanten Nachfolger &#8220;Backwards“ fertigzustellen, denn verglichen mit &#8220;Love&#8217;s Secret Domain&#8221; klangen diese Aufnahmen dagegen doch konventionell(er).  (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://infinitefog.bandcamp.com/">Infinite Fog</a>, <a href="http://waxtraxchicago.bigcartel.com/">Wax Trax</a><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=905925616/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ELECTRIC SEWER AGE: Contemplating Nothingness</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Feb 2020 07:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den letzten Jahren hat Danny Hyde durch seinen – und hier setze jeder das ihm passende Adjektiv ein &#8211; Umgang mit Coil-Material für Kontroversen gesorgt. Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass die gegenwärtige Situation des Coil-Nachlasses zu &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/02/29/electric-sewer-age-contemplating-nothingness/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/02/Electa3947479471_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-20274" title="Electa3947479471_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/02/Electa3947479471_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den letzten Jahren hat Danny Hyde durch seinen – und hier setze jeder das ihm passende Adjektiv ein &#8211; Umgang mit Coil-Material für Kontroversen gesorgt. Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass die gegenwärtige Situation des Coil-Nachlasses zu den traurigsten Kapiteln der Industrial Culture gehört. Vor etlichen Jahren debütierte Hyde nach langen Jahren als Studiomann als Solokünstler unter dem Projektnamen Aural Rage mit rhythmischen Tracks und auf dem bislang einzigen Album überarbeitete er auch Stücke, die er mit/für Coil geschrieben hatte. Mit „FJ Nettlefold“ konnte man dort das letzte von Balance eingesungene Stück hören.<span id="more-20272"></span></p>
<p>Das Projekt Electric Sewer Age hat eine schwierige Genese, Hyde hat das <a href="https://thequietus.com/articles/19485-danny-hyde-coil-backwards-interview">hier</a> dargelegt. Die erste Veröffentlichung <a href="http://africanpaper.com/2012/02/18/electric-sewer-age-in-final-phase/">&#8220;In Final Phase&#8221;</a> knüpfte an Coils „Equinoxe/Solstice“-Singles an. &#8220;Contemplating Nothingness&#8221;, ursprünglich 2019 auf Old Europa Café als CD und nun von Hallow Ground auf LP veröffentlicht, erinntert durchaus etwas an den <a href="http://africanpaper.com/2017/02/11/electric-sewer-age-bad-white-corpuscle/">Vorgänger &#8220;Bad White Corpuscle&#8221;</a>. Von Labelseite wird das neue Album beschrieben als “a lysergic tapestry culled from the deep end of the collective pop cultural unconscious”.</p>
<p>Der Einfluss Coils wird thematisch und musikalisch mehr als virulent. “Still Too Far To Go” ist ein atmosphärischer Beginn: Orgelartige Drones, Beats, die wie Überbleibsel aus den “Backwards”-Sessions klingen, dunkle Streicher und pastorale Flöten untermalen, wie jemand von seinem ersten Pilztrip berichtet („My first mushroom trip. It was so profound”). Das Cover des Gnarls Barkley-Stücks “Who&#8217;se Gonna Save My Soul” (hier leider ziemlich sicher unbeabsichtigt als “Whose Gonna Save My Soul” tituliert), kombiniert orientalische Flöten, Akustikgitarre und choralartige Passagen, wobei die leicht mit Effekten unterlegten <em>spoken words</em> nicht ganz überzeugen. Auf „Chebo&#8221; wird der gesamplete Gesang auf eine Weise bearbeitet, die an das erinnert, was Peter Christopherson mit seinem <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/the-threshold-houseboys-choir-forms-grow-rampant/">Threshold Houseboys Choir</a> gemacht hat. „Surrender To The Crags“ besteht aus Sprachsamples (zum Thema Alkoholismus), orientalischen Flöten und Perkussion, die an Muslimgauze denken lässt. Eine Assoziation, die <a href="https://boomkat.com/products/contemplating-nothingness">nicht nur ich hatte</a>. „Self Doubting Trip”und „Dekotur“ mit ihren sphärischen, flächigen Passagen haben eine dezent melancholische Atmosphäre und schließen das durchaus stimmige und stimmungsvolle &#8220;Contempating Nothingsness&#8221; angemessen ab. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://hallowground.com/">Hallow Ground</a></p>
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		<title>ELECTRIC SEWER AGE: Bad White Corpuscle</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2017 05:04:13 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/electricseweragebadwhitecorpusclehallowground.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13358" title="electricseweragebadwhitecorpusclehallowground" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/electricseweragebadwhitecorpusclehallowground-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine dumpf dröhnende Sci Fi-Atmosphäre verbreitet sich im Raum, irgendwann beginnen kosmische Synthies das Dickicht zu durchleuchten, das sich nach und nach als fein ziseliertes klangliches Amalgam offenbart. Vocoder-Stimmen verschaffen sich Gehör und geben dem futurischtischen Narrativ schon bald einen nostalgischen, retrolastigen Anstrich, doch was am meisten beeindruckt ist die Vielzahl an kleinen klirrenden und glühenden Ereignissen, die fast versteckt hinter kontinuierlich kreisenden Sounds aufblitzen, um sich schnell wieder in ihre Verstecke zurückzuziehen. Denn dass die<span id="more-13246"></span> spannendsten Momente beinahe im Verborgenen stattfinden, scheint hier Programm zu sein. So in etwa lässt sich die klangliche Gestalt von „Grey Corpuscle“, dem kompakten Auftakt des bisher einzigen und vor kurzem wiederveröffentlichten Electric Sewer Age-Albums umschreiben.</p>
<p>Es ist zugleich der Versuch, eine Danny Hyde-Besprechung einzuleiten, ohne gleich auf eine der charismatischesten Bands überhaupt, nämlich Coil, zu verweisen, deren Name aus seiner künstlerischen Biografie ebenso wenig wegzudenken ist wie aus der von Black Sun Productions. Dass Hyde seit den späten 80ern Coil produzierte, ist hinlänglich bekannt, und sein Einfluss auf den Sound der Gruppe, der sicher über die eines reinen Technikers hinausging, wird wohl für immer Stoff für Spekulationen sein. War er die große graue Eminenz oder sogar &#8211; weit über ein Nebenprojekt wie Black Light District hinaus &#8211; so etwas wie ein inoffizielles Mitglied? Viel interessanter finde ich die Beobachtung, dass es im Coil-Kontext kaum als epigonaler Makel erscheint, als Ableger zu gelten und dabei einen Sound recht nah an dem der großen Referenzband zu produzieren.</p>
<p>Auf der vorausgegangenen EP „In Final Phase“ war die Referenz noch offenkundig, durch den Titel, der auf die „Moon&#8217;s Milk (In four Phases)“-Reihe und weitere Veröffentlichungen verwies, sowie durch das Mitwirken Sleazys, und ursprünglich, nach einer Idee des Divine Frequency-Gründers John Deek, war das Projekt ohnehin als offenes Ventil Coil-naher Musiker gedacht und inkarnierte zunächst als Hydes und Christophersons Duo. Auf „Bad White Corpuscle“ erscheint Electric Sewer Age eindeutig als eine Art zweites Soloprojekt nach Aural Rage. Ein großer Vorteil besteht nun darin, dass das Album sich viel weniger stark mit dem Referenzmaterial messen lassen muss. Gerade in seiner Balance aus relativer Eigenständigkeit und immer noch starker musikalischer Nähe zu späten Coil jedoch weiß es mehr als die vorausgegangenen Aufnahmen zu überzeugen.</p>
<p>Irgendwie bilden die drei ersten, noch verhältnismäßig kompakten Tracks eine Art Einheit, der Auftakt geht nahtlos über in das orgellastig tremolierende „Corpuscular Corpuscle“, das etwas mehr Dynamik in den verwaschenen Sound bringt, und am Ende des einlullenden „Amber Corpuscle“ hat man endgültig das Gefühl, im Sound des Albums angekommen zu sein. Mit dem ausladenden „Rising Corpuscle“ dagegen zieht es ordentlich an, und wie der Titel schon suggeriert, steigt die Spannungskurve immens. Zerfleddert wirkende, halbperkussive Synthies übernehmen spontan das Ruder und geleiten durch ein Labyrinth aus Lärm, der stellenweise in diabolisches Lachen kippt. Der darauf folgende Titeltrack ist für mich der Höhepunkt des Albums, wozu der irritierende Verlauf des Stücks nur zusätzlich beiträgt. Gerade hier drängen sich Coil-Vergleiche geradezu auf, an „Red Queen“ erinnernde Passagen leiden den fast orchestralen ersten Teil an, und bevor das Stück gegen ende in fette Beats kippt, lässt der ergreifende Chorgesang irgendwie „Going up“ erinnern.</p>
<p>Wollte man Coil-Bezüge wie Ostereier suchen, so könnte man bei „Redocine (Death of the Corpuscle)“ an „Lorca not Orca“ vom „Love&#8217;s Secret Domain“-Album denken, denn hier bildet eine feurige Flammenco-Gitarre das Leitmotiv, das den zwischen kratzigen Sounds, verschwommenem Chorgesang und basslastigem Pulsieren changierenden Song zumindest ein bisschen zusammenhält. Beim finalen „Black Corpuscle“ zieht Hyde noch einmal alle Register &#8211; ein unterschwelliger, nicht ganz akurater Takt hangelt sich durch Klänge alter Instrumente und bildet zugleich das Fundament für einen abgeklärten Monolog, bevor das Album recht harmonisch ausklingt. Bereits vor etwas über zwei Jahren erschien dieses erste vollwertige Album von ESA bei Old Europa Café, vor kurzem wurde es beim Schweitzer Label Hallow Ground neu aufgelegt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://hallowground.com/">Hallow Ground</a></strong></p>
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		<title>ELECTRIC SEWER AGE: In Final Phase</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 06:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In meiner Rezension zu „The Ape of Naples“, die gleichzeitig (auch) eine Art Nachruf auf Jhonn Balance war, schrieb ich, dass Trauer oftmals etwas Egoistisches ist, man darüber betrübt sei, nicht mehr in den Genuss weiterer künstlerischer Werke der Verstorbenen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/18/electric-sewer-age-in-final-phase/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/Electric-sewer-age.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3760" title="Electric sewer age" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/Electric-sewer-age-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>In meiner Rezension zu „The Ape of Naples“, die gleichzeitig (auch) eine Art Nachruf auf Jhonn Balance war, schrieb ich, dass Trauer oftmals etwas Egoistisches ist, man darüber betrübt sei, nicht mehr in den Genuss weiterer künstlerischer Werke der Verstorbenen zu kommen. Dabei wurde das 2005 bekannt gegebene Ende Coils durch die postumen Veröffentlichungen verzögert. Nach Sleazys Ableben hat das alles nun eine endgültige, eine finale Note und man sucht verzweifelt nach noch ungehörten und unerhörten Stücken. <span id="more-3757"></span><br />
Als Coil 1998 den Reigen der Equinox/Solstice Singles begannen, die später als „Moon’s Milk (In Four Phases)“ auf einer Doppel-CD zusammengefasst wurden, war das für viele nach den Experimenten unter anderen Namen (ElpH, Black Light District, The Eskaton) eine Rückkehr zu alter Form, leiteten diese vier Singles doch die produktive Spätphase der Band ein, die für viele zur stärksten der Bandgeschichte zählt. Die teilweise improvisierten Stücke bekamen durch William Breezes E-Geige einen organischeren Klang, und das Korsett des Zyklischen gab Coil den äußeren Zwang, den sie scheinbar brauchten. David Keenan nannte das Ergebnis in „England’s Hidden Reverse“ etwas umständlich „a weird Anglo-American polyglot of traditional folk and contemporary avant theory“. Dies wie auch die magisch-okkulten (Unter)Töne mögen Nicolas Roeg dazu bewogen haben, sich dieses musikalischen Materials extensiv für den Soundtrack seines ziemlich holprig inszenierten Films „Puffball“ zu bedienen.</p>
<p>2002 veröffentlichten Sleazy und Balance einen mit Hilfe des inzwischen zur Band gestoßenen Thighpaulsandra (ohne den die Neu(er)findung als Liveband wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre) aufgenommenen weiteren Teil auf handgestalteten CD-Rs. Die drei darauf enthaltenen Tracks knüpften atmosphärisch durchaus an den Ursprungszyklus an, wobei durch das Fehlen von William Breezes E-Geige die musikalische Ausrichtung etwas anders war, auch das die CD-R abschließende Instrumental „Ü Pel (Intense Offering)“, das wahrscheinlich hauptsächlich von Thighpaulsandra eingespielt wurde, erinnert eher an die Synthie-Space-Tracks („Red Birds&#8230;“, „Tiny Golden Books“), die sich auf den beiden Teilen von „Musick to Play in the Dark“ fanden, als an die Musik der ersten vier Singles.</p>
<p>Die letzten Jahre hatten gezeigt, dass Sleazy sich nach seinem Umzug nach Thailand sowohl solo (als Threshold HouseBoys Choir) als auch mit Ivan Pavlov (als SoiSong) wesentlich weniger mit dem beschäftigte, was bei Coil als dunkel wahrgenommen wurde &#8211; die „vibrant rays of spiritual psychosis“ lagen weitgehend in der Vergangenheit; ein Stück auf der Amulettedition des THHBC mit dem Titel „Be Happy“ dürfte paradigmatisch für diese neue und lichtere Version seiner Visionen gewesen sein. Dies schlägt sich zum Teil auch auf den um 2006 entstandenen und jetzt unter dem Namen Electric Sewer Age veröffentlichten Stücken nieder, die mit dem langjährigen Tonmann Danny Hyde entstanden sind und ursprünglich einer erweiterten Neuauflage von „Moon’s Milk“ beiliegen sollten. „Moon’s Milk (Waxing)“ lässt sowohl Einflüsse von THHBC und SoiSong erkennen (die Ethno-Elemente, die nach Xylophon klingende Instrumentierung, die leicht verzerrten Bläsersätze) als auch von rhythmischeren Coil-Tracks. Insgesamt klingt das Stück in meinen Ohren allerdings atmosphärisch weniger dicht als die stärksten Stücke von Sleazys Coilnachfolgeprojekt(en), auch wenn – oder gerade weil – im Verlaufe des Tracks immer wieder weitere Sounds hinzugefügt werden. „Moon&#8217;s Milk (Waning)“ ist von der Stimmung wesentlich (be)drückender, es wird völlig auf die rhythmischen Momente des Openers verzichtet und der Track nähert sich dem Ambient: Eine verfremdete Stimme scheint inmitten der Klangschichten auf- und abzuschwellen. Das erinnert etwas an Sleazys Solobeitrag zu Throbbing Gristles „Part Two: The Endless Not“ mit dem doppeldeutigen Titel „After the Fall“. Nimmt man „Moon’s Milk“-Aufnahmen als Referenzpunkt, erinnert es vielleicht noch am ehesten an „The Coppice Meat“, der Vertonung eines Angus MacLise-Texts, die auf der 2002 veröffentlichten Bonus-CD enthalten war. Das ist beileibe kein schlechtes Stück, aber natürlich war ein Merkmal der ursprünglichen Tracks, dass endlich wieder Balances Stimme zum Einsatz kam, insofern ist allein schon durch ihre Abwesenheit ein Vakuum da, das nur bedingt gefüllt werden kann. „Moon’s Milk (Eternal Phase)“ knüpft wieder an den Anfang an, verbindet leichte Ethnomomente mit rhythmischen Elementen und ein paar flirrenden Sounds, die man auch bei einigen Liveaufnahmen Coils hören konnte. Als nicht genannter Track findet sich ein 2004 entstandenes Stück, das laut Hyde „Therebealiensoutthere“ heißt und zu dem Balance ursprünglich Gesang beisteuern wollte. Der Track erinnert durch seine vertrackten Rhythmen stark an Hydes Arbeit mit Coil Mitte der 90er und an seine Soloarbeiten als Aural Rage. Stimmungsmäßig ist das (sehr) weit von den restlichen Tracks entfernt (es erinnert noch am ehesten an „Fire of the Green Dragon“ von „The New Backwards“) und man kann sich fragen, warum man das nicht auf eine separate Veröffentlichung gepackt hat.</p>
<p>Insgesamt also eine etwas durchwachsene EP, die qualitativ deutlich von den anderen Teilen abfällt, gleichzeitig aber auch Momente aufleuchten lässt, die einem bewusst machen, wie sehr Coil fehlen. Auf „In Final Phase“ wird sicher kein „astrales Feuer“ („A Warning From the Sun“) entfacht, aber es ist beileibe auch kein „vergifteter Kelch“ („Rosa Decidua“). Vielleicht könnte man als Fazit die folgenden ambivalenten Zeilen aus „A White Rainbow“ zitieren, um das zu beschreiben, was die Hörer vielleicht empfinden mögen: „Laughing like skeletons clattering at midday“<br />
(M.G.)</p>
<p>Label:<a href="http://www.divinefrequency.com/"> Divine Frequency </a></p>
<p>Bestellen bei <a href="http://www.auralrage.com/infinalphase.htm">Danny Hyde</a></p>
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