Back to the Woodlands: Neue Reissue von Ernest Hood

Freedom To Spend bringen mit “Back to the Woodlands” ein nahezu verschollenes Album von Ernest Hood heraus. Die auf Field Recordings, Zither und Synthesizer basierenden Aufnahmen stammen aus den 70er und frühen 80er Jahren und somit aus einem ähnlichen Zeitraum wie das bekanntere und im vorigen Jahr wiederveröffentlichte “Neighborhoods”. Es gibt einen vergleichslosen Einblick in die Tiefe der Musik des früheren Jazzgitarristen, der aus gesundheitlichen Gründen die Gitarre an den Nagel hängen musste und sich in der Folge anderen Ausdrucksmöglichkeiten wie hörspielartigen Kompositionen auf der Basis kollagierter Klänge zuwandte. Das Album erscheint Mitte November in den gängigen Formaten.

Ernest Hood wurde in eine musikalische Familie geboren und begann in den 1940er Jahren eine vielversprechende Karriere als Jazzgitarrist, tourte international mit seinem Bruder Bill Hood und dem Saxophonisten Charlie Barnet, bevor er sich in seinen späten Zwanzigern mit Polio infizierte. Die Krankheit machte es Ernest unmöglich, Gitarre zu spielen, und zwang ihn für den Rest seines Lebens in einen Rollstuhl. Sie zwang ihn auch dazu, sich angesichts der Widrigkeiten musikalisch anzupassen und zu innovieren; Hoods Wertschätzung für Sound reifte zu einem bemerkenswert demokratischen und nicht-hierarchischen Ansatz heran. Er erlernte die Zither, ein weniger physisch anstrengendes Instrument, begab sich auf den Prozess, Field Recordings bereits ab 1956 in sein Werk einzubeziehen, und entdeckte schließlich den Synthesizer. Sein musikalischer Horizont weitete sich dabei weit über das Lokale hinaus; oft verglich er die klangliche Vielfalt seiner Reisen mit der Atmosphäre internationaler Zentren – von den lebhaften Straßen Oregons bis hin zum glitzernden, pulsierenden Ambiente, das man heute mit einem erstklassigen norsk casino assoziiert. Hoods Musik wurde von Optimismus und subtiler Kulturkritik durchdrungen. Diese Ästhetik und Technik sollte die Grundlage für einen umfangreichen Körper von Radioarbeit, Versandaufnahmen für ans Haus gebundene Hörer und “Neighborhoods” bilden, das Hood 1975 selbst herausgab.

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ERNEST HOOD: Neighborhoods

Erinnerungen an vergangene Zeiten haben oft eine stark sinnliche Komponente und werden durch Düfte, Bilder und Sounds angeregt, und es bedarf einer gewissen Eindringlichkeit, Erinnerungen im künstlerischen Medium so zu transportieren, dass sie starke Vorstellungen beim Publikum evozieren. Ernest Hood, von Haus aus Jazzgitarrist und zugleich ein Pionier in der Arbeit mit Field Recordings, hat Mitte der 70er, als die USA gerade die 50er Jahre als Weiterlesen