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	<title>African Paper &#187; Naevus</title>
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		<title>Voices From Beyond: Compilation in Hommage an Lucio Fulci</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jun 2023 05:07:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das polnische Santa Sangre-Magazin, das sich vor rund einem Jahr von einem Blog in einen Youtube-Kanal transformiert hat, bringt Mitte des Monats zum vierten Mal eine umfangreiche digital verfügbare Compilation heraus, deren Beiträge ein musikalisches Spektrum von experimenteller, postindustrieller Elektronik &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/06/08/voices-from-beyond-compilation-in-hommage-an-lucio-fulci/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das polnische Santa Sangre-Magazin, das sich vor rund einem Jahr von einem Blog in einen Youtube-Kanal transformiert hat, bringt Mitte des Monats zum vierten Mal eine umfangreiche digital verfügbare Compilation heraus, deren Beiträge ein musikalisches Spektrum von experimenteller, postindustrieller Elektronik über Dark Folk und Psychedelic bis zu dunkler, ambienter Dröhnung und einigem mehr abdecken. Der Name der Publikation lässt schon ein Interesse an unterschlagenen Filmen aus besseren Zeiten erahnen, und so wundert das Konzept von &#8220;Voices From Beyond&#8221; auch kaum, denn die neue Anthologie ist dem Werk des <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/santasangremusicmagazine.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-35948" title="santasangremusicmagazine" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/santasangremusicmagazine.jpg" alt="" width="853" height="960" /></a><span id="more-35946"></span></p>
<p>italienischen Regisseurs Lucio Fulci (1927-1996) gewidmet, der in den späten 50ern mit Kommödien begann, seinen Durchbruch in den Jahren um 1970 u.a. mit Giallofilmen (z.B. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qu%C3%A4le_nie_ein_Kind_zum_Scherz">Don’t Torture a Duckling</a> 1972) und anderen Thrillern (u.a. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nackt_%C3%BCber_Leichen">Una sull’altra</a> 1969) hatte, später dann auch und v.a. mit Zombifilmen, zum Teil als Fernseh-Produktionen, international bekannt wurde. Zu den Künstlerinnen und Künstlern zählen einige, die wiederholt Thema auf unseren Seiten waren, allem voran <a href="http://africanpaper.com/tag/temple-music/">Temple Music</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/the-gray-field-recordings/">The Gray Field Recordings</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/black-lesbian-fishermen/">Black Lesbian Fishermen</a>, ferner <a href="http://africanpaper.com/tag/ashtoreth/">Ashtoreth</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/pas-musique/">PAS Musique</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/sieben/">Sieben</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/lloyd-james/">Naevus</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/andrew-king/">Andrew King</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/david-e-williams/">David E. Williams</a> im Duett mit Carlo Baja Guarienti, <a href="http://africanpaper.com/tag/vortex/">Vortex</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/llovespell/">Llovespell</a>.</p>
<p><strong>@ <a href="https://www.facebook.com/events/906188613989135?">Facebook</a> | <a href="https://santasangremagazine.wordpress.com/">Home</a> | <a href="https://www.youtube.com/@santasangremagazine9463">Youtube</a></strong></p>
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		<title>NAEVUS: Time Again</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 06:27:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Lloyd James war in der jüngsten Zeit derart aktiv mit anderen Bands wie Crisis, Lark Blames und der von wenigen noch erwarteten Veröffentlichung des Man Eat Man Eat Man-Debüts, dass man kaum mit einem neuen Lebenszeichen seines Stammprojektes Naevus gerechnet &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/06/naevus-time-again/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/naevustimeagain.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23603" title="naevustimeagain" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/naevustimeagain-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Lloyd James war in der jüngsten Zeit derart aktiv mit anderen Bands wie Crisis, Lark Blames und der von wenigen noch erwarteten Veröffentlichung des Man Eat Man Eat Man-Debüts, dass man kaum mit einem neuen Lebenszeichen seines Stammprojektes Naevus gerechnet hätte. Anscheinend hat er und sein solides Aufgebot an Musikern die unberechenbare Situation im vorigen Jahr bestens genutzt, denn seit einiger Zeit geistert &#8220;Time Again&#8221; durch die gestreamte Welt und ist nun auch als CD erhältlich.<span id="more-23602"></span></p>
<p>Es ist nicht nur James&#8217; charakteristische Stimme, die einem gleich in den ersten Minuten ein vertrautes Naevus-Gefühl vermittelt, sondern auch die Mischung aus drängenden, punkigen Drums und geschrammelten Akustikgittaren, die dem umgekünstelten Ohrwurm &#8220;Ode to Rind&#8221;, einer obskuren Botschaft aus dem Sarg, ein stabiles Fundament geben. Nachdem der Opener (und im Laufe des Albums einige weitere Songs wie &#8220;Do it Twice&#8221;, &#8220;Shoe me Boat&#8221; und das schwermütige &#8220;The Endless Winter&#8221; mit seiner resignativen Klage über die mühsame Suche nach dem Licht am Ende des Tunnels) auf die vertraute Art daherkommen, die Rezensenten immer wieder zu Vergleichen mit so unterschiedlichen Kollegen wie Echo and the Bunnymen, Death in June oder New Model Army verführten, so stechen einige Tracks mit einem leichten Touch von Americana heraus. So der rockige Titeltrack und besonders &#8220;Not a Word&#8221;, dessen pappschachtelige Drums zunächst einfach wirken, dessen Dialog elektrischer und akustischer Gitarren aber ein feinsinniges Gewebe entstehen lässt, das mehr sagt als die Worte, deren Fehlen im Text so eindrücklich beklagt wird. Worte kommen (nicht nur) hier u.a. als hintergründiger Gesang von Aurora Lee, die zusammen mit James einen weiteren Zopf flechten. Wer sich entsprechend auskennt, kann zudem die Beiträge von Tony Wakeford, David E. Williams und Andrew Trail heraushören.</p>
<p>Viele der Songs überraschen durch halbversteckte kleine Ideen, die unerwartete Farben ins Bild bringen und so auch die belohnen, denen der Reiz der bei Naevus wichtigen Monotonie unzugänglich bleibt, und die auch die Tatsache, das sich die Songs fast immer im Verlauf wandeln, nicht entschädigt. &#8220;Fearing&#8221;, das eine alles verschlingende Angst mit Orgel, Gitarre und stoischem Gesang in ein poetisches Bild packt, wäre nicht jedem gelungen. &#8220;120 Days of Sediment&#8221;, dessen Dark Folk sich mit der Zeit immer mehr als nowaviges Monster entpuppt, projiziert nicht nur den vermeintlich göttlichen Marquis und Pasolini an eine nassgraue Betonwand, sondern entrückt die ganze Szene in die vielleicht trügerische Welt einer wunderschönen Klaviermelodie. Das schnöde Hier und Jetzt verlangt freilich seine älteren Rechte gleich in &#8220;Shame&#8221;.</p>
<p>Schön, dass Naevus zurück sind, und &#8220;Time Again&#8221; mit dem Artwork von Daniele Santagiuliana ist ein mehr als gelungenes Lebenszeichen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>BLACK LIGHT ASCENSION: Post Future Recordings</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 06:46:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wer bei „Post Future Recordings“ eine besonders progressive, noch nie dagewesene Musik, also den Sound der vollendeten Zukunft erwartet, wird schnell eines besseren belehrt, denn Black Light Ascension, die Truppe um den KnifeLadder-Veteranen Andrew Trail, spielen eine Musik, die man &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/11/28/black-light-ascension-post-future-recordings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/blapfr.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11209" title="blapfr" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/blapfr-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wer bei „Post Future Recordings“ eine besonders progressive, noch nie dagewesene Musik, also den Sound der vollendeten Zukunft erwartet, wird schnell eines besseren belehrt, denn Black Light Ascension, die Truppe um den KnifeLadder-Veteranen Andrew Trail, spielen eine Musik, die man schwer ohne Querverweis auf die seit Jahren anhaltende 80er-Retromanie charakterisieren kann. Die düsteren Synthies und die zum Teil harten Electrobeats wecken Erinnerungen an klassische Human League und Depeche Mode, stellenweise sind sie nur unwesentlich poppiger<span id="more-11208"></span> als die EBM-Stücke von Gruppen wie Agent Side Grinder. Der Bezug zum Übermorgen ist vielmehr inhaltlicher Natur, und wenn man sich an den Tracktiteln entlanghangelt, so beginnt die Zeitreise ganz dystopisch um fünf vor zwölf und endet beinahe idyllisch in einem neuen Jahr Null. Aus der Asche, die dem Debüt „Ashes“ den Namen gab, scheint sich hier ganz zaghaft ein Phoenix emporzuringen.</p>
<p>Die ersten Minuten beginnen erwartungsvoll, denn „10 Minutes To Midnight“ basiert auf einem monotonen, hypnotisierenden Takt, der nicht verrät, in was für eine Zukunft er die Hörer trägt. Schon bei den nächsten beiden Tracks offenbart sich der Grundcharakter des Albums in nuce. „Safe at Home“ zeigt sich von der kühlen, minimalistischen Seite, fordert die Schwarzgewandeten dieser Welt mit Eispickelbeats zum Tanz auf, und die Sicherheit, die hier besungen wird, ist natürlich trügerisch. „Gerouge“ dagegen gibt sich radiotauglich, die poppige Synthiemelodie ist vielleicht etwas einfach gestrickt, doch der bedeutungsschwere Gesang Trails, nicht unähnlich dem seines Freundes Lloyd James, gibt dem ganzen dann doch ein gewisses Charisma. Und so geht die Reise ihren Gang, illusionslos, doch nicht ohne Neugier auf das ungewisse Morgen, dass im „Year Zero“ mit entspannten Synthieflächen beginnt, die es dem Hörer überlassen, als pastoral oder doch eher als genügsam empfunden zu werden.</p>
<p>Was die meisten Stücke von gängigem Elektro unterscheidet, ist das Faible für dröhnende Klangflächen, die zwar oft und gerne hinter den Takten der Drummachines und den mitreisende Vocals versteckt sind, die subkutan aber ihre Wirkung nicht verfehlen. Auch ist der Sound zwar übersichtlich und geschliffen, jedoch nie glattgebügelt und ohne spontane Überraschungsmomente. (J.G.)<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>NAEVUS: Stations (2CD inkl. Bonus Disk „Others“ lim. 111)</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Sep 2013 07:28:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Lloyd James von Naevus hat eine angenehme Stimme und wenn es sein muss auch ein Händchen für schöne Melodien. Wahrscheinlich verstören seine Songs deshalb niemals direkt, auch wenn die Musik stets das Gefühl vermittelt, von etwas Ernstem, mitunter Drastischem zu &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/09/28/naevus-stations-2cd-inkl-bonus-disk-%e2%80%9eothers%e2%80%9c-lim-111/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/naevusstations.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7623" title="naevusstations" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/naevusstations.jpg" alt="" width="167" height="150" /></a>Lloyd James von Naevus hat eine angenehme Stimme und wenn es sein muss auch ein Händchen für schöne Melodien. Wahrscheinlich verstören seine Songs deshalb niemals direkt, auch wenn die Musik stets das Gefühl vermittelt, von etwas Ernstem, mitunter Drastischem zu künden. Erst mit der Zeit registriert man, dass die eingängigen Stücke einen doppelten Boden haben. Heterogene Elemente harmonieren nie ganz miteinander, oft wirken die Drums wie Versatzstücke einer Kollage, die dem Gesang und den restlichen Spuren kurzerhand aufgeklebt wurden. In die Melodik schleicht sich immer wieder eine Verweigerungshaltung ein, die dem Wohlklang eine spröde Monotonie entgegenhält. Den Songtexten<span id="more-7622"></span> mag oft ein Element von Trost innewohnen, und doch künden sie nicht selten von Sackgassen. Der Bandname, den James zusammen mit seiner früheren Partnerin Joanne Owen wählte, passt ganz gut zu dieser Doppelbödigkeit, verweist er doch auf etwas Unangenehmes, das auf den ersten Blick so unscheinbar wirkt wie der eigene Klang.</p>
<p>In vielen Naevus-Rezensionen geht es um Aspekte der stilistischen Einordnung, konkreter um die Frage, ob die Musik nun zur weiten Welt der Postpunk-Retromanie zählt oder doch eher einer eigenwilligen Spielart des Folk entspricht. Schon weil man beides zugleich bejahen und verneinen kann wirken solche Fragen immer etwas langweilig. Und doch gibt es bei Naevus bestimmte Songtypen, deren Abgrenzung sich zum Großteil entlang solcher Stilfragen abzeichnet. Das kann man ganz gut anhand einer respektablen Werkschau aufzeigen, die vor kurzem unter dem bezeichnenden Titel &#8220;Stations&#8221; erschienen ist. &#8220;Stations&#8221; ist keine Best-of, auch wenn die Band nach fünfzehn Jahren und sieben Alben im adäquaten Alter dafür wäre, sondern eine Sammlung fast aller Tracks, die nicht auf Alben, sondern auf Compilations, Singles oder Split-Veröffentlichungen erschienen sind, ergänzt von einigen unveröffentlichten Aufnahmen.</p>
<p>Wollte man Naevus-Songs nun in Schubladen packen, müsste man Akustiksongs von solchen mit aggressivem Punkverve unterscheiden, eine weitere Kategorie würden schunkelige Seemannslieder mit Akkordeon bilden, eine kleinere zuguterletzt wären soundscapeartige Experimentalstücke. Schematisch wäre das, weil die Songs solchen Kategorien nur selten in Reinform entsprechen, so beginnt &#8220;The Orchard&#8221; mit sanftem Folkpathos, um irgendwann kurzerhand den Schauplatz zu wechseln: Was im beschaulichen Obstgarten beginnt endet in einen düsteren Gothkeller der verwahrlosten Metropole. Auch die Urversion von &#8220;Body Speaks in Tongues&#8221; ist bloß dann ein netter Folksong, wenn man sich das atonale Quietschen und Jaulen wegdenkt, bei dem neueren „Oracle, Oracle“ zerstört noisiges Gitarrenfeedback jeden Gedanken an einen Ohrwurm. Freilich gibt es auch lupenreine Songwriterballaden, doch alle warten mit ihren eigenen Extras auf: das hier als Titelstück fungierende „Stations“ mit einem whiskeyseligen Honky Tonk-Piano, „Untold“ mit stimmungsvollen Surf-Twangs oder „Kill deep“ aus der rauen Frühzeit mit ritueller Repetition.</p>
<p>Durch Joannes Akkordeon bekommen einige Stücke einen starken Sea Shanty-Charakter, exemplarisch hervorgehoben seien hier das frühe „Torn Wheat Deap“ oder „Recovery is not Permitted“ von der Split-EP mit Spiritual Front. Für viele sind sie das Sahnehäubchen der Bandkarriere, ich persönlich bevorzuge allerdings die härteren, agressiveren Stücke mit der oft leicht atonalen Handschrift der Drummer John Murphy und Hunter Barr. „Occasion Table“, ursprünglich auf einem musikalisch durchwachsenen Sampler erschienen, ist auch hier eines der Highlights und verbindet Noise mit einer rumpeliger Perkussion, die einer ganze Reihe an Stücken ihren Stempel verpasst. Gallopierende, fast westernartige Stücke sind nicht das, was man als erstes mit Naevus in Verbindung bringt, umso mehr mag das neuere Uptempo-Stück &#8220;The Beast&#8221; all die überraschen, die „The Devil“ vom Split mit KnifeLadder noch nicht kannten.</p>
<p>James hatte stets ein Faible für Neuinterpretationen, und so bilden Coverversionen eine Kategorie für sich. Auf der limitierten Bonus-CD „Others“ sind sämtliche Cover, meist Beiträge zu Tribute-Samplern, zusammengetragen. James nimmt auch die Herausforderung an, große Namen zu covern, und zum Teil handelt es sich dabei um Songs, denen man nicht einfach im Handumdrehen eine neue Gestalt verleiht. Die eigenständige Interpretation (und Übersetzung) von Ain Sophs „Uomini Perduti“ oder die nur subtil veränderte Version von Tom Waits&#8217; „Walking Spanish“ sind jedoch mehr als gelungen, ebenso die im Rahmen seines Seitenprojektes Retarder aufgenommene Akustikversion von Fine Young Cannibals&#8217; „Johnny Come Home“. Zwei Scott Walker-Songs und eine Hommage an die seit Jahren überschätzten Joy Division dagegen betrachte ich als solide Fingerübungen. Neben einigen Traditionals und einer Umsetzung von Sol Invictus&#8217; &#8220;Oh What Fun&#8221; (bei der das Wort „Fun“ mit einer äußerst ironisch wirkenden Langsamkeit kontrastiert) stechen ein paar Songs über grausame Mädchen und feistes Essen hervor, die aus dem Repertoire von James Freund David E. Williams stammen.</p>
<p>Naevus ist durchaus eine Art Konsensband, insofern, dass sie Hörer ansprechen könnten, die klassischen World Serpent-Neofolk ebenso gemocht haben wie New Model Army, Echo and the Bunnymen oder die Smiths. Wären sie frühzeitig bei einem hippen Label gelandet, wäre zuletzt weit weniger Wind um Gruppen wie Cult of Youth gemacht worden. „Stations“ und „Others“ dürften sich zum Kennenlernen der Band eignen, da viele Songs den Albumtracks in nichts nachstehen.</p>
<p><strong>Label: Tourette</strong></p>
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		<title>DAVID E. WILLIAMS: Trust No Scaffold Built Of This Bone</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 05:27:51 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/davidewilliamsbrentley.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7158" title="davidewilliamsbrentley" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/davidewilliamsbrentley-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>David E. Williams taucht zuverlässig in jedem Dark Folk- und Dark Cabaret-Kanon auf und liegt konsequent quer zu allen Standards solcher Musik. Gleich zweimal das Wort „dark“ in den ersten Satz zu packen war nicht einmal beabsichtigt, aber als allgemeines Attribut ist es mehr als legitim. Williams ist ein Unikat, will man ihn dennoch charakterisieren, dann vielleicht am ehesten als schwarzgalligen Zwillingsbruder von Daniel Johnston, als idealen Star sämtlicher Houellebecq-Verfilmungen, als liebenswürdig-verbiesterten Anti-Crooner, der einem selbstverliebten<span id="more-7157"></span> Zeitgeist seine verqueren Schlager mit viel Zynismus und Galgenhumor entgegen schleudert. Das de Sade&#8217;sche Spiegelvorhalten, manche mögen es einseitig finden, beherrscht er besser als jede Industrial-Combo, und ich wüsste niemanden aus der Riege, der aus <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FUO7tS3KZ_I">dem berüchtigten „General Dada“</a> je eine derart überzeugende Monty Python-Figur gemacht hätte.</p>
<p>Seiner Mischung aus Clownerie und Sarkasmus hat er nie wirklich abgeschworen, ebensowenig seinem ambivalenten Spiel mit Tabus. Dennoch gab es über die Jahre einige Veränderungen: Irgendwann verschwanden die Post Punk-Reste des Frühwerks und ließen den kabarettistischen Elementen vollends das Feld. Auch die Stimmung differenzierte sich aus, und der Bösartigkeit gesellte sich ein ernsthaftes und ebenso anrührendes Moment zur Seite, das typisch für reifere Solowerke ist. Bei Williams fand dies seinen Höhepunkt im Album „Every Missing Duck Is A Duck Missed“, in welchem er die Trauer um seine verstorbene Frau verarbeitete. „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Eutk-lLueWw">Summer Wasn&#8217;t Made for you and me</a>“ war vielleicht sein bis dato bester Song.</p>
<p>Nach vier Jahren ist nun mit „Trust No Scaffold Built Of This Bone“ sein sechster Longplayer erschienen und Williams und seine Mitstreiter sind in Hochform. Es gibt typische Stücke, bei denen man Williams sofort erkennt:„Heats Down the Seeding Missile“ zum Beispiel, bei dem er auf seine unverkennbare Art in die Tasten seines E-Pianos haut, oder das schon von Auftritten her bekannte „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=_uFExTzZWvg">What&#8217;s Your Scene, Jellybean?</a>“ im Duo mit Jane Elisabeth, auch bekannt als Tesco-Jane. Der cartoonige Kleinkunst-Charme des Songs verdankt sich u.a. auch ihrem Gesang, der lange verschüttete Erinnerungen an Singübungen im Schulchor wachruft. Dominanter als zuvor sind die orchestralen Elemente, die meist für angemessenes Melodrama sorgen und besonders erhabene Textstellen akzentuieren, wie z.B. der Auftritt des Weihnachtsmannes bei „A Patch of Fog in Purgatory“. Der lupenreine Torch Song, den Williams und Band aus Wallace Stevens&#8217; „The Emperor of Ice Cream“ gezaubert haben, wäre ohne die herzzerreißende Violine nur ein Schatten seiner selbst.</p>
<p>Neben Jane gibt es weitere Gäste am Mikro, und sie sind es letztlich, die den Gesamteindruck des Albums am stärksten ausdifferenzieren. Lloyd James schmettert einen Song, der aufgrund seines charakteristischen Gesangs auch auf ein Naevus-Album gepasst hätte, und wer dachte, dass nur Helge Schneider und Jello Biafra übers Essen singen können, wird nicht nur hier eines besseren belehrt. Auch Andrew King darf sich nach seiner eigenen Facon austoben: „Relapse“, auf dem er auch sein Harmonium dröhnen lässt, lässt mit sakraler Würde einen besonderen Moment entstehen, was keineswegs mit der Frage steht und fällt, wie viel Selbstironie da mit im Spielt sein mag. Komik der etwas offensichtlicheren Art gibt es reichlich, so singt der Meister zu Polkaklängen auf deutsch über seine Schwester, die Krankenschwester, wie einst Elvis über&#8217;s Städele, und auch das Covergirl Brentley hat seinen Auftritt. Keinem außer Williams würde man einen Song namens „Quackadoodledoo“ nachsehen, weniger tolerant bin ich allerdings bei den Old School-Synthies in „Dashing Harbour“, zu stark sind die Assoziationen zu Karottenjeans, die nicht besser werden, seit manche sie ironisch tragen.</p>
<p>Die Synthieelemente sind vielleicht das offenkundigste Novum, doch „Trust No Scaffold&#8230;“ überzeugt auch und vor allem durch Altbewährtes: durch originelles Songwriting, doppeldeutigen Humor und eine mehr als solide Begleitband, bei der auch Williams&#8217; Langzeit-Kopilot Jerome Deppe nicht fehlen darf. Bleibt zu hoffen, dass Williams nun endlich die lange überfällige Anerkennung auch außerhalb gewisser Szenekreise zukommt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Old Europa Café</strong></p>
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		<title>V. A.: Thanateros &#8211; Visions Of Love &amp; Death</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 04:50:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Jede Subkultur kennt sie: Familientreffen, bei denen sich alte Freunde die Hand schütteln, sich gegenseitig versichern, dass man noch immer zusammen gehört, auch wenn sich die Bande über die Jahre etwas gelockert haben. Familien dieser Art bilden sich häufig im &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/09/v-a-thanateros-visions-of-love-death/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/thanateros.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-367" title="thanateros" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/thanateros-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Jede Subkultur kennt sie: Familientreffen, bei denen sich alte Freunde die Hand schütteln, sich gegenseitig versichern, dass man noch immer zusammen gehört, auch wenn sich die Bande über die Jahre etwas gelockert haben. Familien dieser Art bilden sich häufig im Umfeld beliebter Bands oder im Dunstkreis einiger Kultlabels. Gelegentlich auch um Magazine.<span id="more-365"></span></p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">In Form einer Doppel-CD veranstaltete jüngst auch das deutsche :Ikonen:-Magazin ein virtuelles Treffen alter Freunde. Das Ganze findet unter dem Motto &#8220;Liebe und Tod&#8221; statt und nennt sich &#8220;Thanateros&#8221;. Fast alle teilnehmenden Musiker waren über die Jahre Thema im Heft und prägten Image und Leserschaft. Die Ausrichtung von :Ikonen: war von Beginn an intermedial und stilistisch offen. Schwerpunkte sind neben einem grundsätzlichen Interesse am Transgressiven aber dennoch auszumachen. So bilden die Medien Musik und Film die beiden wichtigsten Themenblöcke, und auch wenn innerhalb dessen auf einen breiten Kanon gesetzt wird, ergibt sich, vermutlich aus dem Geschmack der Redakteure heraus, eine interessante Zweigleisigkeit: Ohne pauschalisieren zu wollen erscheint mir der Filmkanon des Magazins spielerischer, postmoderner und vor allem erotischer als die Musikauswahl, die mit Neofolk, Dark-Ambient und anderen Abkömmlingen des Industrial doch eher für eine kühle, beherrschte, klassisch-dandyeske Haltung steht. Der typische Ikonenfilm hat Nietzsche, Bataille und Artaud im Blut, die typische Ikonenplatte dagegen eher Schopenhauer, Cioran und Jünger.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Auch die Compilation huldigt nicht nur der Musik, sondern hat eine ebenso stark visuelle Seite. Cover und Booklet basieren auf Fotografien des SM-Künstlers Helmut Wolech, aufbereitet durch den Grafiker Joachim Lütke, der bisher eher konsumorientierte Düsternis marke Dimmu Borgir visuell unterstützte. Ob die Präsentation diverser Körperöffnungen sich vom Standard gängiger Schmerzlustschau unterscheidet, ob die zusammengeschnürten Körper auf Hans Bellmer verweisen, kann ich schlecht beurteilen – ich finde die Bildbeiträge jedenfalls nicht sehr ansprechend und kann auch keinen konkreten Bezug zur Musik des Samplers ausmachen. Und drei Schriftarten auf einem Cover? Nun ja. Relevanter finde ich da den soundtrackartigen Charakter mancher Songs, die vor dem inneren Auge des Hörers sicher das eine oder andere dystopische Szenario aufscheinen lassen.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Auf der &#8220;Love&#8221;-betitelten CD sind vorwiegend akustische Songs zu hören &#8211; Tristesse und Wohlklang stehen auf dem Programm. Nach dem kurzen, atmosphärischen Golgatha-Intro „Broken Blossom“ liefert Tony Wakeford einen Auszug aus seinem letzten Soloalbum ab. Basierend auf einem Text der litauischen Dichterin Zuzanna Ginczanka entfaltet sich eine symphonische Tonfolge aus lieblichen Gitarrenloops und anrührenden Holzblasinstrumenten, atmosphärisch durchdrungen von einem verhaltenen Glühen, das Tonys trockenen Gesang umso markanter und ergreifender wirken lässt. Ginczanka starb während der Shoa, und ihr im letzten Lebensjahr geschriebenes Gedicht stellt sich in eindringlichen Bildern dem drohenden Tod. Es sind jedoch Bilder, die auch von Unsterblichkeit, vom Übertragen dichterischer Kraft auf den Leser zeugen. Befruchtung sozusagen &#8211; ein erotisches Gedicht? Das wäre zu viel gesagt, aber dennoch siegt in der Feier des Vitalen auch der Eros über den Tod. Nach diesem frühen Highlight wirken viele weitere Songs einfacher und poppiger. Der unermüdliche Matt Howden trägt mit &#8220;Floating&#8221; ein intensives und poppiges Sieben-Stück bei, wie immer nur mit Stimme, Violine und Looppedal. Naevus warten mit ihrem leider letzten, allerdings nicht mit ihrem besten Stück auf. Das Folkstrumming erinnert an frühe Tage der Band, die für mich immer so etwas wie eine mit den Stranglers aufgewachsene Alternative zu Interpol war, statt bloß eine weitere Neofolkkapelle. Als Joanne Owen und Lloyd James privat getrennte Wege gingen, war das auch das Aus der Band – wer sie ebenso schätzte wie ich, der sollte die Aktivitäten ihrer Mitglieder weiter verfolgen. Atmosphärisch folkig geht es außerdem bei den von Yeats inspirierten :Golgatha: zu, ferner bei Apatheia, Jera Nauthiz und Sub Luna, Neofolk der romantischen Art bietet der Beitrag von Sonne Hagal. Andrew King wartet mit knapp vier Minuten echter Englishness auf. Aetherna interpretieren auf eine kühle und aufgeräumte Art Bataille, was konträr zu meiner Behauptung weiter oben stehen mag. Ein interessantes, legitimes Spiel mit Kontrasten, aber für mich als Klischeedenker ist eher eine von Fülle und Verschwendung geprägte Musik wie etwa Death Metal und Freejazz affin zu Bataille. Stilistisch schlagen sie die Brücke zum Ambient, Stolen Flowers ergänzen diesen durch perkussive Elemente, für die man wohl die Vokabel &#8220;rituell&#8221; benutzt. Andere Vertreter integrieren indische Folklore (Werkraum mit Unterstützung von Nicholas Tesluk), wandeln auf den Spuren melancholischer Americana (While Angels Watch, Kentin Jivek) oder haben gar ihre neue Heimat im Elektropop gefunden (Dernière Volonté).</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Lauter, finsterer, dystopischer die &#8220;Thanatos&#8221;-Seite. Vortex sorgen mit ihrem von bedrohlichem Donnergrollen begleiteten Ambientstück für ein recht klassisches Intro. Coph Nia geben sich doomig, der 90er-Crossover-Einschlag findet sich nur im Gesang, was mich angenehm überrascht. Ob die 90er generell eine Zeit des Thanatos waren, wage ich nicht zu sagen, der Begriff „Fin de Siecle 2000“ kursierte ja – jedenfalls scheinen viele der Acts auf Seite zwei dieser Ära verbunden (geblieben?) zu sein. Bei den Noisedistortions, die mal in Wellen (Isomer), dann als Sog ([bleed]), zuletzt rhythmisch (Kristoffer Nyströms Orkester) zu Wort kommen, scheinen die Uhren jedenfalls zur Milleniumszeit stehen geblieben zu sein. Letzterer leitet mit seinen Snaredrums und Sprachsamples zu ausgefeilten Soundscapes über, die in elektronischer (Dawn &amp; Dusk Entwined, Negru Voda vs. Plague Machinery, Satori) oder orchestraler (Mink M. Ra mit schönen Oboen, The Trail, Arkane, bei denen es arg heavenly wird) Form für Düsternis sorgen. In unterschiedlicher Form &#8220;neo-klassisch&#8221; klingen die Projekte Verney 1826 und 53, erstere nach Gothic-Art, letztere in Form eines hintergründigen Cello-Drones. Zu den Ausnahmeformationen auf der zweiten Seite zählen noch Fuckhead. Wer so heißt ist gut, und folglich gehört ihre verspielte Kollage mit all ihrem absurden Chaos auch zu den schillerndsten Momenten der Sammlung.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Thanateros schafft einen guten Überblick über die Restbestände der ehemals blühenden Neofolk- und Postindustrial-Kultur, und gerade einige Stücke der „Eros“-Seite zeigen Wege aus der Endlosschleife, in der diese Genres in ihrer Reinform schon seit Jahren gefangen sind. Dass das nur auf einzelne Stücke zutrifft, ist nicht der einzige Kritikpunkt. Da wären die Länge der Zusammenstellung, die eben auch Längen mit sich bringt, und vor allem das etwas viel versprechende Konzept unter einem bedeutungsschweren Titel – denn wo in Kunst und Musik geht es bitteschön nicht „irgendwie“ um Liebe und Tod, wenn man die Themen nur weit genug fasst? Was hier zwischen Liebe und Tod gefeiert wird ist in erster Linie Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit, und dafür sind subkulturelle Familientreffen ja schließlich da. (U.S.)</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><strong>Label: <a href="http://www.ikonen-magazin.de/">:Ikonen: Media</a></strong></p>
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