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	<title>African Paper &#187; Rose McDowall</title>
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		<title>CURRENT 93: In Menstrual Night</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2024 05:51:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das 1985 mit einem mehr als soliden Line-up (neben David Tibet waren das Bee, Diana Rogerson, Hilmar Örn Hilmarsson, Keiko Yoshida, Rose McDowall und Ruby Wallis, wobei man v.a. Stephen Stapletons finaler Abmischung Respekt zollen muss) aufgenomme und als Picture Disc auf United Dairies &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/03/09/current-93-in-menstrual-night/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/inmenstrualnight.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36774" title="inmenstrualnight" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/inmenstrualnight-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das 1985 mit einem mehr als soliden Line-up (neben David Tibet waren das Bee, Diana Rogerson, Hilmar Örn Hilmarsson, Keiko Yoshida, Rose McDowall und Ruby Wallis, wobei man v.a. Stephen Stapletons finaler Abmischung Respekt zollen muss) aufgenomme und als Picture Disc auf United Dairies veröffentlichte &#8220;In Menstrual Night&#8221; nahm im Frühwerk von Current 93 insofern eine Sonderstellung ein, dass es auf die harschen Lärmelenente, die auf &#8220;Nature Unveiled&#8221; oder &#8220;Dogs Blood Rising&#8221; zu hören sind, weitgehend verzichtet und seinen <span id="more-36771"></span>hörspielhaften Kollagen-Charakter auf subtilere Weise offenbart. Dabei fallen die beiden Stücke &#8220;Sucking up Souls&#8221; und &#8220;To Feed the Moon&#8221; aber kaum weniger beängstigend aus.</p>
<p>Das einundzwanzigminütige &#8220;Sucking up Souls&#8221; basiert überwiegend auf dem Einsatz von (in der Mehrheit weiblichen) Stimmen, die zu einer unentwirrbar wirkenden Kollage montiert sind. Dabei ist die Vielfalt der Performance von Gesang über Spoken Words bis zu gespenstischem Flüstern beeindruckend: Den Auftakt macht ein liturgisch anmutender Sopran, der sich schon bald mit anderen klassischen Gesängen überlappt und mit ihnen zusammen verquere Ornamente entstehen lässt. Der Loop einer bellenden Männerstimme, die man als Reminiszenz der abgründigeren Vorgängeralben verstehen könnte, bringt etwas Kantiges ins Bild, bis sie von einem dröhnenden Rumoren gepackt und in den Hintergrund gezogen wird. Rasselnde Ketten lassen einen neuen Abschnitt beginnen, in dem verwaschene Chöre den Hintergrund bilden für eine kindliche Stimme, die einen lyrischen Text rezitiert, bis alles verschwimmt und die liturgischen Gesänge wieder an die Oberfläche dringen. All diese immer wieder abtauchenden und in der einen oder anderen Weise wieder auftauchenden Motive scheinen stets auf der Suche nach einer adäquaten Form zu sein und müssen doch immer wieder ihre Auflösung erleben, die hier in einer Feinsinnigkeit inszeniert wird, die damals wahrscheinlich Standards gesetzt hatte.</p>
<p>Das die zweite Seite füllende &#8220;To Feed the Moon&#8221; wirkt im herkömmlichen Sinne &#8220;musikalischer&#8221;: Was mit dunkler Dröhnung und hellen, entrückten Klangtupfern startet, wird schnell zum melodischen Fundament für einen fast den ganzen Track durchziehenden tribalen Trommelrhythmus, der &#8211; das ist der einzige Wermutstropfen &#8211; immer etwas aufgeklebt wirkt, und zwischen dessen leicht aus den Fugen geratenen Anschlägen sich dann auch wieder Stimmen nach oben schleichen. Neben der kindlichen Stimme (wahrscheinlich Ruby Wallis), die eine Art Kehrreim aufsagt, ist dann auch Tibet etwas deutlicher zu hören. Im Unterschied zum ersten Track ist das Stück veränderlicher und mündet nach einer Phase relativer Ruhe in ein fast rockiges Szenario, das mit etwas Fantasie wie eine Vorstufe zu einem Stück wie &#8220;Panzer Ruin&#8221; klingt.</p>
<p>Die Soundkollagen als eine Art Archiv geträumter (und gestorbener) Träume zu sehen, ist eine durchaus naheliegende Assoziation, die Tibets Ideen zu dem Album entspricht, während Stapleton die Sounds als Geräusche eines nächtlichen Sanatoriums verstand. Natürlich öffnen Album- und Tracktitel weitere Assoziationen. <span style="font-weight: 300;">Über David Tibets Interesse am Menstruationszyklus ist viel geschrieben worden, und in der Tat tauchten damit verbundene Motive, auch in für Tibet typischer Verknüpfung mit anderen Themen, für lange Zeit immer wieder im Werk von Current 93 auf, und bis heute tragen Veröffentlichungen den Mond im Titel. Bei den beiden Stücken auf &#8220;In Menstrual Night&#8221;, in denen Seelen aufgesaugt und der Mond gefüttert wird, könnte man mutmaßen, dass eventuell G.I.Gurdjieff inspirierend war. In dessen kosmologischer Theorie gibt es die Vorstellung, dass der Mond, der wie alle Himmelskörper wie ein lebender Organismus beschrieben wird, in seinem Bestreben, selbst ein Planet zu werden, Energie aus der irdischen Biosphäre saugt. Besonders die Seelen der Menschen dienen ihm als Nahrung, und entziehen können diese sich dem Sog des Mondes nur durch einen enormen Fokus auf bestimmte esoterische Praktiken. Wer zu passiv und verführbar ist und dem hypnotischen Zauber des Trabanten erliegt, endet als Energiequelle für dessen Planetwerdung. Viele Interpreten haben diese Mythologie als Reflexion über feminine Energie gedeutet, was dann den Bogen zum Periodenzyklus schlägt &#8211; zur Frage, ob Tibet sich davon inspirieren ließ und wenn ja, wie tiefgehend, gibt es keine Belege. Wundern würde es nicht. </span></p>
<p>&#8220;In Menstrual Night&#8221;, in dessen CD-Version noch der Nightmare Culture-Track &#8220;KillyKillKilly (A Fire Sermon)&#8221; enthalten war, eröffnet einen interessanten Seitenpfad in der Diskografie von Current 93, der seine spätere Fortführung in Releases wie &#8220;Faust&#8221; und in den v.a. mit Andrew Liles produzierten EPs wie &#8220;The Moons At your Door&#8221; finden sollte &#8211; einer Musik, die vielleicht eine viel zentralere Rolle gespielt hätte und noch einige elaborierte Resultate hervorgebracht hätte, wäre das folkig eingefärbte Songformat nicht dazwischen gekommen. Da dies so nicht gekommen ist, sticht &#8220;In Menstrual Night&#8221; noch deutlicher hervor. House of Mythology gehen nun zu den Ursprüngen zurück und bringen als HomAleph eine neue limitierte Picture Disc des Albums heraus.</p>
<p><strong>Label: <a href="https://en.spkr.media/en/Artists/Current-93/Current-93-In-Menstrual-Night.html">House of Mythology / HomAleph / SPKR<br />
</a></strong></p>
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		<title>Sleep Now Forever: Reissue des Sorrow-Albums zum Record Store Day</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Feb 2024 05:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das schottische Label Night School, das in den vergangenen Jahren bereits einige Klassiker von Strawberry Switchblade, Sorrow und Rose McDowalls Soloaufnahmen neu herausbrachte, veröffentlicht zum diesjährigen Record Store Day am 20. April das 1999 erschienene Sorrow-Album &#8220;Sleep Now Forever&#8221; in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/02/22/sleep-now-forever-reissue-des-sorrow-albums-zum-record-store-day/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das schottische Label Night School, das in den vergangenen Jahren bereits einige Klassiker von Strawberry Switchblade, Sorrow und Rose McDowalls Soloaufnahmen neu herausbrachte, veröffentlicht zum diesjährigen Record Store Day am 20. April das 1999 erschienene Sorrow-Album &#8220;Sleep Now Forever&#8221; in einer remasterten 2LP-Edition, für deren visuelle Seite Holly Allan und Musheto Fernandez verantwortlich zeichnen. Das damals beim eigenen Label Piski Disk auf CD erschienene Werk war nach &#8220;Under the Yew Possessed&#8221; das zweite Fullength-Album der Band um McDowall und wurde mit einem soliden Ensemble eingespielt, das die Sängerin und Gitarristin an zahlreichen folkigen und klassischen Instrumenten begleitete.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/FB_IMG_1708428064913.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39766" title="FB_IMG_1708428064913" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/FB_IMG_1708428064913.jpg" alt="" width="720" height="720" /></a><span id="more-39763"></span></p>
<p>&#8220;Originally released in 1999 and long since deleted it is a cornucopia of pastoral, elegiac folk music, swirling atmospherics, hymnal compositions and above it all the alternating towering and fragile vocal performances of McDowall. Recorded in the late 90s with fellow band member and co-songwriter Robert Lee, Sleep Now Forever is the definitive statement by the now defunct group and Rose McDowall’s most complete long-form work to date. [...] Despite its rarity, Sleep Now Forever enjoys a firm cult following. The album’s textures are expansive, lush, deliciously detailed and celestial. Recorded in home study Velvet Hole by Rose McDowall and then-husband Robert Lee, the album enlists an array of players from the underground Neo-folk / industrial scene: Nigel McKernaghan (Uilleann pipes, Whistles), Susan Franknel (Bassoon), John Contreras (Cello) and Lawrence Frankel (Oboe, Cor Anglais). The eleven songs here revolve around McDowall’s instantly recognisable voice. Brought up singing in the Catholic Church, McDowall’s vocals are impeccable and angelic, particularly on tracks like Turn Off The Light where her experiences with religion are canted over soaring oboe and guitar backing. By far the most evolved and realised version of Sorrow’s vision, it feels somewhat criminal that music this beautiful could be lost to time until now&#8221;. (Night School)</p>
<p><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_240220_133336_498.sdocx--><strong>@ <a href="https://nightschoolrecords.com/">Night School</a> | <a href="https://www.instagram.com/p/C3iOPDkNj3V/">Instagram</a></strong></p>
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		<title>CURRENT 93 / HÖH: Island</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Feb 2024 05:55:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Umbrüche und Richtungswechsel hat es in der Diskografie von Current 93 immer wieder gegeben, aber rückblickend fällt dies besonders ins Auge, wenn man die Jahre um 1990 betracht, als viele kaum einzuschätzen wussten, in welche Richtung es mit David Tibet &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/02/03/current-93-hoh-island/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/Island_HÖH_and_Current_93_album.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36637" title="Island_(HÖH_and_Current_93_album)" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/Island_HÖH_and_Current_93_album-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Umbrüche und Richtungswechsel hat es in der Diskografie von Current 93 immer wieder gegeben, aber rückblickend fällt dies besonders ins Auge, wenn man die Jahre um 1990 betracht, als viele kaum einzuschätzen wussten, in welche Richtung es mit David Tibet und seinen musikalischen Begleitern in den nächsten Jahren wohl gehen könnte. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass man zu dieser Zeit <span id="more-36635"></span>Current 93 einfach noch nicht jahrzehntelang kennen konnte und dass das Frühwerk der 80er Jahre noch relativ homogen war, aber es gab auch gerade in dieser Zeit besonders viele stilistische &#8220;Ungereimtheiten&#8221;.</p>
<p>Dass folkige Songstrukturen im Kosmos Tibets keine einmaligen Ausrutscher waren, ahnte man irgendwann, dennoch erschienen auch in dieser Zeit noch experimenteller ausgerichtete Arbeiten, wenngleich diese meist älter waren wie z.B. &#8220;The Dreammoves Of The Sleeping King&#8221; auf der CD-Version von &#8220;Earth Covers Earth&#8221;. 1992 beispielsweise folgte mit <a title="CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP" href="http://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/">&#8220;Thunder Perfect Mind&#8221;</a>, das einmal eines der größten Dark Folk-Referenzalben werden sollte, eines der zumindest hinsichtlich der Mehrheit der Songs eingängigsten Current 93-Alben auf den abstrakten psychedelischen Ambient von &#8220;The Sadness of Things&#8221;, das als Kollaboration mit Stephen Stapleton konzipiert war.</p>
<p>In genau diese Phase fiel auch die Veröffentlichung von &#8220;Island&#8221;, das tatsächlich auf der nordatlantischen Insel aufgenommen wurde und bei dem der Komponist Hilmar Örn Hilmarsson (HÖH) eine so große Rolle spielte, dass er im Unterschied zu den anderen Mitwirkenden auch als Interpret genannt wurde. Ihm verdankt sich auch, dass das Album von der instrumentalen Seite her einen Sound bekam, der in Tibets Diskografie für lange Zeit einzigartig bleiben sollte. Dominiert wird die Musik, von der ein Teil des Grundmaterials in anderer Form auch in Hilmarssons melancholischem Soundtrack zum Filmdrama <em>Children of Nature</em> Verwendung fand, von einem fast poptauglichen, aber meist ambient umgesetzten Keyboardsound, der die Signatur seiner Zeit trägt und sich weder um Rauheit bemüht, noch darum, organischer zu klingen als er war. Zusammen mit Tibet und den anderen Musikern hat Hilmarsson diesen aber zu einem Rahmen gestaltet, in dem die unterschiedlichsten Dinge stattfinden konnten, und so klang &#8211; vielleicht auch, weil das Material über einen längeren Zeitraum hinweg während verschiedener Islandreisen &#8211; am Ende kein Stück wie das nächste.</p>
<p>Wenn man sich schon etwas intensiver durch die Arbeiten von Current 93 gehört hat, dann fällt vielleicht auf, dass &#8220;Island&#8221; eines der wenigen Alben ist, die ohne ein vorspannartiges Intro auskommen. Vielmehr fällt man sprichwörtlich beim eröffnenden &#8220;Falling&#8221; ohne einleitendes Brimborium in eine von Handdrums und warmen Klangflächen beschallte nordische Parallelwelt, in deren halllastigem Soundsetting man sich so gemütlich fühlen kann wie in einem gut geheizten Haus mit Blick in eine winterliche Nacht. Einige Schreiber sprachen damals nicht ganz willkürlich von einer Weihnachtsplatte, von einer Schlagseite in Richtung New Age war die Rede und irgendwer zog sogar einen Vergleich zu Enya, doch dabei sollten einen das Erlöschen aller Sinneswahrnehmung und letztlich des Universums in Tibets Text aufhorchen lassen. Eine der beiden Sängerinnen, die hier zusammen mit ihm zu hören sind, ist Björk, deren Solokarriere in Pop-Dimensionen damals noch ein paar Jahre auf sich warten lassen sollte.</p>
<p>Es gibt einige Songs auf dem Album, bei denen die heimelige Seite besonders betont wird. Dazu zählt besonders &#8211; und v.a. im Kontrast zu dem verstörenden Text &#8211; die Version von &#8220;Fields of Rape&#8221;, das endzeitliche &#8220;To Blackened Earth&#8221; und auch das mit seinem chorartigen Background-Gesang großartige &#8220;Oh Merry-Go-Round&#8221;. &#8220;A Dream of a Shadow of Smoke&#8221; bewegt sich ebenfalls in dieser Stimmung und geht doch darüber hinaus: Nicht aufgrund der Vanitas-Symbolik des von dem Theologen Jeremy Taylor inspirierten Textes, der zu angenehm plätschernden Rhythmen und entrückten Synthietupfern die Existenz als halluzinierten Trip beschreibt und nur Asche und Staub real erscheinen lässt, denn dies sind Motive, die sich in unterschiedlicher Deutlichkeit durch das ganze Album ziehen. Eher weil all dies zum Höhepunkt des Stücks, wenn die zusammen mit Tibet singende Ása Hlín Svavarsdóttir vom &#8220;sound of rudderless ships&#8221; singt, ins Hymnenhafte ausgeweitet wird.</p>
<p>Um einiges weniger anheimelnd, dafür von einer erhabenen Dramatik sind Stücke wie &#8220;Passing Horses&#8221;, die von unheilschwangeren Orchestralsynthies untermalte Version von &#8220;Lament for my Suzanne&#8221; und &#8220;Anyway, People Die&#8221;. Gerade letzteres, von dem später auch eine kurze Akustikversion auftauchen sollte, ist mit seiner dunklen Dröhnung, für die Hilmarsson das abgründigste Grollen aus dem eigentlich so angenehmen Sound herausholt, und seinen rituellen Glöckchen der Höhepunkt des Albums. Das Bimmeln stammt hier von dem buddhistischen Lama Rig&#8217;dzin Rinpoche, von dem Tibet bereits eine längere Rezitation auf CD herausgebracht hatte. An der Stelle kann man hervorheben, dass neben den schon damals wichtigen Bildern und Denkfiguren christlicher Esoterik auch immer wieder Einflüsse buddhistischer Philosophie in den Texten zu finden waren, wobei Tibet mehr an den kosmologischen und eschatologischen Fragen interessiert zu sein schien als am Ethos. Erst Mitte der 90er waren diese Aspekte nicht mehr spürbar.</p>
<p>Während die ursprüngliche LP mit &#8220;Oh Merry-Go-Round&#8221; endet, enthielt bereits die damalsige CD-Version fünf weitere Songs, die man trotz weiterer knapp 25 Minuten Musik eher als Bonusmaterial betrachten sollte, denn die zusätzlichen Stücke weichen musikalische z.T. stark vom Stil des Albums ab und lassen zudem eine erkennbare Richtung vermissen. &#8220;Crowleymass Unveiled&#8221; ist eine Neufassung des 1987 auf einer EP erschienenen &#8220;Crowleymass&#8221;, das mit seinem Text über eine Weihnachtstravestie für im Geiste Thelemas erzogene Kinder ganz unterhaltsam ist, gleichwohl es musikalisch etwas an eine EBM-Band erinnert, die sich im Rap versucht. Der Song war als Jux gemeint, und ähnliches gilt vielleicht auch für &#8220;Paperback Honey&#8221;, bei dem Tibet zu Bossa Nova-Musik singt. &#8220;The Fall of Christopher Robin&#8221; dagegen, in dem der Junge aus A. A. Milnes <em>Winnie-the-Pooh</em>-Geschichten einen Teufelspakt eingeht, hat mit seinem manischen Sprechgesang durchaus beklemmende Seiten und ist wahrscheinlich für viele der relevanteste unter den Bonustracks. Das von Einar Örn auf Islandisch gesungene &#8220;Fields of Rape and Smoke&#8221; und die Instrumentalversion &#8220;Merry-Go-Round And Around&#8221; runden dann auch die CD im Geiste des Kernalbums ab.</p>
<p>Genau dieses wurde nun, wie sich in Fankreisen sicher umfassen herumgesprochen haben sollte, neu aufgelegt und erscheint zur Freude so mancher in Kürze auf Vinyl &#8211; ein im Grunde lange überfälliges Projekt, denn &#8220;Island&#8221; ist, unabhängig davon, wie man es im ganzen beurteilt, ein Ausnahmealbum in der Diskographie Tibets und auch Hilmarssons. Im <a title="Es ist besser, ein guter Heide als ein schlechter Christ zu sein: Interview mit Hilmar Örn Hilmarsson" href="http://africanpaper.com/2013/11/23/es-ist-besser-ein-guter-heide-als-ein-schlechter-christ-zu-sein-interview-mit-hilmar-orn-hilmarsson/">Interview, das wir vor einigen Jahren mit Hilmarsson führten</a>, erwähnte dieser das damals geplante zweite gemeinsame Album, das dann letztlich aber niemals realisiert wurde. Eine Art Entschädigung dafür könnte vielleicht das Album von Tibets Projekt <a title="HYPNOPAZŪZU: Create Christ, Sailor Boy" href="http://africanpaper.com/2016/09/10/hypnopazuzu-create-christ-sailor-boy/">Hypnopazuzu</a> sein, das ein Vierteljahrhundert später mit leicht anderer Instumentierung eine in Teilen ähnliche Atmosphäre erzeugte. Doch wirklich klingen wie &#8220;Island&#8221; kann vielleicht nur &#8220;Island&#8221; selbst. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://store.houseofmythology.com/product/119291">House of Mythology</a><br />
</strong></p>
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		<title>Wiederveröffentlichung von Coils Moon&#8217;s Milk (In Four Phases) auf Dais Records</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Nov 2023 01:30:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dais Records setzt die Wiederveröffentlichung essentieller Coilaufnahmen mit „Moon&#8217;s Milk (In Four Phases)“ fort. Als Doppel-CD mit Artwork von Steven Stapleton erschien „Moon&#8217;s Milk&#8230;“ erstmalig 2002 und versammelte das Material der vier EPs, die Coil 1998 anlässlich der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/11/30/wiederveroffentlichung-von-coils-moons-milk-in-four-phases-auf-dais-records/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/tag/dais-records/">Dais Records</a> setzt die Wiederveröffentlichung essentieller Coilaufnahmen mit „Moon&#8217;s Milk (In Four Phases)“ fort. Als Doppel-CD mit Artwork von <a href="http://africanpaper.com/tag/steven-stapleton/">Steven Stapleton </a>erschien „Moon&#8217;s Milk&#8230;“ erstmalig 2002 und versammelte das Material der vier EPs, die <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coil </a>1998 anlässlich der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen veröffentlicht hatten. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a0333648882_16.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38651" title="a0333648882_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a0333648882_16.jpg" alt="" width="700" height="700" /></a><span id="more-38648"></span>Mit diesen EPs begann die starke Phase des Spätwerks der Band. Alben wie &#8220;Astral Disaster&#8221; und die <a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/">beiden Teile</a> von <a href="http://africanpaper.com/2022/04/30/coil-musick-to-play-in-the-dark%c2%b2/">&#8220;Musick To Play In The Dark&#8221;</a> sollten folgen. In der Besetzung Balance, Sleazy, Drew McDowall und William Breeze aufgenommen &#8211; bei zwei Stücken wirkte Rose McDowall mit &#8211; sind die Aufnahmen geprägt von Breezes elektrischer Geige. Ein paar Jahre später erschien eine von Balance, Sleazy und Thighpaulsandra eingespielte<a href="http://brainwashed.com/common/htdocs/discog/coilcdr1.php?site=coil08"> Bonus-CD-R</a> mit drei Stücken. Dieses Material sowie das Stück „Bankside“, das erstmalig im Ramen der <a href="https://www.discogs.com/release/13635450-Coil-Copal">Threshold Archives</a>-Serie veröffentlicht wurde, sind auch auf der Dais-Version zusätzlich enthalten.</p>
<p>Am 15. März 2024 erscheinen die Aufnahmen als Doppel-CD und als Dreifach-Vinyl (in verschiedenen Farben).</p>
<p>&#8220;Recorded primarily at their home studio in Chiswick, London on the eve of a permanent relocation to the small seaside town of Weston-Super- Mare, the collection has long loomed as a pivotal and pinnacle work in the group&#8217;s discography, but has never been officially reissued, or repressed on vinyl. Time has only ripened its tapestry of regal strangeness.</p>
<p>Arranged sequentially in tribute to the equinoxes and solstices, &#8216;Moon&#8217;s Milk&#8217; captures Coil at a revelatory crossroads, leaning deeper into improvisation, spontaneity, and sound design. &#8220;Moon&#8217;s Milk or Under an Unquiet Skull&#8221; initiates the proceedings on &#8216;Spring Equinox&#8217;, a two-part netherworld organ séance woven from vocal drones, cathedral keys, seasick strings, and opiated undertow. From there, &#8216;Summer Solstice&#8217; skews lighter but no less incantational, with Balance embracing his voice- as-instrument across lucid dream torch songs (&#8220;Bee Stings&#8221;), purgatorial spoken word (&#8220;Glowworms/Waveforms&#8221;), sultry chamber pieces (&#8220;Summer Substructures&#8221;), and falsetto ravings (&#8220;A Warning From The Sun (For Fritz)&#8221;).</p>
<p>&#8216;Autumn Equinox&#8217; exudes more of a pensive and twilit mood, from the Rose McDowall-sung neofolk ballad &#8220;Rosa Decidua&#8221; (&#8220;I hear your voice sing near to me / I&#8217;ve put away the poisoned chalice (for now) / And lie down amongst the flowerbeds&#8221;) to hall-of-lords hallucination &#8220;The Auto- Asphyxiating Hierophant” to the liminal string-plucked classic &#8220;Amethyst Deceivers,&#8221; featuring excellent alien guitar by Breeze layered with Balance’s oft-quoted couplet: &#8220;Pay your respects to the vultures / For they are your future.&#8221;</p>
<p>The album’s final chapter, &#8216;Winter Solstice&#8217;, is its most swooning, remote, and ceremonial. Opener &#8220;A White Rainbow&#8221; stirs strings, layered choral vocals, and shivering rhythm into an imploding burial hymn. &#8220;North&#8221; oscillates bleakly, a ghost in the machine murmuring opaque prophecy (&#8220;This black dog has no owner / This black dog has no odour&#8221;), while &#8220;Magnetic North&#8221; is its inverse, a guided meditation of gently flickering software and surreal chakra poetics (&#8220;Red rose filling the skull / Yellow cube in the lower pelvis / Silver moon crescent below the navel&#8221;). The suite fades to grey with a traditional English carol (&#8220;Christmas Is Now Drawing Near&#8221;), rendered like an executioner&#8217;s song by Rose McDowall’s doomed, beautiful voice.</p>
<p>The Dais box set includes the entirety of the rare &#8216;Moon&#8217;s Milk Bonus Disc&#8217; CD-R / 2019 Threshold Archives Copal CD, which includes three collaborations with Thighpaulsandra. This material is as rich and intoxicating as the previous four phases, ranging from electro-acoustic singing bowl rituals (&#8220;Copal&#8221;) to dissonant electronic recitations of visionary Angus Maclise poetry (&#8220;The Coppice Meat&#8221;) to ominous classical melancholia (&#8220;Bankside&#8221;). Once again, Coil confirm the vastness of their confounding, infinite alchemy, explored and refined across decades of experimentation – both sonic and bodily. From post-industrial to post-everything, theirs is an art untethered, in the wilds of its own design.</p>
<p>~~~<br />
Audio remastered by Josh Bonati under supervision from Drew McDowall, William Breeze and Thighpaulsandra<br />
Original artwork restored by Steven Stapleton&#8221;</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4247265853/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>COIL: Musick To Play In The Dark²</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2022 04:50:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Peter Christopherson]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein gutes Jahr nachdem Dais Records „Musick To Play In The Dark“ wiederveröffentlicht haben, wird nun ein weiteres zentrales Album des imposanten Coil&#8217;schen Spätwerks wieder verfügbar gemacht. Die in „England&#8217;s Hidden Reverse“ nachzulesende Einschätzung David Keenans, der zweite Teil der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/04/30/coil-musick-to-play-in-the-dark%c2%b2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/04/a2258188040_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-29563" title="a2258188040_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/04/a2258188040_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ein gutes Jahr nachdem Dais Records <a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/">„Musick To Play In The Dark“</a> wiederveröffentlicht haben, wird nun ein weiteres zentrales Album des imposanten Coil&#8217;schen Spätwerks wieder verfügbar gemacht. Die in „England&#8217;s Hidden Reverse“ nachzulesende Einschätzung David Keenans, der zweite Teil der „Musick To Play In The Dark“-Serie „feels like an afterthought“ geht m. E. total an der Sache vorbei, <span id="more-29561"></span>denn natürlich verweist der Titel auf die Verwandtschaft mit dem Vorgänger und natürlich beziehen sich die Stücke &#8211; zumindest partiell &#8211; aufeinander (dazu später mehr), aber das ist nicht redundant oder derivativ zu verstehen. In der Rezension des ersten Teils konnte man <a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/">hier </a>lesen: „Im Jahr 2000 veröffentlichten Coil einen zweiten Teil, auf dem Ideen des Vorgängers wieder aufgegriffen wurden ohne auch nur einen Moment abgegriffen zu klingen“. Man möchte sich auch dem Rezensenten auf brainwashed anschließen, der beim Erscheinen des Albums im Jahr 2000 hoffte, es handele sich um eine <a href="https://brainwashed.com/common/htdocs/discog/graal004.php?site=coil08">„neverending series“</a>.</p>
<p>Eingeleitet wurde die Spätphase, in der Coil sich von ihrem solaren Fokus lösten, um die dann von ihnen als „moon musick“ bezeichnete Musik zu spielen, durch die vier „Equinox/Solstice“-EPs, auf denen endlich wieder John Balances Stimme/Texte in den Fokus rückten. Im Gegendsatz zum ersten Teil war Drew Mc Dowall nicht mehr dabei, der bzgl. der Aufnahmen zum Vorgänger schon <a href="https://www.thewire.co.uk/in-writing/interviews/drew-mcdowall-on-musick-magick-and-materiality">bemerkte</a>, dass die Zusammenarbeit dabei weniger kollaborativ als in den Jahren zuvor gewesen sei. Eingespielt wurde das Album vondem Trio  Balance, Christopherson und Thighpaulsandra.</p>
<p>„Something“, das das Album eröffnet, ist ein Stück, das man über Kopfhörer hören muss: Balances Stimme wechselt zwischen rechts und links, durchdringt den Kopf des Hörers, dann setzt wehender Wind ein, dunkle Drones kommen dazu, gegen Ende hört man Balances verfremdete Stimme, die kaum verstehebar „I know why the birdcage sings/It&#8217;s wrapped its song/Around everything“ intoniert. Bei diesem Stück hat man den Eindruck, man befinde sich auf einer winddurchzogenen Ebene und schaue hinauf zum Mond. Um auf anfangs angesprochene Verweise und Anknüpfungspunkte zurückzukommen: „Tiny Golden Books“ sieht Coil wieder ganz klar im Tangerine Dream-Modus. War das apokalyptisch betitelte „Red Birds Will Fly Out Of The East And Destroy Paris In A Night“ vom Vorgänger, das „Rubycon“ zitierte, aber weitgehend instrumental, so präsentiert der vokoderte Balance hier eine Vision, als er und Marc Almond unter dem Einfluss von MDMA eine Kreatur sahen, die ein Buch aufschlug. Auf Ray Bradbury anspielend, heißt es: „Dark they were, with golden eyes/Brought golden books from darkened skies/Every word from every world within was written down/They read it all aloud to us with silver tongues of fire“. Dagegen knüpft das von Klavier dominierte „Ether“ an „Red Queen“ an. Hier gibt es wieder die für Coil/Balance so typischen Wortspiele („It&#8217;s either ether or the other“), die Thematisierung des „responsible abuse of pleasure“ („I breathe out ether, a glass of ether“), die Anspielungen auf Frater Perdurabo („Betty May and Raoul Loveday“) und schließlich die Feststellung: „I&#8217;m going upstairs now/To turn my mind off “. Später sollte Sleazy den von Captain Beefheart entlehnten und von Balance zitierten Slogan „Please God Fuck My Mind For Good“ auf „The New Backwards“ als „Careful What You Wish For“ bezeichnen. An anderer Stelle <a href="https://threshold.greedbag.com/dept/~coil-albums-from-3/">bemerkte </a>er: „As with any Halcyon Days, over indulgence in the pleasures they offer can be dangerous.“ Auch auf dem sich dem Trip Hop annähernden „Paranoid Inlay“ thematisiert Balance seine Schwierigkeit, vom Alkohol loszukommen, auf das <a href="https://alcoholicsanonymous.com/aa-serenity-prayer/">Serenity Prayer </a>der Anonymen Alkoholiker anspielend: „Serenity is a problem/When you get this close to Heaven/But you really want to see/The wonders of the underworld “, um dann gegen Ende zu fragen: „What do I need to give up?/Crystalline ladders, shiny things, mirror-balls“. Auf dem Interludium „An Emergency“ singt Rose McDowall von Harmoniumdrones begleitet: „But I now find you here/In the darkness we share “ und man wird erinnert an das Stück „Rosa Decidua“ auf der „Autumn Equinox-EP“, auf dem Balance an Rose gerichtet sang/sprach: „Whichever stars we walk among/We both seek out the darkest red“. Eines der ergreifendsten Stücke auf dem Album ist das sehr reduzierte, primär auf einem Loop basierende „Where Are You?“, auf dem wieder das digitale Knistern eingesetzt wird und ab und zu Rose McDowalls gesamplete Vocals aus „An Emergency“ auftauchen und Balance fragt: „Is the cage you love the home you also hate?&#8221; Mit den schon <a href="https://www.timeless-shop.com/product/the-universe-is-a-haunted-house-coil-through-their-art-archives">1988 geschriebenen Worten </a>„I&#8217;ll wrap my last kiss in a bandage“ endet das Stück und als Hörer kann man (auch ohne die Kenntnis, was einige Jahre später passieren sollte) kaum unberührt davon bleiben. Das letzte, ebenfalls sehr reduzierte Stück „Batwings (A Limnal Hymn)“ lässt vor dem Wehen von Wind und minimalistischer Synthuntermalung Balance eine von  Sir Thomas Brownes <a href="http://penelope.uchicago.edu/misctracts/museum.html">&#8220;Musæum Clausum&#8221; </a>übernommene Liste mit Seltsamkeiten aufzählen. Nach etwa sieben Minuten fängt Balance an in einer Sprache zu singen, von der Sleazy <a href="https://brainwashed.com/common/htdocs/discog/graal004.php?site=coil08">sagte,</a> nur John kenne sie. Das Stück bekommt hier einen liturgisch-sakralen Charakter und beendet das Album angemessen.</p>
<p>Was lässt sich nach all den Jahre sagen? Um (zirkulär) auf den Anfang zurückzukommen: Der zweite Teil der Serie ist in der Tat weniger nachträglicher Gedanke als eine das Zyklische, Zirkuläre betonende Veröffentlichung. Wie hieß es schon im <a href="https://www.brainwashed.com/common/htdocs/publications/coil-1983-manifesto.php">Coil-Manifest</a> aus dem Jahre 1983 in einer Selbstbeschreibung: „A spell. A spiral. A serpents SHt round a female cycle. A whirlwind. A double helix&#8221;. Wenn man dieses Album wieder (und wieder) hört, dann kann man am Ende &#8211; „Tiny Golden Books“ zitierend &#8211; nur lapidar feststellen: „All space became a choir“. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.daisrecords.com/">Dais Records</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1995328423/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>COIL: Love&#8217;s Secret Domain</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2021 03:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor fast genau einem Jahr schrieb ich anlässlich der längst überfällgen Wiederveröffentlichung von Coils  meisterhaftem Spätwerk „Musick to Play In The Dark“, wie wichtig es sei, inmitten der ganzen semi- bis gar nicht offiziellen Sekundär- bis Tertiärveröffentlichungen die eigentlich wichtigen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/11/27/coil-loves-secret-domain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/a1120858132_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27894" title="a1120858132_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/a1120858132_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor fast genau einem Jahr<a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/"> schrieb ich</a> anlässlich der längst überfällgen Wiederveröffentlichung von <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coils  </a>meisterhaftem Spätwerk „Musick to Play In The Dark“, wie wichtig es sei, inmitten der ganzen semi- bis gar nicht offiziellen Sekundär- bis Tertiärveröffentlichungen die eigentlich wichtigen Alben Coils wieder verfügbar zu machen. Dass es von dem ursprünglich 1991 veröffentlichten dritten Album „Love&#8217;s Secret Domain“ nun verschiedene Versionen von zwei Labeln gibt<span id="more-27892"></span> (eine über Danny Hyde auf Infinite Fog, die andere unter Mitarbeit von Stephen Thrower auf dem reaktivierten Wax Trax), zeigt die noch immer problematische Rechtesituation – aber zumindest ist mit „Love&#8217;s Secret Domain“ nun ein Album wieder zugänglich, das nicht unerheblich zu Coils (Kult-)Status beigetragen hat.</p>
<p>Die Genese von „Love&#8217;s Secret Domain“ ist eine für Coil typische voller (Ver-)Änderungen, Abzweigungen und Modifikationen. Ursprünglich sollte der Nachfolger des 1987 erschienenen „Horse Rotorvator“ ein Album namens „The Dark Age Of Love“ werden: Auf dem danach veröffentlichten „Gold Is The Metal“, einer Sammlung mit Outtakes, Unveröffentlichtem und Alternativversionen, hieß es, das Album sei „the space between two twins“. Der dunkle(re) Zwilling des auch schon von Tod geprägtem „Horse Rotorvator“ sollte stark beeinflusst sein von den zahlreichen Toten, die die AIDS-Pandemie forderte und die auch in Coils Freundeskreis riesige Lücken gerissen hatte, blieb aber eine Totgeburt. Wie so oft bei Coil änderten sich die Pläne, u.a. kam die aufkommene Technobewegung mit ihrer <em>drug of choice</em> MDMA dazwischen. Aus weiteren Arbeitstiteln wie „120 Dalmations In Sodom“, „To Eat His Own“ oder „The Side Effects Of Life“ wurde schließlich „Love&#8217;s Secret Domain“, ein Album geprägt von Drogenexzessen (Rose McDowall wurde in Ecstasy bezahlt). Stephen Thrower <a href="https://thequietus.com/articles/30197-coil-loves-secret-domain-reissue">meinte </a>kürzlich noch angesichts der Wiederveröffentlichung bzgl. seines Verlassens der Band und der Rolle, die Substanzabusus dabei spielte: „I can&#8217;t really see how it could have been avoided, because the hedonism, and the experimentation, and the deliberate cultivation of delirium was all part of Coil&#8217;s raison d&#8217;etre. You couldn&#8217;t strip it away at that time and still have Coil, so it was inevitable really that we were going to crash and burn.“</p>
<p>Bezeichnenerweise wurden die beiden Stücke als Singles ausgekoppelt, die mit am stärksten von der Tanzmusik der Zeit beeinflusst waren: „Windowpane“ (zu dem Sleazy ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GRYMbIuil8c&amp;ab_channel=ElectroPagan">Video</a> drehte, das Balance tanzend inmitten des Mekongs zeigte) und das weitgehend instrumentale „The Snow“. In<a href="http://strangeattractor.co.uk/shoppe/englands-hidden-reverse/"> <em>England&#8217;s Hidden Reverse</em></a> meint Stephen Thrower zu letzterem: „I loathed [it] from day one“. Aus der Distanz <a href="https://thequietus.com/articles/30197-coil-loves-secret-domain-reissue">betrachtet</a> sieht seine Einschätzung ein klein wenig anders aus: „I can now listen to ‘The Snow’ on LSD from a detached perspective and quite enjoy it, in a toe-tapping sort of way. But at the time I just thought it sounded too much like a wholesale influence imported almost intact from another musical field instead of being perverted, twisted and spun in interesting ways. “ Tatsächlich ist &#8220;The Snow&#8221; vielleicht das am wenigsten gut gelalterte Stück und eigentlich primär Musik für die „Knechte des Metronoms“ (Tietchens), aber wenn man bedenkt, dass Coil auf all ihren Veröffentlichungen oftmals ein weites Netz unterschiedlichster Referenzen erschufen &#8211; in der Wax Trax-Edition spricht Drew Daniel in seinem umfangreichen Essay zu Recht  von dem Album als „a delirious array of references“ &#8211; , dann lohnt sich auch hier ein näherer Blick: Da taucht gegen Ende des Stücks die Stimme Frater Perdurabos (vulgo: The Great Beast) auf und samplen Coil einen Melodieschnipsel des Traditionals „The Oak And The Ash“ in der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MhYFzaWlQz8&amp;ab_channel=oiznas">Interpretation</a> von The King&#8217;s Singers, ganz so, als wollten Sleazy, Balance und Thrower eine, ihre ganz eigene alternative englische (Folk-)Tradition (er)schaffen – tatsächlich England&#8217;s Hidden Reverse. Auf den Remixen des Stücks, die sich auf der Singleveröffentlichung finden, erweitert sich der Refrenzrahmen, exemplarisch im bezeichnenderweise „Answers Come In Dreams“ betitelten Remix von Jack Dangers, in dem Coil die gleiche Stelle aus Peter Brooks Version von Peter Weiss&#8217; &#8220;Marat/Sade&#8221; samplen wie Current 93 einige Jahre zuvor auf ihrem Album „Christ And The Pale Queens“. Letztlich ist jedes Stück von Coil ein eigenes Universum (und wir wissen schließlich:<a href="https://www.timeless-shop.com/product/the-universe-is-a-haunted-house-coil-through-their-art-archives/#:~:text=THE%20UNIVERSE%20IS%20A%20HAUNTED%20HOUSE%20%3A%20COIL,%2035%20%C3%97%2025%20%C3%97%208%20cm%20"> „The Universe Is </a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=kOlxEezOYlA&amp;ab_channel=KostasCoil888">A Haunted House</a>“.).<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/X5a7df6O5PE" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Coil konnten sich &#8211; dank Sleazys Arbeit als Regisseur zahlreicher Musikvideos &#8211; in verschiedenen Studios State of the Art-Technik leisten und nutzten ausgiebig Sampling, wie z.B. auf dem Opener „Disco Hospital“, auf dem Worte zerhäkselt und in Fragmente aufgelöst werden. Das irritiert, verstört, so wie es im fast schon oxymoronischen Titel anklingt. Ein Höhepunkt des gesamten Albums ist „Chaostrophy“, auf dem man meint, es werde im Radio nach Sendern gesucht, Streicher- und Oboepassagen lassen sich in einem Sturm aus Statik erahnen, verschwinden, um dann am Ende kurzzeitig aufzutauchen. Wie hier scheinbar Harmonisches und Dissonantes kontrastiert und dann letztlich synthetisiert wird, ist beeindruckend. Annie Anxiety tritt auf dem schleppenden „Things Happen“ in der Persona einer Prostituierten in El Salvador auf, um einen Stream of Consciousness-Monolog vorzutragen (nachdem sie, wie man bei Drew Daniel erfährt, mit John Balance auf dem Weg von der U-Bahnstation zum Studio ausgiebig dem Whisky zugesprochen hatte). Auf den zwei Teilen von „Teenage Lightning“ (die auf „Lorca Not Orca“ als Wiedergänger im Flamencogewand auftauchen) ist Balances Stimme verfremdet: &#8220;Don&#8217;t be alarmed/It will not harm you/It&#8217;s only lightning&#8221;. „Where Even The Darkness Is Something To See“ ist von Didgeredoo durchzogen. „Further Back And Faster“ verweist auf Charles Laughtons einzige Regiearbeit, den somnambulen „The Night of the Hunter“, mit Robert Mitchum als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jcTv-BEwabk&amp;ab_channel=Movieclips">bizarrer Prediger</a>: &#8220;See his hands/Tattooed fingers/Tattooed fingers HATE&#8221;. Neben eher rhythmischen Stücken gibt es das wunderschöne Instrumental „Dark River“ (Jahre später sollten Coil „London&#8217;s Lost Rivers“ beschwören) oder das von Marc Almond gesungene &#8220;Titan Arch&#8221;, auf dem unterirdische Monarchen auftauchen, die auf Kenneth Grant/H.P. Lovecraft verweisen („They walk serene/In spaces between“). Im Titelstück, mit den schleppend-wuchtigen Drums von Charles Hayward von This Heat, wird an Hoffmanns „Sorgenkind“ erinnert, an Blakes „The Sicke Rose“, wortspielend an Aleister Crowley (&#8220;the vision and the void&#8221;), an Roy Orbinsons &#8220;In Dreams&#8221; und damit unweigerlich auf dessen Rolle in David Lynchs „Blue Velvet“. In der Tat muss man dann konstatieren: „innocence is dripping red“.</p>
<p>Das Artwork von Steven Stapleton passt zu diesem schier unerschöpflichen Album.  Im Infinite Fog-Booklet spricht Stapleton über die Entstehungsgeschichte und den Schaffensprozess.</p>
<p>Die Wax Trax- und Infinite Fog-Versionen unterscheiden sich von der Herangehensweise: Beide inkludieren auch auf Vinyl die Tracks, die damals nur auf CD zu finden waren. Die Infinite Fog-Version hat Bonusmaterial (Alternativversionen, die von Balance gesungene Version von „The Dark Age of Love“) und Linernotes von Stapleton und Danny Hyde, die Wax Trax-Version den bereits zitierten Essay von Drew Daniel, in dem dieser auch damalige Mitstreiter (Little Annie, Marc Almond, Rose McDowall etc.) interviewt. Ansonsten konzentriert man sich auf dieser von<a href="http://www.bonatimastering.com/"> Josh Bonati</a> neu gemasterten Version auf das Ursprungsalbum.</p>
<p>Rückblickend lässt sich vielleicht auch nooch deutlicher verstehen, warum Coil Schwierigkeiten hatten, den geplanten Nachfolger &#8220;Backwards“ fertigzustellen, denn verglichen mit &#8220;Love&#8217;s Secret Domain&#8221; klangen diese Aufnahmen dagegen doch konventionell(er).  (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://infinitefog.bandcamp.com/">Infinite Fog</a>, <a href="http://waxtraxchicago.bigcartel.com/">Wax Trax</a><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=905925616/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jan 2018 01:15:37 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14761" title="current93thunderperfectmind" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Current 93 in den frühen 90ern das Album „Thunder Perfect Mind“ herausbrachten, war die mediale Aufmerksamkeit und die Möglichkeit von Publicity für derartige Musik noch weitaus gringer als heute, wo diverse Kanäle wie Newsletter und Social Media die Erwartung auf einen Tonträger anheizen und die Gespanntheit auf einen eventuellen Meilenstein schüren können. War man nicht im Postverteiler der entsprechenden Vertriebe oder stand im Kontakt mit dem einen oder anderen Musiker, dann erfuhr man irgendwann aus der einschlägigen Presse von den gerade erschienenen Releases, und so erblickte das vorliegende Album auf fast etwas<span id="more-11540"></span> unspektakuläre Art das Licht der Welt. Dass es sich dabei um eine der größten Wegmarken im Werk der Gruppe um David Tibet handeln sollte, stellte sich erst heraus, als das Album mehr und mehr Einzug in die Plattenregale nahm, mehr noch als man einige Jahre und Veröffentlichungen später auf dieses Album zurückblicken konnte.</p>
<p>Und „Thunder Perfect Mind“ war eine Wegmarke in vielfacher Hinsicht. Es war das erste Album, auf dem der christlich-esoterische Einschlag, der von Beginn an in Tibets Werk präsent war, der oft jedoch einen eher eigenwillig ambivalenten Eindruck erweckte, zur zentralen, eindeutig positiv konnotierten Säule des Grundtenors wurde. Freilich, Zeilen wie „And I believe, Christ is the Son of God“ gab es bereits, aber hier wurde ein ganzes Album nach einem gnostisch-christlichen Text in koptischer Sprache benannt, was auf Tibets später noch intensivere Beschäftigung mit solcher Literatur und der Koptologie vorausweist.</p>
<p>Ebenfalls wurde auf diesem Album deutlich, dass die seit „Swastikas for Noddy“ vollzogene Hinwendung zum Songwriting und zu akustischer, im weitesten Sinne folkiger Musik nicht als kurzlebiges Strohfeuer in die Bandgeschichte eingehen sollte, sondern für viele Jahre ein musikalisches Markenzeichen Current 93s sein sollte, die Mitwirkung von Tibets Heldin Shirley Collins ist in dem Zusammenhang ein symbolisch aussagekräftiges Statement. Auch in persönlicher bis personeller Hinsicht ist „Thunder Perfect Mind“ bedeutsam. Dass es ein identisch betiteltes Nurse With Wound-Album gibt und Stephen Stapleton nach wie vor mit an Bord war, kann als bemerkenswerte Antithese gegen Tibets Abwendung von experimentellen Klängen gelesen werden. Darüber hinaus war „Thunder Perfect Mind“ das letzte Album mit Douglas P. und Rose McDowall, dagegen das erste, auf dem Michael Cashmore der Musik mit seinem pastoralen Gitarrenpicking den Stempel aufdrücken sollte.</p>
<p>Einige der Songs auf dem Album sind heute Klassiker, werden immer mal wieder bei Konzerten gespielt und erfreuen ungebrochen das schwarze Volk in den entsprechenden Clubs. Andere dagegen sind nahezu vergessen, außer natürlich bei denen, die das Album am Stück hören. Zu den ersteren zählen „The Descent of Long Satan and Babylon“, ein mysteriöser Akustiksong mit Anspielungen auf die Offenbarung des Johannes, bei dem Tibets eigenwilliger Sprechgesang, Cashmores sanfte Gitarre und Joolie Woods Flöte einem an Collins erinnernden Folksound sehr nah kommen. Unvergessen „In the Heart of the Woods and what I Found there“, bei dem &#8211; in Anspielung auf die Legende des Heiligen Eustachius &#8211; zu einer einprägsamen Geigenmelodie Christus erscheint, oder „A Song for Douglas after he&#8217;s dead“, eine rührende Hommage an den mittlerweile verflossenen Freund inklusive Trauermarsch. Ebenfalls in die Kategorie zählen Stücke wie „A Sadness Song“, bei dem Tibet mit seiner eigenwillig androgynen Kopfstimme einen der melancholischsten Momente seiner Diskografie entstehen lässt, ferner „Mary Waits in Silence“, das von einer mir unbekannten Renate Birulf gesungene „Riverdeadbank“ oder das wunderschöne Sand-Cover „When the May Rain Comes“.</p>
<p>In diesen und ähnlichen Stücken wirkt der noch frische Folksound der Band nicht freakig oder Stilgranzen überschreitend, sondern auf eingängige Art ernsthaft, und er vermag – durchaus romantische oder nostalgische – Bilder einer pastoralen englischen Fantasiewelt heraufzubeschwören, einer Welt, die allerdings immer noch zu gebrochen erscheint für reinen Eskapismus, die einen Beigeschmack der Bitteren, Grenzwertigen gerade in ihrer unschuldig anmutenden Schönheit um so wirkungvoller zum Zug kommen lässt. Louis Wain, von dem das Artwork zum Original-Cover ist – ebenfalls erstmals im Kosmos der Band – hätte diese Landschaft malen können. Dazu passen dann auch die etwas schrägeren Akustiknummern, die sich zwischen die anderen Songs geschlichen haben, Stücke wie „Rosie Star Tears from Heaven“ oder „All the Stars are Dead now“.</p>
<p>Doch „Thunder Perfect Mind“ ist ohnehin gar nicht als homogenes Werk konzipiert, das musikalisch wie aus einem Guss wirken sollte. Ausgerechnet die beiden Teile des Titelstücks haben keine Songstruktur, mit ihren minimalen melodischen Mustern knüpfen sie aber auch wenig an frühere Soundscapes an. Mit leicht verfremdeter Stimme rezitiert Tibet Passagen über die dualistische Natur der Gottheit, begleitet von der gehauchten Stimme Rose McDowalls. Ebenfalls heraus sticht das textlich kontroverse &#8220;Hitler as Kalki (SDM)&#8221;: Zu Nick Salomans Gitarrensoli und zum Bassspiel eines Musikers, der sich heute wahrscheinlich lieber die Hand abhacken würde, als sich daran zu beteiligen, wird hier die Katastrophe des Weltkriegs mit aus dem Hindu-Kosmos stammenden Prophezeihungen über das Ende des aktuellen Weltzyklus in Verbindung gebracht. Das Lied ist, wie später ein ganzes Album, seinem Vater gewidmet, der im Krieg gegen Nazi-Deutschland im Einsatz war. Mehr noch als die eher noiserockigen Stücke auf der recht heterogen ausgefallenen &#8220;Horsey&#8221; ist dieses Stück Current 93s erster Ausflug in psychedelisch konnotierte Rockmusik.</p>
<p>Dieses breite Stilsprektrum zwischen Song und Soundscape, zwischen Folk, Abstraktem und Psychedelischem, das einem sofort ins Auge fallen muss, wenn man den Fokus nicht nur auf die &#8220;Hits&#8221; lenkt, ist sicher ein Grund, warum &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; zu den herausragenderen Alben der Band zählt, aber letztlich sind dies ebenso wie der breit gefasste inhaltliche Rahmen Dimensionen, die man mit der einen oder anderen Schwerpunktverschiebung in fast allen Current 93-Alben findet. Es gab in der Bandgeschichte immer Phasen, die von einer besonderen Frische und Aufbruchstimmung geprägt waren, während man anderen Karriereabschnitten anmerkte, dass es wieder einmal Zeit für einen Häutungsprozess war. Ich denke, dass &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; auch sehr davon lebt, in einer der erstgenannten Phasen entstanden zu sein. Unlängst wurde das Werk in von The Bricoleur remasterter Version und mit neuem Artwork von Ania Groszynska auf Doppel-LP wiederveröffentlicht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: The Spheres</strong></p>
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		<title>CURRENT 93: Swastikas for Noddy &amp; Crooked Crosses for the Nodding God (2LP-Re-Release)</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2015 14:45:38 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10679" title="swast1-250x250" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für viele ist &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; eines der essenziellen Current 93-Alben, und schon allein im Hinblick auf den musikalischen Richtungswechsel, den die Platte einleitete, spricht einiges für ihren Ausnahmestatus. In der ersten Schaffensphase der englischen Band, die sich über die gesamte Mitte der 80er Jahre hinzog, stand Current 93 für lange, alptraumhafte Soundscapes, in denen David Tibet auf Alben wie &#8220;Nature Unveiled&#8221;, &#8220;Dog&#8217;s Blood Rising&#8221; und &#8220;Dawn&#8221; seine Hörer wie ein vollends dem Wahn verfallener Vergil auf einen Höllentrip mitnahm, bei der er ein tobendes Inferno aus Okkultismus, Paranoia und apokalyptischen Visionen entfachte. Keine noch so<span id="more-10678"></span> bemühte Doom- oder Death Industrial-Band kam später an diese tiefe Schwärze heran, die einzige Ausnahme &#8211; die schwedischen Abruptum &#8211; stammt aus dem Black Metal. Nach etwa drei bis vier Jahren schien dieses Konzept in seiner Reinform ausgereizt, immer mehr suchte Tibet nach anderen, stilistisch offeneren und atmosphärisch subtileren Ausdrucksweisen, und so entstanden Alben wie &#8220;In Menstrual Night&#8221; und das &#8211; letztlich verspätet erschienene &#8211; &#8220;Imperium&#8221;, bei dem erstmals lange Textpassagen und in Teilen akustische Klänge jenseits von Samples vorkamen.</p>
<p>Angesichts dieser eher gemächlichen &#8211; und in Subkulturen (vgl. Swans, Bad Seeds, Neubauten) nicht ungewöhnlichen &#8211; Entwicklung von Abstraktion und Härte zu einer wohlklingenderen und inhaltlich zugänglicheren Ästhetik musste das 1988 erschienene Swastikas-Album wie ein Hoax wirken. Eingebettet in launig anmutende Beschwörungen der Runen, latent xenophobe Verwünschungen aus einem furchteinflößenden Druidenmund und cartoonhaft-nihilistische Kommentare über den Stand der Menschheit bietet die Platte vor allem kurzweilige Folksongs, eingespielt von einer Horde zugedröhnter Dilletanten, die weder vor Traditionals wie &#8220;Oh Coal Black Smith&#8221; noch vor Klassikern wie Blue Oyster Cults &#8220;Summer of Love&#8221; und Strawberry Switchblades &#8220;Since Yesterday&#8221; halt machten &#8211; und warum sollten sie auch, war Rose McDowall von letzterer Band doch eine der zentralen Figuren von Tibets Combo, in der hier außerdem Douglas P., Freya Aswynn, Ian Read und Boyd Rice eine zentrale Stellung einnahmen.</p>
<p>Dass die im besten Fall drei Akkorde, die Pearce auf dem Album zusammenschrammelt, nicht langweilen, verdankt sich den vielen bizarren Ideen, die hier verbraten werden, und dass das Stelldichein von Noddy (in der Melodie von &#8220;Ein Schneider fing &#8216;ne Maus&#8221;) und Nietzsche (&#8220;That which is falling&#8230;&#8221;) zusammen mit der Schlarlachroten Frau und dem einäugigen Gott harmoniert, muss man erst einmal so gut hinbekommen. Dass hier die Spätphase der Flower Power-Ära, als die schönen Hippie-Ideale zu bröckeln begannen, beschworen wird, ist für die Subkultur der 80er nicht ungewöhnlich und knüpft deutlich an Psychic TV und die Industrial Culture an, ebenso nimmt es einiges von der Neofolk-Attitüde vor allem im angelsächsischen Raum vorweg, die hier eine ihrer Initialzündungen erfuhr. Dass Tibet von solchen Genre- und Szenekontexten später nichts wissen wollte und sich wenn eher ironisch bis ablehnend darauf bezog, ist eine andere, durchaus lange Geschichte.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10970" title="crookedcrossesc93" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn in der darauffolgenden Zeit viele Releases der Band einen (im weitesten Sinne) folkigen Touch hatten, wirkt &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; rückblickend doch eher wie eine Ausnahmeerscheinung &#8211; der unbekümmerte Dilettantismus des Albums verschwand schnell aus dem Stilrepertoire Tibets, ebenso der trotz allen Augenzwinkerns ätzende, nihilistische Ton und der wohl primär Aswynn und Read geschuldete Bezug zum nordischen Heidentum. Vor allem aber würden wohl die meisten Fans heute sagen, dass ein Current 93-Album ohne die Mitwirkung zumindest eines Nurse With Wound-Mannes (im Klartext damals: Stephen Stapleton) doch eine eher halbe Sache ist. Stapleton hat auf &#8220;Swastikas&#8221; tatsächlich ein paar Schräubchen gedreht, doch seine Stunde sollte erst kurz darauf kommen, als er aus den Songs ein komplettes Remixalbum unter dem Titel &#8220;Crooked Crosses for the Nodding God&#8221; anfertigte. Was &#8220;Crooked Crosses&#8221; gegenüber &#8220;Swastikas&#8221; ausmacht, ist der surreale &#8211; manche würden vielleicht sagen psychedelische &#8211; Grundcharakter, der sich in verschwurbeltem Dröhnen und in klanglichen Spielereien ausdrückte, die in dem Fall eher dilirierend als kindlich wirkten. Sehr stark ist z.B. das noisige Rauschen, das das aus &#8220;Benediction&#8221; und &#8220;Malediction&#8221; entstandene &#8220;He is Everywhere Nowhere&#8221; umhüllt, oder die noch schmissigere Version des schwarzen Schmiedes mit Tony Wakeford an der Gitarre.</p>
<p>Ob man nun eher &#8220;Swastikas&#8221; oder &#8220;Crooked Crosses&#8221; mag, ist unter Current-Fans seit jeher eine interessant Gretchenfrage, und oft markiert sie eine Trennlinie zwischen denen, die eher dem Neofolk oder doch eher experimentelleren Musikformen zugeneigt sind. Dass das Material aber überhaupt in zwei Versionen erschien, implizierte schon recht früh eine Spaltung durch die World Serpent-Family, deren Tragweite erst zum Ende des Kult-Vertriebes Jahre später deutlich werden sollte. Gerade diejenigen Fans, die eher den Gothic- und Dark Folk-Communities zuzurechnen sind, stehen im Verdacht, die neuen Alben zwar alle brav zu erwerben, sie aber nach einmaligem Auflegen ins Regal verbannen um dann wie gewohnt nur &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; und eben &#8220;Swastikas&#8221; zu hören &#8211; jüngere Semester oft nur noch über Bandcamp. Gerade die dürfen sich freuen, dass die beiden lange vergriffenen Platten nun wieder zu haben sind, direkt im Doppelpack und in klanglich merklich verbesserter Gestalt nebst bislang unbekanntem Bildmaterial von Ruth Beyer.</p>
<p>Wer Current 93 dagegen über die David Keenan-Schiene rezipziert und am liebsten in der Volksbühne und der Berliner Zeitung getagged wissen will, der muss die Tatsache, dass die Swastika hier in einem Kontext steht, in dem das Schwache zertreten wird, der Ruin des schönen (oder blonden) Landes durch Brunnenvergifter beklagt wird und zum zweiten Mal der Satz &#8220;This destiny did not tire&#8221; verbraten wird, wohl über die Komik abwiegeln. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.copticcat.ca/">Coptic Cat</a></strong></p>
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		<title>NATURE AND ORGANISATION: Snow Leopard Messiah</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2015 05:13:35 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/NatAndOrgSnowLeopardMessiah.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-10632" title="NatAndOrgSnowLeopardMessiah" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/NatAndOrgSnowLeopardMessiah.jpg" alt="" width="167" height="150" /></a>Um den Werdegang von Michael Cashmore zu verstehen, muss man sich v.a. von der Vorstellung verabschieden, dass der Kopf einer Band oder eines Musikprojektes immer die Person am Mikrophon sein muss. Schon in seiner Zeit bei Current 93 war der Gitarrist weit mehr als ein ausführendes Organ, sondern drückte der Musik seinen unverkennbaren Stempel auf. Seine scheinbar einfachen, in Wirklichkeit aber äußerst feinsinnigen Kompositionen bezeugen eine ganz eigene Handschrift, die man im Vergleich zu Current 93-Alben ohne seine Mitwirkung sofort heraushört. Als in den frühen 90ern vermehrt Tonträger von Cashmores eigenem Projekt<span id="more-10631"></span> Nature and Organisation erschienen, betrachteten es einige als reines Nebenprojekt, da David Tibet bei den meisten Stücken sang. Man musste mit Platten wie „Beauty Reaps the Blood of Solitude“ oder der EP „A Dozen Summers Against the World“ schon eine tiefere Freundschaft eingehen, um ihren eigenen Stil zu erkennen.</p>
<p>Der aus der Region um Birmingham stammende Cashmore begründete Nature and Organisation schon Jahre vor dieser Zeit. 1986 erschien ein Tape, auf dem er unter diesem Namen sowie als Bone Clinic noisige Kollagen herausbrachte, die im Kern vieles enthielten, was seine Musik bis heute ausmacht: Schöne, damals an spanische Folklore angelehnte Gitarrenmotive und eher harsche Sounds, die noch sehr in der Tradition der Industrial Culture standen; emotionaler Überschwang in Form eines heillosen Chaos, ebenso wie die zahlreichen Details zur Ruhe gezwungen durch eine fast bildhauerische Form, bei der kein Aspekt dem Zufall überlassen scheint. So ausbalanciert Cashmores Musik seit jeher anmutet, herrscht unter ihrer Oberfläche ein mühsam gebändigter Widerstreit, der sich – ob intendiert oder nicht – auch im Bandnamen spiegelt. Er scheint für eine Art asketischer Strenge zu stehen, die sich bis heute in Cashmores Arbeiten findet, auch wenn man sie oft nur vage hinter der sanften Schönheit seiner Musik erahnt.</p>
<p>Auf der bald erscheinenden 2CD „Snow Leopard Messiah“ sind diese Aufnahmen nicht enthalten, doch ihr Echo findet sich auch in den Werken, die in den 90ern im Dunstkreis der World Serpent-Family entstanden sind. Das 1994 erschienene und seit einer gefühlten Ewigkeit vergriffene „Beauty Reaps the Blood of Solitude“ gilt vielen als einer der Klassiker des Apokalyptik Folk, enthielt es doch die dramatische ebenso wie die wehmütige Seite dieser Musik in einer bemerkenswerten Ausgewogenheit, und mit David Tibet, Douglas P. und Rose McDowall sind einige der Protagonisten des vermeintlichen Genres beteiligt. Das Werk beginnt mit einem monumentalen Intro, das auf ein bedrohlich-apokalyptisches Szenario einstimmt. Wenn Rose die Hörer in der darauf folgenden Version des „Wickerman Song“ sanft in den Schlaf wiegt, ist alles wieder offen, denn bis dahin erinnert die atmosphärische Bandbreite an ein kleines Spagat.</p>
<p>Das Gros der Platte machen Stücke mit Texten und Gesang von Tibet aus, dessen Stimme damals auch in den rezitativeren Momenten noch Markanz bewies, ganz im Gegenteil leider zu den eher müden Endlosvorträgen von heute, an deren Saft- und Kraftlosigkeit auch die berühmtesten Folk-, Rock-, und Jazzmusiker der Welt nichts ändern. Das beliebte „Bloodstreamruns“, aber auch „Bonewhiteglory“, „Skeletontonguedworld“ und „Tears for an Eastern Girl“ hätten sich teilweise gut auf Current 93s „Of Ruin or Some Blazing Starre“ gemacht &#8211; die apokalyptischen Reiter, lachende und weinende Kinder, die London Bridge in Flammen und viele weitere Motive waren damals Current pur, ebenso Cashmores finger pickings und die durch all dies evozierte pastorale Besinnlichkeit. Es sind nicht nur die Streicher, die den Stücken etwas Eigenes verleihen, denn der Gesamteindruck wirkt in Ganzen konzentrierter als die vergleichsweise erratischen Werke von Tibets bekannterer Band. Einen Kontrapunkt zu den folkigen Stücken bilden zudem die weitgehend instrumental gehaltenen Interludien, die – besonders „Obsession Flowers as Torture“– recht martialisch anmuten, ebenso Pierce&#8217; Beitrag „My Black Diaries“, das auch als DIJ-Track auf einem Sampler veröffentlicht wurde. Dier hier enthaltene Version ist die dynamischere.</p>
<p>Von den beiden Bonustracks, die die erste Seite abrunden, gehört nur „A Dozen Winters of Loneliness“ in diese Phase, das Brel/McKuen-Cover „To You“ (mit Gesang von Stephen Harry Mason eines der schönsten Stücke von Nature and Organisation) könnte man als Link zur Spätphase betrachten, die ganz im Zeichen des zweiten Albums steht. „Death in a Snow Leopard Winter“ ist ein Fragment geblieben, bei dem Cashmore am Piano von einem Streichquartett begleitet wird, ursprünglich waren Bläser, Gesang und einiges mehr vorgesehen. Man sollte das Wort Fragment aber Cashmores Bescheidenheit zuschreiben, denn ohne entsprechendes Wissen fällt die Unvollendetheit nur an wenigen Stellen auf. Die aus zwölf Sätzen bestehende Musik ist leitmotivisch aufgebaut, findet immer wieder ihren Ausgangspunkt bei zurückgenommenen Passagen, die beinahe in Stille übergehen. Ausgehend von diesen kontemplativen Momenten schwingt sich die Musik jedoch mit expressivem Streichereinsatz zu immer wieder neuen Höhen empor. Was die musikalischen Zutaten betrift, hat das Album nur wenig mit seinem Vorgänger gemein, und von der Musik her hätte es auch schon in die Zeit gepasst, als Cashmore unter seinem eigenen Namen veröffentlichte – man denke an die EP „The Snow Abides“ mit Antony und das aller (Melo-)Dramatik enthobene „Sleep England“.</p>
<p>In der meditativen Konzentriertheit des „Snow Leopard“-Albums oder des gerade genannten Soloalbums entdeckt man vieles, was sich etwas versteckter auch da findet, wo diverse Sänger den vorderen Bühnenraum einnehmen. Ein ganzer symbolischer Kosmos an Nature and Organisation-Motiven öffnet sich aber beim Blick auf Außermusikalisches wie Titelgebung und Artwork. In diesem Motivkomplex aus Vitalität und Vergänglichkeit, Begierde und Schmerz, Schönheit und Trauer – mit einer pathosgetränkten Bildwelt aus Rosen und Statuen, die oft mehr an Death in June als an Current 93 erinnert – steckt vieles, das gerade in den Kollagen des Coverartworks chaotisch durcheinander gewirbelt wird und seltsame Hybride aus Organik und Mechanik, aus Mensch, Tier und Kunstwerk bildet. Die Kollagen selbst wirken wie eine Momentaufnahme davon, wie die für ein Sekundenbruchteil eingefrorene Unruhe, in der all dies koexistiert. Auch hier, die Strenge und der Wunsch, alles in eine umfassende Form zu bringen. All dies bildet den Rahmen, der die Beiträge von Tibet und anderen so ganz anders kontextualisiert. Gerade das Pathos aber und die offene Brutalität dieses Symbolismus ist aus Cashmores späteren Arbeiten nahezu verschwunden. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trisol.de/">Trisol</a></strong></p>
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		<title>SIMON FINN: Accidental Life</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:28:10 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Simon-Finn1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-555" title="Simon-Finn1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Simon-Finn1.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>War der nach einer jahrzehntelangen Pause veröffentlichte Nachfolger von “Pass The Distance” namens “Magic Moments“ ein im Hotel2tango aufgenommenes Album in kleiner Besetzung (Simon Finn, Joolie Wood) und nur etwa eine halbe Stunde lang, ist der Nachfolger opulenter ausgefallen – zumindest was  Zahl der Beteiligten und eingesetzte Instrumente betrifft. Da gibt es wieder die  melancholischen Songs wie “Blood And Bone“ oder “Neutered Air“ oder das großartige Titellied<span id="more-554"></span>, das sich mit seinen Zeilen  “From our accidental birth/’til our unknown demise/Debating what came first in this accidental life“ als ultimativer Kommentar auf das Leben lesen lässt, es finden sich narrative Songs wie “Johnny Westward“ oder das fast schon an späten JOHNNY CASH erinnernde “A Soldier’s Brag“.</p>
<p>Die Backingvocals von Rose McDowall und Danielle Dax, die E-Gitarre von Karl Blake, die Congas, die Tony Uter spielt,  David Toops (dem einzigen, der neben Finn auch am Debüt beteiligt war) oder Joolie Woods zahlreiche Beiträge  – all diese Elemente geben dem Album einen fertigeren Charakter als dem Vorgänger und man hört das Geld, das in die Produktion gesteckt wurde, gleichzeitig wird auch bei jedem einzelnen Song deutlich, dass es hier primär um Simon Finns Stimme und sein Gitarrenspiel geht und natürlich um seine oft beeindruckenden Texte (es finden sich großartige Zeilen wie “Without memories I’m blind“ oder “He was lonelier than Cain before his fall“, um nur zwei von vielen zu nennen). Das ist (natürlich!) kein Neofolk oder Weird Folk oder was auch immer man für ein Präfix hinzufügen möchte, sondern einfach nur Folk, der zeitlos ist und der deutlich macht, dass Folk auch ohne eine weitere Qualifizierung noch spannend sein kann. Das Cover mag an die James Bond-Anfangssequenz erinnern, aber den Songs fehlt natürlich das Physische, ungebrochen Maskuline, der Sprecher erkennt, dass er “Deeply Flawed“ ist, was man von dem Album nicht gerade behaupten kann. (M.G.)</p>
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