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	<title>African Paper &#187; Steven Stapleton</title>
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		<title>NURSE WITH WOUND: The Grave And Beautiful Name Of Sadness</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jan 2025 02:03:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es mag für viele (auch den Verfasser dieser Zeilen) inzwischen schwierig geworden sein, sich in dem schier unübersichtlich gewordenen Werk Nurse With Wounds und Steven Stapletons noch zurechtzufinden &#8211; Hilfe bietet noch immer die Brainwashedseite &#8211; , aber es lohnt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/01/11/nurse-with-wound-the-grave-and-beautiful-name-of-sadness/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/GRAVEANDBEAUTIFULLPCOVER_1024x10241.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44384" title="GRAVEANDBEAUTIFULLPCOVER_1024x1024" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/GRAVEANDBEAUTIFULLPCOVER_1024x10241-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es mag für viele (auch den Verfasser dieser Zeilen) inzwischen schwierig geworden sein, sich in dem schier unübersichtlich gewordenen Werk <a href="http://africanpaper.com/tag/nurse-with-wound/">Nurse With Wounds</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/steven-stapleton/">Steven Stapletons </a>noch zurechtzufinden &#8211; Hilfe bietet noch immer die <a href="https://brainwashed.com/nww/music.php?site=nww">Brainwashedseite</a> &#8211; , aber es lohnt immer wieder, wie auch gerade diese Veröffentlichung von zwei Tracks aus dem Archiv beweist.<span id="more-44381"></span></p>
<p>Die Genese des (auf dem jüngst veröffentlichten Vinyl nicht vorhandenen) Ursprungstracks „The Grave And Beautiful Name Of Sadness“ ist ähnlich verwirrend, verzweigt und verwinkelt wie das Werk des Wahliren, wurde dieser lange Track doch ursprünglich von Steven Stapleton und Geoff Cox-Dorée 1984 eingespielt, ein Mix fand sich dann auf dem „Lumb&#8217;s Sister“-Album, ursprünglich als Soundtrack für Chris Wallis&#8217; gleichnamigen Film konzipiert (von dem wohl nur noch ein<a href="https://www.youtube.com/watch?v=kEgrsRjwCQU&amp;ab_channel=o0oTKio0o"> hier</a> zu sehendes Fragment erhalten ist). Schließlich erschien der lange Track 1991 auf David Tibets and Steven Stapletons Album „The Sadness Of Things“ und man konnte dann das repetitive, dunkel-dröhnende Stück in Gänze hören. Auf dieser CD fand sich der Hinweis, es sei der Soundtrack für Diana Rogersons Film „Twisting The Black Threads of My Mental Marionettes“.</p>
<p>Das Stück antizipiert vielleicht etwas das Meisterwerk „Salt Marie Celeste“ und ist musikalisch sicher näher an dem auf keiner Ambientliste fehlenden Klassiker „Soliloquy For Lilith“ als an Alben wie „Rock &#8216;n Roll Station“ oder an dem, was die Band nach ihrer Neu(er)findung als Liveband manchmal spielt. „The Grave And Beautiful Name Of Sadness“ (mit einem vielleicht doppeldeutigen „grave“ im Titel, dessen Bedeutung als Nomen sich Mercutio im Gespräch mit Romeo zu eigen macht, kurz bevor er die sich befehdenden Familien verflucht) ist ein Stück, das immer wieder den Eindruck erweckt, etwas Bedrohliches stehe kurz bevor.</p>
<p>Auf dem jetzt auf <a href="http://africanpaper.com/tag/colin-potter/">Colin Potters </a>Label ICR erschienenen Album finden sich zwei Überarbeitungen: Da ist einmal eine Version aus dem Jahr 2012, zu der <a href="http://africanpaper.com/tag/andrew-liles/">Andrew Liles</a> Gitarre und seine Mixkünste beisteuerte. Dieser lange Track klingt anfangs verrauschter, die im Original wie Sirenen klingenden an- und abschwellenden Drones stehen hier zu Beginn etwas weniger stark im Vordergrund, sind Teil einer Klangfläche &#8211; erst im letzten Teil dominieren sie diese, von Bandseite als „psychedelisch“ apostrophierte Version. Die Bearbeitung auf Seite 2 stammt aus dem Jahr 2007 und war ursprünglich konzipiert für den Soundtrack für &#8220;Katalin Varga&#8221;, den Debütlangfilm eines der wohl interessantesten zeitgenössischen britischen Regisseure: Peter Strickland hat mit seinen bisherigen fünf Spielfilmen ein ebenso eigenständiges Werk im Medium Film geschaffen wie Stapleton in der Musik. Insbesondere seine Giallohommage „Berberian Sound Studio“ und sein bislang letzter Langfilm „Flux Gourmet“ räumen dem Ton auditiv wie thematisch eine zentrale Rolle ein. Stapletons Version beginnt mit zusätzlichen Sounds, man hat den Eindruck eine Klangschale werde geschlagen, es dröhnt minimal, dann setzen die aus dem Original bekannten Sounds ein.</p>
<p>Letztlich entschied sich Strickland dazu, die Ursprungsversion zu verwenden. Welcher der drei bislang veröffentlichten Versionen man als Hörer den Vorzug gibt, ist sicher Geschmackssache, allerdings sind alle drei beeindruckende Zeugnisse davon, was Stapleton aus und mit Klang alles machen kann. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://icrdistribution.com/">ICR</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wiederveröffentlichung von Coils Moon&#8217;s Milk (In Four Phases) auf Dais Records</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Nov 2023 01:30:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dais Records setzt die Wiederveröffentlichung essentieller Coilaufnahmen mit „Moon&#8217;s Milk (In Four Phases)“ fort. Als Doppel-CD mit Artwork von Steven Stapleton erschien „Moon&#8217;s Milk&#8230;“ erstmalig 2002 und versammelte das Material der vier EPs, die Coil 1998 anlässlich der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/11/30/wiederveroffentlichung-von-coils-moons-milk-in-four-phases-auf-dais-records/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/tag/dais-records/">Dais Records</a> setzt die Wiederveröffentlichung essentieller Coilaufnahmen mit „Moon&#8217;s Milk (In Four Phases)“ fort. Als Doppel-CD mit Artwork von <a href="http://africanpaper.com/tag/steven-stapleton/">Steven Stapleton </a>erschien „Moon&#8217;s Milk&#8230;“ erstmalig 2002 und versammelte das Material der vier EPs, die <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coil </a>1998 anlässlich der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen veröffentlicht hatten. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a0333648882_16.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38651" title="a0333648882_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a0333648882_16.jpg" alt="" width="700" height="700" /></a><span id="more-38648"></span>Mit diesen EPs begann die starke Phase des Spätwerks der Band. Alben wie &#8220;Astral Disaster&#8221; und die <a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/">beiden Teile</a> von <a href="http://africanpaper.com/2022/04/30/coil-musick-to-play-in-the-dark%c2%b2/">&#8220;Musick To Play In The Dark&#8221;</a> sollten folgen. In der Besetzung Balance, Sleazy, Drew McDowall und William Breeze aufgenommen &#8211; bei zwei Stücken wirkte Rose McDowall mit &#8211; sind die Aufnahmen geprägt von Breezes elektrischer Geige. Ein paar Jahre später erschien eine von Balance, Sleazy und Thighpaulsandra eingespielte<a href="http://brainwashed.com/common/htdocs/discog/coilcdr1.php?site=coil08"> Bonus-CD-R</a> mit drei Stücken. Dieses Material sowie das Stück „Bankside“, das erstmalig im Ramen der <a href="https://www.discogs.com/release/13635450-Coil-Copal">Threshold Archives</a>-Serie veröffentlicht wurde, sind auch auf der Dais-Version zusätzlich enthalten.</p>
<p>Am 15. März 2024 erscheinen die Aufnahmen als Doppel-CD und als Dreifach-Vinyl (in verschiedenen Farben).</p>
<p>&#8220;Recorded primarily at their home studio in Chiswick, London on the eve of a permanent relocation to the small seaside town of Weston-Super- Mare, the collection has long loomed as a pivotal and pinnacle work in the group&#8217;s discography, but has never been officially reissued, or repressed on vinyl. Time has only ripened its tapestry of regal strangeness.</p>
<p>Arranged sequentially in tribute to the equinoxes and solstices, &#8216;Moon&#8217;s Milk&#8217; captures Coil at a revelatory crossroads, leaning deeper into improvisation, spontaneity, and sound design. &#8220;Moon&#8217;s Milk or Under an Unquiet Skull&#8221; initiates the proceedings on &#8216;Spring Equinox&#8217;, a two-part netherworld organ séance woven from vocal drones, cathedral keys, seasick strings, and opiated undertow. From there, &#8216;Summer Solstice&#8217; skews lighter but no less incantational, with Balance embracing his voice- as-instrument across lucid dream torch songs (&#8220;Bee Stings&#8221;), purgatorial spoken word (&#8220;Glowworms/Waveforms&#8221;), sultry chamber pieces (&#8220;Summer Substructures&#8221;), and falsetto ravings (&#8220;A Warning From The Sun (For Fritz)&#8221;).</p>
<p>&#8216;Autumn Equinox&#8217; exudes more of a pensive and twilit mood, from the Rose McDowall-sung neofolk ballad &#8220;Rosa Decidua&#8221; (&#8220;I hear your voice sing near to me / I&#8217;ve put away the poisoned chalice (for now) / And lie down amongst the flowerbeds&#8221;) to hall-of-lords hallucination &#8220;The Auto- Asphyxiating Hierophant” to the liminal string-plucked classic &#8220;Amethyst Deceivers,&#8221; featuring excellent alien guitar by Breeze layered with Balance’s oft-quoted couplet: &#8220;Pay your respects to the vultures / For they are your future.&#8221;</p>
<p>The album’s final chapter, &#8216;Winter Solstice&#8217;, is its most swooning, remote, and ceremonial. Opener &#8220;A White Rainbow&#8221; stirs strings, layered choral vocals, and shivering rhythm into an imploding burial hymn. &#8220;North&#8221; oscillates bleakly, a ghost in the machine murmuring opaque prophecy (&#8220;This black dog has no owner / This black dog has no odour&#8221;), while &#8220;Magnetic North&#8221; is its inverse, a guided meditation of gently flickering software and surreal chakra poetics (&#8220;Red rose filling the skull / Yellow cube in the lower pelvis / Silver moon crescent below the navel&#8221;). The suite fades to grey with a traditional English carol (&#8220;Christmas Is Now Drawing Near&#8221;), rendered like an executioner&#8217;s song by Rose McDowall’s doomed, beautiful voice.</p>
<p>The Dais box set includes the entirety of the rare &#8216;Moon&#8217;s Milk Bonus Disc&#8217; CD-R / 2019 Threshold Archives Copal CD, which includes three collaborations with Thighpaulsandra. This material is as rich and intoxicating as the previous four phases, ranging from electro-acoustic singing bowl rituals (&#8220;Copal&#8221;) to dissonant electronic recitations of visionary Angus Maclise poetry (&#8220;The Coppice Meat&#8221;) to ominous classical melancholia (&#8220;Bankside&#8221;). Once again, Coil confirm the vastness of their confounding, infinite alchemy, explored and refined across decades of experimentation – both sonic and bodily. From post-industrial to post-everything, theirs is an art untethered, in the wilds of its own design.</p>
<p>~~~<br />
Audio remastered by Josh Bonati under supervision from Drew McDowall, William Breeze and Thighpaulsandra<br />
Original artwork restored by Steven Stapleton&#8221;</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4247265853/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>COIL: Love&#8217;s Secret Domain</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2021 03:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor fast genau einem Jahr schrieb ich anlässlich der längst überfällgen Wiederveröffentlichung von Coils  meisterhaftem Spätwerk „Musick to Play In The Dark“, wie wichtig es sei, inmitten der ganzen semi- bis gar nicht offiziellen Sekundär- bis Tertiärveröffentlichungen die eigentlich wichtigen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/11/27/coil-loves-secret-domain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/a1120858132_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27894" title="a1120858132_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/a1120858132_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor fast genau einem Jahr<a href="http://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/"> schrieb ich</a> anlässlich der längst überfällgen Wiederveröffentlichung von <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coils  </a>meisterhaftem Spätwerk „Musick to Play In The Dark“, wie wichtig es sei, inmitten der ganzen semi- bis gar nicht offiziellen Sekundär- bis Tertiärveröffentlichungen die eigentlich wichtigen Alben Coils wieder verfügbar zu machen. Dass es von dem ursprünglich 1991 veröffentlichten dritten Album „Love&#8217;s Secret Domain“ nun verschiedene Versionen von zwei Labeln gibt<span id="more-27892"></span> (eine über Danny Hyde auf Infinite Fog, die andere unter Mitarbeit von Stephen Thrower auf dem reaktivierten Wax Trax), zeigt die noch immer problematische Rechtesituation – aber zumindest ist mit „Love&#8217;s Secret Domain“ nun ein Album wieder zugänglich, das nicht unerheblich zu Coils (Kult-)Status beigetragen hat.</p>
<p>Die Genese von „Love&#8217;s Secret Domain“ ist eine für Coil typische voller (Ver-)Änderungen, Abzweigungen und Modifikationen. Ursprünglich sollte der Nachfolger des 1987 erschienenen „Horse Rotorvator“ ein Album namens „The Dark Age Of Love“ werden: Auf dem danach veröffentlichten „Gold Is The Metal“, einer Sammlung mit Outtakes, Unveröffentlichtem und Alternativversionen, hieß es, das Album sei „the space between two twins“. Der dunkle(re) Zwilling des auch schon von Tod geprägtem „Horse Rotorvator“ sollte stark beeinflusst sein von den zahlreichen Toten, die die AIDS-Pandemie forderte und die auch in Coils Freundeskreis riesige Lücken gerissen hatte, blieb aber eine Totgeburt. Wie so oft bei Coil änderten sich die Pläne, u.a. kam die aufkommene Technobewegung mit ihrer <em>drug of choice</em> MDMA dazwischen. Aus weiteren Arbeitstiteln wie „120 Dalmations In Sodom“, „To Eat His Own“ oder „The Side Effects Of Life“ wurde schließlich „Love&#8217;s Secret Domain“, ein Album geprägt von Drogenexzessen (Rose McDowall wurde in Ecstasy bezahlt). Stephen Thrower <a href="https://thequietus.com/articles/30197-coil-loves-secret-domain-reissue">meinte </a>kürzlich noch angesichts der Wiederveröffentlichung bzgl. seines Verlassens der Band und der Rolle, die Substanzabusus dabei spielte: „I can&#8217;t really see how it could have been avoided, because the hedonism, and the experimentation, and the deliberate cultivation of delirium was all part of Coil&#8217;s raison d&#8217;etre. You couldn&#8217;t strip it away at that time and still have Coil, so it was inevitable really that we were going to crash and burn.“</p>
<p>Bezeichnenerweise wurden die beiden Stücke als Singles ausgekoppelt, die mit am stärksten von der Tanzmusik der Zeit beeinflusst waren: „Windowpane“ (zu dem Sleazy ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GRYMbIuil8c&amp;ab_channel=ElectroPagan">Video</a> drehte, das Balance tanzend inmitten des Mekongs zeigte) und das weitgehend instrumentale „The Snow“. In<a href="http://strangeattractor.co.uk/shoppe/englands-hidden-reverse/"> <em>England&#8217;s Hidden Reverse</em></a> meint Stephen Thrower zu letzterem: „I loathed [it] from day one“. Aus der Distanz <a href="https://thequietus.com/articles/30197-coil-loves-secret-domain-reissue">betrachtet</a> sieht seine Einschätzung ein klein wenig anders aus: „I can now listen to ‘The Snow’ on LSD from a detached perspective and quite enjoy it, in a toe-tapping sort of way. But at the time I just thought it sounded too much like a wholesale influence imported almost intact from another musical field instead of being perverted, twisted and spun in interesting ways. “ Tatsächlich ist &#8220;The Snow&#8221; vielleicht das am wenigsten gut gelalterte Stück und eigentlich primär Musik für die „Knechte des Metronoms“ (Tietchens), aber wenn man bedenkt, dass Coil auf all ihren Veröffentlichungen oftmals ein weites Netz unterschiedlichster Referenzen erschufen &#8211; in der Wax Trax-Edition spricht Drew Daniel in seinem umfangreichen Essay zu Recht  von dem Album als „a delirious array of references“ &#8211; , dann lohnt sich auch hier ein näherer Blick: Da taucht gegen Ende des Stücks die Stimme Frater Perdurabos (vulgo: The Great Beast) auf und samplen Coil einen Melodieschnipsel des Traditionals „The Oak And The Ash“ in der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MhYFzaWlQz8&amp;ab_channel=oiznas">Interpretation</a> von The King&#8217;s Singers, ganz so, als wollten Sleazy, Balance und Thrower eine, ihre ganz eigene alternative englische (Folk-)Tradition (er)schaffen – tatsächlich England&#8217;s Hidden Reverse. Auf den Remixen des Stücks, die sich auf der Singleveröffentlichung finden, erweitert sich der Refrenzrahmen, exemplarisch im bezeichnenderweise „Answers Come In Dreams“ betitelten Remix von Jack Dangers, in dem Coil die gleiche Stelle aus Peter Brooks Version von Peter Weiss&#8217; &#8220;Marat/Sade&#8221; samplen wie Current 93 einige Jahre zuvor auf ihrem Album „Christ And The Pale Queens“. Letztlich ist jedes Stück von Coil ein eigenes Universum (und wir wissen schließlich:<a href="https://www.timeless-shop.com/product/the-universe-is-a-haunted-house-coil-through-their-art-archives/#:~:text=THE%20UNIVERSE%20IS%20A%20HAUNTED%20HOUSE%20%3A%20COIL,%2035%20%C3%97%2025%20%C3%97%208%20cm%20"> „The Universe Is </a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=kOlxEezOYlA&amp;ab_channel=KostasCoil888">A Haunted House</a>“.).<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/X5a7df6O5PE" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Coil konnten sich &#8211; dank Sleazys Arbeit als Regisseur zahlreicher Musikvideos &#8211; in verschiedenen Studios State of the Art-Technik leisten und nutzten ausgiebig Sampling, wie z.B. auf dem Opener „Disco Hospital“, auf dem Worte zerhäkselt und in Fragmente aufgelöst werden. Das irritiert, verstört, so wie es im fast schon oxymoronischen Titel anklingt. Ein Höhepunkt des gesamten Albums ist „Chaostrophy“, auf dem man meint, es werde im Radio nach Sendern gesucht, Streicher- und Oboepassagen lassen sich in einem Sturm aus Statik erahnen, verschwinden, um dann am Ende kurzzeitig aufzutauchen. Wie hier scheinbar Harmonisches und Dissonantes kontrastiert und dann letztlich synthetisiert wird, ist beeindruckend. Annie Anxiety tritt auf dem schleppenden „Things Happen“ in der Persona einer Prostituierten in El Salvador auf, um einen Stream of Consciousness-Monolog vorzutragen (nachdem sie, wie man bei Drew Daniel erfährt, mit John Balance auf dem Weg von der U-Bahnstation zum Studio ausgiebig dem Whisky zugesprochen hatte). Auf den zwei Teilen von „Teenage Lightning“ (die auf „Lorca Not Orca“ als Wiedergänger im Flamencogewand auftauchen) ist Balances Stimme verfremdet: &#8220;Don&#8217;t be alarmed/It will not harm you/It&#8217;s only lightning&#8221;. „Where Even The Darkness Is Something To See“ ist von Didgeredoo durchzogen. „Further Back And Faster“ verweist auf Charles Laughtons einzige Regiearbeit, den somnambulen „The Night of the Hunter“, mit Robert Mitchum als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jcTv-BEwabk&amp;ab_channel=Movieclips">bizarrer Prediger</a>: &#8220;See his hands/Tattooed fingers/Tattooed fingers HATE&#8221;. Neben eher rhythmischen Stücken gibt es das wunderschöne Instrumental „Dark River“ (Jahre später sollten Coil „London&#8217;s Lost Rivers“ beschwören) oder das von Marc Almond gesungene &#8220;Titan Arch&#8221;, auf dem unterirdische Monarchen auftauchen, die auf Kenneth Grant/H.P. Lovecraft verweisen („They walk serene/In spaces between“). Im Titelstück, mit den schleppend-wuchtigen Drums von Charles Hayward von This Heat, wird an Hoffmanns „Sorgenkind“ erinnert, an Blakes „The Sicke Rose“, wortspielend an Aleister Crowley (&#8220;the vision and the void&#8221;), an Roy Orbinsons &#8220;In Dreams&#8221; und damit unweigerlich auf dessen Rolle in David Lynchs „Blue Velvet“. In der Tat muss man dann konstatieren: „innocence is dripping red“.</p>
<p>Das Artwork von Steven Stapleton passt zu diesem schier unerschöpflichen Album.  Im Infinite Fog-Booklet spricht Stapleton über die Entstehungsgeschichte und den Schaffensprozess.</p>
<p>Die Wax Trax- und Infinite Fog-Versionen unterscheiden sich von der Herangehensweise: Beide inkludieren auch auf Vinyl die Tracks, die damals nur auf CD zu finden waren. Die Infinite Fog-Version hat Bonusmaterial (Alternativversionen, die von Balance gesungene Version von „The Dark Age of Love“) und Linernotes von Stapleton und Danny Hyde, die Wax Trax-Version den bereits zitierten Essay von Drew Daniel, in dem dieser auch damalige Mitstreiter (Little Annie, Marc Almond, Rose McDowall etc.) interviewt. Ansonsten konzentriert man sich auf dieser von<a href="http://www.bonatimastering.com/"> Josh Bonati</a> neu gemasterten Version auf das Ursprungsalbum.</p>
<p>Rückblickend lässt sich vielleicht auch nooch deutlicher verstehen, warum Coil Schwierigkeiten hatten, den geplanten Nachfolger &#8220;Backwards“ fertigzustellen, denn verglichen mit &#8220;Love&#8217;s Secret Domain&#8221; klangen diese Aufnahmen dagegen doch konventionell(er).  (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://infinitefog.bandcamp.com/">Infinite Fog</a>, <a href="http://waxtraxchicago.bigcartel.com/">Wax Trax</a><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=905925616/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Wiederveröffentlichung des Masstishaddhu-Albums Shekinah auf Old Europa Café</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2021 07:07:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Old Europa Cafe bringt das ursprünglich auf Steven Stapletons Label United Dairies 1988 veröffentlichte Album „Shekinah“ von dem Metgumbnerbone-Seitenprojekt Masstishaddhu, bei dem auch Richard Rupenus von den New Blockaders mitwirkte, auf CD neu heraus. Mit den teils perkussiv-tribalen Momenten, seltsamen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/01/11/wiederveroffentlichung-des-masstishaddhu-albums-shekinah-auf-old-europa-cafe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.oldeuropacafe.com/">Old Europa Cafe</a> bringt das ursprünglich auf Steven Stapletons Label United Dairies 1988 veröffentlichte Album „Shekinah“ von dem Metgumbnerbone-Seitenprojekt Masstishaddhu, bei dem auch Richard Rupenus von den New Blockaders mitwirkte, auf CD neu heraus. Mit den teils perkussiv-tribalen Momenten, seltsamen Blasinstrumenten und merkwürdigen Stimmen, die zwischen Kehlkopfgesang und Delirium changieren, lässt sich das Album in die Tradition industrieller Ritual-Musik einordnen.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/Masstishaddhu-Shekinah-OEC-CD.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-23728" title="Masstishaddhu---Shekinah---OEC---CD" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/Masstishaddhu-Shekinah-OEC-CD.jpg" alt="" width="831" height="755" /></a><span id="more-23726"></span>„Shekinah“ klingt in Passagen, als sei der Nekrophile-Records Backkatalog (der im Laufe des Jahres von Vinyl-On-Demand wiederveröffentlicht werden wird) von David Jackman neu abgemischt worden. Neben den zwei ursprünglich enthaltenen je eine Albenseite füllenden Tracks enthält die CD ein bisher unveröffentlichtes 30-minütiges Bonusstück, das einen stärkeren Free Folk-Charakter zu haben scheint.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.oldeuropacafe.com/catalog/category/shekinah-cd.html">Masstishaddhu @ Old Europa Café</a></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/ZB1TY4dgdG8" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>Barren: Doppellivealbum von Nurse With Wound</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 04:54:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem Nurse With Wound nach einigen Auftritten in den frühen 80ern über lange Jahre ein reines Studioprojekt war, hat Steven Stapleton seit seinem Auftritt im Wiener Narrenturm im Jahr 2005 NWW als Liveband neu er- und gefunden. Seitdem hat es &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/11/23/barren-doppellivealbum-von-nurse-with-wound/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem<a href="http://africanpaper.com/tag/nurse-with-wound/"> Nurse With Wound</a> nach einigen Auftritten in den frühen 80ern über lange Jahre ein reines Studioprojekt war, hat Steven Stapleton seit seinem Auftritt im Wiener Narrenturm im Jahr 2005 NWW als Liveband neu er- und gefunden. Seitdem hat es zahlreiche Auftritte gegeben, die auf Tonträgern wie<a href="http://africanpaper.com/2016/07/02/nurse-with-wound-dark-fat/"> „Dark Fat“</a> oder „Cabbalism“ und auf ultralimitierten CD-Rs dokumentiert wurden. Mit „Barren“ erscheint nun eine neue Veröffentlichung.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/BARREN+FRONT-promo+web.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23190" title="BARREN+FRONT-promo+web" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/BARREN+FRONT-promo+web.jpg" alt="" width="750" height="693" /><span id="more-23188"></span></a>Die Aufnahmen auf der ersten CD stammen aus Florenz, wo Stapleton 2012 mit Colin Potter und Paul Beauchamp auftrat, die zweite CD wurde ein Jahr später in Karlsruhe aufgenommen, als das Lineup aus Stapleton, Potter und Andrew Liles bestand. Von Bandseite heißt es, diese Veröffentlichung dokumentiere zwei ihrer „ungewöhnlichsten“ Auftritte.</p>
<p><strong><a href="https://www.nursewithwound.co.uk/shop/barren-2cd">@ Nurse With Wound</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://icrdistribution.com/products/nurse-with-wound-barren-2cd">@ ICR</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.andrewliles.com/discography/barren/">@ Andrew Liles</a></strong></p>
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		<title>Nurse With Wound am 28. April in der Berliner Sophienkirche</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/03/02/nurse-with-wound-am-28-april-in-der-berliner-sophienkirche/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Mar 2017 14:34:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nurse With Wound waren mit ihrem wandlungsreichen Stil zwischen Krautkrock, Ambient, Musique Concrète und einer gehörigen Portion Surrealismus und Dada immer ein Thema in Berlin, auch wenn es hier seit einem Jahrzehnt kein reguläres Konzert mehr von ihnen gab. Darbietungen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/03/02/nurse-with-wound-am-28-april-in-der-berliner-sophienkirche/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nurse With Wound waren mit ihrem wandlungsreichen Stil zwischen Krautkrock, Ambient, Musique Concrète und einer gehörigen Portion Surrealismus und Dada immer ein Thema in Berlin, auch wenn es hier seit einem Jahrzehnt kein reguläres Konzert mehr von ihnen gab. Darbietungen außer der Reihe allerdings gab es immer wieder: Zusammen mit Blind Cave Salamander spielte die Band um Stephen Stapleton eine neue Version des Klassikers &#8220;Soliloquy for Lilith&#8221; in der Volksbühne, Stapleton und Andrew Liles traten zusammen mit David Tibet beim Schlagstrom Festival auf, Stapleton solo gab dort eines seiner die Nacht ausfüllenden Schlafkonzerte. Nicht zuletzt nahm Liles mit seinen visuellen Arbeiten an einer Ausstellung im Rahmen des Epicurean Escapism Festivals teil. Am 28. April wird die Band erstmals seit langem in Berlin auftreten, Ort der Veranstaltung ist die Sophienkirche in Mitte, die sich durch die Konzertreihe &#8220;Neue Musik&#8221; jüngst auch einen Namen bei Freunden ungewöhnlicher Musik gemacht hat. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/nwwsopheinkirche.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-13440" title="nwwsopheinkirche" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/nwwsopheinkirche.jpg" alt="" width="960" height="355" /></a><span id="more-13439"></span></p>
<p>&#8220;On April 28th, avant-garde music legends Nurse With Wound – Steven Stapleton, Colin Potter, and Andrew Liles, with James Hill as special guest – will play their first Berlin show since 2007 in the magnificent Sophienkirche.</p>
<p>Nurse With Wound have worked at the cutting-edge of meditative drone and ambient music for forty years. Their unique vision, in fluenced as much by Dada and Surrealism as by krautrock, cabaret and pop, has been fervently carried through a vast catalogue of releases, and they continue to break visual and sonic horizons. Nurse with Wound’s live performances consolidate all aspects of their practice into an ever-evolving experience, which is kept in flux by featuring an array of different guest musicians. Each live performance acts as a rehearsal for the next: no two shows are ever the same.&#8221;</p>
<p>Sophienkirche<br />
Große Hamburger Straße 29<br />
10115 Berlin</p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/events/1255519204538488">Event @ Facebook </a></strong></p>
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		<title>NURSE WITH WOUND: Dark Fat</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/07/02/nurse-with-wound-dark-fat/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2016 04:52:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gegründet wurden Nurse With Wound vor nun beinahe 40 Jahren als Band, doch das Gefüge des Trios brach bald auseinander, und in den folgenden Dekaden stand der Name erst einmal für Steven Stapleton, der von nun an manchmal im Alleingang, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/07/02/nurse-with-wound-dark-fat/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/nwwdarkfat.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12328" title="nwwdarkfat" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/nwwdarkfat-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Gegründet wurden Nurse With Wound vor nun beinahe 40 Jahren als Band, doch das Gefüge des Trios brach bald auseinander, und in den folgenden Dekaden stand der Name erst einmal für Steven Stapleton, der von nun an manchmal im Alleingang, meist aber mit einem harten Kern an weiteren Musikern seinen klanglichen (und, was in seinem Werk nicht bloß Beiwerk ist: visuellen) Ideen nachging. Seit etwa zehn Jahren nun gibt es bei Nurse With Wound wieder so etwas wie eine Bandstruktur, denn nicht nur Stapletons alter Freund Colin Potter, sondern auch die im letzten Jahrzehnt dazugestoßenen Andrew Liles und Matt Waldron sind nun<span id="more-12327"></span> ein fester Teil der Besetzung und prägen den Sound des Projektes entscheidend mit. Mit „Dark Fat“ haben sie diese Phase nun auf beeindruckende Weise dokumentiert.</p>
<p>Die Doppel-LP ist allerdings weder eine Best of, noch ein Konzertmitschnitt oder eine Sammlung von exotischen Versionen einzelner Stücke, sondern etwas, das ein bisschen was von all dem und mehr beinhaltet &#8211; „Dark Fat“ ist eine opulente Bricolage aus unzähligen Mitschnitten, die Waldron über Jahre hinweg bei Konzerten und im Studio, beim Komponieren und Improvisieren, beim Plaudern und Probehören aufgezeichnet hat. Schön ist, dass das Endprodukt &#8211; im Unterschied etwa zu Current 93s „The Great in the Small“, das einer verwandten Idee entsprang und mehr ein akustisches Suchbild darstellte &#8211; durchaus als eigenständiges Album durchgehen kann. Auf diesem sind dann auch zahlreiche Gastmusiker zu hören, u.a. reichen sich Stephen O&#8217;Malley, David Tibet und Attila Csihar das Mikro in die Hand, und selbst jemand wie der in den letzten Jahren wenig zu hörende Andrew MacKenzie ist zu hören – alle natürlich ohne nachträglichen Einfluss auf die finale Gestalt als weiteres Soundmaterial mit verwurstet.</p>
<p>Da die einzelnen Versatzstücke meist im provisorischen Stadium aufgezeichnet wurden und auf Konzerten von NWW ohnehin nicht einfach Album-Tracks runtergespielt werden, ist auch für den Kenner nicht alles bekannt und das Bekannte längst nicht einfach zu erkennen. Was jedoch durchweg erkennbar ist, ist die typische Handschrift der beteiligten Musiker, allem voran natürlich Stapleton, dessen von grotesker Komik durchdrungene Ideen der Grund sind, warum Nurse With Wound nie einfach eine weitere experimentelle Band waren, sondern große Entertainer, und so hat auch „Dark Fat“ diesen typischen dunklen Sound, in dem drahtiges Rasseln, Tierstimmen und lasziv hauchende Frauen durcheinander gemengt werden, und der von Effekten lebt, die schwer zu beschreiben und doch leicht als Nurse With Wound-Sound zu erkennen sind.</p>
<p>Schon die ersten zehn Minuten sind ein Panorama der bekannten und doch stets in Veränderung begriffenen NWW-Parallelwelt. Auf ein Bett aus molligem Rauschen und durcheinander schwimmender Klangdecken räkelt sich eine ebenso verführerisch wie wahnsinnig klingende Lynn Jackson, die man vom „Huffin&#8217; Rag Blues“-Album her kennt, ein jazziges Xylophon sorgt für stilvolle Gemütlichkeit, doch ständig erwartet man, das die Sängerin, die von Haus aus eher dem Folk zugeneigt ist, sich in die Lady in the Radiator oder in eine surreale Vampir-Lady aus einem Jean Rollin-Film verwandelt. Und natürlich erweist sich die softe Traumsequenz schon bald als Trugbild, entpuppt sich als wirrer, albtraumartiger Strudel aus altbackenen Rocksoli, röhrenden Feedbacks, verzerrten Stimmen und hektischen Beats.</p>
<p>In der Folge reiht sich allerhand Typisches an Überraschendes: Ein ins Tenorsaxophon schmetternder Eberhard Kranemann trifft auf eine NWW-typische Bricollage aus drahtigem Blechrasseln und tremolierenden Ambientsounds. Mandolinen, Klarinetten und diverse exotische Instrumente haben ihre Momente, an Triphop erinnernde Downtempo-Rhythmen werden von soghaftem Lärm absorbiert, eine nymphomanische Diana Rogerson krakeelt wie seit ihrem Album mit Andrew Liles nicht mehr, und die aggressiv fauchenden Raubtiere oder die wie Bären knurrenden Maschinen stammen sicher ebenfalls aus dem Hause Monster-Liles. Beinahe ein Bonus ist „Rock&#8217;n Rolla 1959“, eine von Jac Berrocals Textvortrag dominierte Variation des berühmten „Rock&#8217;n'Roll Station“, dessen Motive mit etwas mehr Wiedererkennungswert noch einmal für den Ausklang Verwendung finden.</p>
<p>In erster Linie ist „Dark Fat“ tatsächlich ein veritables Album geworden, dessen Bricolage-Charakter natürlich keinen Unterschied zu ähnlich gearteten NWW-Platten von „Sylvie &amp; Babs“ bis „Huffin&#8217; Rag Blues“ darstellt, und wenn mir nichts Spektakuläres entgangen ist, dann ist das Album das beste seit den Zusammenarbeiten mit dem verstorbenen Graham Bowers. Als Zusammenfassung einer Phase der Bandgeschichte bringt es sehr viel Typisches unter einen Hut, allem voran auch wieder den schalkhaften Touch des Bizarren, der stets mit fingerschnippender Beiläufigkeit auf den Plan tritt, ganz ohne grelle Leuchtschilder, die mit einem Stöhnen oder einem Schweinegrunzen zuviel den Esprit nur entwertet hätten. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Dirter/United Jnana</strong></p>
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		<title>Skipping to Armageddon. Fotoband über Current 93 bei Strange Attractor Press</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2016 06:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die aus Östereich stammende Fotografin Ruth Bayer avancierte in den 80er Jahren zu einer profilierten Dokumentatorin der englischen Post Punk-Szene und hat zahlreiche Musiker porträtiert und Szenen aus ihrem Alltag festgehalten. Unter anderem knüpfte sie Mitte der 80er Kontakt zu &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/06/28/skipping-to-armageddon-fotoband-uber-current-93-bei-strange-attractor-press/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die aus Östereich stammende Fotografin Ruth Bayer avancierte in den 80er Jahren zu einer profilierten Dokumentatorin der englischen Post Punk-Szene und hat zahlreiche Musiker porträtiert und Szenen aus ihrem Alltag festgehalten. Unter anderem knüpfte sie Mitte der 80er Kontakt zu den Musikern des World Serpent-Umfeldes, von denen in der Folge zahlreiche Aufnahmen entstanden. Unter dem Titel &#8220;Skipping To Armageddon. The Ultimate Hallucinatory Photograph Book Of C93 &amp; Friends&#8221; erscheint im August ein 192-seitiger Fotoband über Current 93, der den Werdegang der Band über einen langen Zeitraum abdeckt.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/skippingtoarmageddon.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-12386" title="skippingtoarmageddon" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/skippingtoarmageddon.png" alt="" width="292" height="395" /></a><span id="more-12385"></span></p>
<p>&#8220;Bringing together, for the first time, the music photography of Ruth Bayer, who has documented key players in the English musical post-punk underground since the mid 1980s.</p>
<p>With unprecedented access and intimacy, Ruth has photographed luminaries and legends including Marc Almond, Little Annie, John Balance, Peter Christopherson, Shirley Collins, Cyclobe, Baby Dee, Steven Stapleton, David Tibet, Tony (TS) McPhee, Norbert Kox, Tiny Tim, and many others, in a career spanning three decades.</p>
<p>This is a unique collection, featuring over one hundred timeless and iconic images of some of the most influential, eccentric and sometimes controversial musicians of their times.</p>
<p>Ruth Bayer is an Austrian photographer, based in London, whose work has been exhibited at galleries all over the world. Her photographs have appeared in numerous music and style magazines over the past two decades and most recently in the book &#8216;The Play Goes On: The Rituals of the Rainbow Bridge by Zachary Cox and Jean M Williams&#8217;.&#8221;</p>
<p><strong><a href="http://strangeattractor.co.uk/news/skipping-to-armageddon/">Strange Attractor Press</a></strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>SUNN O))) MEETS NURSE WITH WOUND: The Iron Soul of Nothing</title>
		<link>https://africanpaper.com/2012/02/18/sunn-o-meets-nurse-with-wound-the-iron-soul-of-nothing/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 06:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stephen O&#8217;Malley und Greg Anderson, denen man nachsagt, ein recht gegensätzliches Duo zu sein, sind mit ihrem Projekt Sunn O))) nicht vom Himmel gefallen. Sie stehen in diversen Musiktraditionen, und innovativ waren sie vor allem als Missing Link, der Bereiche &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/18/sunn-o-meets-nurse-with-wound-the-iron-soul-of-nothing/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theironsoulofnothing.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3780" title="theironsoulofnothing" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theironsoulofnothing-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Stephen O&#8217;Malley und Greg Anderson, denen man nachsagt, ein recht gegensätzliches Duo zu sein, sind mit ihrem Projekt Sunn O))) nicht vom Himmel gefallen. Sie stehen in diversen Musiktraditionen, und innovativ waren sie vor allem als Missing Link, der Bereiche zusammenführt, die sich mehrfach sehr nah kamen und sich doch niemals völlig berührten. Bewegten sich Drone- und Minimalmusik in der Nachfolge von Young oder Palestine entgegen mancher Behauptungen nie vollends aus dem sogenannten E-Bereich heraus, hat sich (Doom-)Metal der Abstraktion und der völligen Auflösung<span id="more-3779"></span> von Rockstrukturen bisher nur angenähert. Sunn O))) müssen in dem Kontext zwangsläufig als Meister der Reduktion gelten, im Aufbau der Stücke, aber auch in den rudimentären Rockismen ihrer Musik, die freilich durch Klangvolumen, technische Protzerei und halb karnevalesken Budenzauber kompensiert werden.</p>
<p>In Kollaborationen fühlten sie sich ebenso zu experimentierfreudigen Metalkollegen wie Malefic (Xasthur) und Attila Csihar (Tormentor, Mayhem, Void ov Voices) hingezogen wie zu Künstlern abstrakterer Art wie John Wiese und Merzbow. Daraus entstanden Gemeinschaftsarbeiten, bei denen die Beteiligten stets zu einer temporären Einheit verschmolzen sind, was den Kompositionen meist zugute kam. Bestes Beispiel die „Altar“, bei der Sunn O))) und die japanischen Boris einen Stil hervorbrachten, der kaum synthetisiert wirkte, sondern eher wie die Handschrift einer neuen Band. Nurse With Wound in der Inkarnation von Steven Stapleton und Colin Potter zählten sicher zu den prominentesten und profiliertesten Aufbereitern, als sie sich vor dreieinhalb Jahren das damals schon ältere (vom „GrimRobe“-Demo-Release abgesehene) Quasi-Debüt &#8220;ØØVOID&#8221; vornahmen und einer subtilen wie radikalen Revision unterzogen, die unter dem Titel „The Iron Soul of Nothing“ als Bonus-CD einer japanischen Neuauflage erschien. Auch bei den darauf enthaltenen Stücken hat man es nicht mit einer klaren Rollenverteilung von Gastgebern und Gästen zu tun, und der Begriff des Remixens muss hier sehr weit gefasst werden, denn was die Briten machen gleicht eher einer kompletten Neuinterpretation, frei nach dem auf den Masterbändern enthaltenen Basismaterial. Nicht durchgängig ist in den einzelnen Tracks (ursprünglich drei, doch einer wurde später geteilt) noch der direkte Bezug zu einem bestimmten Sunn-Stück zu erkennen, konsequenterweise sind auch die Titel jeweils neu und nehmen nur in einem Fall Bezug auf das Original. Natürlich polarisierte das Experiment und wurde von einigen Fans als vernachlässigbare Spielerei abgetan – vorschnelle Reaktionen, die auf die restringierten Codes der Urteilenden zurückfallen. Dreieinhalb Jahre später trägt Ideologic und Edition Mego endlich der Eigenständigkeit Rechnung und bringt das Album erstmals separat in einer Vinyledition heraus.</p>
<p>Schon die ersten Minuten von „Dysnytaxis (&#8230;A Chance Meeting With Somnus)“ tragen eine deutlich erkennbare Handschrift aus Coloorta und rufen O&#8217;Malleys favorisierte NWW-Platte, „Soliloquy for Lilith“, in Erinnerung. Es beginnt zunächst eher zaghaft, beinahe schlaftrunken, bis ein leichtes Zittern unter der Oberfläche in melodische Strukturen überleitet und der Sound deutlich an Opulenz gewinnt – eine mit Basssounds und Streicherzitaten angereicherte Dichte, die sich in ihrer Gestalt sehr stark von der grobkörnigen, rauen Klanggestalt unterscheidet, die man von Sunn O))) gewohnt ist. Man kommt auch nicht so schnell in Versuchung, das Klischee des „Monolithischen“ zu bemühen, auch wenn man könnte. Etwas Flatterhaftes, beinahe Leichtes schwingt mit, das für NWW typisch ist, und dem ursprünglichen Material eine paradoxe Note verleiht. „Ra at Dawn (Rapture, At Last)“ bezieht sich auf „Ra at Dusk“ und ist zunächst nur eine Hälfte der ursprünglichen Überarbeitung, die wie ein riesiges Metal-Intro wirkt, das erst gar nicht vor hat, zum Punkt zu kommen: Ein monumentaler Downer, dessen dröhnender Flächensound dezent im Hintergrund bleibt und gerade dadurch eine bedrohliche Spannung aufrecht erhält. Dass es gelegentlich rauscht und pfeift wie der Atem eines monströsen Tieres, ist dem nicht gerade abträglich. Etwas statischer und reduzierter entfaltet das wellenförmige Auf- und Abebben jedoch nie die orchestrale Wucht von Werken wie dem nur scheinbar spartanischen „Salt Marie Celeste“.</p>
<p>Ich schließe mich einigen Kollegen an, wenn ich „Ashes on the Trees (The Sudden Ebb Of A Diatribe)“ als musikalischen Höhepunkt bezeichne, der nicht nur wegen des von NWW demonstrativ in den Vordergrund gemischten Vokalbeitrags von Peter Stahl die größte Opulenz beansprucht. Dank Pedaleinsatz, berstendem Glas und bedrohlicher Kratzgeräusche drängt sich allerhand Noise zwischen das langsame Pulsieren der Drums und der merkwürdigen Tuba-Klänge. Stahl, ursprünglich von der HC/Punk-Band Scream und zeitweise Andersons Kollege bei Goatsnake, erzeugt mit seinem Vortrag des hermetischen Textes eine bedrückende und zugleich zauberhafte Stimmung, zeitweise kamen mir sogar die weniger ruhigen Momente von Jhonn Balance im Spätwerk Coils in Erinnerung. „Ra At Dawn Part II (Numbed By Her Light)“ steigert den ersten Teil noch in Infernalik und bildet einen großartigen Abspann voller wabernder Bässe und schleifender Sounds, die laut The Wire an eine mit dem Maschinengewehr demolierte Küche denken lassen.</p>
<p>Ich könnte mir vorstellen, dass die separate Veröffentlichung von „Iron Soul“ eher noch bei NWW-Fans Beachtung finden wird – zum einen weil sie im Umfeld der Amerikaner wohl schon eher als Bonus bekannt ist, doch auch weil Neuinterpretationen für NWW-Hörer noch weit weniger als Projekte außer der Reihe aufgenommen, sondern als integraler Bestandteil der Bandaktivität gewürdigt werden. Gerade hierzulande haftet Nurse dank einer stereotypen „tag“-Mentalität immer noch eine vereinseitigende Post Industrial-Assoziation an, und schon deshalb wünsche ich Stapleton und Kollegen, durch diese gelungene Arbeit ihren Hörerkreis zu erweitern. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ideologic/Edition Mego</strong></p>
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		<title>CURRENT 93 &#8211; Interview (2006)</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="post-2057">
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2006.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1622" title="C93-Interview2006" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2006.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>”Good-ol’ time Armageddon Music“ Zu CURRENT 93 ließen sich Seiten schreiben, was in David Keenans “England’s Hidden Reverse“ ja auch schon geschehen ist. Ob die langen, düsteren Soundscapes der Frühphase, der spätere “Apocalyptic Folk“ oder die jetzige Verortung als “Urhorde des neuen Folk“ (Berliner Zeitung) durch die Mainstreampresse: Umfangreich ist das Werk David Tibets, zahlreich die Veröffentlichungen und auf den ersten Blick scheint es erratisch zu sein, bei näherer Betrachtung finden sich aber immer wieder Konstanten, wie auch im folgenden Interview betont wird.<span id="more-1609"></span> Gleichzeitig haben sich wenige Künstler in den vergangenen Jahren so rar gemacht, was öffentliche Äußerungen betrifft. Anlässlich des neuen Albums “Black Ships Ate the Sky“ und der für CURRENT 93-Verhältnisse recht umfangreichen Europa-Tour brach David Tibet sein Schweigen und zeigte sich als offener und sehr humorvoller Gesprächspartner, der etwas zur Konzeption des neuen Albums sagte und dessen Thema immer wieder Spiritualität war. Wie kaum ein anderer Künstler setzt Tibet in CURRENT 93 seine allerpersönlichsten Obsessionen um, was in fast jeder seiner Zeilen deutlich wird. </strong></p>
<div>
<p><strong></strong><strong><em>An dem neuen Album habt ihr vier Jahre gearbeitet, hing dieser lange Zeitraum zum Teil mit dem Zusammenbruch World Serpents zusammen oder waren es hauptsächlich kreative Gründe? </em></strong></p>
<p>Ich denke, vielen war klar, dass World Serpent Bankrott gehen würde. Es war nicht ein ganz so großes Problem. Natürlich gab es deswegen schon ein paar Probleme, aber es hat nicht die Aufnahmen an dem Album zum Stillstand gebracht. Wir haben diese Subskription gemacht, hast du davon gehört?</p>
<p><strong><em>Ja, ich habe ein Exemplar. </em></strong></p>
<p>Vielen Dank für die Hilfe. Dadurch konnten wir weitermachen. Der Grund, warum es so lange gedauert hat, war, dass ich es mit Michael Cashmore, Marc Almond und Antony vor etwa vier Jahren angefangen habe, nachdem ich einen Traum gehabt hatte, in dem schwarze Schiffe den Himmel stürmten und diese Träume hielten an, die Texte flossen aus mir heraus und es wurde immer komplexer; ich wollte einfach nicht mit den Aufnahmen aufhören, bis ich den Eindruck hatte, dass es hundertprozentig fertig war. Am Schluss hatten wir etwa 29 verschiedene Stücke, von denen wir 21 für das Album verwendet haben und wir hatten ungefähr 100 Mixe, so dass wir allein schon für die Auswahl der richtigen Mixe ziemlich lange gebraucht haben. Zu dieser Zeit verkauften wir auch unser Haus, zogen nach Schottland und dann verkauften wir dieses Haus und kamen wieder runter nach England. Ich arbeitete an verschiedenen anderen Projekten, Aufnahmen und Büchern und ich hatte natürlich auch mein Privatleben. Zudem wollte ich es diesmal nicht übereilen. Bei “Imperium“ oder “Dawn“ war das so. Für “Dawn“ brauchte ich zwei, für “Imperium“ drei bis vier Tage, und zwar für die Aufnahmen und das Abmischen. Natürlich ist das ziemlich lange her, aber ich wollte einfach sichergehen, dass das Album die Träume, die ich hatte, akkurat wiedergab. Ich habe es “Hallucinatory Patripassianist Narrative“ genannt und ich wollte, dass es genau das widerspiegelte, was die Träume mir bedeuteten. Und das brauchte seine Zeit. Ich wollte in der Lage sein, es aufzunehmen, mich hinzusetzen und darüber nachzudenken. Und es machen so viele Leute mit, durch die es sich permanent entwickelte.</p>
<p><strong><em>Von den Reaktionen, die ich bisher gehört habe, halten es viele, mich eingeschlossen, für ein Meisterwerk. </em></strong></p>
<p>Vielen Dank. Natürlich bin ich mit dem Album glücklich oder zumindest so glücklich, wie man eben sein kann. Ich denke, du machst beim Schreiben ähnliche Erfahrungen. Man denkt nie, dass es perfekt ist. Aber manchmal hat man das Gefühl, dass es ganz nah daran ist, das auszudrücken, was man sich vorgestellt hat. Manchmal höre ich mir das Album an und denke: “Mmh, das sollte etwas anders sein.“ Aber das sind nur kleine Sachen. Beim nächsten Album sorge ich dafür, dass es etwas schneller geht und dass nicht ganz so viele Leute mitmachen (Lachen). Wir haben so lange gebraucht, das Booklet fertig zu machen. Ich will nicht sagen, dass es ein Alptraum war, aber es hat einen ziemlich erschöpft. Und sich die ganzen Tracks über vier Jahre immer und immer wieder anzuhören, kann einen wahnsinnig machen.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2-300x195.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1623" title="C93-Interview2-300x195" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a>Du hast vorhin gesagt, dass du mit Michael Cashmore angefangen hast und später Ben Chasny dazugestoßen ist. Michael Cashmore scheint nicht mehr im Livelineup vertreten zu sein. Hat das mit seinem Umzug nach Deutschland zu tun? </em></strong></p>
<p>Primär hat das damit zu tun. Michael ist vor einigen Jahren nach Berlin gezogen und ist gerade Vater geworden. Michael spielt ungefähr die Hälfte der Gitarrentracks, Ben Chasny in etwa die andere Hälfte. Michael ist zwar momentan nicht im Livelineup – auch wenn er in Berlin kurz dabei war – aber ist immer noch ziemlich stark in CURRENT 93 involviert. Heute Nachmittag war ich in seiner Wohnung und bin eben wiedergekommen. Wir haben über neue Aufnahmen gesprochen, sowohl was ich auf seinen Solosachen machen werde als auch was er auf dem nächsten CURRENT 93-Album machen wird. Die Mitgliedschaft bei CURRENT 93 ändert sich ständig, aber weil Steve Stapleton und Michael auf so vielen Veröffentlichungen gewesen sind, hat man den Eindruck, dass sie immer dabei sein werden. Manchmal muss man einfach Urlaub machen. Textlich, thematisch und konzeptionell sind es meine Ideen, aber andererseits ist es wie bei einer Familie: Alle anderen stecken ihre emotionale Kreativität hinein. Michael wird zweifelsohne wieder mit CURRENT 93 live spielen und sicher auch mit Ben Chasny. Es ändert sich einfach immer wieder. Niemand ist notwendigerweise auf dem nächsten Album, mich einmal ausgenommen, das macht es zu CURRENT, im Gegensatz zu NURSE oder SIX ORGANS oder Michael Cashmore. Michael kann mit einem kleinen Kind nicht mal eben so auf Tour gehen. Wir sind immer noch enge Freunde und arbeiten noch immer zusammen.</p>
<p><strong><em>Ich habe eine Frage zur Symbolik des Albums. Als ihr in Berlin “Time Of The Last Persecution“ gespielt habt, hast du den Text leicht verändert, du sprachst von den “Black ships“ und nicht mehr nur von den “Ships“. Ich habe mich gefragt, ob du vielleicht hinsichtlich deiner Träume auf unbewusste Art und Weise von dem Bill Fay-Text beeinflusst worden bist oder von dem, was Tiny Tim auf “Just What Do You Mean By ’Antichrist’?“ sagt? </em></strong></p>
<p>Tiny hatte immer sehr seltsame Ideen bezüglich Theologie und Kosmologie. Es war aber sicher nichts Bewusstes. Bil Fay und Tiny Tim sind Künstler, die ich sehr bewundere, ich bin bzw. im Fall von Tiny war mit beiden befreundet. Es war nicht bewusst, aber wer weiß, was im Unterbewusstsein vor sich geht? Ich spiele den Bill Fay-Song jetzt seit ein paar Jahren live, aber ich habe erst auf der jetzigen Tour damit begonnen, “Black Ships“ zu singen. Ich weiß nicht, woher das kommt, ich hatte nur diesen Traum, dass sich schwarze Schiffe, schwarze Umrisse, im Himmel bewegten, der Himmel wurde von den Schiffen beschmutzt und verdorben und in dem Traum war ich mir bewusst, dass der letzte Cäsar, der Antichrist, kommt und die Bühne für die Wiederkunft Christi vorbereitet wird. Aus diesem anfänglichen Traum entwickelte sich alles. Es war kein Zitat.</p>
<p><strong><em>Deine Interpretation von “Time…“ ist sehr intensiv. </em></strong></p>
<p>Na ja, ich fühle diese Sachen auf eine sehr intensive Art und Weise. Bei Bill Fay war das seltsam. Es war das erste Mal, dass ich jemanden über den Antichristen singen hörte, jemanden, der apokalyptische, christliche Bilder verwendete, von einem religiösen Standpunkt, der meinem ähnlich ist und das in der Welt der – wie auch immer man es bezeichnen will – Rockmusik. All die anderen Lieder über den Antichristen kamen aus einer evangelikalen, christlich-religiösen Ecke. Meiner Ansicht nach kann keiner besser sein als Bill Fay, seine Version ist die Version. Es ist nur meine Interpretation, Bill Fay singt sie auf eine sehr intensive Weise, die weniger dramatisch ist als meine, aber sie ist unglaublich bewegend. Sowohl Michael Cashmore als auch ich bewundern Bill so sehr. Jim O’ Rourke hat mir zuerst von Bill Fay erzählt. Ich hatte noch nie von ihm gehört und Jim sagte, ich solle mir mal Bill Fay anhören.<strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Es gibt so viele Verbindungen.</em></strong></p>
<p>Absolut. Es ist eine seltsame Familie und sie ist groß.</p>
<p><strong><em>In Berlin saß jemand neben mir, der noch nie von Baby Dee gehört hatte und nach dem Auftritt ganz begeistert war. </em></strong></p>
<p>Und ich habe Baby Dee durch Antony kennen gelernt. Das ist ähnlich wie bei Freunden. Man lernt neue Freunde durch Freunde kennen. Bei CURRENT 93 verstehen wir uns einfach. Matt Sweeney habe ich durch Will [Oldham] getroffen. Ich habe jeden durch jemand anderen kennen gelernt. Maja habe ich durch Steve Stapleton kennen gelernt. Ben schickte mir eine E-Mail, aber ich war schon ein Fan von ihm und er war ein großer CURRENT-Fan. Wir sind eine große glückliche Familie, die noch immer wächst.</p>
<p><strong><em>Shirley Collins` Version von “Idumæa“, die das Album abschließt und die ich für sehr gelungen halte…</em></strong></p>
<p>Shirley mag sie gar nicht. Sie ist froh, dass sie sie gemacht hat, aber sie sagt, dass sie nicht mehr so wie früher klingt. Und natürlich ist sie älter. Ich höre mich auch nicht mehr an wie früher.</p>
<p><strong><em>Ihre Version hat mehr Strophen. Ich habe den Eindruck, dass man anfangs diese Reflexion über die Sterblichkeit hat und dann kommt der religiöse Aspekt. Das Gericht Gottes usw. Bei Shirleys Version scheint mir dieser Aspekt noch stärker zu sein. </em></strong></p>
<p>Das ist so. Das ist die Version, die Shirley vor vielen Jahren gelernt hat. Sie meinte, sie würde eine andere Version singen und ich fand das prima. Kennst du das englische Wort “serendipity“ [glücklicher Zufall]?</p>
<p><strong><em>Ja. </em></strong></p>
<p>Es gibt glückliche Zufälle und alles, was passiert, ist notwendig. Das heißt, dass die Version, die Shirlely singt, sich von den anderen unterscheidet – genauso wie ihre Version von “All The Pretty Little Horses“ sich von der Version unterscheidet, die Nick Cave und ich gemacht haben. Das macht es noch bedeutsamer. Ich sehe Gott die ganze Zeit über in der Welt. Ich sage nicht, dass Gott uns geheime Botschaften gibt oder dass er sich besonders für das neue CURRENT 93-Album interessiert. Natürlich nicht. Was ich sage, ist, dass solche Dinge nicht grundlos passieren. Alles geschieht aus einem Grund. Auf die lange Sicht wird alles gut werden. Als Shirley diese Version gesungen hat, wusste ich, dass sie perfekt war. Sie rundet das Album natürlich mit einem Moment der Melancholie ab, einem Gefühl der Verzweiflung, aber auch mit einem starken Gefühl der Hoffnung. Wenn die Leute denken, dass ich apokalyptisch, melancholisch, depressiv oder pessimistisch sei, dann stimmt das nicht. Ich bin wirklich eine sehr optimistische Person. Ich schaue mir die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Apokalypse an und die ist eben Offenbarung. Es heißt nicht Zerstörung und Weltuntergang. Natürlich wird es sehr harte oder Besorgnis erregende Zeiten geben. Aber durch die Wiederkehr Christi wird sich das Paradies wieder für uns öffnen. Ich bin also voller Hoffnung und so sollte das Album auch enden: ein Gefühl der Hoffnung, aber auch ein Bewusstsein dessen, was die Katholiken die vier letzten Dinge nennen: Tod, Gericht, Himmel, Hölle. Denk daran, was passieren wird. Lebe dein Leben danach. Ich bin kein Evangelist und sage den Menschen, dass sie mir zuhören sollen. Was ich versuche, ist mich selbst daran zu erinnern, dass man sich nicht von Halluzinationen vom Ende der Welt und dem Kommen des Antichristen – die vielleicht verrückt sind – ablenken lassen sollte. Für mich ist das faszinierend, aber man sollte sein Augenmerk auf die wichtigsten Dinge richten: Jeder wird sterben und wird gerichtet werden und “Idumæa“, verweist darauf, bringt mir immer wieder diese Botschaft. Ich habe jetzt wahrscheinlich deine Frage nicht beantwortet, aber ich wollte gerne darüber reden, warum mir Shirleys Version so viel bedeutet.</p>
<p><strong><em>Vor einigen Jahren hast du das “Hypnagogue“-Minialbum veröffentlicht. Ich glaube, du hast es als Prolog eines künftigen Albums bezeichnet. Auf “Black Ships…“ finden sich Textzeilen aus diesem Album, z.B. bei “And Then Kill Ceasar“ und bei “Black Ships Were Sinking Into Idumæa“ hört man die Zeilen “God Gave Noah A Rainbow Sign“. Wolltest du die Verbindung zwischen “Hypnagogue“ und “Black Ships…“ verdeutlichen? </em></strong></p>
<p>“Hypnagogue“ ist der Prolog zu einem anderen Album. Aber es gab Verbindungen zwischen den Alben. Dieses Album verwandelte sich teilweise in “Black Ships..“, da die Bilder in meinen Träumen und in meinem Kopf waren. Als “Hypnagogue“ veröffentlicht wurde, arbeitete ich an einem anderen Album und etwas von den Bildern und Texten floß in “Black Ships…“ ein. Es gibt allerdings keine direkte Verbindung. “Hypnagogue“ ist wirklich für ein anderes Album gedacht. Es lag einfach daran, dass “Black Ships…“ aufgrund dieser intensiven Träume zuerst kam.</p>
<p><strong><em>Ich musste etwas an William Blake denken, den du auch schätzt.</em></strong></p>
<p>Nicht so sehr. Ich halte ihn für sehr interessant und habe ihn einige Male zitiert. Mir gefallen die Ideen von William Blake sehr, aber ich finde, dass er sehr schwer zu lesen ist. Von den frühen Werken abgesehen sind die Sachen zu komplex für mich. Man braucht ein Lexikon.</p>
<p><strong><em>Es gibt tatsächlich ein “Blake Dictionary“. </em></strong></p>
<p>Ja. Das habe ich früher benutzt. Ich habe mich vor einiger Zeit mit Thomas Ligotti unterhalten und ich habe ihn nach seinen Lieblingsdichtern gefragt. Und er meinte, dass es keine Dichter gebe, die er hassen würde, ausgenommen Wordsworth und Blake und irgendwie habe ich verstanden, was er meinte. Blakes Vorstellungskraft war so atemberaubend…Das ist einfach nicht meine Sache. Es ist so, dass ich ihn bewundernswert finde und ich mag einige seiner Formulierungen. Aber was das Gesamtwerk anbelangt, ist es so, dass es mich emotional nicht anspricht. Ich denke, dass es sehr intelligent ist, aber mein Herz reagiert nicht. Ich sage nicht, dass er kalt ist, er ist ganz offensichtlich ein sehr emotionaler und leidenschaftlicher Künstler, es ist einfach zu komplex und ich schätze Einfachheit. Mein ganzes Leben über habe ich Raum und Einfachheit gemocht. Wenn man sich Samuel Palmer, einen seiner Schüler, anschaut, muss ich sagen, dass mir seine Arbeit besser gefällt. Sie ist spiritueller.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview3-225x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1624" title="C93-Interview3-225x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><strong><em>Ich bin auf den Vergleich gekommen, weil ich daran dachte, wie er religiöse mit ganz persönlicher Symbolik verknüpft. </em></strong></p>
<p>Das ist sehr schmeichelhaft. Meine Arbeit ist sehr persönlich, wobei ich mir natürlich bewusst bin, dass einige meiner theologischen, meiner eschatologischen Interessen oder Obsessionen sehr präzise sind und meine ganz persönliche Weltsicht widerspiegeln. Das klingt sehr pompös und so als ob ich die kleinen Dinge, die wichtig sind, nicht wirklich schätze. Das ist aber nicht so. Deshalb kann es eine Zeile geben, in der es heißt: “And the Sky Splits Open/And Christ Returns/And The Postman Is At The Door“. Das ist das Große im Kleinen und das Kleine im Großen. Man kann diese beiden Aspekte nicht voneinander trennen. Manche sind auf einer kosmischen oder makrokosmischen Ebene enorm wichtig und dann ist es wieder so, dass der Toast anbrennt oder der Tee kalt wird. Aber sie sind alle ein Teil der gleichen geheimnisvollen, faszinierenden Welt voller Überraschungen, in der wir leben. Für mich liegt in allem ein Wunder. Es ist nicht immer nur das Gericht oder die Rückkehr Christi. Diese Dinge sind für mich schrecklich wichtig, aber die kleinen Sachen, z. B. das Lächeln meiner Katzen und der Klang des Regens sind es ebenfalls. Ich bin sehr begeisterungsfähig und ich interessiere mich für alles, in dem Sinne, dass ich versuche Dinge wahrzunehmen, so gut ich kann. Ich bin von Natur aus ziemlich obsessiv und gleichzeitig will ich meine Augen für die kleinen Dinge offenlassen und nicht nur koptische Texte lesen oder mich nur mit esoterischen, akademischen Dingen beschäftigen. Ich schaue mir genau an, was auf den Nahrungsmitteln und der Seife steht, die ich kaufe. Ich interessiere mich für die Zutaten, aus denen die Welt besteht und manche davon sind sehr tief gehend, andere sind billig und schön.</p>
<p><strong><em>Wenn du deine spirituelle Entwicklung ansprichst…Mir ist aufgefallen, dass sich in deiner Arbeit Verweise darauf finden. Auf dem NATURE AND ORGANISATION-Album “Beauty Reaps The Blood Of Solitude“ heißt es: “As I Descended With The Dogs Blood Rising/So Then I Ascended To The Thunder Perfect Mind“, in einem Interview, das Thomas Ligotti mit dir für das “Esoterra”-Magazin geführt hat, sagst du, dass es Perioden deines Lebens gibt, die du nicht noch einmal durchleben willst und auf “Soft Black Stars“ heißt es…</em></strong></p>
<p>“If I Could Have One Wish/As In The Fairytales”</p>
<p><strong><em>Würdest du nicht sagen, dass all diese Dinge notwendig waren, um dich dahin zu führen, wo du jetzt bist oder denkst du, dass du einiges davon besser nicht gemacht hättest? </em></strong></p>
<p>Ich denke schon, dass sie absolut notwendig waren. All das, was wir sind oder Teile von dem, was wir sind, ist unsere Vergangenheit. Selbst die Dinge, von denen ich vor einigen Jahren noch dachte, dass sie nicht hilfreich gewesen seien, waren – wie mir jetzt klar wird – hilfreich. Als kleines Kind habe ich in Malaysia gelebt, ich war von Religion fasziniert, ich hielt mich selbst für einen Christen, aber mit großem Interesse an Buddhismus und Hinduismus. Als ich zwölf war, begann ich mich für Crowley zu interessieren und er wurde ein anderer Teil meiner Entwicklung. Mit den Jahren entstand eine Spannung zwischen diesen Dingen, zwischen Christentum, Buddhismus, Crowley – und zwar eine kreative Spannung. Ich denke, dass es im Hinblick auf die Geschichte von CURRENT 93 immer ein Problem war, dass anfangs die Leute dachten, dass ich bei weitem mehr an Crowley interessiert sei, als das der Fall war und jetzt glauben die Leute, dass ich Crowley weniger mag, als ich das tatsächlich tue. Crowley ist immer mein böser Onkel gewesen, mit dem ich aufgewachsen bin. Er ist wichtig für mich gewesen, aber auch als ich mehr mit ihm zu tun hatte, bezeichnete ich mich als Christen. Wenn man sich “Nature Unveiled“ anhört, dann heißt es da „Ach Golgotha (The Great In The Small“), es ist ein christliches Werk. Ich begann mit christlichen, eschatologischen und dogmatischen Interessen und das hat sich einfach entwickelt. Manchmal scheint es gegensätzlich zu sein, aber meine Arbeit war immer von meiner Liebe zu den Evangelien inspiriert, die ich mochte, seit ich ein kleiner Junge war. Seit “Thunder Perfect Mind“ ist es auf eine offensichtlichere Weise christlich. Ich wurde mir der Natur meines Herzens mehr bewusst. Ich bedauere nichts von dem, was ich gemacht habe, lediglich Schmerz, den ich anderen zugefügt habe, ob absichtlich oder zufällig. Wir können unsere Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Alles, was wir machen können, ist von ihr zu lernen. Jetzt versuche ich jeden Tag in die Messe zu gehen. Natürlich mache ich es manchmal nicht. Ich habe immer noch Verbindungen zu Crowley und dem O.T.O. Der Kopf des O.T.O. ist einer meiner besten Freunde.</p>
<p><strong><em>Er spielt Geige für dich, oder? </em></strong></p>
<p>Ich kann das nicht sagen (Lachen). Aber er ist einer meiner besten Freunde. In meinem Arbeitszimmer habe ich viele Louis Wain Gemälde und ich habe ein Originalgemälde von Aleister Crowley über meinem Schreibtisch. Und ich habe auch eine Statue von Christus, eine Statue von Maria und die Bibel. Es gibt immer Spannung. Aber es ist eine Spannung, über die ich glücklich bin. Crowley ist der notwendige Judas für die katholische Kirche. Er ist wichtig für mich, weil er mir Mut und Kraft gab, als es mir als kleines Kind an der Schule, an der ich war, nachdem ich von meinem Zuhause in Malaysia weggeschickt worden war, ziemlich schlecht ging.</p>
<p><strong><em>Die Spannung von der du sprichst. Ist das so eine Sache zwischen Orthodoxie und Häresie? </em></strong></p>
<p>Spielst du auf das G. K. Chesterton-Zitat an?</p>
<p><strong><em>Ja, genau. </em></strong></p>
<p>Während der ganzen Zeit mit CURRENT hatte ich nie ein Interesse daran, was die Leute denken. Ich definiere mich selbst durch das, was mich bewegt. Ich habe meinen Glauben und Kraft durch meinen Glauben. Es gibt immer Leute, die Meinungen haben wollen. So nach dem Motto: Tibet hat Verbindungen zum O.T.O. Wie kann er Christ sein? Das können die Leute ruhig sagen, aber es ist mir scheißegal. Sie kennen mich nicht. Ich kenne mich ein wenig, ich kenne mich besser, als irgendjemand anderes und ich kenne mich noch immer nicht gut. Man kann sich nur durch sich selbst definieren. Wir sind uns alle gegenseitig Rätsel, wir kennen uns selbst nicht, wie können wir dann sagen, dass wir andere Menschen kennen? Wie können wir sagen: Wenn das so ist, dann sollte er auch das mögen. Menschen sind unvorhersehbar.</p>
<p><strong><em>Du hast auch gesagt, dass du es nicht magst, kategorisiert zu werden. </em></strong></p>
<p>Natürlich. Aber ehrlich gesagt, nicht, weil ich so etwas Besonderes bin. Das ist nicht so. Ich bin recht normal. Niemand mag in Schubladen eingeordnet werden. Die gruftigste Gruppe der Welt, die hart an ihrem Image arbeitet, wäre wahrscheinlich ganz schön angenervt, wenn sie die als die gruftigste Band der Welt bezeichnet würde. Wir alle denken, dass wir Individuen sind, dass wir uns von allen anderen unterscheiden, und auf gewisse Weise tun wir das auch. Aber auf eine andere Weise sind wir absolut identisch. Wir sind alle Menschen mit vielen Fehlern und mit bewundernswerten Charaktereigenschaften. Wir tun das Beste, was wir können. Wir sind Menschen – und Menschen haben Fehler und positive Eigenschaften. Es ist ziemlich schwer andere zu beurteilen und zu sagen, wie sie sich verhalten sollten. Es ist eher so, dass manche wollen, dass man die Vorstellung, die sie von dir haben, ausleben soll.</p>
<p><strong><em>Hast du eigentlich viele Briefe von Leuten bekommen, die dich zu ernst genommen haben? Ich erinnere mich daran, dass auf dem Poster, das der “Loony Runes“-12’ beilag, eine Kontaktadresse für die “Final Chruch Of The Noddy Apocalypse“ zu finden war. Gab es da Leute, die das für einen neuen, geheimen Kult hielten? </em></strong></p>
<p>Oh ja, viele. Ich bekomme immer noch Briefe von Leuten, die wollen, dass ich ihnen eine Geheimgesellschaft oder einen Kult nenne, weil sie denken, dass ich die Macht dazu habe. Es geht sogar so weit, dass Leute sagen: Du bist Christ, aber wir wissen, dass du kein orthodoxer Christ sein kannst, du musst Teil eines geheimen gnostischen christlichen Kultes sein. Wenn ich diese Macht und dieses Wissen hätte, würde ich das anderen nicht mitteilen. Aber ich sage eben auch ganz kategorisch, dass ich diese Macht nicht habe. Ich denke, es gibt immer Leute, die denken, dass das, was du sagst, ironisch gemeint ist. Ich habe mich kürzlich mit einer Freundin von mir unterhalten, die Theologieprofessorin ist, und die meinte, dass viele glaubten, ich sei ironisch. Und das hat mich so überrascht, ich soll seit 14 Jahren ironisch sein? Ich finde es einfach merkwürdig, Briefe von Leuten zu bekommen, weil das so eine persönliche Sache ist. Meine Frau hat einmal zu mir gesagt: “David, es ist seltsam, dass es Menschen gibt, die deine Arbeit so bewundern, denn nicht jeder denkt 24 Stunden am Tag über die Wiederkehr Christi nach.“ Das war ein guter Punkt. Viele Leute teilen nicht meine speziellen Interessen und ich teile nicht ihre. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass künstlerische Tätigkeit deine Ansichten widerspiegelt. Ich dachte nie, dass sich jemand für das, was ich machte, interessieren würde, aber ich wollte es trotzdem machen. Es ist eigentlich immer nur für mich. Es macht nichts, ob wir 100 oder 100 000 verkaufen. CURRENT 93 bin ich, der versucht, seine eigene Person sich selbst zu erklären.</p>
<p><strong><em>Du hast kürzlich gesagt, dass du dir gewünscht hättest, dass “England’s Hidden Reverse“ etwas kritischer gewesen wäre. </em></strong></p>
<p>Es war eher so, dass ich mir gewünscht hätte, dass es etwas ausgewogener gewesen wäre und David Keenan dürfte da zustimmen. Ich hatte viele Freunde drin, die alle sehr nette Sachen über mich, Steve und Geoff gesagt haben. Jim Thirlwell hat zwar gesagt, dass er nie so ganz verstanden hat, was ich mache. Er ist aber immer noch ein Freund und ich habe ihn erst gestern getroffen. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass Leute da gewesen wären, die negative Sachen gesagt hätten. Nicht weil ich denke, dass ich eine beschissene Person bin, sondern weil es dadurch etwas ausgewogener geworden wäre. Ich hätte es auch gut gefunden, wenn andere Personen berücksichtigt worden wären; die Peripherie dieser drei Gruppen. Sie waren genauso wichtig wie wir, aber das Buch hat eben nicht von ihnen gehandelt. Es gab viele andere Gruppen, wir waren alle in der gleichen Szene. Ich sage einfach, dass ich mir gewünscht hätte, dass das Buch umfangreicher und länger gewesen wäre. Das lag nicht am Autor, er hat sehr gute Arbeit gemacht. Er hat wohl einige Leute angeschrieben, die negative Sachen über mich gesagt hätten oder eine etwas andere Sicht der Dinge gehabt hätten, aber sie wollten nicht interviewt werden. Ich rede jetzt nicht nur von den ganz offensichtlichen Personen. Aber prinzipiell sind fast alle Leute, die ich kenne, seit ich angefangen habe, meine Freunde geblieben. Mich freut das. Wer will schon Feinde haben? Wer will gehasst werden? Es wäre eben nur gut gewesen, wenn jemand eine andere Sicht gehabt hätte, als: David ist so toll oder Balance ist so toll oder Steve ist so toll. Es ist für mich schwierig, objektiv zu sein, weil das Buch von mir handelt. Es war sehr wohlwollend und es hat mir gefallen, aber ich versuche zumindest etwas objektiv zu sein.</p>
<p><strong><em>Ich glaube, als das Buch herausgekommen ist, hielten es viele für eine Art von Verschwörung und glaubten, dass aufgrund von World Serpent einige Gruppen bewusst ausgeschlossen worden seien. </em></strong></p>
<p>Am Anfang des Buches heißt es, dass der Autor gerne mit weiteren Personen gesprochen hätte, diese aber ablehnten. Das ist in Ordnung. Du weißt, dass ich nicht über Personen reden möchte, mit denen ich mich überworfen habe, aber du weißt, wen ich meine. Eine Person wurde gebeten mitzumachen, antwortete und wollte Texte sehen, die der Autor vorher geschrieben hatte, und lehnte dann ab. Da kann man wenig machen, man kann niemanden zwingen, mitzumachen. Ich verstehe es, wenn er besorgt war und dachte: Ich werde vielleicht etwas Negatives sagen und sie werden es nicht drucken. Es gab jedenfalls keine Verschwörung. Der Autor hat die Leute angeschrieben und mehr konnte er nicht machen. Es ist kein Gerichtssaal, wo man jemanden dazu zwingen kann.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview5-225x300.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1625" title="C93-Interview5-225x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview5-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Lass uns noch einmal zu einer musikalischen Sache kommen. In den letzten Jahren hast du auch einige experimentelle Alben veröffentlicht (z.B. die Ligotti-Arbeiten). Wird es so etwas in naher Zukunft noch einmal geben? Du hast kürzlich gesagt, dass du experimentelle Musik nicht magst. </em></strong></p>
<p>Ich mag sie auch nicht, na ja, ich mag sie und auch wieder nicht. Experimentelle Musik hat verschiedene Bedeutungen. Gestern Abend unterhielt ich mich mit Matt Sweeney und wir kamen darin überein, dass CURRENT 93, so wie wir jetzt sind, in Berlin zum Beispiel, eine experimentelle Gruppe ist. Es gibt einen einfachen, zyklischen Song, aber innerhalb dessen testen wir ganz verschiedene Grenzen aus. Vielleicht hängt das wieder mit dem Zitat von Chesterton zusammen: “Ein Mann muss bei den meisten Sachen orthodox sein, andernfalls würde er nie seine eigene Häresie erschaffen.“ Ich denke, dass CURRENT so ist. Auf der einen Seite ist es einfach und zyklisch, es ist eine Art den Raum einzurahmen. Darin geschehen aber viele Dinge. Wir rütteln immer an den Grenzen. Die Ligotti-Arbeiten oder “Faust“ sind nicht unbedingt anders. Es gibt diese Vorstellung, dass wenn ein Lied eine Gitarre und eine gewisse Struktur hat, es nicht experimentell ist und wenn Musik formloser scheint oder wie ein Soundscape ist oder zufällige Elemente aufweist, dann ist sie experimentell. Aber wenn man jemand ist, der Zufallsmusik oder klassisch experimentelle Musik, wie es z. B. “Nature Unveiled“ und “Dogs Blood Rising“ auf gewisse Weise waren, macht, und dann Songs macht, wie wir auf “Swastikas For Noddy“, dann ist das experimentell. Verstehst du, was ich meine?</p>
<p><strong><em>Klar. </em></strong></p>
<p>Für mich ist es immer CURRENT. Ich mache die Sachen, die mich bewegen. Mir gefällt experimentelle Musik nicht, wenn die Macher glauben, sie befänden sich über jeder anderen Form von Musik. Für mich ist das so, als ob man sagt: Wir servieren immer Fleisch, verschiedene Sorten, aber es ist immer Fleisch. Und darauf sind wir stolz. Wenn man immer experimentelle Musik macht, wo ist die Überraschung und wo ist die Herausforderung? Experimentelle Musik sollte eine Herausforderung sein, aber wenn es ein weiteres Album mit zufälligen Saxophontönen oder Glitches ist, warum sollte das dann experimentell sein?</p>
<p><em><strong>Das ist es ja gerade, was die Arbeit von Steve Stapleton so interessant macht. Er verändert seinen Stil permanent</strong></em>.</p>
<p>Steve würde sich selbst als Rockmusiker bezeichnen. Er interessiert sich für Surrealismus und Dada und er hat seine eigene Sicht auf die Welt entwickelt. Ich denke nie an Steve als: Steve, der experimentelle Musiker. Er ist sehr innovativ, er sieht die Dinge auf eine erstaunlich interessante Weise. Im Moment hört er sich nur Hip Hop und Rap an, für mich ist das die konservativste Musik, die man sich vorstellen kann, ich finde sie wirklich schrecklich, aber für ihn ist sie radikal. Wie du schon vorhin gesagt hast, gefallen mir einfach keine Kategorisierungen.</p>
<p><strong><em>Wirst du auf einem der nächsten NURSE WITH WOUND-Alben mitmachen? </em></strong></p>
<p>Sicher, ich glaube, ich bin beim nächsten dabei. Wir machen immer Sachen zusammen, wenn es das nächste nicht ist, ist es ein anderes. Das ist die Weise, wie Steve aufnimmt. Ich arbeite immer noch intensiv mit Steve Stapleton zusammen und ich werde mit ihm in San Francisco bei den NURSE WITH WOUND-Auftritten sein. Ich sehe da kein Ende. Ich bin nicht immer dabei. Wir sind eben eine experimentelle Gruppe (lacht).</p>
<p><strong><em>Du hast davon gesprochen, schon an dem nächsten Album zu arbeiten und du meintest vorhin, da seien weniger Leute dran beteiligt. </em></strong></p>
<p>Nein, das war eher als Witz gedacht, man macht es einfacher um es schneller fertig zu stellen. Ich hatte gedacht, dass es vielleicht weniger Leute wären, aber es sieht wohl so aus, als ob eine Menge Leute mitmachen. Ich arbeite gerade an den Ideen dafür. Ich werde auch ein Album mit Ben Chasny und Stephen O’ Malley von SUNN O)))) machen, welches nicht das CURRENT-Album werden wird. Ich habe eine Reihe neue Freunde, deren Arbeit ich bewundere, wie z.B. Al Cisneros und Chris Hakius von OM. Das nächste Album wird anders als “Black Ships Ate the Sky“ sein.</p>
<p><strong><em>Glaubst du, dass das nächstes Jahr veröffentlicht werden wird? </em></strong></p>
<p>Ja, nächstes Jahr. Wer weiß, ich hoffe, Gott hört gerade diesem Gespräch zu und ist auch der Meinung, dass es nächstes Jahr rauskommen soll.</p>
<p><strong><em>Wird sonst noch etwas veröffentlicht? Wie sieht es mit “Whilst The Night Rejoices Profound And Still“ aus? </em></strong></p>
<p>Ich arbeite noch daran, weil ich mit dem Gesang nicht so zufrieden war. Das wird aber demnächst rauskommen. Wir arbeiten an weiteren Auftritten und wollen einiges aus dem Backkatalog wiederveröffentlichen. Das Album mit Ben und Stephen O’ Malley, das neue Buch von Thomas Ligotti und die gesammelten Werke von Count Stenbock sollen veröffentlicht werde und ich arbeite an weiterem Artwork, ich studiere Koptisch, ich versuche, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich bin 46 und ich werde langsam etwas müde. Ich denke immer über neue Ideen nach. Manchmal sind es ganz schreckliche, aber selbst bei den schrecklichen mache ich mir eine Notiz und denke: Jetzt ist es schrecklich, aber wer weiß: In fünf Jahren ist es vielleicht genial oder noch schrecklicher. Man muss seine Augen und Ohren immer offen halten.</p>
<p>(M.G. &amp; D.L., S.L.)</p>
<p><a href="http://www.copticcat.com/">copticcat.com</a></p>
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