DENIS FRAJERMAN: Macau Peplum

Denis Frajermans Karriere als Musiker und Komponist reicht bis in die frühen 90er zurück, unseren Lesern sollte seine Musik spätestens seit seinem zweigeteilten Album “Wasteland/Lawrence of Arabia” bekannt sein, dass vor knapp zwei Jahren erschien und ein musikalisches Panorama zwischen Kammermusik, Lesung und cinematischer, leicht orientalisch angehauchter Musik präsentierte. Ich halte den ersten Teil immer noch für eine der besten musikalischen T.S. Elliott-Interpretationen. Weiterlesen

ALE HOP: Apophenia

In der Psychiatrie versteht man unter Apophänie die Neigung Schizophrener, in zufälligen, meist visuellen Details aussagekräftige Zeichen oder konkrete Gegenstände wahrzunehmen – ein Phänomen, das es in milder Form natürlich auch bei nicht psychotisch Erkrankten gibt, die sich des projektiven Charakters der Wahrnehmung aber in der Regen bewusst sind. Die Grenzen zwischen Apophänie und kreativen Assoziationen sind also fließend. In der Kunst und so auch in der Musik kann man sich diesen Mechanismus zunutze machen, indem man Weiterlesen

SOL INVICTUS: In A Garden Green

Fans von Sol Invictus bezeichnen entweder alle Alben, die die Band in den ersten zwanzig Jahren ihrer Laufbahn herausgebracht hat, als Klassiker, oder aber sie beschränken sich auf die ersten drei Longplayer. Meines Erachtens verdient auch “In A Garden Green” den Status einer besonderen Wegmarke, da es einige der Besonderheiten der Schaffensphase im Werk der Band auf charakteristische Art bündelt. Weiterlesen

HEMATIC SUNSETS: Aroma Club Adieu

Auch wenn fast jede Veröffentlichung Asmus Tietchens von einem Cioran-Zitat begleitet und geziert wird, so hat sich schon immer auch Humor im Werk des Hamburgers gezeigt, was sich u.a. teilweise in der Titelgebung seiner Tracks widerspiegelte, jedoch war dieser Humor nie so dominant wie auf seinem „death lounge project “ Hematic Sunsets (auf dem seine anagrammatischen Mitspieler Achim Stutessen, Assistent Meusch, Hans Tim Cessteu, Mischa Suttense und Tussi Schemante heißen), auf dem Tietchens seiner Liebe zum – wie es in Weiterlesen

JAC BERROCAL / DAVID FENECH / VINCENT EPPLAY: Exterior Lux

Für die Fans ist das aus dem Trompeter Jac Berrocal und den beiden Soundmännern David Fenech und Vincent Epplay bestehende Trio ohnehin ein “Match Made in Heaven”, und anscheinend sehen das die Musiker ganz ähnlich, denn nach “Antigravity” und “Ice Exposure” steht mit “Exterior Lux” nun der dritte gemeinsame Longplayer in den Regalen. Weiterlesen

Altın Gün mit neuem Album bei Glitterbeat

Ende Februar bringt Glitterbeat das dritte Album der Amsterdamer Band Altın Gün um Merve Dasdemir und Erdinç Ecevit heraus. “Yol” greift den Einfluss türkischer Psychedelik des Vorgängers “Gece” auf und kombiniert diesen nicht nur mit Folk, dezenten Reggae-Anleihen und lateinamerikanischen Einflüssen, sondern auch mit poppigen Dance- und Synthie-Elementen, was der Musik einen deutlichen Eighties-Touch verleiht. Ein weiteres Novum ist die Kooperation mit den Produzenten Oliver Geerts und Gilles Noë (Asa Moto), die ebenfalls nicht unwesentlich zur Signatur der Songs beigetragen haben.   Weiterlesen

COMANDO SUZIE: Corazon o Plomo

Manchmal ist es eine besonders interessante Erfahrung, fremdsprachliche Musik zu hören, gerade wenn die Texte in einer Sprache gesungen sind, von der man immer ein paar Fetzen versteht, ohne dass man sich einen Reim auf den Gesamtzusammenhang machen könnte. Meist schnappt man noch ein paar Hintergrundinformationen auf, die Stimmung, die sich in Melodien, Rhythmen, Klangfarben und natürlich dem Gesang abzeichnet, tut ihr übriges, und schon kann man gar nicht mehr umhin, die Musik auch Weiterlesen

THANOS CHRYSAKIS: ΕΛΥΤΡΑ

Insekten üben seit langem eine (nicht nur) klangliche Faszination aus: Man denke an die vielen Filme, in denen das Zirpen der Zikaden fast schon ein alternativer Soundtrack ist oder an die symbolische Bedeutung der Geräusche der Grillen in einem Stück wie Sam Shephards „True West“. Eine Reihe von Musikern wurden vom Klangpotenzial der Insekten angezogen: 1986 veröffnetlichte Graeme Revell „The Insect Musicians“, sein Versuch einer auf dem Weiterlesen

ARNOLD DE BOER: Minimal Guitar

Einer der positiven Aspekte des ansonsten nicht so großartigen letzten Jahres war, dass man gezwungenermaßen aus vielen Gewohnheiten gerissen wurde und schon um der Langeweile zu entgehen entweder allein oder im kleinen Kreis Aktivitäten außerhalb des gewohnten Trotts nachging. Einsame Wanderungen in der eigentlich vertrauten Umgebung, die sich schnell als gar nicht so einsam herausstellen konnten, waren eine der Beschäftigungen, die schnell an Beliebtheit gewannen. Weiterlesen