Das Leben der Kartoffel: Neues Tape von Matilde Meireles

Die portugiesische Soundkünstlerin und Field Recording-Spezialistin Matilde Meireles bringt Ende des Monats ein Tape heraus, das ganz dem Lebenszyklus der Kartoffel gewidmet ist. Einige der verwendeten Sounds dokumentieren das Heranwachsen der Knollen im Boden eines englischen Gartens, präsentieren die Vibration des Bodens, den Klang der Pflanzen bei Berührung, zahlreiche Umgebungsgeräusche bei Tag und Nacht und die akustischen Spuren, die verschiedene Witterungsphänomene an dem Ort hinterlassen. Zahlreiche, meist deutlicher erkennbare Sounds wurden bei der Ernte und verschiedenen Stadien der Zubereitung der Kartoffeln aufgenommen. Das Resultat ist ein meist realistisches und in Passagen akstraktes, hörspielartiges Album mit viel Kolorit. Das Tape erscheint hundertmal bei Crónica, eine digitale Version ist ebenfalls erhältlich. Weiterlesen

Live in Montreal 2018: Konzertaufnahme von Klara Lewis

Editions Mego bringen in einigen Tagen eine One Track-CD mit einem qualitativ beeindruckenden Konzertmitschnitt der in Schweden ansässigen Komponistin und Producerin Klara Lewis heraus. Das etwas über eine Dreiviertelstunde lange Set, das vor gut drei Jahren beim MUTEK-Festival in Montréal aufgenommen wurde, besteht aus subtil ineinandergreifenden Sequenzen flächiger, lärmender, auf verquere Art tanzbarer und von Chören und anderen Vokalsamples durchzogener Elektronik. Lewis, Tochter des Wire-Bassisten Graham Lewis, hat in den vergangenen Jahren vier Alben mit experimenteller Elektronik (alle Mego) herausgebracht, eines davon in Kollaboration mit Simon Fisher Turner. “Live in Montreal 2018″ erscheint dreihundertmal im Digipack sowie als Download. Weiterlesen

Gitarre und Saxofon: Neue Kollaboration mit Dirk Serries und Trösta

Die beiden Musiker Dirk Serries (früher meist unter dem Namen Vidna Obmana aktiv) und Trösta haben erstmals ein gemeinsames Album aufgenommen. “Island on the Moon” ist ein viel längere Tracks umfassendes, melancholisches Ambientwerk auf der Basis von Gitarren, Altsaxofon und einer Reihe an Effekten, das in Teilen an sogenannten Darkjazz erinnert. Weiterlesen

Fallen Gods: Reissue des Klassikers von Rapoon

Robin Storey, Gründer von zoviet france und solo meist unter seinem Künstlernamen Rapoon unterwegs, bringt eines seiner frühen im Alleingang produzierten Album neu heraus. “Fallen Gods”, das 1994 als drittes Rapoon-Album bei Staalplaat erschien, gab dem Projekt sein charakteristisches Gepräge mit ritueller Perkussion, Instrumenten vom indischen Subkontinent und einer Art Ambient, die niemals nur gefällig und bekömmlich daherkam. Das Label zieht Vergleiche zu so unterschiedlichen Künstlern wie Lustmord, Jon Hassell und Psychick Warriors Ov Gaia. Das von Colin Potter neu gemasterte Album erscheint in einer limitierten Vinyl-Edition und digital bei Abstrakce Records. Weiterlesen

Waiting for Henry: Retrospektive der 80er Queer-Punk-Band Mouth Congress

Captured Tracks bringen eine Doppel-LP mit 29 Songs der in den 80ern aktiven queeren Punkband Mouth Congress heraus. Die Band wurde 1984 von den beiden Torontoer Musikern Paul Bellini und Scott Thompson (Kids in the Hall) gegründet und existierte eine Handvoll Jahre als lokaler Liveact ohne während ihrer aktiven Zeit einen offiziellen Release herauszubringen. Weiterlesen

Phonophobia: Jarl mit Fortsetzung zu Hyperacusis

Jarl hat noch im alten Jahr mit “Phonophobia” einen stilistisch ähnlich gearteten Nachfolger zu seinem im letzten Februar erschienenen Album “Hyperakusis” herausgebracht. Das neue Werk steht erneut im Bezug zum Themenkomplex der Geräuschempfindlichkeit, an der Künstler selbst leidet. Das Album erscheint als CD, Tape und digital bei Zoharum. Weiterlesen

The River of Appearance: Jubiläums-Edition des Debüts von Vidna Obmana

Zoharum bringen zum 25 Jubiläum eine neue Edition von Vidna Obmanas Debütalbum “The River of Appearance” heraus. Das Album, das seinerzeit bei Project Records herauskam, gilt heute als einer der Klassiker eines weltmusikalisch ausgestalteten Ambientsounds, bei welchem akustische Instrumente aus den Traditionen verschiedener Kulturen – unterschiedliche Flöten, Ocarina, Harmonium – mit Zweckentfremdetem wie Flaschen und Töpfen sowie Weiterlesen

Gotland Wenig Ändernd: Debüt des Apregarde Dub Orchestra

Das von Bernd Jestram (u.a. Bleibeil), Rex Jostwig (u.a. Herbst in Peking), Bob Rutman und Alex Dorsch (beide U.S. Steel Cello Ensemble) gegründete Apregarde Dub Orchstra bringt Ende des Monats sein Debütalbum “Gotland Wenig Ändernd” beim Label Moloko+ heraus. Der Stil ihrer Musik, der von der Gruppe selbst als Maritime Noir bezeichnet wird und sich, wie es beim Label heißt, aus “eher zufällige[n] Formen des kollektiven Klangs” zusammensetzt, basiert auf wagemutigen, oft von einem Gefühl der Spannung durchzogenen Kollagen aus den Klängen vom Steel Cello und Bow Chimes, dröhnender Elektronig, erdigen Bässen, Poesie, geheimnisvoller Rezitation und verschiedenen Samples, ihr Tomfall ist – selbt in Momenten orchestraler Wucht – eher leise, dezent, subtil. Weiterlesen

Tradition im zeitgenössischen Gewand: Zypriotische Folksongs von Sarah Aristidou und Kaan Bulak

Die aus Zypern stammende Sängerin Sarah Aristidou und der deutsch-türkische Komponist und Klangkünstler Kaan Bulak haben – z.T. mit weiterer prominenter Unterstützung – zwei zypriotische Folksongs in ein neues und ungewohntes musikalisches Gewand und in die Form einer EP gepackt. Aristidou, die als Sopranistin an französischen Opernhäusern singt und jüngst ihr Konzeptalbum “Aether” herausgebracht hat, kennt die beiden traditionellen Stücke seit ihrer Kindheit. Durch die elektronische Klanggestaltung Bulaks erhielt ihre Interpretation einen komplett neuen Kontext und die Stücke einen anderen Charakter. Weiterlesen

Cupid Operations: Erstes Tape der Halfsilks bei Kitchen Leg Redords

Die Berliner Halfsilks haben just ihr erstes Tape über das mehr als qualitätssichere DIY-Label Kitchen Leg Records herausgebracht. “Cupid Operations” enthält zwei knappe Handvoll Angular Pop Songs, die trotz ihrer Kompaktheit so üppig wie eine Wunderkammer an originellen Ideen sind, und deren Wegweiser in Richtung des Post Punk der frühen 80er zeigen. Weiterlesen

The Ambient Hometaping Conspiracy Is Real: Compilation bei TapeLore

Bei den New Yorker Vintage-Spezialisten von TapeLore erscheint eine auf hundert Kasetten limitierte und ansonsten freilich auch digital erhältliche Sammlung an Ambient-Tracks unter dem Titel “The Ambient Hometaping Conspiracy Is Real”. Was mit “Lafonia” von The Eletric Sea Gospel – Lafonia in melodischer Geschmeidigkeit beginnt und mit dem Weiterlesen

The Bend in the Light: Ellen Gibling solo an der Harfe

Im März nächsten Jahren veröffentlicht die Harfenistin Ellen Gibling, bekannt von dem Improv-Quartet New Hermitage und folkorientierten Gruppen wie Ragged Robin und Síle, ein Soloalbum im Eigenvertrieb. Auf “The Bend in the Light” bewegt die kanadische Musikerin sich im Bereich der irischen Folktradition und deckt Genres wie Jig, Polka, Walz und Reel ab – prinzipiell tanzbare Musik, die in ihrer Interpretation jedoch zu Tanzmusik zum Hören gerät. Das Album erscheint als CD und Download.   Weiterlesen

Yoko Morimyo und Damiano Afrifa: Duo mit Interpretationen von Arvo Pärt, Florence Price, Giacinto Scelsi und Franco Battiato

Unter dem Titel “Musica Spirituale” bringt das Label 19m40s eine CD mit vier Interpretationen kontemplativer Musik heraus, die Yoko Morimyo und Damiano Afrifa mit Violine und Piano eingespielt haben. Die Auswahl fiel dabei auf Arbeiten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, angefangen – wenn man die Stücke chronologisch einordnen will – mit einer Neuinterpretation von Florence Beatrice Price’ 1951 für Orgel konzipiertes, noch der Spätromantik verpflichtetes Stück “Adoration”, das mit seinen nur knapp über drei Minuten der kürzeste Beitrag der kleinen Sammlung ist. Weiterlesen

Reissue verschiedener Klassiker von Xasthur

Prophecy Productions bringen fünf Alben aus dem Frühwerk des amerikanischen Musikers Scott Connor alias Malefic alias Xasthur neu heraus – namentlich “A Gate Through Bloodstained Mirrors”, “Ominous Fates” (seinerzeit ein Split-Album mit Leviathan), “Subliminal Genocide”, “Defective Epitaph” und “Portal Of Sorrow” und somit Weiterlesen