Am Donnerstag den 18. September setzt die von Soheil Soheili und aNoise kuratierte Reihe “Confronting Noises” im Petersburg Art Space ihre Erkundungen zwischen zeitgenössischer und experimentell-elektronischer Musik fort. Der vierte Teil bringt unter dem Motto “Breaking Free” unterschiedliche Ansätze von Improvisation, Drone, Noise und hybriden Formen zusammen. Der in Teheran geborene und in Berlin lebende Komponist und Performer Vahid E. Hosseini arbeitet an der Schnittstelle von persischen und westlichen Traditionen und verhandelt in seinen Stücken die Spannungen zwischen beiden. Mit Setar, Klavier und Elektronik verbindet er historische Prägungen mit zeitgenössischen Klangsprachen.
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Evicshen, James Blackshaw und Mayssa Jallad beim Kiezsalon in der Berliner Musikbrauerei
Im Oktober kehrt der Kiezsalon in die vertraute Umgebung der Musikbrauerei am Prenzlauer Berg zurück. Der denkmalgeschützte Bau aus dem frühen 20. Jahrhundert hat sich zu einem besonderen Ort für Konzerte abseits ausgetretener Pfade etabliert.
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Neue Split-LP: Headless Kross und Pound Land
Nach einer kurzweiligen, intensiven Mini-Tour durch Schottland – mit Auftritten in Edinburgh und Glasgow – beschlossen Headless Kross und Pound Land, ihre gemeinsame Energie in einem Split-Album festzuhalten. Nun erscheint dieses Projekt, das mehr ist als ein bloßes Nebeneinander zweier Bands: ein klangliches Abkommen zwischen Wucht, Erschöpfung und widerständiger Geste. Beide Bands arbeiten mit einem massiven, schleppenden Sound, der sich nicht in bloßer Trägheit erschöpft, sondern auch das Moment der Auflehnung enthält. Headless Kross agieren direkter, aggressiver, ihre Stimme keift und kratzt, ihre Gitarrensoli wirken beinahe zünftig, ohne ins “nur noch Virtuose” zu kippen.
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New Revelations of Being: Ajna auf den Spuren von Antonin Artaud
Der amerikanische Soundkünstler Ajna legt mit “New Revelations of Being” sein neues Werk auf Cyclic Law vor. Seit 2008 aktiv, hat er sich mit zahlreichen Veröffentlichungen als feste Stimme im Dark Ambient etabliert. Das Album, das elf Stücke umfasst, ist von Antonin Artauds Schrift “Artaud 1937 Apocalypse” inspiriert und greift dessen Bilder von Zerstörung, Erneuerung und Transzendenz auf.
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Diary of a Candle: Neue LP von Faten Kanaan
Am 17. Oktober erscheint auf Fire Records das neue Album “Diary of a Candle” von Faten Kanaan. Die heute in Amman lebende Komponistin, Musikerin und Produzentin verbindet darin Einflüsse Alter Musik, Minimalismus und außereuropäischer Traditionen mit feinen Synthiefarben. Entstanden ist eine Suite, die sich durch besinnliche Gitarrenparts, Streicher und Bläser sowiel Synthiekompositionen einer bisweilen kammermusikalischen Art auszeichnet, manchmal entspannt verbummelt, manchmal auch in einer etwas aufgewühlteren Verzücktheit. “Diary of a Candle”, so erfährt man vom label, richtet den Blick weniger auf den Menschen als auf die Details seiner Umgebung. Die Einflüsse reichen von Hiroshi Yoshimuras “Music for Nine Post Cards” bis hin zu ostasiatischen Ritualen und überlieferten Naturvorstellungen.
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Confronting Noises: Dritter Teil der Reihe im Berliner Petersburg Art Space
Soheil Soheili und aNoise, f.k.a. Noise a Noise, laden zur dritten Ausgabe der Konzertreihe “Confronting Noises” ins Berliner Petersburg Art Space. Der Abend steht unter dem Untertitel “Encountering Closed Doors” und widmet sich aktuellen Strömungen zwischen Improvisation, Noise und hybriden Formen experimentierfreudiger Musik.
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Tutti Frutti: Neue Sammlung von Annette Vande Gorne
Mit “Tutti Frutti” veröffentlicht Annette Vande Gorne in den kommenden Tagen eine Auswahl von Werken aus den Jahren 1983 bis 2020, die sowohl analoge als auch digitale Studioproduktionen umfasst. Die Stücke entstanden für unterschiedlichste Anlässe – von Theater und Tanz über Installationen bis hin zu Hommagen an Claude Debussy oder Francis Dhomont – und zeigen vielleicht auch dem Titel entsprechend eine
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Einmal Immer: Debüt des Trios auf Playdate Records
Gerade erscheint mit “Einmal Immer” das gleichnamige Debütalbum des bislang eher als Liveband bekannten Trios aus Bergen. Espen Sommer Eide (Electronics, Buchla Modular Synth), Stephan Meidell (Baritongitarre, Elektronik) und Øyvind Hegg-Lunde (Schlagzeug, Percussion) sind seit vielen Jahren feste Größen in Projekten zwischen zeitgenössischer Musik, Jazz, Elektronik, Klangkunst und Bühnenproduktion, so etwa im Erlend Apneseth Trio, bei Strings & Timpani, Building Instrument, Alog oder Phonophani.
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Revenge of the Speaker People: Neue 2CD von Jung an Tagen
Am 26. September erscheint mit “Revenge of the Speaker People” ein neues Doppelalbum von Stefan Juster alias Jung An Tagen bei Editions Mego. Der Wiener Künstler ist für seine konzeptuell angelegten Arbeiten bekannt und setzt diesmal bei einer akustischen Entdeckung an, die bis heute fasziniert: den sogenannten otoakustischen Emissionen. Diese extrem empfindlichen Klänge, die der menschliche Hörsinn selbst erzeugt, wurden Ende der 1970er-Jahre erstmals beschrieben und sind seither von experimentellen Musikerinnen und Musikern wie Maryanne Amacher, Florian Hecker oder Marcus Schmickler aufgegriffen worden.
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The Empty Hollow Unfolds: Wiederveröffentlichung des Klassikers von Raison d’Être
Mit “The Empty Hollow Unfolds” erscheint bei Cyclic Law eines der zentralen Werke von Raison d’Être erstmals auf Vinyl. Das Album, ursprünglich 2000 veröffentlicht, gilt als Meilenstein des Dark Ambient und prägte das Genre wie nur wenige andere. Peter Andersson verbindet auf diesem Werk metallische Echos, tiefe Drones und an sakrale Gesänge erinnernde Elemente, wie es beim Label heißt, zu einem eindringlichen Geflecht aus Verfall und Erhabenheit. Für die neue Doppel-LP wurde das Material speziell für Vinyl neu gemastert. Sie enthält zudem drei Bonustracks, die auf der ursprünglichen Fassung nicht zu finden waren. Das Album erscheint am 17. Oktober als limitierte 2LP im Gatefold-Sleeve in einer Auflage von 400 Exemplaren: 200 auf marmoriertem Vinyl und 200 auf schwarzem Vinyl, zudem ist das Album digital erhältlich.
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Frammenti: Neues Album von Federico Mosconi mit Barbara De Dominicis
Nicht mehr wirklich eine News, aber in jedem Fall immer noch eine Empfehlung wert ist “Frammenti”, das aktuelle Album, dass der Musiker und Producer Federico Mosconi zusammen mit Barbara De Dominicis produziert und vor einigen Wochen herausgebracht hat. Das Album ist ein Werk, das in sechs längeren Stücken Erinnerung, Fragilität und die kleinen Splitter von Erfahrungen reflektiert, die sich im Inneren festsetzen. Die hier als Vokalistin auftretende Musikerin Barbara De Dominicis verleiht diesen Fragmenten mit Gesang, Flüstern und mantraartigen Wiederholungen von Texten von Mirco Salvadori eine menschliche Kontur. Ihre meist hell eingesetzte Stimme steht dabei oft in einem sanften Kontrast zum warmen Klang der Musik, die auf Gitarren, Soundbearbeitung und Field Recordings basiert.
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Poor Isa in Kollaboration mit Evan Parker und Ingar Zach
Am 12. September erscheint bei Aspen Edities das gemeinsame Album von Poor Isa, Evan Parker und Ingar Zach. Für ihre dritte Veröffentlichung öffnen Ruben Machtelinckx und Frederik Leroux ihr Duo-Projekt erstmals für Gäste: Mit dem britischen Saxophonisten Evan Parker und dem norwegischen Schlagzeuger Ingar Zach treten zwei profilierte Stimmen der europäischen Improvisationsszene hinzu.
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In Place: Neue CD von Kory Reeder
In den kommenden Tagen erscheint das neue Album des amerikanischen Komponisten Kory Reeder bei Thanatosis. “In Place” ist sein zehntes Album und zugleich das erste, das ausschließlich Werke aus seiner umfangreichen “Grid Series” enthält. Drei Stücke aus einer mittleren Phase dieser Reihe sind hier in ungeschönten Aufnahmen zu hören, eingespielt von Reeder am Klavier und dem Bratschenduo Kathleen Crabtree und Michael Moore.
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Kenneth Lien und das Center of the Universe mit neuer elektronischer Folkmusik
Unter dem Titel “Norwegian Electronic Folk Music” veröffentlichen Kenneth Lien & Center of the Universe in den kommenden Wochen ihr neues Album bei Heilo Records. Nach dem vielbeachteten Vorgänger “Snu hver stein” setzen sie ihr Projekt fort, norwegische Folkmusik mit elektronischen Mitteln neu zu denken. Das Album verknüpft traditionelle Tanzrhythmen wie Gangar, Springar oder Halling und Instrumenten wie Hardingfele und Munnharfe und stellt mit elektronischen Elementen aus House, Techno und Drum’n’Bass. So entsteht eine Musik, die ebenso stark vom Tanz wie vom Zuhören lebt, und die Tradition nicht bricht, sondern in andere Bahnen lenkt.
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Hart’s Tongue: Tape von S. Costa auf Cruel Nature
Mit “Hart’s Tongue” erscheint in Kürze ein neuer Longplayer des in Südengland ansässigen Komponisten und Producers S. Costa auf Cruel Nature Records – ein Werk, das zwischen spielerischer Leichtigkeit und dramatischer Wucht oszilliert. Jeder der meist synthiedominierten, aber auch klassische “akustische” Instrumentierung beinhaltenden Tracks hat seinen eigenen stilistischen und atmosphärischen Charakter, wodurch das Album wie ein Geflecht aus Spiegelungen, Kontrasten und unerwarteten Wendungen wirkt. Monumentale, z.T. dramatische Abschnitte treffen auf polyrhythmische Dynamiken und verspielte Passagen mit fast körperlich wirkenden, blubbernden Sequenzen auf. Costa, der seine musikalische Sprache zunächst an der Gitarre entwickelte und seit 2020 mit Schwerpunkt auf Synthese arbeitet, entwirft Stücke, die unberechenbar und doch melodisch sind – mal mit (nur gefühlten?) Anklängen an Exotica oder weltmusikalische Motive, mal in entrückter Verzückung, mal in energisch-dramatischer Zuspitzung. “Hart’s Tongue” erscheint am 26. September mit Artwork und Design von Callum Rooney als Tape und zum Download.
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Ich mag Dinge, die einem etwas sagen, ohne es direkt zu sagen. Interview mit Amanda Votta von Deep Fade und The Spectral Light
Amanda Vottas Musik ist ein Spiel mit Schatten, ein Herantasten an das Unausgesprochene. “I like things that tell you something without saying it outright” – dieser Satz, den sie im folgenden Interview beiläufig äußert, könnte als poetisches Manifest der amerikanischen Musikerin und Anthropologin gelesen werden, die in den vergangenen Monaten beeindruckende Alben ihrer beiden Projekte Deep Fade und The Spectral Light herausgebracht hat. Ihre Weiterlesen
I like things that tell you something without saying it outright. Interview mit Amanda Votta ofr Deep Fade and The Spectral Light
Amanda Votta’s music is a play of shadows, an attempt to approach the unspoken. “I like things that tell you something without saying it outright”—a line she drops almost casually in conversation—could be read as the poetic manifesto of the American musician and anthropologist, who in recent months has released striking albums with both her projects, Deep Fade and The Spectral Light. Her pieces resemble traces in the fog: fleeting, spectral, yet marked by a Weiterlesen
ALI BALIGHI: Ghazale Vay
Manchmal wirkt Musik und Klangkunst am stärksten dann, wenn sie sich scheinbar widersprüchlicher Elemente bedient: Geräusche, die wie Naturereignisse klingen, treffen auf klassische Instrumente, die zugleich vertraut und verfremdet wirken. In Ali Balighis neuem Album “Ghazale Vay” wird genau dieses Spannungsfeld produktiv gemacht. Der aus dem Iran stammende Komponist und Klanggestalter, der derzeit in den USA ansässig ist, verbindet darin zusammen mit einem siebenköpfigen Weiterlesen
YAYOBA: Sensory Sensei
Bisweilen liegt die Besonderheit einer Musik weniger in großen Gesten als in der Art, wie kleinste Details ineinander greifen. Schon beim ersten Hören von Yayobas schon vor einigen Monaten erscheinenem Tape “Sensory Sensei” fällt auf, wie stark die einzelnen Bausteine nicht nur nebeneinanderstehen, sondern sich ineinander verschieben und so einen vielschichtigen, oft überraschenden Klangstrom Weiterlesen