Das neue Album “Obliteration” von The Spectral Light, bestehend aus Amanda Votta, Neddal Ayad und Jon Free, ist ein düsteres, raues Werk, das sich mit fünf ausgedehnten, jeweils um die zehn Minuten langen Stücken gänzlich der Langsamkeit, Tieftönigkeit und atmosphärischen Verdichtung verschreibt. Alles wirkt hier abgründig und gespenstisch – eine Musik zwischen bröckelndem Lärm, zäher Wucht und einer zerfransten, melancholischen Schönheit. Weiterlesen
SARY MOUSSA: Wind, Again
Es gibt Musik, die nicht nach Einheit strebt, sondern gerade aus dem Zusammenprall unterschiedlicher Elemente ihre Spannung bezieht. “Wind, Again”, das neue Album von Sary Moussa, das der hier als Sazspieler auftretende Musiker zusammen mit einigen der großen Namen der libanesischen Experimentalszene – Julia Sabra (Piano, Hammond-Orgel), Paed Conca (Klarinette), Abed Kobeissi (Buzuq), Sary Moussa (Saz), Fadi Tabbal (Gitarre) und Pascal Semerdjian (Schlagzeug) – eingespielt hat, ist Weiterlesen
Die Wilde Jagd und Ensemble im Jenaer Kassablanka
Die Wilde Jagd kommt im November für ein besonderes Konzert nach Jena: Gemeinsam mit einem Quartett der Jenaer Philharmonie präsentiert das Projekt von Sebastian Lee Philipp im Kassablanca ein Programm, das Stücke aus mehreren Alben vereint. Die Besetzung bringt dabei ein spannendes Zusammenspiel aus Band und klassischem Ensemble auf die Bühne. Neben Philipp an Gitarre, Elektronik und Gesang stehen Schlagzeuger Manuel Chittka sowie die Cellistin und Sängerin Lih Qun Wong. Ergänzt wird das Trio durch Veronika Kinnunen (Querflöte), Alexander Brühl (Kontrabass), Gabriela Croitoru (Harfe) und Christian Götz (Viola).
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Reports of Debris: Retrospektive von Nigel Ayers und Nocturnal Emissions
Am 21. September erscheint mit “Reports of Debris” erstmals eine umfassende Zusammenstellung, die das Schaffen von Nigel Ayers sowohl als Solokünstler wie auch unter dem Namen Nocturnal Emissions dokumentiert. Die Veröffentlichung umfasst Arbeiten von den frühen 1980er-Jahren bis 2024 und bringt damit Stücke aus so unterschiedlichen Phasen wie den radikalen Noise-Produktionen der frühen Zeit, den rhythmusorientierten Industrial-Stücken und Ayers’ späteren, stärker ambient und rituell geprägten Aufnahmen zusammen.
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Exalge: Neues Album von Matthew Ryals in Zusammenarbeit mit Effe Effe
Am 5. September erscheint bei Infrequent Seams “Exalge”, eine Veröffentlichung des auf modulare Synthese spezialisierten amerikanischen Komponisten und Improvmusikers Matthew Ryals, die in Zusammenarbeit mit der in Mailand lebenden Bratschistin und Klangkünstlerin Federica Furlani alias Effe Effe entstanden ist. Die Aufnahme dokumentiert ein erstes, vollständig improvisiertes Zusammentreffen der beiden beim gleichnamigen Kulturzentrum in Mailand vor knapp zwei Jahren. Ryals’ in Echtzeit erzeugte, auffallend “akustisch” wirkende Klangpalette trifft hier auf ein differenziertes Repertoire erweiterter Spieltechniken der Viola, wodurch sich die Grenzen beider Instrumente zunehmend verwischen. Wie Stephan Haluska in den Liner Notes beschreibt, entsteht so ein Dialog “morphender Identitäten”, der schließlich so weit reicht, dass sich die Quellen der Klänge stellenweise kaum mehr auseinanderhalten lassen.
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Valerie Renay und Andrius Nekrasoff: Gemeinsame Show im Berliner Hošek Contemporary
Am 29. und 30. August präsentieren Valerie Renay und Andrius Nekrasoff im Hošek Contemporary zweimal eine neue gemeinsame Arbeit. Die in Guadeloupe geborene Künstlerin Renay, bekannt nicht nur für ihren dunklen, von Wave wie von Chanson durchdrungenen Songwriterpop, sondern auch für ihre interdisziplinären Performances, hat in dem litauischen Tänzer und Kampfkünstler Nekrasoff einen Partner gefunden, dessen körperliche Intensität und emotionale Präsenz eng mit ihrer eigenen Praxis korrespondieren.
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Healing Trends: Neues Tape von Exsanguinated Roommate
Mit “Healing Trends” legt Exsanguinated Roommate – zu deutsch etwa Ausgebluteter Mitbewohner – am 29. August ein neues Album vor. Das Projekt um Paul Foreman, bekannt durch Salisman und Soft Speaker, präsentiert sich hier in enger Zusammenarbeit mit Jon Raedeke, einem langjährigen Freund und musikalischen Weggefährten. Gemeinsam entfalten sie ein Werk, das die Grenzen zwischen Singer-Songwriter-Ansätzen, Indie-Rock und einer dezent verrauschten, manchmal fast vernebelt shoegazigen Produktion aufweicht, ohne auf Momente klarer Eingängigkeit zu verzichten.
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Acrartep und Makoto Sakamoto im Berliner Madame Claude
Im Rahmen der Reihe eXperimontag treten am 25. August im Berliner Madame Claude zwei Künstler auf, die sich in sehr unterschiedlicher Weise mit Drone, Noise und experimenteller Elektronik auseinandersetzen. Eugenio Petrarca alias Acrartep, auch bekannt als Teil des Projekts Ab Uno, entwickelt seine Stücke aus modularen Synthesizer-Patches, die er im Moment des Spiels anlegt und fortführt.
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True Than Nature: Neues Album von BJ Nilsen auf Ideologic Organ
Am 29. August erscheint bei Ideologic Organ das neue Album “True than Nature” des schwedischen Klangkünstlers BJ Nilsen als CD und zum Download. Nilsen arbeitet seit den frühen 90ern, anfangs z.T. unter Projektnamen wie Morthound und Hazard, an der Schnittstelle von Feldaufnahmen, elektroakustischer Komposition und konzentriertem Hören. “True than Nature” ist ein Werk, das sich jeder einfachen Kategorisierung entzieht. Es gibt darin Töne, die scheinbar für sich selbst stehen – lange, sich langsam wandelnde Schichten, die ebenso an Naturprozesse wie an technische Phänomene erinnern. Dazu kommen plötzliche Eingriffe, klangliche Verschiebungen und manchmal subtile Brüche. Wind, Wasser, metallische Reibungen, entfernte Impulse, vage Detonationen. All das bleibt oft bewusst unklar und wirkt gerade dadurch auf eine präzise Weise verstörend.
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Archipelago: Neue CD von Jonas Kocher
Am 5. September erscheint mit “Archipelago” das dritte Soloalbum des Schweizer Akkordeonisten Jonas Kocher beim Bieler Label Bruit Editions. Über sieben improvisierte Stücke hinweg lotet Kocher die Spannung zwischen Kontrolle und Unvorhersehbarkeit aus, zwischen organischen und fast maschinellen Momenten.
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Outta Sight: Brisa Roché und Nicolas Laureau debütieren als R/A/D
Mit “Outta Sight” legt das Duo R/A/D – bestehend aus der amerikanischen Sängerin Brisa Roché und dem französischen Musiker Nicolas Laureau (u.a. Don Nino) – ein gemeinsames Debüt vor, das von einem weit gespannten, zugleich reduzierten Sound geprägt ist. In den sparsam instrumentierten, meist gitarrenbasierten Stücken verschränken sich Blues, Rezitation, No Wave-Anleihen und eine eigenwillige Form von Pop. Wie es in den Liner Notes heißt, beschreibt das Duo seine Musik selbst als “Feuer und Eis” – mal kühl zurückgenommen, mal eruptiv und intensiv.
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Aki Onda mit Filmmusik für Ken Jacobs
Mit “In the Depth of Illusion: A Soundtrack for Nervous Magic Lantern” veröffentlicht der japanische Künstler und Komponist Aki Onda gerade eine neue LP – sie enthält die komplette, zum Teil recht wandlungsfähige Musik zu Ken Jacobs’ experimentellem Filmprojekt Nervous Magic Lantern. Das Album, das bei Room 40 erscheint, ist, wie man von Ondas eigenen Liner Notes erfährt, konzipiert als eine meditative und gleichsam
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Nour Sokhon und Interspecifics: Auftakt der Performancereihe Sintonia in der Berliner Galiläakirche
Mit dem Doppelkonzert von Nour Sokhon und Interspecifics beginnt am 4. September in der Berliner Galiläakirche die neue Reihe “Sintonia”. Die Serie widmet sich Begegnungen zwischen Klang und bewegtem Bild, in denen Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Hintergründe Verbindungen eingehen und den Kirchenraum als Resonanzkörper für ihre Experimente nutzen. Nour Sokhons audiovisuelle Performance verbindet Stimmen, Field Recordings und generative Klangprozesse mit immersiven Bildern. Inhaltlich kreist ihre Arbeit, die wir bereits anhand ihrer Kollaboration mit Stefan Christoff vorgestellt haben, um Migration, Erinnerung und Transformation – Themen, die sich in vielschichtigen Überlagerungen von Klang und visuellen Strukturen entfalten.
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Disquiet: The Necks veröffentlichen ihr zwanzigstes Album
The Necks veröffentlichen im Oktober “Disquiet” über Northern Spy. Das zwanzigste Studioalbum des australischen Trios erstreckt sich über drei Platten und mehr als drei Stunden Spielzeit. Minimal eingesetzte Mittel, lange Spannungsbögen und behutsame Verschiebungen bleiben, wie man vom Label und der Band erfährt, zentrale Konstanten, während sich Strukturen entwickeln, verdichten und wieder auflösen.
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Organ Sequences: Rebecca Lane, Clara de Asis, Pharoah Chromium und Romain C. Bertheau in der Berliner Taborkirche
Am Sonntag, den 24. August, bringt das 27. Kapitel der Reihe “Organ Sequences” erneut eine außergewöhnliche Zusammenstellung elektroakustischer, instrumentaler und spekulativer Klangarbeit in die Taborkirche in Berlin-Kreuzberg mit vier Acts, die jeweils sehr eigene Zugänge zum Instrument der Orgel und darüber hinaus verfolgen.
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Sokołowsko Channelling: Neues Album von Inconsolable Ghost
Schon vor einigen Wochen erschien mit “Sokołowsko Channelling” eine neue Veröffentlichung von Inconsolable Ghost, einem Kollektiv, das sich der Geisterarbeit, genauer: dem Channeling verschrieben hat. Die Gruppe – hervorgegangen aus dem Umfeld von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble und The Mount Fuji Doomjazz Corporation – versteht ihre Arbeit als Beschwörung von Energien, Atmosphären, Stimmen und unsichtbaren Kräften.
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Drops: (Exit) Knarr veröffentlichen neues Album
Mit “Drops” erscheint in den kommenden Tagen das dritte Studioalbum von (Exit) Knarr, dem Projekt des norwegischen Bassisten Ingebrigt Håker Flaten. Ursprünglich als Auftragsarbeit für das Vossajazz-Festival konzipiert, hat sich die Band zu einem festen kreativen Ausdrucksmittel für Flaten entwickelt. Das Album zeigt eine Band, die ihre musikalische Vielfalt durch den Einsatz von grafischer Notation, Elektronik und improvisatorischer Freiheit erweitert.
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Aber hin und wieder passiert etwas Überraschendes: Interview mit Graeme Revell
Als das Lineup für das kürzlich stattgefundene VOD-Fest in Friedrichshafen bekannt gegeben wurde, da waren viele überrascht wie erfreut, als klar wurde, dass Graeme Revell auftreten würde. Die Relevanz, die insbesondere das Frühwerk SPKs für die Industrial Culture musikalisch, visuell und konzeptionell hatte, ist wohl kaum zu überschätzen. Die weitere musikalische Kariere Revells ist weithin bekannt: „In Flagrante Delicto“ von „Zamia Lehmanni“ ebnete ihm den Weg zu einer Kariere als Komponist in Hollywood, der um die 100 Soundtracks komponierte. Weiterlesen
But every so often something surprising will happen: Interview with Graeme Revell
When the lineup for the recent VOD Festival in Friedrichshafen was announced, many were surprised and delighted to learn that Graeme Revell would be performing. The relevance of SPK’s early work in particular to industrial culture, musically, visually and conceptually, can hardly be overestimated. Revell’s further musical career is well known: ‘In Flagrante Delicto’ by ‘Zamia Lehmanni’ paved the way for him to become a composer in Hollywood, where he created around 100 soundtracks. Weiterlesen