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	<title>African Paper &#187; Andrew King</title>
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		<title>DAVID E. WILLIAMS: Non-Vocal Electronic Music, 1986-2022</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 03:06:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auch wenn man nie wissen kann, was die Zukunft bringen wird, hat David E. Williams, soviel kann man guten Gewissens sagen, mit &#8220;Get Me a Ladder&#8230; Get Me a Ladder!&#8221; vor drei Jahren sein zumindest mal vorläufiges Opus Magnum veröffentlicht. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/25/david-e-williams-non-vocal-electronic-music-1986-2022/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/nvem.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48406" title="nvem" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/nvem-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn man nie wissen kann, was die Zukunft bringen wird, hat David E. Williams, soviel kann man guten Gewissens sagen, mit <a title="DAVID E. WILLIAMS: Get me a Ladder… Get me a Ladder!" href="https://africanpaper.com/2022/08/06/david-e-williams-get-me-a-ladder-get-me-a-ladder/">&#8220;Get Me a Ladder&#8230; Get Me a Ladder!&#8221;</a> vor drei Jahren sein zumindest mal vorläufiges Opus Magnum veröffentlicht. Eine derartige Summa einer bisherigen Karriere, in der ein ganzes Panorama großer und kleiner, ernster wie skurriler Williamsthemen in eindringlich-unterhaltsamer Weise vorkommt, sollte und kann <span id="more-48405"></span>man nicht so schnell wiederholen, und somit tut der Musiker auch ganz recht daran, mit dem gerade digital erschienenen &#8220;Non-Vocal Electronic Music, 1986-2022&#8243; ein trotz einiger Überschneidungen komplett anders geartetes Werk herauszubringen.</p>
<p>Die bis tief in die 80er zurückreichende Sammlung enthält ausgewählte, zum Teil von seinen Alben bekannte, zum Teil aber auch obskure Tracks, die ohne seinen charakteristischen Gesang auskommen und meist eine gute Spur abstrakter und in vielen Fällen auch lärmiger daherkommen als die meist dunkle, schwarzhumorige Mixtur aus Kabarett und Croonertum, die man gemeinhin als seinen typischen Stil betrachtet. Wer mit verzerrten Lärmtexturen allerdings wenig anfangen kann, sollte dennoch über die ersten drei Stücke hinausgehen, denn im Verlauf erweist sich die Compilation als äußerst vielgestaltig.</p>
<p>&#8220;Moreschi Study I&#8221; beginnt mit hintergründigem, dumpfem Grollen wie klanglicher Rauch, aber eindringliche Synthiemelodien schälen sich nach kurzer Zeit heraus und der Track steigert sich in Sound und Fülle. Durch die klangliche Beschaffenheit des Stücks fühlt man sich wie in Sirup eingelegt, aber die lärmig-kratzigen Parts holen einen immer wieder an die frische Luft. Den Kastratensänger Allessandro Moreschi, nach welchem der Track benannt ist, hört man zwar, aber wenn man es nicht weiß, kann man die hochtönenden Sounds kaum der menschlichen Stimme zuordnen. &#8220;Catholic Nihilist&#8221; beginnt knarrig und derb. Anfangs noch unklar in seiner Richtung, entwickelt sich das Stück bald zu einer rhythmischen, verzerrten Lärmwelt, die rhythmische Anklänge nicht scheut und von schleifendem Feedback kontrastiert wird. Kurz vor Schluss kippt der Klang plötzlich ins Glasklare, bevor nur noch das Piepen einer Herzmaschine bleibt. Der Track stammt ursprünglich vom 2017 bei Old Europa Café erschienenen Album &#8220;Hospice Chorale&#8221;.</p>
<p>Im weiteren Verlauf entfaltet sich – für Freunde der gepflegten Geräuschmusik – ein veritables Ideenpanorama. Unterschwelliges Rauschen, dumpfes Rumpeln und endzeitliche Trommeln unter dichtem Nebel lassen den englischen Autor und Tagträumer Yockey zu einem karikaturesken Palindrom werden, während spacige Ambient-Texturen voller surrealer Sci-Fi-Spielereien Ground Zero wie aus einer Alienperspektive erscheinen lassen. Danach folgen einige der abstraktesten und bizarrsten Momente des &#8220;Get Me A Ladder&#8221;-Albums, bei denen der geniale Schauspieler Edward G. Robinson zu monumentaler Synthie-Neoklassik im Zeitraffer Selbstmord-Arten aufzählt, Williams selbst, begleitet von Kosmischer Musik seinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Alarmbereitschaft versetzt und Andrew King a.k.a. A-Rex zu Jonathan Canadys Synth und Jerome Deppes Folkgitarre John Donnes Worte über die eigene Vergänglichkeit rezitiert. Unter diesen Stücken finden sich die stimmintensivsten Momente der ansonsten eher stimmarmen Sammlung.</p>
<p>Mit &#8220;Horse Ambulance&#8221; und &#8220;Eddie Waitkus&#8221; treten zwei Stücke der späten 80er hervor, die 2005 auf der erweiterten EP &#8220;Pseudo Erotica and Beyond&#8221; veröffentlicht wurden. Surreale, cinematische Soundscapes voller Bimmeln und anschwellenden Lärmdetails, die die Szenerie gekonnt vor jeglicher Gefälligkeit bewahren, treffen auf eine abgründig Dante&#8217;eske Höllenfahrt im Stummfilmstil, die mit der endzeitlichen Trompete von Richard Cizauskas das Doomjazzgenre begründet hat, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Besonders bemerkenswert ist &#8220;Mindf**k, Soundtrack to a Murder (Rehearsal Version for use by Rozz Williams)&#8221; – ein schriller, knarzender Noise-Ausbruch mit doomig verzerrten Saitenfiguren und abrupten Explosionen. Klirrende, schleifende Elemente rücken den Track in die Nähe des Maschinen-Industrial von Projekten wie Genetic Transmission.</p>
<p>Es folgt das ultra melancholisch verregnete Ambientstück &#8220;Their Paper Cranes Ablaze&#8221; vom &#8220;Every Missing Duck Is A Duck Missed&#8221;-Album, das mit seinen entrückten Synthietupfern eines der schönsten Stücke aus Williams Diskografie ist. Gleich darauf wird es orchestraler: ein von repetitiven Pianomustern getriebenes Ambient-Stück vom &#8220;Hope Springs A Turtle&#8221;-Album, das Erinnerungen an Depeche Modes &#8220;Pimpf&#8221; und an einiges von Philip Glass weckt und dennoch in einer ganz eigenen Atmosphäre schwebt. Den Abschluss markiert &#8220;Document (June 19, 1993)&#8221;, ebenfalls von &#8220;Pseudo Erotica&#8221;, ein surreales Zwei-Minuten-Stück, dessen sumpfige Grundstimmung von hallenden Tropfen und endzeitlichen Pauken durchzogen ist. Zum Schluss öffnet sich so noch einmal ein völlig eigener Kosmos, als wolle das Stück verdeutlichen, dass es hier keinen feierlichen Abschluss geben kann.</p>
<p>Die Aufnahmen aus ganz unterschiedlichen Schaffensphasen und z.T. Albumkontexten entfalten eine große Bandbreite, doch darin liegt nicht die einzige Stärke der Sammlung. Williams, der als Sänger, Crooner und schwarzgalliger Kabarettist quasi das Gegenteil eines Ambient-, Noise- oder Geräuschmusikers verkörpert, tappt niemals in die Falle der Routiniertheit und des Erwartbaren, sondern nähert sich den oftmals abstrakten Motiven dieses musikalischen Kosmos mit der Neugier eines versierten Entdeckers, und vielleicht liegt darin der deutlichsten rote Faden durch die insgesamt sehr unterschiedlichen Stücke. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1143367573/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Voices From Beyond: Compilation in Hommage an Lucio Fulci</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jun 2023 05:07:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das polnische Santa Sangre-Magazin, das sich vor rund einem Jahr von einem Blog in einen Youtube-Kanal transformiert hat, bringt Mitte des Monats zum vierten Mal eine umfangreiche digital verfügbare Compilation heraus, deren Beiträge ein musikalisches Spektrum von experimenteller, postindustrieller Elektronik &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/06/08/voices-from-beyond-compilation-in-hommage-an-lucio-fulci/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das polnische Santa Sangre-Magazin, das sich vor rund einem Jahr von einem Blog in einen Youtube-Kanal transformiert hat, bringt Mitte des Monats zum vierten Mal eine umfangreiche digital verfügbare Compilation heraus, deren Beiträge ein musikalisches Spektrum von experimenteller, postindustrieller Elektronik über Dark Folk und Psychedelic bis zu dunkler, ambienter Dröhnung und einigem mehr abdecken. Der Name der Publikation lässt schon ein Interesse an unterschlagenen Filmen aus besseren Zeiten erahnen, und so wundert das Konzept von &#8220;Voices From Beyond&#8221; auch kaum, denn die neue Anthologie ist dem Werk des <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/santasangremusicmagazine.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-35948" title="santasangremusicmagazine" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/santasangremusicmagazine.jpg" alt="" width="853" height="960" /></a><span id="more-35946"></span></p>
<p>italienischen Regisseurs Lucio Fulci (1927-1996) gewidmet, der in den späten 50ern mit Kommödien begann, seinen Durchbruch in den Jahren um 1970 u.a. mit Giallofilmen (z.B. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qu%C3%A4le_nie_ein_Kind_zum_Scherz">Don’t Torture a Duckling</a> 1972) und anderen Thrillern (u.a. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nackt_%C3%BCber_Leichen">Una sull’altra</a> 1969) hatte, später dann auch und v.a. mit Zombifilmen, zum Teil als Fernseh-Produktionen, international bekannt wurde. Zu den Künstlerinnen und Künstlern zählen einige, die wiederholt Thema auf unseren Seiten waren, allem voran <a href="http://africanpaper.com/tag/temple-music/">Temple Music</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/the-gray-field-recordings/">The Gray Field Recordings</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/black-lesbian-fishermen/">Black Lesbian Fishermen</a>, ferner <a href="http://africanpaper.com/tag/ashtoreth/">Ashtoreth</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/pas-musique/">PAS Musique</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/sieben/">Sieben</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/lloyd-james/">Naevus</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/andrew-king/">Andrew King</a>, <a href="http://africanpaper.com/tag/david-e-williams/">David E. Williams</a> im Duett mit Carlo Baja Guarienti, <a href="http://africanpaper.com/tag/vortex/">Vortex</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/llovespell/">Llovespell</a>.</p>
<p><strong>@ <a href="https://www.facebook.com/events/906188613989135?">Facebook</a> | <a href="https://santasangremagazine.wordpress.com/">Home</a> | <a href="https://www.youtube.com/@santasangremagazine9463">Youtube</a></strong></p>
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		<title>DAVID E. WILLIAMS: Get me a Ladder&#8230; Get me a Ladder!</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2022 02:09:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Man sollte sparsam umgehen mit Begriffen wie Opus magnum im Zusammenhang mit Neuerscheinungen altgedienter Musiker, denn man kann nie wissen, was die Zukunft noch an Überraschungen bereithält. Im Falle von David E. Williams&#8217; &#8220;Get me a Ladder&#8230; Get me a &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/08/06/david-e-williams-get-me-a-ladder-get-me-a-ladder/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/07/fotor_1659265513429.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-30749" title="fotor_1659265513429" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/07/fotor_1659265513429-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man sollte sparsam umgehen mit Begriffen wie Opus magnum im Zusammenhang mit Neuerscheinungen altgedienter Musiker, denn man kann nie wissen, was die Zukunft noch an Überraschungen bereithält. Im Falle von David E. Williams&#8217; &#8220;Get me a Ladder&#8230; Get me a Ladder!&#8221; ist die Versuchung allerdings groß, denn es handelt sich bei diesem Album – so viel vorweg – um einen ganz großen Wurf.<span id="more-30748"></span></p>
<p>Zählt man kleinere Tape-Releases dazu, dann ist Williams bereits seit über 30 Jahren auf dem musikalischen Parkett präsent, und seine klassischen Alben enthalten eine interessante Mixtur aus Death Rock-Downern, launigen Polka-Stücken und Klavierballaden im Cabaret-Stil. Atmosphärisch rangieren die darauf enthaltenen Songs zwischen einer bizarren Herzigkeit, die an Daniel Johnston in seinen besten Momenten heranreicht, derber Exploitation und einer Schwarzgalligkeit, wegen der Michel Houellebecq eigentlich sein größter Fan sein müsste. Zu den frühen Highlights zählt das treibende &#8220;Pumpernickel Crust&#8221; mit seiner stilvollen Klezmerklarinette. Aufgrund persönlicher Freundschaften wurde zunächst die Neofolk- und Industrial-Gemeinde auf ihn aufmerksam, mit der ihn rein musikalisch gar nicht einmal so viel verband.</p>
<p>Die bereits in den vergangenen Jahren zu beobachtende Hinwendung zu mehr Synthesizer-Einsatz wird auf dem aktuellen Album endgültig zum zentralen stilprägenden Element und entpuppt sich als z.T. beinahe brachiale Elektronik. Nach einem spannungsgeladenen Intro, das wie eine mit unruhiger Kamera inspizierte abgedunkelte Szenerie Zwiespältiges erwarten lässt, wirft einen der Titeltrack gleich ins Zentrum des Geschehens: Hektische Takte, die wie Faustschläge in alle Richtungen ausschlagen und doch mehr als EBM sind, bilden die wuchtige Kulisse für ein männlich-weibliches Duett, bei dem kein vertrautes Nancy und Lee-Feeling mehr aufkommt, und doch schaffen es cinematisch Synthieflächen, die Szene in ein weites nächtliches Panorama zu entrücken.</p>
<p>Das kein Song wie der andere geraten ist, erweist sich als eine der größten Stärken der Platte. Da sind tanzbare Clubtracks wie das bereits vorab veröffentlichte &#8220;Bodyparts in Birdbaths&#8221; mit dem kraftvoll-stoischen Gesang von Lloyd James oder &#8220;Plane Crash People&#8221;, das auch einen stimmungsvollen Pianotrack abgegeben hätte, dessen Eingängigkeit aber irgendwann unter einer Schuttlawine begraben wird. Neben akustisch(er) ausgerichteten Balladen, die mit herausfordernden Texten an Altbekanntes anknüpfen (&#8220;Gangrenous Nebula&#8221;) gibt es heiteren B52s-Postpunk mit Schrammelgitarren und launigen Orgelparts: &#8220;The man who invented Ketchup&#8221; erzählt von der kindlichen Fantasie über den Ursprung der leckeren roten Sauce, ohne die die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht dieselbe gewesen wäre, und ist Kurzweil pur. &#8220;Hats off to William Frawley&#8221;, das von der amerikanischen Sitcom <em>I Love Lucy</em> und einer ganzen Affenbande erzählt, gibt der kindlichen Seite des Albums eine berührende Ernsthaftigkeit.</p>
<p>&#8220;Girl, go forth!&#8221; mit seinen groovigen Luftpistolentakten a la The Normal und &#8220;A Seed is Scurrilous&#8221; mit seiner schwindeligen Trunkenheit stehen vielleicht für das schlüpfrige Mysterium der Pubertät, das in Williams Werk bereits das Etikett Pseudo Erotica bekommen hat. In der zweiten Hälfte des Albums treten nach und nach immer mehr schwermütige Motive und auch ein gewisses Grauen in den Vordergrund. Die tolle, an die frühen 80er erinnernde Synthesizermelodie in &#8220;We the ill are not so well&#8221; täuscht nicht darüber hinweg, dass das schleppende Piano und der zäh vorankriechende Gesang von der Hinfälligkeit des Körpers künden. Mag der gothinfizierte Kopfhänger &#8220;Testosterone as Poison?&#8221; noch Schonung bieten, so geht es in den abschließenden Stücken ans Eingemachte bzw um letzte und vorletzte Dinge: Der hörspielhafte Body Horror von &#8220;Throat Wound&#8221; geht in Wirklichkeit kaum stärker an die Substanz wie das anrührend-feierliche &#8220;Eucharist vs. Leukemia&#8221;, dessen Inhalt man aus Respekt nicht kommentieren sollte. Ein diffuses Knarren leitet daraufhin ein besonderes Finale ein, bei dem kein Geringerer als Andrew King mit John Donnes Holy Sonnet &#8220;This is my Play&#8217;s Last scene&#8221; dem Körper Lebewohl sagt und sich ganz der Transzendenz anvertraut. Der ins Grab gebettete Körper gehört nun gewissermaßen zu den &#8220;Things&#8221;, die dem abschließenden Track den Namen gibt, einem lichtdurchfluteten Gegenzoom, der noch einmal alles von Sorrow bis Joy enthält.</p>
<p>Man sollte die Songs auf &#8220;Get me a Ladder&#8230; Get me a Ladder!&#8221; und ihre Reihenfolge freilich nicht überinterpretieren, und doch beschleicht einen am Ende das Gefühl, ein ganzes Leben in all seiner Tragikomik mit seinen freudvollen, neugierigen, leidenden, friedvollen Seiten quer durch alle wichtigen Abschnitte miterlebt zu haben. Was &#8220;Get me a Ladder&#8230; Get me a Ladder!&#8221; dabei merklich fehlt, ist ein einziger Moment der Langeweile. (U.S.)</p>
<p><strong>Vertrieb: <a href="https://www.oldeuropacafe.com/catalog/category/get-me-a-ladder...-get-me-a-ladder-.html">Old Europa Cafe</a></strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_220731_130754_344.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3441564331/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Andrew King kündigt neues Live-Album an</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2021 01:55:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der englische Ausnahmemusiker Andrew King arbeitet derzeit zusammen mit Studiomann Hunter Barr an einem neuen Live-Album. Die elf Tracks, bei denen es sich in der Mehrzahl um englische Traditionals handelt, wurden 2017 bei einem Konzert im Moskauer Kulturzentrum DOM aufgenommen, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/08/09/andrew-king-kundigt-neues-live-album-an/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der englische Ausnahmemusiker Andrew King arbeitet derzeit zusammen mit Studiomann Hunter Barr an einem neuen Live-Album. Die elf Tracks, bei denen es sich in der Mehrzahl um englische Traditionals handelt, wurden 2017 bei einem Konzert im Moskauer Kulturzentrum DOM aufgenommen, in dem bereits zahlreiche Folkacts wie In Gowan Ring und Backworkd aufgetretenen sind. Mit wabernden Harmoniumwellen, Pauken und einem kraftvoll geschmetterten Gesang repräsentiert King, der früher im Folkarchiv der British Library arbeitete, einen<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/214373001_198344382300629_7948804409860533586_n.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-26158" title="214373001_198344382300629_7948804409860533586_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/214373001_198344382300629_7948804409860533586_n.jpg" alt="" width="700" height="850" /></a> <span id="more-26157"></span>eigenständigen und durchaus ungewöhnlichen Bereich innerhalb folkinspirierter Musik, und seine Alben sind wenig für diejenigen geeignet, die gefällige Nostalgie ohne Ecken, Kanten und avantgardistisch anmutende Repetitionen bevorzugen. Das hier aufgezeichnete Konzert bestritt King überwiegend Solo, nur bei zwei Stücken stand Alexey M. Sheptunov von der russischen Band Moon Far Away mit auf der Bühne &#8211; u.a. bei der ergreifenden Interpretation von Kiplings Gedicht &#8220;Gethsemane&#8221;, das vom Greuel der Schützengräben des ersten Weltkriegs handelt. Das Album soll in den nächsten Monaten in Russland erscheinen.</p>
<p>Illustration:<br />
Scottish geologist James Hutton.<br />
Engraving by J.R. Smith, from a painting by R. Cosway,<br />
Published by Smith Feb. 22, 1786.</p>
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		<title>V.A.: Where Words Fail, Music Speaks. For Ania</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/12/06/v-a-where-words-fail-music-speaks-for-ania/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2016 08:56:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Viele von uns älteren Semestern blicken bisweilen nostalgisch auf die Zeit zurück, als viele Spielarten dunkler Musik noch eine gut vor der Öffentlichkeit gehütete Einheit bildeten. Dunkle, industrielle Lärmorgien, ambient dröhnende Soundscapes, Rituelles und mystische Folksongs – es gab eine &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/12/06/v-a-where-words-fail-music-speaks-for-ania/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/wherewordsfail.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13058" title="wherewordsfail" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/wherewordsfail-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viele von uns älteren Semestern blicken bisweilen nostalgisch auf die Zeit zurück, als viele Spielarten dunkler Musik noch eine gut vor der Öffentlichkeit gehütete Einheit bildeten. Dunkle, industrielle Lärmorgien, ambient dröhnende Soundscapes, Rituelles und mystische Folksongs – es gab eine Zeit, in der das alles irgendwie zusammengehörte, eine eingeschworene Gemeinschaft mit all ihren Vor- und Nachteilen bildete und von der Außenwelt doch meistens ignoriert wurde. Mittlerweile hat beinahe alles seine eigene Subkultur, zugleich herrscht ein unübersehbares Angebot an oft nur noch<span id="more-13057"></span> vermeintlicher Undergroundmusik, deren Stilgrenzen immer mehr verschwimmen. Viele der alten Protagonisten sind längst zu neuen Ufern aufgebrochen. Ich gebe zu, dass ich die letzten beiden Punkte meist begrüße, und dennoch ist es eine Freude, so viele überwiegend kreative Vertreter aus der ganze Spannweite solcher Musik auf einer Compilation versammelt zu sehen.</p>
<p>Ich beginne ganz bewusst mit der Musik, um neben denen, die ohnehin am guten Zweck dieser Veröffentlichung – Ania Mehring, die Frau des Zoharum-Chefs und eine enge Freundin der Kuratoren und vieler der vertretenen Musiker, in der Behandlung ihrer Krebserkrankung finanziell zu unterstützen – interessiert sind, auch die anzusprechen, die auf der Suche nach guter postindustrieller Musik sind. Die vom polnischen Santa Sangre-Magazin zusammengestellte Anthologie „When Words Fail, Music Speaks“ enthält knapp sieben Stunden davon, und ich bekenne gleich, das keiner von uns sie bisher komplett hören konnte. Insofern soll die Compilation hier auch mehr vorgestellt als bewertet werden.</p>
<p>Hier also ein kurzer Abriss unserer Favoriten, angefangen bei den eher ambienten Beiträgen: Troum, die selten so entrückt klangen wie hier; Tor Lundvall mit einem exklusiven Track, entschleunigt, kristallin und wie so oft eine perfekte musikalische Entsprechung seiner beeindruckenden Bilder; Celer, der gleich ein ganzes One Track-Album beisteuert; etwas derangierter S.E.T.I. mit mysteriösem Glockenspiel. Den Ritualbereich decken in erster Linie Phurpa ab mit einem urig klingenden Ritual der alttibetischen Bön-Religion; ebenfalls auf diesen Kulturkreis referiert die deutsche Ritual-Ambient-Band Nam-khar; weniger Rituelles aus dieser Region steuert Rapoon in Form eines Raga bei. Rauer und atonaler gibt sich diesmal Niedowierzanie, ferner der vertrackte rhythmische Vortex von Micromelancolié, die bedrohliche Samplekollage von Monopium und die kalten Soundwellen von Cindytalk. Völlig im Industrial verortet das düster grollende Stück von Nordvargr und der Horror Rhythm Noise von Darkrad. 7JK alias Matt Howden und Maciek Frett leiten über in den songorientierten Teil mit einer zerfledderteren Version ihres „Starseed“, ein interessanter Folk/Industrial-Mix kommt von der Kollaboration zwischen Deutsch Nepal und Varunna. While Angels Watch, Mars, Albireon, Andrew King mit einem urigen Live-Mitschnitt, Naevus mit einem akustischen Joy Division-Cover, Urgeistein Tony Wakeford mit einem anrührenden Duett &#8211; sie alles haben einen unterschiedlichen Dark Folk-Einschlag und zeigen, wie vielschichtig dieses vermeintliche Genre doch ist. Zwei besondere Perlen stammen von Sieben und Ô Paradis: Howden hat mit seinem Hauptprojekt vor einiger Zeit das rockige Geigen und Loop-Stück „Hillfort Mindset“ aufgenommen, das hier in leichter Modifikation als „Brexit Requiem“ erscheint, und in der Tat hatte der Text über einen zwiespältige Verrammelungfanatismus (Thomas Bernhard) etwas prophetisches. Der Katalane Demian Recio klingt mit „La Belleza Esclava“ um einiges sperriger und elektronischer als man es nach dem letzten Album erwartet hätte.</p>
<p>Allein diese kleine Auswahl bezeugt die musikalische Bandbreite der <a href="https://wherewordsfail.bandcamp.com/album/where-words-fail-music-speaks-a-compilation-for-ania-mehring"><span style="text-decoration: underline;">Compilation, die man hier erwerben kann</span></a>, die genannten Namen sprechen für einen Qualitätsanspruch über dem gängingen Standard. Eine weitere Möglichkeit, Ania Mehrings Behandlung zu unterstützen, findet sich auf dieser <a href="https://www.facebook.com/events/1740948189513336/"><span style="text-decoration: underline;">Facebook-Seite</span></a>. (J.G./U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://santasangremagazine.wordpress.com/">Santa Sangre</a></strong></p>
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		<title>DAVID E. WILLIAMS: Trust No Scaffold Built Of This Bone</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 05:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[David E. Williams taucht zuverlässig in jedem Dark Folk- und Dark Cabaret-Kanon auf und liegt konsequent quer zu allen Standards solcher Musik. Gleich zweimal das Wort „dark“ in den ersten Satz zu packen war nicht einmal beabsichtigt, aber als allgemeines &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/29/david-e-williams-trust-no-scaffold-built-of-this-bone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/davidewilliamsbrentley.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7158" title="davidewilliamsbrentley" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/davidewilliamsbrentley-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>David E. Williams taucht zuverlässig in jedem Dark Folk- und Dark Cabaret-Kanon auf und liegt konsequent quer zu allen Standards solcher Musik. Gleich zweimal das Wort „dark“ in den ersten Satz zu packen war nicht einmal beabsichtigt, aber als allgemeines Attribut ist es mehr als legitim. Williams ist ein Unikat, will man ihn dennoch charakterisieren, dann vielleicht am ehesten als schwarzgalligen Zwillingsbruder von Daniel Johnston, als idealen Star sämtlicher Houellebecq-Verfilmungen, als liebenswürdig-verbiesterten Anti-Crooner, der einem selbstverliebten<span id="more-7157"></span> Zeitgeist seine verqueren Schlager mit viel Zynismus und Galgenhumor entgegen schleudert. Das de Sade&#8217;sche Spiegelvorhalten, manche mögen es einseitig finden, beherrscht er besser als jede Industrial-Combo, und ich wüsste niemanden aus der Riege, der aus <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FUO7tS3KZ_I">dem berüchtigten „General Dada“</a> je eine derart überzeugende Monty Python-Figur gemacht hätte.</p>
<p>Seiner Mischung aus Clownerie und Sarkasmus hat er nie wirklich abgeschworen, ebensowenig seinem ambivalenten Spiel mit Tabus. Dennoch gab es über die Jahre einige Veränderungen: Irgendwann verschwanden die Post Punk-Reste des Frühwerks und ließen den kabarettistischen Elementen vollends das Feld. Auch die Stimmung differenzierte sich aus, und der Bösartigkeit gesellte sich ein ernsthaftes und ebenso anrührendes Moment zur Seite, das typisch für reifere Solowerke ist. Bei Williams fand dies seinen Höhepunkt im Album „Every Missing Duck Is A Duck Missed“, in welchem er die Trauer um seine verstorbene Frau verarbeitete. „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Eutk-lLueWw">Summer Wasn&#8217;t Made for you and me</a>“ war vielleicht sein bis dato bester Song.</p>
<p>Nach vier Jahren ist nun mit „Trust No Scaffold Built Of This Bone“ sein sechster Longplayer erschienen und Williams und seine Mitstreiter sind in Hochform. Es gibt typische Stücke, bei denen man Williams sofort erkennt:„Heats Down the Seeding Missile“ zum Beispiel, bei dem er auf seine unverkennbare Art in die Tasten seines E-Pianos haut, oder das schon von Auftritten her bekannte „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=_uFExTzZWvg">What&#8217;s Your Scene, Jellybean?</a>“ im Duo mit Jane Elisabeth, auch bekannt als Tesco-Jane. Der cartoonige Kleinkunst-Charme des Songs verdankt sich u.a. auch ihrem Gesang, der lange verschüttete Erinnerungen an Singübungen im Schulchor wachruft. Dominanter als zuvor sind die orchestralen Elemente, die meist für angemessenes Melodrama sorgen und besonders erhabene Textstellen akzentuieren, wie z.B. der Auftritt des Weihnachtsmannes bei „A Patch of Fog in Purgatory“. Der lupenreine Torch Song, den Williams und Band aus Wallace Stevens&#8217; „The Emperor of Ice Cream“ gezaubert haben, wäre ohne die herzzerreißende Violine nur ein Schatten seiner selbst.</p>
<p>Neben Jane gibt es weitere Gäste am Mikro, und sie sind es letztlich, die den Gesamteindruck des Albums am stärksten ausdifferenzieren. Lloyd James schmettert einen Song, der aufgrund seines charakteristischen Gesangs auch auf ein Naevus-Album gepasst hätte, und wer dachte, dass nur Helge Schneider und Jello Biafra übers Essen singen können, wird nicht nur hier eines besseren belehrt. Auch Andrew King darf sich nach seiner eigenen Facon austoben: „Relapse“, auf dem er auch sein Harmonium dröhnen lässt, lässt mit sakraler Würde einen besonderen Moment entstehen, was keineswegs mit der Frage steht und fällt, wie viel Selbstironie da mit im Spielt sein mag. Komik der etwas offensichtlicheren Art gibt es reichlich, so singt der Meister zu Polkaklängen auf deutsch über seine Schwester, die Krankenschwester, wie einst Elvis über&#8217;s Städele, und auch das Covergirl Brentley hat seinen Auftritt. Keinem außer Williams würde man einen Song namens „Quackadoodledoo“ nachsehen, weniger tolerant bin ich allerdings bei den Old School-Synthies in „Dashing Harbour“, zu stark sind die Assoziationen zu Karottenjeans, die nicht besser werden, seit manche sie ironisch tragen.</p>
<p>Die Synthieelemente sind vielleicht das offenkundigste Novum, doch „Trust No Scaffold&#8230;“ überzeugt auch und vor allem durch Altbewährtes: durch originelles Songwriting, doppeldeutigen Humor und eine mehr als solide Begleitband, bei der auch Williams&#8217; Langzeit-Kopilot Jerome Deppe nicht fehlen darf. Bleibt zu hoffen, dass Williams nun endlich die lange überfällige Anerkennung auch außerhalb gewisser Szenekreise zukommt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Old Europa Café</strong></p>
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		<title>V.A.: Hail Be You Sovereigns, Lief And Dear: Dark Britannica III</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 00:42:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Je nach Zählung („John Barleycorn: Rebirth“ war ursprünglich lediglich als Downloadergänzung zur ersten Veröffentlichung „John Barleycorn: Reborn“ gedacht und wurde erst einige Jahre später eigenständig auf CD veröffentlicht) ist das der dritte respektive vierte Teil der umfangreichen Folkanthologie, die unter &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/03/09/v-a-hail-be-you-sovereigns-lief-and-dear-dark-britannica-iii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Hail-be.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6312" title="Hail be" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Hail-be-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Je nach Zählung (<a href="http://africanpaper.com/2012/01/14/v-a-john-barleycorn-reborn-rebirth/">„John Barleycorn: Rebirth“ </a>war ursprünglich lediglich als Downloadergänzung zur ersten Veröffentlichung „<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/v-a-john-barleycorn-reborn-dark-britannica/">John Barleycorn: Reborn</a>“ gedacht und wurde erst einige Jahre später eigenständig auf CD veröffentlicht) ist das der dritte respektive vierte Teil der umfangreichen Folkanthologie, die unter dem Banner des Zyklischen, des Säens und Erntens, des Werdens und Vergehens, das sich im Traditional „John Barleycorn“ widerspiegelt, von Cold Spring veröffentlicht wird. <span id="more-6309"></span>Auch wenn die auf den bisherigen Zusammenstellungen vertretenen Künstler aus teilweise sehr unterschiedlichen (musikalischen) (Sub-)Kulturen stammten und die Beiträge dadurch bedingt durchaus heterogen waren, so war fast allen beteiligten Künstlern gemein, dass sie sich an einer tendenziell traditionellen Umsetzung von Folk versuchten, dass man sich trotz aller gewisser Brüche in einem Rahmen bewegte, dem das Atonale und Schräge, ganz zu schweigen das Ironische, das den Output vieler Weird/Freek etc. Folk-Künstler prägt, (weitgehend) abging. Dieser Ansatz wird auf „Hail Be You Sovereigns, Lief and Dear“ mit Einschränkungen fortgesetzt.</p>
<p>The Hare And The Moon starten die Compilation mit einem weitgehend instrumentalen Beitrag und mit einem Filmsample, in dem ein Mädchen ein Lied summt, dessen Melodie Current 93 auf „Soft Black Stars“ adaptierten. Das ist insofern erwähnenswert, als einige der hier vertretenen Künstler von fiktionalen Werken beeinflusst worden zu sein scheinen – die Kinderserie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Children_of_the_Stones"><em>Children</em> <em>of</em> <em>the</em> <em>Stones</em> </a>wird genannt –, was nicht weiter verwundert, konnte man doch auch die Rolle, die <em>The</em> <em>Wicker</em> <em>Man</em> bei der (musikalisch-gedanklichen) Sozialisation einer ganzen Reihe der auf den Vorgängern zu findenden Künstlern zukam, kaum unterschätzen. Das heißt natürlich auch, dass man mit Begriffen wie Authentizität vorsichtig umgehen sollte.</p>
<p>Heed The Thunder tragen das von Dave Goulder geschriebene „Easter Tree“ vor und die Rolle, die der Galgenbaum in zahlreichen über die Jahrhunderte entstandenen Folkstücken gespielt hat, verdeutlicht vielleicht wie kein anderer Topos, wie sehr Folk auch immer wieder soziale und politische Defizite thematisierte. Vor diesem Hintergrund klingen SixPenny Wayke etwas zu betulich, denn „Under England&#8217;s Sky“ darf es ruhig etwas stürmischer zugehen. Auch der von Mary Jane gespielte Folkrock funktioniert wahrscheinlich in einem Livekontext nach zwei, drei Pints, ist (mir) aber hier etwas zu bieder und brav, besser gelingt solche Art Musik den sich (auch optisch) stark am Folkrock der 60er orientierenden Galley Beggar mit ihrer Evokation eines „Sun God“. Wie auch schon auf den Vorgängern gibt es Bands, die man sich problemlos auf Mittelaltermärkten vorstellen kann (Woodwose). The Transmutations, die sich auf ihrer Facebookseite als „Supernatural English Electroacoustic Folk Disaster“ bezeichnen, stimmen einen aus spärlicher Perkussion und Cello gespeisten Klagegesang an. Dass als Einflüsse der eine oder andere Neofolkact genannt wird, überrascht nicht. Einen stärker an traditionellem Folk ausgerichteten Ansatz verfolgen dagegen Tim Graham oder David Kidman, der auf seinen zwei Beiträgen völlig auf jedwede instrumentale Unterstützung verzichtet und seine Hommage an den „Green Man“ und die Sonne a capella vorträgt. Ganz anders Nathaniel Robin Mann, der auf „Moonshiners“ seinen Gesang mit einem Holzscheit und einem Fleischerbeil perkussiv untermalt. Dagegen ist Sol-De-Muertes Beitrag fast schon opulent instrumentiert: So wird neben Akkordeon und Cello auch Elektronik eingesetzt und „Sentinel“dürfte sicher denen gefallen, die Pathos auch jenseits von Dead Can Dance ertragen (können).</p>
<p>Insgesamt fällt aber auf, dass die stärkeren Beiträge von Künstlern stammen, die den „eternal drone“ in irgendeiner Form in ihre Musik integrieren: Venereum Arvun setzten auf melodische Drones, die den recht traditionellen zweistimmigen Gesang untermalen. Xenis Emputae Travelling Band kombinieren Feldaufnahmen mit Harmonium, Cello und entrücktem Gesang, durch die ihr Beitrag einen gewissen Soundtrackcharakter bekommt und entfernt an die Arbeiten HÖHs erinnert. Hier wird eine Welt beschworen, in der jeder Zeit „little people“ hinter einem Baum hervortreten können, um Richard Skelton beim Musizieren zu unterstützen. Mit der stärkste Track stammt von Andrew King, der einen Auszug des im 17. Jahrhundert entstandenen Traktats des<em> </em>Schotten Robert Kirk namens <em>The Secret Commonwealth </em>vorträgt, in dem es um Elfen und allerlei andere „subterranean inhabitants“ geht. Von Harmoniumdrones untermalt, rezitiert King den Text todernst. Das klingt nicht unähnlich einiger Stücke, die auf dem mit Tony Wakeford eingespielten und als M.R. James-Hommage konzipierten Triple Tree-Album „Ghosts“ zu hören waren. Dabei steht King die Rolle des exzentrischen Briten sicher besser als die des den zweiten Verfassungszusatz im Namen führenden und geschmacklich fragwürdige Rollenprosa vortragenden Psychopathen. Das von mantraartigem Gesang durchzogene „Drugged Shepherd“ von den ironisch (?) betitelten Hills Have Riffs erinnert etwas an einige von Timothy Renners experimentelleren Arbeiten, Finglebone spielen einen von Vogelgezwitscher durchzogenen verrauschten instrumentalen Folk (sollte man das als Folkgaze bezeichnen?), Colossloth schließlich lösen mit ihrem fragmentarischen Beitrag jedwede Songstrukturen auf.</p>
<p>Abgeschlossen wird das Album von dem Duo Lost Harbours, das auf seinem über zehnminütigen Beitrag „Hymns &amp; Ghosts Pt 2“ von Bobbie Watson (Comus) unterstützt wird. Das Stück changiert zwischen der Evokation einer Idylle und der Beschwörung eines nichtgreifbaren unheimlichen Ortes – hier wird tatsächlich auf gelungene Weise „The English Ghost“ (Peter Ackroyd) beschworen. Dieses Treffen der Generationen im letzten Stück ist ein schöner Abschluss, unterstreicht vielleicht auch das Zyklische, wenngleich kaum eine Band – insgesamt sind es 27 – die virile und verstörende Intensität von Comus erreicht – was allerdings auch kaum möglich ist und insofern keine Kritik an einer trotz vereinzelter Schwächen hervorragenden Zusammenstellung ist.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://coldspring.co.uk/">Cold Spring </a></p>
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		<title>SOL INVICTUS: The Cruellest Month</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:56:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bis zum 2005 erschienenen Album „The Devil’s Steed“ war es Tony Wakeford über die Jahre mit Hilfe von Leuten wie Sally Doherty und Matt Howden gelungen, SOL INVICTUS in eine harmonischere und klassische Richtung zu lenken und auf „Thrones“ sogar &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/sol-invictus-the-cruellest-month/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/cruellest.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-409" title="cruellest" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/cruellest.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bis zum 2005 erschienenen Album „The Devil’s Steed“ war es Tony Wakeford über die Jahre mit Hilfe von Leuten wie Sally Doherty und Matt Howden gelungen, SOL INVICTUS in eine harmonischere und klassische Richtung zu lenken und auf „Thrones“ sogar dezente Jazzeinflüsse zu integrieren. Er selbst bezeichnete das damalige Lineup mehrfach (u.a. in den Linernotes zu der Compilation „The Giddy Whirls of Centuries“) als das beste der Bandgeschichte.<span id="more-408"></span></p>
<p>Vor „The Devil’s Steed“ verließen die beiden oben genannten Musiker die Band und das Album klang dann auch erheblich rauer und rustikaler als der Vorgänger. Auch Tor Lundvalls ungewohnt spärliches Artwork konnte man als Illustration einer gewissen Reduktion lesen. Kurze Zeit nach Erscheinen des Albums verließen dann auch noch Eric Roger und Karl Blake unter wenig erfreulichen Umständen die Band und seitdem veröffentlichte der ewig produktive Wakeford zahlreiche Soloalben und Zusammenarbeiten mit anderen, allerdings kein neues Album seiner Hauptband und es hieß, er habe zwischenzeitlich darüber nachgedacht, sie aufzulösen (der Ballast der Vergangenheit wiegt manchmal und in diesem Fall – gelinde gesagt – besonders schwer).</p>
<p>Sechs der dreizehn auf „The Cruellest Month“ zu findenden Songs sind in der einen oder anderen Version in den vergangenen Jahren veröffentlicht worden, etwa auf Samplern („To Kill All Kings“, „The Blackleg Miner“), als Vorabsingle („The Bad Luck Bird“, „Stella Maris“) oder auf dem DUO NOIR-Livealbum „Sintra“ (das Titelstück und „Edward“). Glaubt man beim Eröffnungsstück „Raining in April“ durch die recht melodischen Streicherpassagen noch, hier werde mit neuer Besetzung versucht, an klassische Alben und das ehemalige „Lieblingslineup“ anzuknüpfen, kommen schnell scheppernde Drums hinzu, die das Stück dann etwas ruppiger klingen lassen, bevor dann mit dem in anderer Form auf „John Barleycorn Reborn“ veröffentlichten „To Kill All Kings“ dieser Eindruck gänzlich aufgelöst wird: atonale Streicher, die wie Warnsirenen tönen, erneut brachiales Schlagzeug und eine hektische Flöte, die das Stück sperriger als die Ausgangsversion klingen lassen,  da das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente immer eine leicht atonale Note hat. Das wird sich fast leitmotivisch durch das gesamte Album ziehen. Auch der Gesang klingt entsprechend rau. Möwenkreischen kündigt das ruhige„The Sailor’s Aria“ (die Vertonung eines Textes des irischen Dichters Hanum Tate)  an:  Drones im Hintergrund untermalen Kings leicht schiefen Gesang.  An die Seethematik (und passend von einem Akkordeon untermalt) knüpft „Fools’ Ship“ an, das Narrenschiff, das mit leicht anderem Namen auch Wakeford als Auftrittsort diente und die (syntaktisch holprigen und semantisch leicht schiefen) Zeilen „Books and bodies burn/To prove we never learn“ zeigen wie üblich eine Desillusionierung  und Skepsis, was den menschlichen Fortschritt anbelangt (und man muss Wakeford schon übel gesonnen sein, wenn man glaubt, hier Spengler’sche Untergang-des-Abendlandes-Phantasien herauszuhören). Thematisch knüpft „Toys“ daran an: Als Metapher für den katastrophalen Zustand der Welt dient die Destruierung klassischer und allseits bekannter Spielzeuge: Der unschuldige und nicht erwachsen werdende Peter Pan „schläft mit Huren“, Action Man, die englische Version von G.I. Joe, ist ein Päderast und Noddy dreht Snufffilme (um drei willkürliche Beispiele herauszugreifen)  und am Ende findet sich die pessimistische Schlussfolgerung: „we are easily brought [!] and easily sold/England expects you to do as your [!] bloody well told“ (ein Lektor wäre nicht schlecht gewesen). King trägt von Gitarre untermalt das Traditional „Edward“ vor und  hier retten gerade die letzten instrumentalen, erneut leicht schiefen letzten Minuten das Stücke vor allzu großer Berechenbarkeit. Das schon bekannte „The Bad Luck Bird“ mit dem tollen Zusammenspiel von treibenden  Flöten und Akustikgitarre ist vielleicht der Hit des Albums. Das Instrumental „April Rain“ mit  Flöte, Hackbrett und Geige verweist auf den ersten Titel.  Auf acht Minuten kommt Kings Interpretation des Traditionals „Cruel Lincoln“, als „Long Lankin“ schon von einer Reihe anderer Bands vertont. Was hier mit dezenter Akustikgitarre beginnt, steigert sich im Verlauf der vorgetragenen Geschichte in ein aggressiv-polterndes Stück; hier beeindruckt, wie sich der Gesang bis zur Darstellung des Mordes  am Ende beharrlich steigert. Verzerrter Gesang findet sich bei der ansonsten recht typischen SOL INVICTUS-Nummer  „Something is Coming“.  „Stella Maris“ ist vergleichen mit  einigen anderen Tracks dagegen fast schon etwas antiklimatisch, wenn auch kein schlechtes Stück. Das Titelstück ist zurückhaltend, eine Flöte leitet das Lied ein, dann folgen Streicher und Hackbrett, zu denen Wakerford erneut desillusioniert „This indeed is the cruellest month/We swap young limbs for bloody stumps/This indeed is the cruellest month/The hiss of snakes and governments“ intoniert.  Dabei spielt der Titel natürlich auf das vielleicht berühmteste Gedicht in englischer Sprache an, T.S. Eliots 1922 erschienenes Magnum Opus „The Waste Land“ (dessen Eröffnungszeilen „April is the cruellest month, breeding/Lilacs out of the dead land“ selbst die Eingangszeilen „Whan that Aprill, with his shoures soote/The droghte of March hath perced to the roote“ aus Chaucers <em>Canterbury Tale</em>s umkehren). Mit der Antistreikbrecherhymne „The Blackleg Miner“ endet das Album brachial.</p>
<p>Durchgängig fällt auf, dass der Akustikgitarre eine geringere Rolle als zuvor zukommt, wie vital diese fast komplett neu besetzte Band ist und wie wenig Wakeford eigentlich mit einem Genre zu tun hat, das heutzutage oftmals von Kniebundhosen tragenden Biedermännern und Möchtegernjägern bevölkert ist, deren steife Posen, die völlige musikalische und textliche Gehalt- und Belanglosigkeit ihrer Stücke verbergen sollen.  Für all diejenigen, die wenig mit oftmals langweiliger Lagerfeuerromantik anfangen können,  ist dieses raue, oft atonale Album ein willkommenes Gegenmittel und vielleicht sollte man Wakeford einfach mal wünschen aus dieser Ecke herauszukommen, denn seine Musik ist schon lange weit davon entfernt, insofern ist die auf „Something’s Coming“ gestellte Frage  „Do you play dead or do you advancve?“ leicht zu beantworten.</p>
<p>(J.M.)</p>
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