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	<title>African Paper &#187; Daughters of Grief</title>
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		<title>GREY MALKIN: Haunted Lives (A Retrospective)</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 05:07:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/hauntinglives.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49323" title="hauntinglives" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/hauntinglives-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bedenkt man, wie vielfälltig und umfangreich das Werk des schottischen Musikers, Klangkünstlers, Folkforschers und Geistersuchers Grey Malkin &#8211; zunächst mit dem frühen Projekt The Hare &amp; The Moon, dann mit verschiedenen Bands, Kollaborationen und gelegentlich auch solo &#8211; ist, dann muss einem die vorliegende Retrospektive als lange überfällig erscheinen. &#8220;Haunted Lives&#8221;, dessen Titel die Inhalte seiner Arbeiten wunderbar zusammenfasst, versammelt als <span id="more-49322"></span>komprimierter Überblick Malkins Arbeiten aus unterschiedlichen Zeiten und Projekten und demonstriert einmal mehr eine Praxis, die Überliefertes, sei es musikalischer oder erzählerischer Natur, nicht konserviert, sondern durch unerwartete Setzungen neu belebt. Selbstredend passt er damit nur schwerlich in die gängigen Prokrustesbetten der Genrekonventionen, ganz gleich ob es sich dabei nun um folkige oder experimentelle Kategorien handelt.</p>
<p>Der Einstieg mit The Hare &amp; The Moon und dem Stück &#8220;The Midnight Folk&#8221; vom Album &#8220;Wood Witch&#8221; setzt auf hörspielartige Codes. Zwitschernde Vögel, die erdende Klarinette von Gastmsiker Spugweed, Áine O’Dwyers Harfe und Thomas Roberts’ Violine strukturieren zusammen mit Malkins Arrangements ein Szenario zwischen Idyll und Anspannung. Die schnelle Rezitation eines Textes von John Masefield ergänzt diese Spannung ohne Pathos. Das anschließende <a title="GREY MALKIN / KITCHEN CYNICS: We Are All Ghosts" href="https://africanpaper.com/2024/02/24/grey-malkin-kitchen-cynics-we-are-all-ghosts/">&#8220;We Are All Ghosts&#8221; zusammen mit Alan Davidson alias Kitchen Cynics</a> -  vor einigen Jahren der Titelsong einer Sammlung an Singles der beiden &#8211; greift die Idee des Spukhaften anders auf: Wolfsjaulen und sirenenartige Elemente öffnen den Raum für Streicher und einen klagenden Gesang mit nüchternen Gedanken über die Unausweichlichkeit des Todes, zu dem fatalistische Detonationen Akzente setzen.</p>
<p>Mit &#8220;Rossignol&#8221; aus dem Projekt mit Futur Passe folgt ein mittelalterlich angehauchter, zunehmend unruhiger Track mit chorischem französischen Gesang über einem Soundfundament voll monumentaler Wucht. <a title="WIDOW’S WEEDS: The Corn Queen" href="https://africanpaper.com/2023/06/10/widows-weeds-the-corn-queen/">&#8220;The Corn Queen&#8221; von Widow’s Weeds</a>, dem Duo mit Daughters of Grief, verschiebt den Fokus in Richtung rituellen Ambientfolks. Glitzernde Strömungen, eine schwebende Stimme und die dezente Perkussion von Michael Warren erzeugen ein rituelles Setting, das sich nur kurz öffnet, bevor es wieder in die Ausgangsspannung zurückkehrt. Das Textbild weitet sich am Ende ins Existenzielle.</p>
<p>&#8220;Cold Blows The Wind&#8221; von <a title="ÚATH: s/t" href="https://africanpaper.com/2023/04/22/uath-st/">Úath – dem Projekt mit dem irischen Künstler Ruairi O’Baoighill </a>– ist mit schleppenden Takten, knarrenden Bassklängen und der Stimme von Maud The Moth eine spannugnsgeladene Umsetzung einer Ballade, die auch unter dem Titel &#8220;The Unquiet Grave&#8221; bekannt ist, bekannte Versionen stammen u.a. von Joanna Newsome und Faith and the Muse. &#8220;Morgiana&#8221;, erneut von The Hare &amp; The Moons hier einzig vertretenem Album &#8220;Wood Witch&#8221;, lässt mit Glockenspiel, desolaten Streichern, Downtempotakten und einer verwehten Frauenstimme eine entrückte, subtile Umheimlichkeit aufkommen.</p>
<p>In <a title="ASHTORETH / GREY MALKIN: Heretic" href="https://africanpaper.com/2021/04/24/ashtoreth-grey-malkin-heretic/">&#8220;A Cavalcade Of Ravens&#8221;, einer Zusammenarbeit mit dem Belgier Ashtoreth </a>und einer Reihe an Gästen, zu denen neben Sängerin Menaleah nd anderen auch die gesampleten Raben im Titel gehören, offenbart eine reizvoll ambivalente Atmosphäre zwischen wattigem Trost und spanungsvollen Brüchen. Darauf folgt &#8220;The Old Gods Sleep Beneath The Fields&#8221; von <a title="THE BLACK SWAN TRIAD: Metamorphosis" href="https://africanpaper.com/2023/12/23/the-black-swan-triad-metamorphosis/">The Black Swan Triad, deren Kern Ashtoreth, Malkin, Menalaeh, Steve Hermit, Stratosphere und Vinlandsraud bildeten</a>. Nach der anfänglichen Dröhnung, durchzogen von subtilen Kratzgeräuschen, verschieben zerfranste Gitarren den Song für kurze Momente in ein flamencoartiges Setting, bevor wieder geisterhaft schwebende Details übernehmen.</p>
<p>&#8220;Man Of Double Deed&#8221; von Widow’s Weeds beginnt mit sirrenden Streicherflächen und einer schwebenden Sopranstimme, bevor peitschende Percussion und gehetzte Elemente den im Titel angedeuteten zwiespältigen Charakter spiegeln. Mit dem Herausschälen eines klaren Gesangs scheint sich derKreis zu schließen. Von <a title="SEDNA CHRONICLES: Sedna Chronicles" href="https://africanpaper.com/2022/06/18/sedna-chronicles-sedna-chronicles/">Sedna Chronicles – ein gemeinsames Projekt mit Andy Sharp</a> – liegt mit &#8220;Friends Of The Emerald Sun&#8221; eine verspielte, zugleich spannungsvoll-düstere Elektronik vor, die, wie es schon in unserer Besprechung hieß, an spätere Arbeiten einer bekannten britischen Experimentalband erinnert.</p>
<p>&#8220;The Bard Of Eve&#8221; von The Hare &amp; The Moon ist eine ekstatisch-folkige Nocturne, die cinematische Assoziationen aufblitzen lässt, bevor &#8220;Under The Rose&#8221; von Widow’s Weeds (vom Album &#8220;Revenant&#8221;) auf melancholische Streicher, Bassflöte, epische Breite und einen hellen, elegisch anmutenden Sopran kurz vor dem Ende setzt. <a title="TRAPPIST AFTERLAND / GREY MALKIN: The Trappist and the Hare" href="https://africanpaper.com/2020/05/02/trappist-afterland-grey-malkin-the-trappist-and-the-hare/">&#8220;Full Snow Moon&#8221; vom ersten gemeinsamen Longplayer mit Adam Geoffrey Cole</a> alias Trappist Afterland ist das gitarrigste Stück des Albums und entspricht auch am ehesten den gängigen Vorstellungen über Folk, aber es ist auch ein grandioser Song mit fein gesetztem Fingerpicking und Coles fragil gesungenen und gleichsam markanten Strophen über die verschiedenen Vollmonde &#8211; Malkins Spuren finden sich in der dezenten elektronsichen Untermalung und vielleicht auch in der paganen Einfärbung des Songs.</p>
<p>&#8220;Between Trees &amp; Starlike&#8221; des Trios <a title="EMBERTIDES: 7″" href="https://africanpaper.com/2022/01/15/embertides-7/">Embertides</a> – Daughters of Grief, David Colohan und Malkin – setzt dann wieder weitaus stärker auf Elektronik. Der klagende Gesang und die immer dichter werdende Szenerie erzeugen eine unheimliche Steigerung. <a title="MEADOWSILVER: II" href="https://africanpaper.com/2022/05/14/meadowsilver-ii/">Meadowsilver,</a> bestehend aus Gayle Brogan, Malkin und Stephen Stannard, verbinden in &#8220;The Coronation Of The Herring Queen&#8221; folkige Flöten mit einem elektrifizierten Grundgerüst und sanftem Gesang. &#8220;The Wife Of Usher’s Well&#8221; von The Hare &amp; The Moon mit Vocals von God’s Little Eskimo präsentiert sich als über weite Strecken pianobasierte Umsetzung der traditionellen Ballade über die drei toten Söhne, die auch als &#8220;The Unquiet Grave&#8221; bekannt ist, einige Leser kennen vielleicht die Versionen von Joanna Newsome und Faith And The Muse.</p>
<p>Das <a title="GREY MALKIN / FOGROOM: Shoreline Ritual" href="https://africanpaper.com/2024/06/22/grey-malkin-fogroom-shoreline-ritual/">zusammen mit den deutschen Producer Fogroom eingespielte &#8220;A Certain Sense&#8221; </a>entpuppt sich als tremolierende Klanglandschaft, gehalten von einem dezenten Takt. Eine melodiöse Spur – unklar, ob Stimme oder Gitarre – wirkt als ruhender Pol, bevor eine knarrende Rezitation einsetzt. &#8220;C’est A Ville&#8221;, erneut von der Kollaboration mit Futur Passe wirkt wieder mittelalterlich grundiert mit seinen Arrangements für Drehleier, Trommeln und verschiedenen Saiteninstrumenten.</p>
<p>&#8220;When The Moon Is Arisen&#8221;, das Malkin zusammen mit Amanda Votta (Deep Fade, The Spectral Light u.a.) aufgenommen hatte, ist das einzige semi-exklusive Stück der Sammlung und war nur zeitweise auf Soundcloud zu hören gewesen &#8211; über einem Teppich aus dunkler, ambienter Dröhnung bauen knarrende Sounds und ein mysteriöses Flüctern, das in einen Monolog übergeht, nach und nach einen Song auf, der in einer furiosen wilden Jagd kulminiert. Anschließend nutzen Sedna Chronicles in &#8220;The Last Drop&#8221; erneut flüsternde Worte und Synthiedrones, um ein anderesweltliches Setting zu markieren. &#8220;The Singing&#8221; von einem der Alben mit Kitchen Cynics setzt Drönungen, eine entrückte Flöte, Alan Davidsons spröder Rezitation und später liturgisch anmutende Momente ein. Einsame Paukenschläge und eine Frauenstimme führen schließlich zu einem kurzen, hellen Klangmoment.</p>
<p>Den Abschluss bildet Malkins Solostück &#8220;Duddo Five Stones&#8221;, mit Vocals von David Colohan und Woodwind von Alan Davidson. Der großartige, rund fünfzehnminütige Track nutzt melancholische Ambientflächen, Flöten, Streicher und ein wiederkehrendes, leicht vibrierendes Geräusch. Eine Rezitation über die aus der schottischen Folklore bekannten singenden Steine, führt in einen dichten Mittelteil, bevor ein klavierdominierter Schluss folgt, der kurz von knarrenden Elementen durchzogen wird. Der Track wirkt wie ein konzentrierter Blick auf einen Ort, der fast wie ein symbolisches Zentrum von Malkins Werk erscheint.</p>
<p>Die Zusammenstellung zeigt Malkin als jemanden, der die Forderung, Tradition bewusst zu verfremden, verinnerlicht hat und auf seine nur schwer kategorisierbare Weise vieles vorweggenommen hat, was in der Zwischenzeit mit Begriffen wie Folk Horror (oder etwas breiter gefasst: Hauntology) bezeichnet wurde. Die ausgewählten Stücke belegen den Umfang seiner Aktivitäten und die Bandbreite seiner Kollaborationen &#8211; und wer durch diese Compilation erstmals angefixt ist, sollte gerne den zahlreichen Links im Text zu seinem bisherigen Werk folgen, denn die hier versammelten Stücke sind nur eine kleine, gleichwohl beeindruckende und repräsentative Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Cruel Nature Records</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3484307083/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>WIDOW&#8217;S WEEDS: The Corn Queen</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jun 2023 06:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/widowsweedsfennycompton.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-35955" title="widowsweedsfennycompton" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/widowsweedsfennycompton-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit ihrer &#8220;music from beyond the grave&#8221; die vielleicht nicht beim ersten Hören sofort an Zombies erinnert, sind die aus Grey Malkin und den Daughters of Grief bestehenden Experimentalfolker Widow&#8217;s Weeds ein gutes Beispiel für das, was Alan Trench einmal &#8220;To fuck up tradition&#8221; genannt hat – eine durchaus positiv gemeinte Formulierung für Ansätze, musikalische Traditionen eben nicht museal zu verstehen, sondern ihnen durch unerhörte und unerwartete Interpretationen eine neue <span id="more-35953"></span>Vitalität jenseits eines nur noch nostalgischen Grabes zu geben.</p>
<p>Widow&#8217;s Weeds, die immer offen für Gastbeiträge sind und zuletzt noch Hidden Velvet als weiteres Mitglied anführten, verknüpfen traditionell überliefertes wie auch daran angelehntes eigenes Songmaterial mit einer Elektronik, die durchaus &#8220;groovig&#8221; trippelnde Züge annehmen kann und in ihren abstrahierteren Momenten das Songformat immer wieder sprengen. Ein interessantes Merkmal dabei ist, dass all dies nie auf Kosten einer durchaus lieblichen Sanftheit geht.</p>
<p>Eigens geschriebene Songs und <a title="WIDOW’S WEEDS: Long Lankin" href="http://africanpaper.com/2021/08/20/widows-weeds-long-lankin/">Traditionals wie &#8220;Long Lankin&#8221; oder &#8220;Barbara Allen&#8221; </a>scheinen bei Widow&#8217;s Weeds einen ähnlichen Stellenwert zu haben, und so ist auf ihrer neuen Single (deren limitierte Hardcover-Edition natürlich längst restlos ausverkauft ist) beides zu finden. &#8220;The Corn Queen&#8221;, dessen Titel schon auf den Kontext eines kalendarischen Zyklus, an dessen Endpunkt die Ernte steht, anzuspielen scheint, ist ein ritueller Ambientfolksong von hauchfeiner Schöngeistigkeit: Feierliches Pulsieren bringt strömemde, glitzernde Ambientwelten in Bewegung, eine sanfte weibliche Stimme schwebt trunken im Raum und ist keineswegs verlegen um die passende Melodramatik. Ratternde Perkussion (laut der Credits von Michael Warren) mischt die von entrücktem Bimmeln erfüllte Szenerie für kurze Momente auf, doch am Lauf der Dinge ändert sie nichts, die Besonderheiten des Stücks bewegen sich innerhalb eins paganen Weltverständnisses. Ganz zum Schluss weitet sich die an ein Jugendstilgemälde erinnernde Momentaufnahme des Textes ins Existenzielle und lässt die Bildwelt von Korn und Ernte für wenige Sekunden wie eine Allegorie auf den Weg allen Fleisches erscheinen.</p>
<p>Mit &#8220;Lyke Wake Dirge&#8221; ist auf der zweiten Seite ein sehr alter Folksong vertreten, der in der Vergangenheit immer wieder Musiker inspirierte: Pentangle, Steeleye Span, Alasdair Roberts und viele andere interpretierten ihn bereits und das italienische <a href="http://africanpaper.com/tag/lyke-wake/">New Wave-Projekt Lyke Wake</a> verdankt ihm seinen Namen. Sein Titel bedeutet Totenwache, und inhaltlich geht es &#8211; in einer Weise, die überraschend an das tibetische Bardo Tödrol erinnert &#8211; um den Weg, den ein Verstorbener auf dem Weg zum Purgatorium zurücklegt. Widow&#8217;s Weeds&#8217; Version sprudelt geradezu über an Details: Verrauschtes Glissando bahnt den Weg für surrende Saiten, schrille Hochtöner und dunkles Rumoren, Streicher schwingen sich empor, und hoch oben im Wind schwebt auch wieder die Stimme. Es ist ihre berührende und gleichzeitig hypnotisierende Gesangsmelodie, die im Zentrum steht, wenn nach etwa einer Minute der &#8220;eigentliche&#8221; Song beginnt, der wie ein fantastischer Wiedergänger seiner selbst scheint.</p>
<p>Die Musik von Widow&#8217;s Weeds ist selbst so ein fantastischer Wiedergänger einer Tradition, die dabei ist, sich immer wieder zu transformieren, und hier tut sie es in einer sehr vitalen Art. Welche Entwicklungen daraus noch entstehen können, mag in den Sternen stehen, aber es bleibt zu hoffen, dass die Band babei noch lange ein Wort mitzureden hat. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="Fenny Compton">Fenny Compton</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2212881775/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ÚATH: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Apr 2023 05:54:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich zum ersten Mal das Debütalbum von Úath hörte, hatte ich die ganze Zeit die Assoziation, dass es hier um eine Schöpfungsgeschichte geht, um das gewaltsame Entstehen von etwas Großem. Dass der Bandname in einer alten Variante des Irischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/04/22/uath-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/Úath.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-35127" title="Úath" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/Úath-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als ich zum ersten Mal das Debütalbum von Úath hörte, hatte ich die ganze Zeit die Assoziation, dass es hier um eine Schöpfungsgeschichte geht, um das gewaltsame Entstehen von etwas Großem. Dass der Bandname in einer alten Variante des Irischen allerdings so etwas wie Furcht oder Angst bedeutet, tat diesen Eindruck keinen Abbruch, denn das Erwachen einer Form aus einem chaotischen Urgrund kann sich oft wie <span id="more-35122"></span>sein Gegenteil und somit durchaus brachial und furchteinflößend anfühlen bzw anhören.</p>
<p>Doch gehen wir der Reihe nach vor: Úath ist eine neue Combo, deren feste Mitglieder der unseren Lesern allseits bekannte schottische Geistersucher Grey Malkin und der etwas obskurere irische Klangkünstler Ruairi O&#8217;Baoighill sind. Auf dem Debüt wirken allerdings noch eine ganze Reihe an Gästen mit, die am Ende fast auf ein Who is Who der Grey Malkin-Kollaborateure der letzten Jahre hinauslaufen: <a title="ADAM GEOFFREY COLE / ANTHONY CORNISH: The Cellophane Sea" href="http://africanpaper.com/2023/03/25/adam-geoffrey-cole-anthony-cornish-the-cellophane-sea/">Adam Geoffrey Cole (ehemals Trappist Afterland)</a> ist kurzzeitig an der Drehleier zu hören, während <a title="Fractured Memories: Neues Tape von Kitchen Cynics" href="http://africanpaper.com/2023/01/09/fractured-memories-neues-tape-von-kitchen-cynics/">Alan Davidson alias Kitchen Cynics</a> bei einem Song als buchstäblicher Whistleblower in Erscheinung tritt. <a title="WIDOW’S WEEDS: Long Lankin" href="http://africanpaper.com/2021/08/20/widows-weeds-long-lankin/">Daughters of Grief</a> und <a title="THE BLACK SWAN TRIAD: Symbiosis" href="http://africanpaper.com/2021/10/02/the-black-swan-triad-symbiosis/">Menaleah</a> steuern unter anderem Gesang bei, und an diversen Effekten ist in einem Track <a title="SEDNA CHRONICLES: Sedna Chronicles" href="http://africanpaper.com/2022/06/18/sedna-chronicles-sedna-chronicles/">Andy Sharp (Englisch Heretic)</a> zu hören. Ein etwas neuerer Name ist die in einem Stück zu hörende Sängerin und Bassistin Amaya Lopez-Carromero alias Maud the Moth.</p>
<p>Vielleicht war es der kurze Opener &#8220;The Awakening of Pan&#8221; mit seinem frühlingshaften Vogelzwitschern und seiner stimmungsvollen Drehleier, der diesen durchgängigen Eindruck einer Kosmogenese bewirkt hat. Hier mischt sich in das angenehme Szenario über perkussive Elemente gleich etwas Stürmisches ein, dass nicht nur in den kraftvollen Pauken zu spüren ist, sondern auch in einer gewissen &#8220;kaputten&#8221;,  aufgekratzten Klangbeschaffenheit, die schon diesem Stück etwas furioses verleiht.</p>
<p>An das Stürmende knüpft dann auch das folgende Stück schon in seinem Titel an: &#8220;Our Lady of the Storms&#8221; umgarnt das Ohr mit einem trügerisch schönen Schwebeambientsound, in dessen Melange eine weibliche Stimme gemischt ist, die sich bald als sanft gehauchter Gesang herauswindet. Doch von Beginn an haftet dem schwebenden Klang auch etwas schwindeliges an, und während die Sängerin ihren immer noch zur Hälfte mit dem restlichen Sound vermischten Gesang anklingen lässt, zeichnet sich immer mehr Rumpeln und raues Reiben unter der Oberfläche ab, das wahrscheinlich von einer E-Gitarre stammt. Einzelne Verse dringen ans Ohr, künden von Vögeln, die auf den Zweigen eines Baumes eine liebliche Melodie anstimmen. Sie sind allerdings schwarz, was vielleicht auch symbolisch zu verstehen ist, und überhaupt klingt der Song durchgehend, als wolle irgendetwas ausbrechen wie ein Vulkan, und manchmal fühlt es sich an, als sei man gerade eine Sekunde von diesem Moment entfernt.</p>
<p>Eine heidnisch okkult anmutende Grundstimmung zieht sich vom ersten bis zum letzten Klang durch dieses pangälische Werk, und in einigen Stücken zeichnet es sich besonders ab. Da wäre das von den hier im Grunde fast allgegenwärtigen Pauken dynamisierte &#8220;The Singing Stones&#8221; mit seiner evokativen Rezitation, das animistische Vorstellungen schon in seinem Titel anklingen lässt. Oder &#8220;The Green King Drinks from the Gold Cup&#8221;, das in seinem kurzen stürmischen Knarren, in das zahlreiche hochtönende Details gemischt sind, eine geheimnisvolle Transformation anzudeuten scheint. Doch was verwandelt sich hier in was?</p>
<p>Etwas fatales, von einer endzeitlichen Spannung durchzogenes ist eine weitere Säule der Atmosphäre dieser Musik, bei der durchaus ein Begriff wie Gothic fallen darf, wenn man diesen weit und eher in seinem klassischen Sinne benutzt. Dies gilt für strudelhafte Collagen wie &#8220;Dreads and Drolls&#8221; und &#8220;The Malice of Inanimate Objects&#8221;, aber auch für Szenarien wie &#8220;The Fenstanton Witch&#8221; &#8211; dieses entfaltet über fast zehn Minuten hinweg die Stimmung einer Trauerprozession, wie sie in der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xuCER4Bz2f8">gleichnamigen (zu seinen Lebzeiten unveröffentlichten) Geschichte</a> von M.R. James geschildert wird, in der es um ein missglücktes magisches Experiment auf einem nächtlichen Friedhof und einen monströsen Angriff geht. &#8220;Cold Blows The Wind&#8221;, das mit seinem schleppenden Takt und den fast noisig knarrenden Bässen einen dunklen Clubhit abgeben könnte, hat ein ähnliches Setting, es ist eine Variation der Folkballade &#8220;The Unquiet Grave&#8221; über die exzessive Trauer eines jungen Mannes am windumtosten Grab seiner verstorbenen Geliebten. Auch &#8220;My Son Davie&#8221;, bei dem kindliches und liturgisch anmutendes, evokative Rezitation und in luftige Höhen schwebender Gesang miteinander verschwimmen, ist eine traditionelle Ballade und in einer anderen Version auch als &#8220;Edward&#8221; bekannt.</p>
<p>Nach mehrmaligem Hören fällt immer mehr auf, wie viele Facetten dieses Debüt trotz deutlicher Leitmotive aufweist, ein Facettenreichtum, aus dem so mancher Musiker gleich mehrere Alben gemacht hätte. Aber das sollte bei Grey Malkin und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern dennoch optimistisch stimmen, denn bislang wurde in diesem Dunstkreis fast jedes einmal angefangene Projekt fortgesetzt. Gerade bei Úath würde sich das definitiv lohnen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.cursedmonk.com/">Cursed Monk</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1323788512/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>EMBERTIDES: 7&#8243;</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jan 2022 07:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter dem Namen Embertides &#8211; das sind die auf deutsch Gluttage genannten Gebets- und Fastenzeiten, die sich im liturgischen Kalender der westlichen Kirchen viermal im Jahr wiederholen &#8211; spielen die Musiker David Colohan (u.a. United Bible Studies), Daughters of Grief &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/15/embertides-7/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28300" title="cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Unter dem Namen Embertides &#8211; das sind die auf deutsch Gluttage genannten Gebets- und Fastenzeiten, die sich im liturgischen Kalender der westlichen Kirchen viermal im Jahr wiederholen &#8211; spielen die Musiker David Colohan (u.a. United Bible Studies), Daughters of Grief (Widow&#8217;s Weeds) und Grey Malkin (ex-The Hare &amp; The Moon) eine Musik, die die elektronische Seite, die seit jeher v.a. in Malkins Arbeiten eine Rolle spielt, noch stärker betont und zum Fundament filisch anmutender Soundscapes macht.<span id="more-28299"></span></p>
<p>Auf ihrem bisher einzigen Album &#8220;Between Trees &amp; Starlike&#8221; (Cursed Monk 2019) entstand so eine spukhafte, verwunschene Musik, deren Vermischung aus Ambient, Avantgarde und dem, was man gerne vereinfacht Neoklassik nennt, mit folkiger Spiritualität Vergleiche zu Tangerine Dream, Popol Vuh und den späten Coil nach sich zog.</p>
<p>Die gerade über Future Grave/Reverb Worship erschienene neue Lathe Cut-7&#8243; scheint die elektronische Ausrichtung zunächst noch stärker zu betonen, könnte der Auftakt von &#8220;A Thousand Dead Stars&#8221; doch glatt ein Clubtrack von Yerevan Tapes einleiten. Über kreisenden Synthies, hoch in der Luft schwebt ein gehauchter, wortloser Folksopran wie man ihn von Daughters of Grief her kennt, mit der Zeit scheint alles in eine ambientere Form überzugehen, doch die aufgeweckten Synthies kehren wie alles in dem Track periodisch wieder. Erst nach einer gewissen Zeit registriert man weitere Details wie streicherartige Elektronik und orchestrale Bläser, die mehr und mehr einen großen Raum ausfüllen, bis alles im erhabenen Panorama eines Gegenzooms endet. Das die zweite Seite füllende &#8220;The House of Hidden Light&#8221; kommt getragener daher, und da die (diesmal nicht wortlosen) Vocals etwas an einen Choral erinnern, mag man beim Titel vielleicht an die gnostische Vorstellung des Menschen denken. Wie süße Staubpartikel scheint alles &#8211; Stimme und elektronik &#8211; im Raum zu schweben, und ab und an tauchen piepende Sounds wie aus einem Spielautomaten auf und stören die anmutige Szenerie. Aber nur für kurz.</p>
<p>Ausgesprochen erfreulich, dass die beiteiligten Musiker, die alle mit ihren Hauptprojekten umtriebig sind, auch für Embertides wieder Zeit gefunden haben. Ich denke, man kann durchaus auf ein neues Album hoffen und vermute, dass dieses dann extrovertierter als das Debüt ausfallen wird. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.reverbworship.com/future-grave">Future Grave / Reverb Worship</a></strong></p>
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		<title>Debütalbum von Widow&#8217;s Weeds im Januar</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Dec 2020 06:28:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die experimentelle Folkband Widow&#8217;s Weeds bringt im Januar ihr Debütalbum &#8220;Revenant&#8221; heraus. Widow&#8217;s Weeds ist eine weitere Band mit Grey Malkin (The Hare and the Moon, Meadowsilver, solo und in Kollaboration), der hier mit dem mysteriösen schottichen Goth Folk-Projekt Daughters &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/12/14/debutalbum-von-widows-weeds-im-januar/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die experimentelle Folkband Widow&#8217;s Weeds bringt im Januar ihr Debütalbum &#8220;Revenant&#8221; heraus. Widow&#8217;s Weeds ist eine weitere Band mit Grey Malkin (The Hare and the Moon, Meadowsilver, solo und in Kollaboration), der hier mit dem mysteriösen schottichen Goth Folk-Projekt Daughters of Grief zusammenarbeitet &#8211; beide hatten im letzten Jahr bereits das Projekt Embertide gegründet, an dem David Colohan mitwirkte.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/fotor_1607855969223.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23477" title="fotor_1607855969223" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/fotor_1607855969223.jpg" alt="" width="719" height="716" /></a> <span id="more-23474"></span><br />
Die Musik auf den zurückliegenden kleineren Veröffentlichungen auf Compilations und über Soundcloud besticht durch folkig eingefärbte Soundscapes zwischen kraftvoller Dröhnung, verwunschener Filmmusik, Rezitation und etherischem Gesang. Die Eigenbezeichnung &#8220;Music from beyond the grave&#8221; fängt die atmosphärische Aura der Musik ein, die man auch Freunden von Orchis oder der klassischen Acts auf Project Records empfehlen kann. Die Veröffentlichung ist multimedial ausgerichtet und enthält Artwork der Illustratorin Hidden Velvet.</p>
<p><strong>Widow&#8217;s Weeds @ <a href="https://widowsweedsmusic.com/">Hompage</a>, <a href="https://www.facebook.com/widowsweedsmusic/">Facebook</a> &amp; <a href="https://soundcloud.com/widows_weeds">Soundcloud</a></strong></p>
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		<title>V.A.: Water, Water</title>
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		<pubDate>Sat, 27 May 2017 02:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn fast täglich immer wieder die Unberechenbarkeit des POTUS ins Feld geführt wird – als positive strategische Eigenschaft vom Mann mit den kleinen Händen selbst oder aber als Kritik am erratischen Verhalten von seinen Gegnern-, so trifft das sicherlich auf &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/05/27/v-a-water-water/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/Waterwatera2259334686_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13815" title="Waterwatera2259334686_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/Waterwatera2259334686_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn fast täglich immer wieder die Unberechenbarkeit des POTUS ins Feld geführt wird – als positive strategische Eigenschaft vom Mann mit den kleinen Händen selbst oder aber als Kritik am erratischen Verhalten von seinen Gegnern-, so trifft das sicherlich auf den delirierenden Außenpolitiker Trump zu, aber weniger auf den Innenpolitiker, dessen Zielsetzung in allen Bereichen durchaus konstant ist: Deregulierung und Privatisierung, egal ob bei <a href="http://www.huffingtonpost.com/entry/bernie-sanders-grills-betsy-devos-over-school-privatization_us_587ee2b2e4b0877b494f7f4b">Schule</a>, <a href="http://www.npr.org/2017/05/01/526436036/president-trump-promotes-revised-version-of-gop-health-care-bill">Krankenversicherung</a>, <a href="https://www.washingtonpost.com/news/the-fix/wp/2017/03/29/trumps-rollback-of-obamas-environmental-legacy-is-all-kinds-of-unpopular/?utm_term=.956095482bdd">Umwelt-</a> oder <a href="https://www.nytimes.com/2017/02/03/business/dealbook/trump-congress-financial-regulations.html?_r=0">Verbraucherschutz</a>. <span id="more-13814"></span></p>
<p>In den letzten Jahren hat sich Timothy Renner verstärkt politisch positioniert, musikalisch am explizitesten mit seinem Genrehybrid <a href="http://africanpaper.com/2013/10/05/albatwitch-only-dead-birds-sing-over-the-graves-of-fallen-kings/">Albatwitch</a>, aber auch mit persönlichen Äußerungen. Diese Download-Compilation unterstützt die <a href="https://www.charitywater.org">„Charity: Water“</a>, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Insofern hat das scheinbar wenig mit der Politik in den USA zu tun. Es bedarf aber vielleicht nicht allzu großer imaginativer Kraft, um sich vorzustellen, dass all diejenigen, für die Krankenversicherung ein Privileg und kein Recht ist, sicherlich auch keine Probleme damit haben, Trinkwasser zu einem Geschäft zu machen. Wie schnell Trinkwasser im reichsten Land der Erde zur Mangelware werden kann, zeigt paradigmatisch sicherlich <a href="http://www.cnn.com/2016/03/04/us/flint-water-crisis-fast-facts/">Flint in Michigan</a>.</p>
<p>Auf der &#8220;Water, Water&#8221;-Zusammenstellung, die als Download verfügbar ist, sind eine Reihe von Künstlern vertreten, von denen einige dem Label oder Renner schon seit Jahren verbunden sind und natürlich finden sich eine Vielzahl von Bands und Projekten, die sich im weitesten Sinne dem Folk zuordnen lassen: So etwa Alistair Galbraith, der mit „Slavery“ einen reduzierten, zurückhaltenden Folksong vorlegt. Stone Breath-Mitglied Sarada spielt auf „The Midnight Feast“ einen verrauschten LoFi-Folk, In Gowan Ring steuern mit „Rivertime Tones“ eine etwas weniger fragil klingende Version des ursprünglich auf “The Twin Trees” veröffentlichen Stücks bei. Eyeless in Gazas Martyn Bates begleitet seine entrückte Stimme auf &#8220;Unanswered&#8221; mit Akustikgitarre, Renner selbst ist als Time Moth Eye mit „Rattlesnake in the Rabbitsden“ vertreten, einer düsteren von Harfe und unheimlichen Stimmen untermalten Version des ursprünglich als Folk/Metal-Hybrid auf dem<a href="http://africanpaper.com/2015/01/03/albatwitch-if-corporations-are-people-why-dont-they-die/"> zweiten Albatwitch-Album </a>veröffentlichten Stücks. Wesentlich weniger finster klingt der alte Stone Breath-Gefährte Prydwynn (with Quickthorn), der auf „A Touch of Hemlock“ seine an Martyn Bates erinnernde Stimme von Glocken und Flöte untermalen lässt. <a href="http://africanpaper.com/2013/05/18/howling-larsens-fool-of-sound-and-furry/">Howling Larsons</a> (mit World Serpents Alan Trench) “Lesser Stars” verdeutlicht, dass es mehr als passend ist, dass die Band eines ihrer Alben “Midnight Folk” genannt hat. Cruel Wonders aus Israel bezeichnen ihre Musik als „folk noir“ und „post doom“. Sängerin Tamar Singer, die auch noch ein Solostück beisteuert, klingt auf „Sometimes a Lover“ dann auch wie eine verschollene Schwester von Sharron Kraus und Tara Burke. <a href="http://africanpaper.com/2015/09/12/we-still-need-to-document-our-future-through-song-interview-mit-trappist-afterland/">Trappist Afterland</a>, die demnächst ein Splitalbum mit Stone Breath veröffentlichen werden, sind mit einem melancholischen Folksong dabei. Es gibt aber auch Rückgriffe auf das Mittelalter (wie bei Vedan Kolod aus Russland oder bei der Zusammenarbeit von The Hare and The Moon und Futur Passé).</p>
<p>In den vergangenen Jahren wurden auf zu Dark Holler Arts gehörigen Labeln wie Lost Grave und Eleventh Key auch härtere Klänge veröffentlicht: LAYRs „Inverted“ nähert sich dem Black Metal, Bréag Naofa spielen unter dem Motto „religion still poisons every aspect of the human experience“ ein doomiges Stück, Come And Get Its Metal weist Punkeinflüsse auf , NIGHT spielen Postrock, God Root sind mit einer zehnmiütigen epischen Sludgenummer vertreten. Experimenteller wird es mit<a href="http://africanpaper.com/2017/01/07/the-owls-are-not-what-they-seem-hearth/"> The Owls Are Not What They Seem</a>: Man hört verwaschene Sounds, im Äther verschwindende Stimmen und rituelle Perkussion. Bilín Wake + Drekka spielen auf dem großartig betitelten „We negotiate shadows much darker than winter“ ein Soundscape aus verhallten Klängen und Drones. Das skurril betitelte The Black Yo)))ga Medidation Ensemble, das tatsächlich Musik für Yoga macht, spielen ein doomiges Soundscape. <a href="http://africanpaper.com/2016/11/26/united-bible-studies-i-am-full-gibbous/">United Bible Studies</a>&#8216; &#8220;The Archeologists Hands&#8221; ist eine siebzehnmiütige pastorale Folknummer mit getragenen Gesang, die frühen Pink Floyd sicher nicht schlecht zu Gesicht gestanden hätte. Dass Gunned Down Horses Indiepop spielen, überrascht dann nicht mehr. Was erstaunlich ist, ist, dass bei der Breite der Musik der insgesamt 28 Stücke eigentlich kaum ein Ausfall dabei ist. Dallas Brown – Flute Medicines Flötenstück klingt zwar etwas arg nach New Age, aber das ist ein Meckern auf hohem Niveau. &#8220;Water, Water&#8221; ist eine Zusammenstellung, bei der sich der gute Zweck dann auch in der Qualität der Musik angemessen widerspiegelt. (MG)</p>
<p>Label: H<a href="http://darkhollerarts.com">and/Eye</a></p>
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