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	<title>African Paper &#187; Herz Jühning</title>
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		<title>V.A.: Kosmoloko 3</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2024 06:02:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1993 erschien auf dem kleinen deutschen Label Galakthorrö die erste Veröffentlichung. Nun gibt es mit leichter Verzögerung anlässlich des 30-jährigen Jubiläums eine neue Labelcompilation. Dass sich das Label entwickelt und erweitert hat, wird schon rein quantitativ deutlich: Waren auf den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/04/06/v-a-kosmoloko-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/057_l.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-40449" title="057_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/057_l-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>1993 erschien auf dem kleinen deutschen Label <a href="http://africanpaper.com/tag/galakthorro/">Galakthorrö </a>die erste Veröffentlichung. Nun gibt es mit leichter Verzögerung anlässlich des 30-jährigen Jubiläums eine neue Labelcompilation. Dass sich das Label entwickelt und erweitert hat, wird schon rein quantitativ deutlich: Waren auf den ersten beiden &#8220;Kosmoloko&#8221;-Samplern noch fünf Künstler mit je zwei Stücken vertreten, so sind es jetzt zehn mit je einem. Was geblieben ist, dass es sich um ausschließlich unveröffentlichte Tracks handelt.<span id="more-40447"></span></p>
<p>Es ist natürlich mehr als angemessen, dass <a href="http://africanpaper.com/tag/haus-arafna/">Haus Arafna</a> diese Zusammenstellung eröffnen, schließlich begann mit der jetzt passend anlässlich des Jubiläums <a href="https://galakthorroe.de/g_001_a2.html">wiederveröffentlichten „Sex U-Mas“-7&#8221;</a> alles: Da waren vier rabiate Stücke Power Electronics voller analoger Dissonanzen, kaputter Rhythmen und dem später so von Labelseite betitelten „Schreigesang“. Auf der vor gut 20 Jahren veröffentlichten Singlezusammenstellung der Band firmierten die Tracks unter &#8220;Teen Spirit&#8221;. Im Laufe der Jahre differenzierten Haus Arafna ihren Sound aus, näherten sich dem in Anlehnung an SPK so betitelten „Angst Pop“ an. Nach etwas eher zurückhalterenden Alben erschien 2020 mit <a href="http://africanpaper.com/2020/09/05/haus-arafna-asche/">„Asche“</a> ein Longplayer, der wieder rabiater klang und dem wir attestierten: „Das Gefieder dieses Phönix ist pech- und <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.spiegel.de/auto/aktuell/vanta-schwarz-das-schwaerzeste-schwarz-der-welt-a-1287643.html">vantaschwarz</a></span></span>.“ Auch die 7&#8221; <a href="http://africanpaper.com/2023/06/10/haus-arafna-dunkelheit-bleibt/">„Dunkelheit Bleibt“</a> aus dem Jahr 2023 knüpfte an das Album an. Das auf „Kosmoloko 3“ enthaltene „The Other&#8217;s Joy“ ist dagegen musikalisch zurückhaltender mit reduzierten Melodiepassagen, aber textlich bleibt man – ganz realistisch – im wahrsten Wortsinne im Dunklen: „there&#8217;s no way out of the darkness/no solution/no escape“, heißt es fast resignativ. Ende 2021 erschien das <a href="http://africanpaper.com/2021/12/11/aska-ut-vid-sundin-gra/">Debütalbum</a> des isländischen Einmannprojekts Aska. Das hier vertretene Stück „Lófar“ ist ein ruhiges, von melancholischen Melodien und dem Pochen des Drumcomputers getragenes Stück. Die Stimme Kristófer Pálls klingt weiterhin „am Rande der Erschöpfung, der Depression“ – wie es hier schon bezüglich des Debüts hieß. <a href="africanpaper.com/tag/november-novelet/">November Növelet</a> sind schon seit langem mehr als nur ein Ableger Haus Arafnas, haben über die Jahre nach den eher noch dissonanten Momenten auf der <a href="http://africanpaper.com/2016/07/30/november-novelet-unintended-by-nature-the-singles-1994-2012/">„More Satanic Heroes“-7&#8221;</a> und dem jüngst im Rahmen der letzten Veröffentlichungen auf Vinyl wieder verfügbar gemachten Debütalbum &#8220;From Heaven On Earth&#8221;  ihren Klang zu einem zutiefst melancholischen Angstpop perfektioniert, der einen vorläufigen Höhepunkt auf dem Album<a href="http://africanpaper.com/2016/02/13/november-novelet-the-world-in-devotion/"> „The World In Devotion“ </a>fand. „Black Rain“ beginnt mit Gesang von Herrn Arafna: „black rain on my face [...] give your hand to a drowning man“, um am Ende Frau Arafna verkünden zu lassen: „you got soaked to the bone/drenched in black“. <a href="http://africanpaper.com/tag/hermann-kopp/">Hermann Kopp</a> erinnert mit dem Titel „The Hands Of Orlac“ natürlich an seine Soundtrackarbeiten (unvergessen seine Arbeit zu Jörg Buttgereits &#8220;Nekromantik&#8221;, zuletzt war auf Galakthorrö unter dem Titel <a href="https://galakthorroe.de/g_052_c.html">&#8220;Noirhollywood&#8221;</a> sein Soundtrack zu &#8220;The Queen Of Hollywoodboulevard&#8221; erschienen), Auch hier ist die immer an der Grenze zur Dissonanz klagende E-Geige, ein dunkles Schaben an der Grenze zur Auflösung. Sühne Mensch debütierte 2022 mit dem passend betitelten <a href="http://africanpaper.com/2022/10/22/suhne-mensch-schmerzportrait">„Schmerzportrait“</a>. Auf &#8220;Kosmoloko 3&#8243; ist das Stück einfach nur „Angst“ betitelt und könnte textlich sicher im expressionistischen Jahrzehnt beheimatet sein: „schwarzer nebel tanzt im kopf/zerrt erfroren am gemüt&#8221; oder &#8220;angst vermehrt sich ist erblüht“. Im Verlauf des Stücks werden die Beats schneller (Michael Belletz hat ursprünglich <a href="https://galakthorroe.de/g_suehnemensch.html">&#8220;anspruchsvolle[...] Tanzmusik gemacht&#8221;</a>), wobei das mögliche Tanzen hier aber nur als als letztes Aufbäumen dieses „welke[n] dasein[s]“ verstanden werden kann (&#8220;in den gliedern schlafen steine&#8221;). Das Einmannprojekt <a href="http://africanpaper.com/tag/tedis/">TE/DIS</a> hat auf bislang drei Alben die für das Label so typischen analogen Sounds mit Vocals kombiniert, die eher im Gothic zu situieren sind. Auf „Drops Of Dew“ kommt man zu dem Schluss: „we reach a dead end“. <a href="http://africanpaper.com/tag/herz-juhning/">Herz Jühning</a>, seit 2007 bei Galakthorrö, in den letzten Jahren aber weitgehend verstummt, steuert das rabiateste Stück auf dieser Zusammenstellung bei: „The Glory Age Of Pain“ kombiniert treibende Beats, schwere Schläge und eine brutal verzerrte Stimme, mit der der die Welt zerstörende Anthropofagus Mensch angeklagt wird. <a href="http://africanpaper.com/tag/mode-in-gliany/">Mode In Gliany</a> steuern „Ahediñ“ bei: todtraurige Melodien, bevor nach knapp zwei Minuten die Stimme einsetzt, flüsternd verkündet sie von dem Augenblick, der natürlich nur „douloureux“ sein kann. Dann kommt das von Heidegger beeinflusste Duo<a href="http://africanpaper.com/tag/da-sein/"> Da-Sein </a>mit &#8220;Brief Lives&#8221;, das im Rahmen dieser Zusammenstellung am ehesten noch einem straighten, treibenden Beat folgt, textlich aber ebenfalls die Last der Welt trägt: „life/is your weight“, heißt es da und: „you will never be missed“. Zum Abschluss des Albums kommt die Überraschung, fast möchte man von einer Sensation sprechen, ist mit &#8220;Rules&#8221; doch das erste neue Stück von Karl Runau seit Ewigkeiten zu hören. Runau war einer der ersten Künstler auf Galakthorrö, teilte sich eine frühe 7&#8221; mit Haus Arafna. Einige Tracks seines rabiaten Debüts „Osmose“, das Ende 2021 noch einmal <a href="https://galakthorroe.de/g_004_a2.html">neu aufgelegt </a>wurde, werden heute immer noch gerne auf Industrialabenden gespielt. Das Nachfolgeralbum &#8220;Beyond Frequencies&#8221; war insgesamt mit seiner verspielten Elektronik weniger industriell. Der auf „Kosmoloko 3“ zu findende Track „Rules“ knüpft an dieses Album an: Anfangs hört man Sounds, wie Signale aus den Tiefen des Alls, dafür klingen die Vocals dann aber wieder so, als kämen sie aus aus den Tiefsten einer verlassenen Fabrik und jemand trüge eine Staubmaske: „rules are set to be followed/so follow the rules“, tönt es da.</p>
<p>Zehn Künstler und zehn Stücke skizzieren mit analogem Equipment ihre (zutiefst) schwarze Sicht auf die Welt, etwas, das auf Galakthorrö seit gut 30 Jahren möglich ist.</p>
<p>(MG)</p>
<p>Label: <a href="https://galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></p>
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		<title>Zahlreiche Veröffentlichungen auf Galakthorrö</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2021 02:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf Galakthorrö erscheinen Ende November eine ganze Reihe von neuen Tonträgern: So etwa das zweite Album des isländischen Projekts Aska, das laut Label „eine Metamorphose hin zu dunkelstem Angst Pop“ durchgemacht habe. Im Video zum Stück „falið“ wird dann auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/10/25/zahlreiche-veroffentlichungen-auf-galakthorro/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://africanpaper.com/tag/galakthorro/">Galakthorrö</a> erscheinen Ende November eine ganze Reihe von neuen Tonträgern: So etwa das zweite Album des isländischen Projekts Aska, das laut Label „eine Metamorphose hin zu dunkelstem Angst Pop“ durchgemacht habe. Im Video zum Stück „falið“ wird dann auch eine monochrome Welt präsentiert.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/051_LP_l.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27476" title="051_LP_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/051_LP_l.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><span id="more-27473"></span>Ebenfalls neues Material erscheint von Hermann Kopp: „Noirhollwood“ ist ein 18-minütiges Tape, das eine Soundtrackarbeit für den Film „The Queen of Hollywood Boulevard“, darstellt. Das Label attestiert „Noirhollywood“ „weniger experimentell als […] seine Eps <em>Cerveau D&#8217;Enfent </em>und <a href="http://africanpaper.com/2017/05/06/hermann-kopp-cantos-y-llantos/"><em>Cantos Y Llantos</em></a>“, aber „fokussiert auf den Gruselklang“ zu sein.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/052_MC_l.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27480" title="052_MC_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/052_MC_l.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Neben diesen beiden komplett neuen Releases finden sich nach dem Motto „nur das Unvollkommene lebt“ Tapewiederveröffentlichungen von November Növelets melancholischem Meisterwerk <a href="http://africanpaper.com/2016/02/13/november-novelet-the-world-in-devotion/">„The World In Devotion“</a>, von Herz Jühnings Langzeitdebüt<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/herz-juhning-miasma/#more-1770"> „Miasma“</a> sowie <a href="http://africanpaper.com/tag/subliminal/">Subliminals </a>zweitem Longplayer „Coping“.</p>
<p>Waren die drei oben aufgezählten Tonträger zumindest als CD weiterhin erhältlich, so ist Karl Runaus Debütalbum „Osmose“ schon lange vergriffen. Ursprünglich 1994 veröffentlicht, ist „Osmose“ ein ruppiges und irritierendes Werk, das tief in der Industrial Culture verwurzelt ist. Nun erscheint es neu gemastert und mit modifiziertem Artwork in einer Auflage von 400 Stück.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/bgV5_Pmvpao" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><a href="https://galakthorroe.de/">@Galakthorrö</a></p>
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		<title>HERZ JÜHNING: Samsara</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/08/18/herz-juhning-samsara/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Aug 2018 05:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass die auf Galakthorrö veröffentlichenden Künstler nicht nur klangliche Gemeinsamkeiten haben &#8211; meistens eine Fokussierung auf analoges Instrumentarium im Spannungsfeld von Angst Pop und Power Electronics-, sondern es auch thematische Konstanten gibt: so &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/08/18/herz-juhning-samsara/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/08/Herz-Jühning.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16118" title="Herz Jühning" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/08/Herz-Jühning-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass die auf Galakthorrö veröffentlichenden Künstler nicht nur klangliche Gemeinsamkeiten haben &#8211; meistens eine Fokussierung auf analoges Instrumentarium im Spannungsfeld von Angst Pop und Power Electronics-, sondern es auch thematische Konstanten gibt: so etwas wie eine Konzentration auf das (scheinbar) Abseitige, eine Abarbeitung an den Nachtseiten der menschlichen Existenz. Auf jeder Veröffentlichung des kleinen Labels scheint das Bataillesche Heterogene, der verfemte Teil um die Ecke zu <span id="more-16117"></span>schauen und die Künstler wählen oftmals Personae, in denen sie Verwundete wie auch Verwundende sind.</p>
<p>All das spiegelt sich auch auf dem zweiten Album des Einmannprojekts Herz Jühning wider: Von den Sektions- und Krankensaalbildern, die das Booklet zieren, bis zu dem die Titel und Texte durchziehenden Pathologievokabular („Metastase“, „Koma“, „Pain sets in“). Der hier beschriebene „Kreislauf“, auf den der aus dem Sanskrit stammende Begriff &#8220;Samsara&#8221; verweist, ist auf diesem Album einer des Leidens („Pain Sets In“, „Echoes Of Void“), Tötens („Blood Will Boil“), Sterbens („Metastase“) oder Vor-sich-hin-Vegetierens („Koma I -Army of Misery“, „Koma II-Abschalten“). Musikalisch wird dies alles illustriert durch brummende Analogschleifen, teils stampfende Beats mit zischenden Sounds und melancholischen Flächen im Hintergrund (wie bei „Blood Will Boil“). Der Gesang changiert &#8211; manchmal innerhalb eines Stückes (wie z.B. bei „Kreislauf“ oder „Phantom Pain“) &#8211; zwischen dementem Geschrei („Pain Sets In“) und  Melodik. Auf „Corona“ oder „Metastase“ zeigt Jühning aber, dass er auch die Zurückhaltung beherrscht. Unheimliche, kaum zu verortende Stimmen durchziehen „Dead Air“, auf dem es passenderweise „help us/we are shadows“ heißt. Was auf dem ganzen Album auffällt, ist, wie sich Jühning nicht auf das Auratische des analogen Instrumentariums verlässt und ansonsten ideenlos ist, sondern wie er vielschichtige Stücke kompioniert, auf denen man immer wieder neue Klangspuren und Texturen entdecken kann.</p>
<p>Jetzt mag der eine oder andere die Einseitigkeit beklagen, mag zumindest nach Hoffnung(sschimmern) verlangen (die sich allerhöchstens im melancholischen Abschlusstrack „Wiedereintritt“ finden), aber letztlich sind das Forderungen all derjenigen, die Träumen anhängen, in denen „conceits/And self-protecting ignorance congeal/To carry life“ (P. Larkin) und die Verdrängungsmechanismen anwenden, die vergessen lassen (sollen), dass wir letztlich lediglich „hunks of spoiling flesh on disintegrating bones“ (T. Ligotti) sind. Man muss kein Antinatalist sein, um zu glauben, dass die adäquateste Repräsentation der menschlichen Existenz zwei gegeneinandergerichtete Spiegel sind, in denen sich ein Bild aus Bacons „Studien nach Velázquez“ (vulgo: Seine schreienden Päpste) tausendfach widerspiegelt. Insofern ist &#8220;Samsara&#8221; nicht der schlechteste Soundtrack. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></strong></p>
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		<title>V.A.: Kosmoloko 2</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Aug 2012 06:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die vor acht Jahren erschienene Zusammenstellung „Kosmoloko“ gab einen Überblick über die auf dem kleinen Label aus Braunschweig veröffentlichenden Künstler. Von den 2004 daran teilnehmenden Projekten fehlen auf dem Nachfolger zwei: Zum einen Karl Runau, der schon damals eine lange &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/08/18/v-a-kosmoloko-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/Galakthorr%C3%B6.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4995" title="Galakthorrö" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/Galakthorr%C3%B6-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die vor acht Jahren erschienene Zusammenstellung „Kosmoloko“ gab einen Überblick über die auf dem kleinen Label aus Braunschweig veröffentlichenden Künstler. Von den 2004 daran teilnehmenden Projekten fehlen auf dem Nachfolger zwei: Zum einen Karl Runau, der schon damals eine lange Phase des Schweigens hinter sich hatte, zum anderen Maska Genetik, das russische, schon vor einigen Jahren aufgelöste Einmannprojekt, dessen Schwanengesang „Strada“ von Galakthorrö 2011 posthum veröffentlicht wurde. <span id="more-4993"></span>Hinzugekommen sind Herz Jühning sowie „Nekromantik“-Komponist Hermann Kopp, die beide in den letzten Jahren je ein Album und eine EP auf Galakthorrö veröffentlicht haben.</p>
<p>Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Praxis auf Compilations &#8211; seien es jene, die thematisch ausgerichtet sind, seien es Überblicke über das Programm eines Labels &#8211; Bekanntes, bestenfalls Remixe zu veröffentlichen, fanden sich auf „Kosmoloko“ von jedem Künstler je zwei exklusive, sonst nirgendwo zu findende Beiträge &#8211; etwas, das mit dem zweiten Sampler weitergeführt wird. Schon im Rahmen anderer Rezensionen von Galakthorrö-Künstlern habe ich darauf hingewiesen, inwiefern sie sich von einer Menge anderer Projekte aus dem Postindustrial unterscheiden: Zum einen ist da der durchgängig gute Klang, ohne jedoch glatt zu klingen, zum anderen fällt – auch bei den rabiatesten Vertretern – auf, dass sie weniger Tracks als tatsächlich Songs schreiben (können). Galakthorrö hatten zudem immer einen gewissen corporate sound, der durch anloge Synths geprägt war. Thematisch beschäftig(t)en sich alle Künstler (auch) immer wieder mit dem Abseitigen, hielten und halten dem homo sapiens, „villainous king of beasts, [… ] deformed ape“ (R. Jeffers) einen Spiegel vor, um ihn als den Anthropofagen darzustellen, der er ist. Das geschieht mal auf subtile(re), mal auf brachialere Weise.</p>
<p>Die „Kosmoloko 2“ eröfffnenden November Növelet hatten mit ihrem 2007 veröffentlichten zweiten Album „Magic“ sowie der ein Jahr später erschienenen „Sacred“-EP gezeigt, dass sie mit analogen Retrosounds &#8211; ich habe schon bei einer anderen Besprechung geschrieben, dass die Analogmelodien und eingesetzten Instrumente auf eine Zeit verweisen, in der Elektropop gerade begann &#8211; und dezent gesetztem (Sprech-)Gesang eine ganz eigene Welt der Melancholie, dieses „angeschwärzten Gefühls“ (U. Horstmann), dieser „Minoritätensicht der Dinge“ (ders.), erzeugen konnten. „The Darkness of my Mind“ kommt völlig ohne Rhythmus aus: stattdessen dezente analoge Melodiefetzen, dann ein nach etwa zwei Minuten hinzukommender getragener Gesang, der von der „inneren Dunkelheit“, den „dunkelsten Begierden“ kündet. „Changing Mind“ dagegen wird von einem dezent puslsierenden Beat durchzogen und den Gesang übernimmt Herr Arafna. Auf diese zwei Stücke folgt das Einmannprojekt Subliminal, das seit 2000 zwei Alben und zwei EPs vorzuweisen hat und das inzwischen sicher das rabiateste Projekt auf Galakthorrö ist. „Embrace“ wird durch den psychopathischen Gesang geprägt, der fortwährend zwischen aggressiver, manischer Eruption und Kontrollverlust changiert, während im Hintergrund die analogen Schleifen verzerrt tönen. Die Vocals machen deutlich, dass man auf dem vermeintlichen Höhepunkt der Souveränität (auch) die eigene Hilflosigkeit bemerken kann. Diese Ambivalenz findet sich auf etwas andere Weise bei William Bennett bis etwa zur Zeit von „Mummy and Daddy“. „For Your Eyes Only“ ist im Gegensatz dazu fast nur instrumental und wird von zischenden Analogsounds durchzogen, nur gegen Ende kommt ein Brüllen/Würgen/Schreien hinzu, das zu den unangenehmsten Geräuschen gehört, die ich in den letzten Monaten auf einem Tonträger gehört habe (und das den Menschen in all seiner Kreatürlichkeit zeigt). Subliminal machen wahrlich Musik fürs Terrorkino. Die Beiträge von Herz Jühning fallen dagegen fast entspannend aus: „You&#8217;re the worm in his apple“ deklamiert die leicht verzerrte Stimme zu Beginn von „Son of Earth“. Dezente Rhtyhmusspuren und melodische Passagen sorgen in Verbindung mit dissonanten Momenten für einen Angst Pop-Song von latenter Aggressivität. „Der elektrische Horror“ (trotz Titels mit englischem Text) setzt auf verzerrtes Pulsieren, Brutzeln, zurückgenommenen Sprechgesang und Augenblicke, in denen die Zurückhaltung aufgegegen wird. Hermann Kopp, der laut seiner Website „<span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Haunting sounds for extreme visions“ erzeugt, beginnt mit „Pu</span></span>trefaction“: Im Hintergrund hört man die wie immer leicht atonale elektrische Geige, die von Elektronik untermalt wird. „Vessels“ kombiniert eine simple auf Geige gezupften Melodiefolge mit gestrichener Geige  &#8211; natürlich ist alles angemessen dissonant. Abgeschlossen wird diese Zusammenstellung von Haus Arafna, die in den vergangenen Jahren das Brachiale, Wütende, das die früheren Veröffentlichungen prägte, zurückgefahren haben, der atonale Schock wich oft einem selbst so betitelten Angst Pop. „Lying in State“ ist allerdings weit von der Milde und Reflexion des Alters entfernt: Durchzogen wird das Stück von Rhythmus, der wie Schläge klingt, der Sprechgesang eskaliert und mutiert zu Schreigesang. Bei diesem minmalen Stück wird die Aggression vom Gesang getragen. Das abschließende „Your Hero“ ist dagegen ruhiger: minmales Pulsieren, irritierende Töne im Hintergrund, der Sprechgesang bleibt unverzerrt und wird wie so oft von einer melancholischen Nachdenklichkeit geprägt.</p>
<p>Wie auch der Vorgänger enthält &#8220;Kosmoloko 2&#8243; zehn Stücke, auf denen eine Welt erzeugt wird, die man nicht unbedingt immer selbst bewohnen möchte, deren Faszination bei der Betrachtung man sich aber schwerlich entziehen kann.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label:<a href="http://www.galakthorroe.de/"> Galakthorrö</a></p>
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		<title>HERZ JÜHNING: Miasma</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:16:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Herz Jühning]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit seiner schnell ausverkauften EP hatte sich Kay Jühning gut ins analoge Universum des kleinen (Post-)Industrial Labels eingefügt, irgendwo im abgesteckten Feld zwischen Angstpop und harscheren Sounds. Das Vollzeitdebüt führt dieses Changieren zwischen melodischeren Momenten und stärker aufs Harsche und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/herz-juhning-miasma/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/024_l.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1771" title="024_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/024_l-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit seiner schnell ausverkauften EP hatte sich Kay Jühning gut ins analoge Universum des kleinen (Post-)Industrial Labels eingefügt, irgendwo im abgesteckten Feld zwischen Angstpop und harscheren Sounds. Das Vollzeitdebüt führt dieses Changieren zwischen melodischeren Momenten und stärker aufs Harsche und Schockierende fokussierten Stücken fort: Nach dem scheinbar als Intro funktionierenden weitgehend instrumentalen “Induction“ folgt mit dem Titelstück ein durch die verzerrten Vocals raueres Stück, die Synths pulsieren und fiepen.<span id="more-1770"></span> Auch das von bohrenden Sounds untermalte “Opisthotonus“ bewegt sich in einem ähnlichen Terrain, die unangenehmen (Sprach-)Samples (z.B. bei “Infibulation“) verstören. Ganz anders dagegen “Can’t Be“ mit Sprechgesang und melancholischen Synthmelodien oder “Defense Reaction“ und “Vulnerability“, auf denen man fast  schon richtigen Gesang hört, wobei gerade letzteres Stück scheinbar eine wirklich verletzliche Seite des Vortragenden (er-)öffnet. Im Innern des Booklets dann Memento Mori, Schlachthausästhetik (oder wie es in Clive Barkers Frühwerk heißt: “Blutbücher sind wir Leiber alle“), Versehrte. Der Künstler als Verletzter und Verletzender. (M.G.)</p>
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