ALESSANDRA ERAMO: Tracing South

Alessandra Eramo stammt aus einer der südlichsten Regionen Europas, nämlich aus der Stadt Taranto in der italienischen Provinz Apulien. Irgendwann verschlug es sie in nördlichere Gefilde, zunächst zum Studium nach Venedig und Mailand, später dann nach Stuttgart und Berlin. Der Süden – als geografischer und kultureller Ort, aber auch als abstrakte Idee – spielte in der Musik der Vokal- und Klangperformerin jedoch immer eine wichtige Rolle, und so war es fast schon zu erwarten, dass der Weiterlesen

SKELDOS: Ilgės. Caretakers of Yearning

Wenn man wenig empfänglich ist für die abgründige Tiefe melancholischer Ambientmusik, kann man die sanft dröhnenden Kompositionen des Litauers Vytenis Eitminavičius, der seit etwa fünf Jahren als Skeldos firmiert und bereits mit der herausragenden Daina Dieva gearbeitet hat, wie angenehme Entspannungsmusik konsumieren. Die wohligen Droneflächen, die oft in sanften Wellenfolgen nur leicht angestoßen werden, laden durchaus auch zum Loslassen und Schwelgen in Weiterlesen

BROM: Cardboard Sea

Dass Jazz, auch klassischer, generell einen experimentellen, ergebnisoffenen Charakter hat, ist allgemein bekannt. Das Berliner Trio BROM beschreibt sein Zusammenspiel von Saxophon, Bass und Schlagzeug selbst als Versuchsanordnung, v.a. im Konzertkontext: Alexander Beierbach entwirft mit Tenor- und manchmal auch Sopransaxophon ein Set aus verfügbaen Motiven, durchaus nach gängigen Kompositionsprinzipien und doch offen genug, dass die “Ko-Laboranten” Weiterlesen

NONCONNAH: Dead Roses, Digged Up Zombies, Broken Pieces Of Diamonds, Live Cats

Das aus Zachary and Denny Corsa bestehende „doomy dronegaze collective“, das selbst erklärt, „damaged hymns from the broken Mid-South“ zu spielen und seit einigen Jahren in Memphis ansässig ist, veröffentlicht mit „Dead Roses, Digged up Zombies, Broken Pieces of Diamonds, Live Cats“ das zweite Album. In dem Interview, das wir letztes Jahr führten, wies Zach darauf hin, dass „The Gloom And The Glowing“, das erste Album des aus Lost Trail Weiterlesen

O3: Trashumancia

Nachdem O3 nach ihrem vor ganzen zehn Jahren veröffentlichen Debüt nichts mehr unter dem Namen heraus gebracht hatten, kommt ihre jüngst erschienene CD Trashumanicia ziemlich überraschend, v.a. wenn man wie der Verfasser die Zusammenarbeiten des Trios in der Welt des Tanz und des Zirkus und mit verschiedenen Musikerkollegen verpasst hat. Weiterlesen

DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Wish I Weren’t Here

In der allgemeinen Vorstellung ist die große Zeit der Psychedelik immer noch sehr an die Hippiekultur mit all ihren Nettigkeiten gekoppelt. Verwegenheit, Wagemut, Machismo und ein Schuss cooler Zynismus haben darin wenig Platz und sind als Kehrseite des Idylls doch wichtige Bestandteile des ganzen Phänomens, das damit ein gutes Stück näher an seine Wurzeln im Rock’n'Roll kommt. Albin Julius und seine Infinite Church of the Leading Hand sind seit einer gefühlten Ewigkeit zweierlei – zum einen Weiterlesen

CURRENT 93: Invocations Of Almost

Als David Tibet und Steven Stapleton vor etlichen Jahren eine gemeinsame Ausstellung ihrer visuellen Werke im Londoner Horse Hospital hatten, wurde eine Doppel-CD veröffentlicht, auf der Musik für die Ausstellung zu finden war. Stapleton überarbeitete später den lapidar „Salt“ betitelten Track, und daraus wurde als „Salt Marie Celeste“ sicherlich eine der stärksten Veröffentlichungen Nurse With Wounds; das Current 93-Beitrag war ein weitgehend instrumentales Weiterlesen

COÀGUL / ESCAMA SERRADA: Sub Luna Regis

Coàgul und Escama Serrada, zwei mittlerweile schon erfahrene Soloprojekte, verkörpern im Unterschied zu Ô Paradis und Comando Suzie den weniger poppigen Teil des geheimen katalanischen Undergrounds. Seit Jahren stehen Marc O’Callaghan und Sergio Mendez im freundschaftlichen und musikalischen Austausch, traten bereits zusammen in einem Film auf, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ein gemeinsames Projekt entstand. Die vorliegenden Aufnahmen entstanden bereits vor ein paar Jahren und erblickten vor kurzem auf der LP „Sub Luna Regis“ das Licht der Welt. Weiterlesen

KIN LEONN: Commune

Hohe, fast gläserne Pianowirbel, sanft gehüllt in eine Wolke aus Hall, ziehen scheinbar ziellos ihre Kreise. Langsam bummelnd durch elektronische Streicherspheren, energisch suchend im rauschenden Regen. Sanfte Muster zeichnend oder schnell galoppierend vor kryptischen Vokalschnipseln, als beinahe ruhende Tupfer, die in dröhnend hallenden Ambientlandschaften nahezu verschwinden. Weiterlesen