DITHER CRAF & HIS LIFELESS ORCHESTRA: The Legend Of Rufus Funk Death

Wie man den Liner Notes von „The Legend of Rufus Funk Death“ entnehmen kann, ist Dither Craf das legendäre Mastermind einer Atonalpop-Combo, die für ihren erstklassigen Spaghetti-Psychrock berühmt und berüchtigt ist. Gemeint ist natürlich MUSHROOM’S PATIENCE, die sich gerade im schleichenden Prozess eines Comebacks befinden. Weiterlesen

BACKWORLD: Come the Bells

Der Amerikaner Joe Budenholzer veröffentlichte ab Mitte der 90er Jahre über World Serpent eine Reihe von Alben, die stark vom Folk der britischen Inseln beeinflusst waren, bevor er sich mit „Of Silver Sleep“ – das mit „Melody“ und “The Tide“ zwei der vielleicht stärksten BACKWORLD-Stücke enthielt -, aber insbesondere dem fünften Album „Good Infection“ stärker an der akustischen Musik seines Heimatlandes orientierte. Weiterlesen

MASKA GENETIK: Strada

Als vor etlichen Jahren MASKA GENETIK, das Projekt des Russen Amon Radek, auf Galakthorrö die Debütsingle „Quarantine“ veröffentlichte, hörte man melancholische Analogschleifen, dazu Vocals, die eher Trauer als Wut auszudrücken schienen und auf dem Cover weckte der bandagierte Körper Assoziationen an Rudolf Schwarzkogler: Hier trat der Künstler als Verletzter auf, als (Ver)Wunde(ter), als Schmerzensmann. Weiterlesen

MOON DUO: Mazes

Das MOON DUO gibt es schon ein paar Jahre und wurde oft wie ein Ableger der WOODEN SHJIPS gehandelt, bei denen Gitarrist Ripley Johnson schon etwas länger die Saiten bearbeitet. Das Duo gründete er 2009 zusammen mit seiner Partnerin Sanae Yamada, und auf der aktuellen Tour der beiden wurde schnell klar, dass es sich bei ihrer Musik keineswegs nur um ein randständiges Experimentierfeld handelt. Weiterlesen

CURRENT 93: Honeysuckle Æons

Das Nichtstillstehenkönnen oder –wollen David Tibets – letztes Jahr sagte er in einem Interview, das wir mit ihm führten: „Ich habe immer den Eindruck, dass ich weiter und weiter rennen muss, mich weiter bewegen muss, weiter aufnehmen und schreiben muss“ –  spiegelt sich auch in der Anzahl der Veröffentlichungen der letzten Jahre wider: Hatte sich eine Zeitlang ein Dreijahresrhythmus zwischen den Hauptwerken herauskristallisiert, erschienen seit 2009 jährlich reguläre Studioaufnahmen. Weiterlesen

CONRAD SCHNITZLER & BJORN HATTERUD: Hirschgebrüll

Trägt ein Album bereits eine akustische Anspielung im Titel, dann legt man den Tonträger meist mit einer gewissen Erwartungshaltung ins Abspielgerät und meint zu ahnen, wie sich das ganze nun anhören könnte. Eine CD, auf der in unterschiedlicher Bearbeitung echtes Hirschgebrüll zu hören ist, wäre durchaus möglich. Beim Zusammentreffen zweier Musiker, deren Hauptwerkzeug seit jeher der Synthesizer ist, aber auch nicht allzu wahrscheinlich. Weiterlesen

RUIN: Half Skull

Martin Eder ist in der Kunstszene kein Unbekannter. Seine Bilder voll bonbonfarbener Kätzchen und lasziver Frauenkörper spielen mit provozierendem Kitsch und haben ihm einen Platz unter den bekanntesten deutschen Malern gesichert. Er selbst ist hin und wieder als Model des Designers Frank Leder zu sehen, dessen preußischer Stil zwischen Androgynität und der Derbheit ungeschlachter Fleischergesellen ebenso ernsthaft selbstironisch ist wie die Gemälde Eders. Weiterlesen

MUSHROOM’S PATIENCE: Dicer’s Oath/Eve And The Plastic Apple

MUSHROOM’S PATIENCE sind eine Legende, soviel ist sicher. Doch Dither Craf und seine Kumpanen zählen leider auch zu den unrechtmäßig unterschlagenen Geheimtipps experimenteller Musik, und wer sich angesichts dieser kürzlich bei Klanggalerie erschienenen Wiederveröffentlichung nicht flugs auf Schatzsuche begibt, der verdient mindestens drei Stunden Nachsitzen auf dem Eselsbänkchen. Weiterlesen

PREMATURE EJACULATION: Attempts at 7

Im Rahmen der bisherigen Besprechungen der (Wieder-)Veröffentlichungen von Material von Rozz Williams’ Experimentalprojekt wurde schon mehrfach thematisiert, dass Williams mit PREMATURE EJACULATION dem Anthropofagen, dem Untier Mensch (s)einen Spiegel vorhält. Dabei wird dies aufgrund des (sieht man vom Einsatz von Sprachsamples einmal ab) weitgehend instrumentalen Charakters der Musik primär auf der bildlichen Ebene transportiert, auf dem bislang unveröffentlichten „Attempts at 7“ geschieht dies durch einen Zeitungsausschnitt über eine Elektroschockfoltermaschine aus einem türkischen Gefängnis. Weiterlesen

MUTE SWIMMER: Some Examples/Song Against Itself

MUTE SWIMMER ist ein britisches Folkprojekt, das schon länger eine Erwähnung im Black verdient hat. Gemeinsame Aktivitäten mit hier bereits vorgestellten Künstlern (CARLA BOZULICH, BIRDENGINE, THE GREAT PARK) sprechen dafür, der in seiner Schlichtheit intime Akustiksound und die originellen, nachdenklichen Texte des Sängers sollten dabei noch mehr ins Gewicht fallen. Weiterlesen

MUSHY: Faded Heart

Ob die junge Römerin Valentina F. mit ihrem Pseudonym MUSHY auf die etwas zotige Wirkung im Deutschen hin abzielt, ist mir nicht bekannt. Den Italienern ist ihr Name schon seit Jahren ein Begriff, denn die Künstlerin ist bereits seit 2003 im italienischen Underground aktiv. Als Musikerin, DJ und Grafikerin. Weiterlesen

GERECHTIGKEITS LIGA: Dystopia

GERECHTIGKEITS LIGA veröffentlichten Anfang der 80er eine Reihe von Tapes und eine 12″ bevor ihr erstes Vollzeitalbum auf GRAEME REVELLS Label Side Effects veröffentlicht wurde: „Hypnotischer Existenzialismus“ und die Auftritte waren gekennzeichnet von tribaler Perkussion, die weniger vom Futurismus (wie etwa VIVENZA, der sich explizit auf Marinetti berief) beeinflusst war, sondern vielmehr von der Rhythmik in „Primitive Culture[s]“, um einen Titel des ersten Albums zu zitieren – nicht im Sinne eines westlich-herablassenden Blicks, sondern beeinflusst von Eliades Band „Schamanismus und archaische Ekstasetechnik“. Weiterlesen

CULT OF YOUTH: Cult of Youth

Von CULT OF YOUTH berichtete mir erstmals Tomás Nochteff von MUERAN HUMANOS. Die Band um den Brooklyner Sean Rogar hat gerade die US-Tour der Deutsch-Argentinier organisiert. Dann erfuhr ich, dass zwei weitere Mitglieder der Band auf dem neuen BACKWORLD-Album mitwirken. Als ich dann noch hörte, das selbstbetitelte Zweitwerk der Band sei bei Sacred Bones erschienen, musste ich die CD einfach haben. Weiterlesen

THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE: From The Stairwell

Darkjazz und kein Ende. Nachdem Denovali Records vor kurzem erst „Anthropomorphic“, das neueste Produkt des Zweitunternehmens THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION ins gedämpfte Gaslicht entließ, legt das Stammprojekt THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE gleich nach. Weiterlesen

THE GREEN MAN: Horus Calling

Die italienische Band THE GREEN MAN schlug auf ihrem Debüt „From Irem to Summerisle“ einen Bogen von der von Legenden umrankten Stadt Irem zu der fiktiven schottischen Insel, auf der Christoper Lee in „The Wicker Man“ (dem Film, dem die Band auch ihren Namen verdankt) als Lord Summerisle residiert. Auf der einige Jahre später wiederveröffentlichten  CD thematisierte man auf einem Bonustrack noch das Liber AL vel Legis (vulgo: das Buch des Gesetzes). Weiterlesen

JULIA KENT: Green and Grey

Im Zusammenhang ihrer letztjährigen EP “Last Day In July” sprach Cellistin Julia Kent bereits über ein neues Vollzeitwerk. Nun ist es da, und es knüpft an die Stimmung und Machart des nun fünf Jahre zurückliegenden “Delay”-Albums an. Das ist äußerst erfreulich, gemessen an ihren doch verhältnismäßig raren Lebenszeichen als Solokünstlerin und an ihrem somit noch unverbrauchten Stil. Umso schöner, dass es im Kleinen ein paar markante Veränderungen zu verzeichnen gibt. Weiterlesen

ADAM DONEN: Immortality

Etwas wunderlich schaut er ja schon drein, dieser Adam Donen. Aber wenn es um etwas so großes wie Unsterblichkeit geht, versteht man so einiges, und wie er da als Popart-Kleriker mit Seventies-Locken vor der grauen Flut steht, ruft er glatt die Untoten des jüngst verstorbenen Filmemachers Jean Rollin in Erinnerung, jene dem Meer erwachsenen Nachtgestalten, denen der Meister einige Denkmäler von beeindruckender Skurrilität gesetzt hat. Weiterlesen

ALELA DIANE & WILD DIVINE: s/t

Alela Diane gehört zu den Folksängerinnen, die es recht früh verstanden, mit ihren eingängigen, bisher eher schlicht instrumentierten Songs auch ein Mainstreampublikum zu begeistern. Dafür heimste sie außer Lob auch schon mal harte Worte ein. Interessant ist dabei, dass ihre immer etwas gefällige Musik im klassischen Rock-Millieu (Rolling Stone) meist gut weg kam, während die Schelte aufgrund ihrer vermeintlichen “Posthippie Biedermeier”-Attitüde eher von der angegenderten Popfraktion kam. Weiterlesen