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	<title>African Paper &#187; Adam Geoffrey Cole</title>
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		<title>TRAPPIST AFTERLAND: Kindred Hymnal &#8211; Walk to Paradise Garden Pt. 2</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 06:16:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor etwas mehr als einem Jahr legte der australische Musiker Adam Geoffrey Cole mit seinem Projekt Trappist Afterland das großartige Album &#8220;Evergreen – Walk To Paradise Garden&#8221; vor, eine persönliche Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer und der Suche nach einem Neuanfang. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/03/14/trappist-afterland-kindred-hymnal-walk-to-paradise-garden-pt-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/kindredhymnal.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50430" title="kindredhymnal" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/kindredhymnal-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor etwas mehr als einem Jahr legte der australische Musiker Adam Geoffrey Cole mit seinem Projekt Trappist Afterland das großartige <a title="TRAPPIST AFTERLAND: Evergreen – Walk To Paradise Garden" href="https://africanpaper.com/2024/11/23/trappist-afterland-evergreen-walk-to-paradise-garden/">Album &#8220;Evergreen – Walk To Paradise Garden&#8221;</a> vor, eine persönliche Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer und der Suche nach einem Neuanfang. Geprägt vom Tod seiner Mutter und dem Scheitern seiner Ehe verband das Werk bittere Erfahrungen mit dem Bild eines <span id="more-50427"></span>Paradieses, das nicht als statische Utopie erscheint, sondern als Zustand fortwährenden Wachstums. Das &#8220;Immergrüne&#8221; wurde zur Metapher für Regeneration aus Trümmern, getragen von folkigen Arrangements mit Oud, Gitarre und markanten Gaststimmen wie David Tibet und Angeline Morrison. Stücke wie &#8220;Incarnation Blues&#8221; thematisierten eindringlich die Einsamkeit nach verlorener Gemeinschaft, bevor das Album in einer versöhnlichen Geste endete.</p>
<p>Mit &#8220;Kindred Hymns – Walk To Paradise Garden (Part 2)&#8221; setzt Cole diesen Weg nun fort. Anders als beim Vorgänger hat er diesmal sämtliche Instrumente selbst eingespielt und somit ein Soloalbum im buchstäblichen Sinne geschaffen, auch Gesang gibt es diesmal nur vom Meister selbst. Zum Einsatz kommen neben verschiedenen Gitarren Zither, Hackbrett, Drehleier, Harmonium, Kazoo, Piano, Daf und sogar Synthies. Stilistisch knüpft das Werk nahtlos an den ersten Teil an, die Stücke wirken erneut nahbar und unprätentiös, entfalten dabei aber eine stille, fast sakrale Intensität. Schon die Titel markieren alle neun Kompositionen als Hymnen, als Gesänge, die Erinnerung, Verlust und Verbundenheit in einen übergeordneten Rahmen stellen.</p>
<p>&#8220;Hymn I &#8211; The Bushfire&#8217;s Haze&#8221; eröffnet mit melodischem, zugleich repetitiv-hypnotischem Strumming. Der Song entwickelt ein berührendes Narrativ, das eine zwischenmenschliche Beziehung als so verheerend wie ein Buschfeuer beschreibt. Für einen australischen Musiker ist dieses Bild keine abstrakte Metapher, sondern reale Erfahrung. Der Auftakt beginnt nicht versöhnlich, sondern in einer Atmosphäre der Verwüstung, findet jedoch eine eindringliche melodische Form, in der Größe entsteht. &#8220;Hymn II &#8211; Petrichor&#8221; greift die Thematik auf. Petrichor bezeichnet den Geruch von Regen auf trockener Erde, ein Moment des Aufatmens nach Hitze und Dürre, die Buschfeuer sind gelöscht. Angeregtes Gitarrenpicking, später feuriges Strumming und klingelnde Klangdetails rahmen Coles Stimme, die im Chor mit sich selbst singt und summt. Erinnerungen an die Tage der Buschfeuer werden erneut aufgerufen, nun aber in einem mystisch aufgeladenen Kontext. Verschiedene Textstellen verweisen auf das vorangegangene Stück, zugleich scheint hier bereits ein vorsichtiger Aufbruch anzuklingen.</p>
<p>Mit &#8220;Hymn III &#8211; Incarnation Blues (Part 2)&#8221; kehrt Cole explizit zu einem zentralen Motiv des Vorgängers zurück. Die entspannten Akustikgitarrenfiguren wirken zurückgenommen, elektronische Elemente färben den Song neu ein. Es ist weniger eine lineare Fortsetzung als eine erneute Betrachtung, eine Variation des Themas. Das Motiv des &#8220;Evergreen&#8221; taucht wieder auf, verbunden mit der Sehnsucht nach Heimkehr. Der Titel legt darüber hinaus eine gnostische Dimension nahe: Inkarnation verweist auf Verkörperung und Gefangensein im Irdischen, ein Gedanke, der in gnostischen Traditionen mit der Sehnsucht nach Rückbindung an eine höhere geistige Wirklichkeit verbunden ist &#8211; das Pleroma, das uns auf dem Album noch begegnen wird. Ob Cole sich dieser Tradition wieder stärker annähert, bleibt offen, doch die wiederkehrenden Begriffe deuten eine gewisse Nähe an.</p>
<p>&#8220;Hymn IV &#8211; Cicadas (The Nymph Stage)&#8221;, dessen Titel auf eine Phase des Verborgenen und der Metamorphose verweist, wirkt wuseliger und verspielter. Spoken Words sind deutlich nach hinten gemischt, Coles Stimme ist dabei nicht sofort identifizierbar. Klanglich entsteht ein Eindruck von Übergang und innerer Unruhe, rauschende, kratzige Geräusche gewinnen an Dominanz, bis sich verfremdetes Zikadenzirpen herausschält. &#8220;Hymn V &#8211; Floydo Finds The Pleroma&#8221; ist dem verstorbenen Hund des Musikers gewidmet. Ein zunächst heiteres, zugleich wehmütiges Picking trägt den Song. Der gnostische Begriff Pleroma bezeichnet die Fülle der göttlichen Wirklichkeit jenseits der fragmentierten Welt. In diesem Kontext kann der Titel als Trostbild gelesen werden: Die Erinnerung an den Begleiter verbindet sich mit der Vorstellung einer umfassenden, heilen Ganzheit. Das Stück hält schöne Erinnerungen und das Gefühl des schmerzhaften Vermissens in einer schlichten, würdevollen Balance. &#8220;Hymn VI &#8211; Christina&#8221; führt das Erinnerungsthema fort. Ein melancholischer Grundton prägt das Lied, zugleich offenbart es Leichtigkeit. Zeilen wie &#8220;now the sea belongs to you&#8221; deutet auf Abschied und Übergabe, das Motiv des Meeres als Speicher von Erinnerung fügt sich in das Gesamtbild.</p>
<p>&#8220;Hymn VII &#8211; Village Drawl (The Red Thread Weaves)&#8221; ist drängender. Strumming treibt das Stück voran, während sich im Hintergrund eine zunehmend dominante Dronestruktur aufbaut und eine Spannung entstehen lässt, die elektrisierend wirkt. Der Titel verweist auf ein Küstendorf und auf den &#8220;roten Faden&#8221;, der sich webt – Orte und Personen erscheinen als mit Bedeutung aufgeladene Knotenpunkte im Gewebe der Erinnerung. Mit &#8220;Hymn VIII &#8211; The Sea Stretched Across The Pines&#8221; wird die von leiser Melancholie durchzogene Atmosphäre weit und sanft, man meint die salzige Meeresluft und den Duft von Koniferen zu spüren. Harmonisch und zärtlich entfaltet sich einmal mehr eine Familienerinnerung, die dem Albumtitel &#8220;Kindred Hymns&#8221; entspricht. Den Abschluss bildet &#8220;Hymn IX &#8211; It&#8217;s Not Easy Being Me (It&#8217;s Easier With You)&#8221;, eine Hymne an menschliche Verbundenheit mit leichtem 60s-Anklang. Nach den zuvor durchschrittenen Bildern von Feuer, Regen, Meer und Erinnerung formuliert Cole hier eine schlichte Erkenntnis: Identität bleibt brüchig, doch im Gegenüber wird sie tragfähiger.</p>
<p>&#8220;Kindred Hymns&#8221; ist damit konsequente Fortsetzung und Verdichtung. Die Themen Verlust, Erinnerung, Natur und spirituelle Suche bleiben präsent, nun jedoch aufgrund des solistischen Ansatzes in einer noch radikaler persönlichen Form. Die Hymnen wirken wie intime Selbstgespräche, die zugleich auf Gemeinschaft zielen. Das Paradies, das hier gesucht wird, erscheint weiterhin nicht als fernes Jenseits, sondern als Möglichkeit, im Weiterleben, Erinnern und Verbundensein eine Form von Fülle zu finden.</p>
<p><strong>Label: Reverb Worship / Future Grave</strong></p>
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		<title>GREY MALKIN: Haunted Lives (A Retrospective)</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 05:07:02 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/hauntinglives.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49323" title="hauntinglives" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/hauntinglives-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bedenkt man, wie vielfälltig und umfangreich das Werk des schottischen Musikers, Klangkünstlers, Folkforschers und Geistersuchers Grey Malkin &#8211; zunächst mit dem frühen Projekt The Hare &amp; The Moon, dann mit verschiedenen Bands, Kollaborationen und gelegentlich auch solo &#8211; ist, dann muss einem die vorliegende Retrospektive als lange überfällig erscheinen. &#8220;Haunted Lives&#8221;, dessen Titel die Inhalte seiner Arbeiten wunderbar zusammenfasst, versammelt als <span id="more-49322"></span>komprimierter Überblick Malkins Arbeiten aus unterschiedlichen Zeiten und Projekten und demonstriert einmal mehr eine Praxis, die Überliefertes, sei es musikalischer oder erzählerischer Natur, nicht konserviert, sondern durch unerwartete Setzungen neu belebt. Selbstredend passt er damit nur schwerlich in die gängigen Prokrustesbetten der Genrekonventionen, ganz gleich ob es sich dabei nun um folkige oder experimentelle Kategorien handelt.</p>
<p>Der Einstieg mit The Hare &amp; The Moon und dem Stück &#8220;The Midnight Folk&#8221; vom Album &#8220;Wood Witch&#8221; setzt auf hörspielartige Codes. Zwitschernde Vögel, die erdende Klarinette von Gastmsiker Spugweed, Áine O’Dwyers Harfe und Thomas Roberts’ Violine strukturieren zusammen mit Malkins Arrangements ein Szenario zwischen Idyll und Anspannung. Die schnelle Rezitation eines Textes von John Masefield ergänzt diese Spannung ohne Pathos. Das anschließende <a title="GREY MALKIN / KITCHEN CYNICS: We Are All Ghosts" href="https://africanpaper.com/2024/02/24/grey-malkin-kitchen-cynics-we-are-all-ghosts/">&#8220;We Are All Ghosts&#8221; zusammen mit Alan Davidson alias Kitchen Cynics</a> -  vor einigen Jahren der Titelsong einer Sammlung an Singles der beiden &#8211; greift die Idee des Spukhaften anders auf: Wolfsjaulen und sirenenartige Elemente öffnen den Raum für Streicher und einen klagenden Gesang mit nüchternen Gedanken über die Unausweichlichkeit des Todes, zu dem fatalistische Detonationen Akzente setzen.</p>
<p>Mit &#8220;Rossignol&#8221; aus dem Projekt mit Futur Passe folgt ein mittelalterlich angehauchter, zunehmend unruhiger Track mit chorischem französischen Gesang über einem Soundfundament voll monumentaler Wucht. <a title="WIDOW’S WEEDS: The Corn Queen" href="https://africanpaper.com/2023/06/10/widows-weeds-the-corn-queen/">&#8220;The Corn Queen&#8221; von Widow’s Weeds</a>, dem Duo mit Daughters of Grief, verschiebt den Fokus in Richtung rituellen Ambientfolks. Glitzernde Strömungen, eine schwebende Stimme und die dezente Perkussion von Michael Warren erzeugen ein rituelles Setting, das sich nur kurz öffnet, bevor es wieder in die Ausgangsspannung zurückkehrt. Das Textbild weitet sich am Ende ins Existenzielle.</p>
<p>&#8220;Cold Blows The Wind&#8221; von <a title="ÚATH: s/t" href="https://africanpaper.com/2023/04/22/uath-st/">Úath – dem Projekt mit dem irischen Künstler Ruairi O’Baoighill </a>– ist mit schleppenden Takten, knarrenden Bassklängen und der Stimme von Maud The Moth eine spannugnsgeladene Umsetzung einer Ballade, die auch unter dem Titel &#8220;The Unquiet Grave&#8221; bekannt ist, bekannte Versionen stammen u.a. von Joanna Newsome und Faith and the Muse. &#8220;Morgiana&#8221;, erneut von The Hare &amp; The Moons hier einzig vertretenem Album &#8220;Wood Witch&#8221;, lässt mit Glockenspiel, desolaten Streichern, Downtempotakten und einer verwehten Frauenstimme eine entrückte, subtile Umheimlichkeit aufkommen.</p>
<p>In <a title="ASHTORETH / GREY MALKIN: Heretic" href="https://africanpaper.com/2021/04/24/ashtoreth-grey-malkin-heretic/">&#8220;A Cavalcade Of Ravens&#8221;, einer Zusammenarbeit mit dem Belgier Ashtoreth </a>und einer Reihe an Gästen, zu denen neben Sängerin Menaleah nd anderen auch die gesampleten Raben im Titel gehören, offenbart eine reizvoll ambivalente Atmosphäre zwischen wattigem Trost und spanungsvollen Brüchen. Darauf folgt &#8220;The Old Gods Sleep Beneath The Fields&#8221; von <a title="THE BLACK SWAN TRIAD: Metamorphosis" href="https://africanpaper.com/2023/12/23/the-black-swan-triad-metamorphosis/">The Black Swan Triad, deren Kern Ashtoreth, Malkin, Menalaeh, Steve Hermit, Stratosphere und Vinlandsraud bildeten</a>. Nach der anfänglichen Dröhnung, durchzogen von subtilen Kratzgeräuschen, verschieben zerfranste Gitarren den Song für kurze Momente in ein flamencoartiges Setting, bevor wieder geisterhaft schwebende Details übernehmen.</p>
<p>&#8220;Man Of Double Deed&#8221; von Widow’s Weeds beginnt mit sirrenden Streicherflächen und einer schwebenden Sopranstimme, bevor peitschende Percussion und gehetzte Elemente den im Titel angedeuteten zwiespältigen Charakter spiegeln. Mit dem Herausschälen eines klaren Gesangs scheint sich derKreis zu schließen. Von <a title="SEDNA CHRONICLES: Sedna Chronicles" href="https://africanpaper.com/2022/06/18/sedna-chronicles-sedna-chronicles/">Sedna Chronicles – ein gemeinsames Projekt mit Andy Sharp</a> – liegt mit &#8220;Friends Of The Emerald Sun&#8221; eine verspielte, zugleich spannungsvoll-düstere Elektronik vor, die, wie es schon in unserer Besprechung hieß, an spätere Arbeiten einer bekannten britischen Experimentalband erinnert.</p>
<p>&#8220;The Bard Of Eve&#8221; von The Hare &amp; The Moon ist eine ekstatisch-folkige Nocturne, die cinematische Assoziationen aufblitzen lässt, bevor &#8220;Under The Rose&#8221; von Widow’s Weeds (vom Album &#8220;Revenant&#8221;) auf melancholische Streicher, Bassflöte, epische Breite und einen hellen, elegisch anmutenden Sopran kurz vor dem Ende setzt. <a title="TRAPPIST AFTERLAND / GREY MALKIN: The Trappist and the Hare" href="https://africanpaper.com/2020/05/02/trappist-afterland-grey-malkin-the-trappist-and-the-hare/">&#8220;Full Snow Moon&#8221; vom ersten gemeinsamen Longplayer mit Adam Geoffrey Cole</a> alias Trappist Afterland ist das gitarrigste Stück des Albums und entspricht auch am ehesten den gängigen Vorstellungen über Folk, aber es ist auch ein grandioser Song mit fein gesetztem Fingerpicking und Coles fragil gesungenen und gleichsam markanten Strophen über die verschiedenen Vollmonde &#8211; Malkins Spuren finden sich in der dezenten elektronsichen Untermalung und vielleicht auch in der paganen Einfärbung des Songs.</p>
<p>&#8220;Between Trees &amp; Starlike&#8221; des Trios <a title="EMBERTIDES: 7″" href="https://africanpaper.com/2022/01/15/embertides-7/">Embertides</a> – Daughters of Grief, David Colohan und Malkin – setzt dann wieder weitaus stärker auf Elektronik. Der klagende Gesang und die immer dichter werdende Szenerie erzeugen eine unheimliche Steigerung. <a title="MEADOWSILVER: II" href="https://africanpaper.com/2022/05/14/meadowsilver-ii/">Meadowsilver,</a> bestehend aus Gayle Brogan, Malkin und Stephen Stannard, verbinden in &#8220;The Coronation Of The Herring Queen&#8221; folkige Flöten mit einem elektrifizierten Grundgerüst und sanftem Gesang. &#8220;The Wife Of Usher’s Well&#8221; von The Hare &amp; The Moon mit Vocals von God’s Little Eskimo präsentiert sich als über weite Strecken pianobasierte Umsetzung der traditionellen Ballade über die drei toten Söhne, die auch als &#8220;The Unquiet Grave&#8221; bekannt ist, einige Leser kennen vielleicht die Versionen von Joanna Newsome und Faith And The Muse.</p>
<p>Das <a title="GREY MALKIN / FOGROOM: Shoreline Ritual" href="https://africanpaper.com/2024/06/22/grey-malkin-fogroom-shoreline-ritual/">zusammen mit den deutschen Producer Fogroom eingespielte &#8220;A Certain Sense&#8221; </a>entpuppt sich als tremolierende Klanglandschaft, gehalten von einem dezenten Takt. Eine melodiöse Spur – unklar, ob Stimme oder Gitarre – wirkt als ruhender Pol, bevor eine knarrende Rezitation einsetzt. &#8220;C’est A Ville&#8221;, erneut von der Kollaboration mit Futur Passe wirkt wieder mittelalterlich grundiert mit seinen Arrangements für Drehleier, Trommeln und verschiedenen Saiteninstrumenten.</p>
<p>&#8220;When The Moon Is Arisen&#8221;, das Malkin zusammen mit Amanda Votta (Deep Fade, The Spectral Light u.a.) aufgenommen hatte, ist das einzige semi-exklusive Stück der Sammlung und war nur zeitweise auf Soundcloud zu hören gewesen &#8211; über einem Teppich aus dunkler, ambienter Dröhnung bauen knarrende Sounds und ein mysteriöses Flüctern, das in einen Monolog übergeht, nach und nach einen Song auf, der in einer furiosen wilden Jagd kulminiert. Anschließend nutzen Sedna Chronicles in &#8220;The Last Drop&#8221; erneut flüsternde Worte und Synthiedrones, um ein anderesweltliches Setting zu markieren. &#8220;The Singing&#8221; von einem der Alben mit Kitchen Cynics setzt Drönungen, eine entrückte Flöte, Alan Davidsons spröder Rezitation und später liturgisch anmutende Momente ein. Einsame Paukenschläge und eine Frauenstimme führen schließlich zu einem kurzen, hellen Klangmoment.</p>
<p>Den Abschluss bildet Malkins Solostück &#8220;Duddo Five Stones&#8221;, mit Vocals von David Colohan und Woodwind von Alan Davidson. Der großartige, rund fünfzehnminütige Track nutzt melancholische Ambientflächen, Flöten, Streicher und ein wiederkehrendes, leicht vibrierendes Geräusch. Eine Rezitation über die aus der schottischen Folklore bekannten singenden Steine, führt in einen dichten Mittelteil, bevor ein klavierdominierter Schluss folgt, der kurz von knarrenden Elementen durchzogen wird. Der Track wirkt wie ein konzentrierter Blick auf einen Ort, der fast wie ein symbolisches Zentrum von Malkins Werk erscheint.</p>
<p>Die Zusammenstellung zeigt Malkin als jemanden, der die Forderung, Tradition bewusst zu verfremden, verinnerlicht hat und auf seine nur schwer kategorisierbare Weise vieles vorweggenommen hat, was in der Zwischenzeit mit Begriffen wie Folk Horror (oder etwas breiter gefasst: Hauntology) bezeichnet wurde. Die ausgewählten Stücke belegen den Umfang seiner Aktivitäten und die Bandbreite seiner Kollaborationen &#8211; und wer durch diese Compilation erstmals angefixt ist, sollte gerne den zahlreichen Links im Text zu seinem bisherigen Werk folgen, denn die hier versammelten Stücke sind nur eine kleine, gleichwohl beeindruckende und repräsentative Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Cruel Nature Records</strong></p>
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		<title>KATHLEEN YEARWOOD ORDEAL: Apokalypsis</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2025 03:20:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Manche Alben setzen nicht auf Beruhigung, sondern darauf, Unruhe auszuhalten. &#8220;Apokalypsis&#8221;, das bereits im Frühjahr erschienene aktuelle Werk von Kathleen Yearwood Ordeal, gehört in diese Kategorie. Die in Kanada beheimatete Musikerin, deren musikalische Heimat seit Jahrzehnten im Grenzbereich zwischen Folk, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/11/08/kathleen-yearwood-ordeal-apokalypsis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/kyoa.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47596" title="kyoa" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/kyoa-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Manche Alben setzen nicht auf Beruhigung, sondern darauf, Unruhe auszuhalten. &#8220;Apokalypsis&#8221;, das bereits im Frühjahr erschienene aktuelle Werk von Kathleen Yearwood Ordeal, gehört in diese Kategorie. Die in Kanada beheimatete Musikerin, deren musikalische Heimat seit Jahrzehnten im Grenzbereich zwischen Folk, Improvisation und experimenteller Klangkunst liegt, greift hier auf zentrale <span id="more-47595"></span>Bilder der Offenbarung des Johannes zurück – allerdings nicht im Sinn einer Illustration, sondern als poetisch aufgeladene Sprache für Gewalt, Zerstörung, aber auch Trost und Erkenntnis.</p>
<p>Die Struktur des Albums, von dem zwei Stücke bereits auf einer 7&#8243; erschienen sind, folgt einem wiederkehrenden Prinzip: Jedes Stück beginnt mit einer Lesung einer apokalyptischen Passage, gesprochen von verschiedenen Stimmen – darunter einige Musiker, die unseren Lesern nicht fremd sind. Im Verlauf übernimmt dann Yearwood selbst, die die gleiche Stelle in lateinischer Übersetzung singt. Ihre hohe, fragile Stimme bleibt bewusst schwer einzuordnen: oft spröde, manchmal von einer verletzlichen Klarheit, gelegentlich eruptiv bis ins Schrille.</p>
<p>Schon in &#8220;Silence in Heaven&#8221; treffen die kindliche Rezitation einer als Eight genannten Person und grollendes Dröhnen auf vereinzelte Streicher, die einfache, sich entwickelnde Melodien hervorbringen. Zwischen Trost und Desolation changierend, verweigert sich die Musik klaren Zuschreibungen. Mit dem bereits auf der Single vertretenen &#8220;Voices and Lightenings&#8221; wird die Palette heller: gezupfte Saiten, fast folkig, verbinden sich mit einer meditativen Vokallinie, während die von Arild Stromsvaag vorgetragene Rezitation von Donner, Blitz und Feuer spricht. Besonders eindrücklich ist das von Rune Kjaer Rasmussens Vortrag eingeleitete &#8220;The Third Part of the Trees&#8221;: Getragen von repetitivem Gitarrenpicking und tiefen Cellostrichen entfaltet es eine hypnotische Wirkung. Wenn Yearwoods Stimme einsetzt, flankiert von kratzenden, leiernden Tönen, gerät die zuvor stabile Struktur durcheinander, bis plötzlich Ruhe einkehrt und der Ablauf von vorn beginnt, nun aber in merklich veränderter Wahrnehmung. Auch &#8220;A Great Star&#8221; lebt von dieser Dialektik: ein beinahe wie beiläufig vorgetragenes Bibelzitat von Adam Geoffrey Cole, dann lange dröhnende Passagen, später besinnlicheres Streicherwerk und ein klarer, beinahe beruhigender Stimmeinsatz.</p>
<p>Auf dem mit einer kurzen Lesung von Angeline Morrison beginnenden &#8220;Wormwood&#8221;, einem der Herzstücke des Albums, wird die Figur des bitter machenden Sterns mit einer Gesangslinie verknüpft, die zwischen fragiler Zartheit und fast schmerzhaft hohen Tonhöhen oszilliert. Die begleitenden, kratzigen Kontrabässe erzeugen eine gespannte, dramatische Atmosphäre. Zu dem Stern, dessen Fall die Wasser der Erde mit tödlicher Folge bitter macht, schrieb ich in meiner Besprechung der 7&#8243;: &#8220;Die Vorstellung von Verseuchung und Untrinkbarkeit ist hier nicht nur ein kosmisches Bild, sondern auch ein Echo gegenwärtiger Erfahrung&#8221;. Schließlich &#8220;Woe&#8221;: die Stimme von Rebecca Alice Bruton, die über ein grollendes Fundament die dreifache Klage verkündet, bevor Yearwood selbst einsetzt. Hier verbinden sich bedächtig gesungene lateinische Verse mit eruptiven Momenten, bis am Ende lautes Vogelgezwitscher den Schlusspunkt setzt – kein Idyll, sondern ein ungebändigter, fast harscher Ausklang.</p>
<p>&#8220;Apokalypsis&#8221; ist ein Album, das die biblischen Visionen nicht nur als religiöse Symbolik behandelt, sondern als Spiegel für eine Gegenwart, in der Gewalt, Offenbarung und Innerlichkeit untrennbar ineinandergreifen. Yearwood selbst sagt: &#8220;Apocalypse means to reveal – hence &#8216;revelations&#8217;. Many people have claimed these visions for their own, I claim them for us now.&#8221; In dieser Haltung steckt der Kern der Aufnahme: eine Musik der &#8220;sacred vulnerability&#8221;, die Verletzlichkeit nicht verbirgt, sondern verdeutlicht und gerade darin eine eigentümliche, eindringliche Kraft entstehen lässt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Reverb Worship</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3018690947/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TRAPPIST AFTERLAND: Collected Solo Works</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jun 2025 04:41:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der australische Folksänger und Mehrfachinstrumentalist Adam Geoffrey Cole hat in den vergangenen knapp zwanzig Jahren eine ganze Reihe an Alben aufgenommen und meist als Trappist Afterland, vor einigen Jahren aber auch unter seinem eigenen Namen veröffentlicht. Die Entscheidung für den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/07/trappist-afterland-collected-solo-works/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/collectedsoloworks.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46417" title="collectedsoloworks" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/collectedsoloworks-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der australische Folksänger und Mehrfachinstrumentalist Adam Geoffrey Cole hat in den vergangenen knapp zwanzig Jahren eine ganze Reihe an Alben aufgenommen und meist als Trappist Afterland, vor einigen Jahren aber auch unter seinem eigenen Namen veröffentlicht. Die Entscheidung für den einen oder den anderen Interpretennamen hat wenig mit der Anzahl eventuell beteiligter Gäste zu tun, vielmehr wohl dagegen mit Fragen nach einer <span id="more-46414"></span>eventuellen Abkehr von früheren konzeptuellen Ideen und mit solchen nach dem Grad der persönlichen Färbung zu tun. Dass Cole sich nach der Kollaboration mit Anthony Cornish doch wieder für den vertrauten Projektnamen entschieden hat, könnte der Erkenntnis geschuldet sein, dass die Unterschiede zwischen den Soloreleases und Trappist nicht trennscharf zu markieren sind, vielleicht auch der Liebe zu einem langjährigen Werk.</p>
<p>Dass die Phase der Soloaufnahmen zumindest vorerst beendet zu sein scheint, lässt sich auch aus der Existenz der vorliegenden Compilation ziehen, denn mit dieser stellt Cole nicht nur eine Auswahl aus den Werken &#8220;Seasick&#8221;, &#8220;Fallowing&#8221;, &#8220;The Tracks of the Afterlander&#8221; und &#8220;The Cellophane Sea&#8221; zusammen, sondern verleibt sie durch den Bandnamen Trappist Afterland quasi nun auch deren Diskografie ein. Die Sammlung beginnt mit dem Titeltrack und einem weiteren Stück der 7&#8243; &#8220;Seasick&#8221;, die 2021 bei Sonido Polifonico erschienen ist und in der internationalen Wahrnehmung vielleicht ein bisschen untergegangen ist. &#8220;Seasick&#8221; wurde gemeinsam mit Christian Bennett geschrieben und lebt von einer zurückgenommenen, anfangs flüsternden Gesangsdarbietung. Die akustischen Gitarren wirken gelöst und umspielen das fragile Klangbild gemeinsam mit einigen anderen akustischen Geräten. Im zweiten Stück, &#8220;Death Behind Me&#8221;, schlägt Cole einen noch entrückteren Ton an. Besonders eindrucksvoll ist hier der Chorus, der fast klingt, als sänge Cole im Duett mit sich selbst.</p>
<p>Es folgen sechs Stücke des Albums &#8220;Fallowing&#8221;, das seinerzeit nicht nur in der Wahl seines Covers, sondern auch in den Themen der Songs eine stark autobiografische Färbung aufweist. Die Verbindung von Kindheitserinnerungen an Kiama, der kleinen Küstenstadt im Osten Australiens, mit dem Motiv des landwirtschaftlichen Zyklus durchzieht die Stücke – das Brachliegen des Feldes als Symbol für eine schöpferische Pause, aber auch als Ort der Verwandlung. Songs wie das gleichsam entspannte wie anrührende &#8220;Life is a Fable&#8221; oder das melancholisch-hymnische &#8220;Bell Tongues&#8221;, in dem Glocken wie aus einer anderen Welt die Verbindung von Leben und Tod besingen, geben dieser Thematik eine eindringliche Form. Andere Stücke aus diesem Album stellen den Kreislauf des Lebens ins Zentrum, so etwa das träumerische &#8220;Womb&#8221;, das lichtdurchflutete &#8220;Sunrise&#8221; oder das eindringliche &#8220;Fabric of Being&#8221;, das in einer früheren Version zusammen mit Grey Malkin entstand, hier jedoch mit Anthony Cornish am Harmonium eine spannungsgeladene Tiefe erhält. &#8220;Matins&#8221; mit seinen inbrünstigen Akkorden, trägt trotz seines klagenden Tons eine unterschwellige Freude in sich und somit an die Ambivalenz im besten Sinne, die sich durch viele von Coles Songs zieht, anknüpft. Schade ist, dass der großartige Opener &#8220;Pools of Christ&#8221; nicht Teil der Zusammenstellung geworden ist, aber das komplette Album ist sowieso nach wie vor eine Empfehlung wert.</p>
<p>Anschließend kehrt die Auswahl zurück zu &#8220;The Tracks of the Afterlander&#8221;, das schon bei seiner ursprünglichen Veröffentlichung zahlreiche neu interpretierte Trappist Afterland-Stücke enthielt und somit eine Zwischenposition im Werk Coles einnahm. Diese Rückführung unter das Banddach erscheint daher folgerichtig. Auch hier ist Anthony Cornish wieder als wichtiger musikalischer Partner mit an Bord. Das berührende &#8220;Sea Burial&#8221; etwa, das dem Vater des Musikers gewidmet ist, vereint Nachruf, Anrede und Gebet in einem einzigen Stück. Der Gesang wirkt verletzlich und zugleich entschlossen, auch der Text, der den Vater in vielen seiner Facetten besingt, scheint fast wie aus der Perspektive eines Kindes vorgetragen. Mit &#8220;Houses on a Hill&#8221; (mit Grey Malkin) wird ein reduziertes elektronisches Setting aufgerufen, dessen Tiefe sich erst nach und nach erschließt. Glockenspiel und Piano bilden dabei das dezent funkelnde Gerüst. Das bereits ältere, vom Kindheitsevangelium des Thomas inspirierte  &#8220;Twelve Sparrows (in the Infancy of God)&#8221;, hier &#8220;Clay Sparrows&#8221; betitelt, wirkt geerdeter als in der Originalfassung, der märchenhafte Charakter jedoch bleibt, doch der Gestus ist gefestigter. In &#8220;Fairy Asylum&#8221; führt die Oud das Stück wie auf Zehenspitzen entlang eines geheimnisvollen Pfads. &#8220;From Which Burning Bush&#8221;, adaptiert von &#8220;Burning Bushes&#8221;, lebt von einem elektrisierenden Mollspiel auf der Gitarre, das dem spirituellen Motiv eine eigentümliche Spannung verleiht. &#8220;A Man of Sorrow&#8221; schließlich interpretiert das aus Jesaja entlehnte Thema, das auf mehreren Trappistplatten zur Sprache kam, mit leiser Eindringlichkeit.</p>
<p>Die abschließenden sechs Songs stammen vom bislang letzten Album &#8220;The Cellophane Sea&#8221;, das sich (auch) durch eine gleichberechtigte Zusammenarbeit mit Anthony Cornish auszeichnet. Die musikalische Handschrift bleibt jedoch unverkennbar Coles. In &#8220;Drunk with the Flies&#8221; zeigt sich dies besonders deutlich: Die Kombination aus akustischer Gitarre, Sitar (Walker Phillips) und Glockenspiel (Grey Malkin) erschafft eine dämmerige, surreale Atmosphäre, deren Logik eher traumartig als erzählerisch ist. Der Titelsong &#8220;The Cellophane Sea&#8221; wiederum lässt trotz aller Versenkung eine nervöse Intensität durchscheinen, die das Lied deutlich vom Rest des Albums abhebt. &#8220;Blackwood&#8221; und &#8220;Hand on Crook&#8221; zeigen Cole wieder von seiner kontemplativen Seite. Beide Stücke wirken wie Reflexionen über das gute Leben und Dankbarkeit. &#8220;Sing a Song this Eve&#8221; knüpft mit seinem agilen Fingerpicking an Vorbilder wie Robbie Basho an und spielt mit der Thematik der Zeit. Das abschließende &#8220;A Long Goodbye&#8221; besingt eine göttliche, schöpferische Traumlogik und wirkt wie ein lupenreinesreines Trappist Afterland-Stück.</p>
<p>&#8220;Collected Solo Works&#8221; ist mehr als nur eine Zusammenstellung bereits veröffentlichter Songs des vielleicht besten derzeitigen Psych Folk-Sängers. Sie macht deutlich, wie schmal der Grat zwischen Coles Soloarbeiten und seinem Bandprojekt ist, auch wenn man die zwischenzeitliche Entscheidung für den Solonamen respektieren sollte. Wer bisher nur Trappist Afterland kannte, entdeckt hier eine weitere Vielzahl nuancierter Facetten. Und wer die Soloalben verfolgt hat, wird durch die erneute Zusammenführung vielleicht noch einmal anders auf dieses inzwischen erstaunlich geschlossene Werk blicken. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Reverb Worship</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2796159262/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>LAMP OF THE UNIVERSE / TRAPPIST AFTERLABD: Lakeland Storm</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2025 03:21:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Trappist Afterland und Lamp of the Universe sind zwei der renommiertesten Vertreter psychedelisch eingefärbter Musik auf der südlichen Erdhalbkugel, doch da sich zwischen der Ostküste Australiens und dem benachbartern Neuseeland noch ein recht weites Meer erstreckt, ist es möglich, dass &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/03/29/lamp-of-the-universe-trappist-afterlabd-lakeland-storm/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/03/Screenshot-2025-03-22-120629.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-45580" title="Screenshot 2025-03-22 120629" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/03/Screenshot-2025-03-22-120629-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Trappist Afterland und Lamp of the Universe sind zwei der renommiertesten Vertreter psychedelisch eingefärbter Musik auf der südlichen Erdhalbkugel, doch da sich zwischen der Ostküste Australiens und dem benachbartern Neuseeland noch ein recht weites Meer erstreckt, ist es möglich, dass die beiden Hauptbetreiber Adam Geoffrey Cole und Craig Williamson sich noch nicht allzu häufig über den Weg gelaufen sind. Mit <span id="more-45579"></span>der gut achtminütigen One Track-Single &#8220;Lakeland Storm&#8221; präsentieren sie nun ihre erste gemeinsame Kollaboration, welche die typischen Elemente beider Projekte zu einem intensiven Stück Psych Folk vereint.</p>
<p>Von Beginn an entfaltet sich eine zeremoniell-ergriffene Atmosphäre, die durch feierlich angeschlagene Gitarrensaiten und dezente Handpercussion getragen wird. Die Instrumentierung wirkt bewusst reduziert, aber dank der kraftvollen Akkorde niemals karg. Neben Gitarre und Oud scheinen mit der Zeit weitere Saiteninstrumente zu erklingen, die gemeinsam mit den vielschichtigen Gesangsharmonien eine intensive Wirkung entfalten. Besonders der mehrstimmige Gesang von Williamson und Cole, der stellenweise fast hymnisch wirkt, zieht den Hörer in seinen Bann. Später tritt Coles Sologesang in den Vordergrund, dessen fragile Intensität einen berührenden Kontrast zur wachsenden Klangdichte des Stücks bildet. Ambientartige Keyboards, die an frühere Beiträge von Grey Malkin erinnern, verstärken diesen Eindruck zusätzlich.</p>
<p>Textlich kreist &#8220;Lakeland Storm&#8221; um Landschaften und Naturgewalten, die symbolisch über sich hinausweisen. Die Erhabenheit der Szenerie wird jedoch nicht nur als transzendentale Erfahrung vermittelt, sondern auch mit einem unterschwelligen Gefühl der Furcht durchzogen. Dies korrespondiert mit dem Covermotiv, einer historischen Fotografie von Soldaten des Australian and New Zealand Army Corps in den Schützengräben von Gallipoli während des Ersten Weltkriegs, deren Feiertag sich gerade jährt. Die Wahl dieses Bildes verleiht der Veröffentlichung eine zusätzliche Schicht, lässt Motive historischer Traumata und existenzieller Bedrohungen aufblitzen.</p>
<p>Dieses Sujet fungiert zudem als weitere Klammer um die beiden hier als Einheit auftretenden Projekte und ihre Herkunftsländer. Musikalisch wirkt die Zusammenarbeit wie das Werk einer schon immer aufeinander eingespielten Band. Auf der Trappistseite kann man das Stück definitiv auf der Seite seiner ergriffeneren Songs einordnen, darüber hinaus ist es eine wunderbare Gelegenheit, die in unseren Breiten noch recht unbekannten Lamp of the Universe kennezulernen. Das Stück erscheint gesplittet auf einer streng limitierten (und möglicherweise bereits vergriffenen) 7&#8243;, aber vielleicht wird es irgendwann eine digitale Wiederveröffentlichung geben. Zu wünschen wäre es. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.reverbworship.com/future-grave">Reverb Worship / Future Grave</a></strong></p>
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		<title>TRAPPIST AFTERLAND: Evergreen &#8211; Walk To Paradise Garden</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Nov 2024 07:02:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Paradiesvorstellungen finden sich in beinahe jeder Form nicht nur von Spiritualität, sondern unter der Hand letztlich in jeder Philosophie, sobald darin eine Utopie auch nur vage anklingt. Oft entstehen solche Vorstellungen gerade in bitteren Zeiten des Verlusts und der Vergänglichkeit. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/11/23/trappist-afterland-evergreen-walk-to-paradise-garden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/Screenshot-2024-10-14-080542.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-43077" title="Screenshot 2024-10-14 080542" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/Screenshot-2024-10-14-080542-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Paradiesvorstellungen finden sich in beinahe jeder Form nicht nur von Spiritualität, sondern unter der Hand letztlich in jeder Philosophie, sobald darin eine Utopie auch nur vage anklingt. Oft entstehen solche Vorstellungen gerade in bitteren Zeiten des Verlusts und der Vergänglichkeit. Wenn alles verwittert und verdorrt, entsteht der Wunsch nach dem Grünen, dem Immerneuen, wenn man den vegetativen Aspekt der Farbmetapher im neuen Album &#8220;Evergreen &#8211; Walk To Paradise Garden&#8221; von Trappist Afterland mit in <span id="more-43076"></span>Betracht zieht. Ein Paradies könnte also weniger ein statischer Ort sein als vielmehr ein Zustand ständigen &#8211; und vor allem: wiedergefundenen &#8211; Wachstums, und diese Idee durchzieht mehr oder weniger alle neun Songs des Werks.</p>
<p>&#8220;Evergreen – Walk to Paradise Garden&#8221; ist das mittlerweile zehnte Album des Projekts von und um den australischen Psych Folker Adam Geoffrey Cole und entstand während einer Zeit tiefgreifender persönlicher Krisen und Umbrüche. Zwischen Besuchen bei seiner an Demenz erkrankten und kurze Zeit später verstorbenen Mutter und dem Scheitern seiner Ehe nahm Cole seine Songs auf. Diese Zeit prägte das gesamte Album, das inmitten von Trauer und Verlust die Hoffnung auf neues Leben und Wachstum sucht. Musikalisch unterstützt wird Cole dabei von namhaften Künstlern wie dem Gitarristen Henry Parker, der Folksängerin Angeline Morrison, dem bekannten Sänger und Künstler David Tibet (Current 93) und Tali Trow, sowie seinen langjährigen Mitstreitern Anthony Cornish, Tom Warren und Matt Malone.</p>
<p>Die neun Songs, allesamt ungemein bewegend, trotzen, wie es im Begleittext heißt, zeitgeistigen Trends und zeigen Trappist Afterland von ihrer vielleicht bislang emotionalsten Seite. Der bereits auf einer Single in einer leicht anderen Version zusammen mit Grey Malkin veröffentlichte Opener &#8220;The Squall&#8221; setzt den Ton für das Album: Oud und Gitarre verweben sich mit Coles andächtigem Gesang und sanften weiblichen Backing Vocals zu einem kraftvollen Stück über Wachstum und Regeneration. In dem poetischen Text, der von einem unerwarteten Sturm erzählt, schwingt trotz aller Aufwühlung Hoffnung mit. Zur Version der Single schrieb ich vor einigen Wochen: &#8220;Die entrückten Gitarrenfiguren und die leisen Töne des leicht nach hinten gemischten Gesangs lassen, vielleicht aufgrund der Tonart und der repetitiven Melodie, eine aufwühlende Stimmung entstehen. In den poetischen Bildern des Textes erzählt Cole von einem Sturm, der ganz überraschend über ein sich verloren fühlendes lyrisches Ich hereinbricht und überall in der Umgebung seine Spuren, seine Abdrücke hinterlässt. In all dem scheint aber auch eine Portion Hoffnung oder gar Zuversicht zu stecken [...], denn der merkwürdige, unberechenbare Wind scheint in seinem Bluesgesang auch etwas Befreiendes zu haben&#8221;. All das gilt selbstredend auch für die aktuelle Version.</p>
<p>Das folgende &#8220;The Good Ole Way&#8221; beginnt wie es endet mit den kreisenden Klängen einer Tanpura, dem in westlicher Wahrnehmung vielleicht indischsten aller indischen Instrumente, begleitet vom holzigen Timbre der Oud, und kreiert so ein gutes organisches Substrat für Coles Lyrik, die hier, facettenreich gefärbt durch die dezenten Beiträge von Angelina Morrison und Henry Parker, in ungewohnt kriegerischen Bildern das Meistern der Herausforderungen der Unbeständigkeit wie einen Marsch durch widrige Umstände besingt. Halt findet das lyrische Ich hier auch beim Altbewährten, schon gekannten und immer wieder zu übenden, das dem Song den Titel gibt. &#8220;Cruciform/The Reincarnation of Kelly Anne&#8221; hingegen lässt mit seinem unbekümmert wirkenden Saitenspiel &#8211; zunächst &#8211; ein sanftes, entspanntes Setting entstehen, bis eine unerwartete Wendung die Atmosphäre aufbricht und druckvolle, elektrifizierte Energie in das Geschehen bringt.</p>
<p>Ein echter Höhepunkt ist &#8220;Give Thanks and Lament&#8221;, das mit einer feierlichen Gitarrenmelodie beginnt, bei der man, trotz kleiner irritierender Brüche, sofort Coles Handschrift erkennt. Der Song ist eine Hymne der Dankbarkeit, gerichtet an alle wichtigen Instanzen des Lebens, von der persönlichen Begleiterin bis zu dem kosmischen Träumer, der in Coles christlicher, vielleicht noch Reste seiner früheren Begeisterung für Gnostizismus enthaltenden Spiritualität die Welt erträumt. Zwischen den Strophen meldet sich dann David Tibet als Gastsänger zu Wort und schlägt mit seinem Verweis auf die kanonischen Evangelien die Brücke zum Biblischen. Das grüne, vegetative, das den Verfall überdauert, klingt hier schon an und bekommt in &#8220;Green St. Return&#8221; seine größten Momente. Schnell verschwimmt hier der Kontrast zwischen der elektrisierenden Gitarre und dem etwas heruntergefahrenen Gesang, und man taucht ein in Coles wie ein Portal beschriebene Erinnerungen an den Geburtsort seines Vaters. Grün sind sicher auch die Disteln in &#8220;Barefoot in Thistles&#8221;, das zu entspanntem Gitarrenspiel die Chance feiert, die in jedem Moment steckt. Um etwas derartiges kreisen auch die Motive in &#8220;Our Masterpiece&#8221;, wo zu feierlichem Strumming und berührenden Keyboardtupfern das Gelungene in den Blick genommen wird, das selbst aus der zerfahrensten Situation entstehen kann.</p>
<p>Das vielleicht beste und ergreifendste Stück des Albums, &#8220;Incarnation Blues&#8221;, verarbeitet am deutlichsten die Trauer über den Verlust von Gemeinschaft – ein Satz wie &#8220;When I say &#8216;we&#8217; it breaks my heart, because we is now just me&#8221; ist einer der simpelsten und zugleich stärksten und eindringlichsten Verse des Albums &#8211; vielleicht gerade, weil viele weitere Worte in den Texten des Albums das darin anklingende Gefühl der Isolation negieren. Das abschließende Stück, &#8220;You are Evergreen&#8221;, lässt wieder die Tanpura erklingen und greift die Themen von Neuanfang und dem schon im Leben auffindbaren Immergrün auf. Es rundet das Album, vielleicht Coles bestes, mit einem versöhnlichen Ton ab und setzt so einen passenden Schlusspunkt der intimen, gefühlvollen Reise durch Trauer, Verlust und Regeneration. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Cosmic Eye / Sound Effect Records</strong></p>
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		<title>Trappist Afterland: Neues Album und Tour in Europa</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/04/03/trappist-afterland-neues-album-und-tour-in-europa/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 03:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Adam Geoffrey Cole]]></category>
		<category><![CDATA[Trappist Afterland]]></category>

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		<description><![CDATA[Der australische Folksänger und Mehrfachinstrumentalist Adam Geoffrey Cole hat die vergangenen Monate mit der Wiederbelebung seines Trappist Afterland-Projektes zugebracht und mittlerweile für den Sommer ein neues Album und eine begleitende Tour durch Großbritannien und Deutschland angekündigt. Das einzige Konzert in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/04/03/trappist-afterland-neues-album-und-tour-in-europa/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der australische Folksänger und Mehrfachinstrumentalist Adam Geoffrey Cole hat die vergangenen Monate mit der Wiederbelebung seines Trappist Afterland-Projektes zugebracht und mittlerweile für den Sommer ein neues Album und eine begleitende Tour durch Großbritannien und Deutschland angekündigt. Das einzige Konzert in unseren Breiten findet am Sonntag den 7. Juli im <a href="https://widerstandsmuseum.org/">in der Galiläakirche gelegenen Jugendwiderstandsmuseum in Berlin-Friedrichshain</a> statt. Zaungäste aus Schottland, England und Wales haben beim Blick auf den Flyer ebenfalls allen Grund zur Freude, den <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/trappistalbum.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-40402" title="trappistalbum" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/trappistalbum.jpg" alt="" width="1079" height="1079" /></a><span id="more-40400"></span> <a title="The Dream We Carry: Neues Album von The Revolutionary Army of the Infant Jesus" href="http://africanpaper.com/2024/03/01/the-dream-we-carry-neues-album-von-the-revolutionary-army-of-the-infant-jesus/">Termin in Liverpool am 29.06. </a>erwähnten wir bereits im Zusammenhang mit dem kommenden Album der Revolutionary Army of the Infant Jesus, die dort ebenfalls auftritt. Der nordenglische Folksänger Henry Parker, mit dem bereits der <a title="ADAM GEOFFREY COLE / HENRY PARKER: Live at Union Chapel" href="http://africanpaper.com/2023/09/02/adam-geoffrey-cole-henry-parker-live-at-union-chapel/">Auftritt in der Union Chappel</a> dokumentiert ist, wird bei einigen der Auftritte im UK dabei sein. Das bei Cosmic Eye Records erscheinende &#8220;Evergreen-Walk to Paradise Garden&#8221; ist das erste als Trappist Afterland-Album konzipierte Studiowerk seit <a title="TRAPPIST AFTERLAND: Seaside Ghost Tales" href="http://africanpaper.com/2020/10/24/trappist-afterland-seaside-ghost-tales/">&#8220;Seaside Ghost Tales&#8221;</a>, das im Jahr 2020 einen vorläufigen Schlusspunkt markierte, nach welchem zunächst Soloaufnahmen wie <a title="ADAM GEOFFREY COLE: Fallowing" href="http://africanpaper.com/2021/09/08/adam-geoffrey-cole-fallowing/">&#8220;Fallowing&#8221;</a> und als Duos konzipierte Werke wie <a title="ADAM GEOFFREY COLE / ANTHONY CORNISH: The Cellophane Sea" href="http://africanpaper.com/2023/03/25/adam-geoffrey-cole-anthony-cornish-the-cellophane-sea/">&#8220;The Cellophane Sea&#8221;</a> mit Anthony Cornish oder <a title="ADAM GEOFFREY COLE / GREY MALKIN: Dwellings" href="http://africanpaper.com/2022/02/12/adam-geoffrey-cole-grey-malkin-dwellings/">&#8220;Dwellings&#8221;</a> mit Grey Malkin erschienen, deren Signatur jedoch starke gemeinsame Elemente mit den zurückliegenden Trappist-Arbeiten aufwiesen. Das kommende &#8220;Evergreen-Walk to Paradise Garden&#8221; enthält neun Songs &#8211; zwei davon sind bereits auf der <a href="https://www.facebook.com/trappistafterland/">Facebook-Seite</a> des Musikers zu hören &#8211; einer Sad Old Bastard Music, wie es in Coles eigenen Worten heißt, neben Parker und Cornish sollen auch Beiträge von David Tibet und Angeline Morrison auf dem Album zu hören sein. Trappist Afterland ist mit seiner auf fragil-entrückter Stimmarbeit, Gitarre, Oud und einer Menge an begleitenden <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/trappisttour.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-40401" title="trappisttour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/trappisttour.jpg" alt="" width="1080" height="1350" /></a> Instrumenten basierenden Musik und den mystischen, nicht selten persönlich eingefärbten Texten einer der interessantesten und gehaltvollsten Vertreter einer Richtung, die gerne als Dark oder Psychedelic Folk bezeichnet wird. Das Album erscheint in den gängigen Formaten mit Artwork von Tali Trow. Eine weitere News ist, dass Cole mit einem Cover auf einer bei Gruselthon erscheinenden Tribute-Anthologie für Roky Erickson und die 13th Floor Elevators vertreten sein wird, auf der auch Allysen Callery, Walker Philipps, Kristina Jung, Violet Nox und viele andere zu hören sein werden.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/2020/11/14/es-ist-einfach-das-gewebe-des-seins-interview-mit-trappist-afterland/"><strong>Interview @ African Paper</strong></a></p>
<p>.<iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=202815556/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2498313878/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe> <iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1505292257/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2088834013/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe> <iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=289845086/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2949821064/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe> <iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=295974255/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3315925666/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe> <iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1569081406/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=731725104/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>The Dream We Carry: Neues Album von The Revolutionary Army of the Infant Jesus</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Mar 2024 05:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die englischen Experimentalfolker The Revolutionary Army of the Infant Jesus kündigen für Ende Juni ein neues Album an, das den Titel &#8220;The Dream We Carry&#8221; trägt. Die Band mit dem einprägsamen Namen existiert seit der ersten Hälfte der 90er und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/03/01/the-dream-we-carry-neues-album-von-the-revolutionary-army-of-the-infant-jesus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die englischen Experimentalfolker The Revolutionary Army of the Infant Jesus kündigen für Ende Juni ein neues Album an, das den Titel &#8220;The Dream We Carry&#8221; trägt. Die Band mit dem einprägsamen Namen existiert seit der ersten Hälfte der 90er und war mit ihren Kompositionen, die einen Bogen von avantgardistischer Folkmusik, experimentellen Soundtracks und diversen Prog-Anleihen immer<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/fotor_1709059723449.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39890" title="fotor_1709059723449" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/fotor_1709059723449.jpg" alt="" width="707" height="694" /></a> <span id="more-39884"></span></p>
<p>eine Art Einzelerscheinung, die parallel zu medial unter eindrucksvollen Begriffen &#8211; England&#8217;s Hidden Reverse, New Weird America, Free Folk finnischer Prägung, Occult Psychedelia &#8211; existierte und ihren Rang in der Zeitgeschichte alternativer Musik erst nach und nach durch konsequentes Verfolgen eigener Ideen und Visionen, v.a. aber durch die Qualität ihrer Musik, erarbeitete. Das Album erscheint LP und digital beim Liverpooler Label 9&#215;9 Records, am 29.06. ist ein Releasekonzert in den Philharmonic Music Rooms Liverpool geplant, bei dem neben der Band noch die Musiker Charlie McKeon und Adam Geoffrey Cole / Trappist Afterland zu sehen sind.</p>
<p><a href="https://revolutionaryarmyoftheinfantjesus.bandcamp.com/"><strong>@ The RAIJ</strong></a></p>
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		<title>ADAM GEOFFREY COLE / HENRY PARKER: Live at Union Chapel</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Sep 2023 04:09:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Adam Geoffrey Cole]]></category>
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		<category><![CDATA[Téléplasmiste]]></category>
		<category><![CDATA[Trappist Afterland]]></category>
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		<description><![CDATA[Im vergangenen Frühjahr pilgerten mehrere hundert Fans aus ganz Europa und vielleicht auch darüber hinaus nach London, um in der dortigen Union Chapel einem der nicht so häufig stattfinden Channelings von Current 93 beizuwohnen. Diese spielen seit einigen Jahren in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/09/02/adam-geoffrey-cole-henry-parker-live-at-union-chapel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/liveatunionchapel.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-36463" title="liveatunionchapel" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/liveatunionchapel.jpg" alt="" width="150" height="237" /></a>Im vergangenen Frühjahr pilgerten mehrere hundert Fans aus ganz Europa und vielleicht auch darüber hinaus nach London, um in der dortigen Union Chapel einem der nicht so häufig stattfinden Channelings von Current 93 beizuwohnen. Diese spielen seit einigen Jahren in einer ihrer besten und stabilsten Besetzungen und haben seit längerem wieder so etwas wie einen erkennbaren Trademarksound gefunden, was man auf den beiden Alben <a title="CURRENT 93: The Light Is Leaving Us All" href="http://africanpaper.com/2018/11/03/current-93-the-light-is-leaving-us-all/">&#8220;The Light is Leaving us All&#8221;</a> und <a title="CURRENT 93: If A City Is Set Upon A Hill" href="http://africanpaper.com/2022/04/02/current-93-if-a-city-i-set-upon-a-hill/">&#8220;If a City is Set Upon a Hill&#8221;</a> deutlich hören kann. Darüber scheint das auch unter den Fans eine gewisse Einigkeit zu geben, was nicht immer der Fall war. Dass auf den <span id="more-36452"></span>aktuellen Konzerten nur wenig ältere Songs gespielt werden, stößt dennoch auf ein gewisses Bedauern.</p>
<p>Darum soll es hier aber nicht gehen, denn an dem Abend waren außerdem zwei interessante Acts in Vorprogramm zu sehen. Das war zum einen die sich mit Current 93 überschneidende Band <a title="TELEPLASMISTE: To Kiss Earth Goodbye" href="http://africanpaper.com/2020/08/01/teleplasmiste-to-kiss-earth-goodbye/">Téléplasmiste</a> mit ihrer ganz eigenen Version von etwas, das gerne als kosmische Musik bezeichnet wird. Zum anderen die beiden Folksänger und -Musiker Adam Geoffrey Cole und <a title="Silent Spring und Lammas Fair: Reissues von Henry Parker" href="http://africanpaper.com/2023/04/29/silent-spring-und-lammas-fair-reissues-von-henry-parker/">Henry Parker</a>, die aus Australien und Yorkshire stammend kaum weiter voneinander entfernt leben könnten und somit an diesem Abend erstmals überhaupt zusammen auf einer Bühne standen. Bei der knapp halbstündigen Show ging es aber auch ausschließlich um das Werk Coles, in dessen Sound und Stimmung sich Parker mit seinem filigranen Gitarrenspiel wunderbar einzufühlen verstand.</p>
<p>Die sechs aufgeführten Songs stammen aus unterschiedlichen Phasen von Coles früherem (und wohl bald wiederbelebten?) Projekt Trappist Afterland sowie seiem jüngeren Solowerk und bieten neben der Schönheit der Songs einen guten Einblick in den mystisch angehauchten und oft ebenso persönlich gefärbten Dark Folk, der in jedem Fall auch das Interesse der Current 93-Fans wecken sollte. Der erste Song war eines von mehreren Liedern, die Cole für seinen verstorbenen Hund geschrieben hatte, eine berührende Hommage an den Weggefährten voll schöner Erinnerungen, die hier mit energischem Strumming und wabernden Drones im Hintergrund vorgebracht wurde. Auch das folgende &#8220;Womb&#8221; von Coles <a title="ADAM GEOFFREY COLE: Fallowing" href="http://africanpaper.com/2021/09/08/adam-geoffrey-cole-fallowing/">&#8220;Fallowing&#8221;-Album</a> ist ein von gelöstem Gitarrenpicking begleiteter Nachruf, diesmal für einen Jugendfreund, zugleich feiert das Stück auch den Zauber des Werdens. Mit &#8220;Bell Tongues&#8221; vom gleichen Longplayer gab es danach einen der feierlichsten Songs des Musikers zu hören, ein schwermütiger und zugleich eine leichte Euphorie transportierender Ohrwurm, in dem die Vermählung von Leben und Tod von hypnotisierenden Glocken besungen wird.</p>
<p>Schon in der ersten Hälfte des Konzerts wurde deutlich, wie sehr sich Publikum und Musiker verstanden, auf begeisterten Applaus folgten nette grummelige Ansagen, die manchmal eine sympathische Schüchternheit offenbarten. Cole berichtete auch von seinem Umzug von Melbourne nach Adelaide &#8211; eine, wie er sagt, eher autodestruktive Entscheidung, die aber durch das geheime Idyll, das er im folgenden &#8220;Blackwood&#8221; besingt, mehr als kompensiert wird. Zur zusammen mit Anthony Cornish aufgenommenen Studioversion auf <a title="ADAM GEOFFREY COLE / ANTHONY CORNISH: The Cellophane Sea" href="http://africanpaper.com/2023/03/25/adam-geoffrey-cole-anthony-cornish-the-cellophane-sea/">&#8220;The Cellophane Sea&#8221;</a> schrieb ich, &#8220;Blackwood&#8221; stehe für einen unaufgeregten Songtyp, in welchem die Musik perfekt zum Text passt, in dem vielleicht &#8220;so etwas wie eine perfekte Allegorie eines guten Lebens dargestellt wird, und bei vielen anderen Songwritern wäre die pastorale Beschreibung von sanften Bächen, wilden Beeren und Kirchenglocken, die vom Hügel herüberschalten, sicher um einiges kitschiger ausgefallen&#8221;.</p>
<p>Die beiden abschließenden Stücke &#8220;Where the Willows Weep&#8221; und &#8220;Like a Root&#8221; beendeten das Konzert wie eine Botschaft aus einer weit entrückten Dimension, in der dürres Wurzelwerk zu Oudklängen symbolisch an die Geschichte des biblischen Propheten Jesaja erinnert, dem im Kosmos von Coles Musik eine Schlüsselrolle zukommt. Damit endete ein kurzer aber ungleich intensiver Auftritt, bei dem zuletzt auch das Zusammenspiel von Cole und Parker gewürdigt werden muss.</p>
<p>Die Show wurde wohl eher zufällig von einem Besucher aufgenommen und anschließend authorisiert auf einem limitierten Tape herausgebracht. Dieses – oder zumindest dessen erste Auflage – ist mittlerweile vergriffen, aber digital ist die Aufnahme noch zu haben. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Reverb Worship</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230714_133318_252.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1615944415/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ÚATH: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Apr 2023 05:54:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich zum ersten Mal das Debütalbum von Úath hörte, hatte ich die ganze Zeit die Assoziation, dass es hier um eine Schöpfungsgeschichte geht, um das gewaltsame Entstehen von etwas Großem. Dass der Bandname in einer alten Variante des Irischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/04/22/uath-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/Úath.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-35127" title="Úath" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/Úath-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als ich zum ersten Mal das Debütalbum von Úath hörte, hatte ich die ganze Zeit die Assoziation, dass es hier um eine Schöpfungsgeschichte geht, um das gewaltsame Entstehen von etwas Großem. Dass der Bandname in einer alten Variante des Irischen allerdings so etwas wie Furcht oder Angst bedeutet, tat diesen Eindruck keinen Abbruch, denn das Erwachen einer Form aus einem chaotischen Urgrund kann sich oft wie <span id="more-35122"></span>sein Gegenteil und somit durchaus brachial und furchteinflößend anfühlen bzw anhören.</p>
<p>Doch gehen wir der Reihe nach vor: Úath ist eine neue Combo, deren feste Mitglieder der unseren Lesern allseits bekannte schottische Geistersucher Grey Malkin und der etwas obskurere irische Klangkünstler Ruairi O&#8217;Baoighill sind. Auf dem Debüt wirken allerdings noch eine ganze Reihe an Gästen mit, die am Ende fast auf ein Who is Who der Grey Malkin-Kollaborateure der letzten Jahre hinauslaufen: <a title="ADAM GEOFFREY COLE / ANTHONY CORNISH: The Cellophane Sea" href="http://africanpaper.com/2023/03/25/adam-geoffrey-cole-anthony-cornish-the-cellophane-sea/">Adam Geoffrey Cole (ehemals Trappist Afterland)</a> ist kurzzeitig an der Drehleier zu hören, während <a title="Fractured Memories: Neues Tape von Kitchen Cynics" href="http://africanpaper.com/2023/01/09/fractured-memories-neues-tape-von-kitchen-cynics/">Alan Davidson alias Kitchen Cynics</a> bei einem Song als buchstäblicher Whistleblower in Erscheinung tritt. <a title="WIDOW’S WEEDS: Long Lankin" href="http://africanpaper.com/2021/08/20/widows-weeds-long-lankin/">Daughters of Grief</a> und <a title="THE BLACK SWAN TRIAD: Symbiosis" href="http://africanpaper.com/2021/10/02/the-black-swan-triad-symbiosis/">Menaleah</a> steuern unter anderem Gesang bei, und an diversen Effekten ist in einem Track <a title="SEDNA CHRONICLES: Sedna Chronicles" href="http://africanpaper.com/2022/06/18/sedna-chronicles-sedna-chronicles/">Andy Sharp (Englisch Heretic)</a> zu hören. Ein etwas neuerer Name ist die in einem Stück zu hörende Sängerin und Bassistin Amaya Lopez-Carromero alias Maud the Moth.</p>
<p>Vielleicht war es der kurze Opener &#8220;The Awakening of Pan&#8221; mit seinem frühlingshaften Vogelzwitschern und seiner stimmungsvollen Drehleier, der diesen durchgängigen Eindruck einer Kosmogenese bewirkt hat. Hier mischt sich in das angenehme Szenario über perkussive Elemente gleich etwas Stürmisches ein, dass nicht nur in den kraftvollen Pauken zu spüren ist, sondern auch in einer gewissen &#8220;kaputten&#8221;,  aufgekratzten Klangbeschaffenheit, die schon diesem Stück etwas furioses verleiht.</p>
<p>An das Stürmende knüpft dann auch das folgende Stück schon in seinem Titel an: &#8220;Our Lady of the Storms&#8221; umgarnt das Ohr mit einem trügerisch schönen Schwebeambientsound, in dessen Melange eine weibliche Stimme gemischt ist, die sich bald als sanft gehauchter Gesang herauswindet. Doch von Beginn an haftet dem schwebenden Klang auch etwas schwindeliges an, und während die Sängerin ihren immer noch zur Hälfte mit dem restlichen Sound vermischten Gesang anklingen lässt, zeichnet sich immer mehr Rumpeln und raues Reiben unter der Oberfläche ab, das wahrscheinlich von einer E-Gitarre stammt. Einzelne Verse dringen ans Ohr, künden von Vögeln, die auf den Zweigen eines Baumes eine liebliche Melodie anstimmen. Sie sind allerdings schwarz, was vielleicht auch symbolisch zu verstehen ist, und überhaupt klingt der Song durchgehend, als wolle irgendetwas ausbrechen wie ein Vulkan, und manchmal fühlt es sich an, als sei man gerade eine Sekunde von diesem Moment entfernt.</p>
<p>Eine heidnisch okkult anmutende Grundstimmung zieht sich vom ersten bis zum letzten Klang durch dieses pangälische Werk, und in einigen Stücken zeichnet es sich besonders ab. Da wäre das von den hier im Grunde fast allgegenwärtigen Pauken dynamisierte &#8220;The Singing Stones&#8221; mit seiner evokativen Rezitation, das animistische Vorstellungen schon in seinem Titel anklingen lässt. Oder &#8220;The Green King Drinks from the Gold Cup&#8221;, das in seinem kurzen stürmischen Knarren, in das zahlreiche hochtönende Details gemischt sind, eine geheimnisvolle Transformation anzudeuten scheint. Doch was verwandelt sich hier in was?</p>
<p>Etwas fatales, von einer endzeitlichen Spannung durchzogenes ist eine weitere Säule der Atmosphäre dieser Musik, bei der durchaus ein Begriff wie Gothic fallen darf, wenn man diesen weit und eher in seinem klassischen Sinne benutzt. Dies gilt für strudelhafte Collagen wie &#8220;Dreads and Drolls&#8221; und &#8220;The Malice of Inanimate Objects&#8221;, aber auch für Szenarien wie &#8220;The Fenstanton Witch&#8221; &#8211; dieses entfaltet über fast zehn Minuten hinweg die Stimmung einer Trauerprozession, wie sie in der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xuCER4Bz2f8">gleichnamigen (zu seinen Lebzeiten unveröffentlichten) Geschichte</a> von M.R. James geschildert wird, in der es um ein missglücktes magisches Experiment auf einem nächtlichen Friedhof und einen monströsen Angriff geht. &#8220;Cold Blows The Wind&#8221;, das mit seinem schleppenden Takt und den fast noisig knarrenden Bässen einen dunklen Clubhit abgeben könnte, hat ein ähnliches Setting, es ist eine Variation der Folkballade &#8220;The Unquiet Grave&#8221; über die exzessive Trauer eines jungen Mannes am windumtosten Grab seiner verstorbenen Geliebten. Auch &#8220;My Son Davie&#8221;, bei dem kindliches und liturgisch anmutendes, evokative Rezitation und in luftige Höhen schwebender Gesang miteinander verschwimmen, ist eine traditionelle Ballade und in einer anderen Version auch als &#8220;Edward&#8221; bekannt.</p>
<p>Nach mehrmaligem Hören fällt immer mehr auf, wie viele Facetten dieses Debüt trotz deutlicher Leitmotive aufweist, ein Facettenreichtum, aus dem so mancher Musiker gleich mehrere Alben gemacht hätte. Aber das sollte bei Grey Malkin und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern dennoch optimistisch stimmen, denn bislang wurde in diesem Dunstkreis fast jedes einmal angefangene Projekt fortgesetzt. Gerade bei Úath würde sich das definitiv lohnen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.cursedmonk.com/">Cursed Monk</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1323788512/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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