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	<title>African Paper &#187; Brian Williams</title>
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		<title>LUSTMORD: Much Unseen Is Also Here</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Mar 2024 04:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Brian Williams]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Abums von Brian Williams wurde ein Vergleich zu dem 1989 erschienenen Album „Heresy“ gezogen: „[Much Unseen Is Also Here“] continues the legacy established by ‘Heresy’ and echoes its enthralling narrative arc“. Das ist natürlich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/03/23/lustmord-much-unseen-is-also-here/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/03/Lust.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-40264" title="Lust" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/03/Lust-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Abums von Brian Williams wurde ein Vergleich zu dem 1989 erschienenen Album „Heresy“<a href="https://lustmord.bandcamp.com/album/much-unseen-is-also-here"> gezogen</a>: „[Much Unseen Is Also Here“] continues the legacy established by ‘Heresy’ and echoes its enthralling narrative arc“. Das ist natürlich eine ziemliche Ansage, ist doch „Heresy“ der Höhepunkt der prädigitalen Ära <a href="http://africanpaper.com/tag/lustmord/">Lustmords</a>. <span id="more-40263"></span>Dabei trugen zur (mehr als berechtigten) Auratisierung des Werks sicher auch das apokalyptische das Cover zierende <a href="https://www.tate.org.uk/art/artworks/martin-the-great-day-of-his-wrath-n05613">John Martin-Gemälde </a>(das sich jeder Londonbesucher einmal in der<a href="https://www.tate.org.uk/"> Tate </a>ansehen sollte) und vor allem auch die Aufnahmeorte bei: So <a href="https://i.discogs.com/rwOfMHlCk8VxNiUKH-5hFGApth2ZFGU40gtxwop0ipY/rs:fit/g:sm/q:90/h:468/w:600/czM6Ly9kaXNjb2dz/LWRhdGFiYXNlLWlt/YWdlcy9SLTU3MTg5/MDUtMTQwMDc4OTkx/MS02NDIyLmpwZWc.jpeg">hieß </a>es doch auf der Rückseite, das Album „utilises subterranean location recordings originated within crypts, caverns, mines, deep shelters and catacombs together with meterial of a seismic and volcanic origin“. Diese Art des Aufnehmens ist lange vorbei und Brian Williams zeigte kurz noch auf seiner Instagramseite ein<a href="https://www.instagram.com/p/C4Lifd0J6NL/"> Bild seiner Soundbibliothek</a>, das deutlich machte, dass für die nächsten Jahrzehnte mehr als genug zu bearbeitendes Material vorhanden ist.</p>
<p>In den letzten Jahren gab es das 2016 bei <a href="http://africanpaper.com/tag/touch/">Touch</a> veröffentlichte<a href="http://africanpaper.com/2016/10/01/lustmord-dark-matter/"> „Dark Matter“,</a> ein überaus reduziertes Album,  &#8220;70 Minuten tiefster Schwärzer“ aus den Tiefen des Alls, es erschien mit dem leider nur als Download verfügbaren <a href="http://africanpaper.com/2020/10/10/lustmord-trinity/">„Trinity“ </a>Williams&#8217; Auseinandersetzung mit der Atombombe, es gab seinen Soundtrack zu Paul Schraders<a href="http://africanpaper.com/2019/02/02/lustmord-first-reformed-extended-motion-picture-soundtrack/"> „First Reformed“</a> sowie die Kollaborationen mit Karin Park (<a href="http://africanpaper.com/2021/07/10/lustmord-karin-park-alter/">„Alter“)</a> und mit dem Pianisten Nicolas Horvath (das recht atypische „The Fall“). Zuletzt konnte man ihn als Komponisten für das von den Bildern H. R. Gigers inspirierte Horroradventure &#8220;Scorn&#8221; erleben und hören, wie auf &#8220;The Others [Lustmord Deconstructed]&#8221; zahlreiche Künstler sich des Albums &#8220;[Other]&#8221; annahmen. <iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/HUs6PJMPNCA?si=SLD_3lMrYTTzPNye" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Verglichen mit „Dark Matter“ ist „Much Unseen Is Also Here“ wesentlich opulenter ausgefallen. Der Opener „Behold The Voice Of Thunder“ ist durchzogen von diesem so typischen tiefschwarzen Brummen, dunke, „donnernde“ Schläge sind zu hören. Dann entwickeln sich nach und nach melodische Passagen, die entfernt an Momente auf „The Monstrous Soul“ erinnern. Hier ist fortwährend die Antizipation der (Be-)Drohung, die dann kommen mag. Ein wenig erinnert mich das Ende des Stücks an Simon Boswells Score zu Richard Stanleys „Hardware“. „An Angel Dissected“ ist eine dunkel-melancholische Klage mit einem wellenartigen An- und Abschwellen, vielleicht in etwa so, als habe Williams <a href="http://africanpaper.com/tag/steven-stapleton/">Steven Stapletons</a> Dronemeisterwerk „Salt Marie Celeste“ geremixt. Auf „A Shadow Cast Upon The Deep“ meint man, die dunklen Drones habe Williams aus Stimmen geschmiedet. „Invocation Of The Nameless One“ beginnt mit melodischen, an ein Blasinstrument erinnernen Sounds, auf „Their Souls Asunder“ meint man, dunkel singende Stimmen zu hören, die dem Stück einen fast sakralen Charakter geben. Die Sounds am Ende lassen dann an „Heresy“ denken. „Hence Shall They Be Devoured All Of Them“ wird mit Glockenläuten eingeleitet, dann klingt es so, als habe ein Cello als Soundquelle gedient. Schließlich lässt „Other Woes Are Yet To Come“ das Album mit einem mehr als wahren Titel enden.</p>
<p>Das ist vielleicht das melodischste Lustmord-Album seit langem. Wer aufgrund der Titelgebung und Covergestaltung mit dem aus Wayne Barlowes <a href="https://waynebarlowe.com/artwork/hell/">„Hell“-Serie</a> stammenden Bild „Saragatanas Before The Behemoths“ meint, hier sei ein dunkler Metaphysiker am Werk, dem sei gesagt, dass im Innern des Albums eines der berühmtesten Zitate Epikurs zu finden ist, in dem das Epikureische <em>Paradoxon</em> formuliert wird, das die berühmte Frage nach dem Verhältnis von Güte und Allmächtigkeit von Göttern stellt. Auf einem vor etlichen Jahren erschienen Lustmord-T-Shirt hieß es dann auch passenderweise „The only good god is a dead god“. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://pelagic-records.com/">Pelagic Records</a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2527500257/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Much Unseen Is Also Here: Neues Album von Lustmord</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jan 2024 03:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Williams]]></category>
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		<category><![CDATA[Pelagic Records]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 15. März 2024 erscheint auf Pelagic Records das neue Album von Lustmord. „Much Unseen Is Also Here“ wird es als CD, Download und Doppel-LP in verschiedenen Farbvarianten geben. Williams selbst verortet das Album in der Tradition von seinem frühen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/01/16/much-unseen-is-also-here-neues-album-von-lustmord/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 15. März 2024 erscheint auf Pelagic Records das neue Album von<a href="http://africanpaper.com/tag/lustmord/"> Lustmord</a>. „Much Unseen Is Also Here“ wird es als CD, Download und Doppel-LP in verschiedenen Farbvarianten geben. Williams selbst verortet das Album in der Tradition von seinem frühen Dark Ambient-Meisterwerk &#8220;Heresy&#8221;: &#8221;&#8216;Much Unseen Is Also Here’ continues the legacy established by ‘Heresy’ and echoes its enthralling narrative arc. Sequenced in three distinct parts; ‘Much Unseen Is Also Here’ is meant to be listened to in a single, uninterrupted sitting; transporting listeners away to an uncompromising parallel world that only exists within the music, before casting them back out at the end, forever changed.&#8221;<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/01/a0857176146_10.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39131" title="a0857176146_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/01/a0857176146_10.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-39127"></span>Opening piece, ‘<strong>Behold A Voice As Thunder</strong>’, is an ominous droning fog that conceals something unspeakable. Glacial strings, a zither-like dirge and manipulated found sounds are cut short by a gargantuan pounding presence, whether looming footsteps or a colossal heartbeat; the choice is left entirely to the listener’s imagination. Elsewhere, ‘<strong>Their Souls Asunder</strong>’ appears centred on a chorus of voices; a vital glimpse of humanity. However, as the piece continues, these voices wane, wither and warp until we’re left with something akin to the cries of a wounded animal, which begs the question: ‘were the voices we followed blindly into the darkness ever human at all?’</p>
<p>This sense of uncertainty and the terrifying unknown is an important and recurring theme within Lustmord’s work; <em>“I chose to let the sound talk for me” says Brian. “My music is not meant to be explained – only listened to as a means of exposing the sheer insignificance of our primitive thoughts and actions within the vast scale of the cosmos – a scale which we as a species are ill equipped to comprehend.”</em></p>
<p>In den letzten Jahren gab es zahlreiche Veröffentlichungen: 2016 erschien auf<a href="http://africanpaper.com/tag/touch/"> Touch </a><a href="http://africanpaper.com/2016/10/01/lustmord-dark-matter/">„Dark Matter“</a>, danach komponierte Brian Williams den Soundtrack für Paul Schraders<a href="http://africanpaper.com/2019/02/02/lustmord-first-reformed-extended-motion-picture-soundtrack/"> „First Reformed“</a>, arbeitete mit dem Pianisten Nicolas Horwarth auf „The Fall“ zusammen, veröffentlichte <a href="http://africanpaper.com/2020/10/10/lustmord-trinity/">„Trinity“</a>, seine Auseinandersetzung mit der Atombombe, rückte auf<a href="http://africanpaper.com/2021/07/10/lustmord-karin-park-alter/"> &#8220;Alter&#8221;</a>, der Zusammenarbeit mit Karin Park, (nach <a href="http://africanpaper.com/2013/07/27/lustmord-the-word-as-power/">„The Word as Power“</a>) noch einmal die Stimme ins Zentrum, ließ auf „The Others“ zahlreiche Musiker Remixe von Stücken von <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/lustmord-other/">„[Other]“</a> anfertigen und spielte den Soundtrack für das Videospiel „Scorn“ ein.<em><br />
</em></p>
<p><em></em>@ <a href="https://pelagic-records.com/">Pelagic Records </a></p>
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		<title>LUSTMORD: Trinity</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2020 06:52:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Biosphere]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Titel „Trinity“ verweist auf den Codenamen, unter dem der erste Atombombentest im Juli 1945 stattfand – einen Monat später verwüsteten „Little Man“ und „Fat Boy“ Hiroshima und Nagasaki. Unter diesem Titel entstand ursprünglich eine Zusammenarbeit von Biosphere und Lustmord &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/10/10/lustmord-trinity/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/10/Trin.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-22662" title="Trin" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/10/Trin-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Titel „Trinity“ verweist auf den Codenamen, unter dem der erste Atombombentest im Juli 1945 stattfand – einen Monat später verwüsteten „Little Man“ und „Fat Boy“ Hiroshima und Nagasaki. Unter diesem Titel entstand ursprünglich eine Zusammenarbeit von Biosphere und<a href="http://africanpaper.com/tag/lustmord/"> Lustmord</a> für das <a href="http://unsoundproductions.com/projects/trinity/">Unsoundfestival</a> im Jahre 2012, zu dem<a href="https://mfoptik.de/trinity/"> Marcel Weber</a> ein <a href="https://vimeo.com/50906330">Video</a> konzipiert hatte.Jenssen und Williams führten das Projekt ein paar Mal <a href="https://mutek.org/en/artists/biosphere-lustmord-present-trinity/">live</a> auf, später wurde das Matterial dann von Willimas für eine Soloveröffentlichung überarbeitet und 2018 fertiggestellt.</p>
<p><span id="more-22661"></span></p>
<p>Der Atompilz auf dem Cover ist ikonographisch für die Möglichkeit der endgültigen Auslöschung der Spezies Mensch geworden. David Lynch thematisierte noch vor ein paar Jahren für die dritte Twin Peaks-Staffel die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=4IKUeIEdRMY">Geburt der Atombombe</a> als die Genesis des Bösen und schuf damit die vielleicht visuell aufregendsten zehn Minuten Fernsehen der letzten Jahre.</p>
<p>Williams, der auf seinen frühen Arbeiten Aufnahmen an besonderen Orten gemacht hatte, etwa in <a href="https://img.discogs.com/LpuHA097SomcMFE_NmiOBCqwNJA=/fit-in/600x596/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(90)/discogs-images/R-121405-1483824364-7995.jpeg.jpg">Grüften, Höhlen und Schlachthäusern</a>, verwendete für „Trinity“ Locationrecordings von den Laboren in Los Alamos, wo die Atombombe entwickelt wurde, aus „White Sands“, wo sie gezündet wurde und außerdem Audiomaterial aus dem Los Alamos National Laboratory Archive.</p>
<p>„Twilight: Los Alamos“ enthält ein Sample von den vielleicht berühmtesten Sätzen Robert Oppenheimers, mit denen er auf den Atomtest reagierte: „A few people laughed, a few people cried, most people were silent. I remembered the line from the Hindu scripture, the Bhagavad Gita. Vishnu is trying to persuade the Prince that he should do his duty and to impress him takes on his multi-armed form and says, &#8216;I am become Death, the destroyer of worlds.&#8217; I suppose we all thought that one way or another.&#8221; Dieses Sehen der fatalen Konsequenzen, das Erschauern und Erschaudern angesichts dessen, dass der Mensch nun fähig war ”To launch like the sky-god intolerable thunderbolts” (wie es in Robinson Jeffers Gedicht “Unnatural Powers” heißt) und nun etwas in der Welt war, das nicht mehr ungedacht werden konnte, konnte Oppenheimer nur noch mit einem Verweis auf das Metaphysische (er)fassen. Seine Worte werden von Drones und düsteren melodischen Flächen untermalt, die eine lauernde Bedrohung fühlen lassen. Auf “Oak Ridge” kommen im Verlauf des Stücks  melodische Flächen zu dem typischen düsteren Lustmordbrummen hinzu, die an das “Carbon/Core”-Album erinnern, und die gegen Ende von fast schon an Industrial erinnernde atonale Momenten durchbrochen werden . “Dusk:White Sands” fährt die tiefen Frequenzen zurück und man meint etwas zu hören, das nach einem Didgeridoo klingt, bevor Passagen einsetzen, die einen fast schon sakralen Charakter haben. “Journey of the Dead Man” wird von entfernten, nicht zu verstehenden Funksprüchen, Wasser und Tiergeräuschen durchzogen, in das sich in der zweiten Hälfte surrende und leicht atonale Töne fräsen. Das Stück endet in tiefsten Brummen und eine Frau erzählt, sie und ihre Schwester hätten &#8220;this great big flash of light&#8221; gesehen, obwohl ihre Schwester blind gewesen sei. “A New Dawn: Hiroshima” beendet das Album mit einer Art Trauermelodie. Verglichen mit dem auf Touch veröffentlichten reduzierten <a href="http://africanpaper.com/2016/10/01/lustmord-dark-matter/">„Dark Matter“ </a>ist &#8220;Trinity&#8221; weniger minimal(istisch), aber eine (be)drückende Veröffentlichung, die auch ohne Kenntnis des thematischen Überbaus eine Gänsehaut hervorruft. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://lustmord.bandcamp.com/album/trinity">Self-released</a></p>
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		<title>LUSTMORD: First Reformed (Extended Motion Picture Soundtrack)</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/02/02/lustmord-first-reformed-extended-motion-picture-soundtrack/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Feb 2019 07:40:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Brian Williams]]></category>
		<category><![CDATA[Ethan Hawke]]></category>
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		<category><![CDATA[Paul Schrader]]></category>

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		<description><![CDATA[Paul Schrader hatte lange vor seinem Erfolg als Drehbuchautor und Regissuer einen Text über das, was er den transzendentalen Stil im Film nannte, verfasst, eine Art von Film, der verglichen mit psychologischem Realismus &#8220;a spiritual state by means of austere &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/02/02/lustmord-first-reformed-extended-motion-picture-soundtrack/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/cover1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17062" title="cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/cover1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Paul Schrader hatte lange vor seinem Erfolg als Drehbuchautor und Regissuer einen Text über das, was er den transzendentalen Stil im Film nannte, verfasst, eine Art von Film, der verglichen mit psychologischem Realismus &#8220;a spiritual state by means of austere camerawork, acting devoid of self-consciousness, and editing that avoids editorial comment “ illustriere. Jüngst ist dieser Text mit einer neuen Einleitung <a href="https://www.ucpress.edu/book/9780520296817/transcendental-style-in-film">wiederveröffentlicht</a> worden. <span id="more-17060"></span>Schrader selbst hatte bisher aber nie selbst einen dieser Ästhetik und Programmatik verpflichteten Film gedreht – bis zu &#8220;First Reformed&#8221;, in dem Ethan Hawke als desillusionierter Priester einen radiklen Umweltschützer trifft. Als Gründe dafür, dass er erst jetzt solch einen Film gedreht hat, <a href="https://www.popmatters.com/paul-schrader-interview-2586097121.html">nennt</a> Schrader persönliche (sein Alter) wie auch ökonomische (das drastische Sinken der Poduktionskosten von Filmen).</p>
<p>Kommt etwa die erste Hälfte des Films gänzlich ohne Soundtrack aus, so setzt ab der Mitte ein dunkles Brummen und Dröhnen ein, für das sich Brian Williams verantwortlich zeigt. Tracks wie „Revelation“, „Hanstown Kills“, „Discernment“, „Awakening“ oder „So Be It“ sind – wenn man das so salopp formulieren möchte – klassiche Lustmordstücke, die ohne Einsatz von Gitarren (wie auf<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/lustmord-other/"> „[Other]“</a>), Keyboard (wie auf „Metavoid“) oder Stimme (wie auf<a href="http://africanpaper.com/2013/07/27/lustmord-the-word-as-power/"> „The Word As Power“</a>) auskommen, gleichzeitig aber (etwas) weniger reduziert sind als das auf dem Geräusch kosmologischer Aktivitäten basierende und auf Touch veröffentlichte Album<a href="http://africanpaper.com/2016/10/01/lustmord-dark-matter/"> „Dark Matter“</a>. Vielleicht könnte man noch am ehesten auf das Referenzwerk „The Place Where The Black Stars Hang“ verweisen oder auf Passagen von „Carbon/Core“.</p>
<p>Auf „Eden“ hört man Wassertropfen fallen und etwas opulentere, melodische Passagen, durch die &#8220;Eden&#8221; zum orchestralsten Stück des Albums wird. „Accursed“ beginnt auch mit Dröhnen, doch dann setzt Orgelspiel ein und man hört „die Hymne „Onward Christian Soldiers“. Während des Stücks setzt die Orgel immer wieder ein, kämpft gegen die Drones an. Daran knüpft auch “Everlasting” an, auf dem die Hymne „Leaning on the Everlasting Arms” zu hören ist – vielleicht eine (un)bewusste Anspielung an<a href="https://www.youtube.com/watch?v=91IAwfdRX6A"> “The Night Of The Hunter”</a>.</p>
<p>Dieser verglichen mit konventionellen Scores reduzierte Soundtrack &#8211; an anderer Stelle wird er &#8220;sparsam&#8221; <a href="https://www.srf.ch/kultur/film-serien/filmfestival-venedig/verzweifelter-priester-erleidet-schiffbruch">genannt</a> &#8211; untermalt Schraders Film perfekt, auch weil neben der der Musik innewohnenden Düsternis Lustmords Arbeiten auch häufig etwas völlig Außerweltliches, Unfassbares, Transzendentales (?) besitzen. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://lustmord.bandcamp.com/">Lustmord Self-Released</a></strong></p>
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		<title>LUSTMORD: Dark Matter</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/10/01/lustmord-dark-matter/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2016 07:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arecibo]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Williams]]></category>
		<category><![CDATA[Lustmord]]></category>
		<category><![CDATA[Touch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Weltall hat im Werk von Brian Williams schon oft eine zentrale (nicht nur metaphorische) Rolle gespielt, so etwa auf dem noch immer als Dark Ambient-Referenzwerk geltenden „The Place Where The Black Stars Hang“, auf dem im Booklet zu lesen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/10/01/lustmord-dark-matter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/09/LM1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12820" title="LM" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/09/LM1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Weltall hat im Werk von Brian Williams schon oft eine zentrale (nicht nur metaphorische) Rolle gespielt, so etwa auf dem noch immer als Dark Ambient-Referenzwerk geltenden „The Place Where The Black Stars Hang“, auf dem im Booklet zu lesen war: „There is a place /where the black stars hang/and the strangest eons call /that amorphous mass /unknown, immense /ambivalent to all“. <span id="more-12819"></span>Immer war das All (auch) ein Signum für die Begrenztheit menschlicher Erkenntnis, für die Insignifikanz des Homo Sapiens in einem Kosmos, dessen Grenzen kaum fassbar sind; Gedanken, die sich u.a. bei Pascal, Lovecraft oder etwa Robinson Jeffers finden. “Guard yourself from the terrible empty light of space, the bottomless/Pool of the stars”, heißt es in Jeffers’ “Quia Absurdum”. In den Linernotes des neuen Albums schreibt Williams: „The universe we inhabit is a vast expense far larger than we are able to comprehend“.</p>
<p>Auf “Dark Matter” verwendet Williams ausschließlich zwischen 1993 und 2003 zusammengetragene Aufnahmen kosmologischer Aktivitäten (Strahlung, Quasare etc.) als Ausgangsmaterial. Schon auf dem Album „Trans Plutonian Transmissions“, das unter dem Projektnamen Arecibo 1994 veröffentlicht worden war, wurde auf solche Aufnahmen zurückgegriffen. Verglichen mit jenem Album ist „Dark Matter“ &#8211; ein Album, das schon lange geplant war &#8211; allerdings wesentlich reduzierter, minimal(istisch)er. In einem 2001 veröffentlichten <a href="http://www.spiderbytes.com/ambientrance/intlustmord.htm">Interview</a> sprach Williams davon, er plane “a long-delayed very minimal Lustmord ambient album to be called &#8220;Dark Matter&#8221;, which will only utilize recordings of deep space and interstellar activity that I&#8217;ve collected over the years” zu veröffentlichen.</p>
<p>Williams hatte in den letzten Jahren immer wieder das Klangspektrum erweitert, ob etwa durch den Einsatz von Keyboards auf „Metavoid“ (die dazu beitrugen, dass sich das Album partiell Filmmusik annäherte), die Verwendung von Gitarren auf<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/lustmord-other/"> „Other“</a> oder aber dadurch, dass er Stimme(n) auf dem 2013 veröffentlichten<a href="http://africanpaper.com/2013/07/27/lustmord-the-word-as-power/"> „The Word As Power“</a> ins Zentrum rückte. Die auf „Other“ basierenden sehr reduzierten Alben „[Beyond]“ und<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/lustmord-the-dark-places-of-the-earth/"> „[The Dark Places of the Earth]“</a> mit „extended ambient remixes“ wirkten dagegen fast wie eine kleine Korrektur, denn auch wenn man eine allzu puristische Herangehensweise vielleicht ablehnt (da Hybride oftmals spannender sind bzw. sein können), so waren die fast schon außerweltlich klingenden tiefen Bassfrequenzen, die das Werk des gebürtigen Walisers prägen, wesentlich besser geeignet, Musik zu erzeugen, die den Hörer in einen Raum außerhalb unserer Erde beförderte, wohingegen konventionelle(re) Instrumente den Klang letztlich doch (manchmal allzu sehr) auf dem Boden der Welt verankerten.</p>
<p>„Dark Matter“ besteht aus drei langen Tracks: „Subspace“ beginnt mit einem melodischen Ton, bevor die typischen tiefen Basssounds einsetzen. Auf „Astronomicon“ scheint Wind zu wehen, der an Stärke zunimmt und auch „Black Static“ wird von einem dunklen Brummen dominiert, ganz so, als solle die im Booklet als Umkehrung des biblischen Schöpfungsmythos abgedruckte Behauptung „The Universe began of darkness, not of light“ unterstrichen werden. Nach 70 Minuten tiefster Schwärzer ist der Hörer sicherlich soweit, das zu glauben. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.touch33.net/">Touch </a></strong></p>
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		<title>LUSTMORD: The Word As Power</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/07/27/lustmord-the-word-as-power/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Jul 2013 01:17:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aina Skinnes Olsen]]></category>
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		<description><![CDATA[Worte und Wörter haben im bisherigen Oeuvre Brian Williams&#8217; – zumindest musikalisch &#8211; lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt. So war die Stimme anfangs nur eine weitere Klangquelle inmitten des industriellen Schabens und Dröhnens, fand später dann Einsatz als Sprachsample (am &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/07/27/lustmord-the-word-as-power/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/Lustmord.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7416" title="Lustmord" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/Lustmord-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Worte und Wörter haben im bisherigen Oeuvre Brian Williams&#8217; – zumindest musikalisch &#8211; lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt. So war die Stimme anfangs nur eine weitere Klangquelle inmitten des industriellen Schabens und Dröhnens, fand später dann Einsatz als Sprachsample (am deutlichsten durch den extensiven Gebrauch von Samples aus Tourneurs „Night/Curse of the Demon“ auf „The Monstrous Soul“) oder tauchte kurz als Choralsample (auf „Carbon/Core“) auf. In den Booklets wurden zudem (finstere) Stimmungen evoziert, (dunkle) Örtlichkeiten beschworen: Man fand sich unter „bones of men“, sah „the crumbling of idols“ oder „an eternal shadow“, befand sich in „the cold waste“, „cyclopean vistas“oder „strangest eons“, alles – natürlich &#8211; „within darkness“.<span id="more-7415"></span></p>
<p>Das in den letzten fünf Jahren entstandene „The Word As Power“ &#8211; das erste gänzlich neue Werk seit „[Other]“ aus dem Jahre 2008 – rückt die Stimme(n) dagegen ins klangliche Zentrum, auch wenn Wörter/Worte im herkömlichen Sinne – wie Keith Moliné im Wire anmerkte – nicht zu vernehmen sind. Stattdessen findet sich ein wortloses Intonieren. Der erste Track „Babel“ wird dominiert von Aina S. Olsens wortlosem Gesang, während entfernt im Hintergrund die bekannten tiefen Bässe brummen und (ver)hallen. Ihr Gesang verleiht dem Stück einen gewissen sakralen Charakter, und ihr Verzicht auf Worte mag der Sprachverwirrung entgegenwirken, mit der der Gott des Alten Testaments den Hochmut der Menschen strafte. Olsen ist noch auf drei weiteren Stücken zu hören: „Goetia“ beginnt reduzierter, in weiter Ferne brummen die Bässe, bevor ihr Gesang einsetzt, hier klingt er aber noch eher nach Beschwörung, nach Ritual. Fast unmerklich geht das Stück in das 17-minütige klanglich daran anknüpfende „Corazin“ über, dessen Titel ebenfalls auf eine Region verweist, in der drei große Weltreligionen entstanden. Olsen singt auch auf „Y-Gair“, dem Abschlusstrack des Albums, und all ihren Beiträgen ist gemein, dass sie den Stücken eine orientalische Note verleiht, was natürlich zu den durch die Titel geweckten Assoziaten passt. Dagegen ist das von Soriahs Kehlkopfgesang geprägte „Grogori“ wesentlich ritueller. Zum Teil hat man den Eindruck, dass der Gesang und die tiefen Bassfrequenzen eine Synthese eingehen. Klanglich ist das vielleicht das bedrohlichste Stück des Albums und kurzzeitig musste ich an die auf „Heresy“ erzeugten Stimmungem denken. Auf „Andras Sodom“ hört man Jarboe, deren tiefe Stimme weitaus weniger im Vordergrund steht also zuvor Olsens. Auch „Abaddon“ (mit James Maynard Keenan als Gastsänger) rückt die Stimme stärker in den Hintergrund, dafür musste ich in Passagen unweigerlich an gregorianische Choräle denken – hier natürlich aufgenommen in den tiefsten sich nur vorstellbaren Abgründen.</p>
<p>Verglichen mit „[Other]“, auf dem sich die erstmalig eingesetzten Gitarren meines Erachtens nur bedingt in den Lustmord&#8217;schen Klangkosmos einfügten, klingt „The Word As Power“ trotz der unterschiedlichen Sänger wesentlich homogener, allerdings führt der Einsatz von Gesang  dazu, dass man zumindest in Passagen meint, konventionelle(re) Filmmusik zu hören – ein Eindruck, <a href="http://boomkat.com/cds/742751-lustmord-the-word-as-power">den nicht nur ich habe</a>. Die entmenschlichten Wüsten und Abgründe, die die besten Arbeiten Williams&#8217; heraufbeschworen, sind hier einem manchmal etwas zu (be)greifbaren Klang gewichen.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label:<a href="http://blackesteverblack.blogspot.de/"> Blackest Ever Black </a></p>
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		<title>MONTE CAZAZZA &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/01/monte-cazazza-interview/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 16:19:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Williams]]></category>
		<category><![CDATA[Industrial Records]]></category>
		<category><![CDATA[Lustmord]]></category>
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		<category><![CDATA[The Atom Smashers]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl Monte Cazazza seit etwa 30 Jahren musikalisch aktiv ist, hat er erst dieses Jahr sein eigentlich erstes eigenes Album veröffentlicht, das seit Jahren angekündigt &#8220;The Cynic&#8221;. Die Geschichten über seine frühen Exploitationfilme und transgressiven Performances &#8211; ein kurzer Abriss &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/monte-cazazza-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/montecazazza1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2502" title="montecazazza1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/montecazazza1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Obwohl Monte Cazazza seit etwa 30 Jahren musikalisch aktiv ist, hat er erst dieses Jahr sein eigentlich erstes eigenes Album veröffentlicht, das seit Jahren angekündigt &#8220;The Cynic&#8221;. Die Geschichten über seine frühen Exploitationfilme und transgressiven Performances &#8211; ein kurzer Abriss über Cazazzas Schaffen findet sich in meiner Rezension von &#8220;The Cynic&#8221; und ist online einsehbar -    haben dazu beigetragen, ihm einen quasimythischen Statuszu verleihen, und das alles trotz oder  gerade wegen des geringen musikalischen Outputs und der Nichtverfügbarkeit seines filmischen Früh(st)werks.<span id="more-2501"></span> Cazazza,  der   zwei    Singles    auf Industrial   Records   veröffentlichte </strong><strong>und den Slogan &#8220;Industrial Music for Industrial People&#8221; erfand, hat sein Schaffen immer dem   Abseitigen,dem Verfemten  gewidmet,  hat mit großer Freude dem Menschen einen </strong><strong>Spiegel vorgehalten, aus welchem dem Betrachter die verzerrte Fratze des Anthropofagen entgegen blickte &#8211; durchaus immer mit einem Augenzwinkern, mit einem Spaß am Zeigen des oftmals Unzeigbaren und Cazazza spricht im folgenden Interview zu Recht davon, dass er einen   schrägen   Sinn   für   Humor habe. Dabei machen die Antworten des Kaliforniers auch deutlich, dass er niemand  ist,  der endlos über Konzeptionelles spricht, sondern sich darauf beschränkt, knapp und teils pointiert zu antworten.</strong></p>
<p><em><strong>Soweit ich weiß, sollte &#8220;The Cynic&#8221; 1997 auf Side Effects veröffentlicht werden, aber Side Effects stellte dann alle Aktivitäten ein. War das der Hauptgrund, dass das Album damals nicht veröffentlicht wurde?</strong></em></p>
<p>Brian Lustmord hatte damals ein paar Demoaufnahmen, von den Sachen, an denen ich gerade arbeitete, gehört und ermutigte mich, damit weiterzumachen. Aber als Side Effects dann aufhörte, habe ich zwar an allerlei Sachen gearbeitet, aber es gab wenig Interesse von Leuten, mit denen ich hätte arbeiten wollen, das zu veröffentlichen -    aber es hat sich schließlich doch noch zum Guten gewendet. Besonders deswegen, weil es jetzt &#8211; wenn schon nicht auf Side Effects &#8211; auf Paul Smiths Label Blast First Petite rausgekommen<br />
ist.</p>
<p><em><strong>Wieviele der Songs, die jetzt auf dem Album sind, existierten schon 1997? Gab es Stücke, die du nicht mehr für die endgültige Version verwendet hast und gab es radikale Überarbeitungen.</strong></em></p>
<p>Zwei, aber nur als frühe Demoaufnahmen, der Rest wurde fallengelassen. Alles wurde radikal überarbeitet, als ich runter nach LA fuhr, um mit Brian zu arbeiten und auch die Vocals wurden alle später dort hinzugefügt. Auch Fred Giannelli arbeitete an der Musik für &#8220;Terminal&#8221; allein und dann arrangierten wir es neu und sahen zu, dass die Vocals dazu passten.</p>
<p><em><strong>Ich habe den Eindruck, dass du auf (dem großartigen) &#8220;Terminal&#8221; mehr als nur ein distanzierter Beobachter bist. Die Art und Weise, wie du den Text vorträgst, scheint nahezulegen, dass es dir (auf gewisse Weise) gefällt, wenn &#8220;das Blut gelb wird&#8221;. Denkst du, dass das schon immer ein Teil deiner Arbeit (sei es bei Filmen oder auf deinen Platten) gewesen ist?</strong></em></p>
<p>Na ja, ich habe einen ziemlich schrägen Sinn für Humor, den ich einfließen lassen will, aber ein Großteil des Publikums schätzt das nicht.</p>
<p><em><strong>Welche Gründe gab es dafür, auf &#8220;Terminal&#8221; an Psychic TVs &#8220;Terminus&#8230;&#8221; anzuspielen? War es eine Art Ironisierung wegen der ähnlichen Titel oder lag es an deiner und Freds Verbindung zu der Band?</strong></em></p>
<p>Na ja, wir haben unsere Gründe.</p>
<p><em><strong>Ich denke, es gibt thematische Parallelen zwischen &#8220;A gringo like me&#8221;, &#8220;Terminal&#8221; und &#8220;Birds of prey&#8221;. Hat sich das erst nach und nach entwickelt oder war es von Anfang an klar, dass es miteinander verbundene Songs geben würde?</strong></em></p>
<p>Eine Sache, die sich der Hörer klar machen sollte, ist, dass die CD eigentlich ein kompletter Soundtrack zu einem Film über den Südwesten ist, den ich gerne drehen würde, wenn ich die Dollars dafür bekäme.</p>
<p><em><strong>Wie sind die rhythmischen Tracks wie &#8220;Break number one&#8221; oder &#8220;Venom&#8221; entstanden?</strong></em></p>
<p>Ich wollte ein paar Tracks mit Vocals und einige nur mit Musik, da es &#8211; wie gesagt &#8211; ein Soundtrack ist.</p>
<p><em><strong>Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Lydia Lunch auf &#8220;What&#8217;s so kind about mankind&#8221;. Habt ihr den Text zusammen geschrieben oder geschah es per Post/E-Mail?</strong></em></p>
<p>Ich hatte ein paar der Zeilen in einer von Lydias absolut großartigen Schimpfkanonaden gehört und nahm sie mit ihrer Erlaubnis aus dem Kontext heraus und fügte sie in &#8220;Mankind&#8221;, an dem ich gerade arbeitete, ein und sie passten wie angegossen. Eine Sache, die ich betonen möchte, ist, dass jeder, der an dem Album mitgewirkt hat, es zu der Veröffentlichung gemacht hat, die es jetzt ist und es ist toll, dass es diese Zeit benötigt hat &#8211; dadurch ist es noch besser geworden.</p>
<p><em><strong>Du hast den Terminus &#8220;Industrial Music for Industrial People&#8221; geprägt. Hast du einen Slogan für die (Post-)lndustrial Szene von heute?</strong></em></p>
<p>Eine ganze Reihe, aber ich kann sie natürlich nicht nennen, bis ich mir das Copyright besorgt habe, da sie sonst jeder klaut und für seine eigenen schändlichen Zwecke gegen mich einsetzt. Ha ha ha.</p>
<p><em><strong>Heutzutage gibt es so genannte (Post-)lndustrialbands,dieversuchen durch dumpfe Provokationen mehr Alben zu verkaufen. Wie stehst du dazu?</strong></em></p>
<p>Strengt euch mehr an.</p>
<p><em><strong>Du bist durch deine transgressiven Auftritte  berühmt-berüchtigt geworden. Hast du noch Interesse daran, so etwas Ähnliches heutzutage zu machen?</strong></em></p>
<p>Darauf kannst du wetten. Aber heutzutage sind die Anwaltskosten viel teurer als damals und jeder versucht einen sofort wegen mentaler Grausamkeit zu verklagen.</p>
<p><em><strong>Glaubst du, dass aufgrund des Internets und des so genannten Reality-TVs von Performances wie du sie in der Vergangenheit gemacht hast, Leute nicht länger berührt werden? Denkst du, dass es noch Dinge/ Themen gibt, die die Menschen berühren können?</strong></em></p>
<p>Ich habe eine Reihe von Ideen, aber nicht das Geld oder die rechtlichen Ressourcen, um mich vor den Konsequenzen meiner eigenen Handlungen zu schützen und ich will nicht eingekerkert werden und mit Waterboarding Bekanntschaftschließen oder in ein Flugzeug gesteckt werden und dann wird niemand mich je wieder sehen oder von mir hören&#8230;</p>
<p><em><strong>Auf der Compilation &#8220;The worst of&#8230;&#8221; finden sich drei Tracks von The Love Force. Was kannst du uns über die Ursprünge dieses Projekts sagen? Gab es Pläne, weitere Songs aufzunehmen?</strong></em></p>
<p>Nun, das war ein interessantes Projekt mit einigen sehr talentierten Musikern, aber es hat nicht lang genug gehalten&#8230;</p>
<p><em><strong>Du hast an einigen Soundtracks mitgewirkt und hast gerade gesagt, dass &#8220;The Cynic&#8221; ein Soundtrack zu einem Film ist, den du gerne drehen würdest, wenn du die Mittel hättest. Wird es in nächster Zeit weitere Soundtracks geben? Welcher der Filme, an denen du beteiligt warst, hat dich am meisten zufriedengestellt?</strong></em></p>
<p>&#8220;True Gore&#8221; und Jon Moritsugus Filme, es hat Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten.</p>
<p><em><strong>Kannst du noch kurz etwas über das Projekt The Atom Smashers sagen und ob ihr je vorhattet, ein zweites Album aufzunehmen?</strong></em></p>
<p>Elektronisches Rapalbum, da ich nur mache, was ich will. Keine Pläne für ein zweites, Album war eine einmalige Sache.</p>
<p><em><strong>Die &#8220;Kill yur self&#8221;-12&#8243; war für DJs konzipiert. Kannst du etwas zur Idee dahinter sagen?</strong></em></p>
<p>Eine Art Klangeffektalbum für DJs, um es in anderen Kram reinzumischen.</p>
<p><em><strong>Die zwei Teile von &#8220;Extinction&#8221; von der Side Effects-Compilation &#8220;Deep Net&#8221; wurden während der gleichen Sessions wie obige 12&#8243; aufgenommen. Stammen aus dieser Zeit auch die ursprünglichen &#8220;The Cynic &#8220;-Demos ?</strong></em></p>
<p>Nein, all diese Aufnahmen wurden zu unterschiedlichen Zeiten gemacht. Das macht sowieso keinen großen Unterschied. Du bist ziemlich an Zeitleisten interessiert &#8211; als ob sich irgendein Leser darum scheren würde.</p>
<p><em><strong>In der Vergangenheit warst du für deine Vorträge zu verschiedenen Themen (wie z.B. Siamesische Zwillinge) bekannt. Machst du so etwas noch gelegentlich? Was sind deine aktuellen Interessen und Obsessionen?</strong></em></p>
<p>Ich halte meiner Freundin die ganze Zeit über Vorträge&#8230;Ha ha&#8230;Über multiple Persönlichkeiten&#8230;</p>
<p><em><strong>Vielleicht ist es noch etwas früh für diese Frage, aber gibt es Pläne für ein weiteres Album?</strong></em></p>
<p>Klar, ich habe ein Projekt mit Meri St Mary. Ich kann mehr nicht sagen, es sei denn, du willst mir einen wirklich großen, fetten Scheck schicken.</p>
<p><em><strong>Glaubst du ein Track wie &#8220;Birth Control&#8221; ist heutzutage noch relevanter als früher, wenn man an Leute wie Christine O&#8217;Donnell denkt?</strong></em></p>
<p>Sicher. Sieben Milliarden Menschen und stetig wachsend.</p>
<p>- M.G. &amp; D.L. -</p>
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		<title>MONTE CAZAZZA &#8211; The Cynic</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 09:54:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wird der Name Monte Cazazza genannt, so ist das, was ich den Raunfaktor nennen möchte, sehr hoch, schließlich hat der Kalifornier in den 70ern den Slogan „industrial music for industrial people“ erfunden (der zur Bezeichnung für ein ganzes Genre werden &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/monte-cazazza-the-cynic/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Monte-Cazazza-Cynic-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1679" title="Monte-Cazazza-Cynic-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Monte-Cazazza-Cynic-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong>Wird der Name Monte Cazazza genannt, so ist das, was ich den Raunfaktor nennen möchte, sehr hoch, schließlich hat der Kalifornier in den 70ern den Slogan „industrial music for industrial people“ erfunden (der zur Bezeichnung für ein ganzes Genre werden sollte), drehte zudem angeblich den ersten Kunstfilm, in dem ein Fistfuck gezeigt wurde („Mondo Homo“) oder ließ auf einem Kunstevent einen verwesenden Katzenkadaver verbrennen und verwehrte den angeekelten Besuchern die Flucht. <span id="more-1649"></span></p>
<p>Diese Aufzählung hat nicht den Charakter der Vollständigkeit, soll nur eine ungefähre Vorstellung vom Werk und Wirken Cazazzas geben, weiteres Erquickliches kann man im „Industrial Culture Handbook“ nachlesen. Ein Großteil dessen, was Cazazza machte oder für das er berüchtigt ist, verknüpfte Transgression mit so etwas wie einer diebischen Freude an der Überschreitung, immer auch mit hohem Trashfaktor. Wenn auf der auf Mutes Grey Area erschienenen (und ironisch betitelten) Compilation „The Worst of Monte Cazazza“ zu Beginn ein (echter?) Psychiater ein Gutachten zum Album abgibt und Begrifflichkeiten, Zuschreibungen und Pathologisierungen wie „sexploitative tendencies“, „psychomasturbation“, „infantile interests“, „confused erotomaniac“,  „anal retentive“, „shock value“, „cheap thrills“ oder „pervert“ fallen, dann trifft das natürlich zu (wenn auch mit einem Augenzwinkern) – Kunst trifft (auf) den Trailerpark, John Waters ist nicht weit (und war nicht zufällig mit Cazazza in der „Pranks“-Ausgabe des legendären Re/Search-Magazins zu finden).</p>
<p>Vieles aus der drastischen Frühphase kennt man nur vom Hörensagen: Wer kann schon behaupten, einen von Montes frühen Filmen wie „Diary of a Rubber Slave“ je gesehen zu haben? Dieser quasi mythische Status des Kaliforniers steht in keinem Verhältnis zu seinem sehr schmalen musikalischen Output. Nach zwei mit Hilfe von Throbbing Gristle aufgenommenen und auf Industrial Records erschienenen 7’s, einer 7’ auf Sordide Sentimental, einer Livekollaboration mit Factrix auf „California Babylon“ und einem Album unter dem Projektnamen „The Atom Smashers“ kam nicht mehr viel, insofern kann man die (oben schon erwähnte) 1992 erschienene Zusammenstellung „The Worst of…“ (auf der sich auch drei unveröffentlichte Tracks fanden, die mit Kris Force unter dem Namen Loveforce entstanden, von denen „Six Exes from Hell“ in den 90ern ein veritabler Hit in einigen Gruftischuppen wurde) auch schlicht in „Most of…“ umbenennen. Denn so viel mehr gab es nicht.</p>
<p>In den 90ern erschien auf Brian Williams von Graeme Revell übernommenem Label Side Effects „Power versus Wisdom“, die Aufnahme einer Radioshow, auf der bekannte neben bislang unveröffentlichten Tracks live im Studio eingespielt wurden – bezeichnenderweise anlässlich von Halloween (dem Tag, an dem Cazazza der Legende nach sein Haus mit einer Tasche voll Herzen und Lebern verlässt).</p>
<p>Ursprünglich sollte ein Album mit dem Namen „The Cynic“ Ende 1997 auf selbigem Label  veröffentlicht werden, Side Effects stellten aber die Tätigkeit ein und Monte Cazazza verschwand (zumindest musikalisch) in der Versenkung. Nun also erscheint „The Cynic“ – wenn man so will, das erste „richtige“ Studioalbum – 13 Jahre später und man muss sich fragen, was in der Zeit passiert ist, klingt vieles auf dem von Brian Williams produzierten und abgemischten Album doch so, als habe es die letzten Jahre lediglich in der Schublade geschlummert. Das Eröffnungsstück „Interrogator“ ist eine düstere Ambient-Synthiefläche, die als Einstimmung dienen mag, wenngleich im Verlauf des Albums die Stimmung mehrfach gebrochen und das Genre öfter gewechselt wird. Es folgt der erste Stilbruch: Eine Coverversion von Ennio Morricones „A Gringo Like Me“ (auch schon von Giddle Partridge interpretiert), mit brillanten Zeilen wie „Keep your hand on your gun/Don’t you trust anyone/There’s just one kind of man/That you can trust/That’s a dead man/Or a gringo like me”, die aber mit weitaus weniger Pathos als im Original vorgetragen werden, viel eher so, als könne das Stück einen Western untermalen, bei dem Herschell Gordon Lewis Regie geführt hat. Zum Sujet passt das Foto im Innern, auf dem Cazazza mit Cowboyhut posiert. Was dann mit „Break Number One“ folgt, kann weniger einen Western untermalen als vielmehr die Tanzfläche einer Großraumdisco, nur klingt die Technonummer nicht mehr ganz taufrisch. „Terminal“ schlägt eine Brücke zum Cover, auf dem eine tote, von Fliegen bedeckte Ratte zu sehen ist, interpretiert Cazazza doch hier einen Text, der ursprünglich von britischen Soldaten während des Krimkrieges geschrieben wurde und in dem beschrieben wird, was mit einer Leiche nach einiger Zeit passiert. Man hat auch hier den Eindruck, als sei Cazazza angesichts des Grauens („then your blood turns yellow“) weniger entsetzt oder verärgert, sondern als sei er ein Voyeur, den das Gesehene wenn nicht zwangsläufig erregt, dann doch zumindest amüsiert (ob das eine Kompensationsstrategie angesichts des unaufhaltsamen Todes  („no one escapes the grim reaper’s thrust“) ist, sei einmal dahingestellt und ist vielleicht nur ein Rationalisierungsversuch von Rezipientenseite). Musikalisch beginnt „Terminal“ als von Akustikgitarre untermalte Ballade, die dann aber im weiteren Verlauf Psychic TVs (deren Mitglied er auch zeitweilig war) „Terminus-xthul“ (vom Debüt „Force the Hand of Chance“) sehr deutlich zitiert. „Venom“ ist eine weitere instrumentale Technonummer, bevor das musikalisch ähnlich ausgerichtete und mit Lydia Lunch getextete Stück im Titel die berechtigte Frage „What’s so Kind about Mankind?“ stellt. Abgeschlossen wird das Album von dem Track „Birds of Prey“, der mit melodischen Pianoklängen beginnt, die dezent von Rhythmus unterlegt werden und in dem Cazazza die Westernthematik von „A Gringo…“ mit der Verwesung von „Terminal“ verknüpft. Musik für den Chill Out mit den Raubvögeln sozusagen. Eine bizarre, nur bedingt  kohärente Veröffentlichung, die einen aber auf nicht immer nachvollziehbare Weise ab und an begeistert. Auf der Rückseite des Covers befindet sich  die Definition eines Zynikers aus Ambrose Bierce berühmten „Devil’s Dictionary“, die da lautet: „A blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be. Hence the custom among the Scythians of plucking out a cynic’s eye to improve his vision.“ Cazazza zwinkert dem Zuhörer dann wohl nur mit einem Auge zu.</p>
<p>(M.G.)</p>
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		<title>LUSTMORD &#8211; Interview</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 07:01:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong><em></em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Lustmord_PR01_4c-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1726" title="Lustmord_PR01_4c-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Lustmord_PR01_4c-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„There is a place/Within darkness/Beyond, between/Without name“</strong></h2>
<p><strong>Brian Williams’ Projekt entstand in den Nachwehen der ersten Industrialgeneration. Seine Bekanntschaft mit Throbbing Gristle, SPK und Monte Cazazza ließ ihn zuerst noch in bester transgressiver Tradition atonale Klänge herstellen, bevor er sich weniger konfrontativer und atmosphärisch dichterer Musik zuwandte und dabei ein Genre erfand, das unglücklicherweise wenig originell mit Dark Ambient betitelt wurde<span id="more-1692"></span>, wobei Brian Williams’ Veröffentlichungen schon immer allzu enge Genregrenzen gesprengt haben und er (insbesondere in den letzten Jahren) das Spektrum seiner Klänge stark erweitert hat: Ob auf seiner Zusammenarbeit mit den Melvins auf „Pigs of the Roman empire“ oder aber auf dem letzten regulären Studioalbum „[Other]“, auf dem erstmals sehr offen elektrische Gitarren verwendet wurden – nie scheint er sich mit dem Status Quo zufrieden zu geben, zu sehr ist da das Interesse am Erforschen (es ist sicher kein Zufall, dass dieses Wort im folgenden Interview auch fällt) neuer Klänge. </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>? War es von Anfang an klar, dass es einen ganzen Zyklus von Veröffentlichungen rund um das „[Other]“-Album geben würde („ [The dark places of the earth]“, „[Beyond]“, „[Other dub]“, „[Transmuted]“) oder hat sich das erst nach und nach entwickelt? </strong></em></p>
<p>Es war nicht wirklich vor der Veröffentlichung von „[Other]“ geplant, aber nachdem das Album herausgekommen war, dachte ich mir, dass ich ganz gerne eine zweite CD mit Ambientmixen machen würde. Ich hatte nicht geplant, dass es zwei Veröffentlichungen werden würden, aber es ist nicht so, dass ich –wenn ich an Tracks arbeite – sage: Der Track wird sechs Minuten lang sein, der wird zwanzig Minuten lang sein. Ich arbeite an einem Stück und erlaube ihm, sich natürlich zu entwickeln und zwar so lange, wie es notwendig ist. Als ich an den Ambientmixen saß, stellte sich heraus, dass ich ziemlich viel Musik hatte. Ich veröffentlichte also „[The dark places of the earth]“ und als  mir klar wurde, dass ich noch etliche Minuten übrig hatte, und zudem zwei der Tracks noch nicht gemixt hatte, beschloss ich, weiterzumachen.</p>
<p><strong><em>? Würdest du sagen, dass es sich eher um Ergänzungen oder um Korrekturen handelt?</em> </strong></p>
<p>Ganz sicher nicht um Korrekturen. „[Other]“ war ein Experiment, da Gitarren eingesetzt wurden und andere Leute mitgemacht haben. Mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es ein voller Erfolg war; aber wenn man Alben macht, weiß man eigentlich immer erst sehr viel später, ob es funktioniert hat oder nicht. Ich weiß, dass es einigen nicht gefallen hat, dass Gitarren dabei waren, das ist aber auch ok. Ich wollte aber dann auch einige Ambientmixe in limitierter Auflage herausbringen.</p>
<p><em><strong>? Hast du das Artwork, das du für die limitierten CDs gemacht hast – man sieht all diese kargen, trockenen Orte –  ausgewählt, weil die Musik darauf auch</strong> </em><strong><em>sehr reduziert ist oder war das nur ein Zufall?</em> </strong></p>
<p>Es war eine Mischung verschiedener Sachen. An dem, was du sagst, ist schon was Wahres dran. Die beiden Extraveröffentlichungen sind auch definitiv ein Paar. Die eigentlichen Bilder stammen aus der Wüste im Westen Amerikas. Es hatte mit Designüberlegungen zu tun und auch damit, dass wir Bilder nehmen wollten, die wir selbst bei verschiedenen Ausflügen gemacht hatten.</p>
<p><em><strong>? Auch nicht schlecht.</strong></em></p>
<p>Diese Urlaubsbilder als Artwork zu benutzen, ist eine nette Weise, persönliche Sachen mit anderen zu teilen.</p>
<p><em><strong>? Kann ich mir vorstellen. Was etwas anderes: Du hast in der Vergangenheit gesagt, dass du die Sachen, die du für Filme machst und deine eigene Musik zwei unterschiedliche Dinge sind. In deinem letzten Rundbrief hieß es, dass du Sachen, die du für „The Crow“ und das Computerspiel „Unreal tournament III“ gemacht hast, in einige längere Ambientmixe integriert hättest. Ist das etwas Neues für dich? </strong></em></p>
<p>So habe ich noch nicht darüber nachgedacht. Es ist in dem Sinne neu, dass ich es vorher noch nicht gemacht habe. Hier lag noch einiges an Material herum. Einiges kann ich nicht veröffentlichen, weil es mir nicht gehört, aber andere Sachen, die bei der Arbeit dafür entstanden sind, gehören mir. Ich arbeite selten mit alten Sachen, weil ich es nicht mag, zurückzugehen und mit altem Material zu arbeiten. Es ist so langweilig und ist nicht wirklich inspirierend. Bei den Sachen wollte ich aber schauen, ob man sie noch weiter erforschen kann, bevor man sie endgültig ad acta legt. Vielleicht wird das eine limitierte Veröffentlichung oder eine Veröffentlichung über iTunes. Es gibt da einiges, was ich nicht weiter verfolgt habe. Wenn man an seinen eigenen Sachen arbeitet, ist es seine eigene Sache, man kann in jede Richtung gehen bzw. in die, in die man will: Vielleicht will man den Leuten gefallen, vielleicht will man Geld verdienen – davon abgesehen, kann man machen, was man möchte. Wenn man aber für andere etwas macht, z.B. für einen Film, ist die Musik einfach eine Sache im Film. Mal schauen, was daraus wird, es ist ein Experiment. Manchmal funktionieren solche Sachen, manchmal nicht.</p>
<p><em><strong>? Sind denn die Film- und Computersachen sozusagen nur dein Brotjob oder ist es mehr? </strong></em></p>
<p>Ja schon. Es ist das gleiche Prinzip als wenn man einen 8-Stunden-Job hat. Na ja, ich muss nicht zur Arbeit gehen, weil ich es von Zuhause mache – es macht aber definitiv einen Unterschied aus, dass es ein kreativer Prozess ist. Es ist ähnlich wie das, was ich sonst tue. Und wer hat schon die Möglichkeit dazu, das zu machen, was er sonst so tut und dafür auch noch bezahlt zu werden? Aber was ich vorhin schon mal gesagt habe, es gibt da nicht eine klare Antwort, es ist eine Kombination von Dingen. Es ist hauptsächlich ein Job, den ich erledige und dann weitermache, aber es ist eben auch etwas Kreatives, das ich sowieso mache und das ein Teil von mir ist. Manchmal muss man die Sachen auch lediglich als Arbeit betrachten, weil die Projekte nicht sehr gut sind und der einzige Grund, warum man es macht, das Geld ist. Das ist ok. Man muss schließlich seine Rechnungen zahlen.</p>
<p><em><strong> ? A propos Rechnungen: Du hast mal im Lustmordforum gesagt…</strong></em></p>
<p>Ich muss wohl aufpassen, was ich so sage. (lacht)</p>
<p><strong><em>? …dass du manchmal wegen der ganzen illegalen Downloads etwas frustriert bist. Ich hatte vor einigen Jahren fälschlicherweise angenommen, das sei nur ein Problem gesichtsloser Mainstreammusik, aber da habe ich mich ziemlich getäuscht.</em> </strong></p>
<p>Wenn Leute deine Arbeit schätzen und Sachen herunterladen und sie sich anhören, kann das eine gute Sache sein, aber das Problem ist, dass es schwierig wird, neue Dinge zu veröffentlichen. Wenn man etwas veröffentlicht, muss man etwas daran verdienen, um mit dem Geld die nächste Sache rausbringen zu können. Schau dir „[Other]“ an. Daran habe ich auch zwei Jahre später noch nichts verdient. Früher haben die Leute ziemlich viel gekauft, jetzt nur noch sehr wenig. Die meisten Leute, die ich kenne, sind professionelle Musiker, haben Label und alle leiden ganz schön darunter. Ich sage jetzt nicht, dass man deswegen in Tränen ausbrechen sollte oder Mitgefühl zeigen muss, aber die Realität sieht eben so aus, dass diejenigen, die früher vom Musikmachen leben konnten, es jetzt kaum noch oder gar nicht mehr können. Früher war das so, dass Leute wie ich, die komische experimentelle Musik machen, sich einen Publikumsstamm aufbauen konnten: Meine ersten beiden Alben waren wenig bekannt, aber ich habe das Geld von den Verkäufen benutzt, um ein drittes und viertes zu machen und dann hatte ich einen gewissen Ruf. Heutzutage bringt man sein ersten Album raus, die Leute laden es runter ohne dafür zu bezahlen und man kann kein zweites Album mehr veröffentlichen. Das ist dann das Ende davon. Und das ist unglücklicherweise ein großes Problem.</p>
<p><em><strong>? Ich habe vor einigen Monaten mit Andrew Liles gesprochen, der davon erzählte, dass er auf Tour mit Nurse With Wound australische Fans getroffen habe, die seine Arbeit so sehr schätzten, dass sie ihren Hund Liles genannt haben. Als er fragte, welche seiner Alben sie hätten, kam heraus, dass sie alles illegal runtergeladen hatten. Er war ganz schön sauer. </strong></em></p>
<p>Früher konnte man 10,000 Alben verkaufen, heute sind es 1,000 oder 2,000. Man kann klarkommen, wenn man noch einen weiteren Job hat, aber oft ist es so, dass man dann keine Zeit mehr hat, Musik zu machen. Das ist frustrierend. Ich habe nie erwartet, reich zu werden. Wenn ich es wegen des Geldes machen würde, wäre meine Musik viel kommerzieller. Lustmord wird nie kommerziell sein und das ist in Ordnung. Ich mache das für mich. Ich habe Glück, dass es Leute gibt, die mich unterstützen und die mein Werk schätzen und bislang war es so, dass ich mit dem Gewinn des letzten Albums ein neues finanzieren konnte oder ich konnte in Equipment investieren. Ich habe gestern mit jemandem – ich werde jetzt keine Namen nennen –, der ein größeres Indielabel hat gesprochen und er meinte, sie hätten ziemliche Probleme über die Runden zu kommen. Ich denke, es wird irgendwann weniger Labels und Bands geben. Die Zeiten ändern sich.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Lustmord2c-300x279.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1727" title="Lustmord2c-300x279" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Lustmord2c-300x279.jpg" alt="" width="300" height="279" /></a>? Du nutzt das Internet sehr intensiv…</strong></em></p>
<p>Ja, Leute wie ich können viel einfacher mit anderen kommunizieren. Das ist ein ziemlicher Vorteil. Die Kehrseite ist, dass man mit zwei, drei Mausklicks die Musik runterladen kann. Ich weiß aber auch keine gute Antwort darauf. Wenn sich die Leute deine Sachen anhören, ist das ein Kompliment, aber wie man davon leben soll, weiß ich nicht.</p>
<p><em><strong>? Heutzutage ist für jüngere Leute Musik nur noch eine Sache unter vielen. </strong></em></p>
<p>Das ist ok.</p>
<p><em><strong>? Ist das auch ein Grund dafür, warum du das Livealbum „Lustmord rising“ nicht mehr nachpressen wirst? </strong></em></p>
<p>Ja, auf gewisse Weise schon. Das ist keine wütende Reaktion sondern einfach ganz pragmatisch gedacht. Vor zehn Jahren hätte ich mehr von der CD verkauft und ich hätte sie nachgepresst. Falls das Sinn ergibt, da das Album vor zehn Jahren natürlich nicht existiert hat. Aber du weißt, was ich meine.</p>
<p><strong><em>? Natürlich. Es ist erstaunlich, wenn man sich frühere Verkaufszahlen anschaut.</em> </strong></p>
<p>Eine Band, deren Namen ich nicht nennen kann, hat vor 18 Monaten ihr Debüt veröffentlicht. Sie hatten ziemlich gute Kritiken, ihre Tour war ganz erfolgreich und sie haben insgesamt 10,000 Alben verkauft. Jetzt haben sie ihr zweites Album veröffentlicht, hatten auch wieder gute Rückmeldungen, haben eine große Tour gemacht, haben auch über myspace super Feedback bekommen und sie haben 2.000 Stück verkauft. Ich fange an, mich zu wiederholen, aber du hast die Frage gestellt. (lacht)</p>
<p><em><strong>? Wir haben vorhin über dein Livealbum gesprochen. Wie bewertest du es aus der Distanz? </strong></em></p>
<p>Aus meiner Sicht war es ein Erfolg. Ich habe mir das Album vor einem Jahr noch einmal angehört und fand, dass es ok war.</p>
<p><strong><em>? Ich wollte noch ein paar Sachen zu spezifischen Tracks fragen. Auf „Carbon/Core“ gibt es dieses Stück „Born of cold light“ und ich habe mich gefragt, wo die verwendeten Choralsamples herstammen?</em> </strong></p>
<p>Ich weiß nicht genau, welches Stück das ist. Ich habe das Album seit Ewigkeiten nicht mehr gehört und kann mich nicht mehr erinnern, was ich alles benutzt habe.</p>
<p><strong><em>? Wo wir gerade bei Gesang sind: Du hast ein neues Album namens „Word as power“ angekündigt, auf dem die Stimme eine größere Rolle spielen soll. </em></strong></p>
<p>Ich habe schon seit langem Stimmen aufgenommen. Einer von vielen Einflüssen waren osteuropäische Gesänge: aus Georgien, Armenien, dem mittleren Osten, auch japanische Einflüsse. Nicht gregorianisch, eher prägregorianisch. Ich habe mit der Arbeit an dem Album schon angefangen. Diese Alben sind lange, bevor ich sie aufnehme, in meinem Kopf geplant. Ich habe schon weiblichen Gesang und hoffe, dass ich auch noch männlichen bekomme. Mit Gesang meine ich jetzt nicht Singen im herkömmlichen Sinn, eher Harmonien und so etwas.</p>
<p><em><strong>? Glaubst du, dass das noch dieses Jahr veröffentlicht werden wird? </strong></em></p>
<p>Ich bin mir nicht sicher. Ursprünglich dachte ich, dass es dieses Jahr rauskommt, aber andere Sachen haben mich etwas von der Arbeit abgehalten. Ich bin mir relativ sicher, dass ich es dieses Jahr fertig bekomme, aber du weißt ja, wie das mit Labeln funktioniert. Auch wenn ich es dieses Jahr fertig bekomme, dauert es ein paar Monate, bis es veröffentlicht werden wird.</p>
<p><em><strong>? Wird das wieder auf Hydra Head rauskommen?</strong></em></p>
<p>Ich denke. Bis jetzt macht es uns Spaß zusammen zu arbeiten. Ich mag ihren Vertrieb und ich schätze sie auch als Menschen. Momentan wüsste ich nicht, warum es nicht dort rauskommen sollte.</p>
<p><em><strong>? Du hast noch ein weiteres [atmosphärisches Dub-] Projekt mit dem Namen Dread angekündigt. Weißt du schon, wann da etwas veröffentlicht werden wird? </strong></em></p>
<p>Ich hoffe, dass dieses Jahr was rauskommt und wenn es nur eine 12″ ist. Es ist eine ziemlich alte Idee. Ich habe immer mal wieder an diesem Projekt gearbeitet. Es machen noch ein paar andere Leute mit und die müssen Zeit haben. Momentan sind die mit anderen Dingen beschäftigt. Es wäre schön, wenn mehr als eine Sache veröffentlicht würde. Ich arbeite einfach an Sachen und mache mir nicht allzu große Sorgen, wann die dann herauskommen.</p>
<p><strong><em>? Lass uns noch kurz über deine Arbeit als Produzent reden. Du hast das erste Monte Cazazza-Album seit langem produziert. „The Cynic“ sollte ja vor Ewigkeiten auf Side Effects veröffentlicht werden.</em> </strong></p>
<p>Ja stimmt, das hatte ich ganz vergessen (lacht). Monte ist mit vielen anderen Sachen beschäftigt, mit Equipment usw. Eigentlich muss man sagen, dass es das erste Monte Cazazza-Album überhaupt ist, weil die anderen beiden Zusammenstellungen waren. Aber was hattest du noch einmal gefragt?</p>
<p><em><strong>? Ich wollte wissen, wie die Arbeit an dem Album so war. </strong></em></p>
<p>Es war toll. Monte hat einen gewissen Ruf und dieses Image. Er ist dafür bekannt, etwas irre zu sein, aber Monte ist ein sehr, sehr guter und enger Freund von mir. Er ist ein toller Typ und wir haben immer viel Spaß zusammen. Das Album soll auf Blast First (Petite) rauskommen. Aber das weißt du wahrscheinlich. Wahrscheinlich weißt du das Veröffentlichungsdatum auch vor mir (lacht). In zwei Monaten soll übrigens ein langes Interview mit Monte veröffentlicht werden.</p>
<p><em><strong>? Mir fällt noch eine Sache ein. Auf der Wiederveröffentlichung deines ersten Albums auf Dark Vinyl als „A document…“ gibt es Bilder. Auf der Rückseite ist ein blutender Mann [der auf dem Original das Cover zierte] abgebildet. Du hast in Interviews oft deinen Abscheu Rassisten gegenüber zum Ausdruck gebracht. Ich habe erst vor ein paar Wochen zufällig festgestellt, dass das Foto einen Mann zeigt, der während der Bürgerrechtsbewegung bei den so genannten „Freedom Rides“ verletzt worden war. Wolltest du ein Statement abgeben, auch wenn es sehr indirekt war? </strong></em></p>
<p>Bei meiner Arbeit und insbesondere bei meiner Musik finden sich immer Statements, die die meisten nicht verstehen. Manche erkennen es – wie du jetzt – erst viele Jahre später. Ich finde es interessanter, wenn sie als Textur da sind und nicht als etwas Offensichtliches. Ein großer Teil von dem, was ich mache, ist häufig nicht offensichtlich. Manch einer wird es nie verstehen, andere irgendwann. Das finde ich spannender.</p>
<p><em><strong>? Du sagst, dass du ungern so direkt bist. Du wolltest mal vor Jahren ein Album machen, das sich sehr kritisch mit dem Christentum auseinandersetzen sollte. Hast du das aus eben diesen Gründen nicht weiterverfolgt? </strong></em></p>
<p>Da gibt es viele Gründe, aber ich habe einfach nicht mehr die Notwendigkeit verspürt, das zu machen. Wenn Leute Christen sein wollen, ist das ok, das geht mich nichts an, sie können machen, was sie wollen. Was ich nicht mag, ist – und das bezieht sich nicht nur auf Christen –, wenn sie mir ihre Ansichten aufzwingen wollen. Ich habe sehr klare Ansichten, aber ich zwinge sie keinem auf. Ich will niemanden bekehren. Ich habe eine Meinung. Wenn man mich in Ruhe lässt, will ich keinen davon überzeugen, dass er Unrecht hat.</p>
<p><em><strong>? Willst…</strong></em></p>
<p>Nebenbei gesagt, haben sie natürlich Unrecht. (lacht)</p>
<p>(M.G., D.L.; Fotos: Bild 1: Tracey Roberts, Bild 3: Aina Okane für Shinto Studios)</p>
<p><a href="http://www.lustmord.com/">www.lustmord.com</a></p>
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		<title>LUSTMORD: The Dark Places of the Earth</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:42:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Brian Williams]]></category>
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		<description><![CDATA[Waren in der Vergangenheit radikalere musikalische (Ver-)Änderungen im dem Album zugeschriebenen Projekt (LUSTMORD vs. METAL BEAST oder LUSTMORD MELVINS) illustriert, wich das letzte Album mit seiner Beteiligung von Musikern von TOOL, ISIS und den MELVINS und dem (sieht man von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/lustmord-the-dark-places-of-the-earth/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lm-darkplaces-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1722" title="lm-darkplaces-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lm-darkplaces-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Waren in der Vergangenheit radikalere musikalische (Ver-)Änderungen im dem Album zugeschriebenen Projekt (LUSTMORD vs. METAL BEAST oder LUSTMORD MELVINS) illustriert, wich das letzte Album mit seiner Beteiligung von Musikern von TOOL, ISIS und den MELVINS und dem (sieht man von “Juggernaut“ einmal ab) erstmaligen Einsatz von Gitarren von diesem Schema ab.<span id="more-1718"></span></p>
<p>Zum Teil trugen diese dazu bei, dass das Außerweltliche, das das Klangbild meistens dominiert hatte, etwas verloren ging. Vielleicht war das auch Herrn Williams bewusst, macht er sich doch mit “The Dark Places Of The Earth“ daran, “Other“ zu überarbeiten, handelt es sich doch um “extended ambient remixes“ von Teilen des letzten Studioalbums. Der Untertitel des Albums (“[An Other – Reduced]“) sollte aber nicht nur so verstanden werden, dass einfach nur die Gitarren entfernt wurden, stattdessen handelt es sich tatsächlich um ein sehr reduziertes LUSTMORD-Album; betrachtet man das Cover näher, könnte man auch von einer Austrocknung sprechen – das liegt zumindest die karge Salzlandschaft nahe. Verschwunden sind die opulenteren Keyboardpassagen, die “Metavoid“ einen etwas zu starken Soundtrackcharakter verliehen, es fehlen auch die Choralsamples wie auf “Carbon/Core“, stattdessen wird man an einen der bis heute unerreichten Klassiker erinnert: “The Place Where The Black Stars Hang“. Dumpf pulsieren die Bassfrequenzen, dunkle Klangwälle dominieren, die immer noch stärker an die (Un-)Tiefen des Alls denken lassen als an irgendwelche noch so dunklen Ecken der Erde, die dank (?) Google Earth sowieso kaum noch zu finden sein dürften. Ob es sich bei “The Dark Places Of The Earth“ nun aber um einen musikalischen Rückschritt handelt oder aber um die Korrektur eines “Wrong Turn“, muss jeder selbst entscheiden. Eine weitere (finale) Ambientbearbeitung von “[Other]“ wird demnächst ebenfalls auf Vaultworks veröffentlicht. (M.G.)</p>
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