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	<title>African Paper &#187; Haus Arafna</title>
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		<title>HAUS ARAFNA: The Spring Heals</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2025 05:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Haus Arafna hatten eine Entwicklung vom ruppig-rabiaten Industrial des Frühwerks hin zu einem (etwas) melodischeren, selbst so betitelten Angstpop gemacht, waren aber 2020 mit ihrem sechsten Album „Asche“ durchaus aggressiv zurückgekehrt, hatten sich wieder der Disruption und dem Gebrutzel des &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/11/15/haus-arafna-the-spring-heals/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/061_l.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49016" title="061_l" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/061_l-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="https://africanpaper.com/tag/haus-arafna/">Haus Arafna</a> hatten eine Entwicklung vom ruppig-rabiaten Industrial des Frühwerks hin zu einem (etwas) melodischeren, selbst so betitelten Angstpop gemacht, waren aber 2020 mit ihrem sechsten Album<a href="https://africanpaper.com/2020/09/05/haus-arafna-asche/"> „Asche“ </a>durchaus aggressiv zurückgekehrt, hatten sich wieder der Disruption und dem Gebrutzel des analogen Instrumentariums hingegeben. <span id="more-49014"></span>Zu „Asche“ hieß es hier: „Bilder wie Musik auf &#8216;Asche&#8217; sind (ver-)störend und irritierend und es ist mehr als passend, dass dieses Album im Jahr 2020 veröffentlicht wird. Das Gefieder dieses Phönix ist pech- und <a href="https://www.spiegel.de/auto/aktuell/vanta-schwarz-das-schwaerzeste-schwarz-der-welt-a-1287643.html">vantaschwarz</a>.“ Im Jahr 2023 folgte die passend betitelte 7&#8221;<a href="https://africanpaper.com/2023/06/10/haus-arafna-dunkelheit-bleibt/"> „Dunkelheit Bleibt“</a>, deren zwei Tracks an das Album anknüpften.</p>
<p>Die gerade veröffentlichte 7&#8221; „The Spring Heals“ enthält ebenfalls zwei Stücke. Auf den ersten Blick zeigen diese durchaus unterschiedliche Facetten des Schaffens der Band: Das minimalistische Titelstück ist verwurzelt in den Tiefen der Depression: vereinzelte Basssounds, eine dunkle Melodie, der psychische Zustand erscheint hier als „garbled memory“ und es wird <em>de profundis </em>gefragt: „do you also hear the call of the dead“. Ob der Refrain „the spring heals / heals“ geglaubt werden kann, sei dahingestellt. Dagegen ist die B-Seite „Auserwählt“ der musikalische Gegenpol: Auf Trauer und Depression folgen Wut und Zorn, Schall und Wahn. Da sind brutal verzerrte Noiseschleifen und der brachiale Schreigesang, der verkündet: „du lebst weil du lebst“. In dieser Formulierung klingt ein Determinismus, ein Ausgeliefertsein mit, auf den/das vielleicht nur mit Zorn reagiert werden kann. Der Satz „du liebst weil du musst“, erneut Zwang illustrierend, lässt an <a href=" https://www.youtube.com/watch?v=yk3qzrf_kxU">das berühmte Ende von Fritz Langs „M“</a> denken.</p>
<p>Auch wenn eine 7&#8221;, wenn zwei Stücke, nur ein Interludium sein können, so ist es diese natürlich längst ausverkaufte Platte wert, besprochen zu werden. (MG)</p>
<p>Label: <a href="www.galakthorroe.de">Galakthorrö</a></p>
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		<title>NOVEMBER NÖVELET: Electrical</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Nov 2025 05:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gab eine Zeit, da wurden all die (oft) schwarzgekleideten, schwarz- wie (manchmal) klarsehenden Bands von der Mainstreampresse bestenfalls abfällig belächelt, meistens aber ignoriert, die Besprechung dunkler Musik überließ man Szenemagazinen; seit etlichen Jahren aber sind Künstler auch dank Labels &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/11/01/november-novelet-electrical/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/058_l.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48842" title="058_l" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/058_l-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gab eine Zeit, da wurden all die (oft) schwarzgekleideten, schwarz- wie (manchmal) klarsehenden Bands von der Mainstreampresse bestenfalls abfällig belächelt, meistens aber ignoriert, die Besprechung dunkler Musik überließ man Szenemagazinen; seit etlichen Jahren aber sind Künstler auch dank Labels wie Dais oder Sacred Bones für Hipster goutierbar geworden. Die Kehrseite dieses Booms ist die inzwischen entstandene (Über-)Fülle an Bands und Projekten, die häufig optisch wie musikalisch ununterscheidbar geworden sind.<span id="more-48840"></span></p>
<p><a href="https://africanpaper.com/tag/november-novelet/">November Növelet</a>, die ich in einer Besprechung einmal als die großen Melancholiker im <a href="https://africanpaper.com/tag/galakthorro/">Galakthorrö</a>kosmos bezeichnet habe, kann man diesen Vorwurf nicht machen, bewegen sie sich doch schon sehr lange unter dem „langen Schatten der Melancholie“ und frönen der „schönen Kunst der Kopfhängerei“ (U. Horstmann) auf konsequente und originelle Weise.</p>
<p>Anlässlich der 2016 erschienenen <a href="https://africanpaper.com/2016/07/30/november-novelet-unintended-by-nature-the-singles-1994-2012/">Zusammenstellung der Singles</a> des Projekts skizzierte ich kurz die Entwicklung von der noch recht dissonanten „More Satanic Heroes“-7&#8221;, mit denen der<a href="https://africanpaper.com/tag/haus-arafna/"> Haus Arafna</a>-Ableger 1994 debüttierte, bis hin zum (Angst-)Pop, wie etwa auf dem 2016 erschienenen Album <a href="https://africanpaper.com/2016/02/13/november-novelet-the-world-in-devotion/">„The World In Devotion“</a>. Auf inzwischen vier Alben und drei 7&#8221;s wurde der Sound ausdifferenziert und perfektioniert.</p>
<p>Auf dem neuen,11 Stücke umfassenden Album wird dieser Weg konsequent fortgeführt. Der Opener „No Love To Give“ mit flächigen todtraurigen analogen Sounds, Melodietupfern und vereinzelten Beats stellt musikalisch wie textlich das weitere Programm vor: „I have no soul / no heart to give“, klingt es fast schon erschöpft; November Növelet haben sich immer und immer wieder an den Schattenseiten (zwischen-)menschlichen Existierens abgearbeitet. Dies spiegelt sich auch in den restlichen Texten wieder, man ist „alone like a cold star“ („No love to give“), konstatiert „dont you see / we will burn“ („Möwen“), „you&#8217;re not safe in this world/there&#8217;“ („The root of your fear“) oder „don&#8217;t stay with me to watch me bleed“ („Cry for blood“). In solch einer skizzierten Welt kann die Natur nur als  „bleeding sky raining ash“ („I look into faces“) existieren.</p>
<p>Auf „All The Blame“ untermalt ein treibend pochender Rhythmus den teils lakonischen Gesang. Das deutsch betitelte „Möwen“, zu dem ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UPFwVhNUrjg">Schwarzweißvideo </a>gedreht wurde, ist vielleicht der (düstere) Pophit auf diesem Album. Auch „I look Into Faces“ kombiniert Beats mit diesen todtraurigen analogen Sounds, „Catching The Stars“ ist ein leicht treibendes so typisches catchy November Növelet-Stück, während das atmosphärische „The Root Of Your Fear“ getragener klingt. Auch „Cry For Blood“ und das Titelstück regen zur Bewegung an.</p>
<p>Während viele andere zeitgenössische Projekte alleinig auf die Tanzfläche fixiert zu sein scheinen, zeigen November Növelet, dass es mehr gibt und stellen neben die druckvolleren Stücke kurze instrumentale Tracks, auf denen den melodischen analogen Klängen etwas Fragiles und Geisterhaftes innewohnt, ganz so, als tönten diese Stücke aus dem Äther in einem/einen liminalen Raum, so bei „The Cathedral“ „Strom I“ und „Strom II“.</p>
<p>Der das Cover des Albums zierende Blitz illuminiert die Dunkelheit von &#8220;Electrical&#8221; nur kurz. (MG)</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/UPFwVhNUrjg?si=qzGgAnXcggtDnxIA" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>V.A.: Kosmoloko 3</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/04/06/v-a-kosmoloko-3/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2024 06:02:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1993 erschien auf dem kleinen deutschen Label Galakthorrö die erste Veröffentlichung. Nun gibt es mit leichter Verzögerung anlässlich des 30-jährigen Jubiläums eine neue Labelcompilation. Dass sich das Label entwickelt und erweitert hat, wird schon rein quantitativ deutlich: Waren auf den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/04/06/v-a-kosmoloko-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/057_l.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-40449" title="057_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/057_l-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>1993 erschien auf dem kleinen deutschen Label <a href="http://africanpaper.com/tag/galakthorro/">Galakthorrö </a>die erste Veröffentlichung. Nun gibt es mit leichter Verzögerung anlässlich des 30-jährigen Jubiläums eine neue Labelcompilation. Dass sich das Label entwickelt und erweitert hat, wird schon rein quantitativ deutlich: Waren auf den ersten beiden &#8220;Kosmoloko&#8221;-Samplern noch fünf Künstler mit je zwei Stücken vertreten, so sind es jetzt zehn mit je einem. Was geblieben ist, dass es sich um ausschließlich unveröffentlichte Tracks handelt.<span id="more-40447"></span></p>
<p>Es ist natürlich mehr als angemessen, dass <a href="http://africanpaper.com/tag/haus-arafna/">Haus Arafna</a> diese Zusammenstellung eröffnen, schließlich begann mit der jetzt passend anlässlich des Jubiläums <a href="https://galakthorroe.de/g_001_a2.html">wiederveröffentlichten „Sex U-Mas“-7&#8221;</a> alles: Da waren vier rabiate Stücke Power Electronics voller analoger Dissonanzen, kaputter Rhythmen und dem später so von Labelseite betitelten „Schreigesang“. Auf der vor gut 20 Jahren veröffentlichten Singlezusammenstellung der Band firmierten die Tracks unter &#8220;Teen Spirit&#8221;. Im Laufe der Jahre differenzierten Haus Arafna ihren Sound aus, näherten sich dem in Anlehnung an SPK so betitelten „Angst Pop“ an. Nach etwas eher zurückhalterenden Alben erschien 2020 mit <a href="http://africanpaper.com/2020/09/05/haus-arafna-asche/">„Asche“</a> ein Longplayer, der wieder rabiater klang und dem wir attestierten: „Das Gefieder dieses Phönix ist pech- und <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.spiegel.de/auto/aktuell/vanta-schwarz-das-schwaerzeste-schwarz-der-welt-a-1287643.html">vantaschwarz</a></span></span>.“ Auch die 7&#8221; <a href="http://africanpaper.com/2023/06/10/haus-arafna-dunkelheit-bleibt/">„Dunkelheit Bleibt“</a> aus dem Jahr 2023 knüpfte an das Album an. Das auf „Kosmoloko 3“ enthaltene „The Other&#8217;s Joy“ ist dagegen musikalisch zurückhaltender mit reduzierten Melodiepassagen, aber textlich bleibt man – ganz realistisch – im wahrsten Wortsinne im Dunklen: „there&#8217;s no way out of the darkness/no solution/no escape“, heißt es fast resignativ. Ende 2021 erschien das <a href="http://africanpaper.com/2021/12/11/aska-ut-vid-sundin-gra/">Debütalbum</a> des isländischen Einmannprojekts Aska. Das hier vertretene Stück „Lófar“ ist ein ruhiges, von melancholischen Melodien und dem Pochen des Drumcomputers getragenes Stück. Die Stimme Kristófer Pálls klingt weiterhin „am Rande der Erschöpfung, der Depression“ – wie es hier schon bezüglich des Debüts hieß. <a href="africanpaper.com/tag/november-novelet/">November Növelet</a> sind schon seit langem mehr als nur ein Ableger Haus Arafnas, haben über die Jahre nach den eher noch dissonanten Momenten auf der <a href="http://africanpaper.com/2016/07/30/november-novelet-unintended-by-nature-the-singles-1994-2012/">„More Satanic Heroes“-7&#8221;</a> und dem jüngst im Rahmen der letzten Veröffentlichungen auf Vinyl wieder verfügbar gemachten Debütalbum &#8220;From Heaven On Earth&#8221;  ihren Klang zu einem zutiefst melancholischen Angstpop perfektioniert, der einen vorläufigen Höhepunkt auf dem Album<a href="http://africanpaper.com/2016/02/13/november-novelet-the-world-in-devotion/"> „The World In Devotion“ </a>fand. „Black Rain“ beginnt mit Gesang von Herrn Arafna: „black rain on my face [...] give your hand to a drowning man“, um am Ende Frau Arafna verkünden zu lassen: „you got soaked to the bone/drenched in black“. <a href="http://africanpaper.com/tag/hermann-kopp/">Hermann Kopp</a> erinnert mit dem Titel „The Hands Of Orlac“ natürlich an seine Soundtrackarbeiten (unvergessen seine Arbeit zu Jörg Buttgereits &#8220;Nekromantik&#8221;, zuletzt war auf Galakthorrö unter dem Titel <a href="https://galakthorroe.de/g_052_c.html">&#8220;Noirhollywood&#8221;</a> sein Soundtrack zu &#8220;The Queen Of Hollywoodboulevard&#8221; erschienen), Auch hier ist die immer an der Grenze zur Dissonanz klagende E-Geige, ein dunkles Schaben an der Grenze zur Auflösung. Sühne Mensch debütierte 2022 mit dem passend betitelten <a href="http://africanpaper.com/2022/10/22/suhne-mensch-schmerzportrait">„Schmerzportrait“</a>. Auf &#8220;Kosmoloko 3&#8243; ist das Stück einfach nur „Angst“ betitelt und könnte textlich sicher im expressionistischen Jahrzehnt beheimatet sein: „schwarzer nebel tanzt im kopf/zerrt erfroren am gemüt&#8221; oder &#8220;angst vermehrt sich ist erblüht“. Im Verlauf des Stücks werden die Beats schneller (Michael Belletz hat ursprünglich <a href="https://galakthorroe.de/g_suehnemensch.html">&#8220;anspruchsvolle[...] Tanzmusik gemacht&#8221;</a>), wobei das mögliche Tanzen hier aber nur als als letztes Aufbäumen dieses „welke[n] dasein[s]“ verstanden werden kann (&#8220;in den gliedern schlafen steine&#8221;). Das Einmannprojekt <a href="http://africanpaper.com/tag/tedis/">TE/DIS</a> hat auf bislang drei Alben die für das Label so typischen analogen Sounds mit Vocals kombiniert, die eher im Gothic zu situieren sind. Auf „Drops Of Dew“ kommt man zu dem Schluss: „we reach a dead end“. <a href="http://africanpaper.com/tag/herz-juhning/">Herz Jühning</a>, seit 2007 bei Galakthorrö, in den letzten Jahren aber weitgehend verstummt, steuert das rabiateste Stück auf dieser Zusammenstellung bei: „The Glory Age Of Pain“ kombiniert treibende Beats, schwere Schläge und eine brutal verzerrte Stimme, mit der der die Welt zerstörende Anthropofagus Mensch angeklagt wird. <a href="http://africanpaper.com/tag/mode-in-gliany/">Mode In Gliany</a> steuern „Ahediñ“ bei: todtraurige Melodien, bevor nach knapp zwei Minuten die Stimme einsetzt, flüsternd verkündet sie von dem Augenblick, der natürlich nur „douloureux“ sein kann. Dann kommt das von Heidegger beeinflusste Duo<a href="http://africanpaper.com/tag/da-sein/"> Da-Sein </a>mit &#8220;Brief Lives&#8221;, das im Rahmen dieser Zusammenstellung am ehesten noch einem straighten, treibenden Beat folgt, textlich aber ebenfalls die Last der Welt trägt: „life/is your weight“, heißt es da und: „you will never be missed“. Zum Abschluss des Albums kommt die Überraschung, fast möchte man von einer Sensation sprechen, ist mit &#8220;Rules&#8221; doch das erste neue Stück von Karl Runau seit Ewigkeiten zu hören. Runau war einer der ersten Künstler auf Galakthorrö, teilte sich eine frühe 7&#8221; mit Haus Arafna. Einige Tracks seines rabiaten Debüts „Osmose“, das Ende 2021 noch einmal <a href="https://galakthorroe.de/g_004_a2.html">neu aufgelegt </a>wurde, werden heute immer noch gerne auf Industrialabenden gespielt. Das Nachfolgeralbum &#8220;Beyond Frequencies&#8221; war insgesamt mit seiner verspielten Elektronik weniger industriell. Der auf „Kosmoloko 3“ zu findende Track „Rules“ knüpft an dieses Album an: Anfangs hört man Sounds, wie Signale aus den Tiefen des Alls, dafür klingen die Vocals dann aber wieder so, als kämen sie aus aus den Tiefsten einer verlassenen Fabrik und jemand trüge eine Staubmaske: „rules are set to be followed/so follow the rules“, tönt es da.</p>
<p>Zehn Künstler und zehn Stücke skizzieren mit analogem Equipment ihre (zutiefst) schwarze Sicht auf die Welt, etwas, das auf Galakthorrö seit gut 30 Jahren möglich ist.</p>
<p>(MG)</p>
<p>Label: <a href="https://galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></p>
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		<title>HAUS ARAFNA: Dunkelheit Bleibt</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jun 2023 06:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach längerer Pause veröffentlichten Haus Arafna 2020 mit dem komplett deutschsprachigen „Asche“ ein rabiates, finsteres Album, dem auf diesen Seiten abschließend  attestiert wurde: „Bilder wie Musik auf &#8216;Asche&#8217; sind (ver-)störend und irritierend [...]. Das Gefieder dieses Phönix ist pech- und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/06/10/haus-arafna-dunkelheit-bleibt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/055_l.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36080" title="055_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/055_l-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach längerer Pause veröffentlichten <a href="http://africanpaper.com/tag/haus-arafna/">Haus Arafna</a> 2020 mit dem komplett deutschsprachigen<a href="http://africanpaper.com/2020/09/05/haus-arafna-asche/"> „Asche“</a> ein rabiates, finsteres Album, dem auf diesen Seiten abschließend  attestiert wurde: „Bilder wie Musik auf &#8216;Asche&#8217; sind (ver-)störend und irritierend [...]. Das Gefieder dieses Phönix ist pech- und vantaschwarz.“ Knapp drei Jahre später erscheint mit „Dunkelheit Bleibt“ eine zwei Stücke <span id="more-36079"></span>enthaltende Single, die thematisch-musikalisch an „Asche“ anknüpft und die dort eingeschlagene Richtung konsequent fortsetzt. Im die neuen <a href="http://africanpaper.com/tag/galakthorro/">Galakthorrö</a>-Veröffentlichungen ankündingenden gedruckten Human Interface wird auf den „depressiven Charakter“ des letzten Albums verwiesen.</p>
<p>Das Titelstück überzeugt mit den surrenden Analogsounds, den Beats, die wie Schläge klingen, der zurückgefahrenen Geschwindigkeit und dem reduzierten, minimalistischen, transparenten Klang, der den rabiaten „Schreigesang“ untermalt. Der Sänger agiert hier wieder als Schmerzensmann, der aber gleichzeitig Zorn nach außen zu tragen scheint. In fragmentierten, collagierten Zeilen hört man: „hält und doch gebrochen“, „warum zitterst du“, „schweigen“ oder einfach die Feststellung: „dunkelheit bleibt“. Gegen Ende sagt eine weibliche Stimme lapidar: „gegen den himmel/scherben auf dein Haupt“ &#8211; diese Zeilen stehen auch als Motto auf der Rückseite der Single. Die B-Seite <a href="https://galakthorroe.de/mp3/055_02.mp3">„Welt Verzicht“ </a>ist ähnlich ausgrerichtet, aber durchzogen von traurig-finsteren Melodiepassagen  und unheimlichen Sounds. Der Gesang lässt sich hier eher als Schmerzensschrei(en) verstehen: weniger Aggression nach außen als Expression des (eigenen) Schmerze(n)s, wenn gebrüllt wird: „entfernt raum riss“ „krank gestalt welt verzicht“. Schopenhauer sprach davon, dass der Stil die Physiognomie des Geistes sei. Diese hier präsentierte Verfassung lässt einen zittern.</p>
<p>Jetzt ließe sich von optimistischeren Gemütern vielleicht die allzutiefe Schwärze dieser zwei Stücke kritisieren und beklagen, aber wenn man bedenkt, dass vor einiger Zeit in einer deutschen Wochenzeitung anlässlich des Osterfestes eine Reihe von Schriftstellern über ein/das Leben nach dem Tod fabulierten und diese durchaus intelligenten Menschen weitgehend eine sentimentalistische, unerträgliche Grütze von sich gaben, dann ist man vielleicht froh, dass &#8220;Dunkelheit bleibt&#8221;. Wie jüngst noch die Autorin Caitlin R. Kiernan anlässlich des Themas „sensitivity reader“ formulierte: „I do not write stories and novels for people who are afraid of having their feelings hurt. I try to write books that tear holes in my readers“. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></p>
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		<title>HAUS ARAFNA: Asche</title>
		<link>https://africanpaper.com/2020/09/05/haus-arafna-asche/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2020 05:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit das Duo 1993 mit der brachialen, von ultraverzerrten analogen Klängen und (wie es von Labelseite später hieß) &#8220;Schreigesang&#8221; durchzogenen „Sex U-Mas“-7&#8221; debütierte, wurde der brutale Sound auf Alben wie „Blut“ (später in leicht erweiterter Fassung wiederveröffentlicht) oder „Children Of &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/09/05/haus-arafna-asche/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/09/HA048_LP_l1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-22292" title="HA048_LP_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/09/HA048_LP_l1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit das <a href="http://africanpaper.com/tag/haus-arafna/">Duo</a> 1993 mit der brachialen, von ultraverzerrten analogen Klängen und (wie es von Labelseite später hieß) &#8220;Schreigesang&#8221; durchzogenen „Sex U-Mas“-7&#8221; debütierte, wurde der brutale Sound auf Alben wie „Blut“ (später in leicht erweiterter Fassung wiederveröffentlicht) oder „Children Of God“ ausdifferenziert, entwickelte sich danach noch weiter weg von der brachialen Analogdisruption des Frühwerks hin zu melodischeren Stücken. <span id="more-22290"></span>Die Anfänge dieser Entwicklung lassen sich in kondensierter und geraffter Form auf der <a href="https://galakthorroe.de/g_015.html">Zusammenstellung der Singles von 1993 bis 2000</a> nachverfolgen. Das heißt nicht, dass Haus Arafna nicht noch immer rabiat klingen konnten oder wollten, sondern dass dieses Rohe eben nur noch eins von vielen Klangelementen war. Wenn man dann den Genrebezeichnungen folgte, wurde aus Industrial Angstpop.</p>
<p>Das letzte Studioalbum liegt neun Jahre zurück, zuletzt erschien 2013 noch die 7&#8221; <a href="http://africanpaper.com/2013/06/08/haus-arafna-all-i-can-give/">„All I Can Give“ </a> und das darauf enthaltene „Pain Loves Pain“ ist vielleicht noch der klarste Referenzpunkt für die Richtung, die man auf „Asche“ einschlägt, dem insgesamt sechsten Album, auf dem erstmalig alle Titel und Texte auf Deutsch verfasst sind und mit dem man nach sieben Jahren wie ein Phönix aus der titelgebenden Asche emporsteigt.</p>
<p>Thematisch arbeit(et)en sich Haus Arafna bei all ihren Veröffentlichungen an den tiefschwarzen Nacht- den Schattenseiten der menschlichen Existenz ab, an dem Verfemten und Verdrängten, an den Grausamkeiten und dem Grauen, das „the sick microbe“ (R. Jeffers) hinterlässt und sich und anderen antut. War auf <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/haus-arafna-you/">„You“</a>  und „Butterfly“ der menschliche Körper im Zentrum der visuellen Gestaltung und wurde das Album<a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/haus-arafna-%e2%80%93-new-york-rhapsody/"> „New York Rhapsody“</a>, das anlässlich einer Schau der Modedesignerin Katie Gallagher aufgenommen wurde, von einem Model geziert, so ist auf „Asche“ der Mensch verschwunden und die ruinöse Brandlandschaft, die diesmal auf dem Cover zu sehen ist, gibt einen Hinweis auf die eingeschlagene Richtung. Im Vorfeld der Veröffentlichung <a href="https://galakthorroe.de/g_048_a.html">hieß</a> es dann auch, dieses Album sei „Mehr Angst weniger Pop.“  und so verknappt kann man die etwa 45 Minuten ganz gut zusammenfassen.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/1vNN3wUsYvI" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Man hat manchmal den Eindruck, dass – egal welche künstlerische Ausdrucksform betrachtet wird – von einer gewissen zwangsläufig einsetzenden (Alters-)Milde, oft gleichgesetzt mit Reife, ausgegangen wird, dabei ist diese Zwangsläufigkeit eine allzu lineare und vereinfachende Vorstellung. Man muss nicht, aber kann durchaus an das Dylan Thomas&#8217;sche „rag[ing] against the dying of the light“ denken, zu dem das lyrische Ich den sterbenden Greis auffordert. Der produktiven Seite des (literarischen) „Hass“-Effekts hat Karl Heinz Bohrer jüngst noch eine umfangreiche <a href="https://www.suhrkamp.de/buecher/mit_dolchen_sprechen-karl_heinz_bohrer_42881.html">Studie</a> gewidmet. Insofern kann man es durchaus zu schätzen wissen, was Haus Arafna auf &#8220;Asche&#8221; machen.</p>
<p>Da gibt es Stücke wie „Leiden An Deiner Statt [Schwarzer Strom I]“, bei der die Perkussion wie wuchtige Schläge klingt, es gibt brutale Verzerrungen, aber trotz aller Brachialität ist der Klang transparent. Ähnlich ist das vorab veröffentlichte „Kreise um das Nichts [Rauschen in der Nacht]&#8220;, zu dem es das erste offizielle <a href="https://www.youtube.com/watch?v=1vNN3wUsYvI">Video</a> gibt und wo die Schläge mit surrenden analogen Schleifen und dem Scheigesang voller Wu(ch)t kombiniert werden. „Eroberung der Einsamkeit [Gefühle sind Krankheit]“ und „Sieh mich an [Wenn du stirbst]“, mit so etwas , das nach Peitschenschlägen klingt, und einer Stimme, bei der kaum noch zu unterscheiden ist, ob sie leidet oder Leiden zufügen will, gehören ebenfalls zu diesen aggressiven Tracks. Das instrumentale „Feierhalle [Erweckt im Krematorium]“ erinnert in seiner leicht atonalen seltsamen Melodik an die Opener der ersten beiden Alben. Dann gibt es noch Stücke, die nicht ganz so rabiat klingen, aber von einer enorm unangenehmen desolaten Grundstimmung durchzogen sind: „Deine Liebe [Durchdringt die Welten]“, das schleppende Titelstück mit der gequälten, unheimlichen Stimme, die rückwärts davon kündet, dass der Körper zu Staub zerfällt. Auf „Keine Tränen [Keine Keine Keine Eine]“ hat man noch am ehesten einen durchgängigen Beat und der Gesang ist (verhältnismäßig) melodisch. Aber auch hier sind seltsame Sounds im Hintergrund, die irritieren. Auf „Toter Mensch [Krone der Schöpfung]“ schreit es zu schleppenden Schlägen und unheimlichen Melodietrauerflächen und bei „Ausbluten [Pulsschlag der Freiheit]“, mit dem das Album endet, hört man vereinzelte Schläge und eine Stimme, die irgendwann mit der Elektronik zu verschmelzen scheint.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/btwCqxDvXKs" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>In den hier entfaltenen Szenarien werden Kinder „aus dem Schmerz geboren“, Beziehungen haben etwas Zerstörerisches („dein Feuer ist das Licht/verbrennst du mich“), der Mensch ist „Schande/häßlich Leib“, man zerfällt zu Staub („Asche“) und auch die Seele kann nur „sterbend[...]“ sein, man „Erwach[t] in Angst“ und ist nur noch „im Schatten der Schatten“. Da ist kein Platz für Transzendenz und auch kein Trost.</p>
<p>Die hier angesprochene Krone der Schöpfung erinnert natürlich an Benn, der dem Homo sapiens (?) attestierte „„Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch –: “ zu sein. Einige der Texte auf dem Album lassen dann auch an expressionistische Lyrik denken, (natürlich) nicht an den messianischen von „O Mensch“-Pathos durchtränkten, sondern an den skeptischen, die Dissoziation des Ichs thematisierenden. Bilder wie Musik auf „Asche“ sind (ver-)störend und irritierend und es ist mehr als passend, dass dieses Album im Jahr 2020 veröffentlicht wird. Das Gefieder dieses Phönix ist pech- und <a href="https://www.spiegel.de/auto/aktuell/vanta-schwarz-das-schwaerzeste-schwarz-der-welt-a-1287643.html">vantaschwarz</a>. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></strong></p>
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		<title>NOVEMBER NÖVELET: Unintended by Nature. The Singles 1994-2012</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jul 2016 05:58:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Haus Arafna]]></category>
		<category><![CDATA[November Növelet]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe November Növelet mal als die die großen Melancholiker im Galakthorrökosmos bezeichnet, die mit ihren letzten Veröffentlichungen ihre Form des so titulierten Angst Pops perfektioniert haben. Als 1994 mit „More Satanic Heroes“ das 7’-Debüt des Haus Arafna-Ablegers erschien, da &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/07/30/november-novelet-unintended-by-nature-the-singles-1994-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/NNR-8681593-1468517449-2883.jpeg.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12531" title="NNR-8681593-1468517449-2883.jpeg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/NNR-8681593-1468517449-2883.jpeg-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich habe November Növelet mal als die die großen Melancholiker im Galakthorrökosmos bezeichnet, die mit ihren letzten Veröffentlichungen ihre Form des so titulierten Angst Pops perfektioniert haben. <span id="more-12528"></span></p>
<p>Als 1994 mit „More Satanic Heroes“ das 7’-Debüt des Haus Arafna-Ablegers erschien, da waren die vier Stücke weniger rabiat als die Musik der Hauptband &#8211; verglichen mit dem, was das Duo heute spielt, klingen die Aufnahmen dann allerdings noch recht ruppig, war der Angst Pop teilweise noch verschüttet unter Störgeräuschen und Industrialelementen, wurde stärker mit Wiederholung und Loops gearbeitet: Auf „November Növelet“ oder „Rules of Agony“ verschwinden die derangierten, durchaus furchteinflößenden Vocals unter leicht atonalen, repetetiven Spuren. „Seoreh Cinatas“ und „Bloody November“ werden von teils pochendem Rhythmus durchzogen, es wird weniger gesungen als gesprochen. Die 14 Jahre später erschienene „Sacred“-EP, die ein Jahr nach dem zweiten Album veröffentlicht wurde, stellt die Frage „Who’s the third who walks between us tonight“ und ist stärker am (Pop)Song orientiert. Auf „Death Singer“, „We Fade Away“, „Sacred Man“ und „You ask me“ wird fast völlig auf Dissonanzen verzichtet. Die sirrenden flächigen Sounds, die Melodien aus dem analogen Synthesizer und die Rhythmusmaschine untermalen Geschichten, die immer etwas Abgründiges haben. „The world finds comfort in violence“ heißt es dann auch konsequent auf der 2012 erschienenen „Heart of Stone“-7‘. Bei meiner Besprechung schrieb ich damals:“ Das Titelstück wird von analogen Vintagesynthsounds durchzogen, die wie eine singende Säge oder ein Theremin klingen und den Eindruck erwecken, als werde die emotionale Versteinerung, die besungen wird, zutiefst bedauert; und emotionale Kälte ist eben oft (auch) eine (Über-)Lebensstrategie. Der Wärme des Herzens erinnert man sich nur noch in der Rückschau.“</p>
<p>Die drei Bonusstücke unter der Überschrift „the haze of change in the air“ hätten für sich genommen ebenfalls eine mehr als gehaltvolle Single abgegeben. November Növelet knüpfen musikalisch-thematisch an die letzten beiden EPs und die letzten zwei Alben an. „Ursa Minor“, die Anrufung des kleinen Bärens, wird von dezentem Pochen des Drumcomputers und einer melancholischen Melodie untermalt. „Dying Truth“ ist das vielleicht unangenehmste Stück, auf dem fast völlig auf Rhythmus verzichtet wird. Zeilen wie „Fighting in the grave is the most quiet fighting“, „you woke up in your grave“ und „you screamed in your grave“ werden durch Vocaleffekte, die wirklich beängstigend sind, illustriert und auch die analogen Synths scheinen zu ersticken. Wenn man „smothering truth“ und „suffocating truth“ hört, muss man in diesem Kontext an Poes Kurzgeschichte „The Premature Burial“ denken. Das das Album abschließende „Blossoms of Death“ ist ein großartiger Popsong, der in einem unzeitgemäßen analogen Universum &#8211; auf der Labelseite heißt es durchaus selbstironisch, dass man Geräte „der musik-elektronischen Steinzeit“ verwende- irgendwo bei OMD und frühen Depeche Mode zu verorten ist (und wenn ich das schreibe, meine ich als Referenz natürlich Stücke wie „Ice Machine“ und nicht etwa „Just can’t get enough“). (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></strong></p>
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		<title>NOVEMBER NÖVELET: The World In Devotion</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2016 09:14:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von den minimalistischen analogen Dissonanzen, die das Debüt „More Satanic Heroes“ prägten, hat sich der Haus Arafna-Seitenableger hin zu einer von Vintagesynths geprägten minimalen, analogen und melancholischen Popmusik entwickelt und auf inzwischen drei Alben und drei EPs gezeigt, wie – &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/02/13/november-novelet-the-world-in-devotion/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/02/037_l.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11660" title="037_l" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/02/037_l-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Von den minimalistischen analogen Dissonanzen, die das Debüt „More Satanic Heroes“ prägten, hat sich der Haus Arafna-Seitenableger hin zu einer von Vintagesynths geprägten minimalen, analogen und melancholischen Popmusik entwickelt und auf inzwischen drei Alben und drei EPs gezeigt, wie – Achtung! Oxymoron – zeitgemäße an der elektronischen Vergangenheit orientierte Musik klingen kann.<span id="more-11659"></span></p>
<p>Die das Cover zierende Landschaft könnte auch Casper David Friedrich als Sujet gewählt habe, hier ist sie aber in ein fahles Schwarzweiß getaucht, das dem Ganzen eine Aura des Mysteriösen gibt (die Eulen sind nicht, was sie scheinen, möchte man rufen). Die Stücke selbst werden zum Teil von einer schwärzestgalligen Melancholie durchzogen, aber auch von einer Abgeklärtheit, die sich im Gesang widerspiegelt, ganz so, als habe man sich mit den Nachtseiten der menschlichen Natur nicht nur abgefunden, sondern zelebriere sie (sogar). Auch wenn November Növelet natürlich weniger brachial als Haus Arafna klangen und klingen, so waren die gewählten Themen schon immer kaum dazu geeignet, diejenigen für die Musik zu gewinnen, die die Welt gerne durch<a href="https://www.youtube.com/watch?v=8Z-fyNdnOKE"> rosarote Brillen</a> betrachten (müssen). Da konnte man den Hörer auch schon einmal im<a href="http://www.galakthorroe.de/g_t02uc.html"> Club Misanthrophy</a> willkommen heißen. Textlich haben sich November Növelet dem Batailleschen Heterogenen verschrieben, deklinieren auf „The World in Devotion“ erneut die Ambivalenz(en) menschlicher Beziehungen durch: Z.B. auf „Don’t Know Why I Love You“, drastischer auf „Be Grateful to Your Murderer“. Das unheimliche, reduzierte „Always“ scheint fast aus der Sicht eines Psychotikers geschrieben zu sein: „They know everything/Hear everything/See everything“. Auf dem Album taucht mehrfach der Schatten als Symbol eines verdunkelten Existierens auf: Auf „Restless“ heißt es „I’m fading from shadow to shadow“, auf dem Abschlusstrack „Fire“ „We are in existence as if we were shadows“ (die Zeile wird im Innern des Booklets aufgegriffen) und wenn letzteres Stück mit den Zeilen “We brought something into this world” beginnt, dann möchte man nicht wissen, was genau dieses etwas ist, „what rough beast, its hour come round at last“ (W.B. Yeats) den Weg in diese Welt gefunden hat.</p>
<p>Was zum Vorgänger auffällt, ist die musikalisch etwas stärkere Reduktion &#8211; Fokussierung könnte man auch sagen . Es gibt Stücke, da pocht der Rhythmus, wie etwa „Crying Walls“, das treibende „Restless“, auf dem die Stimme kurzzeitig das Geschlecht zu wechseln scheint, oder das Titelstück, das Hitcharakter hat (da passt es, dass es dazu ein<a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZAb8QlyT__E"> offizielles Video</a> gibt). Andere Stücke sind zurückhaltender, etwa „Living Perfection“ oder „Always“, bei dem fast völlig auf Rhythmus verzichtet wird, das getragene „He’s Dying Beside“ (auf dem man den Eindruck hat, dass die Synths stöhnen würden) oder „Made of Gold“, dessen Anfang an Kliniks „Sick in Your Mind“ erinnert.</p>
<p>Von vielen anderen Gruppen, die sich auf musikalisch verwandtem Terrain bewegen, grenzen sich November Növelet dadurch ab, dass sie sich nicht allein auf das Auratische des gewählten und bewusst eingesetzten (Retro) Instrumentariums und -klangs verlassen, sondern tolle Songs schreiben und ich bin mir sicher, dass ich an anderer Stelle schon einmal darauf hingewiesen habe, dass in einem anderen, <em>besseren</em> musikalischen Universum November Növelet die Charts bevölkern würden. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></strong></p>
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		<title>HAUS ARAFNA: All I Can Give 7&#8243;</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jun 2013 01:23:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Haus Arafna haben durch Namensgebung und Themenwahl immer wieder auf die unschönen Seiten der menschlichen Natur hingewiesen, ganz so, als wollten sie zeigen, dass Blut das „sprachgewandte Säugetier“ wie ein Ariadnefaden durch den Irrgarten der Geschichte führt. Musikalisch wurde das &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/08/haus-arafna-all-i-can-give/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/haus-Arafna.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7146" title="haus Arafna" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/haus-Arafna-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Haus Arafna haben durch Namensgebung und Themenwahl immer wieder auf die unschönen Seiten der menschlichen Natur hingewiesen, ganz so, als wollten sie zeigen, dass Blut das „sprachgewandte Säugetier“ wie ein Ariadnefaden durch den Irrgarten der Geschichte führt. Musikalisch wurde das anfangs („Sex U Mas“-EP, „Blut“) durch brachial-rabiate analoge Klänge illustriert, die aber im Laufe der Jahre immer mehr durch reduziertere, melodischere Momente ergänzt und teilweise ersetzt wurden, die von der Band selbst – in Anlehnung an SPKs „Walking On Dead Steps“ – als Angst Pop bezeichnet wurden; <span id="more-7145"></span>dennoch gab es aber auch auf den späteren Werken inmitten der leicht dissonanten analogen Popmusik immer wieder brutale Eruptionen, blätterte der Firnis der Zurückhaltung ab, um die rohe Wut zum Vorschein bringen zu lassen &#8211; vielleicht wollte man zeigen, dass das Wort Altersmilde nur ein schrecklicher Euphemismus für Erschöpfung und (An-)Trieblosigkeit ist.</p>
<p>Auch die neue EP, die das erste neue Material seit den zwei Stücken auf der Labelzusammenstellung „Kosmoloko 2“ enthält, zeigt das: Der Opener „Pain Poves Pain“ ist zwar von der Instrumentierung (verhältnismäßig) zurückhaltend, auch weniger rhythmisch als z.B. „Lying in State“ auf „Kosmoloko 2“ (Schläge auf Metall dienen als Perkussion, die die analogen Klänge untermalen), der (Schrei-)Gesang dagegen ist aggressiv, voller Wut und passenderweise heißt es dann auch: „expect no help / no peace / no release“, um dann mit der gesprochenen Frage „But what shall we do to live forever“ zu schließen. „Jiva“ ist noch zurückhaltender instrumentiert: Man hört dezentes Pulsieren und dazu den Sprechgesang. Der aus dem Sanskrit stammende titelgebende Begriff bezeichnet das individuelle Selbst, die Seele. Hier wird dieses Konstrukt in einem der Tyrannei der Physis unterworfenen („painful“, „dying“) Körper verortet: „jiva trapped in the body / in the body / throbbing pain“. Am Ende dann der fast notwenige Ausruf: „free free my immortal soul“.</p>
<p>Musikalisch schlägt insbesondere die B-Seite einen Bogen zur elektronischen (Pop-)Musik Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Auf  „Lonely Lover“ wird die melancholische analoge Melodie mit (im weitesten Sinne) konventionellem Gesang kombiniert. Der Adressierten, „born to seduce“, sagt der einsame Liebende, er werde „wahre Liebe zu ihr zurückbringen“ und das lässt sich im Kontext dieses Songs durchaus als Drohung lesen. Auch hier findet sich wieder die Thematisierung der Ewigkeit (hier nun mit der für die Band so typischen Ambivalenz): „When you ascend to eternity / there’s light / but you’ll fall“. Das Titelstück „All I Can Give“ wird ebenfalls von melancholischen analogen Melodien getragen: Der hier besungenen Liebe wohnt natürlich ein Moment der (Selbst-)Zerstörung inne : „let us burn in love together“ (siehe auch das das Cover der EP zierende Feuer). Wenn diese vier Stücke dann alles sind, was die Band zu geben hat, dann ist das ganz sicher nicht gerade wenig.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://www.galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></p>
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		<title>NOVEMBER NÖVELET: Heart of Stone</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Sep 2012 04:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die großen Melancholiker und diejenigen im Galakthorrö-Kosmos, deren Musik am nächsten am Pop (im besten Sinne des Wortes) ist, veröffentlichen ihre inzwischen dritte EP mit vier neuen Songs, die in einer klanglichen wie textlichen Kohärenz emotionale Zustände in all ihrer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/09/01/november-novelet-heart-of-stone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/NN.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5136" title="NN" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/NN-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die großen Melancholiker und diejenigen im Galakthorrö-Kosmos, deren Musik am nächsten am Pop (im besten Sinne des Wortes) ist, veröffentlichen ihre inzwischen dritte EP mit vier neuen Songs, die in einer klanglichen wie textlichen Kohärenz emotionale Zustände in all ihrer Doppelbödigkeit illustrieren.</p>
<p>Das Titelstück wird von analogen Vintagesynthsounds durchzogen, die wie eine singende Säge oder ein Theremin klingen und den Eindruck erwecken, als werde die emotionale Versteinerung, die besungen wird, zutiefst bedauert; und emotionale Kälte ist eben oft (auch) eine (Über-)Lebensstrategie. <span id="more-5134"></span>Der Wärme des Herzens erinnert man sich nur noch in der Rückschau. Dabei fällt auf, dass der Gesang sich geschlechtlich nicht eindeutig festlegen lässt und irgendwo in einem Zwischenreich anzusiedeln ist, in dem es keine Rolle spielt, wer das Opfer ist. „The Ocean of Tears“ setzt Klänge ein, die an ein Xylophon erinnern und die in ihrer Reduktion die Gefühlslage, die einen Ozean aus Tränen zur Folge hat, beeindruckend illustrieren. Am Ende hört man dann die vielleicht nicht so paradox anmutende Feststellung: „The world finds comfort in violence“. Dass das dritte Stück „Dancing Queen“ den gleichen Titel wie eine berühmte Single von vier Schweden trägt, kann Zufall sein, ganz mag man das aber nicht glauben, zu oft schon setzten Herr und Frau Arafna intertextuelle Referenzen, Anspielungen und Zitate (z.B. Lynch, Cohen) ein. Während im Song von ABBA ein 17-jähriges Mädchen, das alle „anturnt“, besungen wird, geht der Text von November Növelet (fast zwangsweise) weiter: Zwar ist auch die hier Besungene jung, besitzt Seduktionspotential, aber die Sprecherin fordert sie nicht nur zum Tanz auf, sondern es geht bis zur Sebst(auf)opferung. Im Rahmen dieser EP ist das sicher das treibendste und tanzbarste Stück. „Up to date“ beendet die 7&#8242; mit dezentem Rhythmus und den erneut hypnotischen analogen Melodiefolgen.</p>
<p>Für mich waren das 2007 erschienene Album „Magic“ und die ein Jahr später folgende „Sacred“-EP ein Quantensprung zu den auch schon gelungenen früheren Aufnahmen, zeigten diese Veröffentlichungen doch ein Projekt, das zwar seine Inspiration aus den frühen 80ern zog &#8211; aus einer Zeit also, als elektronische (Pop-)Musik noch aufregend war &#8211; gleichzeitig aber daraus eine ganz eigene Klangsprache entwickelte, die angemessen die Ambivalenzen der Gegenwart beleuchtete &#8211; „Heart of Stone&#8221; bezeugt dies erneut.</p>
<p>M.G</p>
<p>Label: <a href="http://www.galakthorroe.de/">Galakthorrö</a></p>
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		<title>V.A.: Kosmoloko 2</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Aug 2012 06:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/Galakthorr%C3%B6.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4995" title="Galakthorrö" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/Galakthorr%C3%B6-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die vor acht Jahren erschienene Zusammenstellung „Kosmoloko“ gab einen Überblick über die auf dem kleinen Label aus Braunschweig veröffentlichenden Künstler. Von den 2004 daran teilnehmenden Projekten fehlen auf dem Nachfolger zwei: Zum einen Karl Runau, der schon damals eine lange Phase des Schweigens hinter sich hatte, zum anderen Maska Genetik, das russische, schon vor einigen Jahren aufgelöste Einmannprojekt, dessen Schwanengesang „Strada“ von Galakthorrö 2011 posthum veröffentlicht wurde. <span id="more-4993"></span>Hinzugekommen sind Herz Jühning sowie „Nekromantik“-Komponist Hermann Kopp, die beide in den letzten Jahren je ein Album und eine EP auf Galakthorrö veröffentlicht haben.</p>
<p>Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Praxis auf Compilations &#8211; seien es jene, die thematisch ausgerichtet sind, seien es Überblicke über das Programm eines Labels &#8211; Bekanntes, bestenfalls Remixe zu veröffentlichen, fanden sich auf „Kosmoloko“ von jedem Künstler je zwei exklusive, sonst nirgendwo zu findende Beiträge &#8211; etwas, das mit dem zweiten Sampler weitergeführt wird. Schon im Rahmen anderer Rezensionen von Galakthorrö-Künstlern habe ich darauf hingewiesen, inwiefern sie sich von einer Menge anderer Projekte aus dem Postindustrial unterscheiden: Zum einen ist da der durchgängig gute Klang, ohne jedoch glatt zu klingen, zum anderen fällt – auch bei den rabiatesten Vertretern – auf, dass sie weniger Tracks als tatsächlich Songs schreiben (können). Galakthorrö hatten zudem immer einen gewissen corporate sound, der durch anloge Synths geprägt war. Thematisch beschäftig(t)en sich alle Künstler (auch) immer wieder mit dem Abseitigen, hielten und halten dem homo sapiens, „villainous king of beasts, [… ] deformed ape“ (R. Jeffers) einen Spiegel vor, um ihn als den Anthropofagen darzustellen, der er ist. Das geschieht mal auf subtile(re), mal auf brachialere Weise.</p>
<p>Die „Kosmoloko 2“ eröfffnenden November Növelet hatten mit ihrem 2007 veröffentlichten zweiten Album „Magic“ sowie der ein Jahr später erschienenen „Sacred“-EP gezeigt, dass sie mit analogen Retrosounds &#8211; ich habe schon bei einer anderen Besprechung geschrieben, dass die Analogmelodien und eingesetzten Instrumente auf eine Zeit verweisen, in der Elektropop gerade begann &#8211; und dezent gesetztem (Sprech-)Gesang eine ganz eigene Welt der Melancholie, dieses „angeschwärzten Gefühls“ (U. Horstmann), dieser „Minoritätensicht der Dinge“ (ders.), erzeugen konnten. „The Darkness of my Mind“ kommt völlig ohne Rhythmus aus: stattdessen dezente analoge Melodiefetzen, dann ein nach etwa zwei Minuten hinzukommender getragener Gesang, der von der „inneren Dunkelheit“, den „dunkelsten Begierden“ kündet. „Changing Mind“ dagegen wird von einem dezent puslsierenden Beat durchzogen und den Gesang übernimmt Herr Arafna. Auf diese zwei Stücke folgt das Einmannprojekt Subliminal, das seit 2000 zwei Alben und zwei EPs vorzuweisen hat und das inzwischen sicher das rabiateste Projekt auf Galakthorrö ist. „Embrace“ wird durch den psychopathischen Gesang geprägt, der fortwährend zwischen aggressiver, manischer Eruption und Kontrollverlust changiert, während im Hintergrund die analogen Schleifen verzerrt tönen. Die Vocals machen deutlich, dass man auf dem vermeintlichen Höhepunkt der Souveränität (auch) die eigene Hilflosigkeit bemerken kann. Diese Ambivalenz findet sich auf etwas andere Weise bei William Bennett bis etwa zur Zeit von „Mummy and Daddy“. „For Your Eyes Only“ ist im Gegensatz dazu fast nur instrumental und wird von zischenden Analogsounds durchzogen, nur gegen Ende kommt ein Brüllen/Würgen/Schreien hinzu, das zu den unangenehmsten Geräuschen gehört, die ich in den letzten Monaten auf einem Tonträger gehört habe (und das den Menschen in all seiner Kreatürlichkeit zeigt). Subliminal machen wahrlich Musik fürs Terrorkino. Die Beiträge von Herz Jühning fallen dagegen fast entspannend aus: „You&#8217;re the worm in his apple“ deklamiert die leicht verzerrte Stimme zu Beginn von „Son of Earth“. Dezente Rhtyhmusspuren und melodische Passagen sorgen in Verbindung mit dissonanten Momenten für einen Angst Pop-Song von latenter Aggressivität. „Der elektrische Horror“ (trotz Titels mit englischem Text) setzt auf verzerrtes Pulsieren, Brutzeln, zurückgenommenen Sprechgesang und Augenblicke, in denen die Zurückhaltung aufgegegen wird. Hermann Kopp, der laut seiner Website „<span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Haunting sounds for extreme visions“ erzeugt, beginnt mit „Pu</span></span>trefaction“: Im Hintergrund hört man die wie immer leicht atonale elektrische Geige, die von Elektronik untermalt wird. „Vessels“ kombiniert eine simple auf Geige gezupften Melodiefolge mit gestrichener Geige  &#8211; natürlich ist alles angemessen dissonant. Abgeschlossen wird diese Zusammenstellung von Haus Arafna, die in den vergangenen Jahren das Brachiale, Wütende, das die früheren Veröffentlichungen prägte, zurückgefahren haben, der atonale Schock wich oft einem selbst so betitelten Angst Pop. „Lying in State“ ist allerdings weit von der Milde und Reflexion des Alters entfernt: Durchzogen wird das Stück von Rhythmus, der wie Schläge klingt, der Sprechgesang eskaliert und mutiert zu Schreigesang. Bei diesem minmalen Stück wird die Aggression vom Gesang getragen. Das abschließende „Your Hero“ ist dagegen ruhiger: minmales Pulsieren, irritierende Töne im Hintergrund, der Sprechgesang bleibt unverzerrt und wird wie so oft von einer melancholischen Nachdenklichkeit geprägt.</p>
<p>Wie auch der Vorgänger enthält &#8220;Kosmoloko 2&#8243; zehn Stücke, auf denen eine Welt erzeugt wird, die man nicht unbedingt immer selbst bewohnen möchte, deren Faszination bei der Betrachtung man sich aber schwerlich entziehen kann.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label:<a href="http://www.galakthorroe.de/"> Galakthorrö</a></p>
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