V.A.: The Seventh Continent

Michael Hanekes Ende der 80er entstandenes Spielfilmdebüt Der siebente Kontinent schildert den Zerfall einer bürgerlichen Familie, deren Alltag in langweiligen Routinen und emotionaler Entfremdung erstarrt ist, schon die eröffnende Waschstraßenszene illustriert die Normalitätshölle in all ihrer hohlen Ödnis. Der titelgebende siebente Kontinent erscheint dabei weniger als geografischer Ort denn als Chiffre für eine unerreichbare Utopie – oder vielleicht für jenen letzten Fluchtpunkt jenseits einer als unerträglich empfundenen Wirklichkeit. Weiterlesen →

Language of Stone: Neue Kollaboration von Matt und Keith Howden

Vor einigen Wochen bereits erschien mit “Language For Stone” die dritte Zusammenarbeit von Matt Howden und seinem Vater, dem Dichter Keith Howden. Die Veröffentlichung bildet, wie man im Begleittext erfährt, den Auftakt einer Reihe, die sich mit dem klanglichen Potenzial sogenannter “musikalischer Steine” beschäftigt – inspiriert von den Entdeckungen des exzentrischen englischen Gelehrten Peter Crosthwaite im 18. Jahrhundert, der im nordenglischen Lake District die ersten europäischen Lithophone konstruierte. Weiterlesen →

SIEBEN: Brand New Dark Age

Gleichwohl das nach einer kurzen initialen Phase als Trio schon bald von Matt Howden solo betriebene Projekt Sieben in den mehr als fünfundzwanzig Jahren seines Bestehens viele kleine Wandlungen und Alben mit eigenen Charakteristika hervorgebracht hat, kann man schon festhalten, dass der in den zurückliegenden Jahren vollzogene Übergang von einem latent folkigen Klang und der dazu passenden melancholisch-romantischen Stimmung zu einem extrovertierten Weiterlesen →

Voices From Beyond: Compilation in Hommage an Lucio Fulci

Das polnische Santa Sangre-Magazin, das sich vor rund einem Jahr von einem Blog in einen Youtube-Kanal transformiert hat, bringt Mitte des Monats zum vierten Mal eine umfangreiche digital verfügbare Compilation heraus, deren Beiträge ein musikalisches Spektrum von experimenteller, postindustrieller Elektronik über Dark Folk und Psychedelic bis zu dunkler, ambienter Dröhnung und einigem mehr abdecken. Der Name der Publikation lässt schon ein Interesse an unterschlagenen Filmen aus besseren Zeiten erahnen, und so wundert das Konzept von “Voices From Beyond” auch kaum, denn die neue Anthologie ist dem Werk des Weiterlesen →

INANIS YOAKE: How Things Seem

Genau genommen ist Inanis Yoake ein Duo und besteht aus den beiden Gründern Simone Skeleton und Risa Hara. Die beiden gründeten die Band vor zwei Jahren in London und brachten kurze Zeit später ein Debüt heraus, auf dessen Sound irgendwo zwischen Post Punk-Nostalgie und der Feierlichkeit eines szenetauglichen Dark Folk nicht komplett, aber zum Teil auf die Mitwirkung renommierter Gäste wie Weiterlesen →

Sieben Live in Concert: Matt Howden mit digitalem Livealbum

In den letzten Monaten hat mit Violine, Mikro, Loop-Pedal und anderem Equipment bewaffnete Matt Howden an die vierzig Studiokonzerte unter dem Motto Lockdown Sieben gespielt und über seinen FB-Videokanal gestreamt – kurz vor den Feiertagen erschien mit “Sieben Live in Concert – Winter Solstice Special” ein digitales Live-Album mit fünfzehn Tracks aus verschiedenen Stationen seiner Diskografie. Weiterlesen →

Lockdown Sieben: Matt Howden veröffentlicht den ersten Teil einer Serie von Live-Alben

Unter dem Motto “Live Looped Lockdown” gibt Sieben-Mastermind Matt Howden derzeit jeden Freitag ein im Stream übertragenes Studiokonzert mit neuem und altem Material aus seiner umfangreichen Diskografie. Auf der Basis der ersten Performances entstand ein erstes Album, das als Download erhältlich ist, weitere sechs sind für die nächste Zeit geplant. Gerade die Interpretationen älterer Stücke sind ein interessanter Missing Link zwischen den klassischen Sieben-Platten und dem aktuellen Stil.
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SIEBEN: 2020 Vision

Matt Howden hat mit seinem Projekt Sieben etwas gemacht, worin ihm wenige gefolgt sind – zumindest ist mir niemand bekannt, der die in der “Neuen” oder experimentellen Musik gängige Bearbeitung von Violinparts mit Loopeffekten derart konsequent in den Bereich des Songwritings überführt hätte. Schon aus diesem Grund, mehr noch allerdings aufgrund der signifikanten Handschrift seiner Musik, wäre diese auch dann noch originell, wenn er dem schöngeistigen und immer leicht Weiterlesen →

Sieben und Stein im Berliner Friedrichskeller

Knapp vier Jahre nach seinem Auftritt in der Charlottenburger Friedenskirche kommt Geiger Matt Howden alias Sieben am 27. April erstmals wieder nach Berlin und bespielt die gediegenen Räume des Friedrichskellers mit einer Auswahl an Songs, die wie gewohnt nur auf Stimme, Violine und Looptechnik basieren, auch wenn sie sich bisweilen nach einer ganzen Band anhören. Auf früheren Konzerten standen meist die eingängigeren Songs von Alben wie “Each Divine Spark” im Vordergrund, die einen melancholischen, leicht folkigen Popappeal hatten. Mittlerweile sind seine Sets aber auch mit den treibenderen, z.T. punkigen Tracks seiner jüngeren Longplayer “The Old Magic” und “Crumbs” durchsetzt. Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgt diesmal die Darkfolk-Band Stein. Auswärtige sollten zeitig anreisen, denn der Veranstaltungsort liegt im Vorortbezirk Friedrichshagen (nicht Friedrichshain!) mit einer knappen Stunde Fahrzeit vom Hauptbahnhof, der direkt benachbarte Müggelsee ist ohnehin einen Extra-Ausflug wert. Weiterlesen →

SIEBEN: Crumbs

Matt Howden war schon zufriedener mit seinem Land und seiner Zeit. Dieser Tage jedenfalls hadert er so sehr, dass er seinem Ärger, seiner Hoffnungslosigkeit, aber auch seiner Zuversicht ein kraftstrotzendes, raues, an manchen Stellen geradezu punkiges Sieben-Album namens “Crumbs” gewidmet hat. Weiterlesen →

V.A.: Where Words Fail, Music Speaks. For Ania

Viele von uns älteren Semestern blicken bisweilen nostalgisch auf die Zeit zurück, als viele Spielarten dunkler Musik noch eine gut vor der Öffentlichkeit gehütete Einheit bildeten. Dunkle, industrielle Lärmorgien, ambient dröhnende Soundscapes, Rituelles und mystische Folksongs – es gab eine Zeit, in der das alles irgendwie zusammengehörte, eine eingeschworene Gemeinschaft mit all ihren Vor- und Nachteilen bildete und von der Außenwelt doch meistens ignoriert wurde. Mittlerweile hat beinahe alles seine eigene Subkultur, zugleich herrscht ein unübersehbares Angebot an oft nur noch Weiterlesen →

7JK: Ride the Solar Tide

7JK haben schon auf ihrem Debüt vor vier Jahren demonstriert, dass ihr Interesse nicht darin besteht, die Stile ihrer beiden Stammprojekten Sieben und Job Karma perfekt zu verschmelzen, dass sie mehr sein wollen, als die bloße Summe ihrer Teile. Auf dem gerade erschienenen „Ride the Solar Tide“ offenbaren Matt Howden und Maciek Frett ihren gemeinsam erarbeiteten Stil noch deutlicher. Weiterlesen →

SIEBEN: The Old Magic

Die alte Magie, die Matt Howden alias The Mighty Sieben auf seinem neuen Album heraufbeschwört, kommt ohne Brimborium aus und liegt versteckt an geheimen Orten, die er in den letzten zwei Jahren im weitverzweigten Norden Europas durchforstet hat – im Baltikum, in Skandinavien und nicht zuletzt in seiner eigenen britischen Heimat. Weiterlesen →

SIEBEN: Briton EP

Mit der EP „Briton“ bringt Matt Howden alias Sieben nun die über Bandcamp vertriebene Trilogie über den Norden Europas zum Abschluss, die mit „Lietuva“ und „Norse“ begonnen hatte. Nach der Hommage an Litauen, einem Land, zu dem Howden über die Jahre einen besonderen persönlichen Bezug entwickelt hatte, und der dem Skandinavischen gewidmeten Fortsetzung, ist der Sänger und Geiger nun in seiner britischen Heimat angekommen und liefert seine eigene musikalisch-atmosphärische Interpretation dessen ab, was für ihn den Weiterlesen →

SIEBEN: Norse

Was vor einigen Monaten mit „Lietuva“ begann, setzt sich mit „Norse“ nun fort und entpuppt sich als zweiter Teil einer geplanten Trilogie, deren Konzept auf zwei Säulen steht: Erstmals setzt Matt Howden auf kleine Veröffentlichungen im EP-Format und vertreibt das Ganze rein digital über Bandcamp. Darüber hinaus ist die Reihe Matts persönliche Hommage an Nordeuropa, seine favourisierten Orte und ihre spezielle Magie. Während „Lietuva“ seinem Namen entsprechend das Baltikum und speziell Litauen feierte, steht „Norse“ im Zeichen der skandinavischen Welt und der Art, wie die Weiterlesen →

SIEBEN: Lietuva

Es vergeht kein Jahr ohne ein oder mehrere Lebenszeichen von Matt Howden, dem Mann, der jahrelang die erste Geige des Neofolk spielte und sein Instrument nach allen Regeln und Regelbrüchen streicht, zupft, als Handdrum nutzt oder mit seinen Bartstoppeln kratzend in die Rassel eines Schamanen verwandelt. Mithilfe von Mikros, Sampling und Looptechnik entsteht im Handumdrehen der Sound einer ganzen Band, bei der Matt dann gleich noch die Rolle des Frontsängers übernimmt. Von seinem Hauptprojekt Sieben erscheinen in zuverlässiger Regelmäßigkeit opulente Alben, doch Kollaborationen und Neuinterpretationen gibt es Weiterlesen →

Konzertankündigung: Sieben und Golden Apes am 20.06. in der Friedenskirche Charlottenburg

Am Samstag, dem 20. Juni, ist Matt Howden alias “The Mighty Sieben” erstmals auf einer Berliner Bühne zu sehen. Der britische Geiger, Sänger und Komponist begeistert seit rund zwei Jahrzehnten sein Publikum mit einer primär auf Loops basierenden Musik und seiner raumgreifenden Stimme. Trotz Wurzeln im Dark Folk bildet seine oft melancholisch anmutende Musik längst ein kleines Genre für sich. Mit der Friedenskirche in Charlottenburg,

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RASP: Radiate Power Words

Die Entstehungsgeschichte des ersten Rasp-Albums liest sich wie eine Wette – schaffen es zwei Musiker, ein komplettes Album an zwei Abenden, in nur zwei kurzen Sessions zu improvisieren und aufzunehmen, ohne akribische Vor- und Nachbereitung und ohne Erfahrung in derart spontaner Arbeit? Nun, „Radiate Power Words“ ist eine Antwort auf diese Frage, und was dabei herausgekommen ist, klingt eigenwilliger als alles, was man bisher von den beiden Beteiligten zu hören bekam. Weiterlesen →

JOB KARMA: Society Suicide

Job Karma ist ein Duo aus dem polnischen Wrocław, das eng mit dem dort jährlich stattfindenden Industrial Festival verknüpft ist und seit Ende der 90er verrottete Endzeitszenarien entwirft. Die Musik, die Maciej Frett, Aureliusz Pisarzewski und ihre wechselnden Gäste spielen, beerbt die tribale, rhythmische Tradition der Industrial Culture, perfekt zugeschnitten auf eine Welt im Niedergang. Mit seinem Fantasy-Artwork und diversen Video-Animationen ist Arek Bagiński fast so etwas wie ein drittes Mitglied. Leser unserer Seiten erinnern sich vielleicht an Weiterlesen →