Trappist Afterland und Lamp of the Universe sind zwei der renommiertesten Vertreter psychedelisch eingefärbter Musik auf der südlichen Erdhalbkugel, doch da sich zwischen der Ostküste Australiens und dem benachbartern Neuseeland noch ein recht weites Meer erstreckt, ist es möglich, dass die beiden Hauptbetreiber Adam Geoffrey Cole und Craig Williamson sich noch nicht allzu häufig über den Weg gelaufen sind. Mit der gut achtminütigen One Track-Single “Lakeland Storm” präsentieren sie nun ihre erste gemeinsame Kollaboration, welche die typischen Elemente beider Projekte zu einem intensiven Stück Psych Folk vereint.
Von Beginn an entfaltet sich eine zeremoniell-ergriffene Atmosphäre, die durch feierlich angeschlagene Gitarrensaiten und dezente Handpercussion getragen wird. Die Instrumentierung wirkt bewusst reduziert, aber dank der kraftvollen Akkorde niemals karg. Neben Gitarre und Oud scheinen mit der Zeit weitere Saiteninstrumente zu erklingen, die gemeinsam mit den vielschichtigen Gesangsharmonien eine intensive Wirkung entfalten. Besonders der mehrstimmige Gesang von Williamson und Cole, der stellenweise fast hymnisch wirkt, zieht den Hörer in seinen Bann. Später tritt Coles Sologesang in den Vordergrund, dessen fragile Intensität einen berührenden Kontrast zur wachsenden Klangdichte des Stücks bildet. Ambientartige Keyboards, die an frühere Beiträge von Grey Malkin erinnern, verstärken diesen Eindruck zusätzlich.
Textlich kreist “Lakeland Storm” um Landschaften und Naturgewalten, die symbolisch über sich hinausweisen. Die Erhabenheit der Szenerie wird jedoch nicht nur als transzendentale Erfahrung vermittelt, sondern auch mit einem unterschwelligen Gefühl der Furcht durchzogen. Dies korrespondiert mit dem Covermotiv, einer historischen Fotografie von Soldaten des Australian and New Zealand Army Corps in den Schützengräben von Gallipoli während des Ersten Weltkriegs, deren Feiertag sich gerade jährt. Die Wahl dieses Bildes verleiht der Veröffentlichung eine zusätzliche Schicht, lässt Motive historischer Traumata und existenzieller Bedrohungen aufblitzen.
Dieses Sujet fungiert zudem als weitere Klammer um die beiden hier als Einheit auftretenden Projekte und ihre Herkunftsländer. Musikalisch wirkt die Zusammenarbeit wie das Werk einer schon immer aufeinander eingespielten Band. Auf der Trappistseite kann man das Stück definitiv auf der Seite seiner ergriffeneren Songs einordnen, darüber hinaus ist es eine wunderbare Gelegenheit, die in unseren Breiten noch recht unbekannten Lamp of the Universe kennezulernen. Das Stück erscheint gesplittet auf einer streng limitierten (und möglicherweise bereits vergriffenen) 7″, aber vielleicht wird es irgendwann eine digitale Wiederveröffentlichung geben. Zu wünschen wäre es. (U.S.)