In der Sym-CD-Reihe von Drone Records wurde just eine Deutsch-Schweizer Zusammenarbeit veröffentlicht: Der Dortmunder Hellmut Neidhardt hatte uns schon vor Jahren mit dem Projekt Multer begeistert und ist schon lange als N solo aktiv. Die auf den ersten Blick kurios betitelten Bu.d.d.A. (Bund des dritten Auges) sind ein aus Emerge und B*tong bestehendes Duo, dessen Musik in der Vergangenheit laut Label als “TROUM meets EARTH together with ENO” beschrieben worden ist.
Wie auch andere Veröffentlichungen im Rahmen der Sym-Reihe ist das Album konzeptionell ausgerichtet, wird der Blick doch auf die Apollo 13-Mission gerichtet, die 1973 aufgrund eines zerstörten Sauerstofftanks nicht mehr auf dem Mond landen konnte. Dass man Weltraumreisen momentan bedauerlicherweise eher mit megalomanischen Autoverkäufern verbindet, die gerne Leatherfaces tool of choice schwingen, ist ein anderes Thema. Auf dem Album heißt es (nicht nur) bezogen auf die fehlgeschlagene Mission: „The universe is a vast and cold and very lonely place/It dwarves any human ambition/nevertheless space is the place”. Diese im Innern der CD abgedruckten Worte zeigen die Weiten des Alls in all ihrer Ambivalenz.
Die Begeisterung für und gleichzeitig das Erschauern wie Erschaudern angesichts der unendlichen Weiten wird auf diesem beeindruckenden Album auf vier langen Stücken umgesetzt und einige der wellenartigen melodischen Drones lassen dann auch partiell an das Bremer Duo Troum denken.
„As Into Space It Vents“ beginnt mit Sprachsamples vom Start der Rakete, dazu dann kommen anfangs dräuende Drones, es setzen nach einer Weile Gitarrenpassagen ein, während im Hintergrund die melodischen Drones an- und abschwellen. Dann aber wird diese vermeintliche Harmonie (auf-)gebrochen, nach gut zehn Minuten werden die Sounds lauter, dissonanter, bedrohlicher, um dann gegen Ende des 15-minütigen Stücks langsam zu verklingen. Der Titel „Falling Apart“ weist schon auf das Kommende hin. Musikalisch umgesetzt wird das durch dunklere Drones, dazu Geräusche, die an einen Geigerzähler denken lassen und insgesamt ein dezentes Moment der Bedrohung hervorrufen. Im Verlauf des Tracks verdichtet sich das Stück und endet mit Dissonanzen und verfremdeten Stimmen (?) wahrlich unangenhem. Auf dem nächsten Stück folgt dann die Konsequenz aus dem technischen Versagen: „Face The Darkness“, heißt es, wobei diese Dunkelheit im Stück weniger düster klingt, vielmehr sind in die rauschigen Klangflächen einzelne Gitarrentöne eingewoben, die eine leicht melancholische Stimmung erzeugen. Später hört man wieder Stimmsamples und dann wird der Lautstärkelevel erneut angezogen. Das lapidar betitelte „Meanwhile Back On Earth“ beendet das Album. Der Track beginnt leise, kaum vernehmbar, reduziert, dunkel. Um oben erwähntes Zitat zu plagiieren und variieren: 13 is the album. (MG)
Label: Drone Records