Mit “The Prosperity Of Vice, The Misfortune Of Virtue” erscheint am 9. Mai eine wiederveröffentlichte Merzbow-Arbeit aus dem Jahr 1996 neu bei Room40 – von Lawrence English vollständig remastered und um eine zusätzliche Aufnahme aus den ursprünglichen Sessions ergänzt. Entstanden ist das Album ursprünglich als Theatermusik für eine Produktion der Gruppe Romantica, basierend auf Texten des Marquis de Sade. Masami Akita lotet hier eine breitere Palette an Ausdrucksformen aus als in vielen seiner bekannteren Veröffentlichungen der Ära, neben massiv verdichteten Noise-Strukturen treten z.B. auch rhythmische. Das Werk gehört zu jenen Merzbow-Alben, die bislang nur in sehr eingeschränktem Umfang zugänglich waren und zeigt eine Seite seines Schaffens, die auf die Anforderungen theatraler Kontexte reagiert, ohne seine charakteristische Materialbehandlung aufzugeben.
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Archiv für das Jahr 2025
Caspar Brötzmann Massaker und Aidan Baker im Berliner Bi Nuu
Caspar Brötzmann Massaker kehren am 11. Juni für ein seltenes Berliner Konzert ins Kreuzberger Bi Nuu in den Räumen des U-Bahnhofs Schlesisches Tor zurück. Das Trio um Gitarrist Caspar Brötzmann, dessen musikalische Handschrift geprägt ist von schroffen Riffs, eruptiven Lautstärkeverschiebungen und einem kompromisslosen Ausdruckswillen, bleibt auch nach Jahrzehnten ein Ausnahmefall im Kosmos experimentierfreudiger Musik. In der Kombination aus kontrollierter Wucht und improvisatorischer Offenheit setzt die Band auf physische Direktheit, ohne je ins bloß Effektvolle zu kippen.
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Minimum Gaudium und Aunt: Doppelkonzert in Berlin
Für Kurzentschlossene: Heute am 25. April 2025, präsentieren Minimum Gaudium und Aunt ihre Debüt-EPs in der von Munsha kuratierten Veranstaltungsreihe GLASS in Berlin-Kreuzberg. Abgerundet wird der Abend durch ein DJ-Set des Turntable-Duos Cate Hops und Junktion. Minimum Gaudium, ein Berliner Trio italienischer Herkunft bestehend aus Luca Canciello (Elektronik), Marco Bianciardi (Drums) und Tiziano Jian (E-Bass), verbinden in ihrer Musik experimentellen Rock, elektronische Texturen und Einflüsse aus Neuer Musik.
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Before the Skeletal Dance of our Festering Jesters: Comeback und Albumdebüt der Flesh Eating Society
Gerade erscheint mit “Before the Skeletal Dance of our Festering Jesters” das erste vollständige Album der Flesh Eating Society seit 2018. Das Duo Blind Johnny Smoke und The Juddaman verarbeitet darauf sowohl politische Frustration als auch persönliche Umbrüche. Nach einem plötzlichen, weitgehenden Hörverlust Ende 2023 ist Blind Johnny, der bis auf einen Gastbeitrag alle Songlyrics verfasst hat, nur noch in der Lage, tiefe Frequenzen wahrzunehmen – ein Umstand, der das basslastige Klangbild des Albums entscheidend mitprägt. Musikalisch bewegt sich das Werk im weiten Feld zwischen Drum’n’Bass, Electronic Body Music und noisigen Fragmenten. Die oft rhythmisch vorgetragenen Texte wirken wie eine persönliche Abrechnung – sprachlich vielschichtig, direkt, zornig. Melodische Synthiepassagen setzen Kontraste, doch insgesamt bleibt der Sound rau und unversöhnlich. “Before the Skeletal Dance of our Festering Jesters” ist eine kompromisslose Auseinandersetzung mit einer Welt im Zerfall – und dem Versuch, trotz wachsender Einschränkungen künstlerisch Haltung zu bewahren. Es erscheint als streng imitiertes Tape und digital bei Cruel Nature Records.
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Tristwch y Fenywod: Erstes Konzert in Berlin
Am Mittwoch, den 14. Mai, gastiert das walisischsprachige Trio Tristwch y Fenywod im Berliner Urban Spree und somit erstmals live in der Stadt. Die im englischen Leeds gegründete Band, bestehend aus Gwretsien Ferch Lisbeth, Leila Lygad und Sidni Sarffwraig, spielt einen düster-experimentellen Mix aus Gothic Rock, elektronischen Beats und folkloristisch geprägter Instrumentierung. Nach nur wenigen Konzerten in ihrer Heimat und einem Live-Demo hat die Band Anfang des Jahres ihr Studio-Debüt über Night School veröffentlicht.
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Thoracian Blue: Soloalbum von Jeremy Hunt alias Moss And The Cowpunchers
Mit “Thoracian Blue” legt Jeremy Hunt alias Moss & The Cowpunchers den letzten Teil der NoiseFeast-Reihe vor – einer Serie, die sich als Ableger des inzwischen kultisch rezipierten QOHELETH-Albums “Black Kite Broadcasts” versteht. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Projekt aus dem Umfeld eben dieser amerikanischen Experimentalformation QOHELETH, die sich nach dem biblischen Buch Kohelet benannt hat, bekannt für seine zumindest vordergründig betrachtet untypische Botschaft und die an einen dramatischen Monolog erinnernde Sprache.
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Terminal: Vierzehnte Folge der Konzertreihe im Berliner Petersburg Art Space
Für die vierzehnte Ausgabe der Reihe “Terminal” lädt das brasilianische Label Seminal Records am 8. Mai zu einem Konzertabend in den Berliner Petersburg Art Space: Acht Acts, die sich mit improvisierter, elektroakustischer und experimenteller Musik auseinandersetzen, begegnen sich hier zu einem gemeinsamen Set.
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Cathedron: Reissue des Klassikers von Sephiroth
Sephiroths Album “Cathedron” erscheint am 21. März in einer Neuauflage bei Cyclic Law. Ursprünglich 1999 bei CMI veröffentlicht, zählt es bis heute zu den prägenden Werken des Dark Ambient und Tribal Industrial. Diese Reissue als Doppel-LP und CD bringt das Album in neuer klanglicher Tiefe zurück und macht es sowohl für langjährige Fans als auch für neue Hörer wieder zugänglich. Das Projekt von Ulf Söderberg verbindet düstere, atmosphärische Dichte mit rhythmischen Elementen. Bedrohlich grollende Sounds treffen auf hallende Chöre, rituelle Percussion und fein ausbalancierte, filigrane Klangstrukturen.
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The Incident: Neue 2-LP von Rashad Becker
Am 25. April erscheint mit “the incident” das dritte Studioalbum von rashad becker beim Label clunk – ein Werk, das sich mit einer Mischung aus struktureller Komplexität und einer deutlichen Ironie, wie es beim label heißt, in die Spannungsfelder von Repräsentation, Verschleierung und Bedeutungsverschiebung begibt. Aufgeteilt in vier klar konturierte Akte, entwirft das Doppelalbum eine narrative Struktur, die sich dennoch bewusst der Eindeutigkeit entzieht.
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Es wird außergewöhnliche Musik gemacht. Es ist eine wunderbare Zeit für Musik: Interview mit Michel Faber
Unter den zeitgenössischen europäischen Autoren nimmt der in den Niederlanden geborene und in Australien aufgewachsene Faber eine besondere Rolle ein, lässt sich sein Werk doch kaum auf ein Genre, ein Thema eingrenzen. Sein Debütroman Under The Skin über ein Alien, das auf der Erde Menschen fängt, ist letztlich eine Reflexion über Fremdsein und Entfremdung, sein kommerziell größter Erfolg ist der Neoviktorianische Roman The Crimson Pettle And The White über Weiterlesen
There’s extraordinary music being made. It’s a wonderful period for music: Interview with Michel Faber
Faber, who was born in the Netherlands and grew up in Australia, plays a special role among contemporary European authors, as his work can hardly be narrowed down to one genre or theme. His debut novel Under The Skin, about an alien that captures humans on Earth, is ultimately a reflection on alienation and estrangement, while his greatest commercial success is the neo-Victorian novel The Crimson Pettle And The White about the Weiterlesen
FARBOD MAEEN: Damavand
Ein sanfter, fast wie aus der Ferne herüberwehender Klang eröffnet die Szenerie: Die Ney, ein vorderasiatisches Doppelrohrblattinstrument, das unseren Schalmeien ähnelt, webt ornamentale Melodiebögen. Doch diese sind dezent und unprätentiös, was den Klängen – wohl gepaart mit subtiler klanglicher Bearbeitung – einen ambienten Charakter verleiht. Es ist der Weiterlesen
MIDORI HIRANO / COH: Sudden Fruit
Wenn sich die Wege zweier Künstler mit ganz eignen, auf soliden, weitgehend egofreien Fundamenten stehenden ästhetischen Visionen kreuzen, entsteht mitunter etwas Einzigartiges. So auch bei dem Album “Sudden Fruit”, einer Zusammenarbeit der japanischen Pianistin und Komponistin Midori Hirano und des russischen Klangarchitekten Ivan Pavlov, bekannt als CoH (was im russischen Traum und zugleich Schlaf bedeutet und Weiterlesen
Rakshasa: Neue CD der Demonologists
Mit “Rakshasa” legt das US-Duo Demonologists am 18. April ein neues Werk vor, das seine Wurzeln tief im Death Industrial und dem, was man Blackened Noise und Horror Electronics nennt, verankert. Bekannt geworden sind Cory Rowell und Evan Price auch durch zahlreiche Split-Releases, unter anderem mit Gnaw Their Tongues. “Rakshasa” markiert nun eine weitere Verdichtung ihres kompromisslosen Soundspektrums zwischen treibender Härte, verzerrtem Brummen und ambienter Düsternis. Das Album ist geprägt von einer bedrohlichen Grundspannung und setzt sich auf mehreren Ebenen mit Vorstellungen von Selbstzerstörung und einer von Menschen ruinierten Welt auseinander. Dabei fließen auch mythologische Motive mit ein: Rakshasas – aus der indischen Überlieferung bekannte Dämonenwesen – stehen titelgebend für das Grundthema einer zerstörerischen Kraft, die von innen heraus wirkt. Auch der Titeltrack “Samskara” verweist auf Konzepte des Bewusstseins und unterbewusster Handlungsmuster.
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Journey to Nabta Playa: Gemeinsames Konzeptalbum von Angel Bat Dawid und Naima Nefertari
Am 2. Mai erscheint bei Spiritmuse Records das neue Doppelalbum “Journey to Nabta Playa”, eine Zusammenarbeit der Musikerin und Komponistin Angel Bat Dawid mit der interdisziplinären Künstlerin Naima Nefertari (auch bekannt als Naima Karlsson und Nachlassverwalterin des Cherry-Archivs). Das Projekt ist eng verwoben mit der historischen und spirituellen Bedeutung von Nabta Playa, einer prähistorischen Stätte in der nubischen Wüste im Süden Ägyptens, die durch ihre astronomischen Steinsetzungen als ein früher Ort kosmologischer Beobachtung gilt. Die beiden Künstlerinnen greifen in ihrer Produktion nicht nur auf eine Vielzahl akustischer, elektronischer und vokaler Ausdrucksmittel zurück, sondern laut dem begleitenden Text auch auf eine tiefgehende Auseinandersetzung mit kulturellem Erbe, afro-diasporischem Wissen und archäologischen Spuren.
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Gemeinsames Album von Cody Brant und Diurnal Burden
In den nächsten Tagem erscheint das Album “A Panacea Nurtured Gurgles”, eine gemeinsame Produktion von Cody Brant (Portland, Oregon) und Ross Scott-Buccleuch (Manchester), der unter dem Namen Diurnal Burdens arbeitet, auf Cruel Nature Recordings. Die Aufnahmen entstanden 2024 und 2025 in Portland, Las Vegas und dem englischen Wigan. Beide Künstler bringen dabei ihre jeweiligen Hintergründe in experimentellem Noise, Tape-Komposition und elektroakustischer Collage zusammen.
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Splitter Orchester mit Yuko Kaseki in der Berliner Zwinglikirche
Anlässlich seines 15jährigen Bestehens lädt das Splitter Orchester zu einer Konzertreihe ein, bei der vier architektonisch und akustisch besondere Orte in Berlin gezielt ausgewählt wurden, um jeweils eigene, ortsbezogene Programme zu realisieren. Den Auftakt bildet ein gemeinsamer Abend mit der Choreografin und Tänzerin Yuko Kaseki in der Zwinglikirche in Friedrichshain. Kaseki, bekannt für ihre kraftvolle Arbeit an der Schnittstelle von Bewegung, Raum und Ausdruck, begegnet hier dem kollektiven Spiel von des 18köpfigen Splitter Orchesters – allesamt profilierte Akteuri*nnen der Berliner Szene für experimentelle und improvisierte Musik. Die klangliche Arbeit des Ensembles lässt sich, wie es im Programmtext heißt, am ehesten als “skulptural” beschreiben: Musik wird nicht linear entwickelt, sondern als formbares Material behandelt, das sich im Raum entfaltet, auf architektonische Bedingungen reagiert und von diesen mitgeprägt wird.
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Wenn Maschinen von Stille träumen: Uwe Moellhusen, Alexandra Maciá, Samin Son, Eva Kadmon, Yuko Kaseki und Tot Onyx in der Berliner Galiläakirche
Am Samstag dem 17. Mai findet ein besonderer Konzertabend in der Berliner Galiläakirche unter dem transhumanistisch konnotierten Titel “Wenn Maschinen von Stille träumen” statt. Die Veranstaltung bringt drei eigenständige Positionen zusammen, die sich laut Programmtext alle mit der Auflösung gängiger Kategorien von Musik, Performance und Körperlichkeit auseinandersetzen. Was sie verbindet, ist ein gemeinsames Interesse an Übergängen: Zwischen akustischer Manipulation und körperlicher Geste, zwischen kontrollierter Struktur und offener Improvisation, zwischen materieller Klangquelle und sinnlicher Präsenz.
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Isolamendurako Praktikak: AR Guda mit neuem Tape
Am 25. April erscheint mit “Isolamendurako Praktikak” das neue Album von AR Guda, dem aktuellen Projekt des baskischen Gitarristen und Improvisationsmusikers Asier Pérez Basterra, der auch unter dem Namen A.Maiah aktiv ist. Veröffentlicht wird es über das Label Cruel Nature Record – sowohl als Kassette wie auch im digitalen Format mit Artwork von Argikutxa Knzpts.
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