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	<title>African Paper &#187; Sam Shalabi</title>
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		<title>THE DWARFS OF EAST AGOUZA: High Tide In The Lowlands</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jul 2023 02:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bedenkt man, dass die ägyptisch-amerikanischen Dwarfs of East Agouza eine Supergroup sind, deren Mitglieder Alan Bishop (Bass, Vocals, Altsaxofon), Maurice Louca (Keyboards, Drum Machine) und Sam Shalabi (E-Gitarre) in zahlreiche andere Projekte involviert sind, kann man nur anerkennen, dass nach &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/07/01/the-dwarfs-of-east-agouza-high-tide-in-the-lowlands/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/SRV533_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-35427" title="SRV533_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/SRV533_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bedenkt man, dass die ägyptisch-amerikanischen Dwarfs of East Agouza eine Supergroup sind, deren Mitglieder Alan Bishop (Bass, Vocals, Altsaxofon), Maurice Louca (Keyboards, Drum Machine) und Sam Shalabi (E-Gitarre) in zahlreiche andere Projekte involviert sind, kann man nur anerkennen, dass nach dem 2016 erschienenen Debüt <a title="THE DWARFS OF EAST AGOUZA: Bes" href="http://africanpaper.com/2016/04/23/the-dwarfs-of-east-angouza-bes/">&#8220;Bes&#8221;</a> noch zwei weitere Alben erschienen sind und die Herren daneben noch ausgiebig aufgetreten sind &#8211; eine Seite, die auch immer wieder auf Tonträgern dokumentiert wurde. <span id="more-35426"></span>Jüngst fand auch die vorliegende Konzertaufnahme, die 2017 in Brüssel bei einem Auftritt in den Ateliers Claus mitgeschnitten wurde, ihren Weg auf Vinyl. Kennt man die Affinität der Dwarfs zu spontanen Improvisationen, dann macht man sich wahrscheinlich wenig Sorgen um allzu große Überschneidungen zu den Studioalben.</p>
<p>Anlässlich des ein Jahr vorher erschienenen Debüts hieß es bei uns: &#8220;Eine Band, die aus Sam Shalabi, Alan Bishop und Maurice Louca besteht, nennt sich natürlich nur höchst ironisch Dwarfs, denn musikalisch sind die drei, die sich vor einigen Jahren eine Wohnung im Kairoer Bezirk Agouza teilten, alles andere als Zwerge. Eigentlich gab es in der Zeit gerade genug zu tun. Bishop hatte mit den <a title="THE INVISIBLE HANDS: Teslam" href="http://africanpaper.com/2014/12/06/the-invisible-hands-teslam/">Invisible Hands</a> gerade einen würdigen Nachfolger für die <a title="SUN CITY GIRLS: Eye Mohini (Sun City Girls Singles Volume 3)" href="http://africanpaper.com/2013/07/13/sun-city-girls-eye-mohini-sun-city-girls-singles-volume-3/">Sun City Girls</a> ins Leben gerufen, Shalabi arbeitete emsig mit dem <a title="LAND OF KUSH: The Big Mango" href="http://africanpaper.com/2013/11/30/land-of-kush-the-big-mango/">Land of Kush</a>-Kollektiv und <a title="MAURICE LOUCA: Elephantine" href="http://africanpaper.com/2019/07/12/maurice-louca-elephantine/">Louca</a>, der wahrscheinlich schon Ideen zu seiner künftigen Band <a title="ALIF: Aynama-Rtama" href="http://africanpaper.com/2015/09/05/alif-aynama-rtama/">Alif</a> ausbrütete, hatte gerade sein <a title="MAURICE LOUCA: Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute The Parrot)" href="http://africanpaper.com/2014/11/15/maurice-louca-benhayyi-al-baghbaghan-salute-the-parrot/">Solodebüt</a> in den Regalen stehen. Da man sich aber ohnehin bei all diesen und weiteren Unternehmungen unter die Arme griff, blieb immer wieder Zeit zum ungezwungenen Jammen, und so waren irgendwann die Dwarfs of East Agouza geboren, eine Supergroup, in der das kreative Input aller drei gleichermaßen einfließen sollte&#8221;.</p>
<p>Die erste Seite von &#8220;High Tide in the Lowlands&#8221; enthält eine ausladendere Version des Opener von &#8220;Bes&#8221;, &#8220;Baka of the Future&#8221;, und auch in der hier vorliegenden Version kann man die Fusion der verschiedenen Stile, in denen die drei firm sind, geradezu physisch spüren. Formal überschneiden sich viele Details &#8211; &#8220;ein grooviger Bass, ein zeterndes Tenorsaxophon, eine von allerhand trikontinentalen Einflüssen geprägte Jazzgitarre und nordafrikanische Perkussion in allen möglichen und unmöglichen Variationen&#8221;, wie es in der Besprechung hieß &#8211; mit der Studioversion, doch ein aggressiveres Tempo und eine etwas weniger saubere Klangbeschaffenheit geben dem Song eine spürbar andere Aura, bei der die im Original starken Easy Listening-Elemente ins Hintertreffen geraten: Nach einem erwartungsvoll stimmenden Auftakt, der etwas von einem spannungsgeladenen Vorspann hat und doch mit seinem energischen Picking auf der elektrischen Gitarre gleichsam medias in res geht, und dem Einsatz einer metallischen Perkussion und etwas Dröhnendem fügt sich bald alles zu einer groovigen Mixtur zusammen, die man sich in den 70ern und bei bislang jedem Psych- oder Space Rock-Revival gewünscht hätte, und die sich als so hypnotisch erweist, dass alle in Laufe des Tracks noch aufkommenden Details &#8211; neue Muster auf der Gitarre, psychedelisches Georgel &#8211; nur noch physisch wahrnimmt. Erst ein deutlicherer Bruch, bei dem die immer elektrifizierter wirkende Perkussion nach vorn rückt und für Momente den Rest fast verstummen lässt, holt einen vor dem finalen Tempoanstieg zurück ins Hier und Jetzt.</p>
<p>Nach dem offenen, leicht schrägen Schluss ist das Publikum gewappnet für das mir bislang von keiner anderen Aufnahme her bekannte &#8220;The Sprouting of the 7th Entertainment&#8221;, das mit Alans leiernden Stimmbeiträgen und allerhand rasselnden Geräuschen als Kulisse für die soliden Gitarrenparts um einiges zerfledderter startet. Schnell entpuppt sich der Track als eine schwindelige Karussellfahrt, bei der seltsame Schreie, trällernde Saxophonparts, merkwürdig orgelnde Pfeifgeräusche und funky Gitarren nicht immer ganz von einander unterschiedbar sind, aber zusammen immer mal durch den Fleischwolf wagemutiger Tempospielereien gedreht werden.</p>
<p>Nicht erst, wenn gegen Ende ein begeistertes Publikum zu hören ist, verdeutlichen die beiden Stücke, die die Intensität der vierzig Minuten gut einfangen, wie sehr die Dwarfs auch als Live-Band überzeugen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sub Rosa</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1745607056/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Affratta: Huda Asfour, Rehab Hazgui, Maurice Louca, Aya Metwalli, Sam Shalabi und Aalam Wassef mit Songs for Kids</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2022 03:57:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die in Belgien ansässige Organisation Mophradat bringt in den nächsten Tagen ein Album mit sechs Kinderliedern in arabischer Sprache heraus. Die Texte auf &#8220;Affratta&#8221; stammen von den Autorinnen und Autoren Ahlam Bsharat, Hadil Ghoniem und Yosra Sultan, die Idee, Kindern &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/24/affratta-huda-asfour-rehab-hazgui-maurice-louca-aya-metwalli-sam-shalabi-und-aalam-wassef-mit-songs-for-kids/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die in Belgien ansässige Organisation Mophradat bringt in den nächsten Tagen ein Album mit sechs Kinderliedern in arabischer Sprache heraus. Die Texte auf &#8220;Affratta&#8221; stammen von den Autorinnen und Autoren Ahlam Bsharat, Hadil Ghoniem und Yosra Sultan, die Idee, Kindern im Vor- und Grundschulalter Songs zu bieten, die auf spielerische Art fantasievolle, nicht-patriarchale Inhalte umsetzen, die sich um Themen wie Natur, Liebe und Abenteuer drehen. An der musikalischen Umsetzung, bei der traditionelle, moderne und hörspielhafte Einflüsse zusammenkommen, sind einige der renommiertesten Acts der neueren arabischen Musik beteiligt, so die Oud- und Qanun-Virtuosin Huda Asfour, die Synthie-Performerin Rehab Hazgui, die Klangkünstler Aalam Wassef und Mourice Louca, die Sängerin Aya Metwalli, der Mehrfachinstrumentalist Sam Shalabi.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/mophradatsongsforkids.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-28454" title="mophradatsongsforkids" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/mophradatsongsforkids.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-28453"></span></p>
<p>&#8220;In 2021, Mophradat invited children’s writers Ahlam Bsharat, Hadil Ghoniem, and Yosra Sultan, along with musicians Huda Asfour, Rehab Hazgui, Maurice Louca, Aya Metwalli, Sam Shalabi, and Aalam Wassef, to collaborate on producing an album of progressive songs for young children. The music is made for children around the ages of four to six, the moment where their acquisition and understanding of language as form and meaning starts to take shape. The process, which took place online across countries, led to Affratta, an album of children’s music comprising six tracks. Mophradat Songs for Kids is a project that is looking for ways for children to be offered joyful, nature-loving, non-patriarchal, imaginative, and evocative music that encourages them to be kind, curious, adventurous, and loving. Music and song are one way children learn, express emotions, hear and tell stories, and get to know their bodies. The Arab world, unfortunately, has limited offerings of musical production for children, and this project is one of Mophradat’s first attempts to engage some of the region’s most exciting musicians with this genre.&#8221; (Mophradat)</p>
<p><a href="https://mophradat.org/en/program/retreats/songs-for-kids/"><strong>@ Mophradat</strong></a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=7424068/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>KARKHANA: Al Azraqayn</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2021 03:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer den Namen Karkhana hier zum ersten mal liest, könnte trotzdem einigen Mitgliedern der Gruppe schon begegnet sein, denn es handelt sich bei ihr um eine echte Supergroup. Die beteiligten Musiker &#8211; Mazen Kerbaj, Umut Çağlar, Sam Shalabi, Sharif Sehnaoui, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/08/07/karkhana-al-azraqayn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/karkhana.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-26087" title="karkhana" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/karkhana-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wer den Namen Karkhana hier zum ersten mal liest, könnte trotzdem einigen Mitgliedern der Gruppe schon begegnet sein, denn es handelt sich bei ihr um eine echte Supergroup. Die beteiligten Musiker &#8211; Mazen Kerbaj, Umut Çağlar, Sam Shalabi, Sharif Sehnaoui, Maurice Louca, Tony Elieh, Michael Zerang &#8211; stammen überwiegend aus dem östlichen Mittelmeerraum, ihre musikalische Herkunft erstreckt sich von Psych Rock über traditionelle arabische Musikarten bis hin zu<span id="more-26086"></span> Jazz, Improv und weit darüber hinaus. Gegründet wurde die Band bereits vor einer Handvoll Jahren. Die auf der vorliegenden Doppel-LP zu hörenden Songs wurden vor zwei Jahren bei einem Auftritt im Amsterdamer Bimhuis aufgenommen.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Das Resultat ist durch die genannten „Stilbegriffe“ gut umrissen und doch nur unzureichend benannt. Wie kraftvoll dieses Gebräu umgesetzt ist, merkt man allerdings schon bei Shalabis Intro auf der Oud. Mit westlichen Hörgewohnheiten im Gepäck mag einem der Klang der Kurzhalslaute immer eher warm und entspannt vorkommen &#8211; hier macht sich aber auch schnell eine unruhig drängende Energiegeladenheit in den melodischen Ornamenten bemerkbar, die sich vollends entlädt, sobald alle Instrumente &#8211; Bläser, Drums, Gitarren, Synthies und einiges mehr &#8211; zu hören sind.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Aus den knapp anderthalb Stunden Musik, die sich über die vier LP-Seiten erstreckt, lassen sich nur schwer einzelne Wegmarken hervorheben, denn wenngleich Momente der Spannung ihren Platz haben, gibt es kaum Längen. Mein Favorit beim ersten Hördurchgang war das aus mehreren Teilen bestehende &#8220;Sidi Mansour&#8221;, eine Neuinterpretation eines tunesischen Folkstücks. Auf ein längeres Intro mit in ihrer Richtung stets variierten Trommelwirbeln folgt ein Psych Rock-Kracher, der wie ein Medley anmutet, da immer wieder andere Instrumente in den Vordergrund treten und besondere Akzente setzen: Funky E-Gitarren, anmutige Bläsersoli, jazzige Drums, deren Groove schnell in spannungsgeladenenes Beckenspiel kippt und irgendwann in einen &#8220;abstrakteren&#8221; Teil überleitet. Hier sorgt Schaben und Kratzen an den Saiten für die Ruhe vor dem Sturm, der sich im treibenden Schlussteil mit seinem atonalen Finale Bahn bricht. Manch eine Band hätte aus dem Stoff ein ganzes Album gemacht, und wie man hört, war das Publikum begeistert.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Einige der Tracks haben diesen epischen Charakter, bei dem sich subtile, bisweilen verspielte Abstraktion mit treibenden, melodischen Passagen abwechselt. Wie ein unberechenbarer Wind pfeifen Umut Çağlars luftige Reeds in &#8220;Huli Huli&#8221; durch eine imaginäre Weite, bis ein wunderbar melodischer Song einsetzt und Fahrt aufnimmt. In &#8220;Al Sal3awa&#8221; spannen kreisende Synthies, rollende Drums und anmutige Flöten das Publikum genüsslich auf die Folter, und erst nach einem längeren Anzug des Tempos sorgen Oud und Handdrums für eine Bewegung, die nach einigen Minuten im puren Lärm gipfelt. Einen letzten Höhepunkt dieser Art gönnen einem die acht Musiker am schrillen Finale von &#8220;Rock Farock&#8221;.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Alle Karkhana-Mitglieder sind seit langem leidenschaftlicher Kollaborateure, was man der Spontaneität und dem Einfallsreichtum des Auftritts auch auf Platte mehr als deutlich anmerkt. Bleibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft weitere Konzerte in dem Line-up geben wird. (U.S.)</span></p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Label: Karlrecords</strong></span></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2690903120/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Mazen Kerbaj, Sam Shalabi u.a.: Karkhana live in Bonn</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2021 05:18:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zeitnah zum Release ihres Live-Albums &#8220;Al Azraqayn&#8221; (Karlrecords) gibt die internationale Allstar-Band Karkhana ein Konzert in Bonn. Die Band besteht aus Mazen Kerbaj, Umut Çağlar, Sam Shalabi, Sharif Sehnaoui, Maurice Louca, Tony Elieh und Michael Zerang &#8211; jeder dieser Musiker &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/07/23/mazen-kerbaj-sam-shalabi-u-a-karkhana-live-in-bonn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeitnah zum Release ihres Live-Albums &#8220;Al Azraqayn&#8221; (Karlrecords) gibt die internationale Allstar-Band Karkhana ein Konzert in Bonn. Die Band besteht aus Mazen Kerbaj, Umut Çağlar, Sam Shalabi, Sharif Sehnaoui, Maurice Louca, Tony Elieh und Michael Zerang &#8211; jeder dieser Musiker wurde hier bereits solo oder als Teil von Bands und Kollaborationen vorgestellt, und wer sich bei diesen Namen eine verspielte und gleichsam kraftvolle Mixtur aus Psych Rock, Improv, traditioneller Musikarten und weiteren Überraschungen vorstellt, liegt richtig. Mehr zur neuen Platte recht bald auf diesen Seiten, die Tickets zum Konzert können unter ticket@in-situ-art-society.de geordert werden.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/karkhanainbonn.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-26256" title="karkhanainbonn" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/karkhanainbonn.jpg" alt="" width="651" height="632" /></a><span id="more-26254"></span></p>
<p>Mittwoch, 28.Jili 2021<br />
Einlass 20 Uhr<br />
Dialograum Kreuzung An St. Helena<br />
Bornheimer Straße 130<br />
53119 Bonn</p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/tag/mazen-kerbaj/">Mazen Kerbaj</a> | <a href="http://africanpaper.com/tag/umut-caglar/">Umut Çağlar</a> | <a href="http://africanpaper.com/tag/sam-shalabi/">Sam Shalabi</a> | <a href="http://africanpaper.com/tag/sharif-sehnaoui/">Sharif Sehnaoui</a> | <a href="http://africanpaper.com/tag/maurice-louca/">Maurice Louca</a> | <a href="http://africanpaper.com/2018/10/20/v-a-anthology-of-electroacoustic-lebanese-music/">Tony Elieh</a> | <a href="http://africanpaper.com/tag/michael-zerang/">Michael Zerang</a> @ African Paper</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2690903120/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>LAND OF KUSH: Sand Enigma</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/10/26/land-of-kush-sand-enigma-2/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Oct 2019 03:15:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganze sechs Jahre ist es nun her, dass Sam Shalabi sein Großprojekt Land of Kush zuletzt zum Leben erweckte. Damals, in den Nachwehen des kurzen arabischen Frühlings, ging es darum, mit einem Ensemble von über zwanzig MusikerInnen und einer Tonne &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/10/26/land-of-kush-sand-enigma-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/CST146_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18977" title="CST146_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/CST146_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ganze sechs Jahre ist es nun her, dass Sam Shalabi sein Großprojekt Land of Kush zuletzt zum Leben erweckte. Damals, in den Nachwehen des kurzen arabischen Frühlings, ging es darum, mit einem Ensemble von über zwanzig MusikerInnen und einer Tonne gesampleter Sounds ein sinnenforderndes und ungeschminktes <a href="http://africanpaper.com/2013/11/30/land-of-kush-the-big-mango/">Porträt des &#8220;Big Mango&#8221; zu zeichnen</a>, wie die Einheimischen die ägyptische Hauptstadt nennen. &#8220;Sand Enigma&#8221; steht erneut in<span id="more-18976"></span> vielfachen Bezügen zum Ursprungsland des in Alexandria geborenen Bandleaders, doch scheinen diese weitaus offener, unklarer &#8211; enigmatischer &#8211; zu sein.</p>
<p>&#8220;Sand Enigma&#8221; ist ein ungemein intensives Werk geworden, dennoch wundert es, wie sehr die verschiedenen Komponenten &#8211; die Einflüsse von Jazz, Rock, Noise, westlicher und nordafrikanischer Folkmusik, die verschiedenen Sängerinnen, ein Instrumentarium, das Saxophon, Elektronik, Perkussion, Santur, Klarinette, Drumkit, Harfe und einiges mehr beinhaltet, dazu die doch oft sehr wechselhafte Struktur der Kompositionen &#8211; miteinander harmonieren. Dabei hat man sich sicher nicht an erster Stelle darum bemüht, die Musik besonders eingängig zu gestalten: Der balladeske arabische Gesang Nadah El Shazlys, der in &#8220;Aha&#8221; mit kristallinem Saitenspiel und lieblichen Bläsern in ein funkiges Inferno mündet, müsste eigentlich kontrastierend wirken, ebenso das hochtönende Feedback, das sich wie eine Rostschicht über die entspannten Handtrommeln und die melodische Klarinette in &#8220;Domyat 1331&#8243; legt und fast das ganze Lied über anhält. Und doch gibt es in der Musik etwas fließendes, dass all dies in ein gemeisames Flussbett lenkt und miteinander versöhnt.</p>
<p>Jeder Song verarbeitet seine ganz eigenen Ideen, sprudelt geradezu über davon, und doch strahlen die Songs trotz ihrer Exzentrik eine solide Ernsthaftigkeit aus. &#8220;Safe Space&#8221; ist &#8211; man könnte sagen, dem Titel entsprechend &#8211; das smootheste und aufgeräumteste Stück des Albums, und doch hat der überraschende japanische Gesang, begleitet von der tiefen Melancholie einer ägyptischen Klarinette, einen sehr speziellen, auch der Ungewohntheit geschuldeten Reiz. Dagegen ist &#8220;Broken Maqams&#8221;, das sich auf ein arabisches Tonleitersystem bezieht, ausgesprochen ekstatisch, besonders wenn kleines perkussives Gefrickel wie eine Welle am Ohr vorbeirollt. Im Brigadoon-Gesang von &#8220;Recuerdo&#8221; fühlt man sich dagegen in die verwunschene Märchenwelt eines englischen Musicals versetzt &#8211; was immer hier für ein Ort entworfen wird, ein paar Tracks später wird er mit noisigem Saitengekratze und entfesseltem Saxophonspiel zum kochen gebracht.</p>
<p>Viele Stücke sind in sich wechselhaft, episodisch aufgebaut und in ihren Konturen schwer greifbar, und überhaupt wirkt die Musik streckenweise wie eine Rundreise durch eine Welt, die weder mit dem realen Ägypten, noch mit dem im Sudan gelegenen Hochland Kush, noch mit irgendeinem anderen Ort identisch ist, und doch untrennbar mit dieser Topografie verbunden. Dies und die eigene Logik der musikalischen Verknüpfung machen &#8220;Sand Enigma&#8221; zu einem besonders reichhaltigen Erlebnis. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://cstrecords.com/">Constellation Records</a></strong></p>
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		<title>THE DWARFS OF EAST AGOUZA: Bes</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Apr 2016 05:33:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Band, die aus Sam Shalabi, Alan Bishop und Maurice Louca besteht, nennt sich natürlich nur höchst ironisch Dwarfs, denn musikalisch sind die drei, die sich vor einigen Jahren eine Wohnung im Kairoer Bezirk Agouza teilten, alles andere als Zwerge. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/23/the-dwarfs-of-east-angouza-bes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/THEDWARFSOFEASTANGOUZA.jpe"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12017" title="THEDWARFSOFEASTANGOUZA" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/THEDWARFSOFEASTANGOUZA-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine Band, die aus Sam Shalabi, Alan Bishop und Maurice Louca besteht, nennt sich natürlich nur höchst ironisch Dwarfs, denn musikalisch sind die drei, die sich vor einigen Jahren eine Wohnung im Kairoer Bezirk Agouza teilten, alles andere als Zwerge. Eigentlich gab es in der Zeit gerade genug zu tun. Bishop hatte mit den<a href="http://africanpaper.com/tag/the-invisible-hands/"> Invisible Hands</a> gerade einen würdigen Nachfolger für die <a href="http://africanpaper.com/tag/sun-city-girls/">Sun City Girls</a> ins Leben gerufen, Shalabi arbeitete emsig mit dem <a href="http://africanpaper.com/2013/11/30/land-of-kush-the-big-mango/">Land of Kush</a>-Kollektiv und Louca, der wahrscheinlich schon Ideen zu seiner künftigen Band <a href="http://africanpaper.com/2015/09/05/alif-aynama-rtama/">Alif</a> ausbrütete, hatte gerade sein Solodebüt in den Regalen stehen.<span id="more-12016"></span></p>
<p>Da man sich aber ohnehin bei all diesen und weiteren Unternehmungen unter die Arme griff, bleib immer wieder Zeit zum ungezwungenen Jammen, und so waren irgendwann die Dwarfs of East Agouza geboren, eine Supergroup, in der das kreative Input aller drei gleichermaßen einfließen sollte.</p>
<p>Ein grooviger Bass, ein zeterndes Tenorsaxophon, eine von allerhand trikontinentalen Einflüssen geprägte Jazzgitarre und nordafrikanische Perkussion in allen möglichen und unmöglichen Variationen – wer bei diesen instrumentellen Zutaten funkige Psychedelic mit west- und nordafrikanischem Einschlag erwartet, liegt ganz richtig, doch die Musik verströmt auch den Geist leichtfüßiger Easy Listening-Musik, wie sie Mondo- und sonstige Genrefilmer in den 70ern liebten. Irgendwie passt das auch perfekt zu der titelgebenden altägyptischen Gottheit Bes, die nicht nur Beschützer der Menschen war, sondern auch ein sehr unterhaltsamer Gott mit einem Faible  – siehe Artwork – für&#8217;s Tanzen, einem Hang zur Groteske und zur Dreibeinigkeit.</p>
<p>Man kann „Baka of the Future“ gar nicht goutieren, ohne zumindest mit dem Fuß zu wippen, denn der repetitive Groove und die stylischen Handdrums sind so tanzbar wie <a href="http://africanpaper.com/2014/11/15/maurice-louca-benhayyi-al-baghbaghan-salute-the-parrot/">das letzte Solowerk Loucas</a>, der hier sämtliche Register seines Metiers zwischen traditionellen Rhythmen und vom <a href="https://www.youtube.com/watch?v=wGbYG41-6wU">Mahraganat</a> beeinflusster Elektronik zieht. Coole Gitarrenparts und eine filmreife Mundharmonika sorgen für Kolorit, was die Musik allerdings am ehesten von jedem Easy Listening unterscheidet, ist ihre manchmal ins sperrige kippende Eindringlichkeit, wegen der man sie kaum ohne volle Aufmerksamkeit nebenbei rezipieren kann.</p>
<p>Bei jedem Stück und auch innerhalb jedes Stücks brechen sich neue &#8211; instrumentelle, melodische, rhythmische, harmonische &#8211; Ideen Bahn und oft leiten recht spontane Brüche neue Episoden ein. Manchmal gebärdet sich das Gitarrenspiel etwas kniedelig, just weil man es kann, dann jaulen die Saiten bluesig, weil es verdammt gut passt, dann sind arabische Einflüsse unüberhörbar, und ähnlich wie bei Shalabis Hauptband Land of Kush findet man sich in einem Kairoer Szenario wieder, das im besten Sinne einen Begriff wie polykulturell verdient. Subtile Synthietupfer und perkussive Ekstatik gehören da ebenso mit ins Bild.</p>
<p>Dann die zweite Scheibe: nach dem soliden Auftakt „Resinance“ das monumentale halbstündige „Museum of Stranglers“, das mit seinen Twangs und den klagenden und summenden Drones und mitreißenden Gitarrenparts so etwas wie ein Album im Album darstellt – unglaublich, denn „Bes“ wäre auch ohne dieses Finale furios gewesen. Just bei Nawa erschienen als Doppel-CD, Doppel-LP und dem obligatorischen Download. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.nawarecordings.com/">Nawa Recordings</a></strong></p>
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		<title>MAURICE LOUCA: Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute The Parrot)</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2014 07:37:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In seiner Geburtsstadt Kairo ist Maurice Louca eine der umtriebigsten Figuren der lokalen Musikszene, die so vielfältig in Erscheinung tritt, dass man kaum noch von Underground reden kann. Mit einheimischen Musikern gründete er Bands wie Alif, Bikya und die Dwarves &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/11/15/maurice-louca-benhayyi-al-baghbaghan-salute-the-parrot/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/mloucaparrot.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9559" title="mloucaparrot" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/mloucaparrot-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In seiner Geburtsstadt Kairo ist Maurice Louca eine der umtriebigsten Figuren der lokalen Musikszene, die so vielfältig in Erscheinung tritt, dass man kaum noch von Underground reden kann. Mit einheimischen Musikern gründete er Bands wie Alif, Bikya und die Dwarves of East Agouza, dazu kommen zahlreiche internationale Kollborationen und Arbeiten für Film und Theater. Unter dem Titel &#8220;Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute The Parrot)&#8221; erscheint gerade sein zweites &#8220;Solo&#8221;-Werk, das natürlich alles andere als solo eingespielt wurde. Vielmehr versuchte er in einer zweijährigen Arbeitsphase, seine wichtigsten<span id="more-9557"></span>Einflüsse und Erfahrungen in ein zusammenhängendes Konzept zu bringen und ließ darin auch einer ganzen Reihe an alten und neuen musikalischen Mitstreitern zu Wort kommen.</p>
<p>Wer eine Ahnung von Loucas musikalischen Interessen hat und seine Bandbreite von Psychedelik über experimentell-elektronisches bis zu traditionell nordafrikanischen Musikarten kennt, rechnet bei dem Vorhaben mit der Quadratur des Kreises, und mag sich beim ersten Hörversuch sogar bestätigt fühlen: Wie eine von Detonationen durcheinandergeschüttelte Wunderkammer an diversen Klangzitaten scheint die Mixtur, die man hier recht verschwommen durch trunkene Augen erblickt. Die perkussive Grundierung aller acht Tracks stiftet am ehesten Kohärenz und bewahrt die Musik davor, nach allen möglichen und unmöglichen Richtungen auseinander zu driften. Eine perfekte Symbiose aus orientalischen Rhythmen und Zitaten aus dem Warenhaus elektronischer Beats, die ein Kollege treffend mit maschineller Straßenmusik assoziierte, zieht sich durch das Album, stets begleitet von groovigen Basslinien, für die gleich drei Virtuosen ins Boot geholt wurden. Der Gruß an den Papagei ist eine ausgesprochen tanzbare Sache, die mal grindigen, mal forsch-aufgeweckten Vocals des Kairoer MC Alaa 50 wirken dem keineswegs entgegen. Wenn Gastmusiker Alan Bishop (<a title="SUN CITY GIRLS: Eye Mohini (Sun City Girls Singles Volume 3)" href="http://africanpaper.com/2013/07/13/sun-city-girls-eye-mohini-sun-city-girls-singles-volume-3/">Sun City Girls</a>, <a title="THE INVISIBLE HANDS: s/t" href="http://africanpaper.com/2013/05/25/the-invisible-hands-st/">Invisible Hands</a> &#8211; zusammen mit <a title="LAND OF KUSH: The Big Mango" href="http://africanpaper.com/2013/11/30/land-of-kush-the-big-mango/">Sam Shalabi aus dem Land of Kush</a> wohl der auch im Westen bekannteste Beitragende) sein Saxophon verschwommen über die unruhige Szenerie streichen lässt, entsteht v.a. urbanes Kolorit. Nur ein Trottel stellt die CD ins Weltmusik-Regal, denn sie hat soviel mit Orientalismus ungefähr so viel zu tun wie Krautrock mit deutscher Folklore.</p>
<p>Trotz bauchtanzkompatiblen Rhythmen, trotz alter Streich- und Blasinstrumenten, trotz des fantasievollen Farbenrausches im Artwork von Maha Maamoun ist &#8220;Benhayyi Al-Baghbaghan&#8221; eher Mahlstrom als Idyll, dafür sorgen nicht nur schräge Computersounds und gelegentliches Feedbackgetöse, sondern ebenso die zahlreichen Brüche und Wendungen, die weder Hörer noch Tänzer zur Ruhe kommen lassen. So klingt er wohl noch am ehesten, der Big Mango am Nil, falls man ihn denn überhaupt in ein musikalisches Konzept pressen kann. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.nawarecordings.com/">Nawa Recordings</a></strong></p>
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		<title>LAND OF KUSH: The Big Mango</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Nov 2013 05:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sehr szenisch beginnt diese Hommage an den „Big Mango“, wie die Ägypter ihre Haupttadt in Anlehnung an den „Big Apple“ New York nennen, und wenn man den vielen Berichten über die Stadt glaubt, dann ist der beste Einstieg in der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/11/30/land-of-kush-the-big-mango/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/11/landofkushthebigmango.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7829" title="landofkushthebigmango" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/11/landofkushthebigmango-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Sehr szenisch beginnt diese Hommage an den „Big Mango“, wie die Ägypter ihre Haupttadt in Anlehnung an den „Big Apple“ New York nennen, und wenn man den vielen Berichten über die Stadt glaubt, dann ist der beste Einstieg in der Tat, sich relativ orientierungslos ins wilde Treiben zu stürzen. In dem Film, der hier vor geschlossenen Ausgen abläuft, erweist sich die Metropole Al-Qāhira ihrem Ruf entsprechend als Ort solch kruder Gegensätze, dass sich die heterogenen Eindrücke kaum auf etwas Typisches, auf einen verbindlichen Kern reduzieren lassen. Es sei denn, man versteht darunter die Heterogenität selbst und die Geballtheit der Herausforderungen an die Sinne.<span id="more-7828"></span></p>
<p>Die ersten Momente des eröffnenden „Faint Praise“ vermitteln dem Hörer ein (je nach Naturell unangenehmes oder lustvolles) Gefühl des Indiskreten, der relativen Distanzlosigkeit, ausgelöst durch die liebestrunkenen Stimmen eines unsichtbaren Paares und der Vorstellung einer allzu dünnen Zimmerwand. Doch ihr Stöhnen ist nur Teil eines viel umfassenderen Stimmen- und Geräuschmosaiks, in dem die Klänge von Motoren, von fließendem Wasser, von Gesprächsfetzen und Tierstimmen zu einem Orchester anschwellen, das jederzeit in der Lage wäre, sich ins Grenzenlose auszuweiten, würden Land of Kush nicht das Heranzoomen von Ausschnitten bevorzugen. Wäre es nicht so bar jeder Beklemmung, dann könnte es sich mit den Großstadtbildern deutscher Expressionisten messen, die unsere heimischen Metropolen in ähnlich ungewissen Zeiten in grellen Worten und Farben porträtiert haben.</p>
<p>Unter einer Hommage an Kairo hätte man vor wenigen Jahren vermutlich noch einen musikalischen Reiseführer erwartet, mittlerweile wohl eher einen Kommentar über die vielen nach wie vor unberechenbaren Umwälzungen mit all ihren sozialen, religiösen und ideologischen Zerwürfnissen. „The Big Mango&#8221; ist keines davon und transportiert doch das beste, das man aus einem Kulturpanorama wie aus einem ungeschminkten Bild realer Zustände ziehen kann. Allem voran vermittelt das Album eine Synthese aus einheimischen und „westlichen“ Blickwinkeln. Sam Shalabi, der Gründer des Großprojektes, ist für deratige Überblendungen prädestiniert. Geboren in Alexandria pendelt er seit Jahrzehnten zwischen Ägypten und seiner zweiten Heimat Kanada, ist Teil der Montréaler und der Kairoer Musikszenen.</p>
<p>Nahezu alle der über zwanzig Teilnehmer des Projektes sind KanadierInnen, was Land of Kush in gewisser Weise zum spiegelverkehrten Pendant von Alan Bishops The Invisible Hands macht. Doch bei den meisten Stücken setzt sich die Melange aus freien Versatzstücken des Jazz, des Rock und diverser (nord-)afrikanischer Stilrichtungen neu und mit unterschiedlicher Gewichtung zusammen. Verschiedene Orte, auch außerhalb der Nilmegalopole, schreiben an den Stücken mit. „Second Skin“ wirkt mit seinen dramatischen Pianoparts anfangs wie klassische europäische Barmusik, es ist vom schweren Pathos der leichten Muse durchdrungen, doch Klarinetten und ein summendes Saxophon lösen es bald im Abstrakten auf.</p>
<p>Der Titel lässt an Kleidung denken, vermag die Diskussion über Kleidungsvorschriften muslimischer Frauen in Erinnerung zu rufen, vielleicht auch deshalb, weil das Geschlechterthema in den Texten immer wieder anklingt, und die meisten Gesangspassagen auch von Frauen bestritten werden. Manchmal meint man in all dem jazzigen Vorantasten, zwischen wabernden Bläsern und entgrenzten brasilianischen Rhythmen sogar das Echo von Kate Bush zu hören.</p>
<p>Warum all dies in Kairo? Vielleicht weist die beste Antwort darauf hin, dass dies schlicht Realität ist. Europäer und Nordamerikaner neigen beim Anblick orientalischer Städte dazu, das Fremde zu sehen, und automatisch fällt der Blick dabei auf „Kulturelles“: Die Musik, die Architektur, das Design und natürlich auch die Religion mit ihren Normen und Bräuchen. Versucht man einmal darauf zu achten, wie viele Aspekte im medialen, technologischen und wirtschaftlichen Alltag die gleichen Wurzeln haben wie die Dinge unseres Alltags, erscheint einem der Gegensatz zwischen Orient und Okzident, zumindest als Dichotomie, schon geringer, wenn nicht fiktiv. Plötzlich fällt einem auch im kulturellen Bereich – von der Markenjeans bis zur Popmusik – viel Internationales auf. Auch Bandleader Shalabi ist in vieler Hinsicht international geprägt. Nicht nur, weil er vor Jahren seinen Vornamen von Osama in Sam ändern ließ.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://cstrecords.com/">Constellation Records</a></strong></p>
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		<title>THE INVISIBLE HANDS: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 25 May 2013 08:10:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass Alan Bishop, mehr noch als sein Bruder Sir Richard, hierzulande nur Leuten mit speziellen Interessen ein Begriff ist – man weiß nie so recht, ob man das bedauern oder doch eher trotzig befürworten soll. An seiner bekanntesten Band, den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/05/25/the-invisible-hands-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/theinvisiblehands.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6767" title="theinvisiblehands" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/theinvisiblehands.jpg" alt="" width="167" height="150" /></a>Dass Alan Bishop, mehr noch als sein Bruder Sir Richard, hierzulande nur Leuten mit speziellen Interessen ein Begriff ist – man weiß nie so recht, ob man das bedauern oder doch eher trotzig befürworten soll. An seiner bekanntesten Band, den nach dem Tod des Drummers aufgelösten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sun_City_Girls">Sun City Girls</a>, bissen sich bereits federführende Diskursblätter die Zähne aus und blamierten sich in Konzertberichten ähnlich wie seinerzeit die Ruhrpott-Postillen bei den Essener Songtagen. Und wenn immer jemand den improvisierten Stilmix lobt, mit dem die frühen Animal Collective bei all der animistischen Folknähe weder<span id="more-6766"></span> wie Hippies noch altbacken klangen – er oder sie hätte dasselbe zehn Jahre zuvor schon bei dem Trio aus Arizona tun können, ohne dabei einen gymnasialen Teeniehype zu hofieren. Schwer zu sagen, warum die <a href="http://www.discogs.com/artist/Sun+City+Girls">Band mit der enormen Diskografie</a> bei uns derart Geheimtipp geblieben ist.</p>
<p>Die Sun City Girls hatten, nicht nur was Improvisation und Offenheit betraf, ein an Surrealismus und Krautrock geschultes Moment. Auch der absurde Humor, der in Titeln, Texten und Artwork zum Ausdruck kam, brach mit bis heute gängigen Konventionen von Eindeutigkeit und ließ die Band wie ein Americana-Pendant zu Nurse With Wound erscheinen. Vieles davon führte Bishop in seinem Soloprojekt <a href="http://www.suncitygirls.com/discography/AlvariusB_BaroquePrimitiva.php">Alvarius B</a> weiter, mit dem er vor zwei Jahren James Bond-Songs und Bob Dylan-Klassiker neu interpretierte – wohl als ironische Hommage an die verdrehten Ideale unserer Zeit. Von all dem findet sich auch viel in seinem jüngsten Projekt The Invisible Hands, das er in seiner Wahlheimat Kairo mit einheimischen Musikern betreibt und das im Nahen und Mittleren Osten ausschließlich unter dem Namen El Ayadi El Khafeyya bekannt ist.</p>
<p>Das Album, entstanden in chaotichen Umbruchszeiten, steht ganz im Zeichen deutlicher Kontraste. Das Zusammenspiel traditionell sehr unterschiedlicher Klänge und Tonalitäten muss nicht als erstes genannt werden, denn solche Übungen sind längst Routine, zumal Oud und weitere Instrumente in dem folkigen Gitarrenpop auch etwas kurz kommen. Vollkommen in Balance dagegen ist die Sprache, wobei die Trennung derart rigoros vollzogen wurde, dass man den Bandnamen entsprechend entweder eine arabische oder die mir vorliegende englische Version in der Hand hält. Die markantesten Brüche ereignen sich im Rahmen der Stimmung und in den Lyrics, denn nichts ist greifbar, jeder Song scheint den vorherigen atmosphärisch zu negieren, und in der Aussage gehen Ernst und schwarzer Humor Hand in Hand. Bissige Popstücke mit sonnigen Melodien, die auch auf einer jüngeren Ariel Pink-Veröffentlichung gepasst hätten („Soma“) finden sich neben romantischen Klavierpassagen („Summer Rain“) und psychedelischen Horrorscores („Dream Machine“, „Hitman Boy“). Wild zusammengewürfelt wirkt das trotzdem nicht. In fröhlichen Beatsongs reimt sich „Water“ auf „Daughter“ und „Slaughter“, und überhaupt ist Bishop ein Meister darin, aus poetischen Phrasen die Luft heraus zu lassen: „So many people on fire/ So many people on ice/So many of them want my money/ The rest of all think i&#8217;m nice“, holpert es flapsig in „Soma“.</p>
<p>Bishop ist als Texter ein Meister falscher Illusionen, und dabei durchaus nicht nur an Kabarett und Dada interessiert. „I heard they saw his Papa“, könntet man in „Black Blood“ verstehen, doch es heißt „sawed“ und geht weiter :„in half, right in front of his eyes“. „And out came birds that fly“, heißt es in der nächsten Strophe, doch der aufmerksame Hörer weiß längst, dass es hier um den Schädel eines Freundes geht. „Black Blood“ ist der schockierende Gedankenstrom eines Gefangenen im „War of Civilization“, der gerade eine demokratische Verhörmethode über sich ergehen lässt – und lügt, dass sich die Gitter des Knastfensters biegen. Eine toller Song und zugleich eine schallende Replik auf alle selbstgerechten Ausreden, wie sie zuletzt beim angeblich untendenziösen Zero Dark Thirty-Machwerk, <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jan/25/zero-dark-thirty-normalises-torture-unjustifiable">zu dem Slavoj Žižek alles Wesentliche gesagt hat</a>, in die Welt gesetzt wurden.</p>
<p>The Invisible Hands/ El Ayadi El Khafeyya werden hoffentlich noch weiter zusammenarbeiten. In einem etwas kauzigen Interview erwähnte Bishop, die Lyrics seien schon Jahre vor der Bandgründung verfasst worden. Vielleicht stimmt das, und eventuell hat er ja noch mehr davon in der Schublade. Geplant ist als nächstes eine Box, in der beide Versionen enthalten sind. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.suncitygirls.com/abduction/">Abduction</a></strong><br />
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