THE DWARFS OF EAST AGOUZA: Bes

Eine Band, die aus Sam Shalabi, Alan Bishop und Maurice Louca besteht, nennt sich natürlich nur höchst ironisch Dwarfs, denn musikalisch sind die drei, die sich vor einigen Jahren eine Wohnung im Kairoer Bezirk Agouza teilten, alles andere als Zwerge. Eigentlich gab es in der Zeit gerade genug zu tun. Bishop hatte mit den Invisible Hands gerade einen würdigen Nachfolger für die Sun City Girls ins Leben gerufen, Shalabi arbeitete emsig mit dem Land of Kush-Kollektiv und Louca, der wahrscheinlich schon Ideen zu seiner künftigen Band Alif ausbrütete, hatte gerade sein Solodebüt in den Regalen stehen. Weiterlesen

MAURICE LOUCA: Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute The Parrot)

In seiner Geburtsstadt Kairo ist Maurice Louca eine der umtriebigsten Figuren der lokalen Musikszene, die so vielfältig in Erscheinung tritt, dass man kaum noch von Underground reden kann. Mit einheimischen Musikern gründete er Bands wie Alif, Bikya und die Dwarves of East Agouza, dazu kommen zahlreiche internationale Kollborationen und Arbeiten für Film und Theater. Unter dem Titel “Benhayyi Al-Baghbaghan (Salute The Parrot)” erscheint gerade sein zweites “Solo”-Werk, das natürlich alles andere als solo eingespielt wurde. Vielmehr versuchte er in einer zweijährigen Arbeitsphase, seine wichtigsten Weiterlesen

LAND OF KUSH: The Big Mango

Sehr szenisch beginnt diese Hommage an den „Big Mango“, wie die Ägypter ihre Haupttadt in Anlehnung an den „Big Apple“ New York nennen, und wenn man den vielen Berichten über die Stadt glaubt, dann ist der beste Einstieg in der Tat, sich relativ orientierungslos ins wilde Treiben zu stürzen. In dem Film, der hier vor geschlossenen Ausgen abläuft, erweist sich die Metropole Al-Qāhira ihrem Ruf entsprechend als Ort solch kruder Gegensätze, dass sich die heterogenen Eindrücke kaum auf etwas Typisches, auf einen verbindlichen Kern reduzieren lassen. Es sei denn, man versteht darunter die Heterogenität selbst und die Geballtheit der Herausforderungen an die Sinne. Weiterlesen

THE INVISIBLE HANDS: s/t

Dass Alan Bishop, mehr noch als sein Bruder Sir Richard, hierzulande nur Leuten mit speziellen Interessen ein Begriff ist – man weiß nie so recht, ob man das bedauern oder doch eher trotzig befürworten soll. An seiner bekanntesten Band, den nach dem Tod des Drummers aufgelösten Sun City Girls, bissen sich bereits federführende Diskursblätter die Zähne aus und blamierten sich in Konzertberichten ähnlich wie seinerzeit die Ruhrpott-Postillen bei den Essener Songtagen. Und wenn immer jemand den improvisierten Stilmix lobt, mit dem die frühen Animal Collective bei all der animistischen Folknähe weder Weiterlesen