Peter Christopherson, der schon seit mehr als drei Dekaden den Spitznamen Sleazy trägt, hat wohl wie kaum ein anderer im weiten Feld des (Post-) Industrials eine tragende Rolle gespielt. Er gründete mit Chris Carter, Cosey Fanni Tutti und (damals noch) Genesis P. Orridge die aus der von den Wiener Aktionisten beeinflussten Performancegruppe COUM TRANSMISSIONS hervorgegangenen THROBBING GRISTLE. Weiterlesen
BALLO DELLE CASTAGNE: Ballo Delle Castagne
Bei BALLO DELLE CASTAGNE könnte man es sich leicht machen und das Projekt auf eine Formel wie “vier Italo-Folker auf Post Punk-Kurs“ herunterbrechen. Ganz abgesehen davon, dass nur schlechte Musik eine derart simple Beschreibung verdient, greift sie hier auch stilistisch viel zu kurz. Weiterlesen
DEMONS: Evocation
Hinter diesem – was Projektnamen wie auch Titel des Albums anbelangt – gelinde gesagt klischeehaften Auftreten verbergen sich Nate Young und Steve Kenny, ersterer u.a. bei WOLF EYES tätig. Merkt man bei diesem in den letzten Jahren auch durch die beiden auf Sub Pop veröffentlichten Alben relativ populär gewordenen Projekt neben dem Einfluss THROBBING GRISTLES (vor allem) auch starke Metal- und Hardcoreeinflüsse, sind DEMONS davon meilenweit entfernt. Weiterlesen
THE GREEN MAN: From Irem To Summerisle
Mit “From Irem To Summerisle” wird das Debüt des italienischen Duos in leicht veränderter Form wiederveröffentlicht. Die ersten vier Tracks verweisen auf den Orient, auf die sagenumwobene Stadt Irem, die auch H.P. Lovecraft (in “The Call Of Cthulhu”) erwähnt und auf alternative, häretische Quellen (etwas, mit dem sich die Italiener auf ihrem zweiten Album ex- und intensiver beschäftigen sollten). Weiterlesen
SATORI: Kabanashi
Das Noiseprojekt, dass Cold Spring-Chef Justin Mitchell zusammen mit Neil Chaney betreibt, konzentriert sich auf diesem ursprünglich 2007 veröffentlichten Album, wie schon das Artwork – eines der berühmten Nachtmahr-Gemälde des Blake-Zeitgenossen Füssli – und die Titel (“Hypnagogic State”, “Nocturnal Fury”, “Threshold Consciousness”) verdeutlichen, auf das Thema Schlaf bzw. dessen unangenehme Aspekte. Weiterlesen
OTHON – Interview
Im vergangenen Jahr wurde auf Durtro das Debütalbum des griechischen Pianisten OTHON Mataragas veröffentlicht, auf dem als Gastsänger Marc Almond, David Tibet und (seine Muse) Ernesto Tomasini zu hören waren. “Digital Angel” war in seiner Exzentrik, Emotionalität und Originalität einer der Höhepunkte des letzten Jahres. Momentan arbeitet OTHON an zwei weiteren Alben und auf dem im Oktober in Rom stattfindenden PRE Final Fest wird er einen neuen Soundtrack zu Jörg Buttgereits Klassiker “Nekromantik” vorstellen. Weiterlesen
WILLIAM BASINSKI: 92982
William Basinski hat sich in den letzten Jahren einen völlig eigenen, letztlich zeitlosen Kosmos geschaffen. Der inzwischen in Los Angeles lebende Musiker veröffentlicht hier erneut Archivmaterial, ursprünglich am 29.09.82 aufgenommen – was den auf den ersten Blick kryptischen Titel erklärt – und 2009 gemastert. Weiterlesen
BIRCH BOOK: Vol. III. A Hand Full Of Days
BOBIN EIRTH alias B’EE ist längst eine feste Größe in der Folkszene, sein Name ist sicher jedem schon einmal untergekommen, der sich für derartige Musik begeistern kann. In den 90ern bereicherte der örtlich meist ungebundene Amerikaner mit seiner Band IN GOWAN RING das Neofolk-Genre um einen urtümlichen Klang und eine Komponente des Fragilen. Mit filigranem Gitarrenspiel und einer Art zu singen, die meditativ und verträumt klingt, wusste er von Beginn an zu begeistern. Weiterlesen
FOVEA HEX – Interview
FOVEA HEX ist das Projekt von Clodagh Simmonds, die in den 60ern bei der Folkband MELLOW CANDLE spielte und auch schon für Mike Oldfield gesungen hat. Auf den bisherigen Veröffentlichungen – drei EPs, die zusammen die “Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie bilden – wurde sie u. a. von Andrew McKenzie (THE HAFLER TRIO), Colin Potter (u.a. NURSE WITH WOUND), Brian Eno und Robert Fripp unterstützt – um nur ein paar der Beteiligten zu nennen. Weiterlesen
SIX ORGANS OF ADMITTANCE: Luminous Night
Ben Chasny hat inzwischen eine Reihe an Alben bei Drag City herausgebracht. Das neueste, “Luminous Night”, erscheint kurz nach der Compilation “RTZ” und steht in einem auffälligen Kontrast zu den darauf gesammelten älteren Aufnahmen, die sich durch einen rauhen Klang und eine eher spärliche Produktion auszeichnen. Dies verdeutlicht besonders der Opener “Actaeons Fall (Against The Hounds)”, der mit seiner durchaus ergreifenden Kombination aus Flöte, E- und Akustikgitarre doch etwas konventionell und bieder klingt, wobei die Erweiterung des Instrumentariums dem Album durchaus gut tut. Weiterlesen
SIX ORGANS OF ADMITTANCE: RTZ
Ben Chasny hat sich mit seinen letzten beiden Veröffentlichungen auf Drag City etwas von dem von indischen Ragas beeinflussten Frühwerk (u.a. auf Holy Mountain erschienen) gelöst und auch erstmals in einem richtigen Studio aufgenommen. “RTZ” ist eine (An-)Sammlung früherer Aufnahmen, die zum Teil lediglich in ultralimitierter Auflage zu haben waren und auch wenn es den einen oder anderen Sammler schmerzen mag: Musik, nach der Bedarf besteht, von ihrer oft künstlerisch oder künstlich herbeigeführten Verknappung zu befreien, darf durchaus als sympathisch gelten. Weiterlesen
TROUM: Eald-Ge-Stréon
Das von Stephen O’Malley designte Album beginnt mit “Elation” gleich opulent und hochdramatisch mit einer Wand aus Orgeldrones, das dann foldende “Usqu Sumus Lux” ist dagegen mit seinen leicht harschen perkussiven Momenten anfangs etwas sperriger, bevor sich die für TROUM so typischen melodischen Flächen dazugesellen. Weiterlesen
SIMON FINN: Rats Laugh Mice Sing
Betrachtet man den Werdegang von Englands Folkveteran SIMON FINN, so kann man schnell dem Eindruck eines unsteten Lebenskünstlers erliegen. Die wenigen Berichte, die es über ihn gibt, erzählen von einer Auswanderung von Großbritannien nach Kanada und zurück, berichten von Tätigkeiten als Biobauer, Vertreter, Karatelehrer und ganz nebenbei auch Romanautor. Bleibt als einer der interessantesten Punkte natürlich die Musik zu nennen, mit der er bereits vor vierzig Jahren begann, wenngleich das Output des Sängers und Gitarristen überschaubar ist. Weiterlesen
WOLVES IN THE THRONE ROOM – Interview
“Yesterday morning enormous the moon hung low on the ocean,/ Round and yellow-rose in the glow of dawn;/The night-herons flapping home wore dawn on their/wings. Today/Black is the ocean, black and sulphur the sky,/ And white seas leap. I honestly do not know which day/is more beautiful./ I know that tomorrow or next year or in twenty years/I shall not see these things—and it does not matter, it/does not hurt;/They will be here. And when the whole human race/Has been like me rubbed out, they will still be here:/ storms, moon and ocean,/Dawn and the birds. And I say this: their beauty has/more meaning/Than the whole human race and the race of birds.” (Robinson Jeffers, Their Beauty Has More Meaning) Weiterlesen
MARISSA NADLER: Little Hells
Mit ihrem vierten Album ist Marissa Nadler nun auch im Feuilleton und in den verschiedenen Indiepostillen angekommen, die von “Folkelfen” schwärmen oder aber das vermeintlich Irrationale geißeln. Weiterlesen
ÆTHENOR: Faking Gold And Murder
War das erste Album des Projektes um Vincent de Roguin, Daniel O’Sullivan und Stephen O’Malley noch ein sehr ruhiges, atmospärisch dichtes Album, dass man im weitesten Sinne als organischen Dark Ambient bezeichnen konnte, macht das zweite ALbum durch den stärkeren Einsatz des Schlagzeuges deutlich, dass sich ÆTHENOR nicht so leicht kategorisieren lassen. Weiterlesen
GIANT SQUID: The Ichthyologist
Das Meer inspiriert die Menschen seit Anbeginn der Zeit, in Kunst und Kitsch ist seine Faszination bis heute ungebrochen. Als Ort der Bewährung und Herausforderung taucht es in unzähligen dichterischen Werken auf, wurde gemalt und besungen. Zum Symbol des Geheimnisvollen und Unbewussten wurde es aufgrund seiner Weite und Tiefe, ganz zu schweigen von den unergründlichen Landschaften und obskuren Wesen, die seine Oberfläche verbirgt. Auch AARON GREGORY von der kalifornischen Progmetal-Combo GIANT SQUID ist vom Ozean und seinen Bewohnern fasziniert. Weiterlesen
DAVID AHLEN – Interview
Der Schwede David Åhlén dürfte den meisten Lesern ein Unbekannter sein, dabei hat er mit dem nur knapp 30-minütigen “We Sprout In Thy Soil” kürzlich ein dezent instrumentiertes Album veröffentlicht, das in seiner emotionalen Tiefe und stimmlichen Gestaltung entfernt an Antony erinnert, wobei Åhlén sich thematisch ausschließlich auf seinen Glauben an Gott konzentriert, dessen Bedeutung für ihn im folgenden Interview noch einmal mehr als deutlich wird. Weiterlesen
FAUN FABLES: A Table Forgotten
Wäre der Begriff des Weird Folk nicht so gänzlich abgegriffen, so stünde er neben vielen Projekten um und mit Greg Weeks auch dem verrückten Kollektiv FAUN FABLES aus dem kalifornischen Oakland zu. Das Schattendasein, das die Musik- und Performancegruppe um Dawn McCarthy und Nils Frykdahl seit ihrer Gründung Ende der 90er führt, ist kein Resultat einer minderen Qualität, sondern eher der Effekt einer schwierigen Kategorisierbarkeit: Weiterlesen
