Neben der Wiederveröffentlichung von “Famous Asthma / Tibetan Jazz 666″ bringen Three Lobed Recordings im Juli mit “Extra-Sensory Defection / Graverobbing in the Future” ein weiteres Album mit älterem Material der Sun City Girls a.k.a. Alan Bishop, Richard Bishop und Charles Gocher heraus – ebenfalls im Rahmen ihrer Reihe von Reissues der legendären Cloaven-Cassetten. Das ursprünglich 1989 erschienene Material umfasst Live-Aufnahmen und rare Studio-Mitschnitte aus der mittleren Phase der Band. “Extra-Sensory Defection” versammelt drei sehr unterschiedliche Stücke: Die fiebrig-verdichtete Komposition “Scarlet Prism Death Dance”, aufgenommen 1987 im Haus von David Oliphant, stammt laut Label aus der bislang schwer erhältlichen Kassette “The Multiple Hallucinations of an Assassin”.
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Marjaa: Rework des Albums von Mayssa Jallad durch Civilistjävel!
Ankündigung: In den kommenden Tagen erscheint bei Ruptured Records und Six of Swords Records eine besondere Veröffentlichung: Civilistjävel! legt mit “Marjaa: The Battle of the Hotels (Versions)” eine radikale Neuinterpretation des gleichnamigen Albums von Mayssa Jallad vor. Das Album erscheint als limitierte LP sowie digital. Das 2023 erschienene Originalalbum war eine vielschichtige Reflexion über einen zentralen Abschnitt der libanesischen Geschichte, den sogenannten Hotelkrieg in Beirut zu Beginn des Bürgerkriegs. Es verband Mayssa Jallads musikalisches Schaffen mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit über die urbane Archäologie dieses umkämpften Terrains. Nun transformiert Civilistjävel! – der schwedische Produzent Tomas Bodén – dieses Material in ein neues, düsteres und entrücktes elektronisches Gefüge.
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Spaceport One: CD und Fotobuch von Scolpaig
Gerade erscheint „Spaceport One“, das neue Album des unter dem Namen Scolpaig aktiven schottischen Künstlers beim Label Difficult Art And Music. Entstanden auf der schottischen Insel North Uist, dokumentiert das Werk eine Klangwelt, die durch den geplanten Bau eines kommerziellen Raumfahrtzentrums in ihrem Fortbestand bedroht ist.
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Reissue der Sun City Girls bei Three Lobed Recordings
Am 11. Juli erscheint bei Three Lobed Recordings eine Neuauflage zweier bislang nur auf Kassette veröffentlichter Arbeiten der seinerzeit aus Alan Bishop, Richard Bishop und Charles Gocher bestehenden Sun City Girls: “Famous Asthma” (1987) und “Tibetan Jazz 666″ (1988). Die beiden Titel gehörten zur sogenannten Cloaven-Kassettensammlung, einem zwischen 1987 und 1990 realisierten Tape-Projekt der Band, mit dem sie sich früh von herkömmlichen Veröffentlichungstakten lossagten. Spontaneität, Übermut und freie Form, so heißt es beim Label, standen im Vordergrund, vieles entstand in improvisierten Sessions, aufgenommen in Studios, Wohnwagen oder privaten Räumen, teils mit einfachsten Mitteln vervielfältigt und bei Konzerten verkauft.
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Sametou Sawtan: Album und Tour von Sanam
Die libanesische Band Sanam kündigt für den 19. September ihr zweites Album mit dem Titel “Sametou Sawtan” an, das bei Constellation erscheinen wird. Der Albumtitel bedeutet „Ich hörte eine Stimme“ – eine Formulierung, die offenlässt, ob man es mit etwas Unheimlichem oder Erleuchtendem zu tun hat. Diese Spannung durchzieht laut abel auch das neue Werk der sechsköpfigen Combo aus Beirut, das sich mit Fragen von Distanz, Verlust und Erinnerung auseinandersetzt. In einer Zeit zunehmender Migration aus dem Libanon verarbeitet die Band ein Lebensgefühl, das zugleich von Verankerung und Entfremdung geprägt ist.
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Eiko Yamada, Seiji Morimoto, Michael Doneda und Simon Rose im Berliner Kühlspot Social Club
Im Berliner Kühlspot Social Club treffen sich am 4. Juni zwei Duos, die auf sehr unterschiedliche Weise das akustische Zusammenspiel erkunden. Im ersten Set begegnen sich Eiko Yamada und Seiji Morimoto – sie mit Blockflöte, er mit Summern und Alltagsobjekten. Im zweiten Set stehen sich zwei Musiker gegenüber, die
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SWANS: Birthing
Es dürfte wenige Bands geben, die nach ihrer Reformierung, oder – wie es Michael Gira damals formulierte – „reconstitution“ so aktiv wie die Swans waren/sind. Zuerst mag man Giras Insistieren auf der Begrifflichkeit als semantische Spitzfingerei abgetan haben, aber die Jahre seit dem Erscheinen von „My Father Will Guide Me up a Rope to the Sky“ im Jahr 2010 waren beeindruckend – Weiterlesen
TIMBER RATTLE: The Den
Bereits im Winter vor anderthalb Jahren igelten sich die mysteriösen Timber Rattle um Adam Parks a.k.a. Lightning White Bison in Hillsville am Fuße der Blue Ridge Mountains in Virginia ein, um in einem vermutlich DIY eingerichteten Studio ein Album einzuspielen, das feierlicher dröhnt und ergriffener tönt als vielleicht alle seine Vorgänger. Sein Titel “The Den” scheint gut gewählt, denn um es zu erkunden, taucht man tatsächlich wie in eine tief dunkle, aber keineswegs leere Höhle ein. Weiterlesen
Organ Sequences: Fortsetzung der Konzertreihe in der Berliner Taborkirche
Die 26. Ausgabe der Konzertreihe Organ Sequences bringt erneut Acts der internationalen Klangkunst in die Taborkirche in Berlin-Kreuzberg und widmet sich der Orgel als einem Experimentierfeld zeitgenössischer Musik. Vier eigenständige Sets zeigen, wie vielschichtig und ungewöhnlich das Instrument gedacht und eingesetzt werden kann. Biliana Voutchkova und Dylan Kerr eröffnen den Abend mit einer intensiven, körperlich geprägten Klangperformance. Voutchkova, bekannt für ihren interdisziplinären Zugang zu Improvisation, Komposition und Bewegung, trifft hier auf Kerrs ritualhafte Theatralik, die Einflüsse aus liturgischer Musik ebenso aufgreift wie Elemente aus Protest- und Alltagskultur.
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Sunwise: Neuer Longplayer von Brìghde Chaimbeul
Brìghde Chaimbeul veröffentlicht am 27. Juni ihr neues Album “Sunwise” bei Glitterbeat. Bekannt für ihren unverwechselbaren Stil auf den schottischen Smallpipes, bewegt sich die Musikerin hier zwischen ihrer tiefen Verwurzelung in den gälischen Traditionen und subtiler Experimentierfreude. Das Werk folgt auf das gefeierte “Carry Them With Us” (2023) und stellt dem Label zufolge Chaimbeuls bisher stärkste Hinwendung zum Solospiel dar, wobei auch ihr zurückhaltender Gesang eine Rolle spielt.
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Der Industriepalast: Neuer Longplayer von Louise Rossiter
Gerade erscheint mit “Der Industriepalast” ein neues Album der Komponistin Louise Rossiter auf CD und als Download bei Oscillations. Nach der erfolgreichen digitalen EP-Teilveröffentlichung erscheint nun das vollständige Album, das in zwei Abschnitten ihre faszinierende Klangwelt in voller Länge präsentiert. Inspiriert von dem Materialisten Fritz Kahn und seiner berühmten Darstellung des menschlichen Körpers als Fabrik, verbindet Rossiter in diesem Werk “realistische” und imaginäre Soundscapes.
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Besides Myself: DJ Haram debütiert auf Hyperdub
“Beside Myself”, das Debütalbum von DJ Haram, erscheint am 18. Juli bei Hyperdub und setzt ein eindrückliches Zeichen inmitten einer Zeit verschiedener Krisen. Die in Brooklyn lebende Produzentin beschreibt das Album als ein Ventil für Wut und Trauer, aber auch als Ausdruck eines Gefühls der Entfremdung, der inneren Zerrissenheit und einer bewusste, durchaus auch kämpferisch verstandenen Außenseiterposition. Musikalisch versammelt das Album, wie es auch vom Label betont wird, ein dichtes, stilistisch kaum einzuordnendes Geflecht: DJ Harams charakteristische Handschrift zeigt sich in der Verbindung aus vorderasiatisch inspirierten Rhythmen und Sounds, noisigen Live-Produktionen, Jersey Club, Punk, Sampling, elektroakustischer Instrumentierung und tranceartigen Synth-Linien.
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Dictaphone und Andrea Belfi in Berlin
Ein Abend – zwei Konzerte: Am 29. Juni treten im Berliner HAU zwei Künstler auf, deren Arbeiten sich dem Experiment verschreiben, dabei aber ganz unterschiedliche Wege gehen. Oliver Doerell bringt mit Dictaphone eine neue Formation und die Musik seines kommenden sechsten Albums “Unstable” auf die Bühne. Der aus Brüssel stammende und in Berlin lebende Komponist verweist laut Programmtext in seinen neuen Stücken auf Einflüsse der belgischen Underground-Szene der 1980er-Jahre. Es entstehen spannungsreiche Verbindungen aus Jazz, Musique concrète und Anklängen an Post Punk.
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Omni Selassi, Prince Istari, PsicoViolenza, Tiziano Jian und Linxi: Konzernacht in Berlin
Am Freitag, den 6. Juni, findet in Berlin-Kreuzberg ein Konzertabend mit internationalen Gästen statt, deren Arbeiten in den Grenzbereichen experimenteller Elektronik angesiedelt sind. Es geht, wie es in der Ankündigung heißt, um Lärm, Bass, Improvisation, unerwartete Kontraste und das bewusste Ineinanderfließen unterschiedlichster Formen. Mit dabei sind Omni Selassi aus Bern, Prince Istari aus Hamburg, PsicoViolenza aus Neapel sowie die Berliner Acts Tiziano Jian und Linxi.
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mmPop: Neue Single von The Gray Field Recordings
Mit der Single “mmPop” meldet sich das Projekt The Gray Field Recordings der in Griechenland lebenden Musikerin R.Loftiss erneut zu Wort. Die amerikanische Künstlerin, bekannt auch durch ihre Mitwirkung bei Formationen wie Howling Larsens und den Black Lesbian Fishermen, lässt hier ein Stück hören, das in ruhigem, aber eindringlichem Aufbau ein subtiles Spannungsfeld entfaltet. “mmPop” ist ein langsames, warm tönendes Stück, dessen dröhnende, aber melodische Grundierung an Orgel- und Harmoniumklänge oder auch an Schiffssirenen erinnert. Dahinter arbeitet eine kaum merkliche Unruhe wie ein inneres Brodeln, das sich nicht in den Vordergrund drängt, aber das Gesamtbild prägt. Inmitten dieser schwebenden Klänge steht Loftiss’ klare Stimme: ein Folksopran, ungekünstelt und direkt, der dem Stück Erdung und eine sehr persönliche Note verleiht.
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Love: Mazen Kerbaj, Magda Mayas, Mike Majkowski und Tony Buck erneut als Das B
Mit “Love” veröffentlicht das in Berlin ansässige internationale Quartett Das B am 30. Mai sein zweites Album bei den Labels Thanatosis Produktion (Stockholm) und Corbett vs. Dempsey (Chicago). Die Gruppe, bestehend aus Mazen Kerbaj (Trompete), Magda Mayas (Klavier), Mike Majkowski (Kontrabass) und Tony Buck (Schlagzeug), das aufgrund der häufigsten Initialen eher an den Buchstaben M denken lässt, setzt sich auf besondere Weise mit John Coltranes Klassiker “A Love Supreme” auseinander – nicht als Nachspiel, sondern, wie es im Begleittext von John Corbett heißt, als sogenannte “strukturelle Coverversion”.
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CONTROLLED DEATH: Death Church Organ Tapes
Auf Subtilität hat Maso Yamasaki mit seinem LoFi-Death Industrialprojekt Controlled Death bisher noch nie Wert gelegt und auch das neue Tape macht im Titel direkt Thema sowie genutztes Instrumentarium deutlich. In den ersten Jahren waren die zahlreichen Controlled Death-Aufnahmen eine wilde Melange aus LoFi-Analogsynthgewummer und kreatürlichem Gegurgel: Weiterlesen
RG ROUGH: 80
Die populäre Ästhetik der 80er, das wissen natürlich v.a. die reiferen Semester unter unseren Leserinnen und Lesern, war in weiten Teilen geprägt von auffälligen Farben, futuristischen Designs oder was man damals so betrachtete und einer Mischung aus Künstlichkeit und einem High-Tech-Optimismus, der sich in gebrochener Form auch in den zahlreichen der meist weniger farbintensiven Subkulturen der Ära spiegelte. In Weiterlesen
SANTACRUZ: Respiración
Mit der Single Respiración präsentiert der in Berlin lebende Künstler Alberto Santacruz zwei Versionen eines Tracks, der – mit Artwork von Tomás Nochteff (Mueran Humanos) und Layout von Sophie Marshalova – das Echo elektronischer und postindustrieller Musik er Achtziger und auch das subkulturelle Erbe seiner Stadt hörbar aufgreift. Weiterlesen