BITCHIN BAJAS: Bajas Fresh

Greifbar sind sie eher weniger, die Ende des letzten Jahrzehnts im Großraum Chicago gegründeten Bitchin Bajas mit ihrem spacigen Sound, der trotz allem in erdigen Naturfarben tönt und alle möglichen musikalischen Beigaben von Folk über Exotica bis hin zu analogen Sythies zu integrieren weiß. Mit diesem Gebräu eignen sie sich perfekt als Kulisse unterschiedlicher Stimmen wie z.B. der von Will Oldham, mit der vor knapp zwei Jahren ein hierzulande wenig beachtetes Album namens “Epic Jammers and Fortunate Little Ditties” herauskam. Mit Bajas Fresh haben Cooper Crain, Dan Quinlivan und Rob Frye sich wieder auf ihr instrumentales Soundscape-Minimum zurück besonnen.

Ob der Kollege vom Musikexpress die genannte Ungreifbarkeit im Sinne hatte oder doch eher die abgehobene hypnotische Dudeligkeit einiger Stücke, die man als New Age-Touch interpretieren kann, sei dahingestellt – recht hat er, wenn er betont, dass die Bajas diesmal so esoterisch klingen wie nie zuvor. Verträumt oder je nach Assoziations bedrogt beginnt der Reigen mit “Jammu”, dessen repetitive, durch Raumklangspielereien aufgelockerte Synthies in entspannter und vielleicht auch etwas dröger Gelassenheit ins Unendliche ausscheren, auch beim folgenden “Circles on Circles”, das mit lautem Windrauschen beginnt, übernimmt irgendwann das psychedelische Synthiegekringel die Führung, und am Ende des Stücks fühlt man sich wie nach dem kurzen Einblick in etwas endloses.

Erst im weiteren Verlauf kommt etwas Variation und Kante ins Spiel, so der untergründige Groove und die chillige Bläsermelodie in “Angels and Demons at Play”, das dunkle Harmoniumdrone in “2303″ oder der folkig perkussive Fast-Freakout im ausladenden “Yonaguni”, das aufgrund seiner zahlreichen Soundideen für mich das zentrale Stück des Albums ist – Kuhglocken treffen auf Westcoast-Gitarren und somnambule Synthies, mit anderen Worten ist das Stück eine kleine Enzyklopädie. Eine safte, durchaus coole Regressivität, in der man sich erkennen und zugleich verlieren kann, bleibt aber auf all diesen Abschnitten gewahrt, und wenn mit dem finalen “Be Going” und seinem cheesy Saxophon alles in trauter Versponnenheit ausklingt, bleibt das noch eine ganze Zeitlang anhaltende Gefühl einer runden Sache. (A. Kaudaht)

Label: Drag City