Dass den vielen Folk- und Country-Spielarten der letzten Jahre ein starkes Retromoment anhaftet, bietet gelegentlich Anlass zur Polemik. Das von zahlreichen Bands und Gastbeiträgen her bekannte Duo Campbell/Lanegan hat die Inspiration durch bekannte Vorbilder immer offen zugegeben, und so finden sich auf Isobels Myspaceprofil auch Leonard Cohen, der Man in Black und einige andere unter ihren Einflüssen. Weiterlesen
SAVAGE REPUBLIC – Interview
Anfang der 80er spielten SAVAGE REPUBLIC ihre eigenwillige Musik, die der Wut des Punks ebenso viel zu verdanken schien, wie dem Industrial, der stärker perkussiv orientiert war. Nach fünf Alben – wobei “Customs“ (in Griechenland mit geliehenem Equipment aufgenommen, nachdem der Zoll die Instrumente konfisziert hatte) sicherlich das experimentellste war – löste man sich 1989 auf. Weiterlesen
BLACK SUN PRODUCTIONS AND VAL DENHAM: Somewhere Between Desire And Despair
Interessanterweise hat dem Schweizer Performance- und Electronica-Kollektiv BLACK SUN PRODUCTIONS der Vergleich mit renommierten Idolen nie wirklich etwas ausgemacht. Warum ist dies so? Vielleicht weil Gruppen, die ausgerechnet der wandlungsfähigen Musik von COIL mit ihren komplexen Themen derart konsequent nacheifern, rar gesät sind. Immerhin haftet dem Konzept von Massimo, Pierce und ihren Gästen, die sich seit dem Coil-Remix-Projekt „Plastic Spider Thing“ (ESKATON 2002) offiziell als Groupies outeten, schon deshalb etwas Originelles an. Weiterlesen
SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE: Curse The Traced Bird
Auf ihrem vierten Album geben sich die inzwischen wieder zum Trio geschrumpften Damen erneut extravagant und originell: Man stelle sich vor, die drei “weird sisters“ hätten – anstatt Macbeths Ehrgeiz (noch mehr) anzustacheln – lieber etwas Sud aus Belladonna und Datura zu sich genommen und hätten sich ein paar verstimmte Instrumente genommen, um zu musizieren – das Resultat dürfte so in etwa wie dieses Album klingen. Weiterlesen
HUSH ARBORS: Hush Arbors
HUSH ARBORS ist das Stammprojekt eines gewissen Keith Wood, der schon ein paar Jahre lang Musik in sehr geringer Auflage und hauptsächlich auf CDr herausbringt und des Weiteren seine Gitarrenkünste in den Dienst anderen Gruppen stellt. Eine davon sind SIX ORGANS OF ADMITTANCE, Weiterlesen
CONTROLLED BLEEDING – Interview
CONTROLLED BLEEDING haben im Laufe ihrer fast dreißigjährigen Bandgeschichte Unmengen von Alben aufgenommen, von denen meistens keins wie das andere klang. Von einer bizarren Mischung aus Jazz und Punk Ende der 70er, brutalem Noise Anfang der 80er, semigothischer Musik, EBM, Industrial Metal, Dub, Ambient, Metal (mit dem Projekt SKIN CHAMER), Free Jazz (als BREAST FED YAK), ihre Musik war immer erratisch und selbst Paul Lemos sagte einmal in einem Interview, das ich vor etwa zehn Jahren mit ihm machte, dass er als Musikhörer eine Band wie CONTROLLED BLEEDING (aufgrund der häufigen Stilwechsel) wahrscheinlich hassen würde. Weiterlesen
SUBLIMINAL: Look At the Creation
SUBLIMINAL hatten auf ihrem zweiten Album “Coping“ eine (sich auf ihren Beiträgen zu der Galakthorrö-Compilation “Kosmolokko“ schon andeutende) aggressivere Richtung eingeschlagen, dazu trugen auch der stärkere Einsatz von verzerrten Vocals (statt der Sprachsamples auf dem Debüt) bei. Die 4-Track EP knüpft daran an und das die 7’ eröffnende “Your Reaction“ macht deutlich, dass hier die Angst über den Pop dominiert. Weiterlesen
MERZBOW: Anicca
Der japanische Noisefabrikant MASAMI AKITA ist so etwas wie das musikalische Pendant zum unlängst für sein Lebenswerk ausgezeichneten Filmemacher JESS FRANCO, und das verbindende Element ist beider Ruf als Rekordbrecher. Durch unermüdliches Dilettieren und Improvisieren bringen solche Leute ein enormes Werk zustande, das letztlich im Einzelnen rau und fragmentarisch bleiben muss und gerade dadurch an Reiz gewinnt. Weiterlesen
LUSTMORD: The Dark Places of the Earth
Waren in der Vergangenheit radikalere musikalische (Ver-)Änderungen im dem Album zugeschriebenen Projekt (LUSTMORD vs. METAL BEAST oder LUSTMORD MELVINS) illustriert, wich das letzte Album mit seiner Beteiligung von Musikern von TOOL, ISIS und den MELVINS und dem (sieht man von “Juggernaut“ einmal ab) erstmaligen Einsatz von Gitarren von diesem Schema ab. Weiterlesen
DIANA ROGERSON & ANDREW LILES: No Birds Do Sing
Kürzlich wurde dieses Album in einer Anzeige mit Stephen Stapletons Worten, es handele sich bei “No Birds Do Sing” um das beste Album, das je aufgenommen worden sei, beworben; natürlich ist Stapleton nicht objektiv: Schließlich spielt einer der Beteiligten mit ihm in NWW, mit der anderen ist er seit langem verheiratet, außerdem hat er unter seinem Alter Ego Babs Santini das Artwork beigesteuert. Weiterlesen
BABY DEE: Safe Inside the Day
Auf ihren bisherigen Veröffentlichungen für David Tibets Durtrolabel (bis auf das ultralimitierte und etwas unterproduzierte Album “Songs for Anne Marie“ sind alle Aufnahmen kürzlich als “The Robin’s Tiny Throat“ ebenda wiederveröffentlicht worden) präsentierte Baby Dee spartanisch instrumentierte Songs voll(er) Trauer und Melancholie; dass Dee aber auch anders konnte, bewiesen die Auftritte, bei denen sie die getragenen, zerbrechlichen Lieder ihrer bis dahin veröffentlichten Alben mit Vaudeville- und Cabaretartigen Songs verband, in denen es u.a. um Inkontinenz (nachzuhören auf “Live in Turin“) oder um Grizzlybären mit einer Vorliebe für Unterwäsche von Mormonen ging. Weiterlesen
CYCLOBE – Interview
1999 veröffentlichten Ossian Brown – damals noch Simon Norris – und Stephen Thrower ihr Debüt “Luminous Darkness“, ein zwar fragmentarisches, aber atmosphärisches Album, auf das 2001 “The Visitors“ folgte, ein elektro-akustisches Meisterwerk. Im Rahmen von “Angry Eelectric Finger“ bearbeiteten CYCLOBE das Ausgangsmaterial von NURSE WITH WOUND so sehr, dass sie diese Veröffentlichung als ihr eigentlich drittes Album betrachten. Weiterlesen
NORDVARGR: Pyrrhula
Nordvargh veröffentlicht langsam in ähnlichen quantitativen Dimensionen wie MERZBOW (mit dem er auch schon mehrfach zusammenarbeitet hat), wobei er im Gegensatz zu Herrn Akita seine musikalischen Ergüsse unter verschiedenen Pseudonymen und in unterschiedlicher musikalischer Ausrichtung veröffentlicht. Weiterlesen
LISA O PIU: When This Was The Future
LISA O PIU waren kürzlich mit IN GOWAN RING/BIRCH BOOK auf Tour bzw. fungierten auch als Bees Begleitband, was sicher gut passt, da es doch eine Reihe von Anknüpfungspunkten gibt. Weiterlesen
“Upward. From Sun To Cross The Sky.“ Interview mit Al Cisneros von OM
Zwei Alben haben OM, das aus Al Cisneros und Chris Hakius – die beide Anfang der 90er bei SLEEP ausufernden Stoner Rock spielten – bestehende Duo, bisher auf Holy Mountain veröffentlicht. Das dritte wird im Herbst dieses Jahres auf Southern Lord folgen. Die drei “variations“ des ersten Albums und die zwei des 2006 veröffentlichten Nachfolgers sind lange, von Bass, Schlagzeug und dem Mantra artigen Gesang Cisneros’ getragene repetetive Stücke, die den Hörenden in einen Sog ziehen. Weiterlesen
TROUM: Darvê Sh / Ajin
Diese auf dem polnischen Label Nefryt veröffentlichte CD enthält kein neues Material, sondern sie vereint “Darvê Sh“, ursprünglich auf Beta-Lactam Ring Records im Rahmen der “Lactamasse“-10’-Serie veröffentlicht und “Ajin“, 2005 als Picture-12’ auf Equation Records veröffentlicht. Weiterlesen
TIMOTHY RENNER – Interview
Einen kurzen Abriss über das bisherige musikalische Schaffen Timothy Renners zu geben, fällt nicht einfach, war er doch an unzähligen Bands und Projekten beteiligt, deren Gemeinsamkeit aber fast immer ein (mehr oder weniger) direkter Bezug auf traditionelle amerikanische Musik war. Weiterlesen
SRMEIXNER & BAND OF PAIN – Split (7″)
Black Rose Recordings ist das Hauslabel der Pestmaskenträger von CONTRASTATE, ein renommiertes Ambient-Industrial-Trio aus dem Vereinigten Königreich, das zugleich zu dessen schärfsten Kritikern zählt. Dieser Tage erreicht mich im schicken Pergamentcover eine schon länger veröffentlichte Single aus dem kleinen Musikverlag, die mit den qualitativen Standards von Drone Records auf Augenhöhe ist. Weiterlesen
ORGANUM: Omega
“Omega“ – mit dem Untertitel “While The Stars Be Not Darkened“ versehen– schließt die mit “Sanctus“ (auf Robot Records) begonnene und mit “Amen“ (ebenfalls auf Die Stadt) weitergeführte Trilogie ab, die im Gegensatz zu den oft unruhigen frühe(re)n Aufnahmen eher kontemplativen Charakter hat. Weiterlesen