AK’CHAMEL: Spiritually Unemployed

Ak’chamel, das sich unter wilden Kostümen und Masken verbergende texanische Duo, erneut den Untertitel „The Givers Of Illness“ tragend, veröffentlichen ihre vierte LP bei dem französischen Label Akuphone. Verglichen mit den zahlreichen Tapes, die das Duo über die Jahre veröffentlichte, waren die auf Vinyl gepressten Aufnahmen etwas weniger LoFi, Weiterlesen

CHRISTOPHE CLÉBARD: Le Futur C’est La Drogue

Christophe Clébard ist eine schillernde Figur der europäischen Underground-Elektronik und zugleich eine Art Phantom. Geboren in Italien, lebt er wohl heute in Belgien, sein Name ist nur ein weiterer Nom de Guerre ähnlich früherer Projektnamen wie Onefuckone, Tucano oder Cobra Jaune und so eine weitere Maske, eine Rolle innerhalb eines künstlerischen Spiels, das sich irgendwo zwischen Synthpunk, Noise, Minimal Disco und düsterem Gesang Weiterlesen

ELENA M. ROSA LAVITE: Wabi Sabi

Wabi Sabi – jener aus der japanischen Ästhetik hervorgegangene Begriff – beschreibt nicht einfach eine Vorliebe für das Unperfekte, sondern eine alle Lebensbereiche durchdringende Haltung: die Anerkennung des Vergänglichen, des Unfertigen, des leicht Versch(r)obenen als eigentlichen Ausdruck von Schönheit. Nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen, nichts vollkommen, und gerade darin liegt eine eigentümliche Form von Weiterlesen

Oonagh Haines: Debütalbum auf Molí del Tro

Oonagh Haines legt mit “Not Not Pretending” ihr Debütalbum vor. Die Stücke bewegen sich im Überlappungsbereich von elektronischer Musik, reduzierten songorientierten Pop-Fragmenten und clubnahen Strukturen. Ein wiederkehrendes Prinzip ist die Verdopplung: Stimmen werden geschichtet, verschoben und in veränderte Zustände überführt, während sich klare Formen und aufgelöste Passagen gegenseitig durchdringen.  Weiterlesen

Hebbex D’Expectatio Expectata: Debüt auf Drid Machine

Mit “Kva er Vald” veröffentlicht das norwegische Trio Hebbex D’Expectatio Expectata sein Debütalbum über Drid Machine Records. Die Gruppe geht aus der langjährigen Zusammenarbeit von Kjetil Brandsdal (Turntable, Soundeffekte) und Thore Warland (E-Drums) hervor, die ihr Projekt mit Helge Thornes (Gesang) zu einer neuen Formation erweitert haben.  Weiterlesen

Glissandro 70 greifen älteres Material neu auf

Anfang Mai erscheint mit “G70 2: Bones Of Dundasa” das neue Album von Glissandro 70  auf Constellation Records. Es ist das erste Album des Projekts seit dem selbstbetitelten Debüt. Glissandro 70 ist die Zusammenarbeit der in Toronto ansässigen Musiker Craig Dunsmuir und Sandro Perri, die das Projekt 2003 als studiorientierte Plattform für loopbasierte Gitarren- und Rhythmusexperimente gründeten. Das Debüt verband laut Label Einflüsse aus Afrobeat und Tropicalia mit einer Affinität zu Dub-Techno und der Musik von Arthur Russell. In den folgenden Jahren verfolgten beide vor allem eigene Projekte, blieben jedoch künstlerisch verbunden. Weiterlesen

Ben Glas mit neuem Album auf Room40

Ben Glas veröffentlicht sein neues Album “music* *?” bei Room40. Die Arbeit untersucht die Frage, ab welchem Punkt Hörerinnen und Hörer in abstrakten Klangmustern selbst musikalische Bedeutung erkennen. Ausgangspunkt ist eine Serie psychoakustischer Prozesse wie Phasing, akustische Schwebungen und EQ-Manipulationen, aus denen keine vorab komponierten Melodien oder festen Strukturen hervorgehen. Die entstehenden Muster sind als offene Form angelegt und laden dazu ein, dass das Publikum einen wesentlichen Teil der musikalischen Wahrnehmung selbst konstruiert. Das Album ist digital erhältlich. Weiterlesen

Music for Cinemas: TraumaZone, Francis Heery, Munsha und Hendrik Klatte im Filmrauschpalast Moabit

Am Mittwoch, dem 20. Mai, lädt die Berliner Reihe Music for Cinemas erneut zu einem interdisziplinären Abend zwischen Konzert, Klangkunst und Bewegtbild ein. In der charakteristischen Situation vor der Kinoleinwand entfalten sich Performances, die musikalische und visuelle Ebenen eng miteinander verschränken. Das aus Ksenia Bashmakova und Fyodor Stepanov bestehende Duo TraumaZone präsentieren zusammen mit dem Komponisten und Klangkünstler Francis Heery eine hauntologische Performance, in der, wie es im Begleittext heißt, Nostalgie als eigentümlich gegenwärtige, gleichwohl entrückte Erscheinung im Zentrum steht.  Weiterlesen

Sparks: Remix-EP zu Simon Goff

Mit “Sparks” bringt Simon Goff dieser Tage eine neue digitale EP über Grand Chess Records heraus. Das Werk knüpft an das vorausgegangene “Spark Like Living Mothers” an und führt dessen Material konsequent weiter und macht es zur Grundlage für vier eigenständige Neuinterpretationen. Ausgangspunkt sind Kompositionen, die ursprünglich für eine Tanzproduktion entstanden und Elektronik, Streicher, Schlagwerk und Orgel verbanden.  Weiterlesen

Organ Sequences: Zweiter Festtag der neuen Folge

Am 17. Mai findet in Berlin der zweite Festtag der zweiunddreißigsten Folge der Reihe Organ Sequences statt. Die DIY-Serie widmet sich einmal mehr der Orgel als Ausgangspunkt für unterschiedliche experimentelle Zugänge zu Klang, Raum und Performance. Auf dem Programm stehen Beiträge von Eva-Maria Houben und Artur M. Vidal sowie die ortsspezifische Intervention “Fear of the Object”.  Weiterlesen

Frequencies of the Soul: Neues Tape von Filalete

Ende Juni erscheint bei Cruel Nature Records das neue Album des georgischen Komponisten Irakli Bakuradze unter dem Pseudonym Filalete. “Frequencies of the Soul” verbindet klassisches Klavierspiel u.a. in der romantischen Kunstliedtradition mit elektronischen Klangtexturen und mehr und schafft so eine einzigartige, atmosphärische Musik.  Weiterlesen

INADE / TROUM: To Pan Eon

Mit Inade und Troum kommen zwei Droneduos auf einer 10” zusammen, über die es in der Labelmitteilung heißt, sie würden sich schon „seit Jahrzehnten“ bewundern. Es gibt zahlreiche Verbindungen. So veröffentlichten etwa Drone Records schon 1995 mit „The Axxiarm Plains“, einer Hommage an den russischen Futuristen Wladimir Majakowski, die erste Inade-Single. Weiterlesen

PHLÅSS: Ketuk

Ein entrücktes Klimpern und Bimmeln liegt halb unter einer elektrifizierten Rauschhülle verborgen und entfaltet gerade durch diese subkutane Präsenz eine eigentümliche Eindringlichkeit. Zeitweise treten andere Geräusche hervor: ein Rasseln, ein schwer zuzuordnendes Hantieren, als würde im Hintergrund etwas verschoben oder justiert. Mitunter entsteht der Eindruck, das Geschehen flache ab, doch dieser Eindruck erweist sich als trügerisch – er ist ein Weiterlesen

GROWTHRINGS: Live at Vibra Berlin 2025

Mit “Live at Vibra Berlin 2025“ legt das Berliner Projekt Growthrings – hinter dem sich die Klangkünstlerin und Mitbegründern von Howling Mystics Oleksandra Kopelyan verbirgt – ein Dokument vor, das weniger wie eine konventionelle Konzertaufnahme wirkt als vielmehr wie das Protokoll einer Beschwörung. Was hier festgehalten wurde, entzieht sich der klaren Form: Ein fließender, instabiler Klangkörper organisiert sich zwischen Stimme, Elektronik und Geräusch fortwährend neu, als folge er eher Weiterlesen

Sofía Salvo, Li-Chin Li, Judith Hamann, Bryan Eubanks, Chris Heenan, Niloofar Asghary, Romain C. Bertheau: Neue Folge der Reihe Organ Sequences

Am 3. Mai beginnt in Berlin die aktuelle Ausgabe der Reihe Organ Sequences mit ihrem ersten Festtag. Die inzwischen zweiunddreißigste Folge der DIY-Serie versammelt erneut unterschiedliche Positionen experimenteller Musik, die sich im erweiterten Umfeld der Orgel und verwandter Sounds und ihrer Spielweisen bewegen. In insgesamt fünf Sets treten Sofía Salvo, Li-Chin Li und Judith Hamann auf, ebenso wie das Duo aus Bryan Eubanks und Chris Heenan sowie die Zusammenarbeit von Niloofar Asghary und Romain C. Bertheau. Weiterlesen

Taamir (Bahriyyeh): Digitale Single von Mayssa Jallad

Mit „Taamir (Bahriyyeh)“ veröffentlicht die libanesische Sängerin, Gitarristin, Architektin und Wissenschaftlerin Mayssa Jallad eine digitale Single, die musikalische Intimität mit historischer Tiefenschärfe verbindet. Der rund fünfminütige Track lebt von ihrem ausdrucksstarken arabischen Gesang, getragen von rhythmischem Gitarrenstrumming, perkussiven Elementen und durchzogen von maritim anmutenden Field Recordings, die eine kraftvolle und zugleich melancholische Atmosphäre erzeugen.  Weiterlesen

David E. Williams: Neue Edition seiner Soundart-Anthologie

Mit „Non-Vocal Electronic Music, 1986–2022“ legte David E. Williams im vergangenen Herbst eine ungewöhnliche Werkschau vor, die sich bewusst von seinem meist songorientierten Œuvre absetzt und tief in seine kreative Vergangenheit zurückgreift. Die Sammlung, nach der kürzlich bereits wieder eine diesmal postpunkige Single erschienen ist, vereint Stücke von den Achtzigern bis in die Gegenwart und bewegt sich zwischen abstrakten Lärmwelten, dunklen Ambientflächen und überraschend melodischen Synthiepassagen. Weiterlesen

Ungern Khan: Gemeinsame Single von Ain Soph und L’Amara

Beim SPQR-Label erscheint mit “Ungern Khan” eine Split-Single von Ain Soph und L’Amara, die sich hier von den mitwirkenden Musikern her überschneiden und sich dem Mythos des Roman von Ungern-Sternberg (1886–1921) widmen. Der als verrückter Baron bekannte Warlord kämpfte im Russischen Bürgerkrieg auf Seiten der Weißen gegen die Bolschewiki, zog später durch die Mongolei und träumte von einem zentralasiatischen Reich unter eigener Direktion. Weiterlesen