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	<title>African Paper &#187; David Tibet</title>
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		<title>Current 93: Konzert im Berliner Silent Green</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 21:55:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am Samstag, dem 26. September kommenden Jahres, findet im Silent Green in Berlin ein Konzert von Current 93 statt. Die Gruppe um David Tibet war in den vergangenen Jahren meist mit Andrew Liles, Alasdair Roberts, Aloma Ruiz Boada, Reinier Van &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/12/19/current-93-konzert-im-berliner-silent-green/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Samstag, dem 26. September kommenden Jahres, findet im Silent Green in Berlin ein Konzert von Current 93 statt. Die Gruppe um David Tibet war in den vergangenen Jahren meist mit Andrew Liles, Alasdair Roberts, Aloma Ruiz Boada, Reinier Van Houdt, Michael York und bisweilen Ossian Brown zu sehen, eine ähnliche Besetzung ist auch für die kommenden Auftritte zu erwarten, zudem ist ein Nachfolger der jüngsten Veröffentlichungen bereits in Planung.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/current93atSilentGreen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49460" title="current93atSilentGreen" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/current93atSilentGreen.jpg" alt="" width="1200" height="630" /></a><span id="more-49459"></span></p>
<p>Das jüngste in weitesten Sinne songorientierte Studioalbum &#8220;If A City Is Set Upon A Hill&#8221; (House of Mythology 2022) zeigte die Band, ähnlich wie dessen Vorgänger &#8220;The Light Is Leaving Us All&#8221; (The Spheres 2018) in reduzierter, elegischer Form mit Piano, gezupfter Gitarre, dezenten Drones und einer durchgehenden, prägenden Violine sowie Tibets eindringlichem Gesang, thematisch kreisten die Stücke um apokalyptische Bilder, alte religiöse und mythologische Texte und die Ambivalenz von Schöpfung und Zerstörung. Das experimenteller angelegte &#8220;Sketches Of My Nightmares And Dreams Occurring&#8221; (Cashen&#8217;s Gap 2024), das wiederum an eine andere Traditionslinie innerhalb des Oeuvres anknüpfte, stellte dem fragmentarische Stücke aus Loops, Samples, Feedback und vereinzelten Gesangspassagen gegenüber.</p>
<p>Samstag, 26.09.2026<br />
Beginn 20:00 Uhr<br />
Silent Green<br />
Gerichtstraße 35<br />
13347 Berlin</p>
<p><a href="https://berlin-de.reservix.de/p/reservix/event/2501794"><strong>@ Tickets</strong></a></p>
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		<title>Es wird außergewöhnliche Musik gemacht. Es ist eine wunderbare Zeit für Musik: Interview mit Michel Faber</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Apr 2025 03:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter den zeitgenössischen europäischen Autoren nimmt der in den Niederlanden geborene und in Australien aufgewachsene Faber eine besondere Rolle ein, lässt sich sein Werk doch kaum auf ein Genre, ein Thema eingrenzen. Sein Debütroman Under The Skin über ein Alien, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/04/19/es-wird-ausergewohnliche-musik-gemacht-es-ist-eine-wunderbare-zeit-fur-musik-interview-mit-michel-faber/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/20250329_22595111.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-45932" title="20250329_225951(1)" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/20250329_22595111-e1744966463706-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></em><strong>Unter den zeitgenössischen europäischen Autoren nimmt der in den Niederlanden geborene und in Australien aufgewachsene Faber eine besondere Rolle ein, lässt sich sein Werk doch kaum auf ein Genre, ein Thema eingrenzen. Sein Debütroman </strong><em><strong>Under The Skin</strong></em><strong> über ein Alien, das auf der Erde Menschen fängt, ist letztlich eine Reflexion über Fremdsein und Entfremdung, sein kommerziell größter Erfolg ist der Neoviktorianische Roman </strong><em><strong>The Crimson Pettle And The White</strong></em><strong> über <span id="more-45822"></span>die Prostituierte Sugar. Sein (wahrscheinlich) letzter Roman für Erwachsene </strong><em><strong>The Book Of Strange New Things</strong></em><strong>, in dem ein Missionar sich auf einen fernen Planeten begibt, ist eine ergreifende Geschichte über Liebe und Trauer. Jetzt ist in Deutschland endlich sein nichtfiktionales Werk </strong><em><strong>Listen</strong></em><strong> erschienen: sein Buch über seine „älteste Liebe“ die Musik, wie es gleich zu Beginn des Buchs heißt, erschienen. Ich traf Faber im <a href="https://zagava.de/">Zagava </a>Hauptquartier in Düsseldorf.</strong></p>
<p><strong><a title="There’s extraordinary music being made. It’s a wonderful period for music: Interview with Michel Faber" href="http://africanpaper.com/2025/04/19/theres-extraordinary-music-being-made-its-a-wonderful-period-for-music-interview-with-michel-faber/">English Version</a></strong></p>
<p><em><strong>In deinem neuen Buch, ich glaube, es wurde auf Englisch vor zwei Jahren veröffentlicht,  hast du geschrieben, dass du, weil Musik deine erste Liebe war, in gewisser Weise immer ein Buch wie dieses schreiben wolltest. Was war es dann, das dir schließlich den Anstoß gab zu sagen, na ja, das mache ich jetzt?</strong></em></p>
<p>Ich habe das Gefühl, ich räume auf. Ich wollte nie die Art von Autor sein, der nur Bücher herausbringt, weil das sein Job ist und ich das gut kann und so weiter. Ich hatte also ein Gefühl dafür, wie viele Romane in mir steckten, und ich habe diese Romane geschrieben. Vielleicht mache ich einen Fotoband, wenn ihn jemand veröffentlichen will, aber das wäre wahrscheinlich mein einziger Fotoband. Ich sollte erklären, dass ich aus einer Linie stamme, einer genetischen Linie, die nicht sehr robust ist. Alle männlichen Fabers in meiner Familie starben, bevor sie 59 Jahre alt wurden, einige von ihnen lange vor ihrem 59. Und ich bin jetzt 65. Das heißt aber nicht, dass ich morgen tot umfallen werde. Ich ernähre mich viel besser als viele der Männer in meiner Familie. Sie waren Kettenraucher, aßen Mist, und sie erlebten den Zweiten Weltkrieg und all das, aber das bedeutet auch, dass die Statistiken nicht gut sind, und ich kann nicht davon ausgehen, dass ich 80 Jahre alt werde.<br />
Deshalb zähle ich seit langem die Bücher runter. Welche brauche ich noch und welche möchte ich noch machen? Und als ich <em>The Book Of Strange New Things</em> angefangen habe, habe ich meiner Frau Eva gesagt, dass das der letzte Roman ist, und ich glaube, das ist es.  Ich denke, es wird der letzte Roman für Erwachsene bleiben. Seitdem habe ich einen Roman für Kinder geschrieben [<em>D: A Tale Of Two Worlds</em>]. Das Musikbuch war also eine Möglichkeit, etwas zu tun, was ich schon lange tun wollte. Ich weiß nicht, ob ich noch ein weiteres Buch über Musik schreiben werde. Ich musste enorm viel aus der Version herauslassen, die veröffentlicht wurde. Aber Musik verändert sich sehr schnell, und ich weiß nicht, ob ich die Energie und die Geduld habe, diese Bereiche für ein weiteres Buch neu zu schreiben und zu überarbeiten. Dies könnte also das einzige Buch über Musik sein, und ich bin zufrieden, dass ich es endlich fertiggestellt habe. Das bedeutet, dass ich mir keine Sorgen über meinen Tod machen muss, verstehst du? Ohne dass es fertig geworden wäre.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-45861" title="getimage" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage-665x1024.jpg" alt="" width="584" height="899" /></a><em><strong>Nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte, habe ich irgendwo eine Rezension gelesen, in einem britischen Magazin oder einer britischen Zeitung, und der Autor hat in gewisser Weise angedeutet, dass du ein bisschen elitär bist, weil du über all diese seltsamen Künstler schreibst, und ich dachte: Haben die das Buch nicht zu Ende gelesen? Ich erinnere mich an die Passage, in der du über Nana Mouskouri schreibst.</strong></em></p>
<p>Ja, genau,</p>
<p><em><strong>Und ich habe mir ihre Version von „Scarborough Fair“ angehört.</strong></em></p>
<p>Ich finde, es ist ein sehr un-elitäres Buch, und in der Tat fordert es Eliten heraus. Sie sollen ihren Elitismus hinterfragen und schauen, woher er kommt, und sich die Musik anhören, die &#8211; in Anführungszeichen &#8211; normale Leute mögen, und sich fragen, ob diese Musik wirklich so anders ist als das, was sie schätzen, und wenn ja, warum? Ich glaube, ich war naiv, was die Rezensionen angeht, denn eines der Ziele des Buches ist es, den Menschen die Angst vor Musik zu nehmen und sie dazu zu bringen, ihren eigenen Geschmack nicht mehr so ängstlich und defensiv zu sehen. Das versuche ich unter anderem dadurch zu erreichen, dass ich behaupte, dass die so genannten Experten, die Autoritäten, die <em>gatekeeper</em>, eine ebenso emotionale und irrationale Beziehung zur Musik haben wie jeder andere auch. Sie befinden sich nicht in einer überlegenen Zone. Sie befinden sich nur in einer anderen Zone, einer Stammeszone. Und wenn man erst einmal erkannt hat, dass diese Wächter und Autoritäten keinen größeren, erhabeneren Einblick haben als alle anderen, dann wird man freier, entspannter in Bezug auf den eigenen Geschmack, weniger besorgt darüber, was man mögen sollte und was nicht. Und ich glaube, ich war naiv zu glauben, dass ich diese Autoritäten und diese <em>gatekeeper</em> herausfordern könnte, ohne dass sie mir in den Hintern beißen. Denn das ist ihre Identität, der <em>gatekeeper</em> zu sein, die Autorität zu sein. Aber ein Buch zu schreiben, das versucht, den Snobismus zu demontieren, und dann beschuldigt zu werden, ein Snob zu sein, ist bizarr. Aber weißt du, ich kann das natürlich nicht kontrollieren. Ich muss das einfach akzeptieren.</p>
<p><em><strong>In einer deiner früheren Kurzgeschichten, „The Courage Consort“, spielt die Musik eine große Rolle. Hast du jemals daran gedacht, deine Liebe zur Musik in einen größeren, fiktionalen Kontext zu stellen?</strong></em></p>
<p><strong></strong>Es gibt einige unveröffentlichte Kurzgeschichten von mir, die zusammen eine Novelle ergeben würden, und jede Geschichte spielt in einer anderen Zeit. So spielt eine Geschichte in der Prog-Ära und eine andere in der Punk-Ära und so weiter. Und wenn ich es schaffe, mich darauf einzulassen, wenn ich eine gute Geschichte schreiben kann, würde ich sie gerne aktualisieren, einige weitere Episoden schreiben, eine vielleicht in den Anfängen des <em>Downloadings</em>. Und eine andere, die in der heutigen Zeit spielt, in der Musik wirklich nur noch Daten in einem Stream sind. Aber es müssten gute Geschichten sein. Ich würde nicht wollen, dass sie einfach nur das Konzept vervollständigen, sondern sie müssten wirklich gute Geschichten sein, die für sich stehen. Und ich weiß nicht, ob ich dazu in der Lage bin, aber wenn ich es kann, dann könnte es eine thematische Abfolge von Kurzgeschichten geben. Vielleicht könnte derselbe Mann Kinder haben und er könnte sich damit auseinandersetzen, wie seine Kinder zur Musik stehen, im Vergleich dazu, wie er zur Musik stand. Ich weiß nicht. Ich möchte den Leuten nicht sagen, dass ich an etwas arbeite, wenn ich es nicht wirklich tue. Ich meine, woran ich wirklich arbeite, ist, die <em><a href="https://www.instagram.com/the.intrepid.blonde/">intrerpid blonde</a></em> zu fotografieren, und das aktuelle Projekt ist wieder ein Aufräumprojekt, nachdem Eva, meine zweite Frau, gestorben ist. Sie hinterließ viele, viele unvollendete Geschichten, und ich bin gerade dabei, diese Geschichten zu beenden. Das ist meine Art von fiktionalem Projekt. Ich hoffe, dass ich das noch zu Ende bringen kann. Bis jetzt läuft es gut. Mein Leben besteht im Moment nur darin, dafür zu sorgen, dass die Dinge nicht ungeschehen gemacht werden. Von denen ich gehofft hatte, dass sie erledigt werden.</p>
<p><em><strong>Hat dir dein Verleger jemals gesagt: &#8220;Hey, warum schreibst du nicht The Crimson Petal And The White, Teil zwei“ oder so?</strong></em></p>
<p>Es ist sehr interessant, dass du das fragst, denn ich hatte das große Glück, all die Jahre bei Cannongate zu sein. Sie sind immer noch ein unabhängiger Verlag. Sie sind viel größer als früher, aber als <em>Under The Skin</em> veröffentlicht wurde und sich nicht besonders gut verkaufte, aber wirklich gute Kritiken bekam und in der schottischen Literaturszene für Aufsehen sorgte, ging ich zu meinem Verleger und sagte: „Hör mal. Ich bin sehr dankbar für das, was du mit diesem Buch getan hast, und offensichtlich gibt es einen Appetit auf das, was ich schreibe. Möchtest du, dass ich ein weiteres Buch schreibe, das ebenfalls in Schottland spielt? Es wäre natürlich nicht der zweite Teil von <em>Under the Skin</em>, aber ich könnte versuchen, ein Buch zu schreiben, das erkennbar von demselben Autor stammt.“ Und er sagte:  „Nun, was sagt dir dein Herz, was du schreiben sollst?“ Und ich sagte: „Nun, ich würde gerne zu diesem großen viktorianischen Roman zurückkehren, den ich geschrieben habe, als ich jünger war, über diese Prostituierte im Jahr 1875.“ Und ich führe dieses Gespräch mit meinem Verleger zu einer Zeit, als diese ganze viktorianische Sache noch nicht stattgefunden hatte. Es war kurz davor. Und er sagte: „Nun, wenn es das ist, was dein Herz dir sagt, dann schreib das.“ Also schrieb ich <em>The Crimson Petal</em> um und war nicht wiederzuerkennen als der Autor von <em>Under the Skin</em>. Aus verlegerischer Sicht war es also in gewisser Weise selbstmörderisch, denn es gab keine Möglichkeit, an den Erfolg, den  <em>Under the Skin</em> bei Kritikern hatte, anzuknüpfen. Aber durch reinen Zufall kam es genau zur richtigen Zeit heraus, als andere Bücher, ich weiß nicht mehr, wann <em>Fingersmith</em> [von Sarah Waters] herauskam [2002], aber du weißt ja, diese ganze Mode für viktorianische Literatur. Und die war riesig. Und es war großartig für Cannongate. Sie haben es in viele Sprachen verkauft, und es lief sehr gut. Und, weißt du, ich habe die Hypothek auf mein Haus in Schottland abbezahlt.<br />
Die Lehre daraus ist, dass man nicht versucht, einen früheren Erfolg zu kopieren oder eine Nische zu besetzen, was dann zum Klischee wird, sondern dass man einfach das tut, was man wirklich tun will. Und in meinem Fall hat sich das auf jeden Fall ausgezahlt.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage3.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-45866" title="getimage" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage3-644x1024.jpg" alt="" width="584" height="928" /></a></p>
<p><em><strong>Du hast gerade Cannongate erwähnt: Einer deiner Romane, </strong></em><strong>The Fire Gospel</strong><em><strong>, wurde in deren Myths-Reihe veröffentlicht. Auch </strong></em><strong>Ragnarök</strong><em><strong> von A. S. Byatt wurde dort veröffentlicht. Sie hat den Booker Prize für </strong></em><strong>Possession</strong><em><strong> gewonnen, ebenfalls ein großer Roman, der zumindest teilweise im viktorianischen England spielt.</strong></em></p>
<p>Ich weiß nicht, ob du ihn gelesen hast, aber ich habe ihn gelesen. Es ist ein gutes Buch.</p>
<p><em><strong>Es ist ein gutes Buch. Ja, absolut. Ich meine, beide Romane sind sehr unterschiedlich. Siehst du auch Gemeinsamkeiten in der Art und Weise, wie ihr beide an diese Zeit herangeht?</strong></em></p>
<p>Sie ist sehr, sehr englisch und ich bin sehr, sehr europäisch. Alle meine prägenden Einflüsse waren lange bevor ich veröffentlicht wurde, denn ich wurde erst mit 38 veröffentlicht, und ich schrieb schon Bücher, seit ich 14, 13 war. Die Autoren, die mich wirklich beeinflusst haben, waren also die, die ich als Teenager gelesen habe, und die vermeintlich großen Autoren unserer Zeit, A. S. Byatt und so weiter, habe ich erst gelesen, als ich schon viele Bücher geschrieben hatte &#8211; die die Leute nicht gelesen hatten, weil ich sie in eine Schublade gelegt hatte. Aber ich war bereits als Schriftsteller ausgebildet. Es gibt auch viele Autoren, von denen die Leute glauben, dass ich sie gelesen habe, die ich gelesen haben muss, die ich aber nie gelesen habe, weil ich stattdessen immer nur Musik gehört habe. Und ich weiß, dass ich nie dazu kommen werde, diese großartigen Autoren zu lesen, und ich bin mir sicher, dass es großartige Autoren sind, aber ich habe eine Menge LPs, die ich zuerst hören möchte, und wenn ich älter werde, schrumpft mein Bücherregal für Belletristik immer mehr. Ich trenne mich von Büchern, von denen ich weiß, dass ich sie nie lesen werde, und mir bleiben viele, viele Comics, viele LPs, viele CDs.<br />
Und Kunstbücher. Ich kaufe zwar Kunstbücher, aber nicht unbedingt, um den Text zu lesen, muss ich sagen. Was ist mit dir?</p>
<p><em><strong>Ich versuche immer noch, viel Belletristik zu lesen. Normalerweise ist das Klischee, dass Männer die Sachbücher lesen, die Frauen lesen Literatur und so weiter und so fort. Grundsätzlich versuche ich, so viel wie möglich zu lesen, wenn es die Zeit erlaubt, und ich versuche auch, so viel Musik wie möglich zu hören. Schaue Filme. Aber natürlich habe ich manchmal den Eindruck, dass es im Laufe der Jahre immer schwieriger geworden ist, dass Filme wirklich einen Eindruck hinterlassen. Ich meine, es gibt immer noch einige Dinge, die ich wirklich, wirklich liebe, wie zum Beispiel David Lynchs dritte Staffel von Twin Peaks, als sie 2017 herauskam. Ich meine, die Musik, die man mit 16 oder 17 Jahren hört, bleibt einem vielleicht im Gedächtnis, aber gleichzeitig gibt es immer noch so viel großartige Musik, die herauskommt.</strong></em></p>
<p>Es wird außergewöhnliche Musik gemacht. Es ist eine wunderbare Zeit für die Musik. Ich höre mir ständig neue Sachen an, Sachen, die ich noch nicht kenne, und ich spiele nicht mehr meine alten Lieblingsstücke. Ich glaube, das hat zum Teil mit meiner Neurodivergenz zu tun, aber auch damit, dass ich neugierig bin auf das, was jetzt kommt. Wenn alte Leute behaupten, dass die Musik, die junge Leute hören, scheiße ist, dann glaube ich, dass da eine Menge Angst dahintersteckt, die Angst, alt zu werden und irrelevant zu sein. Und all die wunderbaren musikalischen Entdeckungen, die ich gemacht habe, die du und ich vor Jahrzehnten gemacht haben, werden jetzt von jungen Leuten gemacht, nur mit anderen Künstlern, von denen wir noch nie gehört haben. Und es kommen so viele neue Sachen heraus. Es kommen viele Sachen heraus, die nicht kommerzialisiert sind. Eine der Möglichkeiten, wie Musik heutzutage funktioniert, ist, dass sie ihre Fans viel direkter erreicht. Du bist ihr Anhänger, ihr Fan, sie haben ihr eigenes kleines Gewerbe. Sie machen ihr Zeug und schicken es dir, aber es wird nicht in den großen Zeitungen oder Musikmagazinen besprochen werden. Musikmagazine sind heutzutage eigentlich nur noch Werbemaschinen für große Plattenfirmen. Sie sind wirklich nicht daran interessiert, sich Musik anzuschauen, die unabhängig gemacht wird, weil das nichts damit zu tun hat, wie sie sich finanzieren. Viele alte Säcke lesen das Mojo Magazine oder The Guardian oder was auch immer und denken: Ja, aber das ist doch alles nur eine Wiederholung dessen, was in den sechziger und siebziger Jahren zuerst gemacht wurde, da gibt es nichts wirklich Neues. Nun, es gibt durchaus neue Sachen, die passieren. Es ist nur so, dass darüber nicht in Mojo oder The Guardian geschrieben wird. Das ist nicht der Ort, an dem man etwas darüber erfährt. Und um das herauszufinden, muss man diese Energie haben, diese enorme Energie, die wir als Teenager hatten, angetrieben von Neugier und Aufregung, weil wir entdeckt haben, dass Musik Dinge tun kann, die wir uns nie vorstellen konnten, und im Grunde muss man dafür 18 oder 23 sein, und wir können nicht mehr 18 oder 23 sein. So ist es nun mal. Das Mindeste, was wir tun können, ist, mit diesen ignoranten Verallgemeinerungen darüber aufzuhören, wie schrecklich der Geschmack junger Menschen ist.</p>
<p><em><strong>Selbst ältere Menschen haben einen schrecklichen Geschmack. Ich glaube, sie können nicht einmal begreifen, welche andere Art von Musik es da draußen gibt.</strong></em></p>
<p><strong></strong>In dem Kapitel &#8220;Wer mag keine Musik?&#8221; schaue ich mir die Leute an, die Musik nehmen oder lassen können. Sie ist ihnen wirklich nicht so wichtig. Viele Leute wollen einfach nur etwas im Hintergrund laufen haben, während sie etwas anderes tun. Oder sie wollen ein Gesprächsthema mit ihrer Stammesgruppe haben. In der Zeit, als Musik eine große Sache war und neue LPs von verschiedenen Künstlern ein kulturelles Phänomen darstellten und man erwartete, dass jeder sie kannte, kauften viele Leute diese Alben und schenkten ihnen etwas Aufmerksamkeit, um sich mit ihrer Stammesgruppe unterhalten zu können. Sie interessierten sich nicht wirklich für die Musik. Sie interessierten sich für ihre Stammesgruppe. Und ein Großteil der Musik, die heutzutage von bestimmten Stämmen von Jugendlichen oberflächlich konsumiert wird, dient dem Zweck, die Stammesgruppe zu definieren, aber weil dieser Musik nicht die Aufmerksamkeit zuteil wird, die der Musik in den Siebzigern und Sechzigern zuteil wurde, ist es für alte Knacker leicht zu sagen, na ja, weißt du, zu unserer Zeit hatte die Musik Substanz. Dieses Argument lässt sich sehr eng auf bestimmte Arten von industriell produzierter Major-Label-Musik anwenden. Aber es geht in gewisser Weise an der Sache vorbei, weil so viele Leute zu unserer Zeit sich einen Dreck um diese Musik scherten und keine tiefe Beziehung zu ihr hatten. Sie erfüllte ihren Zweck in der Gesellschaft. Sie war etwas, worüber man mit Gleichgesinnten reden konnte, und ich denke, dass sich das ausweitet. und ich denke, dass sich dies zu einem Gespräch über die Kunst als Ganzes ausweitet. Ich glaube, es gibt relativ wenige Menschen, die sich leidenschaftlich mit Kunst beschäftigen. Die meisten Menschen, ob wir nun über die Menschen im 19. Jahrhundert oder die Menschen in den 1970er Jahren oder die Menschen von heute sprechen, die Mehrheit der Menschen hat nicht wirklich viel für Kunst übrig. Sie ist eine Nische. Weißt du, es ist eine Nischenleidenschaft, genauso wie es einige wenige Menschen gibt, die Essen wirklich lieben und sich wirklich für Essen interessieren. Andere wollen einfach nur satt werden. Oder es gibt Leute, die sich leidenschaftlich der Gartenarbeit widmen. Anderen würde es nichts ausmachen, wenn man sie einfach zubetonieren würde. Das würde das Problem lösen. Wenn sie von ihren Nachbarn bewundert würden, weil sie einen Strauch oder einen Baum haben, dann würden sie einen Strauch oder einen Baum haben. Aber in ihrer Liste der Leidenschaften steht das nicht sehr hoch. Ich weiß nicht, bin ich zu zynisch?</p>
<p><em><strong>Das glaube ich nicht. Übrigens gibt es sogar eine Facebook-Seite, die sich mit schrecklichen Gärten befasst, weil die Leute heutzutage dazu neigen, dort Steine aufzustellen, so dass kaum noch Pflanzen übrig sind. </strong></em><br />
<em> <strong>Ich habe eine Frage zu einer bestimmten Zusammenarbeit: Du hast mit <a href="http://africanpaper.com/tag/andrew-liles/">Andrew Liles</a> zusammengearbeitet. Wie kam es dazu? Ich glaube, auf dem ersten Track gibt es so etwas wie eine deutsche Telefonnachricht. </strong></em></p>
<p>Liles liebt all dieses Zeug. Ich wollte, dass „True“ von Spandau Ballet dabei ist, weil ich diese Platte besonders verabscheue. Leider sagte Andrew, er könne es sich nicht leisten, von dem Unternehmen, dem Spandau Ballet gehört, auf Lizenzgebühren verklagt zu werden. Das war also eine kleine Enttäuschung in dieser Hinsicht. Ich würde gerne etwas anderes machen. Ich meine, wir haben eine 10-Inch gemacht. Auf der einen Seite war Hawkwinds „Master of the Universe“, rezitiert von einem Kind. Und auf der anderen Seite war meine sehr, sehr kurze Geschichte: „A Million Infant Breaths“, in der es um den Papst geht. Der damalige Papst stirbt und wacht in einer Landschaft auf, die vollständig aus all den Babys besteht, die das Ergebnis der Haltung der katholischen Kirche zur Abtreibung sind. Es ist eine charmante kleine Geschichte. Sehr seltsam. Und wieder wurde sie von einem Kind vorgelesen, das damals 10 oder 11 Jahre alt war. Es hat also diese reizende Unschuld eines kleinen Mädchens, während sie die Geschichte vorliest, und Andrew hat eine Art Krautrock-Musik dazu gemacht. Ich weiß nicht, ob es jemand gekauft hat. Es hat ein tolles Cover. Ich liebe es, solche Sachen zu machen. Ich würde gerne etwas anderes mit Andrew machen.</p>
<p><em><strong>Ich glaube, er scheint immer sehr viel Spaß zu haben, wenn er live spielt.</strong></em></p>
<p>Das stimmt. Ja, ja.</p>
<p><em><strong>Und ich erinnere mich an ein Gespräch mit ihm vor langer Zeit, ich glaube in Rom, auf dem Post Romantic Empire Festival, als<a href="http://africanpaper.com/tag/current-93/"> Current 93</a> und ein paar andere Leute spielten. Ich glaube, er erzählte, dass er von einigen australischen Fans angesprochen worden war, die seine Musik liebten, und sie erzählten ihm, dass sie sogar ihren Hund nach ihm benannt hatten. Aber dann stellte sich heraus, dass sie, als er ihn fragte, welche seiner Platten sie besäßen, alles nur illegal heruntergeladen hatten, und ich glaube, er war darüber etwas verärgert.</strong></em></p>
<p>Ich meine, natürlich ist es eine Ehre, wenn ein Hund nach dir benannt wird. Aber du willst vielleicht etwas Geld haben, um ein Bier zu kaufen. Ich habe viel von den Legendary Pink Dots illegal heruntergeladen. Irgendwann habe ich mich mit Edward Ka-Spel in Verbindung gesetzt und gesagt: Ich liebe eure Musik. Ich habe eine Menge von eurem Zeug illegal heruntergeladen. Es ist an der Zeit, dass ich für etwas bezahle, also wie wäre es, wenn ich dir, ich glaube, es waren 200 Euro, schicke und du wählst aus, was du für das beste Zeug hältst, das du gemacht hast und das ich noch nicht illegal gedownloaded habe. Und ich schickte es ihm in einer Kopie von, ich glaube, <em>The Crimson Petal.</em> Das Geld war einfach darin versteckt. Und so haben wir es gemacht. Und das schien mir ein angemessenes Gleichgewicht zu sein. Es gibt diese harte Position, die besagt, dass man den Künstler bestiehlt, wenn man das Album herunterlädt, denn wenn man es nicht hätte herunterladen können, hätte man es gekauft. Das stimmt eigentlich nicht. Es gibt viele Dinge, denen wir nachgehen, weil wir neugierig sind. Wenn jemand sagt, dass das neueste, ich weiß nicht, Jay-Z-Album oder so etwas wirklich etwas Besonderes ist, dann denke ich: Na ja, in der Vergangenheit haben mir die Sachen von Jay-Z nicht gefallen, aber vielleicht ist es etwas Besonderes. Vielleicht lade ich es herunter und entscheide dann, dass es mir eigentlich nicht gefällt. Auf keinen Fall wäre ich in ein Geschäft gegangen und hätte es gekauft. Nur aus Neugierde, ob es etwas taugt. Also, ja, Downloads sind nicht unbedingt verlorene Umsätze, aber natürlich, wenn wir alles illegal herunterladen, dann benachteiligen wir auch die Künstler, die die Dinge produzieren, die wir mögen. Also ja, ich habe das schon oft gemacht, wenn ich die Musik eines bestimmten Künstlers wirklich mochte und sie entweder gebraucht gekauft oder illegal heruntergeladen habe, was dem Künstler in keiner Weise zugute kommt. Dann kaufe ich mir etwas, um meine Bilanz aufzubessern.</p>
<p><em><strong>Ich habe die Legendary Pink Dots vor ein paar Wochen in Köln gesehen.</strong></em></p>
<p>Ich meine, die Legendary Pink Dots sind insofern außergewöhnlich, als dass ich wirklich glaube, dass sie nächsten Monat ihr bestes Album überhaupt herausbringen könnten. Und das kann man nicht über viele Bands sagen, die seit 40 Jahren bestehen. Normalerweise lässt die Qualität nach. Wenn die Musiker älter und bequemer werden, wird die Musik weniger überraschend. Und ich glaube, sie sind immer noch sehr engagiert. Nicht alle ihre Alben sind von gleicher Qualität, aber sie bringen immer noch erstaunliche Sachen heraus, egal wie alt sie sind.</p>
<p><em><strong>Und sie nehmen immer noch auf und schreiben. Aber diese riesige Diskografie ist wirklich einschüchternd, denke ich, weil es so viele Platten gibt. Es ist ein bisschen so, als wenn jemand jetzt bei Current 93 einsteigen will. Das wäre auch eine schwierige Sache, denke ich.</strong></em></p>
<p>Eine der impliziten Botschaften von <em>Listen</em> ist, dass man sterben wird, bevor man all die Dinge in den Griff bekommt, die es wert sind, sie zu hören. Und wenn man erst einmal erkannt hat, dass man, wenn man seine Illusionen loslässt, alles in den Griff bekommt, kann man sich entspannen, weil man sich nicht alle Current 93-Alben anhören muss, weil man ein Leben zu leben hat. Die Mehrheit der Menschen auf der Welt wird nie auch nur ein einziges Current 93-Album hören. Wenn man also 45 davon gehört hat, ist das schon etwas, selbst aus der Sicht von<a href="http://africanpaper.com/tag/david-tibet/"> David Tibet</a>. Es ist also in Ordnung. Das ist kein Problem. Das einzige Problem ist dieser Perfektionismus, den die Leute empfinden können, was eine andere Art von Angst ist: Oh, da sind diese Alben, die ich noch nicht gehört habe. Von der Gruppe, von der ich behaupte, dass sie mir sehr gut gefällt. Es ist nicht nötig, auf diese Weise besorgt zu sein, denn es gibt 350 Millionen Stunden Musik, die es wert ist, gehört zu werden. Und du wirst in Kürze sterben. Das ist schon in Ordnung. Und ich glaube nicht, dass Leute wie Edward und David verbittert oder wütend auf Leute sind, die nur 30 ihrer Platten gekauft haben. Ich glaube, sie sind sehr glücklich darüber, dass jemand 30 ihrer Platten gekauft hat, vor allem, wenn er sie wirklich geliebt und sich mit ihnen beschäftigt hat. Bei diesen riesigen Diskographien, es sei denn, man ist Nick Drake und macht drei Alben und bringt sich dann um. Wenn Künstler überleben und sich nicht selbst umbringen, steigt die Zahl der Platten einfach an und ist vielleicht zu groß für einen Einzelnen, um sie wirklich zu erkunden. Das ist in Ordnung. So ist das Leben. Ich wünschte allerdings, die Leute würden sich die Platten der Rolling Stones nicht anhören, denn sie haben es wirklich nicht nötig, Platten zu machen. Sie wollen keine Platten machen. Sie sind Geschäftsleute und haben ein kommerzielles Imperium zu führen. Die Loyalität, die die Leute einigen dieser Leute entgegenbringen, die eigentlich keine Musiker mehr sind, ist für mich ziemlich rätselhaft. Aber nochmal: Sie lieben diese Gruppe, weil diese Gruppe sie definiert hat, und sie haben das Gefühl, dass sie einen Teil von sich selbst loslassen würden, wenn sie sich das Neueste nicht anhören würden, nehme ich an.</p>
<p><em><strong>Ich denke, manchmal sind Bands, die es schon so lange gibt, für manche Leute auch ein gewisser Wert, weil sie immer noch da sind. Also müssen wir sie sehen. Vielleicht auch, bevor sie sterben oder wir sterben oder was auch immer.</strong></em></p>
<p>Ich denke, es gibt ein Element von, solange ein Mitglied der Rolling Stones noch am Leben ist, bedeutet das, dass ich nicht so alt bin, oder dass ich noch nicht tot bin.</p>
<p><em><strong>Ich habe mir Gedanken über </strong></em><strong>Under The Skin</strong><em><strong> gemacht. Wenn man über die Verfilmung von Büchern spricht, gibt es oft dieses Klischee: &#8220;Ich habe das Buch gelesen, es ist viel besser. Der Film ist Mist und so weiter.&#8221; Und ich denke, der Film war ganz anders als Ihr Roman. Das ist in gewisser Weise auch gut so, denn Filme und Romane sind sehr unterschiedliche Medien. Einige der ästhetischen Entscheidungen und auch der Soundtrack waren unglaublich. Ich hatte deinen Roman gelesen, dann sah ich den Film und dachte, na ja, dieser Film ist auch toll.</strong></em></p>
<p>Hast du <em>Under the Skin</em> gelesen oder hast du die [deutsche Übersetzung] <em>Weltenwanderin</em> oder wie auch immer sie es genannt haben, gelesen?</p>
<p><em><strong>Nein. Ich habe </strong></em><strong>Under the Skin</strong><em><strong> gelesen.</strong></em></p>
<p>Ich meine den Vergleich, den ich immer ziehe, wenn mich Leute nach Verfilmungen fragen: Für mich ist die ideale Verfilmung Conrads <em>Herz der Finsternis</em>, die zu <em>Apocalypse Now</em> gemacht wurde. Besser geht&#8217;s nicht. Die Adaption erfasst wirklich das Herz der Finsternis, lässt aber alles andere beiseite und denkt rein filmisch, was als Film funktionieren wird. Und genau das hat Glazer mit<em> Under the Skin</em> getan. Und ich glaube, dass Glazer wirklich verstanden hat, was das Buch über Entfremdung und über das Anderssein aussagt. Und weil er dann den Film über Auschwitz [<em>The Zone Of Interest </em>]gemacht hat, ist ganz klar, dass das eines der Dinge ist, die ihn wirklich beschäftigen. Das Gefühl dafür, was Menschen sich selbst erlauben, wenn sie den anderen als den anderen definieren. Das ist also eindeutig eines der Dinge, die ihn als Denker anregen, und er fand es in <em>Under the Skin</em> und er hat es wirklich verstanden. Er hat es in diesem Film wirklich wunderbar zum Leben erweckt, während er fast alle Handlungselemente meines Romans weggelassen hat, was einfach ideal war. Ich möchte nicht ins Kino gehen und eine getreue, aber ziemlich beschissene Verfilmung meines Buches sehen. Wo bleibt da die Freude? <iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/J7bAZCOk0Sc?si=su2zx7sbWUZcCiyx" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>Du hast vorhin Comics erwähnt, manchmal auch Graphic Novels genannt, je nachdem, um was es sich handelt.</strong></em></p>
<p>Nun, eigentlich mögen die meisten wirklich guten Comiczeichner den Begriff Graphic Novels nicht. Sie mögen nur den Begriff „Comic“. Aber egal, erzähl weiter.</p>
<p><em><strong>Ja. Es ist wie zum Beispiel bei Alan Moores Watchmen, das ist ein riesiges Werk, und ich glaube, als sie beschlossen, es zu verfilmen, haben sie jedes Panel gefilmt.</strong></em></p>
<p>Ich habe ihn nicht gesehen, und ich habe auch nicht <em>League of Extraordinary Gentleman</em> gesehen, der offenbar auch kein guter Film ist.</p>
<p><em><strong>Nein, nicht wirklich. Ich glaube,  Alan Moore verabscheut all diese Filme. </strong></em><strong>League of Extraordinary Gentleman</strong><em><strong> war der letzte Film von Sean Connery. Ich glaube, er war auch nicht sehr glücklich darüber, aber egal. Hattest du irgendwelche Sci-Fi-Autoren, die du in deiner Jugend gemocht hast?</strong></em></p>
<p>Jemand, mit dem ich vor seinem Tod Kontakt aufnahm, war Robert Sheckley, der in den siebziger Jahren sehr bekannt war. Er schrieb einen witzigen Roman namens<em> Mind Swap,</em> in dem man, anstatt einen intergalaktischen Urlaub zu machen, der enorm viel Geld kostet, einfach den Geist mit jemandem auf dem anderen Planeten tauscht. Aber aufgrund von kriminellem Verhalten und so weiter gibt es eigentlich mehr Köpfe als Körper, weil mit den Körpern etwas passiert. Es geht um einen Typen, der herausfindet, dass sein Körper verschwunden ist und er ihn zurückholen muss. Es ist gut. Und er hat viele interessante Kurzgeschichten geschrieben, und ich glaube, er hat mich als Schriftsteller beeinflusst, und ich habe ihm einen netten Brief geschickt, bevor er starb. Er war wahrscheinlich der einflussreichste. Kurt Vonnegut, natürlich. Ich habe nicht an Vonnegut geschrieben. Ich glaube nicht, dass Vonnegut mehr Leute brauchte, die ihm schreiben. Es es gibt ein Buch, wenn ich schon mal mit Namen konfrontiert werde, es gibt ein Buch, das mich sehr beeinflusst hat, geschrieben von einer feministischen Autorin.</p>
<p><em><strong>Ursula Le Guin?</strong></em></p>
<p>Nein, nein, nein, nein. Sie wurde von der Women&#8217;s Press veröffentlicht. Sie war noch obskurer als Ursula Le Guin. Siehst du, das ist noch so eine Sache mit meiner Beziehung zur Musik: Ich entdecke ständig neue Musik und lerne mehr über Musik, die ich vor zwei Wochen noch nicht kannte, aber weil ich jetzt ein 65-jähriges Gehirn habe, besteht die Gefahr, dass ich mich sehr, sehr dafür interessiere und eine CDR davon mache, sie alphabetisch in mein Regal stelle und dann vergesse, wie der verdammte Künstler heißt, und nicht in der Lage bin, ihn wiederzufinden. Denn dieses Namensgedächtnis ist eines der Dinge, die man verliert, wenn man ein alter Sack wird. <em>Woman On The Edge Of Time </em> [von Marge Piercy] hat mich sehr beeinflusst. Und natürlich die Narnia-Bücher, die ich erst in meinen späten Teenagerjahren gelesen habe. Es gibt einen Roman namens <em>Hothouse</em> von Brian Aldiss. Das war ursprünglich eine lange Kurzgeschichte, die er zu einem Kurzroman ausbaute. Und ich habe ihn als lange Kurzgeschichte gelesen. Ich glaube, sie hat in den siebziger Jahren den Nova-Preis oder so etwas gewonnen. Das hat mich wirklich begeistert und meinen Prosastil beeinflusst. Ich glaube, ich meine, ich habe es seit 40 Jahren oder so nicht wieder gelesen. Mein Verhältnis zur Literatur ist ähnlich wie mein Verhältnis zur Musik, ich neige nicht dazu, es wieder aufzugreifen. Ich weiß, dass es Leute gibt, die jedes Jahr ihren Lieblingsroman von Jane Austen lesen, und sie sagen, dass es jedes Mal eine andere Erfahrung ist. Ich habe nicht genug Zeit und nicht genug Leben, um es noch einmal zu lesen. Ich werde bestimmte<a href="http://africanpaper.com/tag/coil/"> Coil-</a>Sachen immer wieder spielen. Es gibt bestimmte Krautrock-Alben, die ich immer wieder höre. Es gibt Alben von einer australischen Gruppe namens The Church, die ich immer wieder höre. Aber das ist nur ein sehr kleiner Teil meines Höralltags, denn ich höre den ganzen Tag Musik, und das meiste ist entweder neu in dem Sinne, dass es erst kürzlich produziert wurde, oder einfach neu für mich. Ich habe sie noch nie gehört. Ich meine, um auf das Thema <em>Listen</em> zurückzukommen, ich glaube nicht, dass das eine überlegene Art des Hörens ist. Wenn jemand immer dieselben Platten hören will und es ihm Freude bereitet, dann ist das schön, und er sollte nicht das Gefühl haben, dass er losziehen muss, um den neuesten Trend zu erforschen. Wenn ihnen das keine Freude bereitet, haben wir nur ein kurzes Leben, und ich hoffe, dass die Menschen Wege finden, das Beste aus dem Leben zu machen, das sie haben, und möglichst wenig Zeit zu verschwenden.</p>
<p>Interview: MG</p>
<p>Foto:<a href="https://zagava.de/"> Jonas Plöger</a></p>
<p>Danke an Jonas Plöger für das Foto und die Bereitstellung der Räumlichkeiten.</p>
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		<title>There&#8217;s extraordinary music being made. It&#8217;s a wonderful period for music: Interview with Michel Faber</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Apr 2025 03:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Faber, who was born in the Netherlands and grew up in Australia, plays a special role among contemporary European authors, as his work can hardly be narrowed down to one genre or theme. His debut novel Under The Skin, about &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/04/19/theres-extraordinary-music-being-made-its-a-wonderful-period-for-music-interview-with-michel-faber/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/20250329_2259511.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-45931" title="20250329_225951(1)" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/20250329_2259511-e1744966419376-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></em><strong>Faber, who was born in the Netherlands and grew up in Australia, plays a special role among contemporary European authors, as his work can hardly be narrowed down to one genre or theme. His debut novel </strong><strong><em>Under The Skin</em>, about an alien that captures humans on Earth, is ultimately a reflection on alienation and estrangement, while his greatest commercial success is the neo-Victorian novel <em>The Crimson Pettle And The White</em> about the <span id="more-45819"></span>prostitute Sugar. His (probably) last novel for adults, <em>The Book Of Strange New Things</em>, in which a missionary travels to a distant planet, is a poignant story about love and grief. Now his non-fictional work <em>Listen</em> has finally been published in Germany: his book about his ‘oldest love’, music, as it says right at the beginning of the book. I met Faber at the <a href="https://zagava.de/">Zagava </a>headquarters in Düsseldorf. </strong></p>
<p><strong><a title="Es wird außergewöhnliche Musik gemacht. Es ist eine wunderbare Zeit für Musik: Interview mit Michel Faber" href="http://africanpaper.com/2025/04/19/es-wird-ausergewohnliche-musik-gemacht-es-ist-eine-wunderbare-zeit-fur-musik-interview-mit-michel-faber/">German Version</a></strong></p>
<p><em><strong>In your new book, I think it was published in English about two years ago, you&#8217;ve written that because music was your first love, that in a way you always wanted to write a book like that. What was it then that finally gave you the push to say, well, now I&#8217;m gonna do that?</strong></em></p>
<p>I feel I&#8217;m tidying up. I never wanted to be the sort of writer who just puts books out because that&#8217;s my job and that&#8217;s what I&#8217;m good at and so on. So I had a sense of how many novels were in me, and I&#8217;ve written those novels. I might do a book of photography if someone wants to publish it, but that would probably be my only book of photography. I should explain that I come from a line, a genetic line that is not very robust. All the male Fabers in my family died before they were 59, some of them a long time before they were 59. And I&#8217;m 65 now. And that doesn&#8217;t mean that I&#8217;m gonna drop dead tomorrow. I have a much better diet than a lot of the men in my family. They tended to chain smoke and eat shit, and they went through the second World War and all of that, but it also means the statistics are not good, and I can&#8217;t assume that I&#8217;m going to reach 80.<br />
So for a long time now, I&#8217;ve been counting the books down. Which ones do I still need and wish to do? And when I started <em>The Book of Strange New Things</em>, I told my wife, Eva, that that was the last novel and it, I think it will remain the last novel for grownups. I have since written one novel for children [<em>D: A Tale Of Two Worlds</em>]. So the music book was a way of getting something done that I&#8217;d wanted to do for a long time. I don&#8217;t know whether I will write another book about music. I have to cut an enormous amount out of the version of this and that was published. But music changes very quickly, so I don&#8217;t know if I have the energy and the patience to rewrite and revisit those areas for another book. So this may be the only book about music, and I&#8217;m satisfied that I got it done at last. It means that I don&#8217;t have to worry about dying, you know? Without it having been done.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-45864" title="getimage" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage2-665x1024.jpg" alt="" width="584" height="899" /></a><em><strong>After I had finished reading the book, I think I read a review somewhere, in a British magazine or newspaper, I think in a way the writer implied that you were a bit elitist because you were writing about all these weird artists, and I thought: Haven&#8217;t they finished the book? I remember the passage when you write about Nana Mouskouri.</strong></em></p>
<p>Yeah.</p>
<p><em><strong>And I listened to her version of “Scarborough Fair“.</strong></em></p>
<p>I feel it&#8217;s a very un-elitist book, and in fact, it&#8217;s challenging elitists to examine their elitism and look at where it comes from and listen to the music that, inverted commas, ordinary people like, and ask themselves whether that music is really so different from what they value, and if so, why? I think I was naive with reviews because one of the things the book strongly urges, is trying to make people feel less nervous about music, less anxious and defensive about their own tastes. So one of the ways that I urge that is by suggesting that the so-called experts, the authorities, the gatekeepers, their relationship with music is just as emotional and irrational and tribal as anybody else&#8217;s. They&#8217;re not in a superior zone. They&#8217;re just in a different zone, a tribal zone. And once you realize that these gatekeepers and these authorities don&#8217;t have greater, more exalted insight than anybody else, that frees you up, makes you more relaxed with your own taste, less anxious about what you should and shouldn&#8217;t like. And I think I was naive to think that I could challenge these authorities and these gatekeepers without them biting me in the ass. Because that&#8217;s their identity, to be the gatekeeper, to be the authority. But to write a book that tries to dismantle snobbishness and then to be accused of being a snob is bizarre. But you know, I can&#8217;t control that, of course. I just have to accept that.</p>
<p><em><strong>In one of your earlier short stories, &#8220;The Courage Consort“, music played a large role. Have you ever thought of putting your love to music in a larger, fictional context?</strong></em></p>
<p><strong></strong>There are some unpublished short stories of mine, which would add up to a novella, and each story is set in a different era. So one story is set in the prog era and then another one in the punk era and so on. And if I can find it in myself to engage, if I can write a good enough story, I would like to update, write some further episodes, one set perhaps in the dawn of downloading. And another set in the modern day when music is really just data in a stream. But they would have to be good stories. I wouldn&#8217;t want them to just complete the concept; they&#8217;d have to be really good stories in their own right. And I don&#8217;t know if it&#8217;s in me to do that, but if I can, then there could be this themed sequence of short stories. Perhaps the same guy could have children and he could have to confront the way his children relate to music compared to how he related to music. I don&#8217;t know. I don&#8217;t want to tell people I&#8217;m working on something if I&#8217;m really not. I mean, what I&#8217;m really working on is, is taking photographs of the<a href="https://www.instagram.com/the.intrepid.blonde/"> Intrepid blonde </a>and the current project, again, it&#8217;s another tidying up project when Eva, my second wife, died. She left behind many, many unfinished stories, and I&#8217;m finishing those stories at the moment. That&#8217;s my sort of fictional project. I hope I&#8217;ll be able to finish that. It&#8217;s going well so far. My life at the moment is just trying to make sure that things are not undone. That I had hoped would be done.</p>
<p><em><strong>Have you ever had your publisher telling you: &#8220;Hey, why don&#8217;t you write The Crimson Petal And The White, part two&#8221; or whatever?</strong></em></p>
<p>It&#8217;s very interesting you asked that because I&#8217;ve been very lucky to be with Cannongate for all these years. They are still an independent publisher. They&#8217;re much bigger than they used to be, but when <em>Under The Skin</em> was published and didn&#8217;t sell hugely well, but got really good reviews and made an impact on the Scottish literary scene, I went to my publisher and I said: “Look. I am very grateful what you&#8217;ve done with this book, and clearly there&#8217;s an appetite for what I write. Would you like me to write another book that is also set in Scotland? It wouldn&#8217;t be <em>Under the Skin part two</em>, obviously. but. I could try to write a book that was recognizably by the same author.“ And he said: “Well, what does your heart tell you to write?“ And I said: “Well, I fancy going back to this huge Victorian novel that I wrote when I was younger about this prostitute in 1875.“ And I&#8217;m having this conversation with my publisher at a time when this whole Victorian thing hadn&#8217;t happened yet. It was just before. And he said: “Well, if that&#8217;s what your heart tells you to write, then write that.“ So I wrote or rewrote <em>The Crimson Petal</em>, unrecognizable as the author of <em>Under the Skin</em>. So in publishing terms, suicidal in a way because there was no way of building on the critical success of <em>Under the Skin.</em> But by sheer coincidence, it came out at exactly the right time when other books, I can&#8217;t remember when<em> Fingersmith</em> [by Sarah Waters]<strong> </strong>came out [2002], but you know that that whole fad for Victorian literature. And it was huge. And it was great for Cannongate. They sold it into lots of languages, and it did very well. And, you know, I paid off the mortgage on my house in Scotland.<br />
The lesson there is, instead of trying to copy an earlier success or carve out a niche, which then becomes a cliche, you just do the thing that you really want to do. And in my case, it&#8217;s certainly paid off.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage4.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-45868" title="getimage" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/04/getimage4-644x1024.jpg" alt="" width="584" height="928" /></a></p>
<p><em><strong>Because you mentioned Cannongate: One of your novels, </strong></em><strong>The Fire Gospel</strong><em><strong>, was published in their Myths-series. A. S. Byatt&#8217;s </strong></em><strong>Ragnarök</strong><em><strong> was also published there. She won the Booker Prize for</strong></em><strong> Possession</strong><em><strong>, which was also this huge novel at least partly set in Victorian England. </strong></em></p>
<p>I don&#8217;t know if you&#8217;ve read it, I have. It&#8217;s a good book.</p>
<p><em><strong>It&#8217;s a good book. Absolutely. I mean, both novels are very different. Do you also see similarities, between the two of you in the way you approach that time?</strong></em></p>
<p>She&#8217;s very, very English and I&#8217;m very, very European. All my formative influences, were long before I was published because I didn&#8217;t get published until I was 38, and I&#8217;d been writing books since I was 14, 13. So the writers that really influenced me were the writers that I was reading when I was a teenager, and the supposedly major authors of our time, A. S. Byatt and so forth, I didn&#8217;t read them until I&#8217;d already written lots of books – which people hadn&#8217;t read because I put them away in a drawer. But I was formed as a writer already. There&#8217;s also lots of authors that people imagine that I&#8217;ve read, that I must have read, surely that I&#8217;ve never read because I&#8217;ve always been listening to music instead. And I know that I&#8217;ll never get around to reading those great authors and I&#8217;m sure they&#8217;re great authors, but I&#8217;ve got lots of LPs I want to get around to first and as I get older, my fiction bookshelf shrinks and shrinks. I get rid of books that I know I&#8217;m never going to read, and I&#8217;m just left with lots and lots of comics, lots of LPs, lots of CDs.<br />
And art books. I do buy art books, but not particularly to read the text, I have to say. What about you?</p>
<p><em><strong>I still try to read lots of fiction. Normally, you know, the cliche is that males read the nonfictional books, the women read literature, et cetera. Basically I try to, as time allows, read as much as possible, I also try to listen to as much music as possible. Watch films. But of course I sometimes got the impression over the years it&#8217;s becoming more and more difficult for films to really leave an impression. I mean, there&#8217;s still some things that I really, really, like, I loved David Lynch&#8217;s third season of Twin Peaks when it came out to 2017. I mean, the music you listen to when you were 16 or 17 may stick with you but at the same time, there&#8217;s still so much great music coming out.</strong></em></p>
<p>There&#8217;s extraordinary music being made. It&#8217;s a wonderful period for music. I&#8217;m listening to new stuff all the time, stuff that&#8217;s unfamiliar to me, and I don&#8217;t revisit, I&#8217;m not playing my old favorites. And I think that&#8217;s partly to do with my neurodivergence, but also because I&#8217;m curious about what&#8217;s going on now. When old people claim that the music that young people are listening to is shit, I think there&#8217;s a lot of fear there, and anxiety about growing old and becoming irrelevant. And all the wonderful musical discoveries that I made that you and I made decades ago are being made now by young people just with different artists that we&#8217;ve never heard of. And there is so much stuff coming out. There&#8217;s a lot of stuff coming out that is not commercialized. One of the ways that music works nowadays is that it reaches its fans more directly. You&#8217;ll be their follower, their fan, they&#8217;ll have a little cottage industry where they make their stuff and they send it to you and it&#8217;s not going to get reviewed in the major newspapers or the music magazines. Music magazines are really just nowadays promotional engines for major label companies. They&#8217;re really not interested in looking at music that&#8217;s being made independently because it&#8217;s got nothing to do with how they&#8217;re funded. So a lot of old farts will read Mojo Magazine or The Guardian or whatever, and they&#8217;ll think, yeah, but this is all just retreads of what what was done first in the sixties and seventies, there&#8217;s nothing really new going on. Well, there is new stuff going on. It&#8217;s just not going to be written about in Mojo or The Guardian. That&#8217;s not where you are going to find out about it. And in order to find out about it, you have to have that energy, that enormous energy that we had as teenagers driven by curiosity and excitement at discovering that music could do the things that we&#8217;d never imagined it could do, and basically you need to be 18 for that or 23, and we can&#8217;t be 18 or 23 anymore. That&#8217;s just the way it is. The least we can do is stop making these ignorant generalizations about how terrible the taste of young people is.</p>
<p><em><strong>Even older people have terrible taste. I think they can&#8217;t even grasp what what other kind of music is out there.</strong></em></p>
<p><strong></strong>In the chapter &#8220;Who Doesn&#8217;t Like Music?&#8221; I look at people who can take or leave music. It really isn&#8217;t that important to them. A lot of people just want something on in the background while they&#8217;re doing something else. Or they want to have a topic of conversation with their tribal group. In the era when music was a big deal and new LPs by various artists were a cultural phenomenon, and everyone was expected to know about them, lots of people bought those albums and gave them some attention in order to be able to talk to their tribal group. They didn&#8217;t really care about the music. They cared about their tribal group. And a lot of the music that is shallowly consumed by certain tribes of youngsters nowadays serves the purpose of defining the tribal group, but because that music is not being given the attention that the music was given in the seventies and sixties, it&#8217;s easy for old farts to say, well, you know, back in our day, music had substance. That argument can be made in very narrow terms about certain kinds of major label industrially produced music. But it misses the point in a way because so many of the people back in our day really couldn&#8217;t give a shit, really didn&#8217;t have a deep relationship with that music. It served its purpose socially. It was something to talk about with one&#8217;s peers, and I think this expands out into a conversation about art as a whole. I think there&#8217;s relatively few people who passionately engage with art. Most people, whether we&#8217;re talking about people in the 19th century or people in the 1970s, or people now, the majority of people don&#8217;t really have much use for art. It&#8217;s a niche. You know it&#8217;s a niche passion; in the same way that there are a few people who really love food and really care about food. Others just want to get themselves fed. Or there are some people who are passionately devoted to gardening. Other people actually wouldn&#8217;t mind if it was just concreted over. It would solve the problem. If they got admiration from their neighbors by having a shrub or a tree, then they would have a shrub or a tree. It doesn&#8217;t score very highly in their list of passions. I don&#8217;t know, am I being too cynical?</p>
<p><em><strong>I don&#8217;t think so. By the way, there&#8217;s even a Facebook page devoted to terrible gardens, because nowadays people tend to put stones there and so hardly any plants are left. I have a question about a specific collaboration: You worked with<a href="http://africanpaper.com/tag/andrew-liles/"> Andrew Liles</a>. H</strong>o</em><strong><em>w did that come about? I think on the first track there&#8217;s something like a German telephone message.</em><br />
</strong><br />
Liles loves all that stuff. I wanted to have Spandau Ballet&#8217;s “True“ in it because it&#8217;s a record I particularly loathe. Unfortunately, Andrew said that he couldn&#8217;t afford to get sued for royalties by whatever corporation owned Spandau Ballet. So that was a minor disappointment about that. I&#8217;d like to do something else. I mean, we did a 10 inch. On one side was Hawkwind&#8217;s “Master of the Universe“, recited by a child. And on the other side was my very, very short story: “A Million Infant Breaths“, which is about the pope. The then Pope dying and waking up on a landscape entirely composed of all the babies that are the result of the Catholic Church&#8217;s position on abortion. It&#8217;s a charming little story. Very weird. And again, it was read out by a child who was 10 or 11 at that time. So it&#8217;s got that lovely little girl innocence as she reads the story, and Andrew did some sort of krautrock type music for it. I dunno if anyone bought it. It&#8217;s got a great cover. I love doing stuff like that. I&#8217;d like to do something else with Andrew.</p>
<p><em><strong>I think he always seems to very much fun when he&#8217;s playing live. </strong></em></p>
<p>Yeah. Yeah. Yeah.</p>
<p><em><strong>And I, I remember talking to him ages ago when, I think in Rome, at the Post Romantic Empire festival, <a href="http://africanpaper.com/tag/current-93/">Current 93</a> played and a couple of other people. I think he was talking about that he had been approached by, I think, some Australian fans who loved his music, and they told him that they even called their dog after him. But then it turned out that when he asked him about which of his records they owned, they had only downloaded all the stuff illegally, and I think he was slightly annoyed about that. </strong></em></p>
<p>I mean, of course it&#8217;s an honor if a dog is named after you. But you want to maybe have some money to buy a pint. I downloaded illegally a great deal of stuff by the Legendary Pink Dots. I got in touch with Edward Ka-Spel at one point and said, I love your music. I&#8217;ve downloaded a lot of your stuff illegally. It&#8217;s about time I paid for some, so how about I send you, I think it was 200 euros, and you choose what you think is the best stuff that you&#8217;ve done that I don&#8217;t already have from illegal download. And I sent it to him inside a copy of, I think, <em>The Crimson Petal</em>. The money was just hidden inside there. And that&#8217;s how we did it. And that felt to me like an appropriate balance. There is this very hardline position where someone says, you are stealing from the artist when you download, because if you hadn&#8217;t been able to download that album, you would&#8217;ve bought it. That&#8217;s not actually true. There are lots of things that we investigate &#8217;cause we&#8217;re curious. If someone says that the latest, I don&#8217;t know, Jay-Z album or something is really special, I&#8217;ll think, well, I haven&#8217;t enjoyed Jay-Z stuff in the past, but maybe it is special. I might download it and then decide that actually I don&#8217;t like it. There&#8217;s no way I would&#8217;ve gone into a shop and bought it. Just out of curiosity whether it would be any good. So, yes, downloads are not strictly lost sales, but of course, if we download everything illegally, then we are also disadvantaging the artists who are producing the things that we like. So yes, I, I&#8217;ve done that a number of times where I&#8217;ve grown to really love music by a particular artist and either getting it secondhand or downloading it illegally, neither of which benefits the artist. I then make a point of buying some stuff as a kind of cosmic evening up of the balance sheet.</p>
<p><em>I <strong>saw the Legendary Pink Dots a couple of weeks ago in Cologne. </strong></em></p>
<p>I mean, Legendary Pink Dots are extraordinary in that I really think that next month, they could produce their best album ever. And you cannot say that about many bands that have been going for 40 years. Usually there&#8217;s a tailing off of quality. As the musicians get older and more comfortable the music gets less surprising. And I think they&#8217;re still really engaged. Not all of their albums are the same quality, but they still come out with amazing things at whatever age they are.</p>
<p><em><strong>And they and they still record and write. But this huge discography is really intimidating, I think because there are so many records. It&#8217;s a bit like if somebody now wanted to get into Current 93, it would also be a hard thing to do, I guess. </strong></em></p>
<p>One of the implicit messages of<em> Listen</em> is that you&#8217;re gonna die before you get to grips with all the things that are worth listening to. And once you realize that once you let go of your illusions, that you can get it all covered, you can relax because you don&#8217;t have to listen to all the Current 93 albums because you have a life to live. The majority of people in the world will never listen to even one Current 93 album. So if you&#8217;ve listened to 45 of them, that is quite something, even from<a href="http://africanpaper.com/tag/david-tibet/"> David Tibet</a>&#8216;s point of view. So it&#8217;s fine. It&#8217;s not a problem. The only problem is that perfectionism that people can feel, which is another kind of anxiety of, oh, there are these albums I haven&#8217;t heard. By the group that I claim to be really into. It&#8217;s not necessary to be anxious in that way because there are 350 million hours of music worth listening to. And you are going to die before too long. It&#8217;s fine. And I don&#8217;t believe that people like Edward and David are bitter or angry with people who&#8217;ve only bought 30 of their records. I think they&#8217;re very happy that somebody&#8217;s bought 30 of their records, especially if they&#8217;ve really loved and engaged with them. With these huge discographies, unless you&#8217;re Nick Drake and you make three albums and then kill yourself, once artists survive and don&#8217;t kill themselves, the number of records just does mount up and maybe too big for an individual to truly explore. It&#8217;s fine. It&#8217;s life. I do wish people wouldn&#8217;t check out Rolling Stones records though, because they really don&#8217;t need to be making records. They don&#8217;t want to be making records. They&#8217;re businessmen and they have commercial empires to run. The loyalty that people show to some of these people who are really not musicians anymore is quite mystifying to me. But again: They love that group because that group has defined them and they feel that if they didn&#8217;t check out the latest thing, they would be letting go of a part of themselves, I suppose.</p>
<p><em><strong>I think sometimes bands that have been around so long, that in itself is for some people also a certain value because they&#8217;re still there. So we have to go and see them. Maybe also before they die or we die or whatever.</strong></em></p>
<p>I think there&#8217;s an element of, as long as one member of the Rolling Stones is still alive, that means I&#8217;m not so old, or that I&#8217;m not dead yet.</p>
<p><em><strong>I was wondering about </strong></em><strong>Under The Skin</strong><em><strong>. When people talk about books being made into films there&#8217;s often this cliché: “I&#8217;ve read the book, it&#8217;s much better. The film is crap and so on.&#8221; And I think the film was much different from your novel. In a way it is a good thing because films and novels are very different media. Some of the aesthetic choices and also the soundtrack were incredible. I&#8217;d read your novel before, then saw the film and I thought, well, this film is also great. </strong></em></p>
<p><strong></strong><br />
Did you read <em>Under the Skin</em> or did you read the [German translation] <em>Weltenwanderin</em> or whatever they called it?</p>
<p><em><strong>No. I read </strong></em><strong>Under The Skin</strong><em><strong>. </strong></em></p>
<p>I mean the comparison that I always make when people ask me about adaptations: to me the ideal adaptation is Conrad&#8217;s, <em>Heart of Darkness</em> being made into <em>Apocalypse Now.</em> That&#8217;s as good as it gets. Where the adapter really gets the heart of the darkness, but throws away everything else, and is thinking purely cinematically what&#8217;s going to work as a film. And that&#8217;s what Glazer did with <em>Under the Skin</em>. And I think that Glazer really got what that book was saying about alienation and about othering. And because he has gone on to make the film about Auschwitz [<em>The Zone Of Interest]</em> it&#8217;s very clear that that&#8217;s one of the things that really occupies him. This sense of what humans give themselves permission to do once they define the other as the other. So clearly that&#8217;s one of the things that animates him as a thinker and he found that in <em>Under the Skin</em> and he really got it and really brought it to life beautifully in that film while discarding almost all of the the plot elements of my novel, which was just ideal. I don&#8217;t want to go to a cinema and see a faithful, but rather crappy adaptation of my book. Where&#8217;s the joy in that? <iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/J7bAZCOk0Sc?si=su2zx7sbWUZcCiyx" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>You mentioned comics, sometimes called graphic novels, depending on what it is.</strong></em></p>
<p>Well, actually, most really good comics artists don&#8217;t like the term graphic novels. They just like the term comics. But anyway, go on.</p>
<p><em><strong>Yeah. It&#8217;s just like, for example, Alan Moore&#8217;s</strong></em><strong> Watchmen</strong><em><strong>, which is this massive thing and when they decided to turn it into a movie, they basically decided to film each panel.Trying to be identical. </strong></em></p>
<p>I haven&#8217;t seen it and I haven&#8217;t seen <em>League of Extraordinary Gentleman</em> either, which apparently is also not a good film.</p>
<p><em><strong>No, not really. I think, I think Alan Moore loathes all these films.</strong></em><strong> The League of Extraordinary Gentleman</strong><em><strong> was the last film of Sean Connery. I think he was also not very happy about it, but, anyway. Did you have any sci-fi authors that you were into when you were young?</strong></em></p>
<p>Somebody I contacted before he died was Robert Sheckley, who was big in the seventies. He wrote a hilarious novel called <em>Mind Swap</em>, where instead of going on an intergalactic holiday, which costs an enormous amount of money, you just swap minds with someone on the other planet. But because of criminal behavior and so on, there&#8217;s actually more minds than bodies &#8217;cause stuff happens to the bodies. It&#8217;s about this guy who finds out that his body&#8217;s gone missing and he needs to get it back. It&#8217;s good. And he wrote lots of interesting short stories, and I think he influenced me as a writer and I sent him a nice letter before he died. He was probably the most influential. Kurt Vonnegut, of course. I didn&#8217;t write to Vonnegut. I don&#8217;t think Vonnegut needed more people writing to him. There&#8217;s a book, once I&#8217;m put on the spot with names, there&#8217;s a book that was very influential on me, written by a feminist author.</p>
<p><em><strong>Ursula Le Guin? </strong></em></p>
<p>No, no, no, no. She was published by the Women&#8217;s Press. She was more obscure than Ursula Le Queen. See, this is another thing in my relationship with music, I&#8217;m constantly exploring new music and becoming more knowledgeable about music that I didn&#8217;t know about two weeks ago, but because I now have a 65-year-old brain, there is the danger that I will be really, really into it and, and make a CDR of it, put it on my shelf alphabetically, and then forget what the fucking artist is called and not be able to find it again. Because that recall for names is one of the things you lose when you get to be an old fart. <em>Woman On The Edge Of Time</em> [by Marge Piercy] was very influential on me. And the Narnia books, obviously, which I didn&#8217;t read until I was in my late teens. There&#8217;s a novel called <em>Hothouse</em> by Brian Aldiss, which was originally a long short story, and he expanded it into a short novel. And I read it as a long short story. I think it had won the Nova Prize or something in the seventies. That really excited me and influenced my prose style. I think I haven&#8217;t reread it for 40 years or something. My relationship with literature is similar to my relationship with music in that I don&#8217;t tend to revisit. I know there&#8217;s people that read their favorite Jane Austen novel every year, and they say it&#8217;s a different experience each time. I don&#8217;t have enough time and enough life to revisit. I will play certain<a href="http://africanpaper.com/tag/coil/"> Coil </a>things repeatedly. There are certain krautrock albums that I go back to. There are albums by an Australian group called The Church that I go back to. But it&#8217;s a very small part of my listening day because I listen to music all day and most of it is either new in the sense of having been produced recently or just new to me. Never heard it before. I mean, getting back to<em> Listen</em>, I don&#8217;t feel that&#8217;s a superior way of listening. If somebody wants to play the same records all the time and it nourishes them and gives them joy, then lovely, and they shouldn&#8217;t feel that they have to go out and investigate whatever the latest trend is. If that&#8217;s not giving them joy, we only have a short lifetime and I hope that people will find ways to get the most out of the life that they&#8217;ve got and waste the least amount of time.</p>
<p>Interview: MG</p>
<p>Photo: <a href="https://zagava.de/">Jonas Plöger</a></p>
<p>Thanks to Jonas Plöger for the photo and for providing the premises.</p>
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		<title>Feasting With Panthers: Wiederveröffentlichung des Albums von Marc Almond und Michael Cashmore</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 06:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 25. April erscheint &#8220;Feasting With Panthers&#8221; von Marc Almond und Michael Cashmore erstmals in einer erweiterten Doppel-LP-Edition bei Cherry Red Records. Die ursprünglich 2011 veröffentlichte Zusammenarbeit der beiden Künstler verbindet Almonds expressiven Gesang mit Cashmores feinsinnigen Kompositionen. Das Album &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/02/03/feasting-with-panthers-wiederveroffentlichung-des-albums-von-marc-almond-und-michael-cashmore/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 25. April erscheint &#8220;Feasting With Panthers&#8221; von Marc Almond und Michael Cashmore erstmals in einer erweiterten Doppel-LP-Edition bei Cherry Red Records. <a title="MARC ALMOND &amp; MICHAEL CASHMORE: Feasting With Panthers" href="http://africanpaper.com/2011/09/04/marc-almond-michael-cashmore-feasting-with-panthers/">Die ursprünglich 2011 veröffentlichte Zusammenarbeit der beiden Künstler</a> verbindet Almonds expressiven Gesang mit Cashmores feinsinnigen Kompositionen. Das Album basiert auf Vertonungen von Gedichten aus der literarischen Tradition der Spätromanteik und Decadence und ihrer Folgen, namentlich Werke von Jean Genet, Jean Cocteau, Gerard de Nerval, Arthur Rimbaud, Paul Verlaine, Jeremy Reed, einem gewissen Zebulon Xanter und Count Eric Stenbock. Mit seinem Schwerpunkt auf französische Autoren knüpft die Sammlung auch partiell an Almonds &#8220;Absinth&#8221;-Album an, sein nach &#8220;Jacques&#8221; zweiter Longplayer mit Übersetzungen französischer Songs. Die Texte, z.T. geprägt von homoerotischen Motiven, opiumgetränkter Traumwelt und dunkler Melancholie, entfalten in Cashmores Kompositionen eine eigentümliche Eleganz zwischen Zartheit und Abgründigkeit. Die musikalische Umsetzung, die in einem rein digitalen Austausch zwischen Berlin und London entstand, zeugt von erstaunlicher Kohärenz: Cashmore komponierte und spielte alle Instrumente (u.a. Gitarre, Piano, Keyboard, Percussion) selbst ein, während Almond seine Gesangsspuren separat aufnahm. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/02/feasting-with-panthers.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44811" title="feasting-with-panthers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/02/feasting-with-panthers.jpg" alt="" /></a><span id="more-44810"></span></p>
<p>Trotz dieser räumlichen Trennung entstand ein Werk von intensiver atmosphärischer Geschlossenheit. Almonds langjährige Auseinandersetzung mit der Ästhetik der Dekadenz, die sich bereits mehrfach in früheren Werken zeigte, findet auf &#8220;Feasting With Panthers&#8221; eine konsequente Fortführung. Der Bezug zu Stenbock, einem im viktorianschien London lebenden Dichter mit Hang zu Okkultismus, Alkohol und inszenierter Exzentrik, entstand durch David Tibet (Current 93), der Almond mit dessen Werk bekannt machte. Als erstes hatten Almond und Cashmore mit der EP &#8220;Gabriel and the Lunatic Lover&#8221; erste Stenbock-Vertonungen veröffentlicht, die den Grundstein für dieses Album legten. Mit der neuen Edition erscheint &#8220;Feasting With Panthers&#8221; erstmals auf Vinyl und enthält neben einer Variante des Original-Artworks auch vier Bonus-Tracks: zwei neu orchestrierte Instrumentalversionen von &#8220;Gabriel&#8221; und &#8220;The Man Condemned to Death&#8221; sowie zwei offizielle Live-Bootleg-Aufnahmen. Die Wiederveröffentlichung bringt ein mittlerweile länger vergriffenes Album zurück in den Katalog und unterstreicht seinen besonderen Platz in der gerade für Almond wichtigen diskografischen Schnittmenge von Kunstlied, Dark Folk und dekadenter Lyrik. Marc Almond hat vor einigen Monaten <a title="MARC ALMOND: I’m Not Anyone" href="http://africanpaper.com/2024/10/19/marc-almond-im-not-anyone/">ein weiteres furioses Album mit Coverversionen einiger seiner Lieblingssongs des 20. Jahrhunderts</a> herausgebracht, von Michael Cashmore erschien eine erweiterte <a title="MICHAEL CASHMORE: The Snow Abides Completely" href="http://africanpaper.com/2024/12/07/michael-cashmore-the-snow-abides-completely/">Neuauflage seines Albums &#8220;The Snow Abides&#8221; </a>unter Mitwirkung u.a. von Anohni und David Tibet.</p>
<p><a href="https://www.cherryred.co.uk/marc-almond-and-michael-cashmore-feasting-with-panthers-2lp-expanded-edition?"><strong>@ Cherry Red</strong> </a></p>
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		<title>MICHAEL CASHMORE: The Snow Abides Completely</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Dec 2024 07:11:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie so viele andere kreative Köpfe bewegte sich der Brite Michael Cashmore im Umfeld des Temple Ov Psychick Youth, sein als Nature And Organisation 1986 veröffentlichtes Tape „Third Terminal Position“ war dann auch musikalisch situiert in der Industrial Culture. Cashmore &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/12/07/michael-cashmore-the-snow-abides-completely/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/R-32457534-1733158926-1835.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-43926" title="R-32457534-1733158926-1835" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/R-32457534-1733158926-1835-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie so viele andere kreative Köpfe bewegte sich der Brite <a href="http://africanpaper.com/tag/michael-cashmore/">Michael Cashmore</a> im Umfeld des <a href="https://theaither.com/wp-content/uploads/2023/07/IMG_2549-crpd.jpg">Temple Ov Psychick Youth</a>, sein als Nature And Organisation 1986 veröffentlichtes Tape <a href="https://www.youtube.com/watch?v=b2CfuCKDeZA&amp;ab_channel=MorsMea">„Third Terminal Position“</a> war dann auch musikalisch situiert in der Industrial Culture. Cashmore war ab 1990 für viele Jahre Stammgitarrist bei <a href="http://africanpaper.com/tag/current-93/">Current 93 </a>– <span id="more-43924"></span>sein Debütauftritt in Amiens ist auf dem wunderschönen Livealbum <a href="https://current931.bandcamp.com/album/as-the-world-disappears">„As The World Disappears“</a> verewigt – und trug sicher mit seinen Kompositionen und seinem Gitarrenspiel zur steigenden Popularität der Band bei.</p>
<p>Er selbst reaktivierte Nature And Organisation mit dem 1995 erschienenen Album <a href="https://michaelcashmoreofficial.bandcamp.com/album/beauty-reaps-the-blood-of-solitude">„Beauty Reaps The Blood Of Solitude“</a>, eingespielt mit zahlreichen Personen aus dem World Serpent-Umfeld und sicher eines der besten Apocalyptic Folk-Alben aller Zeiten. Als dann 1998 der Nachfolger<a href="https://michaelcashmoreofficial.bandcamp.com/album/death-in-a-snow-leopard-winter"> „Death In A Snow Leopard Winter“</a> erschien, zeigte sich allerdings etwas, das bedingt symptomatisch für die dann folgenden Jahre sein sollte. Das Album wurde in einer unvollständigen, instrumentalen Version mit Klavier- und Streicherparts veröffentlicht (die geplanten Bläser- und Gesangsbeiträge fehlten). „I had to abandon work on this album for various personal reasons“, konnte man in den Linernotes lesen. Sein einige Jahre später unter eigenem Namen veröffentlichtes Album <a href="https://michaelcashmoreofficial.bandcamp.com/album/sleep-england">„Sleep England“</a>, eingespielt mit E-Gitarre und Bass, war in seinem Understatement durchaus sympathisch, wirkte aber verglichen mit dem grandiosen Fingerpicking, das sich etwa auf einem Current 93-Album wie „Of Ruine Or Some Blazing Starre“ fand, etwas unspektakulär.</p>
<p>Cashmore arbeitete in all den Jahren immer wieder mit anderen Musikern zusammen (u.a. mit Marc Almond auf „<a href="https://michaelcashmoreofficial.bandcamp.com/album/feasting-with-panthers">Feasting With Panthers&#8221;</a>). In den letzten Jahren war er als Solokünstler wieder aktiv(er), wenn auch mit anderer, oftmals elektronischerer Ausrichtung (etwa<a href="https://houseofmythology.bandcamp.com/album/slava-ukraini"> hier</a>) und seinem gedanklichen Überbau The Hidden Throne, den er in dem Buch mit dem bezeichnenden Titel <a href="https://temporalboundary.bigcartel.com/product/michael-cashmore">„Transformation Through Love“</a> darlegte. Im Vorwort schrieb <a href="http://africanpaper.com/tag/david-tibet/">David Tibet</a>, es handele sich bei diesem Buch um „a journal of a journey out of Michael&#8217;s sadness and suffering and darkness to a new vision of his inner and outer worlds“.</p>
<p>Die Aufnahmen zu „The Snow Abides“ entstanden weitgehend in den Jahren 1999-2001. Das Konzept des Albums war/ist durchaus interessant: Anohni (damals noch Antony) sang von David Tibet geschriebene Texte, Tibet selbst rezitierte Texte von Cashmore. Erst 2006 erschien als <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/michael-cashmore-the-snow-abides/">„The Snow Abides“</a> auf Durtro Jnana ein Teil der Aufnahmen: zwei Instrumentaltracks sowie die drei von Anohni gesungenen Stücke. Cashmore schreibt in den Linernotes der nun unter dem Titel „The Snow Abides Completely“  mit Artwork von <a href="https://www.instagram.com/kathy_aponi/">Kathy Aponi </a>versammelten vollständigen Aufnahmen, er habe während der Kompositionen unter schweren Depressionen gelitten, aus mangelndem Selbstwertgefühl seien ihm seine Texte peinlich gewesen und daher habe er die Aufnahmen nicht veröffentlichen wollen, erst jetzt fühle er sich dazu in der Lage – was sehr gut ist, denn die hier zu hörende Musik gehört sicher mit zum Stärksten, das der seit Jahren in Berlin lebende Cashmore bisher veröffentlicht hat.</p>
<p>Das Album wird eröffnet mit dem von getragenen Streicherpassagen (Cello, Geige, Bratsche) dominierten instrumentalen „My Eyes Open“, auf dem eine sanft melancholische Stimmung erzeugt wird, die auf dem gesamten Album dominiert. „As The Sun Disappears Into Water“ beginnt mit einer langen instrumentalen Passage – das dezente Pianospiel Cashmores wird von Streichern begleitet –, bevor Tibets Stimme rezitierend einsetzt. Am Ende hört man „the silence/alone/the silence“. Das kurze „I Cradle Future Graves In My Innocent Hands“ erinnert, wie auch einige der weiteren Stücke, etwas an <a href="http://africanpaper.com/2019/07/27/current-93-soft-black-stars/">„Soft Black Stars“ </a> oder auch oben erwähntes „Death In A Snow Leopard Winter“. Der Titel „And All I Understand Is Nothing“ illustriert vielleicht die Stimmung, in der Cashmore damals war („final emptiness“). Diese Stimmung wird auf „You Knew I Could Never Hold On“ mit der Reduktion auf Piano und Text fortgeführt, wenn Tibet vom „Slowly animated cycle of dying“ spricht. Auf „For The Sun Is My Shield Eternally“ kommt eine traurige Flöte dazu. Die dritte Seite des Doppelalbums beginnt mit dem instrumentalen „Before The Light Has Gone“, auf dem das Piano von dramatischen Streichern begleitet wird. Das Titelstück ist ein perfektes Zusammenspiel von Klavier, Streichern und Anohnis Gesang. Wenn sie singt „My heart arose – ecstatic butterfly“, dann möchte man begeistert zustimmen, denn was man als Hörer empfindet, kommt dem sicher nahe. Auch „How God Moved At Twilight“ und „Your Eyes Close“ sind ähnlich starke Songs. Nach Anohnis letzten Worten &#8220;I look at my hands/And count the Sun/Making another scar across my sky/And I Close my eyes&#8221; kommt noch das Instrumental &#8220;Snow No Longer&#8221; sowie das mit Bill Fay aufgenommene Stück &#8220;My Eyes Open Into Eternal Sunlight Forever&#8221;, das zum Rest der Aufnahmen passt.</p>
<p>Das ist teilweise todtraurige Kammermusik mit Momenten des Sublimen und Erhabenen und vielleicht eine der besten (Wieder-)Veröffentlichungen des Jahres 2024. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://www.svartrecords.com/en">Svart Records</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Michael Cashmores The Snow Abides Completely auf Svart Records</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Aug 2024 05:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ende des Jahres erscheint auf dem finnischen Label Svart Records erstmalig die vollständige Version von Michael Cahsmores zwischen 1999 und 2001 entstandenem Album „The Snow Abides“. Auf dem Album, dessen Musik komplett von Cashmore stammt, sang Anohni Texte, die David &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/08/31/michael-cashmores-the-snow-abides-completely-auf-svart-records/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende des Jahres erscheint auf dem finnischen Label Svart Records erstmalig die vollständige Version von <a href="http://africanpaper.com/tag/michael-cashmore/">Michael Cahsmores</a> zwischen 1999 und 2001 entstandenem Album „The Snow Abides“. Auf dem Album, dessen Musik komplett von Cashmore stammt, sang <a href="http://africanpaper.com/tag/anohni/">Anohni </a>Texte, die <a href="http://africanpaper.com/tag/david-tibet/">David Tibet </a>geschrieben hatte, auf den anderen Stücken sang Tibet von Cashmore verfasste Lyrics. Eine<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/michael-cashmore-the-snow-abides/"> unvollständige Fassung des Albums</a> mit fünf Stücken erschien 2007 über Durtro Jnana. Auf &#8220;The snow Abides Completely&#8221; wird auf &#8220;My Eyes Open&#8221; zudem Bill Fay zu hören sein. Das Artwork stammt von Kathy Aponi.<br />
<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/michael-cashmore-the-snow-abides-completely-066cf25c895149.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-42408" title="michael-cashmore-the-snow-abides-completely-066cf25c895149" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/michael-cashmore-the-snow-abides-completely-066cf25c895149.jpeg" alt="" width="900" height="900" /></a><span id="more-42406"></span>Cashmore schrreibt über die Entstehung: „<em>When I wrote these musical pieces and texts I was suffering from a deep depression. I was also extremely shy and had such bad self-confidence that I was simply embarrassed by my texts – so much so that I was unable to release them. It is only now around seven years later of personal transformation through divine love and positivity that I no longer have such problems and I am now finally able to release them here.”</em></p>
<p>Das Material erscheint auf Doppelvinyl in verschiedenen Fassungen.</p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">Side I</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">1. My Eyes Open</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">2. As The Sun Disappears Into Water</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">3. I Cradle Future Graves In My Innocent Arms</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">Side II</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">1. And All I Understand Is Nothing</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">2. You Knew I Could Never Hold On</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">3. For The Sun Is My Golden Shield Eternally</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">Side III</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">1. Before The Light Has Gone</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">2. The Snow Abides</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">3. How God Moved At Twilight</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">Side IV</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">1. Your Eyes Close</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">2. Snow No Longer</span></span></p>
<p><span style="font-family: Liberation Serif, serif;"><span style="font-size: small;">3. My Eyes Open Into The Eternal Sunlight Forever</span></span></p>
<p>@ <a href=" https://www.svartrecords.com/en/product/michael-cashmore-the-snow-abides-completely/12701">Svart Records</a></p>
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		<title>CURRENT 93: In Menstrual Night</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/03/09/current-93-in-menstrual-night/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2024 05:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das 1985 mit einem mehr als soliden Line-up (neben David Tibet waren das Bee, Diana Rogerson, Hilmar Örn Hilmarsson, Keiko Yoshida, Rose McDowall und Ruby Wallis, wobei man v.a. Stephen Stapletons finaler Abmischung Respekt zollen muss) aufgenomme und als Picture Disc auf United Dairies &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/03/09/current-93-in-menstrual-night/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/inmenstrualnight.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36774" title="inmenstrualnight" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/inmenstrualnight-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das 1985 mit einem mehr als soliden Line-up (neben David Tibet waren das Bee, Diana Rogerson, Hilmar Örn Hilmarsson, Keiko Yoshida, Rose McDowall und Ruby Wallis, wobei man v.a. Stephen Stapletons finaler Abmischung Respekt zollen muss) aufgenomme und als Picture Disc auf United Dairies veröffentlichte &#8220;In Menstrual Night&#8221; nahm im Frühwerk von Current 93 insofern eine Sonderstellung ein, dass es auf die harschen Lärmelenente, die auf &#8220;Nature Unveiled&#8221; oder &#8220;Dogs Blood Rising&#8221; zu hören sind, weitgehend verzichtet und seinen <span id="more-36771"></span>hörspielhaften Kollagen-Charakter auf subtilere Weise offenbart. Dabei fallen die beiden Stücke &#8220;Sucking up Souls&#8221; und &#8220;To Feed the Moon&#8221; aber kaum weniger beängstigend aus.</p>
<p>Das einundzwanzigminütige &#8220;Sucking up Souls&#8221; basiert überwiegend auf dem Einsatz von (in der Mehrheit weiblichen) Stimmen, die zu einer unentwirrbar wirkenden Kollage montiert sind. Dabei ist die Vielfalt der Performance von Gesang über Spoken Words bis zu gespenstischem Flüstern beeindruckend: Den Auftakt macht ein liturgisch anmutender Sopran, der sich schon bald mit anderen klassischen Gesängen überlappt und mit ihnen zusammen verquere Ornamente entstehen lässt. Der Loop einer bellenden Männerstimme, die man als Reminiszenz der abgründigeren Vorgängeralben verstehen könnte, bringt etwas Kantiges ins Bild, bis sie von einem dröhnenden Rumoren gepackt und in den Hintergrund gezogen wird. Rasselnde Ketten lassen einen neuen Abschnitt beginnen, in dem verwaschene Chöre den Hintergrund bilden für eine kindliche Stimme, die einen lyrischen Text rezitiert, bis alles verschwimmt und die liturgischen Gesänge wieder an die Oberfläche dringen. All diese immer wieder abtauchenden und in der einen oder anderen Weise wieder auftauchenden Motive scheinen stets auf der Suche nach einer adäquaten Form zu sein und müssen doch immer wieder ihre Auflösung erleben, die hier in einer Feinsinnigkeit inszeniert wird, die damals wahrscheinlich Standards gesetzt hatte.</p>
<p>Das die zweite Seite füllende &#8220;To Feed the Moon&#8221; wirkt im herkömmlichen Sinne &#8220;musikalischer&#8221;: Was mit dunkler Dröhnung und hellen, entrückten Klangtupfern startet, wird schnell zum melodischen Fundament für einen fast den ganzen Track durchziehenden tribalen Trommelrhythmus, der &#8211; das ist der einzige Wermutstropfen &#8211; immer etwas aufgeklebt wirkt, und zwischen dessen leicht aus den Fugen geratenen Anschlägen sich dann auch wieder Stimmen nach oben schleichen. Neben der kindlichen Stimme (wahrscheinlich Ruby Wallis), die eine Art Kehrreim aufsagt, ist dann auch Tibet etwas deutlicher zu hören. Im Unterschied zum ersten Track ist das Stück veränderlicher und mündet nach einer Phase relativer Ruhe in ein fast rockiges Szenario, das mit etwas Fantasie wie eine Vorstufe zu einem Stück wie &#8220;Panzer Ruin&#8221; klingt.</p>
<p>Die Soundkollagen als eine Art Archiv geträumter (und gestorbener) Träume zu sehen, ist eine durchaus naheliegende Assoziation, die Tibets Ideen zu dem Album entspricht, während Stapleton die Sounds als Geräusche eines nächtlichen Sanatoriums verstand. Natürlich öffnen Album- und Tracktitel weitere Assoziationen. <span style="font-weight: 300;">Über David Tibets Interesse am Menstruationszyklus ist viel geschrieben worden, und in der Tat tauchten damit verbundene Motive, auch in für Tibet typischer Verknüpfung mit anderen Themen, für lange Zeit immer wieder im Werk von Current 93 auf, und bis heute tragen Veröffentlichungen den Mond im Titel. Bei den beiden Stücken auf &#8220;In Menstrual Night&#8221;, in denen Seelen aufgesaugt und der Mond gefüttert wird, könnte man mutmaßen, dass eventuell G.I.Gurdjieff inspirierend war. In dessen kosmologischer Theorie gibt es die Vorstellung, dass der Mond, der wie alle Himmelskörper wie ein lebender Organismus beschrieben wird, in seinem Bestreben, selbst ein Planet zu werden, Energie aus der irdischen Biosphäre saugt. Besonders die Seelen der Menschen dienen ihm als Nahrung, und entziehen können diese sich dem Sog des Mondes nur durch einen enormen Fokus auf bestimmte esoterische Praktiken. Wer zu passiv und verführbar ist und dem hypnotischen Zauber des Trabanten erliegt, endet als Energiequelle für dessen Planetwerdung. Viele Interpreten haben diese Mythologie als Reflexion über feminine Energie gedeutet, was dann den Bogen zum Periodenzyklus schlägt &#8211; zur Frage, ob Tibet sich davon inspirieren ließ und wenn ja, wie tiefgehend, gibt es keine Belege. Wundern würde es nicht. </span></p>
<p>&#8220;In Menstrual Night&#8221;, in dessen CD-Version noch der Nightmare Culture-Track &#8220;KillyKillKilly (A Fire Sermon)&#8221; enthalten war, eröffnet einen interessanten Seitenpfad in der Diskografie von Current 93, der seine spätere Fortführung in Releases wie &#8220;Faust&#8221; und in den v.a. mit Andrew Liles produzierten EPs wie &#8220;The Moons At your Door&#8221; finden sollte &#8211; einer Musik, die vielleicht eine viel zentralere Rolle gespielt hätte und noch einige elaborierte Resultate hervorgebracht hätte, wäre das folkig eingefärbte Songformat nicht dazwischen gekommen. Da dies so nicht gekommen ist, sticht &#8220;In Menstrual Night&#8221; noch deutlicher hervor. House of Mythology gehen nun zu den Ursprüngen zurück und bringen als HomAleph eine neue limitierte Picture Disc des Albums heraus.</p>
<p><strong>Label: <a href="https://en.spkr.media/en/Artists/Current-93/Current-93-In-Menstrual-Night.html">House of Mythology / HomAleph / SPKR<br />
</a></strong></p>
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		<title>CURRENT 93 / HÖH: Island</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Feb 2024 05:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sigurjón Birgir Sigurðsson]]></category>

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		<description><![CDATA[Umbrüche und Richtungswechsel hat es in der Diskografie von Current 93 immer wieder gegeben, aber rückblickend fällt dies besonders ins Auge, wenn man die Jahre um 1990 betracht, als viele kaum einzuschätzen wussten, in welche Richtung es mit David Tibet &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/02/03/current-93-hoh-island/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/Island_HÖH_and_Current_93_album.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36637" title="Island_(HÖH_and_Current_93_album)" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/Island_HÖH_and_Current_93_album-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Umbrüche und Richtungswechsel hat es in der Diskografie von Current 93 immer wieder gegeben, aber rückblickend fällt dies besonders ins Auge, wenn man die Jahre um 1990 betracht, als viele kaum einzuschätzen wussten, in welche Richtung es mit David Tibet und seinen musikalischen Begleitern in den nächsten Jahren wohl gehen könnte. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass man zu dieser Zeit <span id="more-36635"></span>Current 93 einfach noch nicht jahrzehntelang kennen konnte und dass das Frühwerk der 80er Jahre noch relativ homogen war, aber es gab auch gerade in dieser Zeit besonders viele stilistische &#8220;Ungereimtheiten&#8221;.</p>
<p>Dass folkige Songstrukturen im Kosmos Tibets keine einmaligen Ausrutscher waren, ahnte man irgendwann, dennoch erschienen auch in dieser Zeit noch experimenteller ausgerichtete Arbeiten, wenngleich diese meist älter waren wie z.B. &#8220;The Dreammoves Of The Sleeping King&#8221; auf der CD-Version von &#8220;Earth Covers Earth&#8221;. 1992 beispielsweise folgte mit <a title="CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP" href="http://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/">&#8220;Thunder Perfect Mind&#8221;</a>, das einmal eines der größten Dark Folk-Referenzalben werden sollte, eines der zumindest hinsichtlich der Mehrheit der Songs eingängigsten Current 93-Alben auf den abstrakten psychedelischen Ambient von &#8220;The Sadness of Things&#8221;, das als Kollaboration mit Stephen Stapleton konzipiert war.</p>
<p>In genau diese Phase fiel auch die Veröffentlichung von &#8220;Island&#8221;, das tatsächlich auf der nordatlantischen Insel aufgenommen wurde und bei dem der Komponist Hilmar Örn Hilmarsson (HÖH) eine so große Rolle spielte, dass er im Unterschied zu den anderen Mitwirkenden auch als Interpret genannt wurde. Ihm verdankt sich auch, dass das Album von der instrumentalen Seite her einen Sound bekam, der in Tibets Diskografie für lange Zeit einzigartig bleiben sollte. Dominiert wird die Musik, von der ein Teil des Grundmaterials in anderer Form auch in Hilmarssons melancholischem Soundtrack zum Filmdrama <em>Children of Nature</em> Verwendung fand, von einem fast poptauglichen, aber meist ambient umgesetzten Keyboardsound, der die Signatur seiner Zeit trägt und sich weder um Rauheit bemüht, noch darum, organischer zu klingen als er war. Zusammen mit Tibet und den anderen Musikern hat Hilmarsson diesen aber zu einem Rahmen gestaltet, in dem die unterschiedlichsten Dinge stattfinden konnten, und so klang &#8211; vielleicht auch, weil das Material über einen längeren Zeitraum hinweg während verschiedener Islandreisen &#8211; am Ende kein Stück wie das nächste.</p>
<p>Wenn man sich schon etwas intensiver durch die Arbeiten von Current 93 gehört hat, dann fällt vielleicht auf, dass &#8220;Island&#8221; eines der wenigen Alben ist, die ohne ein vorspannartiges Intro auskommen. Vielmehr fällt man sprichwörtlich beim eröffnenden &#8220;Falling&#8221; ohne einleitendes Brimborium in eine von Handdrums und warmen Klangflächen beschallte nordische Parallelwelt, in deren halllastigem Soundsetting man sich so gemütlich fühlen kann wie in einem gut geheizten Haus mit Blick in eine winterliche Nacht. Einige Schreiber sprachen damals nicht ganz willkürlich von einer Weihnachtsplatte, von einer Schlagseite in Richtung New Age war die Rede und irgendwer zog sogar einen Vergleich zu Enya, doch dabei sollten einen das Erlöschen aller Sinneswahrnehmung und letztlich des Universums in Tibets Text aufhorchen lassen. Eine der beiden Sängerinnen, die hier zusammen mit ihm zu hören sind, ist Björk, deren Solokarriere in Pop-Dimensionen damals noch ein paar Jahre auf sich warten lassen sollte.</p>
<p>Es gibt einige Songs auf dem Album, bei denen die heimelige Seite besonders betont wird. Dazu zählt besonders &#8211; und v.a. im Kontrast zu dem verstörenden Text &#8211; die Version von &#8220;Fields of Rape&#8221;, das endzeitliche &#8220;To Blackened Earth&#8221; und auch das mit seinem chorartigen Background-Gesang großartige &#8220;Oh Merry-Go-Round&#8221;. &#8220;A Dream of a Shadow of Smoke&#8221; bewegt sich ebenfalls in dieser Stimmung und geht doch darüber hinaus: Nicht aufgrund der Vanitas-Symbolik des von dem Theologen Jeremy Taylor inspirierten Textes, der zu angenehm plätschernden Rhythmen und entrückten Synthietupfern die Existenz als halluzinierten Trip beschreibt und nur Asche und Staub real erscheinen lässt, denn dies sind Motive, die sich in unterschiedlicher Deutlichkeit durch das ganze Album ziehen. Eher weil all dies zum Höhepunkt des Stücks, wenn die zusammen mit Tibet singende Ása Hlín Svavarsdóttir vom &#8220;sound of rudderless ships&#8221; singt, ins Hymnenhafte ausgeweitet wird.</p>
<p>Um einiges weniger anheimelnd, dafür von einer erhabenen Dramatik sind Stücke wie &#8220;Passing Horses&#8221;, die von unheilschwangeren Orchestralsynthies untermalte Version von &#8220;Lament for my Suzanne&#8221; und &#8220;Anyway, People Die&#8221;. Gerade letzteres, von dem später auch eine kurze Akustikversion auftauchen sollte, ist mit seiner dunklen Dröhnung, für die Hilmarsson das abgründigste Grollen aus dem eigentlich so angenehmen Sound herausholt, und seinen rituellen Glöckchen der Höhepunkt des Albums. Das Bimmeln stammt hier von dem buddhistischen Lama Rig&#8217;dzin Rinpoche, von dem Tibet bereits eine längere Rezitation auf CD herausgebracht hatte. An der Stelle kann man hervorheben, dass neben den schon damals wichtigen Bildern und Denkfiguren christlicher Esoterik auch immer wieder Einflüsse buddhistischer Philosophie in den Texten zu finden waren, wobei Tibet mehr an den kosmologischen und eschatologischen Fragen interessiert zu sein schien als am Ethos. Erst Mitte der 90er waren diese Aspekte nicht mehr spürbar.</p>
<p>Während die ursprüngliche LP mit &#8220;Oh Merry-Go-Round&#8221; endet, enthielt bereits die damalsige CD-Version fünf weitere Songs, die man trotz weiterer knapp 25 Minuten Musik eher als Bonusmaterial betrachten sollte, denn die zusätzlichen Stücke weichen musikalische z.T. stark vom Stil des Albums ab und lassen zudem eine erkennbare Richtung vermissen. &#8220;Crowleymass Unveiled&#8221; ist eine Neufassung des 1987 auf einer EP erschienenen &#8220;Crowleymass&#8221;, das mit seinem Text über eine Weihnachtstravestie für im Geiste Thelemas erzogene Kinder ganz unterhaltsam ist, gleichwohl es musikalisch etwas an eine EBM-Band erinnert, die sich im Rap versucht. Der Song war als Jux gemeint, und ähnliches gilt vielleicht auch für &#8220;Paperback Honey&#8221;, bei dem Tibet zu Bossa Nova-Musik singt. &#8220;The Fall of Christopher Robin&#8221; dagegen, in dem der Junge aus A. A. Milnes <em>Winnie-the-Pooh</em>-Geschichten einen Teufelspakt eingeht, hat mit seinem manischen Sprechgesang durchaus beklemmende Seiten und ist wahrscheinlich für viele der relevanteste unter den Bonustracks. Das von Einar Örn auf Islandisch gesungene &#8220;Fields of Rape and Smoke&#8221; und die Instrumentalversion &#8220;Merry-Go-Round And Around&#8221; runden dann auch die CD im Geiste des Kernalbums ab.</p>
<p>Genau dieses wurde nun, wie sich in Fankreisen sicher umfassen herumgesprochen haben sollte, neu aufgelegt und erscheint zur Freude so mancher in Kürze auf Vinyl &#8211; ein im Grunde lange überfälliges Projekt, denn &#8220;Island&#8221; ist, unabhängig davon, wie man es im ganzen beurteilt, ein Ausnahmealbum in der Diskographie Tibets und auch Hilmarssons. Im <a title="Es ist besser, ein guter Heide als ein schlechter Christ zu sein: Interview mit Hilmar Örn Hilmarsson" href="http://africanpaper.com/2013/11/23/es-ist-besser-ein-guter-heide-als-ein-schlechter-christ-zu-sein-interview-mit-hilmar-orn-hilmarsson/">Interview, das wir vor einigen Jahren mit Hilmarsson führten</a>, erwähnte dieser das damals geplante zweite gemeinsame Album, das dann letztlich aber niemals realisiert wurde. Eine Art Entschädigung dafür könnte vielleicht das Album von Tibets Projekt <a title="HYPNOPAZŪZU: Create Christ, Sailor Boy" href="http://africanpaper.com/2016/09/10/hypnopazuzu-create-christ-sailor-boy/">Hypnopazuzu</a> sein, das ein Vierteljahrhundert später mit leicht anderer Instumentierung eine in Teilen ähnliche Atmosphäre erzeugte. Doch wirklich klingen wie &#8220;Island&#8221; kann vielleicht nur &#8220;Island&#8221; selbst. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://store.houseofmythology.com/product/119291">House of Mythology</a><br />
</strong></p>
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		<title>BACKWORLD: For The Life Of The World</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Dec 2023 07:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Joe Budenholzer]]></category>
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		<category><![CDATA[Laure Kyle]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach dem nach einer längeren Pause 2011 erschienenen Album „Come The Bells“, das in seiner kammermusikalischen Ausrichtung vom Tod von Joe Budenholzers Vaters beeinflusst war, und seiner „paraliturgischen Oper“ „The Hound Of Heaven“ (2016) erschien Mitte 2020 mit „Sacred And &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/02/backworld-for-the-life-of-the-world/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/a3583067494_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38692" title="a3583067494_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/a3583067494_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach dem nach einer längeren Pause 2011 erschienenen Album <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/backworld-%e2%80%93-come-the-bells/">„Come The Bells“</a>, das in seiner kammermusikalischen Ausrichtung vom Tod von Joe Budenholzers Vaters beeinflusst war, und seiner „paraliturgischen Oper“ <a href="http://africanpaper.com/2017/09/09/backworld-the-hound-of-heaven/">„The Hound Of Heaven“</a> (2016) erschien Mitte 2020 mit <a href="http://africanpaper.com/2020/07/25/backworld-sacred-and-profane-songs/">„Sacred And Profane Songs“</a> eine Zusammenstellung, auf der zwei neue Stücke enthalten waren, die darauf hindeuteten, dass es weiteres Material geben würde. <span id="more-38691"></span></p>
<p>Im <a href="http://africanpaper.com/2023/02/25/meine-interessen-und-obsessionen-haben-sich-nicht-wirklich-verandert-ein-interview-mit-backworld/">Interview</a>, das wir Anfang des Jahres mit Joe Budenholzer führten, sprach er davon, dass die Stücke des gerade erschienenen neuen, insgesamt achten, Albums „For The Life Of The World“ während des Lockdowns geschrieben worden seien.</p>
<p>Während sich im Laufe der Jahre Budenholzers ambivalente Haltung zum Christentum &#8211; das erste Stück des ersten Backworld-Albums „Holy Fire“ samplete David Koresh- hin zu einer affirmativen vereindeutigte, ging dies damals auch mit einer leichten musikalischen Änderung einher: „Als ich jedoch nach Großbritannien zog und von Briten umgeben war, begannen meine amerikanischen Wurzeln mehr zum Vorschein zu kommen, in Form eines leichten westlichen Flavours in einigen Songs“. Die auf dem fünften Album besungene „Good Infection“ des Christentums klang dann in ihrer musikalischen Umsetzung teilweise etwas sehr betulich. „For The Love Of The World“ klingt in seiner das gesamten Album durchziehenden Melancholie wieder stärker nach dem Frühwerk, knüpft an die ersten drei Alben an.</p>
<p>„The Former Things Have Passed Away“, mit dem das Album eröffnet wird, lässt sich fast schon programmatisch lesen: Laure Kyle zitiert &#8211; untermalt von Keyboard und choralartigen Stimmen im Hintergrund &#8211; die aus der Offenbarung des Johannes entnommene Beschreibung des neuen Himmels und der neuen Erde. „The Children Of Eden“ ist mit gezupfter Gitarre, getragenen Keyboardpassagen und zweistimmigem Gesang von Kyle und Budenholzer ein Song, der musikalisch sicher auf die frühen Backworldalben gepasst hätte. Ein erster von einer Reihe von Höhepunkten ist &#8220;Ashes To Diamonds&#8221; mit dem Motiv der Verwandlung, der Transformation. Ende der 00er Jahre hatte Budenholzer auf seinem kleinen Label Discalcula zwei EPs von Maya Hardinge veröffentlicht, die hier auf dem idyllischen &#8220;Spiraling&#8221; und dem melancholischen &#8220;Walk Through The Garden&#8221; den Gesang übernimmt. Mit „The Return Of The Burning Times“ folgt darauf das vielleicht stärkste Stück auf dem Album: „The feet are bare and the hair is grey/Looking out through the firelight/The years just melt away“, singt Budenholzer zu wuchtigen perkussiven Schlägen und dem Strumming der Gitarre. Auf dem von Flöte durchzogenen, mittelterlich klingenden „The Hidden Order Of Things&#8221;, auf dem das Keyboard an ein Hackbrett erinnert, zitiert Laure Kyle Hildegard von Bingen. Auf „Eternal Return“ kann man hören: „Around and around in circles we go/Hourglass turning releasing the flow/Powers above and powers below/The eternal returning, the eternal return.&#8221; Beendet wird das Album von „The Lamb And The Lion“ mit David Tibet an den Vocals &#8211; ursprünglich vor etlichen Jahren auf der „Seeds Of Love“-EP in anderer Version veröffentlicht. Mit den Worten „God is love and you sleep“ enden das Stück wie auch das Album und damit schließt sich der Zirkel. Dieses starke Album gibt es bisher als Download, gerade ist die CD erschienen. Eine Vinylversion soll folgen. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://backworldmusic.com/">Self-released</a><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=209008430/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Transformation Through Love: Buch und Album von Michael Cashmore</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Aug 2023 02:59:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Michael Cashmore hat in den letzten Jahren nach einer musikalischen Neuorientierung eine Reihe von Alben veröffentlicht. Im September wird auf Temporal Boundary Press, die u.a. das „Man is the animal“-Magazin über Coil und „Undefined Boundary“, das „Journal of Psychick Albion“, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/02/transformation-through-love-buch-und-album-von-michael-cashmore/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Cashmore hat in den letzten Jahren nach einer musikalischen Neuorientierung eine Reihe von Alben veröffentlicht. Im September wird auf Temporal Boundary Press, die u.a. das „Man is the animal“-Magazin über Coil und „Undefined Boundary“, das „Journal of Psychick Albion“, herausbringen, Michael Cashmores Buch „Transformation Through Love“ erscheinen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/Michael-Cashmore.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-36756" title="Michael Cashmore" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/Michael-Cashmore.jpg" alt="" width="650" height="864" /></a><span id="more-36754"></span>„Transformation Through Love is a theory and praxis of instinctive Mysticism in the form of poetic symbolism, speculative metaphysics and biographical vignettes. These insights into life and Mysticism weave together a web of interconnecting truths and speculations, and provide a meditative guidebook for positivity without expectation, and compassion.“ Das Buch enthält ein Vorwort von David Tibet.  „Transformation Through Love“ liegt das extra dafür komponierte Album „Awaking Into The Colour Wheel“ bei: „It was created to demonstrate the formula Brutal Beauty + Beautiful Brutality = Intensity. The album was specially recorded to accompany the book and will never be released in any other form.“</p>
<p>@ <a href="https://temporalboundary.bigcartel.com/product/michael-cashmore">Temporal Boundary Press</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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